{"id":12986,"date":"2015-12-12T19:35:19","date_gmt":"2015-12-12T18:35:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12986"},"modified":"2015-12-12T19:46:43","modified_gmt":"2015-12-12T18:46:43","slug":"der-herr-schuetzt-die-fremdlinge-ps-1469","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12986","title":{"rendered":"&#8222;Der Herr sch\u00fctzt die Fremdlinge&#8220; (Ps 146,9)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sch\u00e4dliche Einfl\u00fcsse<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAls er (Salomo) alt war, neigten seine Frauen sein Herz fremden G\u00f6ttern zu&#8230;\u201c (1. K\u00f6nige 11,4). Gott war Salomo zweimal erschienen (1. K\u00f6nige 3,5; 9,2). Er hatte Freude an diesem K\u00f6nig, der wie sein Vater David selbstlos war und ein reines Herz hatte. Salomo wollte Gott dienen und war mit einer so gro\u00dfen Weisheit ausgestattet, dass man in schwierigen F\u00e4llen seinen Rat suchte (1. K\u00f6nige 3,16-28). Auch die K\u00f6nigin von Saba reiste zu ihm, um von ihm zu lernen (1. K\u00f6nige 10). Lange Zeit war er treu in Gottes Wegen. Sein Liebesleben allerdings lag au\u00dferhalb der Norm, die f\u00fcr die Israeliten galt. K\u00f6nige und Wohlhabende leisteten sich des \u00d6fteren mehrere Frauen, gewisserma\u00dfen als Statussymbol.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend K\u00f6nig David israelische Frauen hatte (2. Samuel 3,1-5; 2. Samuel 5,13), brachte Salomo es auf 700 Hauptfrauen und 300 Nebenfrauen, die aus etlichen L\u00e4ndern stammten. An ihnen hing er mit Liebe (1. K\u00f6nige 11,2). Seine Ehen und Konkubinate hatten eine politische Komponente. Indem er mit jedem wichtigen ausl\u00e4ndischen Herrscherhaus verschw\u00e4gert war, betrieb er eine B\u00fcndnispolitik, die ihm Frieden und Handelsaustausch sicherte. Durch die Heirat mit der Tochter Pharaos (1. K\u00f6nige 3,1) war die gute Beziehung zu \u00c4gypten gew\u00e4hrleistet. \u00c4hnlich verhielt es sich mit den K\u00f6nigsh\u00e4usern von Moab, Ammon, Edom, Sidon und der Hethiter (1. K\u00f6nige 11,1).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Salomo missachtete Gottes Weisung, diese V\u00f6lker zu meiden und sich mit ihnen nicht zu verb\u00fcnden oder zu verschw\u00e4gern (1. K\u00f6nige 11,2). Die Absicht dieses Verbotes war, Israel vor dem Eindringen fremder Kulte zu sch\u00fctzen. Den Frauen gestattete er sogar, Tempel f\u00fcr ihre jeweiligen Gottheiten zu bauen, und duldete G\u00f6tzenpriester, die ihnen ein religi\u00f6ses Heimatgef\u00fchl gaben. Salomos Absicht war es leider nie gewesen, diese Frauen zum Glauben an den lebendigen Gott, n\u00e4mlich den Gott Israels, zu bringen. In falsch verstandener Toleranz erlaubte er, was Gott verboten hatte. Ja, er selbst wurde zum G\u00f6tzendiener und baute den fremden G\u00f6ttern St\u00e4tten der Verehrung (1. K\u00f6nige 11,5-8). Salomo war zum Polytheisten geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201efremden Frauen\u201c, die Salomo von Gott abbrachten, waren \u05e0\u05e9\u05d9\u05dd \u05e0\u05db\u05e8\u05d9\u05d5\u05ea (naschim nochrijjot). Die Worte \u05e0\u05db\u05e8 (nechar) und \u05e0\u05db\u05e8\u05d9 (nochri) bezeichnen etwas Fremdartiges, Ausl\u00e4ndisches. Fast immer handelt es sich dabei um Menschen oder M\u00e4chte, die die Erw\u00e4hlung Israels und seine Identit\u00e4t als Gottesvolk ablehnen und ihm schaden wollen. Von solchen Einfl\u00fcssen sollte Israel sich fern halten, damit es rein blieb f\u00fcr Gott. Denn diese Fremden wollten ihre Denkart und ihre Religion nicht aufgeben, sondern sie nach Israel importieren und das Volk zum Abfall von Gott bringen. Salomo, der Gesalbte Gottes, war zum Handlanger gottfeindlicher M\u00e4chte geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige hundert Jahre sp\u00e4ter sahen Esra und Nehemia eine \u00e4hnliche Gefahr und n\u00f6tigten das Volk, sich von heidnischen Frauen zu trennen und sie zur\u00fcckzuschicken (Nehemia 13,23ff, Esra 10,2.3.10.14.17-19.44). Anscheinend erinnerte man sich an Salomos Fehlverhalten und wollte solche Zust\u00e4nde nicht wieder einrei\u00dfen lassen. Auch hier handelt es sich um ausl\u00e4ndische Frauen, mit denen Israeliten sich nicht einlassen durften, um eine Religionsvermengung zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Willkommene