{"id":12256,"date":"2015-05-22T17:45:31","date_gmt":"2015-05-22T15:45:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12256"},"modified":"2015-05-22T17:45:58","modified_gmt":"2015-05-22T15:45:58","slug":"12256","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12256","title":{"rendered":"Verfassungs- und bibelwidrige Genderlehre"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNicht K\u00fcnstler, gro\u00dfe Denker und Vision\u00e4re geben heutzutage im Kulturleben und Feuilleton den Ton an, sondern irgendwelche Lesben auf Gender-Mainstreaming-Lehrst\u00fchlen\u201c. Das schreibt der Deutsche mit t\u00fcrkischem Hintergrund Akif Pirin\u00e7ci in seinem Buch \u201eDeutschland von Sinnen\u201c. Die Theologie-Professorin und Leiterin des Gender-Studienzentrums der EKD Claudia Janssen bekennt sich zum Lesbianismus und sieht ihre Berufung in dem wohl unwissenschaftlichsten und grundgesetzwidrigsten Produkt der so genannten deutschen Eliten seit der Wiedervereinigung. Wenn der freche, multikulturell Engagierte von fortschreitendem Hirnschwund spricht und in Anlehnung an den Reformator Martin Luther sich selbst charakterisiert \u201eEr macht das Maul auf\u201c (Pro), dann klingt das brutal. Man darf allerdings unterstellen, dass Frau Janssen hart im Nehmen ist, nachdem sie immer wieder \u2013 geradezu genussvoll \u2013 ihre intellektuellen Kontrahentinnen Birgit Kelle und Gabriele Kuby unverfroren und anma\u00dfend in die N\u00e4he des Nationalsozialismus schiebt. Es lohnt sich, vertieft dar\u00fcber nachzudenken; dabei orientiert diese Arbeit sich an den Ausf\u00fchrungen von Claudia Janssen in der evangelischen Zeitschrift \u201eZeitzeichen\u201c (4\/2015):<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Bildungsarmut<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut Wikipedia ist Gender Mainstreaming \u201edie Gleichstellung von Mann und Frau\u201c; das ist offenbar die entscheidende Weisheitsquelle der EKD. Der Jurist fragt sich, weshalb hierzu ein solch kompliziertes fremdsprachiges Gebilde n\u00f6tig ist, da dies ja l\u00e4ngst in Artikel 3 unserer Verfassung manifestiert ist. Der Ansatz ist vern\u00fcnftig und verdient Zustimmung, n\u00e4mlich die Chancengleichheit der Geschlechter zu f\u00f6rdern. Die Gender-Theorie ist aber ein irrationaler Weg. Sie ist ein Menschen verachtendes Kunstprodukt, von einigen Feministen konstruiert. Naturwissenschaftliche Selbstverst\u00e4ndlichkeiten wie die biologische Unterscheidung zwischen Mann und Frau werden durch Gef\u00fchlsfiktionen ersetzt. Die Konstruktion k\u00f6nnte als humoristische Einlage gelten, doch die so genannte zivilisierte Welt des Westens hat sich einer Manipulation unterworfen. Vors\u00e4tzlich wird das weltweit herrschende Familiengef\u00fcge destruiert \u2013 durch eine Dekonstruktion. Ganz wichtig ist der pseudowissenschaftliche Anstrich, wobei zwangsl\u00e4ufig die \u00d6ffentlichkeit vor dem Diskurs gesch\u00fctzt werden muss; Geheimnistuerei ist System. EU und nationale Parlamente unterwerfen sich dem Gender-Diktat, die Kids in der Kita und die Sch\u00fcler in der Grundschule m\u00fcssen leiden. Kr\u00e4ftig mischen die Homosexuellen-Organisationen mit und versprechen sich damit weltweite Anerkennung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Verfassungswidrigkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus