{"id":11767,"date":"2015-01-01T20:58:36","date_gmt":"2015-01-01T19:58:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11767"},"modified":"2015-01-05T16:37:44","modified_gmt":"2015-01-05T15:37:44","slug":"immer-der-spur-nach-neujahrspredigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11767","title":{"rendered":"Immer der Spur nach! (Neujahrspredigt 2011)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201eWie ein weites unber\u00fchrtes Schneefeld, durch keine Spur entstellt, aber zu mutigen Schritten einladend, so liegt das neue Jahr vor uns!\u201c So pflegte unser Stuttgarter Heimatpfarrer \u2013 dichterisch begabt \u2013 Jahr um Jahr die Neujahrspredigt einzuleiten. So \u00e4hnlich \u2013 meist etwas pathetisch \u2013 liest sich\u2019s in vielen Artikeln zum neuen Jahr. So mag es uns ja auch zumute sein. Jedoch f\u00fcr uns, liebe Geschwister, liebe Gemeinde, stimmt dieser Satz nicht. Wir sind doch \u201eNachfolger\u201c von Jesus. Er geht immer voran. So wie Gott seinem Volk Israel voranging (vgl. 2. Mose 33, 14f), so hat es auch Jesus bei seinen Leuten gehalten. Er ging voran (vgl. Markus 10, 32). Es gibt keine Situation in den kommenden Tagen und Monaten, die Jesus nicht schon erforscht h\u00e4tte. Es gibt keinen Abschnitt, f\u00fcr den er vergessen h\u00e4tte, uns den Weg zu bereiten. In dem weiten Feld, das sich vor uns auftut, da gibt es schon seine Fu\u00dftapfen; denen k\u00f6nnen und sollen wir nachfolgen. Es gilt: Immer dieser Spur nach!<\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Apostel Petrus \u2013 ein besonderer Zeitzeuge unseres Herrn Jesus Christus \u2013 hat den Begriff von den Fu\u00dftapfen in die Bibel hereingebracht. Was er da formuliert hat, das ist wie ein Kommentar zu der uns f\u00fcr 2011 zugeteilten Jahreslosung: \u201eLass dich nicht vom B\u00f6sen \u00fcberwinden, sondern \u00fcberwinde das B\u00f6se mit Gutem\u201c. Denn von Petrus h\u00f6ren wir: \u201eChristus hat ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fu\u00dftapfen\u201c, und dann geht es weiter: \u201eder nicht widerschm\u00e4hte, als er geschm\u00e4ht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem (Gott) anheim, der gerecht richtet\u201c (vgl. 1. Petrus 2, 21ff).<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine \u201eneue Zeit\u201c ist f\u00fcr die \u201ealte Welt\u201c angebrochen. Jesus hat unsere \u201ealte Welt\u201c mit all ihren Fu\u00dfangeln kennen gelernt: Sie ist alles andere als ein makelloses und unber\u00fchrtes Schneefeld voll einladender Reinheit. Unsere \u201ealte Welt\u201c ist ein Gebiet, in dem wir gut daran tun, mit erschreckend Widrigem zu rechnen. Ach was, nicht nur mit \u201eWidrigem\u201c, sondern mit \u201eB\u00f6sem\u201c. Davon spricht die Jahreslosung. Davor w\u00fcrden wir heute Morgen am liebsten die Augen verschlie\u00dfen. Aber Jesus hat es erlebt und erlitten, dass unsere Welt nun einmal so ist. Besonders Menschen, die mit Gott rechnen wollen, werden im kommenden Jahr n\u00fcchtern damit rechnen m\u00fcssen. Es wird damit zu rechnen sein, dass uns Vieles von Gott wegziehen m\u00f6chte. Da gibt es unvermutete und auch unverdiente Schm\u00e4hungen. Da werden Menschen Leiden zugef\u00fcgt. Menschen werden vergessen und allein gelassen. Wir werden die Welt prall voll von B\u00f6sem erleben.