{"id":1112,"date":"2008-02-06T15:57:57","date_gmt":"2008-02-06T13:57:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1112"},"modified":"2009-09-06T13:22:55","modified_gmt":"2009-09-06T11:22:55","slug":"stellungnahme-des-deutschen-instituts-fur-jugend-und-gesellschaft-dijg-zur-anfrage-der-fraktion-bundnis-90die-grunen-im-bundestag-drucksache-169717","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1112","title":{"rendered":"Stellungnahme des DIJG zur Anfrage der Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen im Bundestag"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Stellungnahme des Deutschen Instituts f\u00fcr Jugend und Gesellschaft (DIJG) zur Anfrage der Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen im Bundestag (Drucksache 16\/9717<\/strong>)<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>1. Das DIJG<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das Deutsche Institut f\u00fcr Jugend und Gesellschaft (DIJG) ist das Studien- und Forschungszentrum der \u00f6kumenischen Kommunit\u00e4t Offensive Junger Christen \u2013 OJC e.V. Die OJC ist eine Kommunit\u00e4t in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das DIJG forscht und informiert \u00fcber zukunftsf\u00e4hige Lebensgrundlagen in den Bereichen Lebenskultur, Zusammenleben von Kulturen und Religionen, Anthropologie, Ehe und Familie, Identit\u00e4t und Identit\u00e4tsentwicklung, Sexualit\u00e4t, Homosexualit\u00e4t. Auf der Grundlage eines j\u00fcdisch-christlichen Menschen- und Weltbildes, gespeist aus den Wurzeln unserer europ\u00e4ischen Geschichte, gibt es Orientierungshilfen zu den genannten Schwerpunkten. Das DIJG ist eine von Bundes- und Landesbeh\u00f6rden anerkannte wissenschaftliche Einrichtung. <!--more-->Die Anerkennung wird sichtbar darin, dass die SPD-Bundesregierung (1980), die CDU\/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag (2004) und die Hessische Landesregierung (2007) das DIJG zu offiziellen Stellungnahmen zu verschiedenen gesellschaftspolitischen Themen aufforderten. Zudem ist die Arbeit des DIJG im Verein der OJC e.V. von den Finanzbeh\u00f6rden als \u201ewissenschaftlich\u201c anerkannt. Das DIJG ist unabh\u00e4ngig. Es erh\u00e4lt weder von Bund, L\u00e4ndern, Kommunen noch Kirchen finanzielle Zuwendungen. Das DIJG hat einen wissenschaftlichen Beirat.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>2. Geschichte und Forschungsschwerpunkte<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das DIJG wurde 1969 gegr\u00fcndet. Anfangs lag einer der Arbeitsschwerpunkte in der Erforschung pathogener Strukturen in Jugendreligionen. Ausgel\u00f6st wurde dies durch zwei junge Menschen, die aus Jugendsekten ausgestiegen waren und in der OJC-Kommunit\u00e4t mitlebten. Das DIJG begann, sich mit den Zielen, Methoden und Motiven solcher Gruppen und mit den Folgen f\u00fcr den Einzelnen und die Gesellschaft auseinanderzusetzen. Mehrere Publikationen folgten. 1980 erfolgte eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums f\u00fcr Jugend, Familie und Gesundheit (SPD) zum Thema: \u201eDifferentielle Wirkungen der Praxis der Transzendentalen Meditation \u2013 Eine empirische Analyse pathogener Strukturen als Hilfe f\u00fcr die Beratung.