{"id":11974,"date":"2015-03-03T08:00:58","date_gmt":"2015-03-03T07:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11974"},"modified":"2015-03-02T22:29:00","modified_gmt":"2015-03-02T21:29:00","slug":"stellungnahme-zum-gruenbuch-des-bundeswirtschaftsministeriums-zur-energiewende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11974","title":{"rendered":"Stellungnahme zum &#8222;Gr\u00fcnbuch&#8220; des Bundeswirtschaftsministeriums zur Energiewende"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Energiewende wird in diesem Buch mit dem sog. &#8222;Klimaschutz&#8220; begr\u00fcndet. Ich m\u00f6chte festhalten, dass es in der Physik und in der Physikalischen Chemie kein einziges Experiment gibt, das den sog. &#8222;atmosph\u00e4rischen Treibhauseffekt&#8220; belegen kann. Die &#8222;Kindergartenversuche&#8220; mit CO2-gef\u00fcllten &#8222;Treibh\u00e4usern&#8220; ergeben \u00e4hnliche Erw\u00e4rmungsraten, wenn sie bspw. mit dem Infrarot-inaktiven Argon gef\u00fcllt sind. Die Erw\u00e4rmung seit der letzten kleinen Eiszeit um 1650 wird seit Gr\u00fcndung des IPCC mit anthropogenen Emissionen von Kohlenstoffdioxid in Verbindung gebracht. Es ist richtig, dass sich die Erde seit der letzten kleinen Eiszeit erw\u00e4rmt hat, ein Blick in die Geschichtsb\u00fccher und die publizierten Temperaturkurven ergibt jedoch keinerlei Hinweis, dass diese Erw\u00e4rmung unnat\u00fcrlich ist. In von Kollegen ver\u00f6ffentlichten Persistenzanalysen gibt es keinerlei Hinweis auf ein anthropogenes Signal, vom st\u00e4dtischen W\u00e4rmeinseleffekt einmal abgesehen.<!--more-->Unter Ber\u00fccksichtigung der El Nin(j)o Bedingungen im Pazifik war das Jahr 2014 nun wirklich kein Rekordjahr, und abgesehen von lokalen Unterschieden gibt es seit beinahe 20 Jahren keine Erw\u00e4rmung mehr. Deutschland erlebt vielleicht einen nicht zu strengen Winter, die USA sind dagegen mehr oder weniger eingefroren mit Minusrekorden \u2013 sieht so eine globale Erw\u00e4rmung aus?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die angebliche Versauerung der Ozeane ist nur Politik, denn die leicht basischen Ozeane werden h\u00f6chstens weniger basisch, f\u00fcr eine &#8222;Ozeankatastrophe&#8220; gibt es keinerlei Hinweise. Lebende Organismen kommen mit leicht sauren Bedingungen besser zurecht als mit basischen, das hat einfache chemische Gr\u00fcnde. Nach den Erdbahnparametern und allen bekannten nat\u00fcrlichen Zyklen sollte die Erw\u00e4rmung, singul\u00e4re Ereignisse ausgenommen, zu Ende sein &#8211; \u00fcber die sog. &#8222;Klimasensitivit\u00e4t&#8220; von Kohlenstoffdioxid besteht kein Konsens, auch wenn dieser suggeriert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese sog. Klimasensitivit\u00e4t wird in Experimenten bestimmt, die eine Atmosph\u00e4re nicht abbilden k\u00f6nnen. Den atmosph\u00e4rischen Treibhauseffekt, der auf Arbeiten aus dem 19. Jahrhundert beruht, gibt es nur in Computer-Simulationen, die zudem den adiabatischen H\u00f6hengradienten der Temperatur sowie den Energieaustausch \u00fcber Verdunstung und Kondensation ignorieren. \u00a0Die Frage stellt sich, warum die Bundesregierung den in international begutachteten Zeitschriften ver\u00f6ffentlichten Temperaturstillstand ignoriert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Hochschullehrer muss ich Studierende auf internationale Publikationen aufmerksam machen, und dann kommt die Frage auf, warum die Bundesregierung und einige Institutionen eine einseitige Auswahl treffen &#8211; dieser Ansatz ist unwissenschaftlich und ein verheerendes Signal f\u00fcr die Qualit\u00e4t von Bildung und Ausbildung. Nachvollziehbar ist f\u00fcr mich jedoch, dass die Politik ohne naturwissenschaftliche Kenntnisse angesichts des internationalen Drucks kaum eine andere Wahl hatte, als davon auszugehen, es g\u00e4be eine schlimme anthropogene Erw\u00e4rmung. Da diese jedoch mit jedem Jahr des Temperaturstillstandes unwahrscheinlicher wird, sollte die Politik auch in Betracht ziehen, dass die Computer-Modelle die Wirklichkeit vielleicht doch nicht so abbilden k\u00f6nnen wie in den einschl\u00e4gigen Kreisen angenommen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abgesehen von der