{"id":11928,"date":"2015-02-16T15:02:25","date_gmt":"2015-02-16T14:02:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11928"},"modified":"2015-02-16T15:02:25","modified_gmt":"2015-02-16T14:02:25","slug":"wenn-die-unlust-zum-problem-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11928","title":{"rendered":"Wenn die Unlust zum Problem wird"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif';\"><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">\u201eBin ich normal?\u201c fragt mich eine Frau. \u201eIch bin jetzt \u00fcber F\u00fcnfzig. Eigentlich merke ich es schon l\u00e4nger, dass ich \u00fcberhaupt keinen Spa\u00df mehr an Intimit\u00e4t habe. Mir ist mein eigener K\u00f6rper fremd. Oftmals leide ich unter Spannungen. Dazu kommt M\u00fcdigkeit. Eigentlich m\u00f6chte ich mehr N\u00e4he als sonst, aber nicht unbedingt Intimit\u00e4t. Ja, ich habe geradezu Sehnsucht nach Anerkennung, nach lieben Worten, nach Zuneigung, nach \u00b4in den Arm genommen werden\u00b4. Alles andere ist mir zu viel.\u201c <\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif';\"><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">Noch ehe ich antworten kann, f\u00e4hrt sie fort: \u201eJa, ja, ich wei\u00df. Das habe ich verstanden, dass, wenn mein Ehepartner das braucht, ich f\u00fcr ihn da sein soll. Das will ich auch. Doch jetzt wird auch das zum Problem. Er will mich nicht bedr\u00e4ngen. Wenn ich keine Lust habe, f\u00fchlt er sich nicht willkommen. Ich habe ihm erkl\u00e4rt, dass ich trotzdem bereit bin. Aber er ist dann blockiert. Es ist so kompliziert geworden. Jetzt begegnen wir uns kaum noch. Ich sp\u00fcre, wie wir uns immer fremder werden. Wie finden wir aus dieser Sackgasse heraus?\u201c <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif';\"><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">Keine Lust? Wer kennt das nicht! Es gibt Zeiten in unserem Leben, in denen uns alles \u00fcber den Kopf w\u00e4chst. Ob die \u00dcberforderungen durch Beruf, Haushalt und Kinder, durch Krankheit oder fehlende Hormone bedingt ist, alles scheint zu viel zu sein. Der K\u00f6rper und die Seele schalten um auf \u201eStand by\u201c, so wie der Computer, wenn einige Zeit nicht darauf geschrieben wird. Besonders heftig reagieren wir in der Ehe auf Belastungssituationen. Wir schlie\u00dfen uns innerlich zu, um nur noch die wichtigsten Dinge \u201eam Leben zu erhalten\u201c. Alles andere wird ausgeschlossen. Dabei br\u00e4uchten wir den anderen jetzt ganz besonders. Doch der zieht sich zur\u00fcck, wenn wir stachelig und unnahbar werden. \u201eLiebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdiene. Denn dann brauche ich dich am meisten!\u201c, kommt mir in den Sinn &#8211; ein Spruch, den ich irgendwo las. Auf die gef\u00fchlte Ablehnung des Ehepartners folgen leider oft Au\u00dfenbeziehungen zu fremden Partnern. Da f\u00fchlt man sich angenommen und begehrt, sei es auf der Gespr\u00e4chsebene oder auch im Bett. Oder es entsteht eine Internetbekanntschaft, bei der man anscheinend alles bekommt, was in der eigenen Beziehung fehlt.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif';\"><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">Wir brauchen in der Ehe N\u00e4he, um einander nicht verloren zu gehen. Wir brauchen die Haut des Partners, um uns in \u00b4seine Haut\u00b4 hineinf\u00fchlen zu k\u00f6nnen. Lust soll eine untergeordnete Rolle spielen. Da muss ein Wollen wachsen, das wir uns von Gott erbitten d\u00fcrfen. Viele Dinge in unserem Leben k\u00f6nnen wir erledigen, weil sie lebensnotwendig sind. Und wir gehen sie ohne Lust an: Sei es das morgendliche Aufstehen nach einer schlaflosen Nacht, um zur Arbeitsstelle zu gehen; sei es die Essenszubereitung trotz Kopfschmerzen oder das Versorgen des Kleinkindes, obwohl man mit \u00dcbelkeit zu k\u00e4mpfen hat. Wenn der eine Partner keine Sehnsucht nach