{"id":12830,"date":"2015-11-02T07:29:55","date_gmt":"2015-11-02T06:29:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12830"},"modified":"2015-11-02T07:47:30","modified_gmt":"2015-11-02T06:47:30","slug":"fuehrt-das-biblische-christentum-zum-aufbluehen-einer-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12830","title":{"rendered":"F\u00fchrt das biblische Christentum zur Bl\u00fcte einer Kultur?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Edikt von Potsdam und das Erstarken Preu\u00dfens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor 430 Jahren im Sp\u00e4therbst des Jahres 1685 erlie\u00df der Gro\u00dfe Kurf\u00fcrst Friedrich Wilhelm von Brandenburg das Edikt von Potsdam. Er reagierte damit auf die Hugenottenverfolgungen, die im Frankreich Ludwigs XIV. nach dem Erlass des Edikts von Fontainebleau am 18. Oktober 1685, ihren H\u00f6hepunkt fanden. Etwa 20.000 hugenottische Protestanten kamen als oftmals hochqualifizierte Fl\u00fcchtlinge nach Brandenburg. Es waren Menschen, die Glauben und Leben konsequent an der Bibel ausrichteten und bereit waren, f\u00fcr ihr Bekenntnis harte Verfolgung, Tod oder Vertreibung auf sich zu nehmen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinen \u201eDenkw\u00fcrdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg\u201c schrieb Friedrich der Gro\u00dfe \u00fcber das Edikt von Potsdam: \u201eLudwig XIV. widerrief das Edikt von Nantes, worauf mindestens 400.000 Franzosen ihr Vaterland verlie\u00dfen. Die Reichsten gingen nach England und Holland; die \u00c4rmeren, aber Betriebsamsten fl\u00fcchteten ins Brandenburgische; ihre Zahl betrug gegen 20.000. Sie halfen unsre ver\u00f6deten St\u00e4dte wieder bev\u00f6lkern und verschafften uns die Manufakturen, welche uns mangelten. Alle diese Waren lieferte uns der Kunstflei\u00df der Franzosen. In Berlin siedelten sich Goldschmiede, Juweliere, Uhrmacher und Bildhauer an. Die Franzosen, welche sich auf dem flachen Land niederlie\u00dfen, bauten Tabak an und zogen treffliche Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse auf dem Sandboden, den sie durch ihren Flei\u00df in treffliches Fruchtland umwandelten.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist heute allgemein anerkannt, dass diese biblisch-reformatorisch bzw. calvinistisch gepr\u00e4gten Christen Leistungstr\u00e4ger &#8211; eigentlich Segenstr\u00e4ger &#8211; der preu\u00dfischen Gesellschaft wurden. In allen Bereichen der Gesellschaft, also in Bildung, Wirtschaft, Politik, Kunst und Literatur, trugen sie ma\u00dfgeblich zum wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg Preu\u00dfens bei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Israel unter den K\u00f6nigen David und Salomo<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte den Blick noch weiter in die Vergangenheit richten. Israel erlebte unter den K\u00f6nigen David und Salomo eine in der Geschichte Israels beispiellose Erfolgsgeschichte. Aus dem unscheinbaren Stammesverband erwuchs v\u00f6llig unerwartet eine machtvolle Kulturnation. Unter David hatte Israel seine gr\u00f6\u00dften milit\u00e4rischen Erfolge gefeiert und war zu einer starken Regionalmacht geworden. David konnte seinem Nachfolger ein innen- und au\u00dfenpolitisch gut aufgestelltes K\u00f6nigreich \u00fcbergeben. W\u00e4hrend der Herrschaft Salomos bl\u00fchte Israel geradezu auf. Nicht nur der Tempel mit seiner au\u00dfergew\u00f6hnlichen Sch\u00f6nheit, sondern viele andere \u00f6ffentliche und private Pal\u00e4ste und Geb\u00e4ude wurden errichtet. Israel unterhielt rege Handelsbeziehungen mit dem Ausland. Handelsschiffe importierten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen. Pferde und Streitwagen wurden in \u00c4gypten verkauft und an andere Nationen weiterverkauft. Tributpflichtige Nationen zahlten hohe Abgaben und mehrten den Reichtum Israels. Salomo dichtete und schrieb, und seine Weisheit erlangte Ruhm auf dem internationalen Parkett. Das Urteil der K\u00f6nigin von Saba \u00fcber den K\u00f6nigshof in Jerusalem ist bezeichnend: \u201eUnd siehe, nicht die H\u00e4lfte hat man mir gesagt. Du hast mehr Weisheit und G\u00fcter, als die Kunde sagte, die ich vernommen habe\u201c (1 K\u00f6nige 10,7).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie kam es zu diesem ungeheuren Aufstieg und der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bl\u00fcte Israels? Die Bibel macht deutlich, dass hier ein direkter Zusammenhang zwischen dem Glauben an den lebendigen Gott, dem Befolgen seiner Gebote und dem Einhalten der Bundesverpflichtung einerseits und dem Erfolg oder Misserfolg der Nation besteht. Befolgte Israel unter F\u00fchrung seines K\u00f6nigs die Bundesverpflichtungen, w\u00fcrde Gott sein Volk in jeder Hinsicht &#8211; politisch, wirtschaftlich, kulturell &#8211; segnen. Sobald Israel sich von Gott abwandte, w\u00fcrde es den Fluch, Schaden und Misserfolg auf sich ziehen. So war es in 5 Mose 28 angek\u00fcndigt worden, und so erf\u00fcllte es sich in der Geschichte. Als Salomo sich von Gott abwandte und den G\u00f6tzendienst im Lande f\u00f6rderte, leitete er den Abstieg Israels ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist Kultur?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese zwei Beispiele aus der Geschichte sollen zun\u00e4chst gen\u00fcgen, um aufzuzeigen, dass ein direkter Bezug zwischen Glaube und kultureller Entwicklung besteht. Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich allerdings erst einmal kl\u00e4ren, was Kultur ist:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das lateinische Wort cultura stammt ab vom Verb colere, das \u00fcbersetzt wird mit pflegen, urbarmachen oder ausbilden. In der deutschen Sprache bezeichnet der Begriff von Anfang an die Kultivierung des Landes und \u201edie Pflege der geistigen G\u00fcter\u201c. Es ist der Mensch, der durch sein sch\u00f6pferisches Wirken Kultur hervorbringt. Mit dem Begriff Kultur beschreiben wir die F\u00e4higkeit, Land zu kultivieren (bearbeiten, gestalten, Ertrag und \u00c4sthetik), ein (friedliches) Gemeinwesen zu organisieren, das Miteinander zu gestalten, die Welt zu erforschen, Wissen zu sammeln und nutzbarzumachen, Kunstfertigkeiten und Techniken zu beherrschen (Rechnen, Schreiben, Lesen) und sich k\u00fcnstlerisch auszudr\u00fccken (Musik, Malerei, Literatur).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sei hinzugef\u00fcgt, dass es unterschiedliche Kulturbegriffe und Deutungen von Kultur gibt. Es ist auch klar, dass es Hochkulturen z. B. in China oder \u00c4gypten mit kulturellen Errungenschaften gab, die unabh\u00e4ngig von dem Glauben an den Gott der Bibel entstanden sind. Auch ist es durch die Geschichte hindurch immer wieder zu einem Missbrauch des Christentums gekommen, so dass die kulturelle Entwicklung im Namen des Christentums eher verlangsamt und behindert wurde, anstatt sie zu f\u00f6rdern. Und dennoch werden wir sehen, dass der Glaube an den Dreieinigen Gott in besonderer Weise zum Aufbl\u00fchen einer Kultur beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1 Der Missionsauftrag und die Verbreitung von Sprache und Bildung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1 Der Missionsauftrag <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus Christus gab seinen J\u00fcngern einen Missionsauftrag mit globaler Perspektive: \u201eGeht hin und machet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker. Taufet sie auf den Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten, alles, was ich euch befohlen habe\u201c (Mt 28,19-20). Die J\u00fcnger sollten zu allen V\u00f6lkern der Erde und zu allen Menschen gehen und sollten sie lehren, die Worte Jesu zu verstehen und anzuwenden. Um diesen Auftrag zu erf\u00fcllen, mussten zun\u00e4chst Sprachen erforscht, alphabetisiert und die Bibel \u00fcbersetzt werden. Viele Volks- und Sprachgruppen erhielten erst durch Missionare ihr eigenes Alphabet, ihre erste eigene Bibel und in der Folge den Zugang zu komplexeren Gedankengeb\u00e4uden und einer umfassenden Bildung. Zwangsl\u00e4ufig ging mit dem Missionsauftrag also auch ein Bildungsauftrag einher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2 Die Hmar im Grenzgebiet von Indien und Burma<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im 19. Jahrhundert waren die Hmar in Indien gef\u00fcrchtete Kopfj\u00e4ger. Ihre Kultur war gepr\u00e4gt von Elend, Schmutz, Analphabetismus, Gewalt, Mangelern\u00e4hrung, Geisterglaube, der Angst vor D\u00e4monen und M\u00e4chten. Ein walisischer Gesch\u00e4ftsmann und Missionar sandte diesem Volk im Jahr 1909 eine Bibel in der Lushai-Sprache. Der H\u00e4uptling der Hmar lie\u00df dem Missionar mitteilen, dass er mehr \u00fcber dieses Buch wissen wolle. Dieser folgte der Einladung und erkl\u00e4rte den Hmar das Evangelium. Einige Hmar kamen zum Glauben. Eine Familie schickte ihren Sohn Rochunga auf eine 160 km weit entfernte Schule mit folgender Begr\u00fcndung: \u201eDu musst lernen und f\u00fcr uns die Bibel \u00fcbersetzen\u201c. Rochunga studierte sp\u00e4ter am St. Pauls College in Kalkutta, dann an der Universit\u00e4t von Allahabad und lernte die Originalsprachen der Bibel in Glasgow. Dort begann er mit der \u00dcbersetzung der Bibel in die Hmar-Sprache. 1958 kehrte er mit dem vollst\u00e4ndig \u00fcbersetzten Neuen Testament zur\u00fcck. Die erste Auflage des NT war sofort vergriffen. Rochunga gr\u00fcndete zun\u00e4chst neun Dorfschulen, wo Hmar-Sch\u00fcler lesen und schreiben lernten, um die Bibel lesen zu k\u00f6nnen. 85 weitere Schulen, in denen biblische Inhalte vermittelt wurden, ein College und ein Krankenhaus wurden gegr\u00fcndet. Heute sind 85 % der Hmar alphabetisiert (in Indien liegt der Alphabetisierungsgrad bei unter 60 %). Heute sind nach Angaben von Wikipedia 98,58 % der Hmar Christen. Die Kopfjagd gibt es bei den Hmar nicht mehr. Die von Hmar-Christen gegr\u00fcndete Organisation \u201eBibles for the world\u201c verschickt Bibeln in viele L\u00e4nder der Erde. Von den Schulen der Hmar sind seither eine Reihe von Botschaftern, Staatssekret\u00e4ren, Polizeichefs, Beamten, \u00c4rzten, Rechtsanw\u00e4lten, Ingenieuren, Professoren und Pastoren hervorgegangen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hmar sind ein noch sehr junges und aktuelles Beispiel daf\u00fcr, wie das Evangelium und die Bibel eine Volksgruppe ver\u00e4ndern kann. Durch das Evangelium entsteht eine Leidenschaft f\u00fcr die Bibel. Diese Leidenschaft ist Antrieb f\u00fcr das Erlernen der eigenen Sprache, der Schaffung einer eigenen Schrift und der \u00dcbersetzung der Bibel. Es wird Lesen gelernt, um die Bibel lesen zu k\u00f6nnen. Dadurch entsteht ein Schul- und Bildungswesen. Gewisserma\u00dfen als Kollateralgewinn entsteht der Zugang zu weiterf\u00fchrender Literatur und anderen Wissensgebieten. Mehr Bibel f\u00fchrt zu mehr Bildung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.3 Bibel und Bildung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch in der europ\u00e4ischen Geschichte h\u00e4ngen Bibel und Bildung ganz eng miteinander zusammen. Als Karl der Gro\u00dfe in seinem Frankenreich Schulen gr\u00fcndete, waren diese Bildungseinrichtungen keine s\u00e4kularen, sondern christliche Bildungseinrichtungen, die an Kirchen und Kl\u00f6ster angegliedert waren: \u201eWahrscheinlich im Jahre 787 verf\u00fcgte er, dass an allen bisch\u00f6flichen Kirchen wie in allen Kl\u00f6stern Schule gehalten werden sollte&#8230;Lesen, Schreiben und Singen waren Lehrf\u00e4cher und die Sprache, deren Kenntnis vermittelt wurde, das Latein.