{"id":12839,"date":"2015-11-03T12:27:28","date_gmt":"2015-11-03T11:27:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12839"},"modified":"2015-11-03T12:35:41","modified_gmt":"2015-11-03T11:35:41","slug":"naechstenliebe-statt-lebensunwertes-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12839","title":{"rendered":"N\u00e4chstenliebe statt \u201elebensunwertes Leben&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung verboten sein muss.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;[Der Arzt] soll und darf nichts anderes thun, als Leben erhalten, ob es ein Gl\u00fcck oder Ungl\u00fcck sei, ob es Werth habe oder nicht, dies geht ihn nichts an, und ma\u00dft er sich einmal an, diese R\u00fccksicht mit in sein Gesch\u00e4ft aufzunehmen, so sind die Folgen unabsehbar, und der Arzt wird der gef\u00e4hrlichste Mensch im Staate.&#8220; (Christoph Wilhelm Hufeland, 1762\u20131836)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Es gibt kein gutes T\u00f6ten.&#8220;\u00a0 (Prof. Dr. Robert Spaemann)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;\u00c4rztinnen und \u00c4rzte haben Sterbenden unter Wahrung ihrer W\u00fcrde und\u00a0 unter Achtung ihres Willens beizustehen. Es ist ihnen verboten, Patientinnen und Patienten auf deren Verlangen zu t\u00f6ten. Sie d\u00fcrfen keine Hilfe zur Selbstt\u00f6tung leisten.&#8220; (\u00a7 16 der Muster-Berufsordnung der Bundes\u00e4rztekammer)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Grundlagen der Diskussion<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die Geburt entzieht sich der Tod unserer Beherrschbarkeit.<br \/>\nEin Sterben nach schmerzhafter Krankheit wird gef\u00fcrchtet.<br \/>\nEin fr\u00fcher oder pl\u00f6tzlicher Tod wird als unangemessen empfunden.<br \/>\nEine Selbstt\u00f6tung ist schockierend und traumatisierend f\u00fcr die Umgebung.<!--more--><br \/>\nF\u00fcr diese Notlagen versprechen \u201eSterbehilfe\u201c-Bef\u00fcrworter eine L\u00f6sung: Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung (\u201eAssistierter Suizid\u201c).<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Zum selbstbestimmten Zeitpunkt,<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>vor unertr\u00e4glicher Leidenszeit,<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>mit informierten Angeh\u00f6rigen,<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">durch \u00e4rztliche oder sonstige Mitwirkung \u201esicher\u201c das eigene Leben beenden zu k\u00f6nnen, soll eine neue Etappe \u201ehumanen Fortschritts\u201c bedeuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Debatte der letzten Jahre ist aus der Tabuzone ins Bewusstsein der \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckt worden:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Selbstt\u00f6tung ist per se nicht strafbar, \u201eT\u00f6tung auf Verlangen\u201c ist es aus gutem Grund sehr wohl.<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Auch die Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung ist in Deutschland bisher nicht strafbar.<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Beihilfe zum Suizid wird bereits praktiziert, von Organisationen und Einzelpersonen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Bereich muss gesetzlich geregelt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Die alternativen Gesetzentw\u00fcrfe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im November 2015 m\u00f6chte der Deutsche Bundestag ein Gesetz zur Neuregelung der Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung beschlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgende Gesetzentw\u00fcrfe stehen derzeit zur Wahl, die Unterstreichungen zeigen die Ausrichtung:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>K\u00fcnast\/Sitte\/Gehring<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entwurf eines Gesetzes \u00fcber die <u>Straffreiheit <\/u>der Hilfe zur Selbstt\u00f6tung <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/18\/053\/1805375.pdf\">dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/18\/053\/1805375.pdf<\/a><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Hintze\/Reimann\/Lauterbach<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der <u>\u00e4rztlich begleiteten <\/u>Lebensbeendigung <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/18\/053\/1805374.pdf\">dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/18\/053\/1805374.pdf<\/a><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Brand\/Griese<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entwurf eines Gesetzes zur Strafbarkeit der <u>gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen <\/u>F\u00f6rderung der Selbstt\u00f6tung <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/18\/053\/1805373.pdf\">dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/18\/053\/1805373.pdf<\/a><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Sensburg\/D\u00f6rflinger\/H\u00fcppe<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entwurf eines Gesetzes \u00fcber die <u>Strafbarkeit <\/u>der Teilnahme an der Selbstt\u00f6tung <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/18\/053\/1805376.pdf\">dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/18\/053\/1805376.pdf<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konsens besteht dar\u00fcber, dass Selbstt\u00f6tungen nicht w\u00fcnschenswert sind und sowohl die Palliativmedizin (schmerzstillende medizinische Versorgung und Begleitung am Lebensende) als auch die Suizidpr\u00e4vention deutlich ausgebaut werden sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch unterscheiden sich die Gesetzentw\u00fcrfe teilweise erheblich, insbesondere in den m\u00f6glichen unerw\u00fcnschten Folgen. Das absichtlich Ungeregelte w\u00e4re dann vom Staat ausdr\u00fccklich legalisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die absehbaren Konsequenzen verdeutlichen, warum nur ein vollst\u00e4ndiges Verbot der Beihilfe zur n\u00f6tigen Lebens- und Rechtssicherheit f\u00fcr alle B\u00fcrger f\u00fchrt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a03. Die problematischen Folgen<\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wenn die Beteiligung an einem Suizid grunds\u00e4tzlich straffrei gestellt wird, dann haben wir das Maximum an Entsolidarisierung mit Suizidgef\u00e4hrdeten erreicht.<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wenn nur die Werbung eingeschr\u00e4nkt wird, ansonsten aber \u201eSterbehilfe\u201c-Organisationen freie Hand haben, dann entwickelt sich der \u201eMarkt\u201c kr\u00e4ftig weiter.<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wenn nur gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfige, also auf Wieder-holung angelegte Beihilfe verboten wird, egal, ob gewinnorientiert oder \u201egemeinn\u00fctzig\u201c, dann wird in voller Absicht jegliche andere Form der Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung freigegeben, also auch durch \u00c4rzte und nahestehende Personen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wenn die \u00e4rztliche Mitwirkung bei der Selbst-t\u00f6tung als Mittel der Wahl \u201ein seltenen Einzelf\u00e4llen\u201c erlaubt wird, dann wird der \u00e4rztliche Auftrag \u2013 zu heilen und nicht zu schaden \u2013ins Gegenteil verkehrt.<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wenn Angeh\u00f6rige und nahestehende Personen, also auch Pflegekr\u00e4fte, ebenfalls zu T\u00f6tungsassistenten werden d\u00fcrfen, dann sind nicht nachpr\u00fcfbare Todesf\u00e4lle vorprogrammiert.<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wenn man glaubt, er werden nur Todkranke im Einzelfall von der Suizidm\u00f6glichkeit Gebrauch machen, dann verleugnet man die Erfahrungen aus Nachbarl\u00e4ndern.<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wenn die Vernichtung des Suizidwilligen als Akt der Selbstbestimmung verherrlicht wird, dann unterst\u00fctzt man in Wahrheit das Lebensunwert-Urteil eines Verzweifelten.<\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wenn die Beihilfe zum Suizid erm\u00f6glicht wird, dann wird die in Wirklichkeit nur minimal andere<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">T\u00f6tung auf Verlangen mit kurzem Abstand folgen \u2013 schon aus Gr\u00fcnden der \u201eNichtdiskriminierung\u201c von Gel\u00e4hmten oder zur Vollendung eines misslingenden Suizids.