{"id":12956,"date":"2015-12-06T19:45:12","date_gmt":"2015-12-06T18:45:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12956"},"modified":"2015-12-06T22:02:32","modified_gmt":"2015-12-06T21:02:32","slug":"gottes-heil-fuer-heiden-und-juden-nach-roemer-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12956","title":{"rendered":"Gottes Heil f\u00fcr Heiden und Juden nach R\u00f6mer 11"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b><strong>1.) Die Heilspl\u00e4ne Gottes sind f\u00fcr die menschliche Vernunft unbegreiflich<\/strong><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich mit Gottes Heilspl\u00e4nen besch\u00e4ftigt, begegnet lauter Wundern. Das gr\u00f6\u00dfte aller Wunder ist und bleibt, dass der allm\u00e4chtige Gott \u00fcberhaupt ein Interesse daran hat, Menschen an Leib, Seele und Geist wohlzutun, obwohl sie aus sich heraus an ihm in keiner Weise interessiert sind. Aber auch die Anschlusswunder, wie Gott seine Pl\u00e4ne verwirklicht, sind erstaunlich genug. <!--more-->Am erstaunlichsten ist zweifellos Gottes Plan mit seinem Auserw\u00e4hlungsvolk Israel. Im Lauf der Kirchengeschichte sind schon viele Christen \u00fcber diesen Plan gestolpert und konnten ihn nicht verstehen. Aber auch das j\u00fcdische Volk hat ihn bis heute nicht verstanden, von Ausnahmen abgesehen. Was in R\u00f6m 11,33 steht, ist bis heute Realit\u00e4t geblieben. \u201eWelch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und Einsicht Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Strafgerichte und wie unerforschlich seine Wege&#8220;.<\/p>\n<p><b><strong>2.) Der tragische Dauerirrtum der Christenheit in der Einsch\u00e4tzung des j\u00fcdischen Volk<\/strong><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein bekannter fr\u00fchchristlicher Prediger aus der Ostkirche, Johannes Chrysostomus (ca. 350 bis 407), verglich die j\u00fcdischen Synagogen mit Theatern und Bordellen. An vielen Kirchen wurde im Mittelalter eine sog. Judensau dargestellt, die zugleich Ferkel und Juden s\u00e4ugt, z.B. am Magdeburger Dom (13. Jahrh.). Am Stra\u00dfburger M\u00fcnster (1230) sind zwei Frauenfiguren in Stein gehauen, welche die Synagoge und die Ekklesia zeigen. Die Synagoge h\u00e4lt eine zerbrochene Lanze und blickt nach unten mit verbundenen Augen, die Ekklesia tr\u00e4gt eine Krone und andere Attribute des Sieges. Aber es blieb nicht bei Predigten und bildnerischen Darstellungen. 1290 wurden die Juden aus England vertrieben, kurze Zeit sp\u00e4ter aus Frankreich, 1492 aus Spanien. Als 1348 eine katastrophale Pest Europa heimsuchte, wurde das Ger\u00fccht gestreut, dass die Juden Brunnenvergifter seien. In etlichen deutschen St\u00e4dten wurden daraufhin Juden massakriert oder vertrieben. 1517 freute sich der Humanist Erasmus von Rotterdam, dass Frankreich von Juden gereinigt sei. Luthers antij\u00fcdische Altersschriften sind bekannt (etwa \u201eVon den Juden und ihren L\u00fcgen\u201c 1543). Bis 1964 hielt die R\u00f6m.-kath. Kirche in ihrer Liturgie noch an ihrer Einsch\u00e4tzung der Juden als \u201eVolk von Gottesm\u00f6rdern\u201c fest.