{"id":12140,"date":"2015-04-18T17:15:16","date_gmt":"2015-04-18T15:15:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12140"},"modified":"2015-04-18T17:18:27","modified_gmt":"2015-04-18T15:18:27","slug":"das-himmlische-jerusalem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=12140","title":{"rendered":"Das himmlische Jerusalem"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine Auslegung von Offenbarung 21,9 \u2013 22,5<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kapitel 21,9ff <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Seher Johannes wird von Jesus durch Vermittlung eines Engels das \u201ehimmlische Jerusalem\u201c gezeigt: das Lebensziel aller Gl\u00e4ubigen seit Beginn der Menschheit. Einer von den sieben Gerichtsengeln kommt zu Johannes und bittet ihn, mitzukommen, weil Johannes das himmlische Jerusalem, die Braut und Ehefrau des Lammes Jesus sehen soll<strong>. <\/strong>Johannes wird durch den Engel im Geist auf einen gro\u00dfen und hohen Berg entr\u00fcckt, und der Engel zeigt ihm die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott aus dem \u201eHimmel\u201c = der jenseitigen Welt in diese Welt herabkommt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig ist f\u00fcr uns die Tatsache, dass Gottes neue Welt als \u201ehimmlisches Jerusalem\u201c bezeichnet wird. <strong>Das bedeutet, dass Gottes Geschichte mit dem Volk Israel jetzt zu ihrer<\/strong> <strong>Vollendung kommt<\/strong>. Gottes Geschichte mit Israel ist also der rote Faden, der sich durch die ganze Weltgeschichte hindurch zieht. Und wir sehen gegenw\u00e4rtig, wie das irdische Jerusalem, das von 1517 an: der Eroberung durch die Osmanen, bis 1967: der Eroberung durch israelisches Milit\u00e4r: im Schatten der Weltgeschichte lag, immer st\u00e4rker zum Dreh\u2013 und Angelpunkt der Weltpolitik wird. <strong>Das irdische Jerusalem dient heute als Zeichen f\u00fcr die kommende Offenbarung<\/strong> <strong>des himmlischen Jerusalems.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im AT gibt es zwei tats\u00e4chliche Entr\u00fcckungen, die von Henoch und die vom Propheten Elia. Diese Entr\u00fcckungen in die jenseitige Welt sind historische Ereignisse gewesen, die auch den K\u00f6rper betrafen. Die Entr\u00fcckung des Johannes geschieht dagegen \u201eim Geist\u201c, sein K\u00f6rper ist davon also nicht ber\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das himmlische Jerusalem hat die Herrlichkeit , hebr\u00e4isch: \u201eKabod\u201c Gottes. <strong>Gott hat also dem himmlischen Jerusalem Anteil gegeben an seiner eigenen Herrlichkeit, die er seit Ewigkeit hat<\/strong>. <strong>Es gibt keinen Gegensatz mehr zwischen Gott und der erl\u00f6sten Menschheit und der erneuerten Sch\u00f6pfung<\/strong>. Wir erinnern uns an das Wort von Paulus im 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes: \u2026damit Gott alles in allem sei. ( Vers 28 ).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Glanz des himmlischen Jerusalems ist wie der Glanz eines hellen kostbaren Edelsteins, u. zw. eines kristallinen = ebenm\u00e4\u00dfigen Jaspis. Der Jaspis ist ein durchsichtiger gr\u00fcner Edelstein. Er wird auch mehrmals im AT genannt, z. B. ist der Jaspis einer der 12 Edelsteine auf der Brusttasche des Hohenpriesters, siehe 2. Mose, 39, 8ff.