{"id":10978,"date":"2014-06-14T23:04:11","date_gmt":"2014-06-14T21:04:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10978"},"modified":"2014-06-14T23:13:35","modified_gmt":"2014-06-14T21:13:35","slug":"predigt-beim-missionsfest-nuernberg-am-17-juni-1847","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10978","title":{"rendered":"Predigt beim Missionsfest N\u00fcrnberg am 17. Juni 1847"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Predigt das Evangelium aller Kreatur! (Mk 16,15)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein kurzes Wort, aber ohne Zweifel eben so gro\u00df und majest\u00e4tisch als kurz; gro\u00df und majest\u00e4tisch nicht blo\u00df, weil es von dem gro\u00dfen K\u00f6nig unmittelbar vor seiner Auffahrt zu dem ewigen Throne gesprochen wurde, sondern auch weil es so voll gewaltigen Inhalts ist. Das Neue Testament redet so Vieles und Herrliches von dem, was wir mit dem Worte Mission zu bezeichnen pflegen, da\u00df man ob der Menge und des Glanzes erstaunt, so wie einem nur erst die Augen daf\u00fcr aufgegangen sind. Wenn man die Worte des Neuen Testamentes zusammenstellen und vorlesen sollte, welche sich daraus beziehen; so w\u00fcrden sich alle, die Ohren haben zu h\u00f6ren, am Schlusse durch die Erkenntnis der S\u00fcnde tief gedem\u00fcthigt f\u00fchlen, da\u00df sie eine solche Sache gering, jeden Falls zu gering geachtet haben, von welcher Gottes Wort so Vieles und Gro\u00dfes spricht. Doch ist f\u00fcr alles zumal das kurze Wort, welches ich euch vorgelesen habe, der zusammenfassende Ausdruck, das Thema, der Mittelpunkt, von dem alle Strahlen auslaufen und zu dem sie wieder heimkommen, \u2013 und in dem kurzen Worte wurzeln alle Reden und Thaten der heiligen Apostel und Evangelisten und die Geschichte des Reiches Gottes im Neuen Testamente. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies kurze Wort, das in keinen Mund pa\u00dft, als in den Mund dessen, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, dieser m\u00e4chtige Befehl \u00fcber alle Kreatur, dieser reiche Segen \u00fcber alle Kreatur \u2013 sei nun bei dem, was ich sagen m\u00f6chte, meine Sonne, die mich erleuchtet, \u2013 sei, bitt ich Gott, der zusammenfassende, g\u00f6ttliche Ausdruck f\u00fcr alle meine Deutung und am Ende der Gesamteindruck, welchen die Beantwortung der folgenden Fragen auf euch machen m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Fragen aber sind diese: 1. <em>Warum soll man sich um der Heiden Seligkeit bem\u00fchen?<\/em> 2. <em>Was soll man zu diesem Zwecke thun?<\/em> 3. <em>Wer soll es thun?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott sei mir gn\u00e4dig zum reden, euch, geliebte Br., zum h\u00f6ren! Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir, liebe Br\u00fcder, sind gl\u00fccklich zu preisen. Noch ehe wir geboren wurden, stiegen die Gebete der Kirche schon f\u00fcr unser ewiges Wohl zum Himmel. Kaum waren wir geboren, so wurde alsbald der Fluch unsrer s\u00fcndigen Geburt von uns genommen und wir wurden durch die Taufe ins Reich des Herrn versetzt. Seit dem geht uns der Herr nach mit seinem Wort und Sacrament, mit seinem Geiste, seinem Leibe, seinem Blute, um uns zum ewigen Leben zu speisen und zu n\u00e4hren. Und ob wir auch die hei\u00dfe Liebe des Herrn mit kaltem Undank erwiderten, weicht doch der Herr nicht von uns, behandelt uns als die Seinen und erweist uns Treue bis zum letzten Hauch \u2013 und hat er uns nur, seis fr\u00fch, seis sp\u00e4t, das Herz gewonnen, so nimmt er unsre Geister auf unter die Geister der vollkommenen Gerechten und unsre Leiber in den Scho\u00df seiner Erde, die nichts verliert, aus welcher die entschlafene Menschheit