Intimit\u00e4t hat, aber trotzdem auf die Sehnsucht des anderen bereit ist, einzugehen, ist das echte Liebe! Das Signal hei\u00dft: Wenn du mir nah kommen willst, will auch ich dich bei mir haben, weil du mir wichtig ist. Und f\u00fcr den, der sich zur\u00fcckziehen will, weil er meint, es zu brauchen, dass er zuvor begehrt wird: Meine Partnerin l\u00e4sst sich auf mich ein, weil sie wei\u00df, dass es mir wichtig ist. Sie liebt mich wirklich! Deshalb will ich mit ihr eins werden. R\u00fccksicht ist in diesem Moment falsch, weil sie beiden letztlich schadet! Denn wer sich nicht ber\u00fchrt, geht einander verloren. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif';\"><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">Unwillk\u00fcrlich f\u00e4llt mir der Vers aus Ruth 1,16 ein, der h\u00e4ufig als Trauvers gew\u00fcnscht wird: \u201eWo du hingehst, da will ich auch hingehen. Wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott.\u201c Obwohl dieser Vers in der Bibel nicht von einem Ehepartner gesprochen wird, ist das ein Leitvers f\u00fcr die Treue in einer Ehe. Was du brauchst, das will auch ich wichtig finden. Was dein Mittelpunkt ist, darum will auch ich Sorge tragen. Keiner muss sich aus R\u00fccksicht auf sein Gegen\u00fcber zur\u00fcckziehen, nur weil der keine so gro\u00dfe Lust hat wie er selbst. Seine\/ihre Bereitschaft zum Einswerden ist ein gr\u00f6\u00dferer Ausdruck f\u00fcr Liebe als seine\/ihre Lust dazu. Allerdings sollte der Alltag auch durchzogen sein von kleinen, liebevollen Aufmerksamkeiten, die einander geschenkt werden. Der Partner, der sich nach Intimit\u00e4t sehnt, soll sich nicht beleidigt zur\u00fcckziehen, wenn ihn der andere nicht so begehrt, wie er es gerne h\u00e4tte. Und der Teil, der keine Sehnsucht danach hat, darf Gott bitten, liebevoll auf den anderen einzugehen, auch ohne Lust. Er\/sie l\u00e4sst die Erwartungshaltung hinter sich, dass er\/ sie um ihn werben und ihn\/sie begehren muss, bevor er\/sie zu ihr\/ihm kommt. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif';\"><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">Wir brauchen keinen Appetit, bevor wir uns zum t\u00e4glichen Essen einfinden. Doch ohne Nahrungsaufnahme verlieren wir Kraft. Die Regelm\u00e4\u00dfigkeit des Essens bewahrt uns davor, Falsches in uns \u00b4hineinzustopfen\u00b4. Wir brauchen keine Lust, um einander zu begegnen. Aber wir brauchen Gemeinschaft, um einander nicht zu verlieren. Dazu geh\u00f6ren Gespr\u00e4ch und Haut. Und damit es funktioniert, brauchen wir einen Dritten, der uns liebevoll ins Ohr fl\u00fcstert, was unser Partner braucht \u2013 falls wir zuh\u00f6ren wollen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif';\"><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">Merke: Wer seine Erwartungshaltung zum Mittelpunkt seines Denkens macht, vers\u00e4umt viele sch\u00f6ne Momente. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif';\"><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">Gebet: Herr, warum ist alles so kompliziert? Bitte komm in unsere Beziehung. Lass mich deine Stimme h\u00f6ren und umsetzen, was du zu mir sagst. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif';\"><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">Zum Nachdenken: Eigentlich brauchen wir nur drei Dinge zu pflegen: Auf Gott h\u00f6ren und erfahren, was mein Partner braucht. Mit dem Partner reden und ihm liebevoll begegnen. Einander Heimat werden, indem wir Ber\u00fchrung pflegen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif';\"><span style=\"color: #000000; font-size: medium;\">Quelle: Family Live Mission Freundesbrief 132 \/ Febr. 2015<br \/>\nwww.flm-int.de<br \/>\n<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eBin ich normal?\u201c fragt mich eine Frau. \u201eIch bin jetzt \u00fcber F\u00fcnfzig. 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