juristischer Perspektive ist Gender Mainstreaming verfassungswidrig, verst\u00f6\u00dft vor allem gegen die Grundrechte der freien Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit (Artikel 2 Grundgesetz) sowie gegen den Schutz von Ehe und Familie (Artikel 6 Grundgesetz) \u2013 gerade deren unbeschr\u00e4nkte F\u00f6rderung! Aufschlussreich ist, dass die einschl\u00e4gigen Kommentare zum Grundgesetz die Gender-Lehre nicht einmal als erw\u00e4hnenswert ansehen, sie erscheint ihnen als zu abwegig. Nur in dem Werk des Professors Ingo von M\u00fcnch zu Artikel 3 (RandNr. 158) ist ein Kurzhinweis zu finden. Das nimmt nicht wunder, weil das, was den Juristen auszeichnet, n\u00e4mlich die Argumentationsf\u00e4higkeit so gut wie total fehlt. Kennzeichnend sind die Merkmale: Bildungsarmut, Beschimpfung Andersdenkender, Begr\u00fcndungslosigkeit und Selektivit\u00e4t. Damit sind auch die Voraussetzungen zur Klassifizierung von verachtenswerten Ideologien erf\u00fcllt: radikale Weltanschauung, Planung der idealen Gesellschaft, gewaltbereite Strategien und flexible Taktik zur Durchsetzung. Das widerspricht eindeutig der christlich-abendl\u00e4ndischen Kultur. Dar\u00fcber hat sich der Verfasser hinreichend Gedanken gemacht (\u201eMehr Mut zum C in der Politik\u201c, sdv-Verlag Schleswig). Ein Handeln \u201ein Verantwortung vor Gott und Menschen\u201c ist seitens des EKD-Instituts gar nicht erkennbar. Im Ergebnis kann nur konstatiert werden, dass unter Missachtung der N\u00fctzlichkeitsvorschriften der Artikel 56 und 64 unserer Verfassung Gender Mainstreaming letztlich gesellschaftssch\u00e4dlich ist. Aus Genderperspektive ist es nur folgerichtig, dass die Genderisten zum eigenen Schutz einen Straftatbestand des \u201eAntifeminismus\u201c schaffen wollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. <\/strong><strong>Argumentationslosigkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Kirchenzeitung \u201eZeitzeichen\u201c ist es Frau Janssen weder gelungen, ihre Ideologie substantiiert darzulegen, noch bietet sie ein Minimum an Argumentation. Das kann sie auch nicht, weil die Materie das verhindert. Sie will es auch nicht, weil die Ideologie es ihr verbietet. Als Theologieprofessorin k\u00f6nnte sie diesen Unfug leicht entlarven. Aber sie bleibt unter ihren M\u00f6glichkeiten und setzt ihr Licht unter den Scheffel (Matth\u00e4us 5, 15). So beschimpft sie die intellektuellen Kontrahenten Kelle und Kuby mit Kraftausdr\u00fccken. Ihr vornehmliches Anliegen scheint zu sein, diese als Rechtsextremisten hinzustellen, deshalb ver\u00fcbelt sie ihnen, sich in der \u201eJungen Freiheit\u201c artikuliert zu haben. Offenbar erachtet sie die Wochenzeitung als Nazi-Gazette, wobei sie allm\u00e4chtig auf Beweise verzichtet, zumal dies nach ihrer Auffassung zur Allgemeinbildung geh\u00f6re. Die Hetze kommt bei den deutschen Meinungsf\u00fchrern ja gut an. Unterstellt wird den beiden Gender-Kritikern Abwegiges, konkretisiert wird aber nicht, wo fehlerhaftes Denken bei ihnen bestehe. Im Gegensatz dazu argumentieren die beiden Autorinnen in ihren Ver\u00f6ffentlichungen permanent. Personen, gerade Christen, welche sich f\u00fcr die christliche Kultur einsetzen, werden allzu gern diskreditiert. Das hat der