gr\u00fcnen wird wie das Gras, wenn nun fallen wird der Thau des gr\u00fcnen Feldes. Wir sind gl\u00fccklich zu preisen! \u2013 Aber wie ungl\u00fccklich sind diejenigen, welche von dem einigen Erl\u00f6ser des menschlichen Geschlechtes und von seiner Treue nichts erfahren! La\u00df sie im Purpur der Ehren geboren sein, la\u00df sie im Ueberflu\u00df aufwachsen, la\u00df sie weise und klug sein, wie es immer die menschliche Natur vermag, la\u00df das Gl\u00fcck der Erde, welches keinem je treu gewesen ist, ihnen zu Liebe treu werden und denke dir es so gro\u00df du willst: es wird dir doch alles als eitel und nichtig erscheinen, so wie du dich erinnerst, da\u00df sie von allen Segnungen, welche in der Christenheit auch der \u00c4rmste genie\u00dft, keiner einzigen sich erfreuen. F\u00fcr sie betete niemand, da sie noch im Mutterleibe waren; keine Taufe, keine Absolution ents\u00fcndigt sie, keine Predigt des Evangeliums zeigt ihnen den Weg, kein h. Mahl speist und tr\u00e4nkt sie zum ewigen Leben, sie werden von dem ewigen K\u00f6nig nicht als Schafe behandelt und geweidet, \u2013 und ihr ewiges Loos, man sage nun, wie und was man will, ist doch so ungewi\u00df, da\u00df man nicht absehen kann, mit welchem Troste sie ihr Herz im Sterben erquicken sollen. Wie mancher Knecht des Herrn wurde an Sterbebetten der Christen von Freude und Dank durchdrungen, weil es doch einen Sterbenstrost gibt, weil man mit lautem Preis einer ewigen Gnade den k\u00e4mpfenden Seelen zurufen konnte: \u00abEuch kann man doch tr\u00f6sten!\u00bb Wie schaurig aber ist der Abschied sterbender Heiden. Es ist unbegreiflich, oder ja, es ist begreiflich, aber nur aus dem tiefen Verderben des menschlichen Herzens, da\u00df die Heiden das Grauen des Todes und die dunkle Hoffnungslosigkeit, welche um ihre Sterbenden her ist, ertragen k\u00f6nnen, ohne zu versinken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach wie sind die Heiden so ungl\u00fccklich und wir so gl\u00fccklich! \u2013 Das Gl\u00fcck macht oft mild gegen andere: wenn jemand einen Freudentag hat, wird er zu Lieb und sanftem Urtheil aufgelegt, auch wenn ers sonst nicht war, und gibt gerne, auch wenn ers sonst nicht that. Die Heiden sind so ungl\u00fccklich und wir so gl\u00fccklich: k\u00f6nnen wir denn das bedenken, ohne uns ihrer zu erbarmen, ohne ihnen unser Gl\u00fcck zu g\u00f6nnen und es ihnen, so viel wir das verm\u00f6gen, zu geben? Wort und Sacrament sind die Brunnen unsers Gl\u00fccks, warum dringt uns denn unser Gl\u00fcck und das Ungl\u00fcck der Heiden nicht, auch ihnen diese Brunnen zu er\u00f6ffnen und dem armen Erdreich, welches dem Fluche so nahe ist, ihre Wasser zuzuleiten? Es sollte uns ziehen, ja das Erbarmen sollte uns treiben, unser Gl\u00fcck andern zuzuwenden, \u2013 und wenn wir an der Erlaubnis des Herrn zweifelten, von welchem Wort und Sakrament kommt, so sollten wir um diese Erlaubnis beten, bis wir die Zuversicht bek\u00e4men, da\u00df wir den Heiden, unserm Fleisch und Blut, geben d\u00fcrfen, was wir haben, bis wir ein Zeichen des Wohlgefallens an dem h\u00e4tten, was wir w\u00fcnschen und wollen, n\u00e4mlich an der Errettung derer, die noch sind, was wir auch waren, n\u00e4mlich Heiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indes das Erbarmen Gottes mit dem Elende der Heiden ist gr\u00f6\u00dfer als das unsrige, und ehe wir jenes Elend erkennen und beklagen konnten, hat der Herr nicht blo\u00df die Erlaubnis gegeben, seine Wohlthaten den Heiden zuzuwenden, sondern laut unseres Textes den ausdr\u00fccklichen <em>Befehl<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man hat verneint, da\u00df Christus ein Gesetzgeber sei, und behauptet, er m\u00fcsse