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Jesus wusste, weshalb er es f\u00fcr n\u00f6tig hielt, seine Leute beten zu lehren: \u201eErl\u00f6se uns vom B\u00f6sen!\u201c Damit hat jedoch Jesus noch mehr gemeint als das Sehnen, dass Gott uns \u201evom \u00dcbel\u201c erl\u00f6sen m\u00f6ge. Sondern er sprach gezielt vom \u201eB\u00f6sen\u201c in Person, vom \u201eArgen\u201c. Den hat Jesus in seinen Erdentagen erlebt, erlitten, noch bevor er das erste seiner Wunder tun konnte. Er hat es hautnah erlitten, dass der Versucher, der Satan, der Durcheinanderbringer, der abgrundtief B\u00f6se ihn herumbekommen wollte, sogar ihn, ja gerade ihn wegbringen wollte von Gott. Denn darauf ist der B\u00f6se aus, mehr noch als auf einzelne Fehltritte und Gemeinheiten, n\u00e4mlich dass er uns als Leute, die zu diesem Jesus geh\u00f6ren, abriegeln kann von Gott, dass er einen Keil treiben kann zwischen uns und den heiligen Gott. Er ist darauf aus, h\u00f6chst anst\u00e4ndige und gutwillige Menschen von Gott abzudr\u00e4ngen und abzuziehen. Das war es, was Jesus in seinen Erdentagen von Anfang an erduldet hat. In dieser Welt hat Jesus gelebt, wo der B\u00f6se der \u201eF\u00fcrst dieser Welt\u201c ist. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Dem und der von ihm beherrschten Welt hat sich Jesus ausgesetzt. Der \u201eArge\u201c hat alle Tricks eingesetzt, um Jesus zu sich herumzukriegen: Eingesetzt hat er sogar \u2013 wie damals bei der Versuchung \u2013 fromme Diskussionen, sp\u00e4ter den Hass der Feinde, das Verlassenwerden von Freunden, das Missverstanden-Werden durch fromme Leute \u2013 und schlie\u00dflich das k\u00f6rperliche Leiden und das absolute Verachtet-Sein. Das alles hat Jesus erdulden m\u00fcssen. Dennoch ist er zielstrebig seinen Weg gegangen \u2013 und er hat dabei f\u00fcr uns Fu\u00dftapfen hinterlassen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Es gibt eine Jesus-Spur auch f\u00fcr uns, die wir den B\u00f6sen vermutlich in anderer Taktik erleben werden. N\u00e4mlich, dass er uns von Gott wegbekommen m\u00f6chte durch Geh\u00e4ssigkeiten, durch Ehrabschneiden, durch \u201eF\u00fcr-dumm-Verkauftwerden\u201c, durch Feinde, durch b\u00f6ses Gerede, durch Sorgen, durch Krankheit und durch Schmerzen. \u201eEr hat uns ein Vorbild hinterlassen, dass wir sollen nachfolgen seinen Fu\u00dftapfen, der nicht widerschm\u00e4hte, als er geschm\u00e4ht wurde, der nicht drohte, als er litt\u201c. In dem allen hat Jesus doch das verwirklicht, was er als Programm f\u00fcr seine Leute aufgestellt hatte: \u201eLiebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet f\u00fcr die, die euch beleidigen und verfolgen\u201c (Lukas 6, 27f). Jesus lie\u00df sich nicht vom B\u00f6sen \u00fcberwinden, sondern er \u00fcberwand das B\u00f6se mit Gutem.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Daran wollte der Apostel Paulus erinnern mit dem Wort, das uns nun als Parole durch das neu geschenkte Jahr hindurch begleiten soll. Das ist das Programm einer \u201eneuen Zeit\u201c, die mitten in der \u201ealten Welt\u201c angebrochen ist. Jesus hat das Programm in Kraft gesetzt \u2013 und es w\u00e4re so schade, wenn wir es verderben w\u00fcrden.