{"id":12753,"date":"2015-10-08T17:15:26","date_gmt":"2015-10-08T15:15:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12753"},"modified":"2015-10-08T17:15:26","modified_gmt":"2015-10-08T15:15:26","slug":"zuwanderung-das-wunschdenken-scheitert-an-der-wirklichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12753","title":{"rendered":"Zuwanderung: Das Wunschdenken scheitert an der Wirklichkeit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Immer neue Einwanderungsrekorde, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingslager und kein Ende des Zustroms in Sicht: Um Hundertausende, vielleicht sogar Millionen Einwanderer, zu beherbergen, wird vor dem nahenden Winter nach allem gesucht, was ein Dach \u00fcber dem Kopf bieten k\u00f6nnte. Nicht einmal vor der Beschlagnahme privaten Eigentums schreckt man zur\u00fcck, diese Not scheint kein Gebot mehr zu kennen. Enge und Frustration in den Lagern bef\u00f6rdern ethnisch-religi\u00f6se Konflikte, die sich in Krawallen entladen. Polizei und Verwaltung sind zunehmend \u00fcberfordert. Das Land ist im Krisenmodus. Offizi\u00f6se Durchhalteparolen (\u201eWir schaffen das\u201c) verlieren im Volk an \u00dcberzeugungskraft, w\u00e4hrend die Zweifel an der Kompetenz von Regierung und \u00f6ffentlichen Autorit\u00e4ten wachsen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber viele Jahre hat die politisch-mediale Bewusstseinsindustrie die Bev\u00f6lkerung belehrt, dass sie sich \u201e\u00f6ffnen\u201c, \u201eVielfalt\u201c akzeptieren, Zuwanderer als \u201eBereicherung\u201c ansehen soll. Deutschland sei ein \u201eEinwanderungsland\u201c und m\u00fcsse es sein, weil es Zuwanderung \u201ebrauche\u201c, um angesichts des \u201edemografischen Wandels\u201c seinen Wohlstand zu erhalten. Den Mangel an eigenem Nachwuchs sollten junge Zuwanderer kompensieren, um der Wirtschaft die Fachkr\u00e4fte und den Sozialversicherungen die Beitragszahler zu sichern. Aus dieser Weltsicht heraus prophezeite j\u00fcngst der Daimler-Chef den Deutschen gar ein neues \u201eWirtschaftswunder\u201c durch \u201ehochmotivierte\u201c, junge Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist das Wunschdenken von Eliten. Aber diesem Denken widersprechen die empirischen Befunde. Die sind ern\u00fcchternd, wie Berechnungen des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) zeigen: W\u00e4hrend die Zahl der arbeitslosen Deutschen in den letzten Jahren zur\u00fcckging, ist sie bei Ausl\u00e4ndern seit 2010 deutlich gestiegen. Besonders ausgepr\u00e4gt ist dieser Trend bei Zuwanderern aus dem Nahen und Mittleren Osten, insbesondere bei Afghanen, Irakern und Syrern. Bei letzteren hatte sich die Zahl der Arbeitslosen zwischen 2010 und dem Fr\u00fchjahr 2015, also noch vor der aktuellen Krise, mehr als verf\u00fcnffacht (1). Noch st\u00e4rker ist die Zahl der Transferbezieher gestiegen (2). Mehr als zwei Drittel der Syrer waren auf Hartz IV angewiesen, nicht viel geringer ist der Anteil der Transferbezieher unter Irakern und Afghanen. Seit 2010 ist der Anteil der Transferbezieher bei allen Gruppen stark gewachsen (3). Vieles spricht daf\u00fcr, dass er weiter zunehmen wird. J\u00fcngste Meldungen berichten von 90% Hartz IV-Beziehern unter den Syrien-Fl\u00fcchtlingen (4).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niemand erwartet ernsthaft, dass sich hunderttausende Zuwanderer, die in der Regel kein Deutsch, oft auch kein Englisch k\u00f6nnen, nicht selten Analphabeten sind, innerhalb weniger Jahre in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren lassen. Integration erfordert enormen Aufwand, schon werden Tausende neuer Lehrerstellen f\u00fcr die Nachbeschulung Erwachsener gefordert. Wie weit solche Bem\u00fchungen gelingen ist ungewiss; bisherige Erfahrungen mit der Integration m\u00fcssten eigentlich Anlass zur Skepsis geben: Auch in der zweiten und dritten Generation bleiben die Schulleistungen der Kinder von Gastarbeitern aus dem Nahen und Mittleren Osten weit hinter den Ergebnissen autochthoner Kinder zur\u00fcck, dementsprechend schlechter sind ihre Arbeitsmarktchancen (5).