{"id":12429,"date":"2015-07-07T17:11:09","date_gmt":"2015-07-07T15:11:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12429"},"modified":"2015-07-07T17:19:02","modified_gmt":"2015-07-07T15:19:02","slug":"offener-brief-an-den-ratsvorsitzenden-der-ekd-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12429","title":{"rendered":"Offener Brief an den Ratsvorsitzenden der EKD"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Offener Brief des Vorsitzenden des Lutherischen Konvents im Rheinland an den Ratsvorsitzenden der EKD vom 28.6.2015<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Bedford-Strohm,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie haben sich im \u201eSpiegel\u201c (Nr.23\/2015) f\u00fcr die Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Ehe in Staat und Kirche ausgesprochen: \u201eZentrale biblische Gebote&#8230;wie das Liebesgebot Jesu und seine Goldene Regel&#8230; wiegen f\u00fcr mich schwerer als einzelne Bibelstellen, die Homosexualit\u00e4t kritisieren\u201c. In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich Ihnen folgende Fragen stellen:<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Sicher ist Ihnen bekannt, da\u00df die Ablehnung von Homosexualit\u00e4t im Alten Testament nicht nur ihre gewaltsame Aus\u00fcbung betrifft (1.Mose 19,4-11; Ri 19,22-30), sondern grunds\u00e4tzlich gemeint ist (3.Mose 18,22; 20,13) und deshalb im Neuen Testament best\u00e4tigt wird (R\u00f6m 1,26f.; 1.Kor 6,9-11; 1.Tim 1,8-11). Geben Sie mit der angestrebten Gleichstellung von Homopartnerschaft und Ehe nicht die <strong>Sch\u00f6pfungsordnung<\/strong> Gottes auf, nach der nur aus der Liebe von Mann und Frau Kinder geboren werden und das Leben weitergegeben wird (1.Mose 1,27f.; 2,24; Mk 10,5-9)? Ist die Liebe zu Gott und seinen Geboten bei Jesus nicht klar der N\u00e4chstenliebe vorgeordnet? (Mk 12,29ff.; Joh 15,10)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8211; Aus <strong>staatlicher Sicht<\/strong> (Art. 6 Abs. I GG) ist deshalb nur die Ehe f\u00f6rderungsw\u00fcrdig, weil sie dem Fortbestand der Bev\u00f6lkerung dient. Das Bundesverfassungsgericht hat daher in seinem Urteil zum Lebenspartnerschaftsgesetz vom 17.2.2002 deutlich zwischen der von der Verfassung privilegierten Ehe als einer \u201eVereinigung eines Mannes und einer Frau zu einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft\u201c und anderen Lebenspartnerschaften unterschieden, die \u201evon diesem Schutz nicht erfa\u00dft\u201c werden. Warum m\u00f6chten Sie daran etwas \u00e4ndern?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8211; Obwohl nur 2-5% der Bev\u00f6lkerung homosexuell empfinden, nur 2-3% der Homosexuellen die standesamtliche Partnerschaft eingegangen sind und auch die Zahl kirchlicher Homosegnungen verschwindend gering ist, versucht die Homo-Lobby seit Jahren mit Erfolg, die gesellschaftliche Akzeptanz der \u201eHomoehe\u201c durchzusetzen. M\u00f6chten Sie den Interessen dieser kleinen <strong>Minderheit<\/strong> gegen\u00fcber der gro\u00dfen Mehrheit heterosexuell veranlagter und lebender Menschen Vorschub leisten? Ist dies angesichts der anhaltenden demographischen Krise unseres Landes das richtige Zeichen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8211; Nachdem mit Spanien, Frankreich, Malta und Irland sich traditionell <strong>katholische<\/strong> L\u00e4nder f\u00fcr die Homoehe \u2013 wenn auch gegen erhebliche vom katholischen Episkopat organisierte Widerst\u00e4nde &#8211; ge\u00f6ffnet haben, denken viele, nun solle endlich auch Deutschland und die freiheitlichere, modernere evangelische Kirche gleichgeschlechtliche Partnerschaften der Ehe gleichstellen. Nicht bedacht wird dabei, da\u00df in den genannten L\u00e4ndern die traditionelle Sexualmoral der katholische Kirche durch zahlreiche Mi\u00dfbrauchsf\u00e4lle ihrer Priester unglaubw\u00fcrdig geworden war und hier eine Befreiung von klerikaler Bevormundung erk\u00e4mpft wurde, die in Deutschland und anderen evangelischen L\u00e4ndern bereits mit der Reformation und der Aufkl\u00e4rung gegeben ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8211; Die