{"id":1334,"date":"2004-12-29T17:16:28","date_gmt":"2004-12-29T15:16:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1334"},"modified":"2009-09-07T17:16:27","modified_gmt":"2009-09-07T15:16:27","slug":"warum-bis-zur-ehe-warten-warum-uberhaupt-heiraten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1334","title":{"rendered":"Warum bis zur Ehe warten? Warum \u00fcberhaupt heiraten?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum bis zur Ehe warten? Warum \u00fcberhaupt heiraten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Wir sind auf der Welt, um zu lieben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott erschafft jeden einzelnen Menschen mit der erkl\u00e4rten Absicht, ihn zu seinem \u201eEbenbild\u201c umzugestalten (1. Mose 1,26f.). Das bedeutet, da\u00df Gott den Menschen liebesf\u00e4hig machen will, denn er selber ist ja reine Liebe (1. Joh. 4,17). Deswegen ist jeder Mensch empf\u00e4nglich f\u00fcr Liebe, und deswegen ist auch jeder dazu angelegt, lieben zu k\u00f6nnen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Der Dreiklang der Liebe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die griechische Sprache des Neuen Testaments hat drei Begriffe f\u00fcr die Liebe: Eros, Philia und Agape. Eros ist die erotische, die begehrende Liebe, Philia ist die auf Sympathie beruhende Liebe, Agape ist die selbstlose Liebe. Liebe im vollen Sinn des Wortes besteht aus einem Dreiklang dieser drei T\u00f6ne. Jeder Ton hat seine besondere Klangfarbe. Die erotische Liebe sucht die eigene Lust. Die sympathische Liebe lebt von der \u00dcbereinstimmung der Ansichten, W\u00fcnsche und Gef\u00fchle. Die selbstlose Liebe interessiert sich f\u00fcr das Gl\u00fcck des anderen. F\u00fcr die Gestaltung einer Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau haben alle drei T\u00f6ne der Liebe ihren bestimmten Wert und ihre besondere Aufgabe. Da\u00df sich die beiden Geschlechter \u00fcberhaupt gegenseitig anziehen, das ist das tief in die Sch\u00f6pfung einprogrammierte Geheimnis des Eros. Die Philia entdeckt und pflegt die Gemeinsamkeiten mit dem Gegen\u00fcber, ohne die keine Beziehung auf Dauer auskommt. Die Agape \u00f6ffnet den Blick f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse des anderen und hilft uns, unseren Egoismus zu \u00fcberwinden. Sie ist in der Lage, an der Gemeinschaft mit dem anderen auch dann noch festzuhalten, wenn sich die Anzahl der Gemeinsamkeiten verringert, die Gef\u00fchle nachlassen oder die Andersartigkeit des anderen belastend wird. Und sie hat auch die Kraft, den Eros so zu steuern, da\u00df er dem anderen zugute kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Die voreheliche Liebesbeziehung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Zeit des Kennenlernens und der gegenseitigen Entdeckung liegt ein besonderer Glanz. Der Eros zieht die beiden zueinander, und die ersten Z\u00e4rtlichkeiten werden ausgetauscht. Die Philia gibt ihnen Freude am Gleichklang ihrer Interessen, an gemeinsamen Gespr\u00e4chen und Unternehmungen. Die Agape vermittelt ihnen Verantwortung f\u00fcreinander, gegenseitige R\u00fccksichtnahme und ein unbedingtes Ja zum anderen auch dort, wo er seine Schw\u00e4chen hat. Dann kommt in jeder gesunden vorehelichen Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau der Zeitpunkt, wo der Eros sich mit z\u00e4rtlichen Gesten nicht mehr zufrieden gibt, sondern die k\u00f6rperliche Vereinigung will. In unserer erotisierten Medienwelt ist dieser Zeitpunkt oft bald erreicht. Dann will der Eros die Regie in der Beziehung \u00fcbernehmen. Der Mann m\u00f6chte seine M\u00e4nnlichkeit unter Beweis stellen und dr\u00e4ngt als der sexuell meist offensivere Teil zur