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das englische Sonntagsschulwesen, das von Robert Raikes (1735-1811) angesto\u00dfen wurde, sollte es Kindern aus den untersten Gesellschaftsschichten erm\u00f6glichen, Lesen und Schreiben zu lernen. Am Sonntag mussten diese Kinder nicht arbeiten, so dass man ihnen mit ehrenamtlichen Helfern und anhand biblischer Geschichten und Inhalte Lesen und Schreiben beibrachte. 1831 besuchten bereits 25% der 1,25 Millionen britischen Kinder eine Sonntagsschule.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die amerikanischen Eliteuniversit\u00e4ten sind Gr\u00fcndungen der biblisch-reformatorisch ausgerichteten Pilgerv\u00e4ter. Und nat\u00fcrlich sind auch Oxford und Cambridge ohne ihre christliche Wurzeln nicht denkbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf einer Reise durch Siebenb\u00fcrgen stie\u00df ich ebenfalls auf diese enge Symbiose von Bibel und Bildung. In Kronstadt (Brasov) lebte und wirkte der Siebenb\u00fcrger Reformator Johannes Honterus (1498-1549), der mit Martin Luther im Briefkontakt stand und ma\u00dfgeblich an der Einf\u00fchrung der Reformation in Siebenb\u00fcrgen beteiligt war. Diese setzte sich in Siebenb\u00fcrgen in den Jahren 1542-1550 durch. Das Honterusdenkmal an der Schwarzen Kirche in Kronstadt erinnert an das von Honterus verfasste Reformationsb\u00fcchlein sowie die von ihm eingef\u00fchrte Schulordnung. Siebenb\u00fcrgen bietet ausreichend Anschauungsmaterial f\u00fcr den unaufl\u00f6slichen Zusammenhang zwischen Evangeliumsverk\u00fcndigung und Bildung. Typischerweise findet man in Siebenb\u00fcrger St\u00e4dten und Ortschaften das evangelische Schulhaus in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der weltweite Alphabetisierungsindex kennzeichnet den Alphabetisierungsgrad aller Nationen. Die Nationen mit einem Grad von \u00fcber 97 % sind weitgehend Nationen mit einer christlichen Pr\u00e4gung und Vergangenheit.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2 Biblische Arbeitsethik und wirtschaftlicher Erfolg<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1 Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war der Soziologe und National\u00f6konom Max Weber (1864-1920), der als erster auf den Zusammenhang zwischen dem biblisch-reformatorischen Christentum und dem wirtschaftlichen Erfolg ganzer Nationen hingewiesen hat. In seiner Studie \u201eDie protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus\u201c untersuchte er die Hintergr\u00fcnde des wirtschaftlichen Erfolges insbesondere calvinistisch-reformatorischer Nationen wie der Schweiz, Holland, England oder den Vereinigten Staaten. Er stellte fest, dass der reformatorische Glaube calvinistischer Pr\u00e4gung der N\u00e4hrboden f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung erfolgreicher Industrienationen wurde. So schrieb er u. a.: \u201e<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEiner der konstitutiven Bestandteile des modernen kapitalistischen Geistes, und nicht nur dieses, sondern der modernen Kultur, die rationale Lebensf\u00fchrung auf Grundlage der Berufsidee, ist geboren aus dem Geist der christlichen Askese.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weber sah die calvinistische Pr\u00e4destinationslehre als Grundlage des modernen Berufsethos. Woran erkannte der von Gott erw\u00e4hlte Puritaner, Qu\u00e4ker, T\u00e4ufer oder Pietist den Stand seiner Erw\u00e4hlung? Am Grad der Heiligung. Die Heiligung aber verlangte einen asketischen Lebensstil. Dieser asketische Lebensstil musste alle Lebensbereiche des Alltags und damit auch des Berufslebens durchdringen. Die methodische Systematik der Lebensf\u00fchrung half so dabei, Heilsgewissheit zu erlangen. Nach Weber verlie\u00df die christliche Askese durch das reformierte Christentum die Klosterzellen des Mittelalters und durchwirkte das Berufsleben hunderttausender von Menschen und pr\u00e4gte so ganze Berufszweige und Volkswirtschaften und begr\u00fcndete damit ihren kulturellen Erfolg. Die christliche Askese \u201etrat auf den Markt des Lebens, schlug die T\u00fcre des Klosters hinter sich zu und unternahm es, gerade das weltliche Alltagsleben mit ihrer Methodik zu durchtr\u00e4nken.