Autor deutlich gemacht in seinem Buch \u201eMacht statt Geist\u201c (sdv-Verlag Schleswig). Frau Janssen wiederholt faktisch das, was sie in ihren Interviews bei der taz und idea-Spektrum bereits verbalisiert hat: Rechtsradikale und Rassisten <em>\u2013 <\/em>und zu diesen z\u00e4hlt sie Kelle und Kuby \u2013 geh\u00f6rten einfach nicht in unsere Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Hermeneutik<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man mag den Verfasser kritisieren, weil er sich als Jurist in die Theologie einmischt. In der Tat geht es beim Gender-Institut nicht prim\u00e4r um Rechtsfragen, doch sind die angedeuteten Verfassungsfragen keinesfalls irrelevant; erst recht gilt dies f\u00fcr die Parallelit\u00e4ten zwischen Bibel- und Gesetzesauslegung, n\u00e4mlich die Hermeneutik. Insoweit wirkt das, was sich im Kontext mit dem Gender-Institut der EKD abspielt, als eine deutliche \u00dcberzeichnung des lutherischen Entdeckens der \u201eFreiheit eines Christenmenschen\u201c. Es gilt die Regel: Ausgangspunkt ist die Wortbedeutung, n\u00e4mlich die sprachlich-grammatikalische Auslegung (so der Bundesgerichtshof). Eine abweichende Interpretation ist nicht schon zul\u00e4ssig, wenn diese nur naheliegt, sie muss geradezu sich aufdr\u00e4ngen. Im Zweifel kommt es auf den Bedeutungszusammenhang an, es geht um die systematische Auslegung. Diese muss in jedem Fall verfassungskonform sein. Unverzichtbar ist eben die verfassungskonforme Interpretation; schlie\u00dflich kann noch die Entstehungsgeschichte hilfreich sein. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Hermeneutik der Theologie. Von \u00fcberragender Bedeutung ist die gro\u00dfe Ehrfurcht vor dem Buchstaben, die Allegorese darf nicht als willk\u00fcrliche Umdeutung erscheinen, sondern muss sich am Wesen der Sache selbst orientieren (Ebeling, in RGG). Frau Janssen drangsaliert das Paulus-Wort: \u201eHier ist nicht Mann noch Frau\u201c (Galater 3, 28), um hier die biblische Quelle der Gender-Ideologie ausfindig zu machen. Den Wortlaut k\u00f6nnte man vielleicht mit gewissem Geschick noch zu ihren Gunsten hinbiegen, beim Sinnzusammenhang geht dies gar nicht, da der Apostel die Gleichheit in der Christusbeziehung hervorhebt. Die Institutsleiterin unterstellt also, ganz im Gegensatz zur sonstigen Theologie, dass der ansonsten gering gesch\u00e4tzte Vertreter des Patriarchats (\u201edie Frau schweige\u2026\u201c) Gender-Studies betreibt, wobei es doch \u2013 wie im Grundgesetz \u2013 nur um die Gleichwertigkeit der Geschlechter vor Gott geht und nicht um die Lenkung \u201evon eigenen Gef\u00fchlen und Projektionen\u201c (Rolf-Alexander Thieke, Medrum, 21.05.14).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Widerspr\u00fcchlichkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kristallisiert sich heraus eine unfassbar erscheinende Kontradiktion: Die EKD legt sowohl in der letzten \u201eOrientierungshilfe\u201c als auch in ihrer Gender-Propaganda erheblichen Wert darauf, des Apostels Einordnung homosexueller Praxis als widernat\u00fcrlich zu eliminieren. Dies sei nicht mehr mit den heutigen Vorstellungen in Einklang zu bringen; damals sei man von dem Gedanken der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft allzu weit entfernt gewesen sei. Anstatt das