{"id":11852,"date":"2015-01-25T07:48:40","date_gmt":"2015-01-25T06:48:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11852"},"modified":"2015-01-25T07:52:25","modified_gmt":"2015-01-25T06:52:25","slug":"predigt-ueber-mt-81-13-3-sonntag-nach-epiphanias","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11852","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Mt. 8,1-13 (3. Sonntag nach Epiphanias)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Da er aber vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Auss\u00e4tziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, r\u00fchrte ihn an und sprach: Ich will&#8217;s tun; sei gereinigt. Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sags niemand; sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugnis \u00fcber sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbr\u00fcchig und hat gro\u00dfe Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, da\u00df du unter mein Dach gehst; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit untertan und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so geht er; und zum anderen: Komm her, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das, so tut ers. Da das Jesus h\u00f6rte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgesto\u00dfen in die \u00e4u\u00dferste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Z\u00e4hneklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, die geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. (Matth\u00e4us 8,1-13<\/em>)<\/strong><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im heutigen Evangelium werden uns zwei St\u00fccke vorgehalten: das erste von dem Auss\u00e4tzigen, welchen der Herr rein macht; das andere von einem Hauptmann, der einen kranken Knecht hatte. Solche Wunderzeichen, meldet der Evangelist, habe Christus bald nach der langen Predigt auf dem Berge getan. Denn also sollte es gehen, da\u00df er erst Predigt und danach solche Predigt mit Wunderwerken bezeugt, da\u00df jedermann dar\u00fcber urteilen kann, da\u00df die Predigt recht und nicht falsch ist, und desto eher geglaubt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bed\u00fcrfen, Gott Lob! Der Wunderzeichen nicht; denn die Lehre ist bereits mit Wunderzeichen so bezeugt, da\u00df niemand daran zweifeln soll. Aber dennoch will es besonders mit denen, die das Wort f\u00fchren, n\u00f6tig sein, da\u00df sie nicht allein als Christen reden k\u00f6nnen, sondern auch als Christen leben, und mit dem Werk der Lehre Zeugnis geben und ihren Glauben sehen lassen. Denn das Reich Gottes stehet nicht, wie Paulus sagt, in den blo\u00dfen Worten, sondern in der Kraft. Wo nun Lehre und Werk zusammen stimmen, da schafft es Frucht. Da dagegen jedermann sich \u00e4rgern mu\u00df, wenn das Leben b\u00f6se ist und sich mit der Lehre nicht reimt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun sind aber solche zwei Wunderwerke hier nicht allein anzusehen als Zeugnis der Lehre (denn weil es solche Werke sind, die \u00fcber alle menschliche Kraft und Verm\u00f6gen sind, mu\u00df die Vernunft f\u00fcr sich selbst schlie\u00dfen, wie wir an Nikodemus, Johannes 3,2, h\u00f6ren, da\u00df solche Zeichen niemand tun kann, denn Gott sei mit ihm); sondern sind auch anzusehen als Beispiel des Glaubens und der Liebe. Denn wer sieht nicht, was f\u00fcr ein freundliches Herz unser lieber Herr Christus hat, da\u00df er sich mit einem Wort l\u00e4\u00dft dazu bringen und hilft, wo sonst alle Welt nicht helfen kann? Das ist ja ein Zeichen, da\u00df er es mit den armen, betr\u00fcbten, elenden Leuten nicht \u00fcbel meine; sonst w\u00fcrde er tun, wie wir tun, wenn wir unlustig und zornig sind, so man kommt und etwas von uns begehrt oder haben will, geben wir niemand ein gutes Wort. Das tut Christus nicht. Der Auss\u00e4tzige hat den Mund noch nicht recht aufgetan, bald ist Christus da, r\u00fchrt ihn an, und sagt, er wolle ihm gern helfen; und hilft ihm auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Gutwilligkeit soll uns nicht allein reizen, da\u00df wir in unseren N\u00f6ten auch Hilfe bei ihm suchen und hoffen, er werde uns nicht lassen, sondern sollte uns vorleuchten, da\u00df wir die gleiche Liebe und Freundlichkeit unserem N\u00e4chsten auch beweisen, und in solchem Werk, gleichwie Christus, auf nichts, denn auf den Gehorsam gegen Gott und des N\u00e4chsten Not und Besserung sehen. Denn Christus sucht mit solche Hilfe weder Ehre noch Gut; allein sieht er dahin, da\u00df der arme Mensch solcher Hilfe bedarf, und das Gottes Ehre damit gef\u00f6rdert und ihm also der Gehorsam geleistet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit aber dienst du Gott nicht, wenn du einem etwas zu gute tust, da\u00df er dir wieder dienen und du seiner Wohltat wieder genie\u00dfen m\u00f6chtest, sondern du dienst dir damit dann nur selber. Er aber Gott und seinen N\u00e4chsten recht will dienen, der sehe nicht auf seinen Nutzen, sondern nur auf die Not, die vorhanden ist, und da\u00df es Gott haben will und so befohlen hat, da\u00df man den N\u00e4chsten in der Not nicht soll stecken lassen, wenn man es gleich auch nie genie\u00dfen, ja, noch allen Undank damit verdienen sollte. Wie wir in einer anderen Geschichte sehen, der Christus zehn Auss\u00e4tzige reinigt, und nur einer kommt wieder welcher sich f\u00fcr die Wohltat bedankt, die anderen neun h\u00e4tten ihn nicht angesehen. Das Christus solchen Undank nicht vorher gewu\u00dft h\u00e4tte,, ist nicht m\u00f6glich. Aber obwohl er von solchem Undank schon vorher wu\u00dfte, hei\u00dft sie ihn bitten, hilft der ihnen und befiehlt das \u00fcbrige Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So mag man auch von der Liebe sagen welche in dem Wunderzeichen mit dem Hauptmann. Christus l\u00e4\u00dft es geschehen, da\u00df Gottes Gnade und G\u00fcte gepriesen und den armen Leuten in ihrer Not geholfen werde. Das hei\u00dft eine rechte Liebe, die auf nichts denn auf Gotteswort und Befehl sieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Beispiel des Glaubens ist auch \u00fcber die Ma\u00dfen sch\u00f6n, da\u00df der auss\u00e4tzige Mensch, der sonst wegen des Gesetzes nicht unter die Leute gehen, mit ihnen in der N\u00e4he weder reden noch anderes tun durfte, sich zum Herr Christus ohne alle Scheu findet, f\u00e4llt vor ihm nieder, und bittet: \u00abHerr, so du willst, so kannst du mich wohl reinigen.\u00bb Da sieht man beides: er glaubt fest und ungezweifelt, Christus sei so g\u00fctig und daneben so allm\u00e4chtig, da\u00df er ihm k\u00f6nne helfen in der Krankheit, da sonst allen Menschen und m\u00f6glich war, da\u00df sie konnten helfen; so doch er, der Herr Christus, gleichwie andere Menschen, daher ging, keine besondere Pracht noch Schein hatte; dennoch, weil er solches fest glaubt, besetzte er solche Bitte dem Herrn Christus an, wo er ihm nicht wolle helfen, das ist, so es wieder Gottes Ehre und seine Seligkeit w\u00e4re, so wollte er solchen Jammer gern dulden und tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hei\u00dft nicht allein recht glauben, sondern auch recht beten; so ist es immer bei denen: Wer recht glaubt, der betet auch recht; wer nicht recht glaubt, der kann auch nicht recht beten. Denn mit dem Gebet mu\u00df es erstlich so sein, da\u00df das Herz gewi\u00df ist, Gott sei so gn\u00e4dig und barmherzig, da\u00df er unsere Not gern wenden und uns helfen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders aber soll solch ein Vertrauen fest und gewi\u00df sein in den St\u00fccken, welche Gottes Ehre und unsere Seligkeit belangen, als da ist, Vergebung der S\u00fcnden, Rettung wider den Teufel und Tod, da\u00df Gott seinen Heiligen Geist in unsere Herzen geben, uns in seinem Wort erhalten, in keine Anfechtung sinken, im Glauben und Liebe alle Tage zunehmen lassen will. Solche St\u00fccke dienen vornehmlich zur Ehre Gottes und unserer Seligkeit. Darum soll das Herz nicht