{"id":11369,"date":"2014-09-25T12:10:49","date_gmt":"2014-09-25T10:10:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11369"},"modified":"2014-09-25T12:11:03","modified_gmt":"2014-09-25T10:11:03","slug":"zuerst-die-juden-jetzt-die-christen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=11369","title":{"rendered":"Zuerst die Juden, jetzt die Christen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Selbst US-Pr\u00e4sident Barack Obama spricht inzwischen von einem \u00abpotenziellen Genozid\u00bb. CSI-Mitarbeiter John Eibner analysiert in einem Kommentar f\u00fcr die \u00abSchweiz am Sonntag\u00bb, wie es zu dieser Situation kam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einmal mehr erreichen uns Bilder des Schreckens aus dem Nahen Osten: Hunderttausende verzweifelte Jesiden und Christen fliehen aus ihren H\u00e4usern in Mosul und der Umgebung und suchen in den Bergen Kurdistans Zuflucht. Sie fliehen vor einer blutr\u00fcnstigen islamistischen Miliz, die Nichtmuslime vor die krasse Wahl stellt: Konvertiert zum Islam oder verliert euren Besitz \u2013 oder gar euer Leben. Pr\u00e4sident Obama beschreibt diesen gewaltt\u00e4tigen Dschihad als \u201epotenziellen Genozid\u201c.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele weitere solche beklemmende Bilder von religi\u00f6sen S\u00e4uberungen werden uns \u00fcberfluten und unsere Herzen ber\u00fchren, w\u00e4hrend der Nahe Osten, wie wir ihn seit dem 2. Weltkrieg kennen, zunehmend auseinanderbricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit 2007 reise ich f\u00fcr die Stiftung CSI-Schweiz regelm\u00e4\u00dfig in den Irak und nach Syrien. So wurde ich Zeuge, wie der grauenhafte sunnitische Dschihad erstarkte, mit dem schrecklichen H\u00f6hepunkt des Angriffs auf Mosul und die umliegenden St\u00e4dte und D\u00f6rfer in der Ninive-Provinz. Diese Entwicklung f\u00fchrte zur Ausrufung eines Kalifats auf dem Boden von Syrien und dem Irak; dass die religi\u00f6se S\u00e4uberung von Nichtsunniten \u2013 unter ihnen Christen, Schiiten, Alawiten und Jesiden \u2013 folgen w\u00fcrde, war vorhersehbar. Auch Sunniten, die sich nicht unterwerfen, werden verfolgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn diese Entwicklung nicht aufgehalten wird, werden die biblischen L\u00e4nder im Nahen Osten \u2013 mit Ausnahme von Israel \u2013 bald der biblischen V\u00f6lker beraubt sein. Die Juden wurden bereits in den 1950er und 60er Jahren aus den mehrheitlich sunnitischen L\u00e4ndern des Nahen Ostens verjagt. Jetzt sind die Christen an der Reihe. \u201eAuf den Sabbat folgt der Sonntag\u201c, wie oft gesagt wird, wenn es um das Verschwinden der Christen aus dem Nahen Osten geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der v\u00f6lkerm\u00f6rderische Dschihad, der jetzt an Schwung gewinnt, wird haupts\u00e4chlich von Saudi-Arabien, Katar und Kuwait angeheizt, alles sunnitische Verb\u00fcndete von Washington, London und Paris. Schon seit den 1980er Jahren verbreiten erd\u00f6lreiche Staaten und nichtstaatliche Gruppierungen die engstirnige Ideologie einer \u00dcberlegenheit der Sunniten. Das Resultat ist die Radikalisierung der Region und das Wachstum dschihadistischer Terrorgruppen.<br \/>\nDiese Entwicklung w\u00e4re ohne die Unterst\u00fctzung von Washington und seiner Verb\u00fcndeten nie m\u00f6glich gewesen. Man betrachtete den radikalen Islam als eine n\u00fctzliche Barriere gegen die Ausbreitung des Kommunismus. Die Westm\u00e4chte benutzten Dschihadisten als Speerspitze beim Angriff auf die sowjetischen Streitkr\u00e4fte in Afghanistan. Die gleiche Taktik wird jetzt in Syrien angewendet, um das Assad-Regime zu st\u00fcrzen, das mit dem Iran und Russland verb\u00fcndet ist. Die T\u00fcrkei, NATO-Mitglied und EU-Beitrittskandidat, ist ein wichtiger R\u00fcckzugsort sowie Ausgangspunkt und Unterst\u00fctzer der dschihadistischen Rebellen in Syrien. In Afghanistan war die Konsequenz dieser verfehlten Strategie der Aufstieg von Al Qaida, in Syrien ist es die spektakul\u00e4re Ausbreitung des neuen Kalifats.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist nun zu tun?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Humanit\u00e4re Hilfe ist dringend n\u00f6tig. Hilfsaktionen packen jedoch das \u00dcbel des erstarkten v\u00f6lkerm\u00f6rderischen Dschihads nicht bei der Wurzel. Washington und seine Verb\u00fcndeten k\u00f6nnen sich am effektivsten gegen einen Genozid einsetzen, indem sie dem Dschihad die finanzielle und ideologische Unterst\u00fctzung der Verb\u00fcndeten in der Region entziehen \u2013 wenn n\u00f6tig mit Strafmassnahmen wie Sanktionen und Verweigerung milit\u00e4rischer Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die westlichen Staaten k\u00f6nnen zudem wesentlich zur Stabilisierung der Region beitragen, indem sie von schlecht durchdachten Strategien, die einen schnellen Regimewechsel herbeif\u00fchren sollen, Abstand nehmen und mit Russland und China zusammenarbeiten, um Sicherheit f\u00fcr alle zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die neutrale Schweiz kann an der humanit\u00e4ren Front eine konstruktive Rolle spielen. Bundesrat Burkhalter sollte die Grossm\u00e4chte ausserdem unverhohlen anmahnen, ihre Verpflichtung gem\u00e4ss internationalem Recht einzuhalten und einen Genozid zu verhindern sowie zusammenzuarbeiten, um in der zunehmend chaotischen Region wieder Stabilit\u00e4t herzustellen.<br \/>\nDen Regierungen im Westen st\u00e4nde es gut an, die zahlreichen Aufrufe von Papst Franziskus und seinem Vorg\u00e4nger, Solidarit\u00e4t mit der existenziell bedrohten Kirche im Nahen Osten zu zeigen, zu beherzigen. Die v\u00f6lkerm\u00f6rderische Ideologie des Dschihads kennt keine Grenzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em> Autor: John Eibner, Christian Solidarity International\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>CSI-Newsletter, 19.9.2014<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selbst US-Pr\u00e4sident Barack Obama spricht inzwischen von einem \u00abpotenziellen Genozid\u00bb. 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