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2 Biblische Arbeitsethik<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und tats\u00e4chlich finden wir ja in der Bibel viele Prinzipien, deren Befolgung wirtschaftlichen Erfolg bef\u00f6rdert oder Misserfolg verhindert. Schon der Sch\u00f6pfungsbericht erteilt dem Menschen den Auftrag, \u00fcber die Sch\u00f6pfung zu herrschen, den Garten zu pflegen und den Acker zu bebauen. Der Mensch ist nicht willf\u00e4hriges Opfer der Natur, sondern er herrscht \u00fcber sie und greift gestaltend in sie ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Sowohl der Jude als auch der Christ sind aufgerufen, an sechs Tagen zu arbeiten und nur am siebten Tag zu ruhen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen (2 Thess 3,10) oder in der M\u00f6nchsregel von Benedikt von Nursia: \u201eM\u00fc\u00dfiggang ist aller Laster Anfang.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Das ganze Spr\u00fcchebuch ist durchzogen vom Gegensatz Torheit der Faulheit und Weisheit des Flei\u00dfes: \u201eL\u00e4ssige Hand macht arm; aber der Flei\u00dfigen Hand macht reich\u201c (Spr\u00fcche 10,4). Interessanterweise war das Spr\u00fcchebuch eines der beliebtesten \u00a0 Bibelb\u00fccher der Puritaner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Der Flei\u00df wiederum war gepaart mit dem Aufruf zur M\u00e4\u00dfigung und Sparsamkeit, denn Luxus, Z\u00fcgellosigkeit und V\u00f6llerei wurden verurteilt. Gro\u00dfer Flei\u00df und wenig Luxus bef\u00f6rdern die Investitionsbereitschaft. Weniger Konsumption f\u00fchrt zu mehr Investition.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Der Umgang mit Zeit: Da die Zeit bis zur Wiederkunft Christi kurz ist, sollte die Zeit ausgekauft werden: \u201eKauft die Zeit aus, denn es ist b\u00f6se Zeit\u201c (Eph 5,16)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Das Prinzip der Ehrlichkeit und des Vertrauens. Es ist nachgewiesen, dass mangelnde Ehrlichkeit und Misstrauen der Subjekte wirtschaftlichen Handelns zu wirtschaftlichem Niedergang f\u00fchren: H\u00e4tten sich VW-Manager und Ingenieure an biblische Normen gehalten, h\u00e4tten sie einen gewaltigen betriebs- und volkswirtschaftlichen Schaden verhindert. Das Befolgen biblischer Ethik h\u00e4ngt eng mit wirtschaftlichem Erfolg und Misserfolg zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3 Bahnbrechende Erfindungen und erfolgreiche Volkswirtschaften <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo sind die gro\u00dfen Erfindungen und technischen Errungenschaften der modernen Welt entstanden? In der westlichen Welt und weitgehend in den L\u00e4ndern mit christlicher Pr\u00e4gung. Die industrielle Revolution ist vom puritanischen und methodistischen England ausgegangen und hat sich vor allem in den Nationen des christlichen Abendlandes durchgesetzt. Viele der bis heute erfolgreichsten Volkswirtschaften der Welt sind bis heute fr\u00fcher vor allem christlich gepr\u00e4gte Nationen gewesen: USA, Deutschland, Gro\u00dfbritannien, Frankreich. Aber auch Holland oder die Schweiz geh\u00f6ren zu diesem Kreis erfolgreicher Wirtschaftsnationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wo wurden die bahnbrechenden Erfindungen der Elektrotechnik gemacht?<\/strong> Philipp Reis (1860) und Alexander Graham Bell (1876) sind die Erfinder des Telefons. (Deutschland und USA). Werner von Siemens erfand den ersten elektrischen Generator (1866). Die Gl\u00fchlampe wurde von Edison erfunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wo wurde der Motor erfunden? <\/strong>Die Dampfmaschine in England (Thomas Savery, Thomas Newcomen, James Watt, der sie 1778 weiterentwickelte). Sie l\u00f6ste die industrielle Revolution aus. Roberst Stirling (Ingenieur und Pastor) erfand den Hei\u00dfgasmotor, aus dem sich der Ottomotor entwickelte, den Gottlieb Daimler und Carl Benz in ein Auto einbauten. Richard Trevithick baute 1802 in Wales die erste Dampflokomotive der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wo wurde der Computer erfunden? <\/strong>Die Erfindung des Computers hat eine lange Vorgeschichte, wobei alle entscheidenden Entwicklungen im Kulturraum des Christlichen Abendlandes gemacht wurden. Der erste funktionsf\u00e4hige Computer der Geschichte war die Zuse Z 3, die Konrad Zuse im Jahr 1941 baute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Woher stammen Nobelpreistr\u00e4ger und Anmelder von Patenten? <\/strong>Sie stammen mit gro\u00dfem Abstand \u00fcberwiegend aus dem j\u00fcdisch-christlichen Kulturkreis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit soll nicht gesagt werden, dass die Erfinder dieser bahnbrechenden Erfindungen biblisch-reformatorische Christen waren. Jedoch f\u00e4llt auf, dass in Nationen, die \u00fcber viele Jahrhunderte und in vielen Lebensbereichen von der Bibel gepr\u00e4gt wurden, ein guter N\u00e4hrboden f\u00fcr neue wissenschaftliche Erkenntnisse, technologische Fortschritte und wirtschaftliche Erfolge entstand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4 Die soziale Marktwirtschaft und ihre christliche Grundlage<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr interessant ist auch der Vergleich zwischen den beiden Wirtschaftssystemen in Ost- und Westdeutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Im Osten Deutschlands setzte sich eine streng materialistisch-atheistische Planwirtschaft durch, w\u00e4hrend sich im Westen Deutschlands auch gegen Widerst\u00e4nde das Konzept einer sozialen Marktwirtschaft durchsetzte, deren ma\u00dfgebliche Vordenker \u00fcberzeugte Christen waren, so z. B. Walter Eucken, Constantin von Dietze (National\u00f6konom und Mitglied der Bekennenden Kirche) oder auch Wilhelm R\u00f6pke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Brosch\u00fcre mit dem Titel \u201e70 Jahre Denkschrift des Freiburger Bonhoeffer-Kreises\u201c hei\u00dft es einf\u00fchrend: \u201eDie soziale Marktwirtschaft ist nicht nur eine Wirtschafts- sondern vor allem auch eine Werteordnung. Nicht nur das ordnungspolitische Konzept, sondern auch und gerade die ethische Fundierung der Sozialen Marktwirtschaft haben ihren Ursprung und ihre christliche Grundlage in der im Winter 1942\/43 konspirativ erarbeiteten und im Juli 1945 ver\u00f6ffentlichten Denkschrift des Freiburger Bonhoeffer-Kreises.