{"id":12927,"date":"2015-11-24T13:44:08","date_gmt":"2015-11-24T12:44:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12927"},"modified":"2015-11-24T14:04:48","modified_gmt":"2015-11-24T13:04:48","slug":"theologen-des-kreuzes-und-der-herrlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12927","title":{"rendered":"Theologen des Kreuzes und der Herrlichkeit"},"content":{"rendered":"<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gute Nachricht des Christentums: Es ist keine Religion der Selbsterl\u00f6sung, in der Gott sagt: Schauen wir mal, ob es dem Menschen gelingt, mir zu entsprechen und m\u00f6glichst so zu werden, dass er wirklich liebenswert wird. Nein, Gott <i>macht<\/i> uns, ganz ohne unser Verdienst, zu Geliebten und Liebenswerten. Wann begann die Reformation \u2013 in theologischer Hinsicht? Gew\u00f6hnlich setzt man den Beginn der Erneuerungsbewegung mit Luthers 95 Thesen vom 31. Oktober 1517 an. Darin hatte der Wittenberger Theologieprofessor sicher den Nerv der Zeit getroffen, und das Neue des evangelischen Glaubens war auch schon aufgeblitzt. Dennoch blieb der Luther der Thesen inhaltlich noch weitgehend im Rahmen der damaligen Theologie. Die Kirche Roms h\u00e4tte die Kritik der Thesen durchaus aufnehmen k\u00f6nnen ohne sich dabei dogmatisch grunds\u00e4tzlich zu ver\u00e4ndern.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein halbes Jahr sp\u00e4ter begegnen wir zum ersten Mal dem <i>Reformator<\/i> Luther in der \u00d6ffentlichkeit. Luther geh\u00f6rte dem M\u00f6nchsorden der Augustiner an, und seine Ordensleitung rief ihn zu einer \u00f6ffentlichen Disputation in der Universit\u00e4t Heidelberg auf. Am 26. April 1518 legte Luther seine Lehre in 40 Thesen und ihren Erl\u00e4uterungen dar (<a href=\"http:\/\/www.reformatorischeschriften.de\/Hddisp\/hddisput.html\" target=\"_blank\">28 theologische<\/a>, die wir hier betrachten, und 12 philosophische). Die Disputation und die Thesen sind vor allem deswegen so bedeutsam, weil Luther darin nun einen wirklich erneuerten Glauben vertritt. Auch in der Schrift <i>Zur Erforschung der Wahrheit und zur Tr\u00f6stung der ge\u00e4ngstigten Gewissen<\/i> vom Juni 1518 begegnet uns dann ein \u2018neuer\u2019 Luther.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Disputation, an der auch viele aus der Universit\u00e4t teilnahmen, ging Luther nicht mehr auf die Problematik des Ablasses ein, die noch vor kurzem so im Mittelpunkt stand. Vielmehr behandelte er Kernthemen der Erl\u00f6sungslehre: Gesetz, Werke, Glaube und Gotteserkenntnis und vor allem das Kreuz. Die Begriffe <i>theologia crucis<\/i>, die Theologie des Kreuzes, und im Gegensatz dazu <i>theologia gloriae<\/i>, der Theologie der Herrlichkeit, fallen in den Thesen direkt zwar nicht (Luther spricht immer von den \u201eTheologen des Kreuzes\u201c bzw. der Herrlichkeit). Aber nat\u00fcrlich gilt das Dokument als Hauptquelle der lutherischen Kreuzestheologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Theologieprofessoren reagierten kritisch auf Luthers Vortrag, vor allem junge Mitglieder der Artistenfakult\u00e4t sowie Studenten zeigten dagegen begeisterte Zustimmung und wurden so f\u00fcr den evangelischen Glauben gewonnen. Mehrere sp\u00e4tere Reformatoren nahmen teil wie Johannes Brenz und Martin Bucer, der in einem Brief ausf\u00fchrlich schilderte, wie sehr ihn das Erlebnis beeindruckt hatte.