eindeutig Erscheinende in guter wissenschaftlicher Manier zu veri- oder falsifizieren, beschr\u00e4nkt sie sich auf rein Emotionales; dabei w\u00e4re durchaus diskursf\u00e4hig, was das Robert-Koch-Institut seit Jahrzehnten publiziert: Zwei Drittel der Aids-Kranken stammen aus der Homosexuellenszene, Syphilis trifft zu 80 % gleichgeschlechtlich Handelnde. Dazu passt die brandneue Entscheidung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs, dass nach den derzeitigen Erkenntnissen den gleichgeschlechtlich Aktiven generell weiter das Recht zum Blutspenden verwehrt wird. So wird die eindeutige Aussage des Paulus \u00fcber Mann und Frau geradezu vergewaltigt und zur geistigen Grundlage einer gesellschaftssch\u00e4dlichen Ideologie missbraucht, w\u00e4hrend eine kompetente Er\u00f6rterung der Nat\u00fcrlichkeit oder Unnat\u00fcrlichkeit homosexueller Praxis sofort als Homophobie qualifiziert wird. Das wirkt aus juristischer Perspektive als das Schlimmste, was einem Richter unterlaufen kann, n\u00e4mlich die \u201eWillk\u00fcr\u201c. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts gen\u00fcgt daf\u00fcr gewiss nicht jede fehlerhafte Gesetzes-(hier: Bibel-)Auslegung, jedoch die Nichtber\u00fccksichtigung einer offensichtlich einschl\u00e4gigen Norm oder die krasse Missdeutung ihres Inhalts. Diese Voraussetzungen sind hier gegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6. Befangenheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In rechtlicher Hinsicht gibt es noch weitere nicht unerhebliche Problembereiche im Gender-Diskurs. Man denke etwa an die \u201eBefangenheit\u201c eines Richters. Das ist z. B. der Fall, wenn sich Verfahrensfehler mit dem Anschein unsachgem\u00e4\u00dfer Verfahrensleitung zugunsten der den Richter ablehnenden Partei h\u00e4ufen; gemeint sind unsachliche, insbesondere auf Voreingenommenheit gegen eine Partei deutende \u00c4u\u00dferungen. \u00dcbertragen auf die Institutsleiterin geht es um die Privilegierung des Gedankenguts der Homo-Lobby oder den als Hassreaktion erscheinenden Umgang mit Gender-Kritikern. Frau Janssen verurteilt ihre geistigen Gegner Kuby und Kelle und ma\u00dft sich die Richterstellung an. Nun l\u00e4sst sich ihr Leben als Lesbe von den Gender-Studies nicht so ganz l\u00f6sen. Ein entscheidender Grund f\u00fcr diese Theorie ist ja gerade die Befreiung der gleichgeschlechtlich Empfindenden von den Fesseln der Gesetze und Moral. Auch die Mitwirkung an der \u201eBibel in gerechter Sprache\u201c mit erheblichem feministischen Duktus und wiederholter Entstellung des Evangeliums unterstreicht die Befangenheit. Wenn jemand seine Unabh\u00e4ngigkeit nicht unter Beweis zu stellen vermag, dann l\u00e4sst sich ein gewisses Misstrauen nicht ganz vermeiden. Denn es wird solchen Personen nicht leicht fallen, in h\u00f6chst unparteilicher, objektiver und gerechter Art und Weise etwa Hetero- und Homosexualit\u00e4t einzuordnen. Man kann dies nicht dadurch rechtfertigen, dass es nat\u00fcrlicherweise auch Gerichtspersonen gibt, welche Vorlieben haben; diese entscheiden aber aufgrund der Vielfalt in der Juristerei allenfalls ausnahmsweise \u00fcber Rechtskonstellationen, in welchen das Geschlechtsempfinden eine Rolle spielt. Hinzu kommt Folgendes: In der Justiz gibt es eine Regel zugunsten von Personen, denen