{"id":12746,"date":"2015-10-05T12:05:38","date_gmt":"2015-10-05T10:05:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12746"},"modified":"2015-10-05T12:05:38","modified_gmt":"2015-10-05T10:05:38","slug":"reisebericht-unterwegs-in-nepal-19-27-sept-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12746","title":{"rendered":"Reisebericht &#8222;Unterwegs in Nepal&#8220; (19.-27. Sept. 2015)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Mitten im Vortrag sprangen einige der Anwesenden pl\u00f6tzlich auf und wollten zum Ausgang eilen. Hans Scheib, der mich gebeten hatte, doch ihn auf diesem Einsatz zu begleiten, predigte von der Kanzel \u00fcber den nat\u00fcrlichen Menschen, wie ihn 1. Kor. 2,14 erw\u00e4hnt. Selber sa\u00df ich am Raumende des Gemeindegeb\u00e4udes auf einer Bank. Ein dumpfer Ton war zu vernehmen und ich sp\u00fcrte ein Vibrieren des Bodens. Ein Erdbeben! Dass die Nepalesen darauf sofort und schnell reagieren, sollte nicht allzu sehr \u00fcberraschen. Schlie\u00dflich ist man auf diesem Gebiet besonders sensibel und etliche sind wom\u00f6glich auch traumatisiert.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So brachte der ERF am 22. September auf seiner Homepage einen Beitrag, wie sich Menschen in Nepal auf Traumasendungen, die ausgestrahlt wurden, meldeten. Gleich nach dem besonders schweren Erdbeben am 25. April dieses Jahres, das mindestens 9000 Menschenleben kostete, begann TWR mit Radioprogrammen zur Traumabew\u00e4ltigung. Das Echo war so gro\u00df und positiv, man hat hier offenbar einen seelsorgerlich wichtigen Bereich angesprochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hans selber hatte so gut wie nichts wahrgenommen, wunderte sich nur \u00fcber die Reaktion seiner Zuh\u00f6rer. Doch diese Vibration war nur von sekundenlanger Dauer und nach kurzem Z\u00f6gern kehrte man zu seinen Sitzpl\u00e4tzen am Boden zur\u00fcck. Wir hatten uns schon am Morgen in Katunje in der Bhaktapur Mission Church getroffen. Katunje ist eine Stadt im Nordosten von Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Nepal war in den 70er-Jahren das gelobte Land der Hippies, weil man dort Haschisch umsonst erhielt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuerst hatte ich \u00fcber den 1. Johannesbrief gesprochen und in diesem Zusammenhang auch evangelisiert. Es waren etliche Ungl\u00e4ubige bei dieser Versammlung anwesend. Gott wei\u00df, ob auch gute Herzensb\u00f6den dabei waren, als die Einladung zum Glauben an Jesus Christus gegeben wurde. Selber erlebte ich, wie mitten in der Botschaft auf der Seite der Frauen eine gewisse Unruhe entstand. In Nepal sitzt man, \u00e4hnlich wie in Indien, auf dem Boden. Dadurch nimmt man auch leichte Ersch\u00fctterungen wahr. Auf meine Frage, was die Ursache dieser vermehrten Stimmen sei, erfuhr ich, dass es eine Art Mini-Erdbeben gegeben hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach kam am fr\u00fchen Nachmittag Hans mit seiner buchst\u00e4blich \u201eersch\u00fctternden\u201c Botschaft, die nun durch diesen st\u00e4rkeren Erdsto\u00df unterbrochen wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich hatten wir diese Reise mit besonderer Schulung von Pastoren und Gemeindeleitern f\u00fcr den 14. Mai geplant. Doch nach dem starken Nachbeben am 12. Mai wurden wir von den Veranstaltern gebeten, nicht zu kommen. Nun hatten wir diesen Septembertermin wahrgenommen. Es wurde f\u00fcr diesen Einsatz streckenweise sehr gro\u00dfz\u00fcgig gespendet und so kamen wir beide mit eher dicken Geldtaschen angereist. Hans meinte, meine Vortr\u00e4ge zu gewissen apologetischen Themen w\u00e4ren auch f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen in Nepal angebracht. Nun gibt es mein Buch zur sanften Verf\u00fchrung der Gemeinde auch in Nepali. Athem Chothe, den ich 2011 in Nordindien in Siliguri kennen lernte, der selber ein Bibelinstitut leitet, hatte die \u00dcbersetzung und den Druck meines Buches veranlasst. Auf die Frage, wer mein Buch ins Nepalesische \u00fcbersetzt hat, huschte ein Schmunzeln \u00fcber Athems Gesichtsz\u00fcge. Es war ein Pentecostal, ein Pfingstler. Jetzt wurde es noch merkw\u00fcrdiger. Er stimmt meinem Buch vollkommen zu. Auf meine Frage, ob er nun die Pfingstgemeinde verlassen hat, hie\u00df es, er besuche sie weiterhin. Warum? \u201eWeil das Gemeindegeb\u00e4ude so sch\u00f6n ist.