<\/p>\n<p>Man steht vor einem R\u00e4tsel, wenn man sich fragt, wie angesichts von R\u00f6m 9-11 eine solche viele Jahrhunderte andauernde antij\u00fcdische Stimmung in der Christenheit aufkommen und herrschen konnte. Der Wortlaut gibt dazu keinen Anhaltspunkt. Im Gegenteil, dort steht klar und deutlich, dass Gott sein Auserw\u00e4hlungshandeln am j\u00fcdischen Volk nicht zur\u00fccknimmt (11,29) und dass einst die von ihm festgelegte Vollzahl der Juden das Heil finden wird (11,12 und 11,16). Dar\u00fcber hinaus werden die Heidenchristen ermahnt, sich nicht \u00fcber die von Gott geistlich blindgemachten Juden zu erheben (11,20 bis 22) und in ihren Gedanken \u00fcber das Schicksal Israels nicht eigenen Einsch\u00e4tzungen zu folgen (11,25).<\/p>\n<p><b><strong>3.)\u00a0 Das \u00d6lbaumgleichnis in 11,16b bis 24<\/strong><\/b><\/p>\n<p>Paulus beginnt seine Beschreibung des Verh\u00e4ltnisses von Juden und Heidenchristen mit einem Hinweis auf die Anordnung in 4 Mose 15, dass beim Backen ein Teil des Teigs als Opfergabe f\u00fcr Gott gebacken werden sollte. Dadurch wurde der ganze Teig Gott geweiht. Das ist \u00fcbrigens auch ein geistlicher Ertrag des finanziellen Zehnten: dadurch wird alles Geld Gott geweiht. Paulus zieht aus diesem Hinweis die Folgerung, dass die Nachkommen (\u201eZweige\u201c) eines von Gott geheiligten Stammvaters (\u201eWurzel\u201c) ebenfalls geheiligt sind. Die Wurzel im \u00d6lbaumgleichnis ist also der von Gott geheiligte Abraham und die Zweige sind diejenigen, die genauso wie er im Glauben auf Gottes Verhei\u00dfungen vertrauen. Diejenigen seiner leiblichen Nachkommen, die im Unglauben blieben und das Heil in Christus nicht annahmen, wurden aus diesem Glaubensbaum entfernt. Andere, und zwar Juden und Heiden, die den Verhei\u00dfungen des Evangeliums vertrauten, wurden eingef\u00fcgt. Da alle Eingef\u00fcgten nur aus reiner Gnade eingef\u00fcgt wurden, haben sie nicht den mindesten Anlass, sich \u00fcber die Ausgebrochenen zu erheben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun folgt eine ernste Warnung. Wenn die Eingef\u00fcgten aus der Gnade und G\u00fcte Gottes heraustreten, wenn sie also beginnen, sich stolz \u00fcber die Ausgebrochenen zu erheben, dann k\u00f6nnen auch sie wieder aus dem Glaubens\u00f6lbaum ausgebrochen werden. Mit anderen Worten: wer als Christ herablassend auf das j\u00fcdische Volk hinunter blickt, lebt gef\u00e4hrlich. Er steht in der Gefahr, selber aus der Gnade und G\u00fcte Gottes herauszufallen. \u201eWer meint, er stehe, mag zusehen, dass er nicht falle\u201c (1 Kor 10,12). Wenn man die christliche Judenfeindschaft durch die Jahrhunderte verfolgt, kann einem angst und bange werden \u00fcber der Frage, wie viele Christen da aus Gottes Gnade wieder herausgefallen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das \u00d6lbaumgleichnis endet mit einer heilsgeschichtlichen Hoffnung f\u00fcr das Volk Israel. Wenn schon Heiden, die weit weg waren von wahrer Gotteserkenntnis, in den geistlichen Abrahamsbaum eingef\u00fcgt worden sind, um wieviel mehr werden dann Juden, wenn sie Christus annehmen, in ihn eingegliedert werden.<\/p>\n<p><b><strong>4.)