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Stadt hat eine gro\u00dfe und hohe Mauer mit 12 Toren. Das himmlische Jerusalem hat eine Mauer, obwohl es au\u00dferhalb der Stadt keine Feinde mehr gibt. Die 12 Tore stehen auch st\u00e4ndig offen und werden nie geschlossen. Die Mauer sagt etwas aus \u00fcber die Identit\u00e4t der Stadt: Denn die Tore haben Namen, n\u00e4mlich die Namen der 12 St\u00e4mme Israels. <strong>Damit wird noch einmal eindeutig gesagt, dass im himmlischen Jerusalem die Heilsgeschichte Gottes, die mit der Erw\u00e4hlung der Erzv\u00e4ter Israels begann, zu ihrem Ziel gekommen ist<\/strong>. <strong>Das Volk Israel ist also das bleibend auserw\u00e4hlte Volk Gottes, der edle \u00d6lbaum, in den die Gl\u00e4ubigen aus den heidnischen V\u00f6lkern aufgrund des Glaubens an Jesus eingepfropft worden sind. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Anordnung der Tore erinnert an die Geschichte Gottes mit Israel. Denn jeweils drei Tore nach den 4 verschiedenen Himmelsrichtungen hatte auch der Vorhof um die Stiftsh\u00fctte in der W\u00fcste Sinai , die Israel auf der Wanderung nach Kanaan durchqueren musste. Die 12 St\u00e4mme lagerten zu je drei St\u00e4mmen aufgeteilt auf den vier Seiten des Vorhofes der Stiftsh\u00fctte. ( Die Stiftsh\u00fctte mit dem Vorhof ist von der Bibelschule Breckerfeld nachgebaut worden und steht im Timna &#8211; Park n\u00f6rdlich von Eilat und wird von monatlich etwa 2000 Personen besucht.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den Toren stehen Engel, je einer auf einem der Tore. Die Engel \u201ebewachen\u201c das himmlische Jerusalem, obwohl es gar nichts mehr zu \u201ebewachen\u201c gibt. Aber Engel geh\u00f6ren notwendigerweise zur erl\u00f6sten Sch\u00f6pfung dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mauer hat noch ein zweites Identit\u00e4tsmerkmal des himmlischen Jerusalems: n\u00e4mlich 12 Grundsteine, auf ihnen stehen die 12 Namen der 12 Apostel des Lammes. Der sp\u00e4ter gew\u00e4hlte Apostel Mathias steht nat\u00fcrlich f\u00fcr Judas. Je ein Apostel steht f\u00fcr einen Stamm Israels. Durch die Apostel hat Jesus seine Gemeinde = seine Braut gewonnen, zu der alle Gl\u00e4ubigen aus Israel und den V\u00f6lkern geh\u00f6ren. Nur Israel als \u201eganzes Volk\u201c, wird, weil es das urspr\u00fcngliche Heils &#8211; Volk ist, durch Jesus selbst \u2013 ohne Mitwirkung eines Apostels erst nach der Zeit der V\u00f6lkermission &#8211; bei seiner Wiederkunft zum Glauben an ihn gef\u00fchrt, siehe dazu R\u00f6mer 11,25 \u2013 27, Matth\u00e4us 23, 39 und Sacharja 12, 10 und 13, 1.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Engel, der Johannes das himmlische Jerusalem zeigt, will mit einem goldenen Stab die Stadt, die Tore und die Mauer messen. Er verwendet Engelma\u00df, das auch Menschenma\u00df ist. Die Stadt ist ein Viereck, L\u00e4nge und Breite sind gleich. Eine Seite ist 12.000 Stadien lang. Ein Stadion sind 200 Meter. Also ist eine Seite der Stadt 200 x 12.000 m lang, das sind 2.400.000 m = 2.400 km. Die Stadt hat also eine Grundfl\u00e4che von 2.400 km x 2.400 km. Das ist eine wirklich gro\u00dfe Stadt. Die Stadt bildet zudem einen W\u00fcrfel. Die H\u00f6he ist = L\u00e4nge und Breite. Diese H\u00f6he sollte man in erster Linie symbolisch verstehen: <strong>Die Stadt bildet einen W\u00fcrfel.