offensichtlich dem Zeitgeist geschuldeten \u00e4hnlichen \u00c4u\u00dferungen f\u00fchrender evangelischer Kirchenvertreter gef\u00e4hrden zunehmend die <strong>\u00d6kumene<\/strong> mit der r\u00f6misch-katholischen und orthodoxen Kirche, die hier treuer zu den biblischen Grundlagen stehen. So hat die russisch-orthodoxe Kirche j\u00fcngst die formalen Beziehungen zur Protestantischen Kirche in Frankreich und Kirche von Schottland beendet, weil diese die traditionelle christliche Sexualmoral zugunsten gleichgeschlechtlicher Trauungen verlassen h\u00e4tten. Ist die Hl.Schrift nicht mehr die Grundlage der Evangelischen Kirche? Ist die Auslegung der Bibel in unserer Kirche subjektiv (\u201ef\u00fcr mich\u201c) und beliebig? Stehen Sie als EKD-Ratsvorsitzender wie der Papst \u00fcber der Hl.Schrift? Ist Ihnen die kleine Gruppe der Homosexuellen, die zumeist wenig an einer kirchlichen Segnung interessiert sind, wichtiger als die gro\u00dfe, weltweite Gemeinschaft der Christen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8211; Mit den Vorgaben von N\u00e4chstenliebe, Treue, Verbindlichkeit, Verl\u00e4\u00dflichkeit und Dauerhaftigkeit lassen sich auch die <strong>polygame Mehrehen<\/strong> der Muslime und Mormonen f\u00fchren und <strong>Inzestverh\u00e4ltnisse<\/strong> zwischen Eltern, Kindern, Geschwistern und Minderj\u00e4hrigen, <strong>P\u00e4derastie<\/strong>, ja selbst <strong>Sodomie<\/strong> mit Tieren nicht ausschlie\u00dfen. Im Neuen Testament werden dagegen gegen\u00fcber dem bunten heidnischen Umfeld Ehe und Familie als Sch\u00f6pfungs-ordnungen betont und nur im eschatologischen Horizont relativiert. Will die EKD unter Ihrer F\u00fchrung diese Jahrhunderte lang g\u00fcltige und selbstverst\u00e4ndliche Position nun dem liberalen Zeitgeist opfern und der sexuellen Beliebigkeit und Revolution auch in der Kirche T\u00fcr und Tor \u00f6ffnen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8211; <strong>Martin Luther<\/strong> schreibt im Gro\u00dfen Katechismus zum 6.Gebot, da\u00df Gott den <em>\u201eEhestand &#8230;vor allen andern eingesetzt hat und dar\u00fcmb unterschiedlich Mann und Weib geschaffen\u201c<\/em> habe, da\u00df sie <em>\u201esich zusammen halten, fruchtbar seien, Kinder zeugen, n\u00e4hren und aufziehen zu Gottes Ehren\u201c<\/em> . Er betont, da\u00df die Ehe nach Gottes Wort <em>\u201enicht allein andern St\u00e4nden gleich gesetzt ist, sondern vor und \u00fcber sie alle gehet\u201c<\/em> (BSLK 612f.). Eine Gleichstellung von Ehe und Homopartnerschaften, wie Sie sie fordern, widerspricht deshalb der Hl.Schrift und den Bekenntnissen der Evangelisch-lutherischen Kirche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/em><\/p>\n<p><em>Pfr. Winfrid Krause,\u00a0 Vorsitzender des Lutherischen Konvents im Rheinland, 28.6.2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/www.ekir.de\/lutherkonvent\">www.ekir.de\/lutherkonvent<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offener Brief des Vorsitzenden des Lutherischen Konvents im Rheinland an den Ratsvorsitzenden der EKD vom 28.6.2015 Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Bedford-Strohm, Sie haben sich im \u201eSpiegel\u201c (Nr.23\/2015) f\u00fcr die Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Ehe in Staat und Kirche ausgesprochen: \u201eZentrale biblische Gebote&#8230;wie das Liebesgebot Jesu und seine Goldene Regel&#8230; wiegen f\u00fcr mich schwerer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":511,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14,13,17,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12429"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/511"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12429"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12429\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12436,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12429\/revisions\/12436"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12429"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12429"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12429"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}