zweifeln, wenn man Gott darum bittet, er werde es gern geben und uns solche Bitte nicht versagen. Denn dazu bed\u00fcrfen wir der Hilfe Gottes, und Gott hat sie uns in seinem Wort versprochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer aber in solchen Sachen bitten wollte, wie der Auss\u00e4tzige hier: \u00abHerr, so du willst,\u00bb so vergib mir meine S\u00fcnde, mache mich selig, der betet unrecht. Denn da k\u00f6nnen wir an Gottes Willen nicht zweifeln, da\u00df er solches tun will, weil er uns in seinem Wort seinen Willen schon offenbart hat, da\u00df er wolle, da\u00df jedermann selig werde, und um dieser Ursache seinen Sohn, unseren Herrn Jesum Christum, am Kreuz f\u00fcr aller Welt S\u00fcnde bezahlen lassen hat, und geboten, jedermann soll ihn h\u00f6ren, annehmen und an ihn glauben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum stellt der Auss\u00e4tzige seine Bitte also, da\u00df er dies Wort hinzu setzt, und spricht: \u00abso du willst, so kannst du mich reinigen\u00bb? Hier mu\u00df man auf die Geschichte sehen, worum es geht. Zuvor habe ich gesagt, was unsere Seligkeit und ohne Mittel Gottes Ehre belangt, da d\u00fcrfe man das Gebet in keinen Zweifel setzen. Denn Gottes Wille ist offenbar, da\u00df er seine Ehre und unsere Seligkeit will ungehindert haben. Aber eine solche Meinung hat es nicht mit dem Zeitlichen. Es kann einer arm, krank und verachtet sein, und dennoch selig werden, wie es denn mit allen Christen geht. Weil nun an solchen zeitlichen Mangel die Seligkeit nicht liegt, sondern solcher Mangel kann oft zu etwas Gutem dienen, darum wer um Rettung und Hilfe bittet, der soll wohl glauben, da\u00df Gott helfen kann und helfen wird; aber doch soll er seinen Willen in Gottes Willen setzen: wo es zu Gottes Ehre nicht dienen, oder uns an unsere Seligkeit sollte nachteilig sein, so wollten wir solch ein Kreuz gern l\u00e4nger tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hei\u00dft in solchen Sachen recht beten, n\u00e4mlich glauben, Gott k\u00f6nne helfen; und dennoch Gott weder Zeit, Ma\u00df noch Ziel setzen, wie und wann er uns helfen soll. Denn es hat oft mit uns den Mangel, da\u00df wir immer nicht wissen, was und wie wir bitten sollen; wie Paulus sagt R\u00f6mer 8,26. Dagegen aber m\u00fcssen wir bekennen, da\u00df Gott wohl wisse, was zu seiner Ehre und unserer Seligkeit am besten sei. Darum sollen wir unseren Willen in seinen setzen, und nicht zweifeln, so solche Bitte zu seiner Ehre und unserer Seligkeit kommen soll, er wird uns gewi\u00df erh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum sollen wir dies Beispiel wohl merken, da\u00df wir auch also lernen beten, und ja in unseren Herzen keinen Zweifel haben, Gott sei uns gn\u00e4dig, er wisse wohl unsere Not und Jammer, und wolle unsere Not und Anliegen sich befohlen lassen sein. Solches sollen wir fest glauben, und dennoch uns herunter werfen und sprechen: Herr, du wei\u00dft Zeit und Stunde, darum tue, was mir n\u00fctze und deinen Namen Ehre ist. Wie der Auss\u00e4tzige hier auch tut: das Christus ihm helfen k\u00f6nne, da zweifelt er nicht daran; das sei ihm helfen wolle, da zweifelt er auch nicht daran; denn sonst w\u00fcrde er ihn nicht angeschrien haben, wenn er an seinem Willen einen Zweifel gehabt h\u00e4tte. Aber neben dem mu\u00df er bekennen, da\u00df ihm nicht geb\u00fchren wolle, Ort, Stunde, Weise und Wege zu bestimmen, wann und wie ihm geholfen werden soll. Solcher Glaube und Gehorsam gef\u00e4llt dem Herrn Christus sehr wohl; darum hilft er dem Armen eben zu der Stunde, an dem Ort und auf die Weise, da er es nicht h\u00e4tte begehren d\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher kommen die sch\u00f6nen Spr\u00fcche aus den Propheten, Psalm 27, 14.: \u00abHarre des Herrn, sei getrost und unverzagt, und Harre des Herrn\u00bb; Psalm 130,5. 6.: \u00abmeine Seele wartet auf den Herrn, von einer Morgenr\u00f6te zur anderen\u00bb; Habakuk 2,3: \u00abob die Verhei\u00dfung verzieht, so harre ihrer, sie wird gewi\u00dflich kommen, und nicht verziehen.