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Ludwig Erhard war eng mit diesem Kreis und der Arbeit dieser christlich gepr\u00e4gten \u00d6konomen verbunden. Das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft und damit auch das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit haben also durchaus protestantische Ursprungslinien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.5 Der Zusammenhang von Glaube und Reichtum<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Max Weber wies bereits auf eine paradoxe Entwicklung hin und zitierte dazu den Begr\u00fcnder des englischen Methodismus John Wesley (1703-1791):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch f\u00fcrchte: Wo immer der Reichtum sich vermehrt hat, da hat der Gehalt an Religion in gleichem Ma\u00dfe abgenommen. Daher sehe ich nicht, wie es m\u00f6glich sein soll, dass irgendeine Wiedererweckung echter Religiosit\u00e4t von echter Dauer sein kann. Denn Religion muss notwendig sowohl Arbeitsamkeit als auch Sparsamkeit erzeugen, und diese k\u00f6nnen nicht anders als Reichtum hervorbringen. Aber wenn Reichtum zunimmt, so nimmt Stolz, Leidenschaft und Weltliebe in allen ihren Formen zu. Wie soll es also m\u00f6glich sein, dass der Methodismus, das hei\u00dft eine Religion des Herzens, mag sie jetzt auch wie ein gr\u00fcnender Baum bl\u00fchen, in diesem Zustand verharrt. Die Methodisten werden \u00fcberall flei\u00dfig und sparsam, folglich vermehrt sich ihr G\u00fcterbesitz. Daher wachsen sie entsprechend an Stolz, Leidenschaft, an fleischlichen und weltlichen Gel\u00fcsten und Lebenshochmut. So bleibt zwar die Form der Religion, der Geist aber schwindet allm\u00e4hlich.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">John Wesley wusste, dass der biblische Glaube der Methodisten auch wirtschaftliche Erfolge mit sich brachte. Er kannte aber auch die Folgen dieses wachsenden Wohlstands. In gewisser Hinsicht hat er mit dieser Beobachtung auch den Weg des westlichen Kulturkreises beschrieben. Die Hinwendung zum christlichen Glauben sowie die fr\u00fchen und sp\u00e4ten reformatorischen Erweckungen in ihren vielen Schattierungen brachten mit sich Flei\u00df, Sparsamkeit, Ehrlichkeit und Erfindergeist und vor allem den Segen Gottes, so dass erfolgreiche Betriebe, Industrien und Volkswirtschaften entstanden. Mit dem Wohlstand aber wuchsen auch Stolz, Eitelkeit, Habgier und Weltliebe. Der Glaube schwand. Das Resultat erleben wir heute. Gigantische und erfolgreiche Volkswirtschaften, einen unfassbaren Lebensstandard und geniale Erfindungen, die unser Leben so viel leichter machen &#8211; aber der Glaube an den lebendigen und allm\u00e4chtigen Gott, der sich in Jesus Christus und im Wort der Bibel offenbart hat, ist bei Vielen weitgehend verdampft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3 Biblisches Familienverst\u00e4ndnis und ein funktionierendes Gemeinwesen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1 Die Studie \u201eSex and Culture\u201c von Joseph D. Unwin<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Studie \u201eSex and Culture\u201c von Joseph D. Unwin erschien im Jahr 1934. Die gro\u00dfangelegte Studie untersuchte 80 Kulturen in Bezug auf den Zusammenhang von sexueller Regulierung und kultureller Entwicklung. Es ging um eine psychoanalytische These, nach der die Sublimierung sexueller Triebe immer ein Triebventil in sozialer Energie sucht. Zivilisation entsteht demnach aus dem Verzicht instinktiver, insbesondere sexueller Triebe. Unwin untersuchte kulturell hochstehende und vollkommen unzivilisierte V\u00f6lker verschiedenster Epochen. Dabei fand er heraus: Je freiz\u00fcgiger eine Gesellschaft die sexuellen Bed\u00fcrfnisse befriedigte, desto niedriger die gesellschaftliche Entwicklungsstufe. Je st\u00e4rker die sexuellen Bed\u00fcrfnisse durch Konventionen und Ordnungen reguliert waren, desto h\u00f6her auch die zivilisatorische Entwicklungsstufe.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIn den historischen Aufzeichnungen gibt es kein Beispiel einer Gesellschaft, die gro\u00dfe soziale Energie aufweist, es sei denn, sie war f\u00fcr einen gewissen Zeitraum absolut monogam. Fernerhin kenne ich keinen Fall, da\u00df in einer absoluten monogamen Gesellschaft die F\u00e4higkeit, hohe soziale Energie aufzuweisen, ausblieb.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wurde die absolute Monogamie aufgel\u00f6st, f\u00fchrte dies innerhalb von mindestens drei Generationen zum Niedergang einer Kultur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDiese Gesellschaften lebten in unterschiedlichen geographischen Regionen; sie geh\u00f6rten zu unterschiedlichen Rassen; aber ihre Geschichte der Heiratsordnung ist dieselbe. Am Anfang hatte jede Gesellschaft dieselben Ideen in Bezug auf die sexuellen Regulierungen. (\u2026) Jede Gesellschaft reduzierte die M\u00f6glichkeiten der sexuellen Befriedigung auf ein Minimum, wies gro\u00dfe soziale Energie auf und florierte. Dann erweiterte sie die M\u00f6glichkeiten der sexuellen Befriedigung; ihre Energie wurde weniger und l\u00f6ste sich auf. Das einzig Au\u00dfergew\u00f6hnliche an dem Ganzen ist die absolut gleichf\u00f6rmige Wiederholung.