<\/strong> Das Allerheiligste im Tempel von Jerusalem bildete auch einen W\u00fcrfel, n\u00e4mlich 20 Ellen im Kubik = 10 m im Kubik. Der W\u00fcrfel gilt als vollkommene geometrische Figur. Das bedeutet: <strong>Das himmlische Jerusalem ist die Darstellung der Vollkommenheit.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob die Ma\u00dfe direkt in die Wirklichkeit unserer Entfernungen umgesetzt werden d\u00fcrfen, sollten wir aber offen lassen. Wichtig ist: Vollkommenheit ist das Merkmal des neuen Jerusalems.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das himmlische Jerusalem hat gewaltige Ausma\u00dfe. Diese Stadt wird ganz sicher nicht nur eine \u201ekleine Herde\u201c beherbergen. Sie ist ja auch nicht nur die Braut des Lammes, sondern sie beherbergt auch die neue Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Mauer wird vermessen, nach Engel &#8211; Ma\u00df = Menschenma\u00df. Sie ist 144 Ellen hoch, das sind umgerechnet 72 m. Das ist zwar nach irdischen Verh\u00e4ltnissen eine hohe Mauer, aber im Verh\u00e4ltnis zu den Ma\u00dfen der Stadt sehr niedrig. Aber die Mauer hat ja auch keine Schutzfunktion sondern sie hat rein symbolische, heilsgeschichtliche Bedeutung. Die Mauer hat \u201emenschliche\u201c Ma\u00dfe, damit ihre Symbole f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen unmittelbar verst\u00e4ndlich sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Baumaterial der Mauer ist Jaspis, derselbe Edelstein, dessen Glanz das ganze himmlische Jerusalem ausstrahlt. Und die Stadt ist aus reinem, durchsichtigem Gold gebaut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Anlehnung an diese Stelle in der Offenbarung befahlen die Engl\u00e4nder, als sie ab 1917 das irdische Jerusalem besetzten, dass alle Geb\u00e4ude mit dem \u201eJerusalem &#8211; Stein\u201c, der bei Bethlehem gebrochen wird, verkleidet werden mussten. Dieser Stein hat einen Farbton, der beige ist, und wenn die Sonne morgens und abends auf ihn schein, dann wirkt er golden. Deswegen spricht man zu recht vom \u201eGoldenen Jerusalem\u201c. Naomi Shemer, die Dichterin und Komponistin des Liedes: \u201eJerusalem von Gold\u201c hat mit diesem Lied 1967 eine sehr beliebte Jerusalem &#8211; Hymne geschaffen. An dieser Entscheidung der Engl\u00e4nder nach 1917 ist zu ersehen, dass in der anglikanischen Kirche, so weit sie von den Puritanern beeinflusst war, und auch in vielen angloamerikanischen Freikirchen die \u201eErsatztheologie\u201c, n\u00e4mlich die Lehre, dass die Kirche Israel als auserw\u00e4hltes Volk ersetzt h\u00e4tte, keine Rolle spielt, w\u00e4hrend kontinental &#8211; europ\u00e4ische Kirchen zu einem erheblichen Teil wie auch der Weltkirchenrat nach wie vor von der Ersatztheologie, die unbiblisch ist, gepr\u00e4gt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun werden die Grundsteine mit den Namen der 12 Apostel des Lammes im Einzelnen genannt. Die Grundsteine sind Edelsteine. Der erste Grundstein ist ein Jaspis, ein durchsichtiger gr\u00fcner Edelstein. Der zweite Grundstein ist ein Saphir. Er ist blaufarbig und hat wei\u00df &#8211; goldene Flecken. Der dritte Grundstein ist ein Chalcedon, ein lichtgrauer, auch bl\u00e4ulicher Edelstein. Der vierte Grundstein ist ein Smaragd. Er ist durchsichtig gelblich \u2013gr\u00fcn oder dunkelgr\u00fcn. Der f\u00fcnfte Grundstein ist ein Sardonyx. Er ist ein Achat mit braunen, roten und