\u00bb Denn das sieht man in allen Geschichten, da\u00df die Hilfe endlich kommt, wenn es auch eine Zeit dauert. So hat Gott eine besondere Rechnung darauf. Denn darum erh\u00f6rt er nicht so schnell, und verzieht die Hilfe, auf das er Ursache hat, mehr und reichlicher zu geben, als wir beten oder verstehen k\u00f6nnen, wie Paulus sagt in Epheser 3,20.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was meint aber der Herr damit, nachdem er den Auss\u00e4tzigen rein gemacht hat, da\u00df er ihn zum Priester schickt, und hei\u00dft ihn das Opfer bringen, wie Moses befohlen hat? Es ist nicht falsch geantwortet, da\u00df man sagt: Der Herr Christus habe in diesem Fall uns ein Beispiel der Liebe vorgestellt; weil er, der doch die Macht hatte, den Priestern das nicht entziehen will, was ihnen von Gott gegeben und geg\u00f6nnt war; das wir auch jedermann bei seinem Rechten bleiben lassen, und niemand was ihm geb\u00fchrt, entziehen sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber die vornehmste Ursache dieses Befehls geht dahin, da\u00df der Herr sein Wunderwerk \u00f6ffentlich bezeugt haben will, auch von seinen Feinden. Denn da\u00df der Priester das Opfer von diesem annimmt, und gibt ihm das Zeugnis, er sei rein, das dient dazu, da\u00df er und alle Menschen Christum sollten angenommen und an ihn geglaubt haben, als den rechten Messias. Denn da standen die Prophezeiungen, Christus sollte solche Wunderwerke tun, wenn er in die Welt kommen w\u00fcrde. Darum f\u00fchrt der Herr diese Worte, und spricht: \u00abOpfere die Gaben, die Moses befohlen hat, zum Zeugnis \u00fcber sie.\u00bb Als sollte er sprechen: Sie werden bekennen m\u00fcssen, du bist rein und dir sei recht geholfen; da\u00df sie aber dennoch an mich nicht glauben und mich f\u00fcr den Messias halten und annehmen wollen, das ist lauter verstockter Mutwille, der soll wohl ger\u00e4cht werden. Das Zeugnis aber soll wieder ihnen anderen dienen, da\u00df sie mich annehmen und an mich glauben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Papst hat aus diesem Befehl die Beichte gr\u00fcnden wollen, weil die S\u00fcnde dem Aussatz verglichen werden kann, da\u00df man sich dem Priester zeigen und also von S\u00fcnden reinigen lassen soll. Aber es ist ein sehr fauler Grund. Denn was geht es uns an, was Gott den Juden des Aussatzes wegen geboten hat? Haben wir doch keine solchen Priester. Und wenn wir es schon h\u00e4tten, so ist es gewi\u00df, die Priester haben die Auss\u00e4tzigen nicht rein gemacht; sondern wenn sie rein gewesen sind, so haben sie ihnen das Zeugnis gegeben, da\u00df sie rein sind. Wie reimt sich aber das auf die Beichte, weil man sie daf\u00fcr h\u00e4lt, da\u00df sie zur Vergebung der S\u00fcnden sei? Denn die Auss\u00e4tzigen haben den Priestern nicht den Aussatz, sondern einen sch\u00f6nen reinen Leib zeigen sollen, wenn sie mit dem Opfer vor den Priester gekommen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es ist nicht n\u00f6tig, solche faulen Zoten zu widerlegen. Wer da beichten will, der mag es tun. Wir wissen aber nur von einer rechten und n\u00f6tigen Beichte, wenn das Herz sich gegen Gott auftut und seine S\u00fcnde bekennt. Das ist eine Herzensbeichte, die nicht l\u00fcgt, wie die Ohren- oder Mundbeichte. Dennoch macht solche Beichte, so gegen Gott geschieht, nicht rein noch fromm; wie k\u00f6nnte es denn die Ohrenbeichte tun? Das aber macht rein und fromm, da\u00df man sich mit dem Glauben an den Herrn Jesu und sein Wort h\u00e4lt, und glaubt in Namen Jesu Vergebung der S\u00fcnden, wie dies uns im Wort zugesagt wird. Das sei genug von diesem ersten Beispiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das andere Wunderwerk mit dem kranken Knecht ist auch ein Zeugnis der Lehre Christi, da\u00df man bekennen mu\u00df, weil Gott mit Wunderwerken es geschehen l\u00e4\u00dft, da\u00df seine Lehren, recht und gut, und er der