CO2-Diskussion, die in den &#8222;etablierten Kreisen&#8220; jegliche reflektierende wissenschaftliche Diskussion vermissen l\u00e4sst (Wissenschaftler mit abweichender Meinung als &#8222;Leugner&#8220; zu bezeichnen, ist jenseits des Akzeptablen), halte ich die Energiewende aus technischen\u00a0 Gr\u00fcnden f\u00fcr unverantwortlich. Das heutige Stromnetz ist noch stabil, weil in Kohle-, Wasser- und Kernkraftwerken in den Turbinen eine sehr hohe Rotationsenergie gespeichert ist. Die Stabilit\u00e4t des Stromnetzes wird \u00fcber die Frequenz auf 50 Hz geregelt, wobei die Spannung durchaus variieren kann, ich habe Werte zwischen 220 und 240 Volt gemessen. Mit Windkraftanlagen oder Solarmodulen ist ein stabiles Netz ohne die Einbindung von Speichern und virtuellen Schwungr\u00e4dern unm\u00f6glich, denn nachts scheint die Sonne nicht, und der Wind weht nicht einmal &#8222;offshore&#8220; konstant, wie die von Tennet bereit gestellten Daten zeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Phasensynchronit\u00e4t im Stromnetz ist ein weiterer kritischer Aspekt. Die Prognosen sind so ungenau, dass bei dem Sturm im Januar Planung und Einspeisung <strong>um mehrere Gigawatt abwichen<\/strong>. 1 Gigawatt entspricht ungef\u00e4hr der Leistung eines gro\u00dfen Kraftwerks. Es gibt trotz rund 80 GW installierter WKA und PVA Tage, an denen die Leistung dieser Anlagen bei einem Bedarf von bis zu 80 GW auf weniger als 1 GW absinkt und das Netz ohne die Kohle- und noch bestehenden Kernkraftwerke (zusammen mit den Schweizer Kernkraftwerken \u00fcbrigens die sichersten der Welt) zusammenbrechen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Vollversorgung mit &#8222;Erneuerbaren&#8220; erfordert daher enorme Speicher. Bei einem j\u00e4hrlichen Strombedarf von ca. 600 TWh, der sicher nicht sinken wird, es sei denn, Deutschland wird v\u00f6llig deindustrialisiert, gehen die Sch\u00e4tzungen von 20 \u2013 100 TWh Speicherbedarf aus. Alle heutigen und k\u00fcnftigen deutschen Pumpspeicherkraftwerke werden ca. 0,15 TWh Strom speichern k\u00f6nnen, auch das Nordlink-Kabel wird daran nicht viel \u00e4ndern, zumal Norwegen im Winter Stromimportland ist. In der Konsequenz bleiben nur noch chemische und elektrochemische Speicher \u00fcbrig. Am sinnvollsten w\u00e4ren bei allen angesto\u00dfenen Ma\u00dfnahmen vielleicht noch die Gewinnung von Wasserstoff sowie Gro\u00dfbatterien, <strong>wenn Kosten keine Rolle spielen<\/strong>. Die R\u00fcckverstromung von Wasserstoff erfordert diffusionsstabile Speicher und neue Materialien f\u00fcr Gro\u00dfmotoren oder Gasturbinen (Stichwort: Wasserstoffverspr\u00f6dung), und alle Batterien unterliegen einer Alterung. Auch wenn in manchen Prospekten Lebensdauern von 30 Jahren f\u00fcr Batterien angegeben werden, ist wegen der unvermeidlichen Alterung Skepsis angebracht. Zyklenstabile, preiswerte (ca. 10 EUR\/kWh) und dauerhaltbare Batterien sind eher in der weiteren Zukunft zu erwarten, und w\u00fcrde die Bundesregierung wirklich an die Umsetzung der Energiewende und die Klimakatastrophe glauben und Kernkraftwerke weiterhin ablehnen, <strong>m\u00fcsste sie mehrere Milliarden Euro pro Jahr alleine in die Speicherforschung investieren, und zwar ohne lange und erm\u00fcdende Beantragungsverfahren<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Tat k\u00f6nnte man schon mit der heutigen Technik die &#8222;Stromwende&#8220; realisieren, wenn man daf\u00fcr in Kauf nimmt, dass der Strompreis dann irgendwo im Bereich von 1 \u2013 2 EUR\/kWh liegt und ca. 15x mehr WKA aufgestellt werden m\u00fcssen. Vielleicht k\u00f6nnte Deutschland dann seinen Strombedarf im Lande decken, der Bedarf an Heizenergie wird jedoch nicht &#8222;regenerativ&#8220; zu decken sein (auch nicht, wenn alle H\u00e4user ged\u00e4mmt w\u00e4ren), und wo dann die Nahrungsmittel herkommen sollen, steht auf einem anderen St\u00fcck Papier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die h\u00e4ufig verbreitete Annahme, dass der Strom kostenlos ist, wenn erst einmal gen\u00fcgend WKA und PVA installiert wurden, wurde bis heute lediglich sch\u00f6n gerechnet, wobei jegliche naturwissenschaftlichen und technischen Aspekte ausgeblendet