\u201c Sp\u00e4ter befa\u00dfte sich das DIJG erneut mit dem Thema, diesmal aus dem Blickwinkel der Religionsfreiheit in Europa. In den 1980er Jahren wurden Sorge und F\u00fcrsorge f\u00fcr Menschen im s\u00fcdlichen Afrika Ausgangspunkt neuer Forschungsarbeit. Abermals begann dieses Engagement mit einer Begegnung. Eine Gruppe schwarzer Studenten aus S\u00fcdafrika besuchte die OJC und berichtete \u00fcber die N\u00f6te in ihrem durch die Apartheid-Politik gepr\u00e4gten Land. Als Folge begann das DIJG, sich intensiv mit Fragen von Gewalt, struktureller Gewalt und gewaltlosen Alternativen zu befassen. Gleichzeitig f\u00f6rderte die OJC Landwirtschaftsprojekte f\u00fcr schwarze Farmer und Kleinbetriebe f\u00fcr schwarze Frauen und engagierte sich im Aufbau medizinischer Versorgung in einer l\u00e4ndlichen Region. Ausgel\u00f6st durch eine Begegnung mit dem f\u00fchrenden AIDS-Grundlagenforscher Michael G. Koch (Schweden), der das DIJG besuchte, begann die OJC Deutsches Institut f\u00fcr Jugend und Gesellschaft auch, sich mit der AIDS-Problematik zu befassen. Bis heute engagiert sich die OJC bei AIDS-Projekten im s\u00fcdlichen Afrika und besonders im Kongo. Seit den 1990er Jahren wurde die Frage der Interkulturalit\u00e4t ein weiterer Seminar- und Forschungsschwerpunkt des DIJG. Die Frage des interkulturellen und interreligi\u00f6sen Miteinanders im Angesicht eines zusammenwachsenden Europa f\u00fchrte zu mehreren Symposien und Buchpublikationen. In sogenannten Dialogtagungen kamen Experten aus Judentum, Christentum und Islam miteinander ins Gespr\u00e4ch. Das zentrale Thema der Vers\u00f6hnung f\u00fchrte in der Folge einer ersten Tagungsreihe dazu, da\u00df die OJC 1995 vierzig Holocaust-\u00fcberlebende Juden, die selber oder deren Vorfahren ehemals in Reichelsheim lebten, zu einer Begegnung in ihre alte Heimat eingeladen hat. Seither gibt es regelm\u00e4\u00dfige bilaterale Vers\u00f6hnungsreisen zwischen Deutschen und Israelis, die die OJC durchf\u00fchrt. Im Horizont des jungen Europa startete die OJC seit 1995 j\u00e4hrliche internationale Baucamps mit jungen Leuten aus aller Welt. F\u00fcr das Projekt und die Studie \u201eInternationales Baucamp:<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Bausteine f\u00fcr ein gelingendes Zusammenleben im 21. Jahrhundert\u201c wurde Dr. Dominik Klenk, Mitarbeiter des DIJG, in 2005 von der BMW-Stiftung mit dem BMW-Award f\u00fcr interkulturelles Lernen ausgezeichnet. Seit den 1980er Jahren begann das DIJG auch mit seiner Forschungsarbeit zu den Themen Anthropologie, Identit\u00e4t, Identit\u00e4tsentwicklung, Sexualit\u00e4t, Homosexualit\u00e4t. Sp\u00e4ter kam verst\u00e4rkt das Thema Ehe und Familie aus psychologischer, soziologischer, sozialethischer und gesellschaftspolitischer Perspektive dazu. Das DIJG gr\u00fcndete zusammen mit anderen Organisationen die bundesweite Initiative B\u00fcndnis Ehe und Familie.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3. Homosexualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Auch dieser Forschungszweig im DIJG wurde ausgel\u00f6st durch junge Erwachsene, die sich in der Folge des Evangelischen Kirchentages in N\u00fcrnberg 1979 an uns wandten. Es waren M\u00e4nner und Frauen, die ihre homosexuellen Impulse als unvereinbar mit ihren W\u00fcnschen, \u00dcberzeugungen und Lebenszielen ansahen. Sie suchten konstruktive Wege zu einer Abnahme ihrer homosexuellen Impulse und zur Verst\u00e4rkung und Entwicklung ihres heterosexuellen Potentials, kurz, Wege zu einer Ver\u00e4nderung. Wir hatten die Wahl, diese Menschen abzuweisen oder aber sie und ihre W\u00fcnsche und Hoffnungen auf Ver\u00e4nderung ernst zu nehmen. Wir haben uns f\u00fcr das Zweite entschieden. Einige von ihnen lebten dann auch zeitweise mit uns in der Kommunit\u00e4t. Das DIJG begann damals, sich intensiv mit der Ursachenforschung sowie mit Therapie- und Ver\u00e4nderungsm\u00f6glichkeiten bei ungew\u00fcnschten homosexuellen Empfindungen zu befassen. In der Folge dieser Arbeit wurde das DIJG assoziierter Partner der Psychotherapeutenvereinigung NARTH (National Association for Research and Therapy of Homosexuality), Partner der internationalen j\u00fcdischen Vereinigung JONAH (Jews Offering New Alternatives to Homosexuality) und Gr\u00fcndungsmitglied des Zusammenschlusses PATH (Positive Alternatives to Homosexuality).