\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2 Die Familie als Keimzelle der Gesellschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel zeigt uns nach welchen Prinzipien Ehe und Familie idealerweise funktionieren. Die Ehe besteht aus einem Mann und einer Frau, die in lebenslanger Liebe miteinander verbunden sind (Monogamie). Der Mann ist das Haupt und tr\u00e4gt damit die Verantwortung f\u00fcr seine Frau und die gemeinsamen Kinder. Er liebt seine Frau, sorgt f\u00fcr sie und versorgt sie. Die Frau hilft ihrem Mann, ber\u00e4t ihn und ordnet sich seiner F\u00fchrung unter (Eph 5,16). Die Ehe ist offen f\u00fcr Kinder (Fruchtbarkeit). Kinder werden den Eltern geschenkt, sie empfangen Liebe von den Eltern und gehorchen ihnen (4. Gebot). In diesen Familienstrukturen wird Liebe ge\u00fcbt, \u00a0Verzicht gelernt, Vers\u00f6hnung und Vergebung praktiziert, steht man treu f\u00fcreinander ein, lernt man Flei\u00df und Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Es entstehen vertrauensvolle Beziehungen. Die in der Familie gelebte Heiligung f\u00fchrt dazu, dass S\u00fcnde, B\u00f6ses, Schlechtes, Sch\u00e4digendes und Zerst\u00f6rerisches m\u00f6glichst bek\u00e4mpft und im Glauben \u00fcberwunden wird. Das B\u00f6se wird durch Gutes \u00fcberwunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Gesellschaft ist immer das Produkt der in ihr lebenden Familien. Je mehr Familien in der ver\u00e4ndernden und heiligenden Kraft des Evangeliums leben, desto mehr werden sich heilsame Strukturen in der Gesellschaft ausbreiten. Eine Gesellschaft mit vielen Familien, in denen nach biblischen Prinzipien gelebt wird, wird eine florierende Gesellschaft sein. Genau aus diesem Grund haben die Gr\u00fcndungsv\u00e4ter der Bundesrepublik mit Artikel 6 \u201eEhe und Familie unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung gestellt.\u201c Sie sahen die gesunde Familie als Keimzelle f\u00fcr eine gesunde Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3 Der Niedergang der Familie und der Zerfall einer Kultur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was passiert mit einer Gesellschaft, welche die biblischen Ehe- und Familienprinzipien aush\u00f6hlt und missachtet? Wenn nicht mehr Treue und Liebe das Miteinander von Mann und Frau und ihren Kindern bestimmen, sondern Egoismus, Untreue, Streit, Eifersucht, Verd\u00e4chtigungen, L\u00fcge, Angst und Verletzungen, dann werden sich diese Verhaltensweisen in der Gesellschaft ausbreiten. Misstrauen und Treuebruch in der Keimzelle werden sich wie ein Krebsgeschw\u00fcr in allen Bereichen der Gesellschaft ausbreiten. Was wir in der Keimzelle leben und praktizieren, breitet sich in alle Bereiche aus. Wenn keine Heiligung mehr gelebt wird, kann S\u00fcnde sich ungehindert ausbreiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So belegt eine Langzeitstudie der Psychologin Judith Wallerstein aus den Vereinigten Staaten, dass Kinder durch die Scheidung der Eltern enorme Folgesch\u00e4den zu tragen hatten. Selbst nach zehn Jahren gelang es den betroffenen Eltern und Kindern oftmals nicht, \u201eGef\u00fchle und Erinnerungen zu verscheuchen, Schmerzen und Depressionen zu lindern, Eifersucht, Zorn und Wut auszul\u00f6schen.\u201c Scheidungskinder litten besonders stark unter Schuldgef\u00fchlen, Loyalit\u00e4tskonflikten, Bindungs\u00e4ngsten oder auch Aggressionen. Nach 10 Jahren gaben 20 % der Teilnehmer an, erhebliche Mengen Alkohol zu konsumieren und je nach Altersgruppe gaben 10 % &#8211; 30 % an, sich kriminell zu verhalten. Viele mussten einen Leistungsabfall in der Schule hinnehmen.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Die Untreue der Eltern wirkte sich negativ auf die Kinder aus. Die Untreue vieler Eltern f\u00fchrt zu einer massenhaften Verbreitung negativer Verhaltensmuster in die n\u00e4chste Generation und damit in die Gesellschaft hinein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was passiert mit einer Gesellschaft, in der die Scheidung zum Normalfall wird, Sexualit\u00e4t ohne Normen ausgelebt wird, Nachwuchs verhindert wird, ungeborene Kinder ermordet werden, Promiskuit\u00e4t gef\u00f6rdert und homosexuelle und damit nicht auf Nachwuchs angelegte Beziehungen rechtlich mit der Ehe gleichgestellt und \u00f6ffentlich-medial bevorzugt werden? In einer solchen Gesellschaft werden Untreue, Egoismus, sexuelle Ausbeutung, psychische und physische Erkrankungen zunehmen. In einer solchen Gesellschaft wird sich mehr und mehr eine Kultur des Todes ausbreiten. Eine solche Kultur wird nach der Prognose Unwins innerhalb weniger Generationen zerfallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Kultur zerf\u00e4llt, wenn S\u00fcnde sich ungehindert ausbreitet. Eine Kultur bl\u00fcht auf, wo S\u00fcnde weniger wird, weil viele Menschen ihre S\u00fcnden bekennen und ihr Leben nach dem biblischen Wort und seinen lebensschaffenden Ordnungen ausrichten. F\u00fcr eine zerfallende Kultur, gibt es nur einen Ausweg: Umkehr zu dem lebendigen Gott und zu den heilsamen Lebensordnungen der Bibel. Dann kann eine Gesellschaft heil werden und kulturell aufbl\u00fchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4 Biblisches Christentum und die Entstehung der Freiheitsrechte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Woher kommen die Menschenw\u00fcrde und unsere von der Verfassung garantierten Freiheitsrechte? Die freiheitlichen Demokratien, in denen Meinungsfreiheit, Bekenntnisfreiheit und Versammlungsfreiheit herrschen, sind ausnahmslos im j\u00fcdisch-christlichen Kontext entstanden. Sie sind zwar auch ein Produkt der Aufkl\u00e4rung; doch ist selbst die Aufkl\u00e4rung eine Pflanze, die nur dort wachsen konnte, wo das Christentum den N\u00e4hrboden lieferte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.1 Die Menschenw\u00fcrde<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar.\u201c (Artikel 1, GG)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Menschenw\u00fcrde wurzelt in der Ebenbildlichkeit Gottes, wie sie uns vom biblischen Sch\u00f6pfungsbericht und auch nur dort verbindlich zugesprochen wird: \u201eUnd Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn und er schuf sie als Mann und als Frau\u201c (1 Mose 1,27). Weil Gott den Menschen zu seinem Bilde schuf, und jeder Mensch vom ersten Menschenpaar abstammt, kann es keine abgestufte Menschenw\u00fcrde geben. Hinzu kommt, dass der Sohn Gottes Mensch wurde, und damit die verlorengegangene und durch die S\u00fcnde entstellte Ebenbildlichkeit des Menschen wieder sichtbar gemacht hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Christentum steht allen Versuchen entgegen, die Menschenw\u00fcrde bestimmten Menschengruppen abzusprechen. Es waren \u00fcberzeugte und bekennende Christen, die im englischen Parlament unter der F\u00fchrung von William Wilberforce und unter dem Einfluss des fr\u00fcheren Sklavenh\u00e4ndlers John Newton 1833 die Abschaffung der Sklaverei durch den Slavery Abolition Act erreichten. Und es sind heute \u00fcberzeugte Christen, die sich gegen die Ermordung noch nicht geborener Kinder aussprechen und sich sch\u00fctzend vor die Menschenw\u00fcrde des ungeborenen Kindes stellen. Die Freiheitsrechte, die wir heute gerne als Produkt der Aufkl\u00e4rung sehen, wurzeln in Wirklichkeit in der Menschenw\u00fcrde, die sich nur aus der Ebenbildlichkeit Gottes ableiten l\u00e4sst. Weil der Mensch &#8211; jeder einzelne Mensch &#8211; von Gott geschaffen und geliebt ist, hat er auch unver\u00e4u\u00dferliche Rechte vor Gott und in Beziehung zu anderen Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.2 Weitere Grundrechte und ihre Herkunft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Artikel 2 des Grundgesetzes hat \u201eJeder das Recht auf Leben und k\u00f6rperliche Unversehrtheit\u201c. Die Grundlage dieses Artikels finden wir schon in den Zehn Geboten: \u201eDu sollst nicht t\u00f6ten\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Artikel 3 des Grundgesetzes \u201esind alle Menschen vor dem Gesetz gleich\u201c. Das ergibt sich aus der Ebenbildlichkeit und der gemeinsamen Abstammung vom ersten Menschenpaar, das Gott erschaffen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Artikel 4 des Grundgesetzes gelten \u201eGlaubens- Gewissens- und Bekenntnisfreiheit\u201c. Diese Freiheiten sind in den j\u00fcdisch-christlichen Kulturen in jahrhundertelangen Entwicklungslinien und K\u00e4mpfen entstanden. Sie m\u00fcssen unbedingt gesch\u00fctzt und immer wieder neu erk\u00e4mpft werden. Wer sich im islamischen Kulturkreis vom Islam abwendet und sich dem Christentum zuwendet, hat nach islamischen Schariarecht die Todesstrafe verdient. Wer die Glaubensfreiheit verwehrt und mit der Todesstrafe droht, nimmt dem Menschen alle Freiheiten. Wer nicht die Freiheit hat, glauben zu d\u00fcrfen, ist nicht mehr frei. Die zunehmende Islamisierung unseres Landes wird zwangsl\u00e4ufig auch das Schwinden von Grundrechten und Freiheiten zur Folge haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Artikel 5 des Grundgesetzes\u00a0gilt: \u201eJeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu \u00e4u\u00dfern und zu verbreiten.\u201c Der Philosoph Harald Seubert f\u00fchrt dieses Recht auf eine christliche Tugend zur\u00fcck: \u201eDas f\u00fcr demokratische Verfassungen unerl\u00e4ssliche Urrecht der Freiheit kann sich auf die christliche parrhesia, der Offenheit, berufen. Sie ist die Haltung, frei das als wahr Erkannte zu sagen\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Gegen das vom Hohen Rat in Jerusalem verordnete Redeverbot breiteten die Apostel in Jerusalem die Botschaft des Evangeliums aus. Sie sagten den Pharis\u00e4ern: \u201eWir k\u00f6nnen\u2019s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben\u201c. Ein Paulus lie\u00df sich f\u00fcr das \u201eIch sch\u00e4me mich des Evangeliums nicht&#8230;\u201c lieber einkerkern und steinigen, als dass er seinen Mund verschlossen h\u00e4tte. Es ist dieses Freiheitsrecht, das auch Luther vor dem Reichstag zu Worms im Jahr 1521 aus\u00fcbte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026 wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgr\u00fcnde \u00fcberzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, da\u00df sie \u00f6fter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der Heiligen Schrift, die ich angef\u00fchrt habe, \u00fcberwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Freiheitsrechte sind im Feuer der