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Auch in der \u201eb\u00f6sen Welt\u201c kann erstaunlich viel Gutes gewirkt werden. Es kann sogar abgrundtief B\u00f6ses durch Gutes \u00fcberwunden werden. Es war brutal, als zu Beginn des 19. Jahrhunderts \u2013 in der Zeit nach den napoleonischen Kriegsn\u00f6ten \u2013 Waisenkinder aus ihren Heimatd\u00f6rfern vertrieben und zum Bettel auf die Stra\u00dfe geschickt wurden. Es waren dann Christen in Baden und in W\u00fcrttemberg, die mit Gutem das B\u00f6se zu \u00fcberwinden versuchten und darum Rettungsh\u00e4user in Beuggen und in Korntal, in Lichtenstern und Kirchheim und auf dem Tempelhof aufbauten.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">In der Schlacht von Solferino (1859) war das Morden, das Blutvergie\u00dfen, das St\u00f6hnen und Schreien der Sterbenden und Schwerstversehrten grauenhaft, geradezu unvorstellbar. Was konnte man denn gegen diesen ganzen Abgrund des B\u00f6sen tun? Da war es ein einzelner Christ, der junge Schweizer Henry Dunant, der zupackte und der in der Folge den Gedanken des \u201eRoten Kreuzes\u201c ins Leben rief und dadurch so unendlich viel Gutes in einer b\u00f6sen Welt bewirkte (vor wenigen Wochen wurde seines 100. Geburtstages auch in Stuttgart gedacht).<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Als im 19. Jahrhundert im Remstal der Alkoholismus viele Menschen und Familien zerst\u00f6rte, da haben Christen angefangen, an den H\u00e4ngen des Tales statt der Weinst\u00f6cke Beeren-Str\u00e4ucher anzupflanzen. Den Ungeist des Sauf-Teufels haben sie nicht lautstark angeprangert, aber diese \u201echristlichen Safter\u201c \u2013 so nannte man sie &#8211; haben das Schlimme durch Gutes \u00fcberwunden, durch ihre S\u00e4fte. Und die christlichen J\u00fcnglingsvereine lie\u00dfen sich getrost als \u201eZuckerw\u00e4sserles-Clubs\u201c verh\u00f6hnen; denn sie wollten ja nichts anderes, als das B\u00f6se durch das Gute \u00fcberwinden.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">\u201eEr war der gute Geist unserer Schulklasse!\u201c So hei\u00dft es immer wieder anerkennend von unserem Norbert, wenn sich die Reste unserer Abitursklasse treffen. \u201eNorbert war immer dort zu finden, wo der Boden von Papierfetzen \u00fcbers\u00e4t war, wo die Orangenschalen fallen gelassen waren, wo die Kreide herrenlos auf dem Boden lag, &#8211; um all diese unw\u00fcrdigen Zust\u00e4nde in aller Stille zu beseitigen!\u201c<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Man kann im Gro\u00dfen und erst recht im Kleinen das Ungute \u00fcberwinden durch Gutes. In meinem langen Leben habe ich viele praktische Anregungen dazu bekommen. Am liebsten w\u00fcrde ich jetzt ein dickes Rezeptbuch aufmachen, wie man in Hausgemeinschaften, in Nachbarschaften, in Familien das B\u00f6se durch Gutes \u00fcberwinden kann. Aber \u2013 so wichtig und so n\u00f6tig das auch sein k\u00f6nnte -, es w\u00fcrde doch vermutlich am Eigentlichen vorbeigehen, das in dem kurzen Satz unserer diesj\u00e4hrigen Jahreslosung drin steckt. Mindestens bin ich daran h\u00e4ngen geblieben. Denn dazu h\u00e4tte Jesus nicht in die Welt kommen m\u00fcssen, um uns dazu aufzurufen: \u201eTut doch auch Gutes!\u201c Dazu h\u00e4tte es keinen Apostel als Beauftragten des Christus Jesus gebraucht, damit uns bis heute als Parole f\u00fcr ein ganzes Jahr mitgegeben wird: Lasst euch nicht vom B\u00f6sen mitrei\u00dfen. Sondern l\u00f6st mit Gutem einen Gegenwind gegen das B\u00f6se aus!