{"id":11797,"date":"2015-01-10T22:23:42","date_gmt":"2015-01-10T21:23:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11797"},"modified":"2015-01-12T07:17:18","modified_gmt":"2015-01-12T06:17:18","slug":"die-deutsche-familienpolitik-und-das-erbe-des-totalitarismus-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11797","title":{"rendered":"Die deutsche Familienpolitik und das Erbe des Totalitarismus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Vereinbarung von Beruf und Familie, Steigerung der Geburtenrate, gleiche Bildungschancen der Kinder \u2013 daf\u00fcr brauchen wir Krippen und Ganztagsbetreuung. So t\u00f6nt es in der medialen \u00d6ffentlichkeit unisono \u00fcber alle Parteigrenzen hinweg. Was jedoch bedeutet Fremdbetreuung f\u00fcr unter dreij\u00e4hrige, kleine Kinder? Sie kommen mit einer Riesensehnsucht nach sp\u00fcrbarer Liebe, mit den instinktiven Grundbed\u00fcrfnissen Stillen und Bindung, zur Welt. Solange die Menschheit besteht, ist Bindungssicherung ihr innerstes Programm. Sie sind emotional einfach noch nicht reif genug, um eine l\u00e4ngere Trennung von ihrer Prim\u00e4rbindungsperson, meist der Mutter, zu verkraften. Trennung hei\u00dft f\u00fcr sie extremer Stress, den man ihnen \u00e4u\u00dferlich nicht immer anmerkt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die von 2007 bis 2012 laufende Wiener Krippenstudie erh\u00e4rtete das durch Messungen des Stresshormons Cortisol im Speichel. Auch sicher an ihre Erzieherin gebundene Kinder blieben davon nicht verschont, so ein erstaunliches Ergebnis dieser Studie. Die ver\u00e4nderten Cortisolwerte bewirken nicht nur die sichtbar hohe Infektanf\u00e4lligkeit der Krippenkinder, sondern sie k\u00f6nnen auch erstes Lernen behindern. Fr\u00fchkindliche Bildung sei unmittelbar an das Gl\u00fcck im sicheren famili\u00e4ren Bindungszusammenhang gekoppelt, folgert die Familientherapeutin Erika Butzmann aus den Ergebnissen der Hirnforschung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dauerhaft ver\u00e4nderte Cortisolwerte in der fr\u00fchen Kindheit k\u00f6nnen die Stressregulationsf\u00e4higkeit lebenslang beeintr\u00e4chtigen, so die Ergebnisse der amerikanischen Langzeitstudie des National Institute of Child Health and Human Development der USA (NICHD). Sie ergab ferner: Je eher und je l\u00e4nger Kleinkinder in Einrichtungen betreut wurden, desto st\u00e4rker zeigten sie sp\u00e4ter dissoziales Verhalten. Ein Viertel der ganztags betreuten Kleinkinder zeigten bereits im Alter von vier Jahren ein Verhalten im klinischen Risikobereich. Bei den F\u00fcnfzehnj\u00e4hrigen zeigten sich signifikante Auff\u00e4lligkeiten in puncto Alkohol, Drogen und Diebstahl. Dieser Effekt trat nach jeder, auch nach hochqualitativer Gruppenbetreuung ein, sowie unabh\u00e4ngig vom Familienhintergrund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei hochqualitativer Krippenbetreuung zeigten die NICHD-Probanden im kognitiven Bereich moderat bessere Ergebnisse als bei mangelnder Kita-Betreuung. Das war bis zur Zw\u00f6lfj\u00e4hrigkeit nachweisbar, danach nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Studie ergab weiter: Krippenbesuch wirkt bei vernachl\u00e4ssigendem Familienhintergrund nicht kompensierend, sondern additiv. Das hei\u00dft, eine Krippe n\u00fctzt diesen Kindern wenig, sondern ihre Risiken, die sie durch m\u00fctterliche Distanz bereits haben,\u00a0 steigen. Es m\u00fcssten also andere Wege beschritten werden. In diesem Zusammenhang verweist der kanadische Neurobiologe Michael Meaney, der 2014 den hochdotierten Klaus J. Jacobs Research Price bekommen hat, auf Versuche mit Ratten, deren Ergebnisse auch auf den Menschen anwendbar seien: <span style=\"color: #000000;\">&#8222;<\/span>je intensiver die m\u00fctterliche Brutpflege, desto\u2026weniger empfindlich reagieren die Kinder im sp\u00e4teren Leben auf Stress. Und umgekehrt\u2026&#8220;. Gerade bei schwierigen sozialen Verh\u00e4ltnissen seien jene Hilfen am effektivsten, &#8222;die vor allem den Eltern helfen, mehr Verst\u00e4ndnis, Geduld und Umsicht bei der Erziehung ihrer Kinder walten zu lassen.