rechte Messias oder Christus sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber daneben ist hier ein gutes Beispiel, hohen und gro\u00dfen Glaubens in dem Hauptmann; wie denn der Herr selbst solchen gro\u00dfen Glauben r\u00fchmt, da\u00df er desgleichen in Israel und unter dem heiligen Volk nicht gefunden habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solchen Glauben sp\u00fcrt man besonders in dem, da\u00df dieser Hauptmann, obwohl er kein Jude war, sondern Heide, dennoch zum Herrn Christus schickt, in vollem Vertrauen, er werde ihn nicht ohne Hilfe lassen; sondern wie er k\u00f6nne, ganz bestimmt helfen. Denn wo diese Zuversicht nicht fest in seinem Herzen gewesen w\u00e4re, so w\u00fcrde er, wie Lukas schreibt, die \u00e4ltesten der Juden nicht bem\u00fcht und zu Jesus geschickt haben. Da\u00df er sie aber zu ihm geschickt, ist ein Zeichen, da\u00df er hofft, er wolle etwas bei ihm erlangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei solchem Vertrauen und Glauben steht eine sonderliche und hohe gro\u00dfe Demut, da\u00df er sich nicht w\u00fcrdig achtet, da\u00df er selbst zu Christus gehen und ihn bitten soll: sondern schickt zur erst die \u00e4ltesten der Schulen, und danach, wie er h\u00f6rt, da\u00df der Herr komme, schickt er, wie Lukas sagt, seine Freunde ihm entgegen, l\u00e4\u00dft ihn bitten, er wolle sich nicht bem\u00fchen; denn er erkenne sich unw\u00fcrdig, da\u00df der Herr ihm nachgehen soll. So k\u00f6nne er, der Herr, die Sache, darum er gebeten sei, mit einem Wort ausrichten, ob er gleich nicht pers\u00f6nlich da sei. Solches glaubt dieser Hauptmann so gewi\u00df, da\u00df er sein eigen Beispiel dazu anzeigt, und spricht: \u00abIch bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Kriegsknechte unter mir, und spreche zu einem: Gehe hin, so geht er hin; zum anderen: Komm her, so kommt er; und zum einen Knecht: Tu das, so tut ers.\u00bb Ist nun mein Wort so kr\u00e4ftig, der ich ein Mensch bin; wieviel mehr mu\u00df kr\u00e4ftig sein, spricht er zu Christus, wenn du ein Wort sagst! Das hei\u00dft nicht allein glauben, sondern vom glauben und seiner Art auf das beste und herrlichste predigen und lehren. Darum w\u00e4re es wohl zu w\u00fcnschen, da\u00df wir an Christum derma\u00dfen auch glauben k\u00f6nnten, der durch sein Wort so reichlich bei uns wohnt, ob wir gleich seine Person nicht sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein sehr feines Beispiel ist es, da\u00df dieser Mann so gewi\u00df auf das Wort Christi bauen kann. Erstlich hofft er von Christus alles Gute; danach bittet er nicht mehr, denn er soll nur ein Wort sagen. Auf dasselbe beharrt er mit h\u00f6chstem Vertrauen und Freude, als auf den einzigen Schatz; wenn er den habe, da\u00df seinem Knecht nichts mehr fehlen, sondern er frisch und gesund sein werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das lerne ihm nachtun, der du das Wort schon hast. Denn da sind die tr\u00f6stlichen Zusagungen das Gott durch Christum gn\u00e4dig sein, und wir durch den Glauben an Christum Vergebung der S\u00fcnden und das ewige Leben haben sollen. Aber es mangelt uns an dem Herzen, da\u00df dieser Hauptmann hier hat; der denkt: Wenn ich das Wort habe, so habe ich alles, so wird sobald folgen, was das Wort zugesagt. Solches k\u00f6nnen wir nicht tun; darum folgt, da\u00df wir das Wort nicht achten und dieweil auf andere Dinge gaffen; so doch das Wort allm\u00e4chtig ist und, wie dieser Hauptmann hier glaubt, nicht l\u00fcgen kann. Was er verhei\u00dft, da\u00df soll gewi\u00df so geschehen und uns widerfahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ist aber solcher Glaube auch darum um so mehr zu preisen, da\u00df dieser Hauptmann ein Heide ist, der keine Verhei\u00dfung hat wie die Juden, der darf deswegen die Ehre sich nicht anma\u00dfen noch r\u00fchmen, welche die Juden, als das Volk Gottes, hatten. Denn das ist es Glaubens eigene Art, da\u00df er dem\u00fctige Herzen macht, die