man das vorgeworfene Delikt nicht nachgewiesen hat, n\u00e4mlich \u201eim Zweifel f\u00fcr den Angeklagten\u201c zu entscheiden, also den Betroffenen freizusprechen. Im Zivilrecht muss der Kl\u00e4ger nachweisen, dass er durch den Beklagten Schaden erlitten hat; ist er dazu nicht in der Lage, verliert er den Prozess. Es geht hier um eine allgemein kulturelle Regel: Wenn jemand etwas behauptet, womit er den bestehenden Zustand ver\u00e4ndern will, so obliegt ihm die Darlegungs- und Beweislast. Das hei\u00dft also in einer zivilisierten Gesellschaft, dass neue Theorien sich zun\u00e4chst einmal bew\u00e4hren m\u00fcssen, um dann Allgemeingut zu werden. Gerade die beiden Gegnerinnen der Gender-Lehre Kuby und Kelle haben den Beweis erbracht, dass Gender Mainstreaming keinesfalls auf wissenschaftlichem Fundament ruht. Die EKD privilegiert eine Novit\u00e4t. Dabei wird ein nicht mehr zu heilendes Desaster in Kauf genommen. Es werden bew\u00e4hrte Weltma\u00dfst\u00e4be ins Gegenteil verkehrt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7. Geistesreduktion<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wegen der Geistlosigkeit der Gender-Ideologie wird sie teilweise auch als \u201eGeisteskrankheit\u201c (so der Th\u00fcringer AfD-Vorsitzende H\u00f6cke) bezeichnet. Das erinnert an den erw\u00e4hnten Sp\u00f6tter <em>Pirin\u00e7ci<\/em> und ist gewiss unsachlich. Eher passend ist der Begriff \u201eRealsatire\u201c. So hat Norwegens popul\u00e4rster Komiker, der Soziologe Harald Eia, eine siebenteilige TV-Dokumentation \u00fcber die biologischen Grundlagen von Verhaltensunterschieden zwischen Mann und Frau gedreht, die im Norwegischen Fernsehen (NRK) unter dem Titel \u201eHjernevask\u201c (Gehirnw\u00e4sche) gezeigt wurde. Es kam zu einer heftigen \u00f6ffentlichen Debatte mit der Folge, dass das f\u00fcr Gesamtskandinavien geltende Gender-Institut in Oslo geschlossen wurde \u2013 immerhin mit einem Jahresetat von 60 Millionen Euro. Gender Mainstreaming entbehrt nicht einer evidenten Peinlichkeit. Dazu passt auch die Tischrede von Frau Professor Susanne Rode-Breymann zur Er\u00f6ffnung des EKD-Studienzentrums. Sie meint, gesellschaftliche Dynamik sei \u201eangewiesen darauf, dass Menschen in neue R\u00e4ume aufbrechen\u201c. Das setze enorme Kr\u00e4fte frei und f\u00fchre zu einem Hinterfragen der eigenen Kultur, etwa wie man Feste oder Andachten feiert: \u201eEine gender-orientierte Sensibilit\u00e4t des Erinnerns verfl\u00fcssigt Erstarrtes und l\u00f6st Prozesse des Neu-Aushandelns von Werten aus.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>8. Passionsboykott<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Festbankett zur Einweihung des Gender-Studienzentrums wurde ausgerechnet mitten in die Passionszeit gelegt. Diese verbindet eigentlich unsere ganze Existenz aufs Innigste mit dem abgr\u00fcndigen und rettenden Leidensweg Jesu Christi; stattdessen feierte man, um ein geschlechter-narzistisches Sozialparadigma auf den Schild zu heben, wie es der Theologe Rolf-Alexander Thieke formuliert. Er wundert sich dar\u00fcber, dass nicht wenige Kirchenm\u00e4nner der EKD sich schon heute willig diesem Diktat unterworfen haben. So ist der neue badische Bischof Cornelius-Bundschuh Vorstandsvorsitzender dieses Studienzentrums geworden. Als