wei\u00dfen Schichten. Der sechste Grundstein ist ein Karneol. Er ist ein r\u00f6tlich oder auch braun gl\u00e4nzender Edelstein. Der siebte Grundstein ist ein Chrysolith. Er ist gelb- gr\u00fcnlich und durchsichtig. Der achte Grundstein ist ein Beryll. Er ist ein meistens gr\u00fcnlicher Edelstein, der aber auch andere Farben, z. B. goldgelb oder rosa oder violett tragen kann. Der neunte Grundstein ist ein Topas. Er ist ein gelber oder rotgelber oder auch blauer Edelstein. Der zehnte Grundstein ist ein Chrysopras, Er ist ein goldgr\u00fcner Edelstein. Der elfte Grundstein ist ein Hyazinth. Er ist ein braunroter, gelber oder auch gr\u00fcner Edelstein. Der zw\u00f6lfte Grundstein ist ein Amethyst. Er ist ein durchsichtiger roter oder violetter Edelstein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese 12 Grundsteine sind im wesentlichen identisch mit den Edelsteinen, die der Hohepriester in Israel auf seiner Brusttasche trug , die mit den Namen der 12 St\u00e4mme des Volkes Israel beschriftet waren: siehe 2. Mose 39,8 \u2013 14.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier zeigt sich, wie im ganzen Buch der Offenbarung und auch in der ganzen Bibel, die Einheit und der harmonische Zusammenklang von altem und neuem Bund. Im neuen Bund ist der alte Bund enthalten. Mithilfe des neuen Bundes, der den alten enth\u00e4lt, bringt Gott das Heil, die Rettung f\u00fcr die Welt. Die Erw\u00e4hlung des Volkes Israel, Gottes Offenbarungen in Israels Geschichte, die Erl\u00f6sungstat Jesu am Kreuz, seine Auferstehung und seine Erh\u00f6hung, die Sendung des Heiligen Geistes und die Verk\u00fcndigung des Evangeliums von Jesus unter allen V\u00f6lkern mit der Sammlung der Gemeinde bilden zusammen das Fundament f\u00fcr das ewige Reich Gottes des Vaters.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 12 Tore der Stadt sind aus Perlen, je eine Perle f\u00fcr ein Tor. Dies hat eine tiefere Bedeutung. Die Perle ist ja ein Produkt einer Muschel. Die Muschel \u201eweint\u201c, wenn sich ein Fremdk\u00f6rper in ihr eingenistet hat, um den Fremdk\u00f6rper zu neutralisieren, und bildet auf diese Weis<strong>e <\/strong>die Perle. Die Perlen sind also nicht nur kostbarer Schmuck f\u00fcr die himmlische Stadt, sondern sie enthalten auch eine Erinnerung an die Tr\u00e4nen, die von den Heiligen auf ihrem Weg in die himmlische Stadt geweint wurden. Die Stra\u00dfe der Stadt ist aus einem reinem Gold, durchsichtig wie Glas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen Tempel sieht Johannes nicht im himmlischen Jerusalem. Gott, der Herr, und das Lamm: Jesus Christus, sind der Tempel. Das bedeutet: die ganze Stadt ist heilig wie Gott selbst. Es gibt keine Unterscheidung mehr zwischen heilig und unheilig. Ein Tempel, eine Kirche oder ein sonstiges Heiligtum bedeuten innerhalb der Geschichte immer einen ausgegrenzten Raum, der das Heilige enth\u00e4lt. Er ist abgegrenzt von der Welt, die unheilig ist.<strong> Eine Unterscheidung von heilig und unheilig gibt es aber in der himmlischen Stadt nicht mehr, denn sie hat als ganzes Anteil an Gottes Heiligkeit.