{"id":13051,"date":"2015-12-29T16:51:45","date_gmt":"2015-12-29T15:51:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13051"},"modified":"2016-01-02T07:28:05","modified_gmt":"2016-01-02T06:28:05","slug":"13051","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=13051","title":{"rendered":"Stellungnahme des Bibelbundes: Keine weitere Relativierung der Bibel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">In mehreren Interviews hatte sich Mitte Dezember 2015 der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz und Mitglied des Rates der EKD, Michael Diener, zu einer von ihm angestrebten Ver\u00e4nderung evangelikaler Gemeinden ge\u00e4u\u00dfert. Der Bibelbund mit einem Freundeskreis von 4000 evangelikalen Christen stimmt einigen Aussagen Dieners weitgehend zu: <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Es gibt keine biblische Legitimation f\u00fcr die in den meisten evangelischen Landeskirchen praktizierten Segnungs- und Trauungs- Gottesdienste f\u00fcr homosexuelle Paare, so Diener. Kirchlicherseits d\u00fcrfe es keine vollkommene Gleichstellung homosexueller Beziehungen mit der Ehe zwischen Mann und Frau geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Evangelikale Christen sollten nach Diener im Umgang mit ihren Gegnern auf Polemik und Selbstgerechtigkeit verzichten. Menschen von denen man sich abgrenzt oder die man f\u00fcr Gott gewinnen will, sollte man in Klarheit und Liebe begegnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Im Gegensatz zur offiziellen Haltung der EKD h\u00e4lt Diener die Mission unter Juden und Muslimen auch heute noch f\u00fcr geboten. Gro\u00dfe Teile der biblischen Urgemeinde waren Juden, die zum christlichen Glauben konvertierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Bibelbund distanziert sich deutlich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der anderen Seite distanziert sich der Bibelbund deutlich von den relativierenden Aussagen Michael Dieners. Es steht im offenen Gegensatz zu evangelikalem Selbstverst\u00e4ndnis, wenn einer ihrer prominenten Vertreter zwar die eindeutigen Aussagen der Bibel nennt, sie dann aber sofort wieder als subjektive Meinung einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Christen m\u00fcssen keine \u201egespaltenen Pers\u00f6nlichkeiten\u201c sein. Evangelikales, bibelorientiertes Leben ist nicht in erster Linie das Ergebnis einer pietistischen Sozialisation in einer gesellschaftlichen Subkultur, wie Diener suggeriert. Der Heilige Geist ver\u00e4ndert das Denken, Reden und Handeln des Menschen, der sich Gott ganz ausliefert (vgl. R\u00f6m 12, 2). Eine fromme Erziehung produziert keine an der Bibel orientierten Gl\u00e4ubigen. Nur die Umkehr zu Gott und die bewusste Unterstellung unter seinen Willen, machen einen Menschen zum lebendigen Christen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Evangelikale Christen sind in erster Linie Gott und seiner in der Bibel mitgeteilten Wahrheit verpflichtet und nicht, wie Diener behauptet, der Evangelischen Kirche. In einer von Meinungs- und Religionsfreiheit gepr\u00e4gten Demokratie sind evangelikale Christen gl\u00fccklicherweise nicht auf das Wohlwollen der gro\u00dfen Kirchen angewiesen. Statt der Akzeptanz unstrittig bibelkritischer Positionen um des theologischen Friedens willen, haben evangelikale Christen der Kirche immer dann am meisten geholfen, wenn sie deren Defizite benannten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Christen sollen sich eindeutig und unverschn\u00f6rkelt zu den Aussagen Gottes in der Bibel stellen, gerade auch in Gespr\u00e4chen mit den Vertretern anderer Religionen. Eine aktive F\u00f6rderung islamischen Glaubens geh\u00f6rt nicht zu den Aufgaben eines gl\u00e4ubigen Christen. Dieners Werbung f\u00fcr die Beteiligung des EKD- Ratsvorsitzenden Bedford- Strohm an der Gr\u00fcndung einer M\u00fcnchener Gro\u00dfmoschee kann aus Sicht des Bibelbundes nicht als Meinung \u201eder Evangelikalen\u201c angesehen werden. Nach den eindeutigen Aussagen der Bibel f\u00fchren andere Religionen den Menschen in die Irre und nicht zu Gott. Im Gegensatz zu einem evangelikalen Glaubensverst\u00e4ndnis verteidigt Diener den