{"id":12795,"date":"2015-10-23T14:49:30","date_gmt":"2015-10-23T12:49:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12795"},"modified":"2015-10-24T06:04:20","modified_gmt":"2015-10-24T04:04:20","slug":"masada-die-letzte-festung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12795","title":{"rendered":"Masada: Die letzte Festung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Gegen Ende des Jahres 72 n. Chr. erblickt ein j\u00fcdischer Mann, der auf Masada gerade seinen Wachdienst verrichtet, eine herannahende Staubwolke. Ihm ist klar, dass dies nur eines bedeuten kann: Die R\u00f6mer kommen! Sofort schl\u00e4gt er Alarm. Damit erwacht die letzte Festung des j\u00fcdischen Widerstandes zum Leben. Der Krieg ist nun auch in Masada angekommen. Masada (bedeutet wahrscheinlich \u201eFestung\u201c) ist ein imposanter 396m hoher Tafelberg. Er befindet sich am s\u00fcdwestlichen Ufer des Toten Meeres. Es ist eine nat\u00fcrliche Festung mit steilen Felsw\u00e4nden und einem schroffen Gel\u00e4nde. Masada ist nur auf einem Weg \u2013 schwer zug\u00e4nglich \u2013 erreichbar: \u00fcber den sich hinaufwindenden Schlangenpfad auf der Ostseite.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der Zeit der Hasmon\u00e4er (ca. 150-76 v. Chr.) wurde Masada zuerst eine j\u00fcdische Festung. Sp\u00e4ter erweiterte der K\u00f6nig Herodes die Verteidigungsanlagen auf eindrucksvolle Art und Weise (37-31 v. Chr.). Eine 1.372 m lange zweifache Steinmauer, an manchen Stellen bis zu sechs Meter hoch, umgrenzte den oberen Bereich des Plateaus. \u00dcber 30 T\u00fcrme und vier Tore wurden in die Mauer eingef\u00fcgt. Damit er in seinem W\u00fcstenversteck nicht auf eine externe Versorgung angewiesen war, lie\u00df Herodes Wasserzisternen anlegen, die bis zu 39.644 m<sup>3 <\/sup>Wasser fassen konnten. Au\u00dferdem wurden so viele Waffen gelagert, um bis zu 10.000 Mann ausr\u00fcsten zu k\u00f6nnen. Die R\u00f6mer stationierten dann nach dem Tod des Herodes \u00fcber einen Zeitraum von etwa hundert Jahren eine Garnison auf Masada.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Sikarier<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Innerhalb der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung Israels bildete sich in dieser Zeit unter anderem eine Gruppe heraus, die \u00f6ffentlich den Aufstand gegen Rom propagierte und einzig und allein Gott Gehorsam leisten wollte. Anh\u00e4nger dieser Gruppe\/Sekte wurden als Sikarier bezeichnet (lat. <em>sica<\/em>, bedeutet <em>geschwungener<\/em> <em>Dolch<\/em>). Einige Historiker sind der Meinung, dass die Sikarier zu den Zeloten geh\u00f6rten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 66 n. Chr. gelang es einer Gruppe Aufst\u00e4ndischer heimlich auf das Plateau zu gelangen, wo sie die dort stationierten r\u00f6mischen Soldaten ermordeten. Als Jerusalem im Jahr 70 n. Chr. erobert wurde, gelang es einigen j\u00fcdischen \u00dcberlebenden nach Masada zu fliehen. Bis zum Beginn der Belagerung, durch die R\u00f6mer gegen Ende des Jahres 72 n. Chr., war die Zahl der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung auf Masada auf ca. 967 M\u00e4nner, Frauen und Kinder angestiegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Belagerung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der E<a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/800px-Israel-2013-Aerial_21-Masada.