{"id":12685,"date":"2015-09-21T23:36:44","date_gmt":"2015-09-21T21:36:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12685"},"modified":"2015-09-22T13:31:07","modified_gmt":"2015-09-22T11:31:07","slug":"eindruecke-vom-marsch-fuer-das-leben-am-19-9-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12685","title":{"rendered":"Eindr\u00fccke vom &#8222;Marsch f\u00fcr das Leben&#8220; am 19.9.2015"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><br \/>\n<\/strong>Unser Bus startete um 7.00 Uhr am Morgen des 19. September in Verden an der Aller. Nach einem Zwischenstopp an der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes in D\u00fcshorn, wo weitere Teilnehmer einstiegen, fuhren wir mit \u00fcber 40 Personen nach Berlin. Dort begann die Kundgebung des diesj\u00e4hrigen Marsches f\u00fcr das Leben p\u00fcnktlich um 13.00 Uhr am Bundeskanzleramt.\u00a0Eine Band begr\u00fc\u00dfte uns mit schwungvollen Liedern aus vergangenen Zeiten. Sie setzte sich zusammen aus Jung und Alt, aus Behinderten und Nicht-Behinderten, und gab so ein Zeugnis f\u00fcr Lebensfreude und liebevollen Umgang untereinander.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kundgebung war gef\u00fcllt mit zum Teil sehr bewegenden Zeugnissen von Menschen, die entweder mit dem Thema Abtreibung, mit Behinderung oder auch mit einem Selbstmordversuch sehr schmerzhafte Erfahrungen gemacht haben. Diese Berichte wurden sehr offen und ehrlich vorgetragen und immer wieder kam zum Ausdruck, dass der lebendige Gott durch Jesus Christus Auswege er\u00f6ffnet, wo menschlich gesehen keine Hoffnung mehr ist, dass er Schuld vergibt, wo schwerste Schuld dr\u00fcckt und der Tod, auch wenn er sich als barmherzige Tat tarnt, niemals eine Antwort auf die N\u00f6te und Fragen von Menschen am Anfang oder am Ende des Lebens sein kann. F\u00fcr alle Betroffenen war klar: Wir brauchen eine Gesellschaft, die sich sch\u00fctzend vor das Leben des ungeborenen Kindes im Mutterleib und vor das Leben der Alten und Schwachen am Lebensende stellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch auch Argumente f\u00fcr den Lebensschutz wurden weitergegeben. So kl\u00e4rte z. B. eine Hebamme \u00fcber den Umstand auf, dass ein ungeborenes Kind schon ab der 8. Woche Schmerz empfinden k\u00f6nne. Eigentlich m\u00fcsse man also bei einer Abtreibung Schmerzmittel verabreichen. Diese Information sei wichtig, weil so deutlicher werde, dass wir es hier von Beginn an mit einem Menschen und nicht mit einem Zellklumpen zu tun h\u00e4tten. Sie fragte, warum die Gr\u00fcnen sich gegen das Schlachten tr\u00e4chtiger K\u00fche und damit f\u00fcr den Schutz ungeborener K\u00e4lber einsetzten, dieselbe Partei aber nichts f\u00fcr den Schutz des ungeborenen Menschen unternehme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es fiel auf, dass insbesondere katholische W\u00fcrdentr\u00e4ger Gru\u00dfworte geschickt hatten oder sogar selbst anwesend waren. Selbst Papst Franziskus gr\u00fc\u00dfte die Teilnehmer des Lebensmarsches und hatte gegen\u00fcber Martin Lohmann, dem Vorsitzenden des Bundesverbands Lebensrecht, die Wichtigkeit unseres Anliegens betont. Martin Lohmann wandte sich in seiner Ansprache direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel und forderte eine Willkommenskultur auch f\u00fcr ungeborene und geborene Kinder. Erfreulich war, dass einige Bundestags-, Landtags-, und Europaabgeordnete am Marsch f\u00fcr das Leben teilnahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besch\u00e4mend