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Migrationslobby sieht darin ein \u201eVersagen\u201c der Politik, die nicht genug unternommen habe, um \u201eDiskriminierungen\u201c zu \u00fcberwinden und Migranten zu \u201eintegrieren\u201c. Diese Perzeption immunisiert sich selbst gegen rationale Argumente, denn nat\u00fcrlich k\u00f6nnte man sich immer noch mehr \u201eAnstrengungen\u201c, eine bessere Politik, bessere Menschen w\u00fcnschen. W\u00fcnsche allein k\u00f6nnen aber kein Ma\u00dfstab sein f\u00fcr verantwortliche Politik, die mit der Knappheit der Ressourcen rechnen muss. Alles ist endlich, auch die Solidarit\u00e4t der Menschen. Dem entsprechen r\u00e4umliche Grenzen, die Zugeh\u00f6rigkeit definieren. Sie zu sch\u00fctzen ist zutiefst human, das sollte f\u00fcr demokratisch gew\u00e4hlte Politiker eigentlich einsichtig sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Instititut f\u00fcr Demokratie, Allgemeinwohl und Familie e.V., Nachricht 17\/2015 (www.i-daf.org)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(1)\u00a0\u00a0 Karl Brenke: Fl\u00fcchtlinge sind sehr ungleich auf die EU-L\u00e4nder verteilt \u2013 auch bezogen auf die Wirtschaftskraft und Einwohnerzahl, DIW Wochenbericht Nr. 39.2015, S. 876.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(2)\u00a0\u00a0 Neue Migration in die Sozialsysteme (Abbildung).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(3)\u00a0\u00a0 Siehe: Transferbezug von Nahostmigranten (Abbildung).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(4)\u00a0\u00a0 Hierzu unter Berufung auf Daten der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit: Stefan Borstel: Mehr als 90 Prozent der Fl\u00fcchtlinge brauchen Hartz-IV, DIE WELT vom 30.09.2015, online unter <a href=\"https:\/\/newslettertool2.1und1.de\/subscriber-frontend\/link-tracking?target=http%3A%2F%2Fwww.welt.de%2F147049947&amp;contactUuid=fe655fe9-021a-4aed-b00d-87c821f34ca1&amp;campaignUuid=dcdd6b70-dad9-45d4-9cfe-f36af42080d4\">http:\/\/www.welt.de\/147049947<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(5)\u00a0\u00a0 Polemisch, aber fundiert hierzu: Gunnar Heinsohn: Das Fiasko der Migrantenkinder, FAZ vom 5. Oktober 2015, <a href=\"https:\/\/newslettertool2.1und1.de\/subscriber-frontend\/link-tracking?target=http%3A%2F%2Fwww.faz.net%2Faktuell%2Fwirtschaft%2Fmenschen-wirtschaft%2Fgastbeitrag-werden-fluechtlinge-die-deutsche-wirtschaft-retten-13838509.html&amp;contactUuid=fe655fe9-021a-4aed-b00d-87c821f34ca1&amp;campaignUuid=dcdd6b70-dad9-45d4-9cfe-f36af42080d4\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/menschen-wirtschaft\/gastbeitrag-werden-fluechtlinge-die-deutsche-wirtschaft-retten-13838509.html<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abbildung 1:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/csm_17a_-_Neue_Migration_in_die_Sozialsysteme_5725e23253.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-12757 size-full\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/csm_17a_-_Neue_Migration_in_die_Sozialsysteme_5725e23253-e1444317151102.jpg\" alt=\"csm_17a_-_Neue_Migration_in_die_Sozialsysteme_5725e23253\" width=\"528\" height=\"396\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abbildung 2:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/csm_17b_-_Transferbezug_von_Nahostmigranten_e999529348.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-12759 size-full\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/csm_17b_-_Transferbezug_von_Nahostmigranten_e999529348-e1444317272708.jpg\" alt=\"csm_17b_-_Transferbezug_von_Nahostmigranten_e999529348\" width=\"528\" height=\"396\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer neue Einwanderungsrekorde, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingslager und kein Ende des Zustroms in Sicht: Um Hundertausende, vielleicht sogar Millionen Einwanderer, zu beherbergen, wird vor dem nahenden Winter nach allem gesucht, was ein Dach \u00fcber dem Kopf bieten k\u00f6nnte. 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