k\u00f6rperlichen N\u00e4he und Vereinigung. Die Frau m\u00f6chte ebenfalls mehr Gemeinschaft, aber ihr Bed\u00fcrfnis ist eher auf eine gr\u00f6\u00dfere seelische und geistige N\u00e4he gerichtet. F\u00fcr sie haben schon Briefe, Gespr\u00e4che und gemeinsame Unternehmungen eine erotische Wirkung. Die Philia spendet den beiden Freude an ihren Gemeinsamkeiten. Der Gleichklang der Gef\u00fchle, die Entdeckung gemeinsamer Interessen, die Entwicklung gemeinsamer Pl\u00e4ne, das sind Auswirkungen der sympathischen Liebe. Sie k\u00f6nnen eine voreheliche Liebesbeziehung sehr bereichern, allerdings nur in dem Ma\u00dfe, wie es den beiden gelingt, den Eros zu z\u00fcgeln (nicht zu unterdr\u00fccken!). Und die Agape?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Warten aus Liebe zum anderen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn der Eros die k\u00f6rperliche Vereinigung sucht und die Philia wachsende Freude an den Gemeinsamkeiten hat, meldet sich auch die Agape zu Wort, die das Beste des anderen will. Sie legt dem Mann ein tiefes, echtes und z\u00e4rtliches Interesse an seiner Geliebten ins Herz. Wenn er sich von der Agape leiten l\u00e4\u00dft, beginnt er, nach dem Wesen der weiblichen Sexualit\u00e4t zu fragen. Er will ja der geliebten Frau auch in sexueller Hinsicht Gutes tun. Dann findet er bald heraus, da\u00df sie zum Erleben des Gl\u00fccks der k\u00f6rperlichen Vereinigung die tiefe Grunderfahrung echter Treue und dauerhafter Geborgenheit braucht. Und es wird ihm klar, da\u00df sie diese Erfahrung nur im Schutzraum der Ehe machen kann. So beschlie\u00dft er zu warten. Auch der Frau vermittelt die Agape ein Interesse an der ganzen Person ihres Geliebten. Sie will, von der Agape durchdrungen, ihn besser kennenlernen, sie fragt nach seinem Charakter, nach seiner Verantwortungswilligkeit und seiner Verantwortungs-f\u00e4higkeit, und sie will ihn in allem st\u00e4rken. Aus Liebe zu ihm erl\u00e4utert sie ihm auch das Wesen weiblicher Sexualit\u00e4t, denn woher sollte er das wissen? Und so hilft sie ihm, den Eros zu steuern und mit der k\u00f6rperlichen Vereinigung bis zur Ehe zu warten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Warten aus Liebe zu Gott<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben mit dem Eros, der Philia und der Agape einen wunderbaren Dreiklang der Liebe geschenkt bekommen. Wir k\u00f6nnen diese drei T\u00f6ne verk\u00fcmmern lassen, aber wir k\u00f6nnen sie auch in unserem Leben wie einen sch\u00f6nen Akkord gemeinsam erklingen lassen. Gottes Wort gibt uns hierf\u00fcr eine erstklassige Gebrauchsanleitung, f\u00fcr die wir unserem Sch\u00f6pfer nur dankbar sein k\u00f6nnen. \u00dcber unserem ganzen Leben steht die Aufforderung: \u201eAlles la\u00dft in der Agape geschehen\u201c (1. Kor. 16,14). D.h. nicht unser eigener Wille, sondern was dem anderen gut tut, soll uns bestimmen. Dann werden wir zum Segen f\u00fcr andere und diese werden zum Segen f\u00fcr uns. Vor Lieblosigkeit dagegen werden wir in Gottes Wort deutlich gewarnt, weil sie Schuld und Not \u00fcber uns und andere bringt. Weil es lieblos w\u00e4re, in einer vorehelichen Beziehung dem anderen das Fest der k\u00f6rperlichen Vereinigung im Schutzraum der Ehe nicht zu g\u00f6nnen, sagt der Apostel: \u201eMeidet die Unzucht\u201c (1. Thess. 4,3). Wer Gott liebt, h\u00f6rt auf Gottes Wort und wartet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum \u00fcberhaupt heiraten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Was jeder Mensch braucht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus hat w\u00e4hrend seiner Versuchung durch Satan ein wegweisendes Wort \u00fcber unser Menschsein gesagt: \u201eDer Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes kommt\u201c (Matth. 