werden. Leider wird in diesem Gr\u00fcnbuch kaum irgendein Wort zu den technischen Aspekten gesagt, die Bundesregierung suggeriert, dass es nur den richtigen Markt braucht, um die Energiewende zum Erfolg zu f\u00fchren, was Minister Gabriel auf verschiedenen Veranstaltungen so schon gesagt hat. Das Fass der &#8222;Energiespeicher&#8220; will er vor der kommenden Bundestagswahl wohl nicht \u00f6ffnen, denn seine W\u00e4hler k\u00f6nnten ihm, der SPD und der CDU davon laufen. Der Traum vom kostenlosen Strom ist eine Fehleinsch\u00e4tzung, die wohl nur diejenigen unterst\u00fctzen werden, <strong>die direkt von der Energiewende profitieren, sei es an den einschl\u00e4gigen Forschungsinstitutionen oder in der Industrie<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Kollegen wie auch ich haben der Bundesregierung angeboten, sie technisch neutral zu beraten. Anstatt kritische Stimmen anzuh\u00f6ren, verl\u00e4sst sich die Bundesregierung ausschlie\u00dflich auf Energiewende-Protagonisten, die den Kurs der Bundesregierung st\u00fctzen. \u00a0Dieser Ansatz ist unwissenschaftlich, denn eine weitsichtige, politische Entscheidung sollte auch gegens\u00e4tzliche Meinungen anh\u00f6ren, denn die <strong>Physik und die Chemie werden nicht durch Mehrheitsbeschl\u00fcsse au\u00dfer Kraft gesetzt<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mehrzahl der Deutschen w\u00fcnscht wohl noch immer die Energiewende und ist wohl bereit, f\u00fcr den angeblich sauberen Strom mehr zu zahlen, nur sollte sich die Bundesregierung so langsam auch des Infraschall-Problems annehmen. Bei der &#8222;100-%&#8220;-Stromwende wird Deutschland bei einer heutigen WKA-Auslastung von ca. 12 % etwa 600 GW an installierter Windkraftleistung ben\u00f6tigen, gest\u00fctzt durch gigantische Speicher zwischen 20 und 100 TWh. Ganz Deutschland wird dann von Windkraftanlagen \u00fcberzogen sein, mit nur in &#8222;Flauten&#8220; endendem Infraschall. Im Bereich der thermischen Nutzung &#8222;erneuerbarer Energien&#8220; gibt es dagegen viel Potential, sinnvolles zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider ist auch in diesem Punkt die Bundesregierung an alternativen Ideen offenbar nicht interessiert. Der Minister versendet eher Standardbriefe als sich die Meinung von kritisch denkenden Wissenschaftlern anzuh\u00f6ren. Da der Rest der Welt die Kernenergie ausbaut und China mittlerweile eigene Kernkraftwerke entwickelt, stellt sich die Frage, wie lange die deutsche Wirtschaft international noch konkurrenzf\u00e4hig bleiben wird, zeigen doch viele Firmen heute schon still und leise Deutschland den R\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle:\u00a0www.DeutscherArbeitgeberVerband.de<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Prof. Dr. Frank Endres ist Professor am Energie-Forschungszentrum der TU Clausthal-Zellerfeld und forscht im Bereich der Energiewende<\/em><br \/>\n<em>2. M\u00e4rz 2015<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Energiewende wird in diesem Buch mit dem sog. &#8222;Klimaschutz&#8220; begr\u00fcndet. Ich m\u00f6chte festhalten, dass es in der Physik und in der Physikalischen Chemie kein einziges Experiment gibt, das den sog. &#8222;atmosph\u00e4rischen Treibhauseffekt&#8220; belegen kann. Die &#8222;Kindergartenversuche&#8220; mit CO2-gef\u00fcllten &#8222;Treibh\u00e4usern&#8220; ergeben \u00e4hnliche Erw\u00e4rmungsraten, wenn sie bspw. mit dem Infrarot-inaktiven Argon gef\u00fcllt sind. Die Erw\u00e4rmung seit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":492,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,27],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11974"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/492"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11974"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11974\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11975,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11974\/revisions\/11975"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11974"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11974"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11974"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}