{"id":12563,"date":"2015-08-15T12:12:01","date_gmt":"2015-08-15T10:12:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12563"},"modified":"2015-08-15T12:12:01","modified_gmt":"2015-08-15T10:12:01","slug":"israel-und-das-evangelium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12563","title":{"rendered":"Israel und das Evangelium"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Jesus aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel <\/strong><strong>(<\/strong><strong>Mt 15,24).<\/strong> <strong>Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn \u00fcbergeben, damit sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, wer ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat <\/strong><strong>(<\/strong><strong>Joh 5,22 und 23).<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Dialog&#8220; ist ein Terminus, der von der EKD besonders gern gebraucht und folgenderma\u00dfen beschrieben wird: <em>&#8222;Sinnvoll und weiterf\u00fchrend sind Dialoge nur dann, wenn beide Partner sich selbst, ihre eigenen Positionen und die dahinter stehenden Traditionen in ihrer Tragweite und Bedeutung aufzuschlie\u00dfen bereit sind, und wenn gleichzeitig die Bereitschaft vorhanden ist, die Positionen und Traditionen ihres Gespr\u00e4chspartners zu verstehen und ggf. den eigenen Standpunkt zu ver\u00e4ndern. Dabei machen sie die Erfahrung, dass die Bereitschaft, den Partner in seiner Eigenst\u00e4ndigkeit und individuellen Pr\u00e4gung wahrzunehmen, dazu f\u00fchrt, sich selbst neu zu erkennen und Neues \u00fcber die eigene Identit\u00e4t zu erfahren.&#8220; <\/em>Damit ist &#8222;Dialog&#8220; vergleichbar mit einer Talkrunde oder &#8222;Quasselrunde&#8220; wie ich immer sage, bei der man zwar unterschiedliche Ansichten erf\u00e4hrt, es aber zu keinem Ergebnis kommt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht hier um das Thema, ob Christen Judenmission erlaubt sein kann oder ob es f\u00fcr Juden einen anderen Heilsweg, abweichend von dem f\u00fcr Christen, gibt. Jesu Aussagen und dem neutestamentlichen Zeugnis zufolge kam er exklusiv zu den Juden. Das was in den obigen Versen steht, wurde \u00f6ffentlich und direkt den Juden gesagt. Es sind also keine Aussagen, die nur den J\u00fcngern gegen\u00fcber gemacht wurden, die allerdings auch Juden waren. Nach neutestamentlichem Zeugnis gilt das Heilswerk Jesu Christi uneingeschr\u00e4nkt allen Menschen. Dass er der einzige Weg zu Gott ist, gilt demnach auch f\u00fcr die Juden. Die gl\u00e4ubigen Juden lehnen Jesus bis heute kategorisch ab. Nach dem Talmud ist Jesus der Sohn einer Hure und Schlimmeres. Gl\u00e4ubige Juden sind, wie bereits Paulus schreibt, Feinde der Christen, weshalb sich diese in Israel auch heute einer Verfolgungssituation gegen\u00fcbersehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus schreibt von den Geheimnissen Gottes, wonach die Juden Feinde um unsretwillen sind, weil erst dadurch die V\u00f6lkermission m\u00f6glich wurde und dass ganz Israel gerettet wird, wenn die F\u00fclle der Heiden zum Heil gelangt ist (R\u00f6mer 11). F\u00fcr uns ist das nicht ohne weiteres verstehbar. Hei\u00dft das aber nun, dass den Juden das Evangelium bis dahin vorenthalten werden muss, sie gewisserma\u00dfen vom Glauben an Jesus Christus suspendiert sind und f\u00fcr sie bis zur Wiederkunft Christi die Gesetze des Alten Bundes gelten, von denen geschrieben steht, dass sie nutzlos sind?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus schreibt in R\u00f6mer 11, Verse 21.22, dass Gott die nat\u00fcrlichen Zweige am \u00d6lbaum Israel wegen ihres Unglaubens ausgebrochen hat und sie wieder einpfropfen kann, sofern sie nicht im Unglauben bleiben. Schon deshalb wird man den Juden das Evangelium nicht vorenthalten d\u00fcrfen, zumal das Evangelium zu allererst f\u00fcr die Juden bestimmt ist. Sich hier zur\u00fcckzuhalten, weil das den Dialog mit den gl\u00e4ubigen Juden st\u00f6ren w\u00fcrde, wie die EKD meint, kann deshalb nicht \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um den Dialog nicht zu belasten, geht die EKD zu den Judenchristen \u2013 den messianischen Juden &#8211; auf Distanz. Als Argument wird dabei auch angef\u00fchrt, dass im Missionsbefehl die Juden nicht gesondert genannt sind, sondern nur die V\u00f6lker. Nachdem die Mission von Juden ausging und das Evangelium zuerst den Juden gesagt wurde, wobei sich viele zum Glauben an Jesus Christus bekannten, war es nicht notwendig, die Juden im Missionsbefehl nochmals gesondert zu erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinsichtlich der mangelnden Solidarit\u00e4t mit den messianischen Christen, fragt ein ma\u00dfgeblicher judenchristlicher Pastor, der als Kind dem Holocaust entkommen ist, was wohl mit jenen Kirchenverantwortlichen geschehen wird, die zwar Christus angenommen haben, aber gegen ihre Mitchristen gefrevelt und diese verfolgt haben, wenn Gott nicht einmal sein eigenes Volk vor den Gaskammern verschont hat?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Auffassung des judenchristlichen Pastors ist die gesamte Judenverfolgung nach der Vertreibung aus Pal\u00e4stina im Jahre 70 n.Chr. Gericht Gottes, infolge der Ablehnung seines Sohnes Jesus Christus. Als Jude kann der judenchristliche Pastor solche Aussagen machen, die f\u00fcr einen Deutschen h\u00f6chst unbek\u00f6mmlich w\u00e4ren. Mich hat das sehr nachdenklich gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwas anderes gilt aber auch: Das Unrecht gegen\u00fcber den Juden wird nicht dadurch gerechtfertigt, dass es Gott zugelassen hat. Die T\u00e4ter aller Zeiten unterliegen ebenfalls dem Gericht Gottes. Als Christen sollen wir wissen, dass Israel Gottes auserw\u00e4hltes Volk ist und bleibt und wir sein Volk deshalb lieben sollen, und Liebe besteht auch darin, niemanden sehenden Auges ins Verderben laufen zu lassen, und deshalb ist es eine Aufgabe der Christen, Israel mit dem Evangelium bekannt zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jesus aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel (Mt 15,24). 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