Praktiker h\u00e4tte er daf\u00fcr sorgen m\u00fcssen, dass dem Kirchenjahr Rechnung getragen wird. An die Stelle einer behaupteten arroganten Macho-Mentalit\u00e4t ist ein machtorientierter Feminismus getreten. Man darf fragen \u2013 so wie der Verfasser in der FAZ \u2013, ob nicht m\u00f6glicherweise der Drang junger M\u00e4nner in den IS direkte oder indirekte Folge der Gender-Ideologie ist. Es ist nicht ersichtlich, dass \u00fcberhaupt eine deutsche Bisch\u00f6fin oder ein deutscher Bischof der Evangelischen Kirche sich kritisch \u00fcber die Gender-Lehre \u00e4u\u00dfern. Immerhin hatte Cornelius-Bundschuhs Vorg\u00e4nger in Karlsruhe dem Autor vermittelt, dass dessen Abhandlung gegen die Homosexualisierung das Intelligenteste gewesen sei, das er in diesem Bereich zur Kenntnis genommen hatte. Der Autor hat \u00fcbrigens das Thema in seinem Buch \u201eHilfe, wir werden diskriminiert!\u201c (sdv-Verlag, Schleswig) er\u00f6rtert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>9. Zielverfehlung <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die weitgehend aus Laien bestehende EKD-Synode verh\u00e4lt sich unkritisch. Deren Pr\u00e4sidentin Irmgard Schwaetzer sprach bei der Er\u00f6ffnung des Studienzentrums \u00fcber die Geschlechtergerechtigkeit als ein wichtiges Anliegen des Kirchenparlaments; die EKD bezahlt f\u00fcr das Institut j\u00e4hrlich 280.000 Euro. Man kann mit dem Begriffsschatz der Reformatoren von \u201eNarretei\u201c reden. Unterst\u00fctzt wird diese Feststellung durch Ideen anderer Feministen; \u201eEmma\u201c fordert nach dem furchtbaren Flugzeugungl\u00fcck in den franz\u00f6sischen Alpen die Frauenquote f\u00fcr Piloten. Die EKD l\u00e4uft Gefahr, dass sie sich zu einer Sekte entwickelt. Wo sind die Erkenntnisse im Studienzentrum zu finden, nach welchen 90 % der jungen Menschen fordern, optimale Voraussetzungen f\u00fcr eine Ehe mit lebenslanger Treue und vielen Kindern zu schaffen (Zukunftsforscher Matthias Horx)? Dabei bieten Bibel und Theologie einen unaussch\u00f6pflichen Reichtum f\u00fcr ein gelingendes Miteinander, etwa die Vers\u00f6hnung zerstrittener Ehepartner. Damit w\u00fcrde man die Passionszeit w\u00fcrdig begehen. Auff\u00e4llig ist, dass in der Gender-Theorie das Wohl der Kinder nicht vorkommt. Deshalb besteht erheblicher Handlungsbedarf, den Gender-Unfug zu stoppen. Der Autor hat in dem Buch \u201eSchlagseite \u2013 MannFrau kontrovers\u201c (Hrsg. Eckhard Kuhla) die Verfassungswidrigkeit der Lehre nachgewiesen. Man denke nur an die be\u00e4ngstigenden Erkenntnisse der Universit\u00e4t G\u00f6teborg, etwa dass sich in dem \u201egender-fortschrittlichen Schweden\u201c die Zahl der seelischen Erkrankungen bei M\u00e4dchen in den vergangenen Jahren verzehnfacht hat!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>10. Realsozialismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frau Janssen hat sich f\u00fcr das Studienzentrum gew\u00fcnscht, dass es ein Ort des Dialogs werde. Dass sie sofort w\u00fctend um sich schl\u00e4gt und ihre Gegner diskreditiert, kann nur als eklatanter Fehlstart gewertet werden. Sie meint, Gender sei ein offener Begriff, der mit Leben gef\u00fcllt werden m\u00fcsse. Dabei hat sie offenbar nur linkes und gr\u00fcnes Gedankengut im Auge. Pirin\u00e7ci ist hier sehr