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-12797\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/800px-Israel-2013-Aerial_21-Masada.jpg\" alt=\"800px-Israel-2013-Aerial_21-Masada\" width=\"150\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/800px-Israel-2013-Aerial_21-Masada.jpg 800w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/800px-Israel-2013-Aerial_21-Masada-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/800px-Israel-2013-Aerial_21-Masada-769x1024.jpg 769w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>roberung Jerusalems starteten die R\u00f6mer ihre S\u00e4uberungsaktionen. Zwei Festungen in j\u00fcdischer Hand, das Herodion und die Festung Mach\u00e4rus, wurden schnell \u00fcberrannt. Masada wurde dem neuen Prokurator Flavius Silva \u00fcberlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser marschierte mit der 10. Legion, weiteren Hilfstruppen und Tausenden von j\u00fcdischen Gefangenen, die als Sklaven f\u00fcr die Versorgung mit Essen und Wasser sorgen mussten, nach Masada. Der ganze Tross mag etwa 10.000-15.000 Menschen umfasst haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Silva den Fu\u00df der Festung erreichte, war er von der gewaltigen Aufgabe, die vor ihm lag, keineswegs eingesch\u00fcchtert. Seine erste Ma\u00dfnahme bestand darin, jegliche Fluchtm\u00f6glichkeit der Aufst\u00e4ndischen zu verhindern. Dazu lie\u00df er eine drei Kilometer lange und zwei Meter dicke Mauer rund um das Bergmassiv bauen. In Phase zwei ging es darum, die Verteidigungsmauern oben auf dem Plateau zu durchbrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihm war klar, dass eine l\u00e4ngerfristige Belagerung erfolglos sein w\u00fcrde, da die Menschen oben auf Masada f\u00fcr lange Zeit \u00fcberleben konnten, weil sie nicht auf eine externe Versorgung angewiesen waren. Deshalb lie\u00df er an der westlichen Seite eine riesige Rampe aufsch\u00fctten. Nachdem diese fertiggestellt war, brachten die R\u00f6mer ihre Kriegsmaschinerie in Stellung und attackierten die Verteidigungsmauer. Ein typischer r\u00f6mischer Rammbock bestand aus einem Holzbalken mit einer Eisenspitze, in Form eines Widderkopfes. Dieser Balken war mit Seilen an einer Vorrichtung befestigt. Den Soldaten war es deshalb m\u00f6glich, den Balken nach hinten zu ziehen und ihn mit gro\u00dfer Kraft nach vorn zu sto\u00dfen. Nur wenige Mauern oder T\u00fcrme konnten diesem massiven Angriff standhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sikarier wussten das und bauten deshalb eine zweite Mauer aus Holz mit einer Zwischenf\u00fcllung aus Erde. Bei dieser Art von Mauer waren die Rammb\u00f6cke nur wenig effektiv. Jedoch wies diese neue Mauer eine grundlegende Schwachstelle auf: Sie konnte brennen. Silva wies seine Truppen an, brennende Fackeln auf die Holzmauer zu werfen. Innerhalb kurzer Zeit fing sie Feuer und als sie lichterloh brannte, wurde den Sikariern klar, dass sie den Krieg verloren hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Selbstmord<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anstatt in die Festung zu st\u00fcrmen, zogen sich laut des Berichtes von Josephus Flavius die r\u00f6mischen Legion\u00e4re \u00fcber Nacht in ihr Lager zur\u00fcck, um dann am n\u00e4chsten Morgen den letztendlichen Angriff zu starten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Nacht \u00fcberzeugte der Anf\u00fchrer der Sikarier, Eleazar ben Yair seine Kameraden, dass es besser sei, in Freiheit zu sterben, anstatt von den R\u00f6mern gefoltert zu werden. Der Massenselbstmord wurde der Sklaverei vorgezogen. Voller Trauer und mit gro\u00dfem Schmerz nahm jeder der M\u00e4nner das Leben seiner Frau und Kinder. Durch das Los wurden 10 M\u00e4nner ausgew\u00e4hlt, um alle anderen M\u00e4nner zu t\u00f6ten. Davon wurde dann ein Einziger ausgew\u00e4hlt, um die restlichen Neun zu t\u00f6ten, den Palast, in den sie sich zur\u00fcckgezogen hatten, anzuz\u00fcnden und sich schlussendlich