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die maximale Gewaltanwendung (Mitwirkung beim T\u00f6ten) zur Gewissensentscheidung des T\u00f6tungshelfers bzw. Arztes wird, dann kapituliert der Rechtsstaat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Darum:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur ein einfaches, strafbewehrtes Verbot der Mitwirkung bei der Selbstt\u00f6tung sch\u00fctzt vor einzelnen Angeh\u00f6rigen, nahestehenden Personen, \u00c4rzten und Pflegekr\u00e4ften sowie organisierten Sterbehelfern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die humane Antwort auf berechtigte Sorgen kann niemals das t\u00f6dliche Medikament sein, sondern nur der maximale Ausbau von Suizidpr\u00e4vention, Palliativmedizin und mitmenschlicher Begleitung!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>N\u00e4chstenliebe statt \u201elebensunwertes Leben\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer die Liberalisierung der Beihilfe zum Suizid vorantreibt und dies mit N\u00e4chstenliebe begr\u00fcndet, bejaht die Normalisierung des T\u00f6tens!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur der Gesetzentwurf Sensburg\/D\u00f6rflinger\/H\u00fcppe verhindert umfassend die Suizidf\u00f6rderung und erh\u00e4lt das Vertrauen in die ungeteilte F\u00fcrsorge durch \u00c4rzte und Pflegepersonal<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Einzelaspekte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Menschenw\u00fcrde<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschenw\u00fcrde kann uns niemand nehmen, auch nicht wir selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschenw\u00fcrde steht dem Menschen allein durch seine Existenz zu. Aus dieser W\u00fcrde leitet sich die Schutzverpflichtung f\u00fcr das menschliche Leben ab. Da wir das Menschsein niemals verlieren, k\u00f6nnen uns auch keine Umst\u00e4nde die W\u00fcrde unseres Lebens nehmen. Dies schlie\u00dft ein: Wir d\u00fcrfen auch durch unser (Weiter-)Leben anderen zur Last fallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Selbstbestimmung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grenzenlose Selbstbestimmung verkennt die Bedingungen unserer Autonomie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Zeugung, das Auftreten mancher Erkran-kung, ein Komazustand und schlie\u00dflich der Tod entziehen sich unserem Wunsch nach eigener Entscheidungshoheit. \u201eMein Ende geh\u00f6rt mir\u201c ist eine Parole jenseits aller Lebenswirklichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 T\u00f6tungshemmung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niemand darf von seinen Mitmenschen Hilfe bei der Selbstt\u00f6tung erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Verbot, einen anderen Menschen zu t\u00f6ten oder bei der T\u00f6tung mitzuwirken, ist grundlegend f\u00fcr eine humane Gesellschaft. Niemand darf erwarten, dass dieses Prinzip aufgegeben wird, um den eigenen Todeswunsch zu erf\u00fcllen. Dies gilt auch, wenn der \u201eHelfer\u201c meint, dies zeitweise mit seinem Gewissen vereinbaren zu k\u00f6nnen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Lebensrettung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lebensrettung muss Pflicht bleiben \u2013 immer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Menschenw\u00fcrde folgt die Schutzw\u00fcrdigkeit jedes menschlichen Lebens. Dieser Schutz muss auch f\u00fcr die j\u00e4hrlich ca. 100.000 lebensm\u00fcden Menschen in Deutschland gelten. (Etwa 10.000 Suizide werden jedes Jahr erfolgreich ausgef\u00fchrt.) Einer Gesellschaft, der diese Pflicht verloren geht, gibt die Verantwortung und F\u00fcrsorge f\u00fcreinander auf, Suizidpr\u00e4vention wird ad absurdum gef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Rolle des Arztes<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4rzte m\u00fcssen am T\u00f6tungsverbot festhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angeblich sind aber \u00fcber 30 % bei Sanktionsfreiheit zu T\u00f6tungshandlungen bereit. Das Vertrauensverh\u00e4ltnis zwischen Arzt und Patient w\u00fcrde nachhaltig gest\u00f6rt und durch Misstrauen ersetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Solidarische