\u00a0Diese in Heidelberg gewonnenen Anh\u00e4nger Luthers entfalteten ihre Wirkung vorwiegend im s\u00fcdwestdeutschen Raum, vor allem in den Reichsst\u00e4dten. Unter ihrem Einfluss wurde hier die Reformation verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig fru\u0308h eingefu\u0308hrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Thesen der Heidelberger Disputation geh\u00f6ren zu den wichtigsten Schriften Luthers, finden heute jedoch leider viel zu wenig Beachtung. Sie haben zwar keinen Bekenntnisstatus gewonnen, sind aber immer noch eine theologische Schatzkiste, die es allerdings zu knacken gilt. Ihr Studium ist f\u00fcr protestantische Theologen und Geistliche bis heute unerl\u00e4sslich. Hier nur ein einf\u00fchrender \u00dcberblick.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u201eDas Gesetz Gottes\u2026 kann den Menschen nicht zur Gerechtigkeit bringen\u201c<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Thesen lassen sich in vier Teile gliedern. 1\u201312 behandeln die <i>guten Werke<\/i>. Hier h\u00e4lt Luther gleich eingangs fest: \u201eDas Gesetz Gottes, die heilsamste Lehre des Lebens, kann den Menschen nicht zur Gerechtigkeit bringen.\u201c (1) Das Gesetz ist gut und von Gott gewollt, aber es ist nicht das Evangelium. Auch die Werke des Menschen bringen uns nicht zur Gerechtigkeit, so These 2. In der folgenden setzt Luther noch einen drauf: \u201eDie Werke der Menschen, wenn sie auch noch so sehr in die Augen fallen und gut zu sein scheinen, m\u00fcssen doch als Tods\u00fcnden gelten. Die Werke der Menschen gl\u00e4nzen nach au\u00dfen, aber innen sind sie verdorben\u201c, weil sie aus Unglauben kommen. \u201eNicht in dem Sinne sind die Werke der Menschen Tods\u00fcnden\u2026, da\u00df sie Verbrechen w\u00e4ren\u201c (5), r\u00e4umt Luther ein. Er betont, dass \u201edie Werke der Menschen Tods\u00fcnden\u201c sind, \u201ewenn sie ohne Furcht in unverf\u00e4lschter und b\u00f6ser Selbstsicherheit getan werden\u2026 Denn wo keine Furcht ist, da ist keine Demut; wo keine Demut ist, da ist Hochmut und da sind Zorn und Gericht Gottes\u201c (8). Was also nach Au\u00dfen gut und moralisch aussieht, kann dennoch S\u00fcnde sein, weil ohne Glauben und Gottesfurcht getan. Im gro\u00dfen Kontrast dazu sind die Werke <i>Gottes<\/i> diejenigen, die \u201enicht in die Augen fallen und schlecht zu sein\u201c scheinen (4). Im Kommentar zur vierten These:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Herr dem\u00fctigt und erschreckt uns durch das Gesetz und den Anblick unserer S\u00fcnde, da\u00df wir uns vor den Menschen und vor uns selbst wie nichts, wie ganz ohne Ansehen vorkommen, ja es wirklich sind. Wenn wir das erkennen und uns dazu bekennen, so haben wir \u2018keine Gestalt noch Sch\u00f6ne\u2019, leben\u2026 in blo\u00dfem Vertrauen auf seine Barmherzigkeit und k\u00f6nnen uns in uns selbst auf nichts berufen als auf S\u00fcnde, Torheit, Tod und H\u00f6lle\u2026 er dem\u00fctigt uns in uns selbst und l\u00e4\u00dft uns verzweifeln, um uns in seiner Barmherzigkeit zu erheben und uns zu Hoffenden zu machen\u2026 Ein solcher Mensch mi\u00dff\u00e4llt sich also in allen seinen Werken, sieht an sich keine Sch\u00f6nheit, sondern nur seine Unansehnlichkeit\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u201eDer freie Wille\u2026 hat nur Macht zum S\u00fcndigen\u201c<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Thesen 13\u201318 geht es um den <i>freien Willen<\/i>; stand zuvor die objektive Seite der Taten im Mittelpunkt, ist es hier nun die subjektive Seite, unsere Motivation. Haben wir Anteil am Heil durch unsere Willensentscheidung? Hier wird inhaltlich schon der Streit mit Erasmus von Rotterdam 1525 vorweggenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wille \u201eist ein Gefangener und ein Sklave der S\u00fcnde. Nicht, da\u00df er nichts ist, sondern da\u00df er nur frei ist zum B\u00f6sen!