war wie in den vergangenen Jahren wieder die Haltung der EKD. Nur Bischof July (Stuttgart) und Bischof Rentzing (Dresden) \u00a0hatten ein Gru\u00dfwort geschickt. Pastor Ulrich Parzany, Teilnehmer des Marsches, sagte in seinem pers\u00f6nlichen Gru\u00dfwort, er sei zornig \u00fcber die Haltung der EKD. Wir wollen an dieser Stelle seine eindringlichen Worte stellvertretend f\u00fcr viele andere gute Beitr\u00e4ge wiedergeben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs macht Mut zu sehen, dass so viele aufstehen f\u00fcr das Leben. Mit vielen evangelischen Christen bin ich allerdings auch entt\u00e4uscht und ich sage ganz offen auch zornig, dass nicht die Kirchenleitungen der evangelischen Kirchen eindeutig hinter diesem Tag mit ihrer Zustimmung stehen. Es ist auch erschreckend, dass wenn man einstehen will f\u00fcr den Schutz des Lebens, einem so viel Feindschaft und Hass entgegenschl\u00e4gt. Doch wir d\u00fcrfen unser Verhalten nicht von den Gegnern bestimmen lassen. Gott der Sch\u00f6pfer und Liebhaber des Lebens hat uns die Wegweisung gegeben in der Heiligen Schrift: \u201eLass dich nicht vom B\u00f6sen \u00fcberwinden, sondern \u00fcberwinde das B\u00f6se mit Gutem\u201c. Wir k\u00f6nnen das, weil wir den Mann vom Kreuz im Kreuz haben. Der ist f\u00fcr uns gestorben. Dessen Liebe macht uns stark. Er hat gebetet am Kreuz f\u00fcr seine Feinde: \u201eVater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.\u201c Feindesliebe ist die Waffe des Liebhabers des Lebens, unseres Gottes. Wir leben von der Liebe des gekreuzigten Jesus. Wir werden sie brauchen im Kampf, und um Widerstand zu leisten. Wir stehen daf\u00fcr. Das Gebot Gottes gilt: \u201eDu sollst nicht t\u00f6ten!\u201c Und wir rufen mit dem Propheten Jeremia: \u201eO Land, Land, Land, h\u00f6re des Herrn Wort\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anders als sonst wurde die Kundgebung nicht von Gegendemonstranten gest\u00f6rt. Das war merkw\u00fcrdig. Auch als der Marsch dann begann, waren es anfangs nur vereinzelte Autonome, die ihre bekannten Parolen riefen: \u201eKein Gott, kein Staat, kein Patriarchat\u201c, \u201ePille, Spirale, Linksradikale\u201c, \u201eH\u00e4tt\u2018 Maria abgetrieben, w\u00e4rt ihr uns erspart geblieben\u201c, und \u00c4hnliches. Im Laufe des Marsches wurden es dann immer mehr Autonome, die aber von der Polizei wirksam unter Kontrolle gehalten wurden, so dass es bei den verbalen und optischen Angriffen blieb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Stra\u00dfe Unter den Linden ging es dann aber mit einem Mal \u00fcberhaupt nicht mehr weiter. Der lange Demonstrationszug kam zum Stehen. Die Gegendemonstranten hatten eine Sitzblockade installiert. Die Haltung der Teilnehmer des Marsches war bewundernswert: W\u00e4hrend die Menschen im Zug fast zwei Stunden gut gelaunt ausharrten, Loblieder sangen und sich unterhielten, arbeitete die Polizei deeskalierend und brauchte viel zu lange, um den Weg freizur\u00e4umen. Dabei kam dann aber wohl auch Tr\u00e4nengas zum Einsatz. 