selbst umzubringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Morgend\u00e4mmerung str\u00f6mten die r\u00f6mischen Truppen durch die zerst\u00f6rte Mauer. Auf dem Plateau war es unheimlich still. Zwei Frauen und f\u00fcnf Kinder traten hervor, die das n\u00e4chtliche Gemetzel \u00fcberlebt hatten, weil sie sich in einer Zisterne versteckt hatten. Sie berichteten den R\u00f6mern, was die Sikarier getan hatten. Die Soldaten glaubten dem Bericht erst, als sie im niedergebrannten Palast die \u00dcberreste der Leichen erblickten. Dieses Geschehen ereignete sich am 15. Nissan 73 n. Chr. (j\u00fcd. Kalender), dem ersten Tag der unges\u00e4uerten Brote.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Bedeutung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute gedenkt der Staat Israel \u2013 die einzige Demokratie im Nahen Osten \u2013 an das Geschehen in Masada. Es geht dabei nicht um die Sikarier, sondern es geht um den Gedanken, das Prinzip, welches dahintersteht. In der Nationalhymne wird die Sehnsucht jedes j\u00fcdischen Menschen ausgedr\u00fcckt, seitdem die R\u00f6mer die Mauern Masadas durchbrochen haben: \u201eZu sein ein freies Volk, im Land Zion und in Jerusalem.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wahre Befreiung und Freiheit kann jedoch nicht mit irdischen Mitteln erlangt werden. Viele Menschen setzten ihr Vertrauen in eine \u201eFestung\u201c, anstatt in Gott selbst. Solche Festungen k\u00f6nnen andere Menschen, Orte oder Dinge sein. Dabei verlassen diese Menschen die Quelle des lebendigen Wassers und graben stattdessen l\u00f6chrige Zisternen, die kein Wasser halten (Jer. 2,13). Solches Verhalten f\u00fchrt auf keinen Fall zur Befreiung, sondern zum Tod, der ewigen Trennung von Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch es gibt einen Ausweg. Jesus, der Messias, verk\u00fcndigte: <em>\u201eJesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die S\u00fcnde tut, ist ein Knecht der S\u00fcnde. Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.\u201c<\/em> (Joh. 8,34.36). Durch Seinen stellvertretenden Tod und Seine Auferstehung hat ER bewiesen, dass ER unsere Erl\u00f6sung ist. IHM nicht zu glauben ist gleichbedeutend mit geistlichem Selbstmord. Der K\u00f6nig David erkannte dies und erkl\u00e4rte: <em>\u201eEr sprach: Der HERR ist mein Fels, meine Burg und mein Retter; Gott ist mein Fels, in dem ich mich berge, mein Schild und das Horn meines Heils, meine sichere Festung und meine Zuflucht, mein Retter, der mich von Gewalttat befreit!\u201c<\/em> (2. Sam. 22,2-3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">David hatte in Gott Seine Festung gefunden. Wir auch?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Bruce Scott (Friends of Israel, USA)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Entnommen aus: Zeitschrift AKTUELL Nr. 4-2015, Seite 20-21; mit freundlicher Genehmigung von <a href=\"http:\/\/www.bibel-center.de\/\">Bibel-Center<\/a>, Freie Theologische Fachschule, 58339 Breckerfeld<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Bildnachweis: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Masada#\/media\/File:Israel-2013-Aerial_21-Masada.jpg\">Wikipedia, Masada<\/a> <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen Ende des Jahres 72 n. Chr. erblickt ein j\u00fcdischer Mann, der auf Masada gerade seinen Wachdienst verrichtet, eine herannahende Staubwolke. Ihm ist klar, dass dies nur eines bedeuten kann: Die R\u00f6mer kommen! Sofort schl\u00e4gt er Alarm. Damit erwacht die letzte Festung des j\u00fcdischen Widerstandes zum Leben. Der Krieg ist nun auch in Masada angekommen. 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