ganz ein Gnadenspender genannt werden. Es ist auch vollkommen wahr, so wie es gemeint ist, und man soll Gesetz und Evangelium nicht vermengen, Christum und Mosen nicht verwechseln. Dennoch aber, gel. Br., ist Christus in einem gewissen Sinne Gesetzgeber, denn er hat ein Gesetz gegeben, welches aus der Gnade stammt, durch Gnadenkr\u00e4fte und Begnadigte ausge\u00fcbt [<a href=\"http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Seite:Loehe_Predigt_am_Missionsfeste_zu_N%C3%BCrnberg_(1847)_07.png\"><strong>7<\/strong><\/a>] wird, in seiner Erf\u00fcllung nichts als Gnade um Gnade verbreitet, voller Gnaden ist, der Gnade rechte Hand, nicht aber ein Widerspruch der Gnade, dieser ersehntesten Eigenschaft in Gottes Herzen. Dies Gesetz verh\u00e4lt sich zu dem gro\u00dfen, uralten und doch immer neuen Gebote der Liebe, welches der Herr in der Nacht, da er verrathen war, feierlich wiederholt hat, wie zum Feuer das Licht und zum Glanze der Abglanz, \u2013 es ist eine erweiternde Deutung jenes Liebesgebotes, die sch\u00f6nste Verkl\u00e4rung der Bruderliebe zur allgemeinen Liebe, darum da\u00df es alle Menschen zu Jesu Br\u00fcdern und Gottes Kindern machen will. Dies Gesetz hat der hochgelobte Herr gesprochen vor seinem letzten Segen, ehe er auffuhr zum Throne seines Vaters, in dem herrlichsten Augenblick, den die Erde bis jetzt gehabt hat: \u2013 es ist der letzte, majest\u00e4tisch erkl\u00e4rte Wille dessen, der wieder kommen und nach dem Gehorsam forschen wird. Ich brauche es nicht erst zu sagen, theure Br\u00fcder, wie das Gesetz des Neuen Bundes hei\u00dft, welches alle Kinder Gottes treiben soll. <em>\u00abPrediget das Evangelium aller Kreatur\u00bb<\/em> \u2013 so lautet das letzte Gebot des Herrn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was darf man am leichtesten gebieten, meine Freunde? Welches Gebot wird mit der gr\u00f6\u00dften Freude aufgenommen werden? Welches hat Aussicht auf die treueste Erf\u00fcllung? Doch wol dasjenige, welches unsern W\u00fcnschen am meisten entspricht und das zum Befehl erhebt, wof\u00fcr man sich mit tausend Freuden die Erlaubnis erbeten h\u00e4tte. So sollte es mit dem letzten Befehle unsers Herrn sein. Mitleid mit der hirtenlosen, unz\u00e4hligen Schaar der Heiden sollte uns voll Sehnsucht machen, ihnen helfen zu d\u00fcrfen, und der Befehl, zu helfen, sollte von uns als der willkommenste, welcher gegeben werden konnte, mit Jubel und Dankpsalmen aufgenommen werden. Ich wei\u00df es wohl, meine Br\u00fcder, da\u00df wir von Natur nichts Gutes k\u00f6nnen, und da\u00df den Menschen, der seine Ohnmacht erkennt, jeder g\u00f6ttliche Befehl, je herrlicher und heilsamer er ist, nur desto trauriger und niedergeschlagener macht. Aber wir sind ja, seitdem wir getauft sind, nicht mehr wir allein, sondern wir haben Christum angezogen und besitzen in ihm Gerechtigkeit und St\u00e4rke. Durch Ihn, der mit uns ist und von uns bis zur Stunde nicht gewichen, so mangelhaft auch unsre Treue und Gehorsam, so gro\u00df unser Ungehorsam gewesen sein mag, \u2013 durch ihn verm\u00f6gen wir das Gute. Seine Segenskr\u00e4fte umgeben uns und keiner unter uns kann sagen, er k\u00f6nne nicht, wenn ihm der Herr befiehlt. Wenn wir nun seinen Befehl h\u00f6ren, den Heiden Liebe zu erweisen, so braucht uns die angeborene Ohnmacht nicht niederzuschlagen; wir gehorchen in seiner Kraft, die uns seit unsrer Taufe beigelegt ist, \u2013 wir wissen, da\u00df jeder seiner Befehle mit einer Verhei\u00dfung des Gelingens begleitet ist und da\u00df namentlich der letzte Befehl des Herrn die Verhei\u00dfung bei sich hat: \u00abSiehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.