&#8220; (1)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine verschlechterte Stressregulationsf\u00e4higkeit als Folge unsicherer fr\u00fcher Bindung ist als Risiko f\u00fcr alle seelischen und psychosomatischen Erkrankungen sowie Herzkrankheit und Diabetes einzustufen. Zu diesem Ergebnis kam der amerikanische Hirnforscher Allan Schore 2011.(2) Unsichere Bindung ist jenseits von klinischen H\u00e4rtef\u00e4llen ebenso f\u00fcr mangelnde Beziehungsf\u00e4higkeit, Anstrengungs- und Lernbereitschaft, Sprachf\u00e4higkeit, Konzentration, Motivation sowie Beharrlichkeit im sp\u00e4teren Leben verantwortlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Folgen das langfristig f\u00fcr unser Land und ganz handgreiflich f\u00fcr den Wirtschaftsstandort Deutschland haben kann, bleibt zu fragen. Was wird uns der massive Angriff auf die fr\u00fche Bindung kosten? Schon jetzt haben wir laut Stressreport von 2012 bundesweit 56 Mio. Arbeitsunf\u00e4higkeitstage wegen psychischer Erkrankungen pro Jahr, was einen Ausfall von 10,3 Mrd. \u20ac an Wertsch\u00f6pfung ausmacht. Das ist nicht allein dem steigenden Druck in der Arbeitswelt geschuldet, sondern auch einem Unverm\u00f6gen, Stress &#8222;unter die F\u00fc\u00dfe&#8220; zu bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehen wir in die in puncto Ganztagsbetreuung hochgelobten Vorzeigel\u00e4nder bzw. -regionen: Im Osten Deutschlands haben wir laut der Zeitschrift &#8222;Psychologie heute&#8220; (2007) doppelt so viel Angstst\u00f6rungen wie im Westen. Laut Pressemeldungen waren 2012 ca. 25 % der Kinder in Sachsen in psychologischer Betreuung und 23 % der Schulanf\u00e4nger in Th\u00fcringen sprachgest\u00f6rt. Die Bundesl\u00e4nder mit den \u00fcppigsten Krippen- und Ganztagsangeboten haben die h\u00f6chsten Schulabbrecherraten: Sachsen-Anhalt mit 11,1 %, Mecklenburg-Vorpommern mit 10,8 %, im Vergleich zu Bayern mit 4,6 % und Baden-W\u00fcrttemberg mit 4,9 %.(3) In Schweden gab es 2013 laut Spiegel-online einen Pisa-Absturz. Laut Statistik ist dort von 1985 bis 2005 die Anzahl von Depressionen bei jungen Frauen um 1000 % und bei jungen M\u00e4nnern um 100-400 % gestiegen. Laut Focus-Online von 2011 liegt in Frankreich der Anteil an Depressionen bei 30 % der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz dieser sich erh\u00e4rtenden Fakten werden uns Krippen als K\u00f6nigsweg f\u00fcr die L\u00f6sung aller unserer sozialen Probleme pr\u00e4sentiert. Der kleinste Zweifel wird vom Tisch gewischt. Wer diesen noch hegt, ist von vorgestern und r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt. Er stellt sich der &#8222;Moderne&#8220; in den Weg. Die traditionelle Familie habe ausgedient. Die Familienpolitik m\u00fcsse &#8222;modern&#8220; sein, um zeitgem\u00e4\u00dfe Bedingungen f\u00fcr die &#8222;moderne&#8220; Familie zu schaffen. &#8222;Modern&#8220; also als G\u00fctesiegel?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahre 2007 schrieb man mir aus dem Familienministerium Folgendes:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Gerade junge Frauen wollen heute ganz selbstverst\u00e4ndlich, was f\u00fcr M\u00e4nner schon immer m\u00f6glich war, n\u00e4mlich ihre berufliche Qualifikation nutzen, finanziell unabh\u00e4ngig bleiben und trotzdem nicht auf Familie verzichten &#8230; Kindertagesst\u00e4tten bieten ein komplement\u00e4res \u2013 und bei problembelasteten Familien ein kompensatorisches \u2013 Angebot zur Erziehung und Bildung in der Familie.