Gesellschaft<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus der M\u00f6glichkeit kann eine Pflicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut Umfrage hat die Mehrheit der Menschen Angst, den Angeh\u00f6rigen in einem langen Sterbe-prozess zur Last zu fallen. Wird die Selbstt\u00f6tung zur normalen Option, so wird aus der M\u00f6glichkeit eine gef\u00fchlte Verpflichtung gegen\u00fcber Angeh\u00f6rigen und einer Gesellschaft in Finanz- und Personal-n\u00f6ten werden. Suizidbeihilfe ist eine zynische Teilantwort auf die demografische Krise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Gesetze in Europa<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein vollst\u00e4ndiges Verbot ist sehr wohl m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zahlreiche europ\u00e4ische Staaten \u2013 u.a. England, Finnland, \u00d6sterreich, Portugal \u2013 zeigen, dass ein vollst\u00e4ndiges Verbot selbstverst\u00e4ndlich m\u00f6glich, sinnvoll und suizidhemmend ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Erfahrungen in Nachbarl\u00e4ndern<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung ist das Einfallstor f\u00fcr Euthanasie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Nachbarl\u00e4ndern wissen wir, dass Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung auf \u201eechte\u201c Euthanasie hinauslaufen wird. Wenn ein Arzt die t\u00f6dlichen Medikamente bereitstellen soll, wird niemand verstehen, warum er sie nicht auch gleich verabreichen darf. Die Zahl der \u201efreiverantwortlichen\u201c Sterbewilligen steigt \u00fcberall rasant an, auch wenn die Todesfall-Statistik einen \u201enat\u00fcrlichen Tod\u201c bescheinigt (laut Totenschein in den Niederlanden).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Erfahrungen mit Todeswilligen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sterben nicht die Vorgesehenen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach den Erfahrungen auch in Deutschland sind es nicht die wenigen alten Schmerzpatienten, die sterben wollen, sondern weit \u00fcberwiegend j\u00fcngere, psychisch Kranke, die Angst vor der weiteren Krankheitsentwicklung haben und bei entsprechender Behandlung weiterleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Suizidforschung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschen, die den Lebensmut verloren haben, wollen ihr Leid beenden, nicht ihr Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschen die sich umbringen wollen, brauchen unsere Hilfe, um weiterleben zu k\u00f6nnen. Suizide geschehen zu 90 % aufgrund von Depressionen, die behandelt werden k\u00f6nnen. Der Suizidhelfer verhilft dem Lebensm\u00fcden nicht zur ersehnten Linderung und Heilung, sondern zerst\u00f6rt vorschnell die Grundlage seiner Autonomie, das Leben selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Euthanasie<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer definiert \u201eunwertes Leben\u201c?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer das grunds\u00e4tzliche Verbot aufgibt und ein Teilverbot will, muss zwingend Kriterien finden, um die \u201egesellschaftlich genehmigten\u201c und die \u201eunerw\u00fcnschten\u201c Suizide unterscheiden zu k\u00f6nnen, was im Sinne einer konsequent angewandten Selbstbestimmung unm\u00f6glich ist. Es f\u00e4llt eine Schranke nach der anderen: Altersbeschr\u00e4nkun-gen, Krankheitsbilder, unumkehrbarer Verlauf, Ausschluss psychischer Krankheiten, Demenz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Nachbarl\u00e4ndern wurden bereits behinderte Babies und langj\u00e4hrig Inhaftierte \u201eeuthanasiert\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Missbrauch<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erlaubte Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung \u00f6ffnet dem Missbrauch T\u00fcr und Tor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die legale Beihilfe zum Suizid wird zu ungeahnten M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Vertuschung von h\u00e4uslicher Gewalt und Mord f\u00fchren. Angeh\u00f6rige und Nahestehende sind nicht frei von Eigeninteressen \u2013 dazu geh\u00f6rt nicht nur das Erben, sondern vor allem das \u201eNicht-mehr-mit-ansehen-k\u00f6nnen\u201c. Selbst bei der \u201elegalen\u201c Anwendung in Belgien und den Niederlanden sterben immer mehr nichteinwilligungsf\u00e4hige Patienten an ihrem \u201emutma\u00dflichen\u201c Willen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u25a0\u00a0 Palliativmedizin<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer Leid minimieren will ohne Menschen zu t\u00f6ten, muss die Palliativmedizin ausbauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den allermeisten F\u00e4llen k\u00f6nnen die bef\u00fcrchteten Schmerzen, Atemnot und Angstzust\u00e4nde erheblich reduziert werden. F\u00fcr die \u201eBehandlungsoption T\u00f6tung\u201c gibt es keine medizinische Indikation.<\/p>\n<p>_____________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bundesverband Lebensrecht e. V. (BVL)<br \/>\nFehrbelliner Stra\u00dfe 99 \u00b7 10119 Berlin<br \/>\nTel. (030) 644 940 39 \u00b7 Fax (030) 440 588 67<br \/>\ninfo@bv-lebensrecht.de \u00b7 www.bv-lebensrecht.de<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorstand: Martin Lohmann (Vorsitzender), Odila Carbanje, Dr. Claudia Kaminski, Manfred Libner, Rolf Trauernicht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Faltblatt des BVL, N\u00e4chstenliebe statt &#8222;unwertes Leben&#8220; &#8211; Warum Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung verboten sein muss, 2015. <a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/bvl_flyer_suizidbeihilfe_web.pdf\">Das Faltblatt kann hier heruntergeladen werden.<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mit der <strong>vorbereiteten Postkarte<\/strong> k\u00f6nnen Sie sich an den Abgeordneten Ihres Wahlreises wenden:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Postkarte_Vorderseite.pdf\">Postkartenvordruck Vorderseite<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Postkarte_Rueckseite.pdf\">Postkartenvordruck R\u00fcckseite<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/bvl_mdb_suizidbeihilfe.pdf\">Liste der MdB.<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">_________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Literaturhinweise<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rainer Beckmann, Claudia Kaminski, Mechthild L\u00f6hr (Hrsg.),<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt kein gutes T\u00f6ten. Acht Pl\u00e4doyers gegen Sterbe-hilfe. Mit Beitr\u00e4gen von Axel W. Bauer, Rainer Beckmann, Kerstin Kurzke, Gerbert van Loenen, Andreas Lombard, Stephan Sahm, Robert Spaemann, Manfred Spieker. Waltrop\/Leipzig 2015. ISBN 978-3-944872-17-9<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas S\u00f6ren Hoffmann, Marcus Knaup (Hrsg.), Was hei\u00dft: In W\u00fcrde sterben? Wider die Normalisierung des T\u00f6tens. Berlin\/Heidelberg\/Wiesbaden 2015. ISBN 978-3-658-09777-6<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fachtagung \u201eDu sollst nicht t\u00f6ten \u2026 lassen \u2013 Grenzen der Selbstbestimmung\u201c zur Woche f\u00fcr das Leben 2015. Dokumentation: <a href=\"http:\/\/fachtagung.bv-lebensrecht.de\/\">www.bv-lebensrecht.de\/fachtagung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung verboten sein muss. &#8222;[Der Arzt] soll und darf nichts anderes thun, als Leben erhalten, ob es ein Gl\u00fcck oder Ungl\u00fcck sei, ob es Werth habe oder nicht, dies geht ihn nichts an, und ma\u00dft er sich einmal an, diese R\u00fccksicht mit in sein Gesch\u00e4ft aufzunehmen, so sind die Folgen unabsehbar, und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":349,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,8,24],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12839"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/349"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12839"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12839\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12859,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12839\/revisions\/12859"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12839"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12839"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12839"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}