M\u00fcnchener Bischof, wenn dieser \u00e4u\u00dferte, die \u201eBegegnung mit dem Reichtum anderer Glaubenstraditionen\u201c mache ihn zu \u201eeinem gl\u00fccklicheren Menschen\u201c und, es k\u00f6nne \u201eber\u00fchrend und bereichernd sein (\u2026), wenn man sich vom Ruf des Muezzins mit hineinnehmen l\u00e4sst in dessen Gottesdienst\u201c. Solche Meinungs\u00e4u\u00dferungen f\u00fchren nicht zu einem klaren Bekenntnis des christlichen Glaubens, sondern weit eher zu einer fatalen Religionsvermischung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4. Nicht alle Interpretationen der Bibel sind gleich g\u00fcltig und akzeptabel, wie in Dieners \u00c4u\u00dferungen vorausgesetzt. Es ist falsch, jede subjektive und h\u00e4ufig interessengeleitete Deutung der Bibel als legitim und gleichwertig zu betrachten. Zwar treten durch einen solchen Umgang mit Wahrheit Konflikte und Differenzen in den Hintergrund. Gleichzeitig aber f\u00fchrt diese Auffassung zu einer generellen Relativierung g\u00f6ttlicher Aussagen. Die Bibel mit ihrem absoluten Wahrheitsanspruch wird hier ohne Not dem Diktat der Postmoderne und des Konstruktivismus ausgeliefert. Gottes Massst\u00e4be entstehen eben nicht erst in der jeweils subjektiven Interpretation des Menschen, wie Diener nahelegt. Biblische Aussagen sind auch losgel\u00f6st von eigenen Pr\u00e4gungen und Meinungen erkennbar. Ob Gott beispielsweise Homosexualit\u00e4t ablehnt oder guthei\u00dft, darf nicht auf die Ebene pers\u00f6nlicher Meinungen oder unterschiedlicher Lebensumst\u00e4nde reduziert werden. Pluralit\u00e4t und Meinungsvielfalt sind, im Gegensatz zu Dieners \u00c4u\u00dferungen, keine christlichen Werte an sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gottes biblische Aussagen nicht verw\u00e4ssern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bibelbund fordert Christen auf, sich eindeutig von einer weiteren Relativierung der Bibel zu distanzieren. Gottes Mitteilungen bieten nicht nur die Grundlage f\u00fcr subjektive, religi\u00f6se Meinungen und randst\u00e4ndige Lebensweisen. Gottes Wort hat eine \u00fcberzeitliche G\u00fcltigkeit, die \u00fcber alle privaten Interpretationen und Pr\u00e4gungen hinausgeht. Gerade darin liegt die au\u00dferordentliche Kraft der Bibel, dass sie ideologiekritisch jedem vorl\u00e4ufigen Zeitgeist und jeder Modetheologie korrigierend entgegentritt. Es ist unzul\u00e4ssig und anma\u00dfend, Gottes biblische Aussagen zu verw\u00e4ssern oder durch strategische Kompromisse einzuschr\u00e4nken nur um einen vorl\u00e4ufigen kirchlichen Konsens zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir verwerfen die falsche Lehre, als d\u00fcrfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen \u00dcberzeugungen \u00fcberlassen.\u201c (3. These der Barmer Theologischen Erkl\u00e4rung 1934)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Michael Kotsch (Vorsitzender des Bibelbundes)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: www.agwelt.de<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"line-height: 115%; font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In mehreren Interviews hatte sich Mitte Dezember 2015 der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz und Mitglied des Rates der EKD, Michael Diener, zu einer von ihm angestrebten Ver\u00e4nderung evangelikaler Gemeinden ge\u00e4u\u00dfert. Der Bibelbund mit einem Freundeskreis von 4000 evangelikalen Christen stimmt einigen Aussagen Dieners weitgehend zu:<\/p>\n","protected":false},"author":530,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11,13,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13051"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/530"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13051"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13051\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13073,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13051\/revisions\/13073"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13051"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13051"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13051"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}