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was unter Ursula von der Leyen (CDU) im selben Jahr mit dem Kinderf\u00f6rderungsgesetz \u2013 dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab der Einj\u00e4hrigkeit &#8211; angebahnt wurde, dr\u00fcckt die derzeitige Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) jetzt mit Volldampf durch. Geld spielt keine Rolle. Es werden 100 Mio. \u20ac pro Jahr f\u00fcr den weiteren Ausbau des Betreuungssystems bereitgestellt.(4)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber ist der dahinter stehende Grundgedanke wirklich so neu? In einer S\u00e4uglingsfibel aus der DDR von 1972 hei\u00dft es:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;F\u00fcr die volle Durchsetzung der Gleichberechtigung der Frau haben unsere Kindereinrichtungen einen wesentlichen Beitrag zu liefern, weil sie der Mutter weitgehend die Aus\u00fcbung ihres Berufes, ihre berufliche und kulturelle Qualifizierung und ihre Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erm\u00f6glichen. Die Tages- und Wochenkrippen f\u00fcr Kinder der ersten drei Lebensjahre dienen nicht allein der Entlastung unserer M\u00fctter, sondern stellen eine wertvolle und wirksame Erg\u00e4nzung der Familienerziehung dar.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das entsprach der Ideologie des Marxismus-Leninismus. Wie weit entfernt das von der heute propagierten Familienpolitik durch von der Leyen, Schwesig und vielen anderen ist, mag der Leser selbst entscheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lenin sagte bereits 1918 auf dem 1. Gesamtrussischen Arbeiterinnenkongress: &#8222;Die Regierung der proletarischen Diktatur bietet &#8230; alles auf, um die r\u00fcckst\u00e4ndige Auffassung der M\u00e4nner und Frauen zu \u00fcberwinden &#8230; Eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist die volle Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Gesetzgebung &#8230; Wir gliedern die Frauen in die soziale Wirtschaft, Verwaltung, Gesetzgebung und Regierung ein &#8230; Wir gr\u00fcnden Gemeinschaftsk\u00fcchen und \u00f6ffentliche Speiseh\u00e4user, Wasch- und Reparaturanstalten, Krippen, Kinderg\u00e4rten, Kinderheime, Erziehungsinstitute verschiedener Art &#8230; Dadurch wird die Frau von der alten Haussklaverei und jeder Abh\u00e4ngigkeit vom Mann erl\u00f6st &#8230; Die Kinder erhalten g\u00fcnstigere Entwicklungsm\u00f6glichkeiten als daheim.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und sein Vordenker Karl Marx schreibt 1848 im &#8222;Manifest der Kommunistischen Partei&#8220; zur Errichtung der Diktatur des Proletariats: &#8222;Aufhebung der Familie! &#8230; Aber, ihr sagt, wir heben die trautesten Verh\u00e4ltnisse auf, indem wir an die Stelle der h\u00e4uslichen Erziehung die gesellschaftliche setzen &#8230;&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das war \u00fcbrigens genau die Zeit, in welcher heute das traditionelle Familienmodell und die \u00fcberkommene Mutterrolle als nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df verortet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer jedoch die Marxschen Ideen zur Moderne z\u00e4hlt, der m\u00f6ge seinen Blick in die Antike, nach Sparta, richten. Bis heute steht es sprichw\u00f6rtlich f\u00fcr H\u00e4rte gegen sich und andere. Friedrich Schiller, seines Zeichens