\u201c (13) Luther zitiert Augustinus: \u201eDer freie Wille ohne die Gnade hat nur Macht zum S\u00fcndigen\u201c. Der Wille wird nicht zu etwas gezwungen, was seiner Natur widerspricht; der Wille ist eben im B\u00f6sen gefangen. Wenn der Mensch nun \u201etut, soviel ihm m\u00f6glich ist\u201c, sein Bestes gibt und wenigstens versucht, dadurch Gerechtigkeit zu erlangen, produziert er am Ende doch nur \u201eTods\u00fcnde\u201c. \u201eDer Mensch, der da meint, er wolle dadurch zur Gnade gelangen, da\u00df er tut, soviel ihm m\u00f6glich ist, h\u00e4uft S\u00fcnde auf S\u00fcnde\u201c (16). Luther widerspricht hier der damaligen Theologen direkt, und nicht zuf\u00e4llig wurde gerade diese These auch in der Bannbulle <i>Exsurge Domine<\/i> verdammt! Im Kommentar zur 16. wird dann das erste Mal eine positive Note angeschlagen und Christus erw\u00e4hnt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas sollen wir denn tun? Sollen wir m\u00fc\u00dfiggehen, weil wir nichts als S\u00fcnde tun k\u00f6nnen? Ich antworte: Nein, sondern h\u00f6re auf diese Worte und dann falle nieder und bitte um Gnade und setze deine ganze Hoffnung auf Christus; in ihm ist unser Heil und Leben und unsere Auferstehung. Denn darum werden wir so belehrt, darum macht uns das Gesetz mit der S\u00fcnde bekannt, damit wir unsere S\u00fcnde erkennen und dann Gnade erbitten und erlangen\u2026 Das Gesetz erniedrigt, die Gnade erh\u00f6ht. Das Gesetz schafft Furcht und Zorn, die Gnade Hoffnung und Erbarmen. Durch das Gesetz n\u00e4mlich erh\u00e4lt man S\u00fcndenerkenntnis, durch Erkenntnis der S\u00fcnde aber erlangt man Demut, und durch die Demut Gnade. So f\u00fchrt Gottes fremdes Werk (<i>opus alienum dei<\/i>) schlie\u00dflich sein eigentliches Werk (<i>opus proprium<\/i>) herbei, indem er den Menschen zum S\u00fcnder macht, um ihn gerecht zu machen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In These 17 greift Luther nun einen Einwand auf: \u201eSo reden, das hei\u00dft nicht, dem Menschen Anla\u00df zur Verzweiflung geben, sondern ihn zur Demut rufen, damit er die Gnade Christi suche. Weiter in der Erl\u00e4uterung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDem\u00fctig k\u00f6nnen aber nicht die sein, die nicht einsehen, da\u00df sie verdammungsw\u00fcrdige S\u00fcnder sind mit S\u00fcnden, die zum Himmel schreien. S\u00fcnde aber wird nicht erkannt au\u00dfer durch das Gesetz\u2026 Solche Predigt der S\u00fcnde oder vielmehr die Erkenntnis der S\u00fcnde und der Glaube an solche Predigt ist Bereitung zur Gnade. Dann n\u00e4mlich beginnt das Verlangen nach Gnade, wenn die S\u00fcndenerkenntnis da ist. Dann erst, wenn er das \u00dcbel seiner Krankheit begreift, verlangt der Kranke nach Medikamenten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzte These in diesem Abschnitt fasst dann zusammen: \u201eGanz gewi\u00df mu\u00df ein Mensch an sich selbst verzweifeln, um f\u00fcr den Empfang der Gnade Christi bereitet zu werden.