\u00bb Deshalb k\u00f6nnen wir uns mit Muth und Kraft erheben, wir k\u00f6nnen mit Freuden unsere Segeln aufspannen und unser Schiff durch die Kraft des Befehles Christi in ruhiger Zuversicht bis zu der Furt treiben lassen, der wir begehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Herr hat Seinen Befehl gegeben und es ist kein Zweifel, da\u00df er <em>vollzogen werden<\/em> wird. So gewi\u00df der j\u00fcngste Tag kommen wird und mit ihm das Ende dieser Welt und der Anfang jener ewigen Herrlichkeit, so gewi\u00df wird auch Christi letztes Gebot erf\u00fcllt werden. Der Herr selbst hat es gesagt. Aus seinem Munde wissen wir, da\u00df ein j\u00fcngster Tag kommen wird; aus seinem Munde, da\u00df er eher nicht kommen wird, als bis das Evangelium allen den Kreaturen gepredigt ist, die nach seinem Rathschlu\u00df in die Welt kommen werden. Sein Wort kann nicht gebrochen werden. Die Sintfluth kam nicht, bevor der letzte der Patriarchen zu der Ruhe Gottes eingegangen war; und ehe das letzte Kindlein getauft ist, das der Herr versehen hat zur Wiedergeburt, und der letzte Christ gestorben, welcher Theil haben soll an der Auferstehung der Gerechten, ehe die ganze eine Heerde Christi versammelt und das letzte Glied seinem geheimnisvollen Leibe eingef\u00fcget ist, wird der Himmel und die Erde nicht vergehen. Johannes, der Prophet des N. Testamentes, hat sie alle versammelt gesehen jenseits des krystallenen Meeres, am Throne Gottes, denen das Evangelium zum ewigen Leben gepredigt werden wird. Sie werden versammelt vom Morgen und vom Abend und von allen Enden der Erde, aus allen Geschlechtern und Zungen und Sprachen \u2013 eine unz\u00e4hlbare Schar. Sie kommen alle durch den letzten Befehl des Herrn und durch den treuen Gehorsam derer, die da viele zur Gerechtigkeit weisen und wie die Sterne leuchten werden immer und ewiglich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der letzte Befehl des Herrn wird vollzogen werden \u2013 und er <em>ist vollzogen worden<\/em> und <em>wird auch jetzt<\/em> vollzogen. Es ist uns nicht alles aufgeschrieben, was in fr\u00fcheren Zeiten geschehen ist, wir wissen wenig; wie gro\u00df die Ernte des Herrn in der Vorzeit gewesen ist, das wird unser Auge mit Staunen und Verwunderung an jenem Tage sehen. Der Herr wird erweisen, da\u00df er seinem heiligen Gebote zu aller Zeit einen gr\u00f6\u00dferen und reicheren Gehorsam geschenkt hat, als wir uns tr\u00e4umen lassen. Aber so wenig wir wissen, so finden wir dennoch in der Geschichte der Vorzeit Beweis genug, da\u00df der Befehl des Herrn vollzogen und den V\u00f6lkern das Evangelium gepredigt worden ist. Und <em>noch<\/em> wirds gepredigt, ja unsre Zeit darf mit Wahrheit eine Zeit der Missionen genannt werden. Die ganze abendl\u00e4ndische Kirche in allen ihren Confessionen, die r\u00f6mische mit nichten ausgeschlossen, ist in einem weit gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfe als fr\u00fcherhin von einem Eifer beseelt, Jesu Schafe aus aller Welt zusammenzuf\u00fchren. Das Netz des Herrn ist ausgeworfen, viele stehen bereit, es ans Land zu ziehen: Er wird seine Menschenfischer segnen und das Netz wird voll werden, je mehr der Abend der Welt kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wir sollten m\u00fc\u00dfig stehen, hilflos die H\u00e4nde in den Scho\u00df legen und nicht wissen, warum wir uns um der Heiden Seligkeit bem\u00fchen sollen? Haben etwa wir allein kein Mitleid mit dem namenlosen Elend der Heiden in der Zeit und sonderlich in der Ewigkeit? Oder geht uns allein der letzte Befehl des Herrn nicht an, haben wir allein in unsrer Kirche eine Aufgabe empfangen, durch welche wir von dem Gehorsam befreit w\u00e4ren, den ihm alle Confessionen widmen? Wir, die