\u201c R\u00f6mer 6,1a.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bruder aus dem Himalajastaat, der diese Pastorenkonferenz zwecks Schulung organisierte, ist der Gemeindepastor Samuel Sodemba. Er war an manchen Themen besonders interessiert und als er meinen englischen Artikel \u00fcber \u201eHat die Gemeinde einen Heilungsauftrag?\u201c sah und las, bat er darum, diese Thematik aufzugreifen. Dieser Bitte bin ich gerne nachgekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Montag, den 20. Sept. gab es dann in einem Bezirk Kathmandus ein Treffen mit ca. 60 nepalesischen Christen, etliche davon Pastoren und \u00c4lteste von Gemeinden. Die Leute zeigten sich zum Teil sehr dankbar und man sprach von einer guten Darlegung. Im privaten Gespr\u00e4ch aber stellte sich heraus, wie viele doch noch wegen ihres pfingstlichen Hintergrunds mit der Heilung sympathisieren und meinen bzw. meinten, Heilung sei im Opfer Jesu mit eingeschlossen. Deswegen sollten wir auch die Kranken heilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heilung ist generell ein gro\u00dfes Thema unter den Christen in Nepal, und viele der Gemeinden sind mehr oder weniger stark charismatische gepr\u00e4gt. Doch nicht nur in diesem Himalajastaat sind Heiler und Propheten sehr popul\u00e4r, auch bei uns bzw. weltweit bewegt dieses Thema immer mehr Gem\u00fcter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem <em>Awakening Europe<\/em> Kongress in N\u00fcrnberg im Juli dieses Jahres waren zwei der Hauptredner Todd White und Ben Fitzgerald. Beide kommen von der Bethel Church in Redding, deren Seniorpastor Bill Johnson ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von ihm stammt die Aussage, dass, wenn wir nicht geheilt werden, die Schuld nicht bei Jesus, sondern bei unserem Mangel an Glauben liegt. Das ist nicht gesunde, sondern krank machende Lehre, so sonderbar dies im Zusammenhang mit angeblicher Heilung auch klingen mag. Auch lehrt dieser Pastor, zwar etwas verklausuliert, dass Jesus hier auf Erden, obwohl er nat\u00fcrlich Gott ist, eigentlich nur Mensch war. \u00c4hnlich argumentierte auch Rodney Howard-Browne, der Vater des Toronto-Segens. Er formulierte es etwas deutlicher, dass Jesus n\u00e4mlich sein g\u00f6ttliches Gewand im Himmel zur\u00fccklie\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum wird dies behauptet? Wie ich meinen Freunden darlegte, geschahen dann die Wunder Jesu, die Zeichen des Messias, nicht durch seine Gottheit, er war ja hier nur Mensch, sondern durch die Kraft des Heiligen Geistes. Nun wohnt derselbe Heilige Geist auch in uns und dann k\u00f6nnen wir die Werke, gew\u00f6hnlich redet man von mirakul\u00f6sen Heilungen, die Jesus getan hat, ebenfalls wirken und sogar noch gr\u00f6\u00dfere tun. Dementsprechend schrieb Johnson \u00fcber Jesus: \u201eEr vollbrachte als ein Mensch in der richtigen Beziehung zu Gott <em>Wundertaten, Wunder und Zeichen<\/em>\u2026 nicht als Gott. Wenn Er Wundertaten vollbracht h\u00e4tte, weil Er Gott war, dann w\u00e4ren sie f\u00fcr uns unerreichbar\u201c (Johnson, <em>When Heaven Invades Earth<\/em>, S. 29).