von sich nicht viel halten noch hoff\u00e4rtig sind, und deswegen sich an die blo\u00dfe Gnade und Barmherzigkeit Gottes h\u00e4ngen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber solches sollen wir uns tr\u00f6sten, auf das wenn dieser Gedanke in unserer Herzen auch kommt, da\u00df wir bekennen m\u00fcssen, wie wir arme, elende S\u00fcnder sind, und uns keiner W\u00fcrdigkeit noch Verdienstes r\u00fchmen k\u00f6nnen: wir aber dennoch nicht verzagen, sondern uns an die Verhei\u00dfung Gottes h\u00e4ngen und seiner Gnade begehren. Solches gef\u00e4llt Gott wohl, und will es von uns haben. Denn sonst w\u00e4re und hie\u00dfe es nicht Gnade, wenn wir nicht immer unw\u00fcrdig und unverdient zu der Verhei\u00dfung k\u00e4men. Wie dieser Hauptmann: der kann nicht r\u00fchmen, wie die Juden, da\u00df ihm Gott etwas schuldig sei; darum darf er selbst nicht vor den Herrn Christum, sondern denkt: Mit mir ist es verloren, ich mu\u00df anderen Leute schicken; h\u00e4lt aber dennoch fest an dem: Der Mann ist so g\u00fctig und freundlich, er wird mich nicht lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hei\u00dft und ist ein rechter Glaube und rechte Demut, da\u00df man sich der Unw\u00fcrdigkeit wegen f\u00fcrchtet, und dennoch nicht verzagt. Denn Gott will beides von uns haben: da\u00df wir zum einen nicht stolz sein sollen; und zum anderen, da\u00df wir nicht verzweifeln, sondern auf die Gnade warten sollen; wie der Psalm 147,11 sagt: \u00abder Herr hat Wohlgefallen an denen, die ihn f\u00fcrchten, und die auf seine G\u00fcte warten.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solches taten Juden nicht, die dachten bei sich: das Gott ihnen g\u00fcnstig w\u00e4re und alles Gute f\u00fcr sie t\u00e4te, das m\u00fc\u00dfte er so tun; denn sie meinten sie hielten sich nach seinen Willen, und verdienten es darum; wurden stolz und sicher, und verachteten die Gnade. Darum f\u00e4llt der Herr so ein schweres Urteil \u00fcber sie und spricht: \u00abviele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgesto\u00dfen in die Finsternis hinaus, da wird ein Heulen und Z\u00e4hneklappen sein.\u00bb Das macht der sch\u00e4ndliche Unglaube, da\u00df sie so hoff\u00e4rtig sind und die Gnade verachten. Darum, es ihnen wenig hilft, da\u00df sie Abrahams Same sind; ebensowenig soll es den Heiden schaden, da\u00df sie nicht Abrahams Kinder sind, wenn sie nur an Christum mit festem Glauben halten und nach der Gnade und Barmherzigkeit seufzen. Denn dazu hat Gott Lust, da\u00df er die, die satt sind, l\u00e4\u00dft hungern; wiederum aber die Hungrigen s\u00e4ttigen will, unangesehen, es sind Heiden oder Juden. Denn vor Gott gilt weder Heide noch Jude, weder Beschneidung noch Vorhaut, sondern allein der Glaube an Christum, da\u00df man in aller Demut sich herunter werfe und nichts denn Gnade begehre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also lehrt dies Evangelium neben der Liebe sehr fein vom Glauben, was f\u00fcr eine Art er sei, wie er sich an das Wort halte, auf die Gnade Gottes in aller Demut harre. Wer solches tut, dem wird es gelingen, wie dem Auss\u00e4tzigen und danach diesem feinen Hauptmann, da\u00df ihm geschehen wird, wie er glaubt; das ist, gleichwie er allein Gottes G\u00fcte und Gnade im Herzen hat, derselben begehrt und sich darauf verl\u00e4\u00dft: also will Gott allein nach Gnaden mit ihm handeln, ihn annehmen und ihm helfen. Gott verleihe uns seinen Heiligen Geist, der solche Zuversicht auf die Gnade durch Christum in unsere Herzen auch erwecken und also uns zur Seligkeit f\u00fchren wolle, Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<em>Quelle: www.glaubensstimme.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da er aber vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Auss\u00e4tziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, r\u00fchrte ihn an und sprach: Ich will&#8217;s tun; sei gereinigt. 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