auch Historiker, beschrieb Sparta in der &#8222;Gesetzgebung des Lykurgus&#8220; als perfekt totalit\u00e4res System mit den Symptomen: Beseitigung privaten Eigentums, Aufl\u00f6sung famili\u00e4rer Bindungen, Gleichmacherei sowie Gleichschaltung jeder menschlichen Regung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Diesem k\u00fcnstlichen Triebe wurden die nat\u00fcrlichsten, sch\u00f6nsten Gef\u00fchle der Menschheit zum Opfer gebracht\u2026.In Sparta gab es keine eheliche Liebe, keine Mutterliebe, keine kindliche Liebe, keine Freundschaft\u2026&#8220; und weiter: &#8222;Sobald das Kind geboren war, geh\u00f6rte es dem Staat \u2013 Vater und Mutter hatten es verloren. Es wurde von den \u00c4ltesten besichtigt; wenn es stark und wohl gebildet war, \u00fcbergab man es einer W\u00e4rterin; war es schw\u00e4chlich und mi\u00dfgestaltet, so warf man es in einen Abgrund an dem Berge Taygetus.(5) Die spartanischen W\u00e4rterinnen wurden wegen der harten Erziehung, die sie den Kindern gaben, in ganz Griechenland ber\u00fchmt\u2026Sobald ein Knabe das siebente Jahr erreicht hatte, wurde er\u2026mit Kindern seines Alters gemeinschaftlich erzogen, ern\u00e4hrt und unterrichtet.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer so gro\u00df wurde, war zu allem f\u00e4hig. Die Bluttaten im Namen Spartas sprachen B\u00e4nde. &#8222;Die Erziehung war ein wichtiges Werk des Staats, und der Staat ein fortdauerndes Werk dieser Erziehung.&#8220; So lautet Schillers Kernthese.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt also nichts Neues unter der Sonne. &#8222;Vater&#8220; Staat greift nach den Kindern, um selbst die Erziehung zu \u00fcbernehmen, deren Inhalte er bestimmt. Das scheint totalit\u00e4ren Entwicklungen zu jeder Zeit wesensimmanent zu sein: Wir finden diesen Ansatz nicht nur in linken Systemen, sondern auch im National-Sozialismus. In der schw\u00e4rzesten Zeit Deutschlands wurde zwar die Geburtenrate per Mutterkreuz gef\u00f6rdert, aber die empathische M\u00fctterlichkeit als Affenliebe gebrandmarkt. H\u00e4rte statt Liebe, so hie\u00df die Maxime der \u00c4rztin Johanna Haarer (6)<a href=\"http:\/\/www.deutscherarbeitgeberverband.de\/aktuelles\/2015_01_08_dav_aktuelles_familienpolitik.html#_ftn6\">\u00a0<\/a>um kalte Hartherzigkeit zu erzeugen. Nichts steht der Machtergreifung und dem Erhalt eines totalit\u00e4ren Systems mehr im Weg als eine sichere Bindung \u2013 als die Liebe zwischen Eltern und Kindern, wodurch sie zu seelisch stabilen Pers\u00f6nlichkeiten mit Herzensbildung heranwachsen k\u00f6nnen. Die Bindung muss daher \u2013 je fr\u00fcher, umso wirksamer &#8211; gest\u00f6rt werden, denn instabile Pers\u00f6nlichkeiten mit sog. unsicheren Bindungsmustern sind umso leichter zu manipulieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ist das nun heute in unserer Bundesrepublik, die sich Freiheit, Demokratie und Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben hat? Wir haben in unserem Grundgesetz (Art. 6) \u2013 gerade auch als Kontrapunkt zur Nazizeit \u2013 die Elternrechte an der Erziehung ihrer Kinder fest verankert. Einerseits. Andererseits wird alles daf\u00fcr getan, dass sich M\u00fctter von kleinen Kindern nicht allzu lange bei ihnen aufhalten: Der finanzielle Druck nimmt zu (u.a. hervorgerufen durch familienungerechte Steuern- und Sozialabgaben). Gleichzeitig haben wir im Schulterschluss von Wirtschaft, Staat und gender-gewandetem Feminismus inzwischen ein Klima, in dem diese inzwischen mit Rund-um-die-Uhr-Krippen lieb\u00e4ugeln und in dem man sich rechtfertigen muss, wenn man als Mutter sein kleines Kind wenigstens 3 Jahre selbst betreuen m\u00f6chte. Eine Eiszeit f\u00fcr die Mutter-Kind-Bindung!