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fast schon prophetisch bis verbl\u00fcffend sind Spurgeons Worte aus einer Predigt im April des Jahres 1883, 23 Jahre vor der Geburt der Pfingstbewegung: \u00bbGlaubt mir, bald werden neue Messiasse erscheinen. Menschen behaupten bereits von sich, Wunder wirken zu k\u00f6nnen. Bald werden wir falsche Christusse sehen, und von allen Seiten wird man h\u00f6ren: \u203aSieh hier!\u2039, und: \u203aSieh dort!\u2039 Die Anker sind eingeholt, der Wind bl\u00e4st, und die ganze Flotte ger\u00e4t in Verwirrung. M\u00e4nner, von deren geistlicher Gesundheit und Stabilit\u00e4t ich einst \u00fcberzeugt war, werden von der einen oder anderen Fantasterei fortgerissen \u2026 Wir stehen erst am Anfang einer \u00c4ra, in der sich Unglaube und Fanatismus vermengen werden! Dann werden wir wissen, wer zu Gottes Auserw\u00e4hlten z\u00e4hlt und wer nicht, denn es gibt Geister in dieser Stunde, die \u2013 sofern es m\u00f6glich w\u00e4re \u2013 selbst die Auserw\u00e4hlten verf\u00fchrten \u2026 Die Zeichen der Zeit deuten auf einen Karneval der Verf\u00fchrungen hin. M\u00e4nner haben aufgeh\u00f6rt, sich von Gottes Wort leiten zu lassen und behaupten, selbst Propheten zu sein\u00ab. (<em>Unter dem Banner Jesu Christi &#8211; Charles Haddon Spurgeon,<\/em> CLV, Seite 71)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hans Scheibs Kommentar zu diesem Zitat, \u201edieser Aufbruch von unten ist l\u00e4ngst weltweit im Gange.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausger\u00fcstet also mit einem anderen Jesus und Geist (2. Kor. 11,4), eilt man nun von einer Erweckung zur n\u00e4chsten und pr\u00fcft kaum noch die Theologie bzw. die Lehre, sondern ist begeistert von den gro\u00dfen Resultaten und Erfolgen. Allerdings leben wir in einer Zeit, wo fast alles, was verkehrt ist, gro\u00dfe Anh\u00e4ngerscharen um sich sammeln kann. Manchmal hat man den Eindruck, je bizarrer und exotischer, desto garantierter ist der Erfolg; in der Welt ebenso wie im frommen Bereich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So lautet eine j\u00fcngste idea-Meldung: <em>200.000 Christen pilgern jedes Jahr in das franz\u00f6sische Dorf Taiz\u00e9. Was ist an der dort ans\u00e4ssigen M\u00e4nnerkommunit\u00e4t so faszinierend?<\/em> Nun hat der Gr\u00fcnder dieses Ordens, Roger Schutz, \u00f6ffentlich erkl\u00e4rt: \u201eIn jedem menschlichen Wesen wohnt der Heilige Geist\u201c (idea spektrum Nr. 5\/97, S. 4). Das ist typische New-Age-Spiritualit\u00e4t und es ist genau dieser mystisch \u00f6kumenische Zeitgeist, der so faszinierend ist. Mystisch-seelische Liebe eint, auch mit Rom, die Lehre trennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass bei diesem Spektakel in N\u00fcrnberg auch einflussreiche Vertreter der Allianz mitgemacht haben, zeigt, wie sehr die D\u00e4mme in unseren Tagen bereits gebrochen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andererseits findet man bei diesen nepalesischen Christen wiederum eine gro\u00dfe Offenheit f\u00fcr gesunde biblische Lehre. Oft sind es pr\u00e4chtige Leute, die sich nach einer tieferen Gr\u00fcndung im Worte Gottes sehnen und gerne geschult werden m\u00f6chten. So wurden wir gleich mehrmals gebeten, wiederzukommen, zum Teil von Leuten, deren Theologie und B\u00fccher wie Vorbilder eher einen gro\u00dfen Zug zum schw\u00e4rmerischen Christentum verrieten. Meistens wird freundlich gel\u00e4chelt. Was sich allerdings wirklich hinter dieser frommen Fassade abspielt, wei\u00df Gott allein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In besagtem eingangs erw\u00e4hnten Gottesdienst in Katunje wurde dann nach unserer Verk\u00fcndigung noch eine Tanzeinlage gegeben, angeblich zur Ehre Gottes, wie ein Pastor meinte. Hans blickte etwas konsterniert. Zwei attraktive junge Frauen bewegten sich nach rhythmischer Musik in einer Form, die Hans und auch mich, jedenfalls teilweise, an