<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Vor allem aber tun wir doch dem Apostel Paulus Unrecht, wenn wir seinen Aufruf so vordergr\u00fcndig deuten. Schlie\u00dflich hat er doch bekannt \u2013 und er hat es offenkundig mit Herzblut mitgeteilt: \u201eIch wei\u00df, dass in mir nichts Gutes wohnt\u201c (R\u00f6mer 7, 18). \u201eNichts Gutes\u201c ist zuhause \u201ein meinem Fleisch\u201c, also in dem, was ich leibhaftig bin, wie ich auftrete, wie ich mich gebe, wie man mich wahrnimmt. \u201eWollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht\u201c (R\u00f6mer 7, 18). Wie nur wenige hat Paulus ernst genommen und grundehrlich zugegeben: Grunds\u00e4tzlich bin ich nat\u00fcrlich \u2013 wie wohl alle Menschen &#8211; f\u00fcr das Gute. Aber \u201edas B\u00f6se\u201c ist de facto st\u00e4rker, es \u00fcberrollt mich einfach (vgl. R\u00f6mer 7, 18 \u2013 24). Aber damit wollte er sich nicht abfinden, dass das \u201enun einmal leider immer wieder so ist\u201c. Vielmehr lesen wir eindeutig in den Schluss-S\u00e4tzen des Briefes, dem \u201eunsere\u201c Jahreslosung entnommen ist: \u201eIch will, dass ihr weise seid zum Guten, aber geschieden vom B\u00f6sen\u201c. Und dann geht es erstaunlich weiter: \u201eDer Gott des Friedens aber wird den Satan unter eure F\u00fc\u00dfe treten in K\u00fcrze\u201c (vgl. R\u00f6mer 16, 20). Das ist\u2019 s! Es braucht eine ganz andere Gegenkraft gegen das B\u00f6se als den vermeintlich \u201eguten Willen\u201c von uns Menschen! Es braucht den \u201eGott des Friedens\u201c, der alles B\u00f6se des Satans \u00fcberwindet.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Niemand ist gut, als Gott allein. Darauf hat Jesus heilig ernst hingewiesen. Damals, als er sagte: \u201eBei den Menschen ist\u2019s unm\u00f6glich. Aber bei Gott sind alle Dinge m\u00f6glich\u201c (Matth\u00e4us 18, 20). Das ist ja der Schluss-Satz eines Berichtes, der sehr ungew\u00f6hnlich beginnt. Da wird n\u00e4mlich erz\u00e4hlt: Ein Zeitgenosse, den wir den \u201ereichen J\u00fcngling\u201c nennen, hatte dem\u00fctig unter einem ehrerbietigen Kniefall Jesus angesprochen mit der ungew\u00f6hnlichen Anrede: \u201eGuter Meister!\u201c Fast schroff, eigentlich befremdlich kalt hat Jesus das gekontert mit der Feststellung: \u201eNiemand ist gut, als Gott allein\u201c (Lukas 18, 19).<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit Gott, in der Kraft Gottes, konnte Jesus alle Gemeinheit abweisen, ja \u00fcberwinden: alle Geh\u00e4ssigkeiten, alle Versuchungen, alles Verachtet-Werden (vgl. dazu auch Matth\u00e4us 11, 25ff). Als der gro\u00dfe Spalter, der Satan, Jesus von Gottes Weg abbringen wollte, da sagte Jesus nicht blau\u00e4ugig: \u201eDes tut m\u2019r doch eta!\u201c Vielmehr hielt sich Jesus an Gottes Wort. Das zitierte er gegen alle Versuchungen. Denn \u201evom Wort Gottes lebt der Mensch, nicht vom Brot!\u201c Und: \u201eDu sollst Gott allein dienen!\u201c &#8211; \u201eDer Vater ist bei mir\u201c (Johannes 16, 32), in dieser Gewissheit konnte Jesus sagen: \u201eIch habe die Welt \u201a\u00fc b e r w u n d e n\u2019 (Johannes 16, 33)!