<\/strong> Alles in ihr ist heilig. Und aus dem Glauben ist erf\u00fclltes Schauen geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Des Lichtglanzes der Sonne, des Mondes und der Sterne bedarf das neue Jerusalem nicht mehr. <strong>Es gibt nur eine Lichtquelle: Gott selbst und das Lamm: Jesus Christus<\/strong>. Die Herrlichkeit: das ist der Lichtglanz Gottes und Jesu ist so stark, dass die ganze riesige Stadt und die ganze erneuerte Sch\u00f6pfung davon erleuchtet werden. Wir erinnern uns an die Erscheinung Gottes auf dem Sinai, wo Mose von der Herrlichkeit Gottes angestrahlt wurde. Oder an die \u201eVerherrlichung Jesu\u201c auf dem Berg Tabor, wo Jesus in die Herrlichkeit des Vaters eingetaucht war, oder auch an die Erscheinung Jesu vor dem Seher Johannes, wo er Johannes zu seinem Propheten beruft: Offenbarung 1,9 &#8211; 20. Auch die Feuerflammen des Heiligen Geistes, die an Pfingsten auf den Aposteln erschienen, sind ein Teil von Gottes Herrlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Versen 24 &#8211; 26 wird uns etwas Erstaunliches berichtet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">V\u00f6lker sind in der himmlischen Stadt und auch K\u00f6nige. Sie werden im Lichtglanz des neuen Jerusalem leben. <strong>Die alte Sch\u00f6pfung ist also nicht etwa untergegangen, sondern sie ist vollkommen erneuert, restauriert worden<\/strong>. Und das, was in ihr kostbar und gut war, bekommt Anteil an der erneuerten Sch\u00f6pfung. Alle Herrlichkeiten, die in der alten Sch\u00f6pfung hervorgebracht wurden, also alles, was gut und kostbar in den Augen Gottes war, dies alles findet einen Platz in der erneuerten Sch\u00f6pfung. Wir denken an Kunstwerke der Architektur, der Malerei, der Bildhauerei, der Musik, der Literatur, aber vor allem an alles, was innerhalb der Menschheit an ethisch Wertvollem geschaffen worden ist. Und diese Kunstwerke oder ethisch wertvollen Werke brauchen nicht nur aus j\u00fcdischem oder christlichem Raum, sondern sie k\u00f6nnen von allen V\u00f6lkern stammen. Denn alles, was Menschen an Gutem und Kostbarem hervorbringen, stammt ja letztlich allein von Gott, dem Sch\u00f6pfer, dem Vater Jesu Christi. Aus diesen Versen 24 \u2013 26 erfahren wir, dass das himmlische Jerusalem nicht nur die Erneuerung sondern auch die Vollendung der alten Sch\u00f6pfung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der letzte Vers des Kapitels 21 bringt noch einmal eine wichtige Klarstellung. Auch wenn die Herrlichkeiten aller V\u00f6lker in der Stadt gesammelt sein werden: <strong>Bewohner der Stadt werden nur die sein, die im Lebensbuch des Lammes stehen<\/strong>. Keiner, der Unzucht ge\u00fcbt hat, keiner der die L\u00fcge liebt, keiner, der Gott verleugnet hat, wird In dieser Stadt wohnen k\u00f6nnen. Es wird hier noch einmal auf das Weltgericht verwiesen, das in Kapitel 20 geschildert worden war und in dem die ewig g\u00fcltige Scheidung zwischen den Menschen vollzogen worden war. Aber die Scheidung wird von Jesus Christus, dem Lamm, selbst vollzogen. Er allein ist der wahre und unbestechliche Richter. Er kennt die Herzen aller Menschen, er wei\u00df, wer mit ihm verbunden war, und wer nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kapitel 22,1 &#8211; 5 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johannes bekommt vom Engel einen Strom zu sehen, einen Strom mit \u201eWasser des Lebens\u201c. Wir erinnern uns an 1. Mose 2, 10, an den Strom, der in Eden = dem Paradies entspringt. Auch an Johannes 7,37 denken wir, wo Jesus ausruft, dass \u201ewer Durst hat, zu ihm kommen soll, um zu trinken.