indische Tempelt\u00e4nzerinnen erinnerte. Doch der Tanz um das Goldene Kalb ist in unseren Tagen sehr modern geworden. Man m\u00f6chte h\u00fcpfen, tanzen springen (1. Kor. 10,7). Man will eben unterhalten werden bzw. sein Fleisch fromm getarnt feiern. Es gibt heute manchen G\u00f6tzendiener des Zeitgeistes im evangelikalen Gewand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch fiel mir auf, selbst bei einfacher Konstruktion der Versammlungsst\u00e4tte, dass \u00f6fters ein modernes Schlagzeug vorhanden war. Hans erz\u00e4hlte mir, dass die Baptisten Nepals vor ca. zehn Jahren noch dagegen angek\u00e4mpft haben. Inzwischen ist es praktisch \u00fcberall akzeptiert, wie er lakonisch feststellte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings handelt es sich, so sehr die Sprachbarriere nat\u00fcrlich Grenzen aufrichtet, um liebe, freundliche Menschen, die man gerne in Gottes Wort vertiefen m\u00f6chte. Insofern m\u00f6chte man auch manche kindliche oder kulturelle Torheit mit Nachsicht zur Kenntnis nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hans betonte aber, wie er in Barhabisi \u2013 eine Stadt in der N\u00e4he der chinesischen Grenze \u2013 beim Besuch von drei Gemeinden kein Schlagzeug vorfand. Stattdessen traf er auf n\u00fcchterne und konzentrierte \u00c4lteste, die aus etlichen D\u00f6rfern zusammengekommen waren. Gemeinden, die in den letzten zwanzig Jahren entstanden sind. Das Thema war, was die Voraussetzung f\u00fcr biblischen \u00c4ltestendienst sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Tage unserer Ankunft stellte sich noch heraus, dass dies ein besonderer Feiertag war. Die Regierung hat eine neue Verfassung verabschiedet und Nepal als s\u00e4kularen Staat deklariert. In bestimmten Landesteilen gab es jedoch wegen dieser Neufassung Protestdemonstrationen. Nun war Nepal das einzige Land, in dem der Hinduismus Staatsreligion war. 2001 dankte der K\u00f6nig ab und im April 2006 erkl\u00e4rte sich Nepal zum s\u00e4kularen Staat. Zuvor konnte man als Christ, falls man einen Hindu bekehrte, mit bis zu sechs Jahren Gef\u00e4ngnis bestraft werden. Die neue Verfassung wurde eben in diesen Tagen unterzeichnet. Darauf gab es Probleme mit Indien. Der Sekret\u00e4r des Premierministers hatte nun am 22. September Kathmandu besucht, erbost dar\u00fcber, dass man nicht wieder eine Hindu-Verfassung eingef\u00fchrt hatte. Ohne Kommentar war er abgereist, eine Art diplomatischer Affront. Indien wird ja seit einem Jahr von der Hindupartei BJP regiert und deren Ministerpr\u00e4sident gilt als \u00fcberzeugter, um nicht zu sagen fanatischer, Hindu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Christenheit ist in Nepal in den letzten Jahren sehr stark gewachsen. Bis 1995 sch\u00e4tzte man die Gesamtzahl der Christen auf ca. 10 000. Nepal anerkannte nun Religionsfreiheit, der K\u00f6nig verlor seine absolutistische Macht. und viele Missionare und Vertreter verschiedenster Konfessionen str\u00f6mten darauf in dieses Land. Gegenw\u00e4rtig spricht man von ca. 1 Million Christen. Bei ca. 28 Millionen Einwohnern ist dies doch bemerkenswert. Wie mir ein indischer Missionar best\u00e4tigte, ist unter der Bev\u00f6lkerung, nicht nur bei Hindus, sondern auch bei Buddhisten eine gro\u00dfe Offenheit f\u00fcr das Evangelium vorhanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der neuen Verfassung allerdings, die an eben diesem Montag den 20. September unterzeichnet wurde, und Religionsfreiheit verspricht, hei\u00dft es jedoch auch, dass Christen Hindus oder Buddhisten nicht bekehren d\u00fcrfen. Die Zukunft wird zeigen, wie sich dies entwickeln bzw. auswirken wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch Vermittlung eines indischen Bruders konnte ich dann in Kathmandus \u00e4ltester Baptistengemeinde, gegr\u00fcndet 