{"id":12966,"date":"2015-12-09T10:17:51","date_gmt":"2015-12-09T09:17:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12966"},"modified":"2015-12-09T10:23:25","modified_gmt":"2015-12-09T09:23:25","slug":"jesus-keiner-sonst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12966","title":{"rendered":"Jesus \u2013 keiner sonst?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zum Absolutheitsanspruch des christlichen Glaubens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hunderttausende Fl\u00fcchtlinge erreichen nach einer langen Odyssee unser Land. Die christliche Kirche ist mit dem Auftrag der N\u00e4chstenliebe und der Christusverk\u00fcndigung betraut. Und im Moment gibt uns Gott Gelegenheit dazu in einem Ma\u00df wie schon lange nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Absolutheitsanspruch des Christentums \u2013 was meinen wir damit? Die Orthodoxie im 16. und 17. Jahrhundert etwa argumentierte, das Christentum sei die wahre Religion, weil sie durch einen \u00fcbernat\u00fcrlichen Eingriff Gottes in die Weltgeschichte entstanden sei: die Gottesoffenbarung am Sinai und die Auferstehung Jesu von den Toten. Das k\u00f6nne doch jeder Mensch nachvollziehen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Kulturphilosphen und Theologen Ernst Troeltsch (1865-1923) war das Christentum \u201eh\u00f6chststehend\u201c. Er bildete eine Stufenleiter und ordnete unter den Religionen der Welt das Christentum ganz oben ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daneben gibt es den Relativismus und Synkretismus, also dass alle Religionen nur verschiedene Lichter des einen Urlichts seien, die eben durch verschiedene Fenster strahlen. Doch diese Meinung l\u00e4sst die Wahrheitsfrage au\u00dfen vor und nivelliert die fundamentalen Unterschiede.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Spuren einer \u201eUroffenbarung\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine christliche Schau der Religionen sieht in ihnen gewiss viel Achtenswertes, Weisheit und Erkenntnis. Es gibt Spuren einer \u201eUroffenbarung\u201c. Gott hat dem Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt: ein Wissen um Gott, ein Wasserzeichen des Sch\u00f6pfers in der menschlichen Seele, ein Suchen und Ahnen, dass diese Welt nicht genug ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber sie sieht auch viel B\u00f6ses, ja auch den B\u00f6sen am Werk. Geisterfurcht und Menschenopfer, Grausamkeit und Angst, das unerf\u00fcllbare Verlangen, die G\u00f6tter zu bes\u00e4nftigen oder sich nutzbar zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Alle im gleichen Boot<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus betont zwar, dass das Judentum in seiner Gottesoffenbarung ein Alleinstellungsmerkmal besitzt: Gott hat geredet. Dennoch sieht er Juden und die anderen V\u00f6lker der Welt (\u201eGriechen\u201c) im gleichen Boot sitzen: \u201eAlle haben ges\u00fcndigt und die Herrlichkeit verloren, die Gott ihnen zugedacht hatte\u201c, so R\u00f6mer 3,23 w\u00f6rtlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei meint Paulus mit \u201eS\u00fcnde\u201c nicht eine moralische Verfehlung. Er meint damit eine reale, geistliche, hintergr\u00fcndige Gro\u00dfmacht, welche in diese Welt eingedrungen ist und in unserem menschlichen Herzen einen Br\u00fcckenkopf errichtet hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christliches Zeugnis sieht darum die ganze Menschheit in einer bedr\u00e4ngenden \u00f6kumenischen Einheit: von Gott entfremdet, unter der Wirklichkeit der S\u00fcnde und unter dem Verh\u00e4ngnis des Todes stehend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Einzigartigkeit Jesu<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fragestellung nach einer Absolutheit des Christentums wirft mehr Schatten als Licht, weil sie von dem Einen absieht, der diesen Anspruch erhoben hat: von Jesus Christus selbst, zum Beispiel in Johannes 14,6: \u201eIch bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn nur durch mich\u201c. Dieses und andere Worte Jesu im Neuen Testament setzen fort, was die majest\u00e4tischen Ich-Bin-Worte im Buch Jesaja aussagen: \u201eIch bin der Erste, und ich bin der Letzte, und au\u00dfer mir ist kein Gott\u201c (Jesaja 44,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Statt von der Absolutheit des Christentums sprechen wir angemessener von der Einzigartigkeit Jesu. Sie bedeutet: In diese Welt der S\u00fcnde und des Todes kommt die frohe Nachricht, das \u201eeuangellion\u201c, von der Weltwende, die bereits eingetreten ist. Gott hat das Schweigen der Ewigkeit gebrochen und geredet, anf\u00e4nglich in den Propheten, abschlie\u00dfend in seinem Sohn Jesus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Sieg der Weltgeschichte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schuldfrage ist gel\u00f6st. Der Tod ist zwar noch \u201eder letzte Feind\u201c, aber seit Ostern liegt er schon im Sterben. Diese Entscheidung ist gefallen und damit der Sieg der Weltgeschichte. Die k\u00fcnftige Weltverwandlung ist noch eine Frage der Zeit. Jeder, der an Christus glaubt, tritt schon jetzt auf unsichtbare Weise ein in die Gemeinde der Zukunft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bringen keinen Imperativ: bem\u00fche dich, oder: werde das Wollen los! Sondern eine Verk\u00fcndung von Tatsachen, die au\u00dferhalb unserer selbst geschehen sind: \u201eGott ist erschienen im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, verk\u00fcndigt den V\u00f6lkern, geglaubt von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit\u201c (1. Tim. 3,16).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Wunder des Glaubens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Christusbotschaft allein, die wunderbare Erfahrung der Vergebung, kann dem Menschen ein vers\u00f6hntes Gewissen geben. In der Begegnung mit Jesus erlebt der Mensch, wie Schuld buchst\u00e4blich gel\u00f6scht wird und der Friede des Gewissens einkehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer den Ruf Jesu versteht und ablehnt, bleibt unter der Last der Schuld und unter Gottes heiligem Nein. Wer Jesu Anruf versteht und annimmt, dem gilt die Erl\u00f6sungstat von Golgatha. Das Wunder des Glaubens, der angenommenen Rechtfertigung und Vergebung durch Christus weckt dann auch eine neue Freude zur Tat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass Jesus Christus der Herr, der Heiland und der Richter ist, l\u00e4sst sich nicht beweisen. Es l\u00e4sst sich nur bezeugen und verk\u00fcnden, und nur der Heilige Geist kann einen Menschen im Innern von diesem Anspruch \u00fcberzeugen. Unsere Verantwortung ist es, dass dieses Christus-Zeugnis freundlich, in Ehrerbietung, kultursensibel und klar ausgesprochen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dr. Manfred Dreytza, Pastor und Leiter des Krelinger Studienzentrums<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Krelinger Briefe, 4\/15 November 2015-Januar 2016<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Gek\u00fcrzter und bearbeiteter Vortrag im Rahmen des Jubil\u00e4ums-Wochenendes. Den kompletten Vortrag gibt es unter <a href=\"http:\/\/www.grz-krelingen.de\/studienzentrum\/downloads\"><u>www.grz-krelingen.de\/studienzentrum\/downloads<\/u><\/a> zum Download.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Absolutheitsanspruch des christlichen Glaubens Hunderttausende Fl\u00fcchtlinge erreichen nach einer langen Odyssee unser Land. Die christliche Kirche ist mit dem Auftrag der N\u00e4chstenliebe und der Christusverk\u00fcndigung betraut. 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