4,4). Wir brauchen Gottes Wort, um uns und unsere Bed\u00fcrfnisse richtig zu verstehen. Erst durch Gottes Wort erfahren wir, was wir wirklich brauchen. Dort erfahren wir, da\u00df wir Gesch\u00f6pfe eines Gottes sind, der in einer g\u00f6ttlichen Gemeinschaft als Vater, Sohn und Geist lebt, und da\u00df wir Menschen demzufolge Gemeinschafts- und Beziehungswesen sind. Unsere Beziehung zu Gott und zu unseren N\u00e4chsten mu\u00df stimmen, wenn wir gl\u00fccklich sein wollen. Weil uns Gott nicht als Einzelk\u00e4mpfer haben will, bietet er uns zwei Gemeinschaftsformen an, in denen wir Beziehungen kn\u00fcpfen und gestalten k\u00f6nnen: die Ehe und die christliche Gemeinde. Beides sind g\u00f6ttliche Stiftungen, keine menschlichen Erfindungen. In beiden Gemeinschafts-formen k\u00f6nnen wir uns ein\u00fcben ins Nehmen und Geben und dabei gl\u00fcckliche Menschen werden. Niemand kommt zu kurz. Jeder kann hier die f\u00fcr sein Menschsein so wichtigen Grundwerte Treue, Geborgenheit und Heimat erleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Der besondere Wert der Ehe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt viele wertvolle Gemeinschaften: eine intakte Familie, eine feste Freundschaft, eine verbindliche Interessengemeinschaft. Aber die eheliche Gemeinschaft ist und bleibt einzigartig, weil sich Gott selber in der Ehe abbildet. Seine beiden haupts\u00e4chlichen Wesensz\u00fcge, n\u00e4mlich seine Verantwortung und seine Hilfe f\u00fcr die Sch\u00f6pfung, \u00fcbertr\u00e4gt er in der Ehe auf den Ehemann und die Ehefrau. Den Mann bef\u00e4higt er, \u201eHaupt\u201c zu sein, also Verantwortung und F\u00fcrsorge f\u00fcr seine Frau und seine Kinder zu \u00fcbernehmen, die Frau bef\u00e4higt er, \u201eHilfe\u201c zu sein, also dem Mann zu helfen, ein verantwortlicher Mann zu werden. Mann und Frau treten also, wenn sie heiraten, in eine besondere g\u00f6ttliche Pr\u00e4geschule ein, die sie geschlechtsspezifisch reifen l\u00e4\u00dft. In dem Ma\u00df, in dem beide in das Hauptsein und Hilfesein hineinwachsen, werden sie gesegnet mit der begl\u00fcckenden Erfahrung gegenseitiger Treue, dauernder Geborgenheit und innerer Heimat. So wird die Ehe zum Vorgeschmack der Ewigkeit, denn dort erwartet alle erl\u00f6sten Menschen die unk\u00fcndbare Treue, die komplette Geborgenheit und die herrliche Heimat Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Warum heiraten? Weil Liebe das Beste gibt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Liebe gibt dem anderen immer das Beste. Wer unverheiratet zusammenlebt, verzichtet darauf, dem anderen verbindlich die lebenslange Treue zu versprechen. Auch wenn er sie ihm pers\u00f6nlich zusagt, seine Aussage hat keine allgemeine, \u00f6ffentliche Geltung und bleibt damit unverbindlich. Deswegen kann sie nicht die Geborgenheit vermitteln, die der andere sucht und braucht. Keiner kann sich in der Unverbindlichkeit eines solchen Verh\u00e4ltnisses gewi\u00df sein, beim anderen eine lebenslange Heimat zu haben. Das unverheiratete Zusammenleben gibt also dem anderen nicht das Beste und mu\u00df darum als Lieblosigkeit bezeichnet werden. Wenn Mann und Frau sich wirklich lieben, dann g\u00f6nnen sie sich das Beste: die Ehe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum bis zur Ehe warten? Warum \u00fcberhaupt heiraten? 1. Wir sind auf der Welt, um zu lieben Gott erschafft jeden einzelnen Menschen mit der erkl\u00e4rten Absicht, ihn zu seinem \u201eEbenbild\u201c umzugestalten (1. Mose 1,26f.). Das bedeutet, da\u00df Gott den Menschen liebesf\u00e4hig machen will, denn er selber ist ja reine Liebe (1. Joh. 4,17). 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