<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3a. Das Recht auf Selbstbestimmung<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das DIJG respektiert die W\u00fcrde, Autonomie und den freien Willen eines jeden Menschen. Homosexuell empfindende Menschen haben das Recht, eine homosexuelle Identit\u00e4t anzunehmen; sie haben aber ebenso das Recht, einen Weg der Ver\u00e4nderung zu gehen mit dem Ziel der Abnahme ihrer homosexuellen Impulse. Das Recht, eine Therapie mit dem Ziel der Abnahme homosexueller Impulse einzugehen, sollte unver\u00e4u\u00dferliches Recht sein; es geh\u00f6rt zur Selbstbestimmung und Freiheit eines jeden Menschen. Eine freie Gesellschaft mu\u00df zudem auch Raum lassen f\u00fcr sehr unterschiedliche Auffassungen dar\u00fcber, welches die Kernidentit\u00e4t eines Menschen ist und was Sinn, Ziel und Bestimmung menschlicher Sexualit\u00e4t ist.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Menschen, die unter ihren homosexuellen Impulsen leiden und die diese als unvereinbar mit ihren W\u00fcnschen und \u00dcberzeugungen ansehen, sind heute in unserer Gesellschaft eine weithin \u00fcbersehene und vergessene Minderheit. Das DIJG setzt sich f\u00fcr sie ein.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3b. Das Recht auf Therapie<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Leidenden Menschen das Recht absprechen zu wollen, eine Therapie ihrer Wahl einzugehen und ein Therapieziel ihrer Wahl anzustreben, ist unsensibel und diskriminierend. Hier geht es um das freie Selbstbestimmungsrecht des Menschen. Diese Position des DIJG wird unterst\u00fctzt von einigen f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten in der Amerikanischen Psychologenvereinigung (APA). So \u00e4u\u00dferte sich der fr\u00fchere Pr\u00e4sident der Amerikanischen Psychologenvereinigung (APA), Robert Perloff 2004: \u201eDer Einzelne hat das Recht zu w\u00e4hlen, ob er eine homosexuelle Identit\u00e4t annehmen will oder nicht. Es ist die Wahl des Einzelnen, nicht die Entscheidung einer ideologisch gepr\u00e4gten Interessensgruppe. Einen Psychotherapeuten, der einen Klienten mit Konversionswunsch begleiten m\u00f6chte, davon abzuhalten, ist Anti-Forschung, Anti-Wissenschaft und antagonistisch zur Suche nach Wahrheit.\u201c (Anm. 1) Auch Nicholas Cummings, ebenfalls prominentes Mitglied der APA, ist der \u00dcberzeugung: \u201eIch setze mich auf das Entschiedenste f\u00fcr die Freiheit der Wahl f\u00fcr jeden ein, insbesondere f\u00fcr das Recht des Einzelnen, das Ziel seiner Therapie selbst zu w\u00e4hlen.