\u00a0 Die heilsgeschichtliche Deutung der Christusblindheit Israels<\/strong><\/b><\/p>\n<p>Bei aller Hoffnung auf eine k\u00fcnftige innere Erneuerung des j\u00fcdischen Volks bleibt aber zun\u00e4chst noch die schwierige Frage im Raum, warum ausgerechnet dieses Volk, das wie kein anderes Erkenntnis des Willens Gottes hatte und durch die Schriften des A.T. bestens auf die Ankunft des Messias vorbereitet war, ihn nicht erkannt hat. Paulus bem\u00fcht sich in R\u00f6m 9-11 redlich um eine Antwort. Im Wesentlichen ist sie dreigeteilt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Israel hat das Evangelium nicht verstanden (10,21). Sie sind zwar eifrig um Gott zu gefallen, aber sie haben keine wirkliche Gotteserkenntnis (10,2). Ihr Unverst\u00e4ndnis hat seinen Grund darin, dass sie wegen ihres Gesetzesgehorsams von Gott angenommen werden wollen und nicht aus der freien Gnade Gottes, wie er sie im Evangelium verk\u00fcndigen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Denen, die das Evangelium verwerfen, gibt Gott einen \u201eGeist der Bet\u00e4ubung\u201c, d.h. geistlich blinde Augen und geistlich taube Ohren (11,8). Hier liegt der eigentliche Grund daf\u00fcr, dass im Lauf der Kirchengeschichte immer nur wenige Juden zur Christuserkenntnis gekommen sind. Diese Situation wird so lange andauern, bis Israel aufgrund eines g\u00f6ttlichen Eingreifens sich zu Christus bekehrt (vgl. 2 Kor 3,16).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In der Zwischenzeit wendet Gott sein Heil den V\u00f6lkern zu (11,11). Es erf\u00fcllt sich Jesu Gleichnis von den b\u00f6sen Weing\u00e4rtnern (Mt 21,33-44). \u201eWenn nun der Herr des Weinbergs kommen wird, was wird er mit diesen Weing\u00e4rtnern tun? Sie antworteten ihm: Er wird den B\u00f6sen ein Ende bereiten und seinen Weinberg anderen Weing\u00e4rtnern verpachten, die ihm die Fr\u00fcchte zur rechten Zeit geben\u201c (Mt 21,40 und 41).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer noch leben wir in dieser Zwischenzeit. Man kann sie vielleicht folgenderma\u00dfen kennzeichnen: es ist erstens Gnadenzeit f\u00fcr die V\u00f6lker. Jetzt, hier und heute k\u00f6nnen Menschen aus allen V\u00f6lkern zum lebendigen Glauben an Christus kommen. Es ist zweitens eine Straf- und Wartezeit f\u00fcr Israel. Es erf\u00fcllt sich, was der Prophet Jeremia angek\u00fcndigt hatte: \u201eDu musst innewerden und erfahren, was es f\u00fcr Jammer und Herzeleid bringt, den Herrn, deinen Gott, zu verlassen und ihn nicht zu f\u00fcrchten, spricht Gott, der Herr Zebaoth\u201c (Jer 2,19). Und es ist drittens Bew\u00e4hrungszeit f\u00fcr die Christen. Paulus sagt uns Christen: \u201eLebt als Kinder des Lichts inmitten eines verdorbenen Geschlechts\u201c (Eph 5,8; Phil 2,15).<\/p>\n<p><b><strong>5.)\u00a0 Die unerforschlichen Wege Gottes mit Israel<\/strong><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jemand sagte mir einmal, wenn Israel damals Christus angenommen h\u00e4tte, dann w\u00e4re unsere Weltgeschichte schon damals zum Ziel und zu Ende gekommen und die gro\u00dfe Errettungsaktion Gottes unter den V\u00f6lkern w\u00e4re gar nicht angelaufen. In der Tat: Wir haben es der Christusblindheit zu verdanken, dass wir zum Glauben gekommen sind. Welch ein merkw\u00fcrdiger Umstand. Da wird ein Volk in Blindheit gehalten, damit andere V\u00f6lker sehend werden k\u00f6nnen. Wahrlich, unerforschliche Wege Gottes! In R\u00f6m 11,25 ist die Rede davon, dass \u00fcber Israel solange Verstockung bleiben wird, bis die volle Zahl der Heiden errettet worden ist. Niemand wei\u00df, wann diese von Gott verf\u00fcgte Zahl erreicht ist. Aber wenn einst, w\u00e4hrend der triumphalen Herrschaft des falschen Messias, die beiden Zeugen Gottes (wahrscheinlich Mose und Elia; Offb 11,3ff) die unmittelbar bevorstehende Herrschaft Christi ank\u00fcndigen, \u201ezum Zeugnis gegen alle V\u00f6lker\u201c (Mt 24,14), dann ist es soweit, dann geht die Gnadenzeit f\u00fcr die V\u00f6lker zu Ende (Lk 21,24 wird sie \u201edie Zeiten der Heiden\u201c genannt).