\u201c Und als man ihn schlie\u00dflich verachtet, verh\u00f6hnt, gesch\u00e4ndet, ans Marterholz gepf\u00e4hlt und aus der menschlichen Gemeinschaft mit Schimpf und Schande ausgesto\u00dfen hatte, da \u00fcberwand er Rache, Hass und Verachtung mit dem Gebet zu Gott: \u201eVater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun\u201c (Lukas 23, 34)! Der himmlische Vater wei\u00df, was seine Leute brauchen (vgl. Matth\u00e4us 6, 32), er wei\u00df es, bevor sie ihn bitten (vgl. Matth\u00e4us 6, 8 mit Johannes 11, 42). <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese \u201eLektion\u201c haben die Nachfolger von Jesus gelernt und begriffen. Mit dem \u201eVater\u201c, der \u201evon Anfang an war\u201c, k\u00f6nnen Menschen \u201eden B\u00f6sen \u00fcberwinden\u201c (vgl. 1. Johannes 2, 15 + 16). Darum konnte Johannes sagen: \u201eAlles, was von Gott geboren ist, \u201a\u00fc b e r w i n d e t\u2019 (!) die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt \u00fc b e r w u n d e n\u2019 (!) hat\u201c (1. Johannes 5, 4).<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Wir sind eingeladen, hinein zu finden in ein ganz neues ehrf\u00fcrchtiges Zutrauen zu \u201eGott, dem frommen Gott, dem Brunnquell guter Gaben, ohn\u2019 den nichts ist, was ist\u201c! Es sind so viele Chor\u00e4le und Gesangbuchlieder, die ehrf\u00fcrchtig und zugleich dankbar den \u201eGuten Gott\u201c preisen: \u201eSei Lob und Ehr dem h\u00f6chsten Gut, dem Vater aller G\u00fcte!\u201c Oder: \u201eDer Herr ist gut. Kein Elend ist so gro\u00df, er hat so Kraft als Neigung, uns zu sch\u00fctzen\u201c. Und: \u201eDeiner G\u00fcte Morgentau fall auf unser matt\u2019 Gewissen!\u201c &#8211; \u201eGott ist das Gr\u00f6\u00dfte, das Sch\u00f6nste und Beste, Gott ist das S\u00fc\u00dfte und Allergewisste!\u201c Das ist \u2013 so empfinde ich wenigstens \u2013 ein etwas anderer Zungenschlag, als wenn es bis weit in die Christenheit geradezu Mode geworden ist, betend Gott anzurufen mit \u201eguter Gott!\u201c Das ist doch keine \u201e2-plus-Note\u201c, die wir Gott zubilligen. Sondern der \u201eheilige, starke Gott\u201c ist es, der \u201eallein weise\u201c (R\u00f6mer 16, 27) ist, \u201eallein gewaltig\u201c (vgl. 1. Timotheus 6, 25) und eben auch \u201eallein gut\u201c. Ich m\u00f6chte darum die Jahreslosung \u2013 auch mir selbst zum Trost \u2013 so zitieren, dass ich den Wortlaut etwas ab\u00e4ndere. N\u00e4mlich: \u201e\u00dcberwinde das B\u00f6se mit d e m Guten!\u201c Ich bin fest davon \u00fcberzeugt, dass es der Apostel auch so gemeint hat.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit IHM wir wollen\u2019 s wagen \u2013 sogar das B\u00f6se zu \u00fcberwinden, mit IHM, dem Gott, der \u201eallein gut ist\u201c.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman','serif'; font-size: 12pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Amen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Predigt in Korntal am 1.1.2011 \u00fcber R\u00f6m 12,21<br \/>\nQuelle: www.sermon-online.de<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWie ein weites unber\u00fchrtes Schneefeld, durch keine Spur entstellt, aber zu mutigen Schritten einladend, so liegt das neue Jahr vor uns!\u201c So pflegte unser Stuttgarter Heimatpfarrer \u2013 dichterisch begabt \u2013 Jahr um Jahr die Neujahrspredigt einzuleiten. 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