\u201c (Anm. 2). Auf der Jahrestagung der APA 2006 stellte der APA-Pr\u00e4sident Gerald Koocher ausdr\u00fccklich fest, da\u00df die APA keine Probleme damit hat, da\u00df Psychologen Reparativtherapien, also Therapien, die das Ziel einer Abnahme homosexueller Impulse haben, anbieten. Selbst der bekannte US-amerikanische Homosexuellenaktivist Doug Haldemann ist der Auffassung: \u201eEine \u00e4hnliche Sache f\u00fcr viele ist, da\u00df sie ein tiefes Gef\u00fchl f\u00fcr ihre religi\u00f6se oder spirituelle Identit\u00e4t haben, die manchmal ebenso tief gef\u00fchlt wird wie die sexuelle Orientierung. F\u00fcr einige ist es leichter und emotional weniger eingreifend, eine Ver\u00e4nderung der sexuellen Orientierung zu erw\u00e4gen, statt sich von einem religi\u00f6sen Lebensstil zu l\u00f6sen, der als absolut zentral f\u00fcr das eigene Pers\u00f6nlichkeits- und Sinngef\u00fchl angesehen wird\u2026 (\u2026) Wie immer wir solche Entscheidung oder ihre psychologischen Beweggr\u00fcnde sehen m\u00f6gen \u2013 haben wir das Recht einem solchen Menschen eine Therapie zu verweigern, die ihm helfen kann, sein Leben so zu f\u00fchren, wie es seiner Entscheidung nach f\u00fcr ihn richtig ist? Ich denke, das haben wir nicht.\u201c (Anm. 3) Reparativtherapien (der Begriff geht auf die Psychoanalytikerin Anna Freud zur\u00fcck und hat nichts mit einem \u201eReparieren\u201c der Homosexualit\u00e4t zu tun!) k\u00f6nnen verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologisch orientierte oder affekt-fokussierte Therapien sein. Therapien, die das Ziel einer Abnahme homosexueller Impulse haben, sind wirksam. Das hat zuletzt die Studie von Robert Spitzer, Columbia Universit\u00e4t New York (2003) gezeigt. Eine Sch\u00e4dlichkeit dieser Therapien ist nicht nachgewiesen, auch das best\u00e4tigt die Studie von Spitzer. \u201eIm Gegenteil\u201c, so Spitzer, \u201esie [die Klienten] berichteten, da\u00df diese in verschiedener Hinsicht hilfreich waren auch \u00fcber die Ver\u00e4nderung der sexuellen Orientierung selbst hinaus.\u201c (Anm. 4)<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>3c. Wof\u00fcr wir uns einsetzen<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>F\u00fcr pers\u00f6nliche Wahlfreiheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Nach wie vor entscheiden sich M\u00e4nner und Frauen mit homosexuellen Empfindungen, ihre homosexuellen Gef\u00fchle nicht auszuleben. Ein homosexueller Lebensstil ist f\u00fcr sie nicht attraktiv. Sie wollen auch keine homosexuelle Identit\u00e4t annehmen. Obwohl sie die M\u00f6glichkeit einer gay-affirmativen Therapie h\u00e4tten, lehnen sie diese f\u00fcr sich ab und suchen therapeutische und seelsorgerliche Wege zur Abnahme ihrer homosexuellen Impulse. Das DIJG unterst\u00fctzt diese Menschen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>F\u00fcr das Recht auf freien Zugang zu Informationen<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Jeder hat die Freiheit, sich seine Auffassung \u00fcber Homosexualit\u00e4t zu bilden. Das DIJG setzt sich daf\u00fcr ein, da\u00df Informationen \u00fcber Ursachen und Ver\u00e4nderungsm\u00f6glichkeiten homosexueller Impulse f\u00fcr jeden frei zug\u00e4nglich sind. Wir wissen noch l\u00e4ngst nicht alles \u00fcber Homosexualit\u00e4t. Das DIJG setzt sich f\u00fcr eine unabh\u00e4ngige Forschung ein. F\u00fcr das Recht des Einzelnen auf pers\u00f6nliche Selbstbestimmung Menschen, die ihre homosexuellen Impulse als unvereinbar mit ihren W\u00fcnschen und Lebenszielen erleben, haben das Recht auf therapeutische, seelsorgerliche und andere Hilfe (z.B. in Selbsthilfegruppen), um ihren selbstbestimmten Weg der Ver\u00e4nderung gehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>F\u00fcr das Recht auf Respekt<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das DIJG fordert Respekt f\u00fcr Menschen, die solche Wege der Abnahme homosexueller Impulse gegangen sind, gehen oder gehen m\u00f6chten. Das DIJG wendet sich gegen alle Gesetzesvorhaben, die das Recht des Einzelnen, diese Wege der Ver\u00e4nderung in freier