\u201c. Der Strom entspringt am Thron Gottes und des Lammes. Das bedeutet: alles Leben in der himmlischen Stadt \u2013 bei den Menschen wie bei der \u00fcbrigen Sch\u00f6pfung &#8211; hat bei dem Vater und dem Sohn seinen Ursprung. Das Wasser enth\u00e4lt das Leben f\u00fcr d<strong>ie <\/strong>Ewigkeit. Das Wasser ist klar wie Kristall, also v\u00f6llig transparent, ohne die geringste Unreinheit. Das, was die Menschen durch den Fall verloren hatten, ist wieder da: das Paradies, jetzt aber vollkommen und ohne eine Versuchung durch den Baum der Erkenntnis, und das bedeutet: dieses ewige Paradies ist niemals mehr verlierbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Stra\u00dfe f\u00fchrt durch die Stadt. Mitten in der Stra\u00dfe, die sich teilt, flie\u00dft der Strom, der vom Thron ausgeht, und an seinen R\u00e4ndern stehen B\u00e4ume des Lebens, die jeden Monat Fr\u00fcchte tragen. Und die Bl\u00e4tter dienen zur Gesundheit der Menschen in der Stadt. Das bedeutet nicht, dass es Krankheiten gibt, sondern die B\u00e4ume mit den Bl\u00e4ttern bedeuten, dass das geistleibliche Wohl in der himmlischen Stadt garantiert ist. Die Fr\u00fcchte bedeuten, dass es Nahrung gibt, aber das ist eine geist-leibliche Nahrung, wie es Jesus auch beim Abendmahl ausspricht: Lukas 22, 16: \u201e Ich sage euch: Ich werde das Passah nicht mehr essen, bis es in seiner Vollendung gefeiert wird im Reich Gottes.\u201c. Und Lukas 22, 18 sagt Jesus, \u201e Ich sage euch, ich werde von jetzt an vom Gew\u00e4chs des Weinstocks nicht trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist.\u201c Die Nahrung ist, genauso wie der Geist &#8211; Leib der Menschen und der \u00fcbrigen Sch\u00f6pfung, eine Geist &#8211; leibliche Nahrung. \u00dcber die neue Geist &#8211; Leiblichkeit in der himmlischen Stadt spricht Paulus in 1. Korinther 15, 35 \u2013 53.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Fluch Verfallenes, also Menschen, die nicht durch und durch geheiligt sind, gibt es in der himmlischen Stadt nicht. Damit wird noch einmal wiederholt, was schon in Kap. 21, 27 und in Kap. 20, 15 gesagt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt stehen, d.h. Gott wird den Menschen und seiner Sch\u00f6pfung ganz nahe sein. Die Distanz zwischen Gott und Mensch, die jetzt vorhanden und auch notwendig ist, weil Gott heilig ist und wir unheilig sind, ist dann aufgehoben. Und die Menschen werden Gott dienen, in Freiheit, ohne irgendeine St\u00f6rung, denn es gibt keinen Ungehorsam mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Menschen in der Stadt werden Gottes Angesicht schauen<\/strong>. Jesu Verhei\u00dfung von Matth\u00e4us 5,8 \u201e Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen\u201c wird jetzt erf\u00fcllt. Die \u201eGottesschau\u201c war immer die gro\u00dfe Sehnsucht aller derer, die Gott liebten, siehe z. B: Mose am Sinai: 2. Mose 33, 20.Die Gottesschau wird Mose hier aber verwehrt. Der einzige Bericht \u00fcber eine Gottesschau in der alten Weltzeit steht 2. Mose 24, 9ff.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 1. Johannes 3,2 steht die Verhei\u00dfung, dass wir Gott sehen werden und ihm dann gleich sein werden. <strong>Die Gottesebenbildlichkeit des Anfangs, die der Mensch durch den S\u00fcndenfall befleckt bzw. verloren hatte, ist im himmlischen Jerusalem endlich wieder hergestellt. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies gilt aber nur f\u00fcr die, die im Lebensbuch des Lammes stehen und die deshalb den Zugang bekommen haben f\u00fcr das himmlische Jerusalem. Der Name Gottes steht an den Stirnen der Menschen im himmlischen Jerusalem, das bedeutet: sie sind sein bleibendes Eigentum. Niemand kann einen Bewohner der himmlischen Stadt der Herrschaft Gottes wieder entrei\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt in der Stadt keine Nacht und auch kein nat\u00fcrliches Licht mehr. Ein nat\u00fcrliches Licht ist nicht mehr notwendig. Wir erinnern uns daran, dass das erste Gesch\u00f6pf Gottes das Licht war, siehe 1. Mose 1,3. Auch nach der modernen Kosmologie ist Licht das erste, grundlegende Gesch\u00f6pf. Jetzt ist statt des geschaffenen Lichtes Gott selbst das Licht, das die ganze Stadt erleuchtet. Neben der ungeschaffenen strahlenden Herrlichkeit Gottes kann das von ihm geschaffene wunderbare Licht nicht mehr bestehen. Der Unterschied zwischen der alten und der neuen Sch\u00f6pfung wird hier deutlich ausgesprochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und wir, die Bewohner der himmlischen Stadt, werden mit Christus, dem Lamm, zusammen die neue Sch\u00f6pfung regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit,<\/strong> w\u00f6rtlich: \u201cin die \u00c4onen der \u00c4onen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir erinnern uns an den ersten Befehl Gottes an die neu geschaffenen Menschen: 1. Mose 1,28. \u201eSeid fruchtbar und mehret euch und f\u00fcllet die Erde und macht sie euch untertan und regiert \u00fcber die Fische im Meer und \u00fcber die V\u00f6gel unter dem Himmel und \u00fcber das Vieh und alle Tiere, die auf der Erde sind.\u201c Dieser Befehl hebt uns Menschen heraus aus der Tierwelt und der ganzen \u00fcbrigen Sch\u00f6pfung. Wir hatten das Mandat bekommen, um die Sch\u00f6pfung f\u00fcr Gott zu verwalten. Wir m\u00fcssen leider bekennen, dass wir diesen Befehl schlecht in die Tat umgesetzt haben. Wir haben zwar die Erde uns unterworfen, vor allem die Tiere, aber wir haben viele Tierarten zugleich an den Rand des Untergangs gef\u00fchrt. Auch die Pflanzenwelt ist durch den Menschen schwer gesch\u00e4digt worden. Wir haben bewiesen, dass der s\u00fcndige Mensch Gottes Sch\u00f6pfung nicht sachgem\u00e4\u00df verwalten kann und das auch nicht will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt, im neuen Jerusalem, ist der Mensch verwandelt, er ist ohne S\u00fcnde, er ist durch das Lamm rein gewaschen und geheiligt, jetzt kann er mit Christus zusammen die erneuerte Sch\u00f6pfung sachgem\u00e4\u00df und ohne Fehler zu Gottes Wohlgefallen regieren, und zwar f\u00fcr immer. Was der Mensch in der alten Weltzeit nicht getan hat, das kann und will er jetzt leisten. <strong>In Harmonie mit Gott, dem Sch\u00f6pfer und Erl\u00f6ser, und mit seiner ganzen wunderbaren Sch\u00f6pfung lebt und regiert er in Ewigkeit.<\/strong><\/p>\n<p><em>Pfarrer i. R. Hans-Christoph Gensichen, Steinebach\/Wied<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Auslegung von Offenbarung 21,9 \u2013 22,5 Kapitel 21,9ff Dem Seher Johannes wird von Jesus durch Vermittlung eines Engels das \u201ehimmlische Jerusalem\u201c gezeigt: das Lebensziel aller Gl\u00e4ubigen seit Beginn der Menschheit. 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