1983, etliche Stunden Bibelsch\u00fcler unterrichten. Auch das war ein Geschenk. In dieser Zeit besuchte Hans verschiedene Gemeinden in Notunterk\u00fcnften. Die durch das Erdbeben gesch\u00e4digten Christen erw\u00e4hnten u.a., wie einige Hindus ihnen wegen ihrer Religion die Schuld f\u00fcr das Erdbeben geben. Dies sei eine Strafe der G\u00f6tter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Kathmandu selber merkte man nicht sofort Sch\u00e4den von diesem Megabeben vom 25. April. Das Epizentrum war in Sindubalchowk, nahe der chinesischen Grenze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Athem Chothe hatte gleich nach diesem ersten Beben eine Hilfsaktion von Siliguri aus unter 5 D\u00f6rfern gestartet. Man brachte Wellblech, acht St\u00fcck pro Familie, als Dachersatz, K\u00fcchenutensilien, Lebensmittel, vor allem Reis, Zucker, Kartoffeln usw. Dann Decken etc. Am 24. Sept. besuchten Pastor David Dahal, Athem und ich eines dieser D\u00f6rfer. Nepane, wie es hei\u00dft, liegt 65 km von der Hauptstadt Kathmandu entfernt. Besonders das letzte St\u00fcck war eine abenteuerliche Fahrt auf unasphaltierten Wegen, wo man ohne Allradantrieb schnell steckenbleibt. Auf dieser Strecke gab es hin und wieder noch deutliche Zeichen der Verw\u00fcstung, die dieser Erdsto\u00df angerichtet hat. In dem besagten Dorf Nepane wurden wegen der N\u00e4he zu dem Epizentrum alle 125 H\u00e4user zerst\u00f6rt. Sechs Menschen starben. Die spontane Hilfe der Christen \u00f6ffnete die Herzen vieler. Vor dem Erdbeben gab es dort 15 Christen, heute sind es 50 und elf Bekehrte haben sich taufen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sind zwar eher einfache H\u00e4user, eigentlich H\u00fctten, die gebaut wurden, doch man zeigte sich zutiefst dankbar f\u00fcr diese Hilfe. Pastor David Dahal besucht nun regelm\u00e4\u00dfig diese Gl\u00e4ubigen, die in einer ebenfalls neu gebauten Kirche sich treffen. Vor dieser Katastrophe gab es dort keine Kirche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch gro\u00dfz\u00fcgige Spenden konnten wir Athem finanziell bei diesen Hilfsaktionen unterst\u00fctzen, ebenso wie Samuel Sodembas Team, das in verschiedenen Bergd\u00f6rfern erste Hilfe leistete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am vorletzten Tag durfte ich noch am Nepal Baptist Bible College ca. 3 Studenten unterrichten. Man hatte eigens einige Lehrstunden zusammengelegt. Es war jedenfalls Geschenk wie Bereicherung. Bei diesen Studenten ben\u00f6tigte es auch keinen \u00dcbersetzer. Englisch wird vorausgesetzt und erwartet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders ermutigend war f\u00fcr mich, dass mir immer wieder Geschwister mitteilten, dass sie f\u00fcr diesen Einsatz und f\u00fcr uns beten. Damit d\u00fcrfte es auch urs\u00e4chlich zusammenh\u00e4ngen, dass auch diese Reise im Gro\u00dfen und Ganzen mehr oder weniger klaglos verlief.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier also zum Abschluss m\u00f6chte ich auch all jenen meinen besonderen Dank aussprechen, die diese Reise gro\u00dfz\u00fcgig finanziell unterst\u00fctzt und erm\u00f6glicht haben. Bei einigen konnte ich nicht einmal deren Identit\u00e4t zweifelsfrei feststellen. Aber vor allem den treuen Betern sei von Herzen Dank gesagt. Erst die Ewigkeit wird offenbaren, was diese F\u00fcrbitte alles bewirkt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Alexander Seibel im September 2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitten im Vortrag sprangen einige der Anwesenden pl\u00f6tzlich auf und wollten zum Ausgang eilen. Hans Scheib, der mich gebeten hatte, doch ihn auf diesem Einsatz zu begleiten, predigte von der Kanzel \u00fcber den nat\u00fcrlichen Menschen, wie ihn 1. 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