\u201c (18)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u201eGott in der Niedrigkeit und Schmach seines Kreuzes erkennen\u201c<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 16\u201324 geht Luther nun auf dem bisherigen aufbauend zum \u201eTheologen der Herrlichkeit\u201c und zum \u201eTheologen des Kreuzes\u201c \u00fcber (es ist sicher kein Zufall, dass Luther immer nur von Theolog<i>en<\/i>, nicht von Theolog<i>ie<\/i> spricht; \u201eTheologie der Herrlichkeit\u201c bzw. der Gnade ist daher eine Ableitung). Die Thesen 19\u201321 behandeln die Weise, wie der Theologe arbeitet, 22\u201324 den falschen und richtigen Gebrauch von Weisheit und Gesetz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer ist es nicht wert, ein Theologe genannt zu werden, der Gottes \u2018unsichtbares\u2019 Wesen \u2018durch seine Werke erkennt und versteht\u2019 (R\u00f6m\u00a01,20).\u201c (19) Dies Wesen ist \u201eseine Kraft, seine Gottheit, seine Weisheit, Gerechtigkeit, G\u00fcte\u201c; all das wird in der allgemeinen Offenbarung tats\u00e4chlich erkannt. Doch \u201edie Erkenntnis alles dessen macht nicht w\u00fcrdig und weise.\u201c Derjenige ist ein rechter Theologe \u2013 und damit meint er jeden Menschen als einen, der eine Vorstellung von Gott hat \u2013, \u201eder das, was von Gottes Wesen sichtbar und der Welt zugewandt ist, als in Leiden und Kreuz sichtbar gemacht begreift.\u201c (20) Luther erl\u00e4utert:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas uns zugewandte, sichtbare Wesen Gottes \u2013 d.h. seine Menschlichkeit, Schwachheit, Torheit \u2013 ist dem unsichtbaren entgegengesetzt,\u2026 Weil die Menschen n\u00e4mlich die Erkenntnis Gottes aufgrund seiner Werke mi\u00dfbrauchten, wollte nun Gott aus dem Leiden erkannt werden. Er wollte solche \u2018Weisheit des Unsichtbaren\u2019 durch eine \u2018Weisheit des Sichtbaren\u2019 verwerfen, damit die, die Gott nicht verehrten, wie er in seinen Werken offenbar wird, ihn verehren als den, der in den Leiden verborgen ist\u2026 <i>So reicht es f\u00fcr niemand aus, Gott in seiner Herrlichkeit und Majest\u00e4t zu erkennen, wenn er ihn nicht in der Niedrigkeit und Schmach seines Kreuzes erkennt<\/i>.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luther warnt davor, in die verborgenen Dinge Gottes einzudringen; wir sollen uns an das Offenbarte halten, und dessen H\u00f6hepunkt ist eben das Kreuz. Darin ist Gott zwar \u201ein den Leiden verborgen\u201c, aber dennoch sichtbar und zugewandt. Wir sollen nicht \u00fcber sein Wesen jenseits der Offenbarung spekulieren, sondern ihn <i>dort<\/i> erkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der \u201eTheologe der Herrlichkeit\u201c kennt das Leiden Christi nicht, so in der Erl\u00e4uterung zu These 21. Weiter:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDaher zieht er die Werke dem Leiden, die Herrlichkeit dem Kreuze, die Kraft der Schwachheit, die Weisheit der Torheit und \u00fcberhaupt das Gute dem Schlechten vor. Das sind die, die der Apostel \u2018Feinde des Kreuzes Christi\u2019 (Phil\u00a03,18) nennt. Jedenfalls hassen sie das Kreuz und die Leiden. Sie lieben aber die Werke und ihren Ruhm, und so nennen sie das Gute des Kreuzes schlecht und das Sch\u00e4dliche des Werkes gut.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u201eWer durch Kreuz und Leiden noch nicht zu einem Nichts gemacht ist\u201c<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer Gott abgesehen vom Kreuz erkannt zu haben meint, dessen \u2018Weisheit\u2019 \u201ebl\u00e4ht auf, macht blind und verstockt.