Fremdlinge<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das biblische Israel war keineswegs fremdenfeindlich, sondern hatte ein gro\u00dfz\u00fcgiges Gastrecht. Die Erfahrung, selbst mehrere Jahrhunderte in einem fremden Land (\u00c4gypten) gelebt zu haben, f\u00fchrte dazu, dass Fremde gut behandelt wurden. Hierf\u00fcr gibt es zahlreiche Vorschriften in der Bibel. Auch in den Zehn Geboten wird der Fremdling erw\u00e4hnt. Der Fremde war ein \u05d2\u05e8 (ger), also ein Schutzb\u00fcrger, bzw. ein \u05ea\u05d5\u05e9\u05d1 (toschab), ein Beisasse. Beim \u201eger\u201c handelt es sich um einen Zugezogenen, der im Land weilt und auch Gesch\u00e4fte treibt. Seine rechtliche Stellung ist h\u00f6her als die eines Gastes. Er ordnet sich dem Recht des Gastlandes unter und respektiert alle Vorschriften. Er ist gesch\u00fctzt und hat viele Rechte. Am religi\u00f6sen Leben kann er bedingt teilnehmen. Wenn er zum j\u00fcdischen Glauben \u00fcbertreten will, l\u00e4sst er sich beschneiden und erlangt damit das B\u00fcrgerrecht in Israel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Regeln f\u00fcr den \u05ea\u05d5\u05e9\u05d1 (toschab), den Beisassen, \u00e4hneln denen, die f\u00fcr den Fremdling gelten (2. Mose 12,45; 4. Mose 35,15). Vermutlich bezeichnet \u05ea\u05d5\u05e9\u05d1 (toschab), Beisasse, \u201eunter wirtschaftlichem Gesichtspunkt denselben Mann, der nach seinem rechtlichen Status \u05d2\u05e8 (ger) \u2013 Fremdling &#8211; hei\u00dft, der also ohne Grundbesitz bei einem israelischen Vollb\u00fcrger untergekommen ist\u201c (Elliger, Handbuch zum Alten Testament, I\/4, 293f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abraham lebte als Fremdling in Gerar (1. Mose 20,1). Mose war ein Fremdling im Lande Midian (Apostelgeschichte 7,29; 2. Mose 2,15). Dort heiratete er Zippora. Zu biblischen Zeiten gab es in vielen V\u00f6lkern Wanderungsbewegungen, oft bedingt durch Kriege oder Hungersn\u00f6te. So kam Jakob mit seiner Familie nach \u00c4gypten (1. Mose 46,1-7). Elia lie\u00df sich am Bach Krit nieder und wurde durch Raben versorgt (1. K\u00f6nige 17). Auf Gehei\u00df des Propheten Elisa zieht eine Frau aus Schunem angesichts der beginnenden Hungersnot mit ihren Verwandten f\u00fcr sieben Jahre nach Philist\u00e4a und kommt nach Ablauf der Hungersnot wieder zur\u00fcck (2. K\u00f6nige 8,1-6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche \u201eFremdlinge\u201c gab es \u00fcberall. Nicht nur in Israel, auch in anderen L\u00e4ndern fanden sie Schutz und Versorgung, da sie nicht als feindlich empfunden wurden. Sofern sie nach Israel kamen, ging es ihnen gut. Durch Gottes Anweisung standen sie unter dem Schutz eines Dorfes oder eines Menschen. Diese Fremden waren willkommen, und man half ihnen gerne, aufgrund der Erfahrungen, die die Vorfahren in \u00c4gypten gemacht hatten. Noomi (Naemi) war mit ihrem Mann und den beiden S\u00f6hnen nach Moab gezogen. Mit ihrer Schwiegertochter Ruth kam sie zur\u00fcck nach Juda, als die Lebensumst\u00e4nde dort besser geworden waren. Ruth hatte ihre Herkunft hinter sich gelassen und sich dem Volk Israel und seinem Gott angeschlossen (Ruth 1-4). Sie wurde zur Vorfahrin von David und Jesus (Ruth 4,22; Mat. 1,5).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Joseph und Maria zogen nach Jesu Geburt mit ihm nach \u00c4gypten, wo sie vor der Verfolgung des K\u00f6nigs Herodes sicher waren. Sie waren Fremdlinge und Fl\u00fcchtlinge (Mat. 2,13-15. 19-23), die sich f\u00fcr einige Zeit unter den Schutz \u00c4gyptens begaben. Nach dem Tod des Stephanus setzte in Jerusalem eine Christenverfolgung ein. Die Gl\u00e4ubigen flohen nach Jud\u00e4a und Samaria, wo sie missionierten und Gemeinden gr\u00fcndeten (Apostelgeschichte 8,1.4-6.25). Schutzsuchender war man unter Umst\u00e4nden also auch im eigenen Land.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Hans-Joachim Heil<br \/>\nFamily Life Mission Nr. 135; 4. Quartal 2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00e4dliche Einfl\u00fcsse \u201eAls er (Salomo) alt war, neigten seine Frauen sein Herz fremden G\u00f6ttern zu&#8230;\u201c (1. K\u00f6nige 11,4). Gott war Salomo zweimal erschienen (1. K\u00f6nige 3,5; 9,2). Er hatte Freude an diesem K\u00f6nig, der wie sein Vater David selbstlos war und ein reines Herz hatte. 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