Selbstbestimmung gehen zu k\u00f6nnen, einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">06. Februar 2008<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Appendix<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Das in der Anfrage der Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen an die Bundesregierung gebrachte Zitat aus dem 1985 ver\u00f6ffentlichten und seit vielen Jahren vergriffenen Buch des holl\u00e4ndischen Psychotherapeuten Dr. Gerard van den Aardweg ist ohne den Zusammenhang nicht verst\u00e4ndlich. Es handelt sich hierbei um einen anerkannten Therapieansatz, der das Ziel verfolgt, da\u00df ein Mensch lernt, sich in humorvoller Weise von sich selbst und z.B. seinen \u00c4ngsten zu distanzieren. Dazu geh\u00f6rt, da\u00df er sein subjektiv erlebtes Leiden absichtlich bis ins Absurde hin \u00fcbertreibt. Auch van den Aardweg sagt direkt im Anschlu\u00df an das genannte Zitat deutlich, da\u00df es hierbei nicht um Sadismus geht, sondern um ein absichtliches \u00dcbertreiben durch den Betroffenen selbst. Zitat: \u201e\u2026, weil diese Phantasien Absurdes enthalten sollten, damit sie nicht vollkommen ernstgenommen werden k\u00f6nnen&#8230;\u201c (S. 441). Dieser Ansatz wird in verschiedenen anerkannten Therapieverfahren verwendet, etwa in der paradoxen Intention im Rahmen der Logotherapie von Prof. Dr. Viktor Frankl und den paradoxen Interventionen von Prof. Dr. Paul Watzlawick. Aufgrund neuerer Forschung und der Entwicklung neuerer Therapieformen wird dieser Ansatz aber heute bei ungew\u00fcnschten homosexuellen Impulsen nach unserem Kenntnisstand nicht mehr angewandt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Anm. 1: Zit. nach Nicolosi, J., Open Letter to APA President Koocher, APA Convention 2006, in: NARTH-Bulletin, hrsg. Von NARTH, Encino, Kalifornien, Herbst 2006, vol. 14, no. 2, S. 40.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Anm. 2: Zit. nach Nicolosi, J., NARTH-Bulletin Herbst 2006, ebd., S. 40.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Anm. 3: Haldeman, D., Gay rights, patients\u2019 rights: the implementation of sexual orientation conversion therapy (Paper presented at the meeting of the American Psychological Association), Washington, D.C., August 2000, S. 3; zit nach Byrd, A. D., Ist Homosexualit\u00e4t angeboren und unver\u00e4nderbar? in: Bulletin des DIJG, Sonderheft M\u00e4nnliche Homosexualit\u00e4t, Januar 2005, S. 5.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Anm. 4: Spitzer, R., Can Some Gay Men and Lesbians Change Their Sexual Orientation? 200 Participants reporting a Change from Homosexual to Heterosexual Orientation, Arch. Sex. Behavior, 32, 5, 2003, S. 403-417, S. 414.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Dr. med. Christl Ruth Vonholdt<br \/>\nFach\u00e4rztin f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin<br \/>\nDeutsches Institut f\u00fcr Jugend und Gesellschaft, <\/em><a href=\"http:\/\/www.dijg.de\/\"><em>www.dijg.de<\/em><\/a><br \/>\n<em>Offensive Junger Christen \u2013 OJC e.V.<br \/>\n64385 Reichelsheim<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellungnahme des Deutschen Instituts f\u00fcr Jugend und Gesellschaft (DIJG) zur Anfrage der Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen im Bundestag (Drucksache 16\/9717) 1. Das DIJG Das Deutsche Institut f\u00fcr Jugend und Gesellschaft (DIJG) ist das Studien- und Forschungszentrum der \u00f6kumenischen Kommunit\u00e4t Offensive Junger Christen \u2013 OJC e.V. 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