\u201c (22) \u201eDenn weil sie das Kreuz nicht kennen und es hassen, m\u00fcssen sie notwendig das Gegenteil lieben, d.h. Weisheit, Ruhm, Macht u.\u00e4. So werden sie durch solche Liebe noch mehr verblendet und verstockt.\u201c In These 24: \u201eNun ist wohl jene Weisheit nicht an sich schlecht, und das Gesetz ist nicht zu fliehen; aber der Mensch mi\u00dfbraucht ohne die Theologie des Kreuzes das Beste zum Schlimmsten.\u201c Hier ist wieder an das Gesetz und die Werke zu denken, die mi\u00dfbraucht werden, um sich zu Gott hochzuarbeiten. In der Erl\u00e4uterung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201ewer noch nicht erniedrigt und durch Kreuz und Leiden zu einem Nichts gemacht ist, der schreibt Werke und Weisheit sich zu, nicht aber Gott und mi\u00dfbraucht so die Gaben Gottes und besudelt sie. Wer aber durch Leiden von seinem ichs\u00fcchtigen Selbst befreit wurde, der schafft nicht mehr selber, sondern wei\u00df, da\u00df Gott in ihm alles wirkt und schafft.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit These 25 geht Luther zum Abschluss \u00fcber und fasst sehr gut zusammen, was all das Gesagte f\u00fcr uns bedeutet: \u201eNicht der ist gerecht, der viel Werke tut, sondern wer ohne Werke viel an Christus glaubt.\u201c Die Gerechtigkeit Gottes wird sich nicht erarbeitet, sondern \u201edurch den Glauben geschenkt\u201c; er zitiert R\u00f6m 1,7 und 10,10. \u201eNicht da\u00df der Gerechte nichts wirke, sondern da\u00df seine Werke ihm keine Gerechtigkeit verschaffen. Vielmehr schafft seine Gerechtigkeit Werke.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch These 26 ist eine sehr gute Zusammenfassung: \u201eDas Gesetz sagt: \u2018Tue das!\u2019, und es geschieht niemals. Die Gnade spricht: \u2018An den sollst du glauben!\u2019, und alles ist schon getan.\u201c In den Erl\u00e4uterungen zu These 27:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSobald Christus durch den Glauben in uns wohnt, bewegt er uns zu Werken durch jenen lebendigen Glauben an seine Werke. Die Werke n\u00e4mlich, die er selbst tut, sind die Erf\u00fcllung von Gottes Geboten und werden uns durch den Glauben geschenkt. Schauen wir sie an, so werden wir zur Nachfolge bewegt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlusspunkt ist These 28: \u201eDie Liebe Gottes findet nicht vor, sondern schafft sich, was sie liebt. Die Liebe des Menschen entsteht nur an dem, was sie liebenswert findet.\u201c Das ist ganz hervorragend gesagt und zeigt, worin die Gute Nachricht des Christentums besteht: Es ist keine Religion der Selbsterl\u00f6sung, in der Gott sagt: Schauen wir mal, ob es dem Menschen gelingt, mir zu entsprechen und m\u00f6glichst so zu werden, dass er wirklich liebenswert wird. Nein, Gott <i>macht<\/i> uns, ganz ohne unser Verdienst, zu Geliebten und Liebenswerten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Holger Lahayne, 24.11.2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Zuerst erschienen auf <a class=\"die\" title=\"Reformation\" href=\"http:\/\/Wann\" target=\"begann\">lahayne.lt<\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gute Nachricht des Christentums: Es ist keine Religion der Selbsterl\u00f6sung, in der Gott sagt: Schauen wir mal, ob es dem Menschen gelingt, mir zu entsprechen und m\u00f6glichst so zu werden, dass er wirklich liebenswert wird. Nein, Gott macht uns, ganz ohne unser Verdienst, zu Geliebten und Liebenswerten. 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