kritisch: \u201eDie Kindersex-Partei, die Gr\u00fcnen, haben das Land kaputt gemacht\u201c, etwa durch den \u201ezur Memme transformierten deutschen Mann\u201c. Die Gender-Studies bestreiten nicht, dass sie sich letztlich auf die Klassiker des Marxismus gr\u00fcnden. Frauen sollen voll in den Produktionsprozess einbezogen werden, h\u00e4usliche Arbeit sei zu industrialisieren, Kindererziehung zu vergemeinschaften. Marxistisches Manifest oder sozialistisches Denken haben sich nun nicht gerade als Prototyp der Dialogf\u00e4higkeit herauskristallisiert. Bekannt sind eigentlich nur Diktatur oder Totalitarismus \u2013 selbst f\u00fcr das ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte Sozialwissenschaftliche Institut in Frankfurt, in dem sich die Verantwortlichen letztlich zerrieben haben. Wenn Herbert Marcuse, der Guru der 68er Kulturrevolution, die \u201etotale Negation der j\u00fcdisch-christlichen Moral\u201c (Spiegel 7\/1968) gefordert hat, m\u00fcsste die EKD doch merken, dass die erstrebte Anpassung zumindest gr\u00fcndlich er\u00f6rtert werden muss. Trotz gewisser EU-Richtlinien sollte sie Luthers Freiheitsgedanke realisieren und nicht Kadavergehorsam leisten. Bibel und reformatorische Schriften lehnen die Gender- Lehre ab, ber\u00fchren das Anliegen allenfalls peripher. Die EKD handelt in Bezug auf das Gender-Zentrum in umfassender Weise unverantwortlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus den genannten Gr\u00fcnden l\u00e4sst sich beim besten Willen weder juristisch noch ethisch die Einrichtung des EKD-Gender-Instituts rechtfertigen. Es gibt neben gewissen Verbesserungen f\u00fcr Frauen keine Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass es sich hier um einen wirklichen kirchlichen Auftrag handelt. Ber\u00fccksichtigt man, dass es sich bei den Ratgebern der Evangelischen Kirche um Vertreter absoluter Minderheiten handelt (Feministen oder Homosexuelle), dann ist der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeitsgrundsatz verletzt. Die EKD tut so gut wie nichts f\u00fcr die Aufrechterhaltung gescheitert erscheinender Ehen oder f\u00fcr das Elternkindverh\u00e4ltnis; sie beschr\u00e4nkt sich zu oft auf die Trennungsverarbeitung. Sie pickt sich etwas Modisches heraus, um den selbsternannten Eliten zu gefallen. Kein Interesse besteht daran, in denkerischer oder wissenschaftlicher Hinsicht hervorragende Frauen und M\u00e4nner der Kirchengeschichte als Vorbild zu nehmen. Die EKD l\u00e4uft Gefahr, dass sie zur Lachnummer wird und sich das erf\u00fcllt, was Mark Twain bef\u00fcrchtet: \u201eDie Menschen unterdr\u00fccken ihre Gef\u00fchle und ihre \u00dcberzeugungen und folgen der Handvoll, die den gr\u00f6\u00dften L\u00e4rm schl\u00e4gt\u201c.<\/p>\n<p><em>Christian Hausen<\/em><br \/>\n<em>Rechtsanwalt<\/em><br \/>\n<em>www.kanzlei-hausen.de<\/em><br \/>\n<em>Neum\u00fcnster, den 11.05.2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eNicht K\u00fcnstler, gro\u00dfe Denker und Vision\u00e4re geben heutzutage im Kulturleben und Feuilleton den Ton an, sondern irgendwelche Lesben auf Gender-Mainstreaming-Lehrst\u00fchlen\u201c. Das schreibt der Deutsche mit t\u00fcrkischem Hintergrund Akif Pirin\u00e7ci in seinem Buch \u201eDeutschland von Sinnen\u201c. 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