Christenverfolgungen erk\u00e4mpft worden und konnten sich mit der Ausbreitung des Christentums im ganzen westlichen Kulturkreis durchsetzen. Sie mussten \u00fcber Jahrhunderte und m\u00fcssen auch heute immer wieder neu erk\u00e4mpft werden. Mit dem zunehmenden Verlust christlicher Glaubens\u00fcberzeugungen werden wir auch unsere Freiheiten verlieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5 Fazit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben gesehen, dass das biblisch-reformatorische Christentum Kulturen zum Bl\u00fchen bringen kann. Warum ist das so? Es liegt an Jesus Christus selbst. In ihm offenbart Gott das Menschsein, wie es urspr\u00fcnglich gedacht war. Ein Menschsein ohne die zerst\u00f6rerische Macht der S\u00fcnde und mit der unzerst\u00f6rbaren Kraft ewigen Lebens. Je mehr Menschen in einem Kulturraum Christus nachfolgen, desto mehr werden die zerst\u00f6rerischen Kr\u00e4fte der S\u00fcnde zur\u00fcckgedr\u00e4ngt und desto mehr k\u00f6nnen sich die heilenden und lebensbringenden Kr\u00e4fte des Evangeliums ausbreiten. Je mehr M\u00e4nner und Frauen, Eheleute und Familien in der Nachfolge Christi stehen, desto mehr werden sich auch segensreiche biblische Prinzipien in Bildung, Wirtschaft und Politik ausbreiten. Auf diese Weise k\u00f6nnen ganze Gesellschaften, Volkswirtschaften und Kulturkreise segensreich zur Bl\u00fcte kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andersherum gilt auch dies. Je weniger eine Gesellschaft von Christus her gepr\u00e4gt ist, desto gr\u00f6\u00dfer werden sich in dieser Gesellschaft Strukturen der S\u00fcnde krebsartig ausbreiten. Eine Kultur des Lebens wird dann durch eine Kultur des Todes verdr\u00e4ngt. Eine solche Gesellschaft wird dahinwelken, verbl\u00fchen und absterben. Wir stehen heute in Europa mitten in einem solchen Verwelkungsprozess. Ein ganzer Kulturkreis l\u00f6st sich von seinen christlichen Wurzeln und s\u00e4gt damit an dem Ast auf dem er sitzt. Wir lassen Unglaube und S\u00fcnde wuchern und verlieren den Segen Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Inder Vishal Mangalwadi schreibt: \u201eDie Bibel war die Kraft, die Europa wiederbelebte. Auf die Europ\u00e4er \u00fcbte Gottes Wort eine solche Faszination aus, dass sie ihre alten heiligen Mythen \u00fcber Bord warfen, um auf Gottes Wort zu h\u00f6ren, es zu studieren, es in sich aufzunehmen, es zu verk\u00fcndigen und seine Verbreitung zu f\u00f6rdern &#8211; und so konnten sie eine moderne Welt aufbauen. In der Morgend\u00e4mmerung des 21. Jh. ist der Westen nun wieder im Begriff, seine Seele zu verlieren. Wird er in ein neues finsteres Geschichtsalter abgleiten, oder dem\u00fctigt er sich vor dem Wort des allm\u00e4chtigen Gottes?\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Johann Hesse, Oktober 20015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Als Vortrag gehalten am 16.10.2015 bei der norddeutschen Regionaltagung des Deutschen Christlichen Techniker Bundes (DCTB e.V.) im Geistlichen R\u00fcstzentrum Krelingen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Dieses Zitat Friedrichs des Gro\u00dfen befindet sich auf einer bronzenen Gedenktafel am Franz\u00f6sischen Dom am Berliner Gendarmenmarkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vishal Mangalwadi, Das Buch der Mitte, Fontis-Verlag, Basel 2014, S. 487ff<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Johannes von Walther, Die Geschichte des Christentums, Band I,2, S. 317.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vishal Mangalwadi, Das Buch der Mitte, Fontis-Verlag, Basel 2014, S. 303 und 304.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00a0http:\/\/www.laenderdaten.de\/bildung\/alphabetisierung.aspx<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Max Weber, Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, S. 96.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Max Weber, Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, S. 79.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland, \u201e70 Jahre Denkschrift des Freiburger Bonhoeffer-Kreises\u201c, 2015.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Max Weber, Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, S. 92.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> http:\/\/www.dijg.de\/sexualitaet\/joseph-unwin-sex-culture\/<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> http:\/\/www.dijg.de\/sexualitaet\/joseph-unwin-sex-culture\/<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> http:\/\/www.dijg.de\/sexualitaet\/joseph-unwin-sex-culture\/<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-13496707.html<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Harald Seubert, Europa ohne Christentum &#8211; Woraus wir im 21. Jahrhundert leben k\u00f6nnen, mediakern, Friesenheim 2012, S. 117.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vishal Mangalwadi, Das Buch der Mitte, S. 547<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Edikt von Potsdam und das Erstarken Preu\u00dfens Vor 430 Jahren im Sp\u00e4therbst des Jahres 1685 erlie\u00df der Gro\u00dfe Kurf\u00fcrst Friedrich Wilhelm von Brandenburg das Edikt von Potsdam. Er reagierte damit auf die Hugenottenverfolgungen, die im Frankreich Ludwigs XIV. nach dem Erlass des Edikts von Fontainebleau am 18. Oktober 1685, ihren H\u00f6hepunkt fanden. 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