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann wendet sich Gottes Gnade wieder seinem Auserw\u00e4hlungsvolk Israel zu. \u201eIch habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit gro\u00dfer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der Herr, dein Erl\u00f6ser\u201c (Jes 54,7 und 8). In R\u00f6m 11,12 ist davon die Rede, dass es f\u00fcr Israel ein \u201ePleroma\u201c geben wird, die volle Erkenntnis Christi. Damit sind wir bei den ber\u00fchmten Steigerungss\u00e4tzen in R\u00f6m 11,12 und 15. In w\u00f6rtlicher \u00dcbersetzung hei\u00dft der im Urtext sehr abgek\u00fcrzte V. 12 \u201eWenn aber schon ihr Fehltritt f\u00fcr die Menschheit geistlichen Reichtum und ihr Zur\u00fcckgehaltenwerden geistlichen Reichtum den Heiden gebracht hat, wieviel mehr (Segen werden die Heiden empfangen, wenn Israel) die volle Christuserkenntnis (empf\u00e4ngt)\u201c. Der Leser ist gespannt, von welch einem \u00fcbergro\u00dfen Segen der Apostel hier spricht. Im ebenfalls abgek\u00fcrzt formulierten V. 15 wird das R\u00e4tsel gel\u00f6st: \u201eWenn schon ihre Ablehnung (Christi) der Welt die Vers\u00f6hnungsbotschaft gebracht hat, was wird dann ihre Annahme (Christi) anderes mit sich bringen als \u201eLeben aus Toten\u201c? Was meint Paulus hier? Es kann hier nur die Auferstehung von den Toten gemeint sein, und zwar, weil der Steigerungssatz einen \u00fcbergro\u00dfen Segen erwarten l\u00e4sst, die Auferstehung des Lebens bzw. die Entr\u00fcckung der Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Israel Christus erkennt und annimmt, dann werden die Ersten die Letzten sein (Mt 19,30). Israel ist der \u201eErstgeborene Gottes\u201c, das Auserw\u00e4hlungsvolk, durch das Gott die Menschheit segnen will. Aber die Auserw\u00e4hlung hat der \u00fcbergro\u00dfen Mehrzahl von ihnen bis jetzt noch keinen Segen gebracht. Aber dann, ganz zuletzt, am Ende dieses \u00c4ons, wenn die Gnadenzeit f\u00fcr die V\u00f6lker abgeschlossen ist, wenn Christus als Richter und ewiger K\u00f6nig wiederkommt, dann wird ein heiliger \u00dcberrest aus Israel Christus erkennen. Dann werden sie den Geist der Gnade und des Gebets empfangen (Sach 12,10) und es wird eine nationale Bu\u00dfe geschehen, wie es sie in Israel noch nie gegeben hat. Sie werden Jes 53 beten. \u201eF\u00fcrwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn f\u00fcr den, der geplagt und von Gott gemartert w\u00e4re. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer S\u00fcnde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihn, auf dass wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt\u201c (Jes 53,4 und 5). Nach 1 Kor 1,22 sucht Israel Wunder. Dann, wenn Christus leibhaft vor ihnen erscheint, werden sie ihn endlich erkennen. Als \u201eLetzte\u201c werden sie dann der Gemeinde Jesu eingegliedert und vom wiederkommenden Christus in den Himmel entr\u00fcckt, ihrer Himmelsb\u00fcrgerschaft entgegen (Phil 3,20 und 21).