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch haben wir in Deutschland eine starke Wirtschaftskraft. Noch wird sie getragen von einer zahlenm\u00e4\u00dfig starken, mehrheitlich relativ bindungssicheren, motivierten und nervlich leistungsf\u00e4higen Generation. Aber bereits jetzt beginnt der Bindungskitt zu br\u00f6ckeln. Wenn immer mehr Arbeitnehmer nicht mehr belastbar sind, von Beziehungskrise zu Beziehungskrise straucheln, ins Burn-out fallen, s\u00fcchtig werden oder auch psychosomatisch nicht intakt sind, wer wird dann f\u00fcr die Unternehmen einsatzf\u00e4hig sein? Wie werden international agierende Unternehmen darauf reagieren? Werden sie den Standort Deutschland verst\u00e4rkt verlassen, weil die Arbeitskr\u00e4fte hier nicht nur teuer sind, sondern zunehmend kr\u00e4nker werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4re es nicht dringend an der Zeit anzuerkennen, welche wirtschafts- und gesellschaftstragende Kraft mehrheitlich stabile Familien mit sicheren Bindungen haben. Bindung ist der Stoff, von dem wir alle leben, und den wir nur dann schmerzhaft bemerken, wenn er fehlt. Bindung braucht Zeit f\u00fcr Gemeinschaft von klein an. Wann wird unsere Familienpolitik geeignete Rahmenbedingungen f\u00fcr die Familienbindung schaffen, statt f\u00fcr kurzsichtige Wirtschaftsinteressen? Wann werden wir anfangen, dem zeitlos Richtigen und Tragf\u00e4higen den Vorrang zu geben, und nicht dem scheinbar zeitgem\u00e4\u00df Modernen? Werden wir in unserem Land noch genug Herzensst\u00e4rke aufbringen, um in die fr\u00fche Bindung und nicht die fr\u00fche Trennung zu investieren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fu\u00dfnoten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(1) Neue Z\u00fcricher Zeitung vom 11.12. 2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(2) Schore, Allan: Gesundheit und Krankheit: Entwicklungspsychologische Entstehungsbedingungen, Vortrag auf der 63. Tagung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Sozialp\u00e4diatrie 2011<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(3) Pressemitteilung des Familienbundes der Katholiken 2014, LV Bayern \u2013 L\u00e4nderauswertung auf Basis der Bildungsstatistik<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(4) Meldung des Mitteldeutschen Rundfunks vom 4. 12 2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(5) Altgriechischer Name f\u00fcr einen Gebirgszug nahe Sparta<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(6) Haarer, Johanna: Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind, 1934<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Hanne Kerstin G\u00f6tze hat Bibliothekswissenschaften studiert und \u00a0ist Mutter von 4 Kindern, langzeitlich in Vollzeit Stillberaterin (Zertifikat AFS), Autorin des Buches &#8222;Kinder brauchen M\u00fctter&#8220;, Ares Verlag Graz, 2011 und hat zu diesem Thema in div. Medien, u. a. FAZ, etliche Beitr\u00e4ge ver\u00f6ffentlicht.<\/em><br \/>\n<em>Der Artikel erschien erstmals auf www.deutscherarbeitgeberverband<\/em>.<em>de am 8.1.15.<\/em><br \/>\n<em>Ver\u00f6ffentlichung\u00a0mit freundlicher Genehmigung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vereinbarung von Beruf und Familie, Steigerung der Geburtenrate, gleiche Bildungschancen der Kinder \u2013 daf\u00fcr brauchen wir Krippen und Ganztagsbetreuung. So t\u00f6nt es in der medialen \u00d6ffentlichkeit unisono \u00fcber alle Parteigrenzen hinweg. Was jedoch bedeutet Fremdbetreuung f\u00fcr unter dreij\u00e4hrige, kleine Kinder? 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