{"id":12588,"date":"2015-09-04T16:59:19","date_gmt":"2015-09-04T14:59:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12588"},"modified":"2015-09-04T16:59:45","modified_gmt":"2015-09-04T14:59:45","slug":"der-is-hat-mich-zu-jesus-gebracht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12588","title":{"rendered":"&#8222;Der IS hat mich zu Jesus gebracht&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Zur Weihnachtszeit letzten Jahres steckte Pastor Joseph wie immer bis zum Hals in Arbeit. Neben den \u00fcblichen Festvorbereitungen verbrachte er dieses Mal au\u00dferdem noch viel Zeit mit Christen, die durch den IS-Terror in Not geraten waren. Mitten in diesem Chaos kam ein Mann in sein B\u00fcro. Er sagte, es sei dringend \u2013 er w\u00fcrde gern ein paar Worte mit ihm wechseln. Also unterbrach Joseph seine Arbeit, um die Geschichte des Besuchers anzuh\u00f6ren \u2013 eine Geschichte, die der 38-J\u00e4hrige zwar schon oft geh\u00f6rt hatte, aber immer wieder gern erz\u00e4hlt bekommt: die eines Muslims, der aufgrund des IS-Terrors zum Glauben an Jesus Christus kommt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch war blind, aber jetzt kann ich sehen!\u201c, erkl\u00e4rte ihm der Mann. \u201eWie meinen Sie das?\u201c, fragte Joseph. \u201eIch war Muslim, aber jetzt habe ich die Wahrheit erkannt. Von dem Tag an, als\u00a0der IS in Mosul einfiel, begann ich, den Koran zu lesen. Ich wollte den Leuten zeigen, dass dieser Islam nicht der wahre Islam ist. Vier bis f\u00fcnf Stunden t\u00e4glich las ich darin. Ich wollte meine Religion verteidigen k\u00f6nnen. Leider habe ich genau das Gegenteil herausgefunden: Der IS vertritt den wahren Islam.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Geschichten h\u00f6rt Joseph immer wieder, w\u00e4hrend er trotz der Bedrohung durch den IS in Bagdad ausharrt und treu seine Arbeit verrichtet. Er wei\u00df: Durch die Terroristen gibt es seltene Gelegenheiten f\u00fcr die Kirche. So hat er zum Beispiel viele junge Muslime kennengelernt, die dem Islam den R\u00fccken gekehrt haben, nachdem sie herausgefunden hatten, wie der IS sich auf den Koran berufen kann. Auf der anderen Seite merken diese jungen Menschen, dass sie trotzdem immer noch Gott brauchen. \u201eDann machen sie sich auf die Suche\u201c, erkl\u00e4rt Joseph. \u201eWenn sie eine Bibel haben, fangen sie an, darin zu lesen. Und hier lernen sie einen Gott kennen, der Liebe ist. Ein Gott, der weder Christen noch Jesiden hasst. Ein Gott, der \u00fcberhaupt nicht t\u00f6ten will. Viele Menschen finden zum Christentum, weil sie sich auf die Suche nach Gott machen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mann, der Joseph im Dezember besuchte, hatte eine \u00e4hnliche Erfahrung gemacht. Die Koranlekt\u00fcre hatte ihn mit Erschrecken feststellen lassen, dass\u00a0der\u00a0IS\u00a0seine Taten sehr wohl\u00a0mit dem Koran rechtfertigen konnte. Er wurde Atheist. Tage sp\u00e4ter kam er an einer Bibliothek vorbei. Vor dem Eingang sa\u00df eine Handvoll M\u00e4nner, vor ihnen lagen Bibeln und christliche Literatur auf einem Tisch. \u201eKann ich eine Bibel haben?\u201c, fragte der Mann. Sie gaben ihm ein Neues Testament, das er zu Hause sofort zu lesen begann. Die Geschichte von der Ehebrecherin im Johannesevangelium Kapitel acht sprach ihn an \u2013 besonders die Stelle, in der die Menge Jesus fragt, wie mit der Ehebrecherin zu verfahren sei. \u201eW\u00fcrde ich sie steinigen?\u201c, fragte er sich. Dann las er die Antwort Jesu: \u201eWer unter euch ohne S\u00fcnde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas ist Gott!\u201c, rief der Mann begeistert aus. \u201eDas ist der wahre Gott, den wir anbeten sollten!