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber damit sind Gottes Wege mit Israel noch nicht am Ende. Seit der Sinaiverhei\u00dfung (2 Mose 19,5 und 6) sind sie zu einem heiligen und priesterlichen K\u00f6nigsvolk bestimmt. Wenn Christus seine Gerichtshandlungen vollendet hat und sich das Neue Jerusalem auf die Erde gesenkt hat, dann wird sich auch diese gewaltige Verhei\u00dfung erf\u00fcllen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><strong>6.)\u00a0 \u201eGanz Israel wird errettet\u201c (R\u00f6m 11,26)<\/strong><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber diese Aussage wurde schon viel ger\u00e4tselt. Eine rein numerische Auslegung verbietet sich, weil die Frage, wer denn mit \u201eganz Israel\u201c gemeint ist, gar nicht zu beantworten ist. Alle Juden, die jemals gelebt haben? Alle Juden, die z.Zt. der Wiederkunft Jesu leben? Alle Juden, die dann von der Nationalbu\u00dfe ergriffen werden, weil sie Christus erkennen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Naheliegender ist es, den Ausdruck \u201eganz Israel\u201c in Parallele zur \u201eVollzahl der Heiden\u201c zu sehen, die in 11,25 erw\u00e4hnt wird. Auch diese Zahl ist keine Z\u00e4hlzahl, sondern meint alle Heiden, die nach Gottes Ratschluss zur Errettung auserw\u00e4hlt sind. So wird es sich auch bei \u201eganz Israel\u201c verhalten. Es sind alle j\u00fcdischen Menschen, die seit Pfingsten durch den Heiligen Geist zu Kindern Gottes wurden. Wenn der heilige \u00dcberrest aus Israel, der in der endgeschichtlichen Drangsalzeit an der Hoffnung auf den himmlischen Messias festgehalten hat, Christus erkannt und angenommen hat, dann ist \u201eganz Israel\u201c errettet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><strong>7.)\u00a0 &#8222;Gottes Gaben und Berufung k\u00f6nnen ihn nicht gereuen&#8220; (R\u00f6m 11,29)<\/strong><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gottes Strafgerichte sind unbegreiflich. Die langen Straf- und Gerichtszeiten, die Israel im Lauf seiner Geschichte durchlebt und durchlitten hat, sollten dieses Volk nicht zerst\u00f6ren, sondern l\u00e4utern. Um seiner Zusagen willen, die er den Erzv\u00e4tern Israels gegeben hat, h\u00e4lt er ihren Nachkommen die Treue. Er kommt mit Israel zum Ziel. Die Sinaiverhei\u00dfung ist an den Gehorsam Israels gebunden. Israel ist das einzige Volk, das nach dem biblischen Zeugnis eine Ewigkeitsgarantie hat. \u201eDenn wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir Bestand haben, spricht der Herr, so soll auch euer Geschlecht und Name Bestand haben\u201c (Jes 66,22). Im Anschluss an die Gerichtsakte Christi wird es also ein neues Israel geben. Satan ist dann endg\u00fcltig in den Feuersee geworfen (Offb 20,10). Die Menschheit ist erl\u00f6st von jeglicher Verf\u00fchrung. Israel wird ein gehorsames Herz haben. Die dann lebenden V\u00f6lker werden zum Neuen Jerusalem pilgern, um Christus zu suchen und ihm zu huldigen (Offb 21,24-26). Dann sind alle Dinge \u201ezu Gott\u201c, und er ist alles in allem (R\u00f6m 11,36).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.) Die Heilspl\u00e4ne Gottes sind f\u00fcr die menschliche Vernunft unbegreiflich Wer sich mit Gottes Heilspl\u00e4nen besch\u00e4ftigt, begegnet lauter Wundern. 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