{"id":11877,"date":"2015-01-28T15:12:19","date_gmt":"2015-01-28T14:12:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11877"},"modified":"2015-01-28T21:29:47","modified_gmt":"2015-01-28T20:29:47","slug":"klartext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11877","title":{"rendered":"Klartext"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nach manchen Predigtabenden sagen manche Leute zu mir: \u201eVielen Dank f\u00fcr die klare Verk\u00fcndigung.\u201c Klar, da habe ich mich gefreut. Aber noch mehr habe ich mich gewundert. Denn: das Evangelium zu predigen ist mein Beruf. Dazu bin ich und habe ich mich verpflichtet. Der Apostel Paulus schreibt im 1. Korintherbrief 9,16: \u201eDass ich das Evangelium predige, dessen darf ich mich nicht r\u00fchmen; denn ich muss es tun.\u201c Ich muss. Und das schlie\u00dft ein, dass ich es mit Klarheit tun muss. Ein Bote, der die Botschaft seines Herrn unklar ausrichtet, unvollkommen ausf\u00fchrt und sich unverst\u00e4ndlich ausdr\u00fcckt, ist dienstunf\u00e4hig. Also, dass ich klar predige, ist doch wohl eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Wieso bedanken sich die Leute f\u00fcr eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit? Weil es offenbar nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich ist, dass das Evangelium klar gepredigt wird. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weltfremde, bibelfremde, verschwommene Verk\u00fcndigung ist so verbreitet, dass es schon auff\u00e4llt, wenn mal einer Klartext redet. Klarheit hei\u00dft z. B., dass ich dann, wenn ich von Jesus als dem Retter spreche, auch sage, wovor er rettet: vor der ewigen Verdammnis. Ich habe ebenso klar zu sagen, dass es nach Tod und Auferstehung ein Gericht geben wird, und zwar mit einem doppelten Ausgang, sonst w\u00e4re es ja keins. Am Ende jeder Gerichtsverhandlung gibt es zwei M\u00f6glichkeiten: Verurteilung oder Freispruch. So auch im J\u00fcngsten Gericht. Jesus sagt: \u201eWer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.\u201c Aber genau das wagen sich viele Prediger schon nicht mehr zu sagen. Sie wagen es nicht einmal mehr, es wenigstens zu zitieren. Deshalb wurde dieser Satz, der bisher bei jeder Taufe gesprochen wurde, auch aus der kirchlichen Taufliturgie gestrichen. Aus lauter Angst, sich mit der Botschaft vom Verlorengehen unbeliebt zu machen, oder weil sie selber nicht mehr daran glauben, machen viele Prediger um dieses Thema einen gro\u00dfen Bogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche tun sogar so, als ob Gericht und Verdammnis so eine Art Zusatz oder Gegensatz zum Evangelium w\u00e4ren. Ein ganz Schlauer hat das bl\u00f6de Wortspiel erfunden: \u201eFrohbotschaft statt Drohbotschaft.\u201c Aber erstens ist die Rede von Gericht und H\u00f6lle keine Drohung, sondern eine Warnung. Eine Drohung kommt meistens aus dem Hass. Eine Warnung kommt aus der Liebe. Und zweitens ist die Gerichtspredigt, wie Paulus im R\u00f6merbrief betont, ein Teil des Evangeliums. Evangelium hei\u00dft: du musst nicht in die H\u00f6lle, du darfst in den Himmel! Und die einzige M\u00f6glichkeit, dahin zu kommen, hei\u00dft: Jesus. Er ist der einzige Weg, die einzige T\u00fcr, der einzige Retter. Und das hei\u00dft wiederum: Alle anderen, die sich als Retter anbieten, z. B. in anderen Religionen, sind gar keine!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und da sind wir schon wieder bei einem hei\u00dfen Thema, an dem sich viele den Mund nicht verbrennen wollen. Doch es hilft nichts! Wir m\u00fcssen predigen, was in der Bibel steht, unabh\u00e4ngig von Lob oder L\u00e4sterung der Zuh\u00f6rer. Ob auf der Kanzel oder im Gespr\u00e4ch mit den Arbeitskollegen &#8211; wir m\u00fcssen Klartext reden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: &#8222;Aufbruch&#8220; \u2013 Informationen des Gemeindehilfsbundes, I\/2015 <\/em><\/p>\n<p><em>Der &#8222;Aufbruch&#8220; kann in der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes bestellt werden (info@gemeindehilfsbund.de). Der Bezug ist kostenlos. <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach manchen Predigtabenden sagen manche Leute zu mir: \u201eVielen Dank f\u00fcr die klare Verk\u00fcndigung.\u201c Klar, da habe ich mich gefreut. Aber noch mehr habe ich mich gewundert. Denn: das Evangelium zu predigen ist mein Beruf. Dazu bin ich und habe ich mich verpflichtet. Der Apostel Paulus schreibt im 1. 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