14 Polizisten wurden durch Linksradikale verletzt. Schlie\u00dflich konnten wir doch noch unseren Weg fortsetzen und kamen zu einem Zeitpunkt am Lustgarten an, an dem wir eigentlich schon im Bus und auf dem R\u00fcckweg sein wollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gegendemonstranten meinten, sie h\u00e4tten einen Sieg errungen, weil sie uns zwei Stunden aufgehalten haben. Tats\u00e4chlich erreicht haben sie aber, dass unsere Demonstration viel mehr Beachtung fand, als wenn wir nach einer guten Stunde den Innenstadtbereich wieder verlassen h\u00e4tten. Das Anliegen unseres Marsches, die 1.000 Kreuze, viele Schilder und Banner und auch die Loblieder blieben auf diese Weise f\u00fcr viele Passanten viel l\u00e4nger als geplant sichtbar und h\u00f6rbar. Die Teilnehmer haben das bei guter Moral ausgehalten. Dank dem Herrn!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als der Gottesdienst vor dem Berliner Dom begann, kam auch der Regen. Es goss in Str\u00f6men. Viele suchten Schutz in den Kolonnaden des Alten Museums, viele sa\u00dfen oder standen mehr oder weniger beschirmt im Regen. Aber sie harrten aus und der gesamte Gottesdienst fand wie vorgesehen statt. Liturg war Pfarrer Philip von Preu\u00dfen. Die n\u00fcchterne und klare Predigt hielt Weihbischof Thomas Maria Renz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war schon fast Mitternacht, als wir von einem anstrengenden, abenteuerlichen und sehr gesegneten Tag zur\u00fcckkehrten. Laut Polizeiangaben waren wir 7.000 Teilnehmer und damit 2.000 Personen mehr als im vergangenen Jahr. 1.800 linksradikale St\u00f6rer und Randalierer schrien dumpfe Parolen und brachten keine Argumente. 900 Polizisten mussten uns vor diesem Mob sch\u00fctzen und verdienen daf\u00fcr unseren besonderen Dank.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine kritische Anfrage geht an die Politik. Wie kann es sein, dass die Vorsitzende der Partei &#8222;Die Linke&#8220; auf der Internetseite ihrer Partei dazu aufruft, den Marsch f\u00fcr das Leben zu blockieren? Offensichtlich sind Katja Kipping Artikel 5 (Meinungsfreiheit) und Artikel 8 (Versammlungsfreiheit) nicht bekannt. Diese Artikel gelten eben nicht nur f\u00fcr linke, sondern auch f\u00fcr christliche Positionen. Die im Bundestag vertretene Partei &#8222;Die Linke&#8220; stachelt einen radikal-staatsfeindlichen Mob dazu auf, Christen daran zu hindern, ihre Grundrechte ungest\u00f6rt auszu\u00fcben und im stillen Protest an den hunderttausendfachen Mord an ungeborenen Kindern zu erinnern. Das ist ein Skandal, und es ist ebenso skandal\u00f6s, dass weder Politiker noch Kirchenvertreter dies zur Sprache bringen und anprangern. Lesen Sie hierzu auch die Kolumne von Gunnar Schupelius in der <a href=\"http:\/\/www.bz-berlin.de\/berlin\/kolumne\/hat-frau-kipping-ein-problem-mit-der-meinungsfreiheit\">Berliner Zeitung<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind gespannt auf den &#8222;Marsch f\u00fcr das Leben&#8220; im n\u00e4chsten Jahr. In den vergangenen Jahren ist die Teilnehmerzahl stetig gestiegen. Werden wir 2016 die 10.000-Marke erreichen? Schreiben Sie sich schon heute den 17. September 2016 in Ihren Kalender. Auf ein Wiedersehen in Berlin!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eMit ihm ist ein fleischlicher Arm, mit uns aber ist der Herr unser Gott, dass er uns helfe und f\u00fchre unseren Streit.\u201c<\/em> (2. Chronik 32,8a)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Astrid Borower und Johann Hesse am 21.9.2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Bus startete um 7.00 Uhr am Morgen des 19. September in Verden an der Aller. Nach einem Zwischenstopp an der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes in D\u00fcshorn, wo weitere Teilnehmer einstiegen, fuhren wir mit \u00fcber 40 Personen nach Berlin. 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