\u201c Die Suche nach einer Kirche brachte ihn schlie\u00dflich zu Joseph. Seine Geschichte ist kein Einzelfall. \u201eDer IS hilft uns in gewisser Weise, denn er bringt die Menschen dazu, nach der Wahrheit zu suchen\u201c, erkl\u00e4rt Joseph. \u201eIch h\u00f6re viele solcher Geschichten von Muslimen, die zurzeit zu Jesus finden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Die Kehrseite der Medaille <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr jede Geschichte eines Muslims, der sich zum christlichen Glauben bekehrt, kennt Joseph mehrere von Muslimen, speziell IS-K\u00e4mpfern, die Christen verfolgen. In den Medien kursieren sie zu Gen\u00fcge: Geschichten von Enthauptungen, Kreuzigungen und arabischen \u201eN\u201cs, die an die H\u00e4user von Christen geschrieben werden (das N steht f\u00fcr \u201ena\u1e63r\u0101n\u012b\u201c, auf Deutsch \u201eChrist\u201c). Christen werden dazu gezwungen, aus dem Irak zu fliehen, zum Islam zu konvertieren, eine sehr hohe Summe Schutzgeld zu bezahlen \u2013 oder sie werden get\u00f6tet. Die Geschichten, die Joseph h\u00f6rt, haben alle einen Namen; es sind jedes Mal pers\u00f6nliche Schicksale. Immer wieder erf\u00e4hrt er von Kirchenmitgliedern, die versuchen, vor dem Terror des IS zu fl\u00fcchten \u2013 nur, um genau dem IS an den vielen Checkpoints in die Arme zu laufen, die sie \u00fcberall um das von den islamistischen K\u00e4mpfern eroberte Gebiet errichtet haben. Dort werden den Christen P\u00e4sse, Ausweise und alle Wertsachen weggenommen. Joseph h\u00f6rte von einem IS-Wachmann, der an eben solch einem Checkpoint den Ehering einer Schwangeren einforderte. Durch die Schwangerschaft waren die Finger der Frau angeschwollen, sodass sie den Ring nicht abziehen konnte. Kurzerhand schnitt der Islamist ihr den Finger ab, um an das Schmuckst\u00fcck zu gelangen \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Begebenheiten gehen nicht spurlos an den Christen im Irak vorbei. \u201eSie haben Angst\u201c, sagt Joseph. \u201eDie meisten von ihnen wollen nicht mehr im Land bleiben. Viele Familien wandern nach Jordanien, in den Libanon oder die T\u00fcrkei aus. Sie wollen einfach nur noch weg.\u201c W\u00e4hrend die Mitglieder seiner Gemeinde \u00fcberlegen, wie sie an ein Visum kommen, ob sie alles zur\u00fccklassen und fliehen sollen, r\u00e4t Joseph ihnen, die Ruhe zu bewahren, sich zu setzen und zu beten. \u201eIch bete einfach f\u00fcr sie\u201c, erkl\u00e4rt er. \u201eWir als Kirche k\u00f6nnen ihnen nicht vorschreiben, ob sie bleiben oder gehen sollen. Aber wir k\u00f6nnen sie dazu anhalten, \u00fcber ihre Entscheidung zu beten und sich von Gott f\u00fchren zu lassen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u201eBitte betet mit uns!\u201c<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz all der Herausforderungen ermutigen die vielen Bekehrungen von Muslimen den Pastor. Er glaubt an die Zukunft seines Landes. \u201eIch denke, auf geistlicher Ebene wird vieles besser werden\u201c, so Joseph. \u201eWir alle beten und glauben an das Gebet, dass Gott unser Land in eine bessere Zukunft f\u00fchren wird.\u201c Und er f\u00fcgt hinzu: \u201eBitte betet mit uns f\u00fcr die Menschen und die Kirche im Irak!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/www.verfolgte-christen.de\">Quelle: www.verfolgte-christen.de<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Hilfsaktion M\u00e4rtyrerkirche, Uhldingen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Weihnachtszeit letzten Jahres steckte Pastor Joseph wie immer bis zum Hals in Arbeit. Neben den \u00fcblichen Festvorbereitungen verbrachte er dieses Mal au\u00dferdem noch viel Zeit mit Christen, die durch den IS-Terror in Not geraten waren. Mitten in diesem Chaos kam ein Mann in sein B\u00fcro. 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