{"id":13278,"date":"2016-03-01T10:58:32","date_gmt":"2016-03-01T09:58:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13278"},"modified":"2016-03-01T10:58:32","modified_gmt":"2016-03-01T09:58:32","slug":"schwangerschaftskonfliktberatung-wenig-beachtete-aspekte-bei-einem-lange-diskutierten-thema","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13278","title":{"rendered":"Schwangerschaftskonfliktberatung &#8211; wenig beachtete Aspekte bei einem lange diskutierten Thema"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Seit 2001 stellt die r\u00f6misch-katholische Kirche in ihren Beratungsstellen keine vom Gesetzgeber geforderten Beratunsgsscheine mehr aus, die ein straffreie Abtreibung erm\u00f6glichen, wollte aber die Beratungen noch intensivieren. Eine Reihe von Initiativen, wie etwa \u201eKaleb e. V.\u201c oder \u201eDie Birke\u201c betreiben bereits seit Jahren eine \u201eerfolgreiche\u201c Schwangerschaftskonfliktberatung ohne Scheinvergabe. Dies wird daran deutlich, da\u00df nach Angaben dieser Einrichtungen nachweislich schon viele Abtreibungen verhindert werden konnten. Wird jedoch auf die Vergabe des Scheins verzichtet, so ist eine solche Beratung vom Staat nicht mehr anerkannt und damit entfallen staatliche Zusch\u00fcsse. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die erw\u00e4hnten Initiativen zeigen, kann dennoch gute Beratungsarbeit geleistet werden, jedenfalls in mehr Freiheit und Gewissensbindung, als wenn eine Einbindung in das vom Staat geforderte Beratungssystem, wenn Zusch\u00fcsse flie\u00dfen sollen. Denn \u00fcber die staatlichen Zusch\u00fcsse wird die Arbeit im Sinne des Staates beeinflu\u00dfbar, da auch hier ein gutes St\u00fcck weit das Sprichwort gilt: Wes\u2019 Brot ich ess\u2019, des\u2019 Lied ich sing\u2019.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Staat aber scheint daran interessiert, da\u00df m\u00f6glichst viele Anbieter von Schwangerschaftskonfliktberatung in dem von ihm vorgeschriebenen System verbleiben, wenn sie seine Zusch\u00fcsse wollen. Er kauft sich Erf\u00fcllungsgehilfen. Es f\u00e4llt auf, da\u00df dem Staat viel daran liegt, da\u00df die Kirchen und ihre Sozialwerke in seinem Beratungssystem verbleiben. Ansonsten k\u00fcmmern ihn doch die Kirchen nicht so gro\u00df und ist er h\u00e4ufig nicht so kirchenfreundlich eingestellt. Das ist doch verd\u00e4chtig!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn nun von Staatsseite aus so viel Wert darauf gelegt wird, da\u00df die Kirchen ins staatliche System zur Schwangerschaftskonfliktberatung integriert sind, dann steht dahinter die \u00dcberlegung, da\u00df die Kirchen als Moralinstanzen gelten und sich nun als solche f\u00fcr politisches und gesellschaftliches Vorgehen gebrauchen, besser: mi\u00dfbrauchen lassen. Es herrscht die Meinung, wenn die Kirchen dies mittragen, dann kann es doch nicht falsch sein. Und deshalb wird von Staatsseite aus dann Unverst\u00e4ndnis gezeigt, wenn eine Kirche nicht mehr mitmacht. Der Staat hat an der kirchlichen Beteiligung in der Hauptsache insoweit Interesse, als sie f\u00fcr sein Vorgehen n\u00fctzlich sind. Daf\u00fcr entlohnt er sie sogar mit Zusch\u00fcssen. Aber wenn bei dieser Form von Beratung nicht mitgezogen wird, dann kann nicht mehr mit staatlichen Zusch\u00fcssen gerechnet werden. Da\u00df der Staat Initiativen, die sich nicht in dieses System einbinden lassen, staatlich nicht f\u00f6rdert, zeigt, da\u00df der Staat nicht an einer Schwangerschaftskonfliktberatung an sich Interesse hat. Sein Interesse besteht lediglich an der ihm genehmen, welche die straffreie Abtreibung erm\u00f6glicht, nicht aber an einer solchen, die hierzu eindeutig Nein sagt. \u00dcber das Geld will er seine Meinung durchsetzen. Das ist in hohem Ma\u00dfe unmoralisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist schon infam, wenn ein Staat Kirchen hierzu benutzt. Er ist damit nicht einmal mehr weltanschaulich neutral. Er benutzt die Kirchen, um seine Politik, die nicht an einem von ernsthaften Christen vertretbaren Menschenbild orientiert ist, (noch) besser betreiben zu k\u00f6nnen. Aber Kirchen, die sich dazu benutzen lassen, versagen. Hier kann es keine Kompromisse geben. Zum einen steht das 5. Gebot dem entgegen und steht es zum andern \u00fcberdies Kirchen schlecht an, solch ethisch nicht zu rechtfertigende Politik zu f\u00f6rdern. Sie sollten immer ideologiekritisch sein, sich aber nie von Ideologen kaufen lassen. Das derzeitige Verhalten evangelischer Kirchen und ihrer Werke steht ihnen schlecht an. Da\u00df diese Zusammenh\u00e4nge nie genannt werden, belegt noch lange nicht, da\u00df sie nicht bekannt w\u00e4ren. Vielmehr ist davon auszugehen, da\u00df sie sehr wohl bekannt sind, aber absichtlich der \u00d6ffentlichkeit verschwiegen werden. Doch diese wenig beachteten Aspekte bei diesem ansonsten doch viel diskutierten Thema d\u00fcrfen nicht \u00fcbergangen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Walter Rominger, Mehlbaumstr. 148, 72458 Albstadt, Tel + Fax: 07431 \/ 74485<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2001 stellt die r\u00f6misch-katholische Kirche in ihren Beratungsstellen keine vom Gesetzgeber geforderten Beratunsgsscheine mehr aus, die ein straffreie Abtreibung erm\u00f6glichen, wollte aber die Beratungen noch intensivieren. Eine Reihe von Initiativen, wie etwa \u201eKaleb e. V.\u201c oder \u201eDie Birke\u201c betreiben bereits seit Jahren eine \u201eerfolgreiche\u201c Schwangerschaftskonfliktberatung ohne Scheinvergabe. 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