wir uns \u2013 hoffentlich nicht ohne Recht \u2013 r\u00fchmen, das Evangelium Christi reiner und v\u00f6lliger als andere zu erkennen, sollten, etwa gerade deswegen, keinen Beruf, keine Pflicht, kein Recht haben, dem letzten Befehle Christi, der doch alle angeht, zu gehorchen? \u2013 Auch wir sind m\u00fcde, das namenlose, das furchtbar wachsende Elend der Welt anzusehen und zu ertragen, auch wir sehnen uns nach dem Ende der Zeit, nach dem Anfang der Ewigkeit und beten ohn Unterla\u00df mit br\u00fcnstigem Verlangen das Gebet der Braut: \u00abKomm bald, Herr Jesu.\u00bb Und unsre Sehnsucht nach dem j\u00fcngsten Tage w\u00e4re uns kein Grund mehr, dem Herrn denjenigen Gehorsam zu leisten, von welchem er sein Kommen abh\u00e4ngig gemacht hat? \u2013 Es ist die letzte Stunde. Nachdem der Herr am Kreuze vollbracht hat, ist kein Gesch\u00e4ft mehr \u00fcbrig, als da\u00df alle seine Schafe zu ihm gesammelt werden. Das ist\u2019s, was noch \u00fcbrig ist, zu thun, \u2013 das ist das letzte, gr\u00f6\u00dfte Werk, welches Gott vollbringt durch seine Knechte, \u2013 dazu steht diese Welt noch, dazu geduldet sich noch der Herr, dazu tr\u00e4gt er noch die Bosheit der Boshaftigen, dazu schiebt er noch auf die Erh\u00f6rung des Gebetes, welches die Seelen unter jenem ewigen Altare beten, dazu h\u00e4lt er noch zur\u00fcck Kron und Lohn der Seinen. Und alle seine Knechte haben dies Werk je und je im Auge gehabt und sich nach seinem Befehle darin gem\u00fcht, \u2013 und noch eifern sie alle dem Ziele entgegen, w\u00e4hrend wir erst fragten, warum wir uns um der Heiden Seligkeit bem\u00fchen sollten? Es sollt uns nicht schon der Eifer aller andern Grundes genug sein, auch zu eifern? Das sei ferne! Eifer um Christum und Seine h. Kirche, ein himmlischer Sinn, Gemeinschaft der Heiligen und Liebe lassen sich ohne treuen Flei\u00df um der Heiden Seligkeit nicht denken. Religionseifer ohne Missionseifer gibts in der Christenheit nicht, sollt es wenigstens nicht geben, auch bei uns nicht geben, ferner nicht geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was alle Tage geschieht, das kann auch heute geschehen, meine Freunde! Wof\u00fcr der eine gl\u00fcht, das macht den andern frostig, \u2013 und wenn einer, was er meint, nach bestem Wissen und Gewissen gesagt hat, so kommt ein zweiter und widerstrebt ihm, \u2013 und alle Dinge haben ihren Gegensatz. Wir haben uns nun wohl an das erinnert, was uns antreiben kann, der Heiden Seligkeit zu suchen, \u2013 und alles, was gesagt wurde, beurkundet unsre Behauptung, da\u00df das Werk der Mission ein Gotteswerk sei. Wie wenn nun aber mancher unter uns w\u00e4re, der auf dasjenige, was bereits geschieht, als auf ein Zerrbild hinwiese, welches mit dem nicht stimmte, was der Herr geboten hat? Wenn vom Ungeschick und scheinbar kleinen Erfolg unsrer Missionen Gr\u00fcnde hergenommen w\u00fcrden, den oder jenen in seinem Eifer wieder abzuk\u00fchlen, nachdem er vielleicht eben erst die S\u00fcnde seiner Lauigkeit erkannt und Besserung gelobt hat? \u2013 Es d\u00fcrfte gut und n\u00fctzlich sein, sofort die zweite Frage zu beantworten, die wir aufgestellt haben, und uns recht klar zu machen, <em>was man denn eigentlich f\u00fcr die Heiden thun soll<\/em>, damit wir gerade auf das dringen k\u00f6nnen bei uns und andern, die Aufgabe erkennen, die der Herr gegeben, und gerecht seien und bleiben, wenn es die Beurtheilung des Gehorsams gilt, der gegenw\u00e4rtig von uns und anderen dem Befehle Christi geleistet wird. Scheinen wir damit auf Geringeres einzugehen, als wir schon verhandelt haben, so scheint es doch nur so, und wir werden uns damit nur g\u00fcrten, desto richtiger und m\u00e4chtiger zu thun, was wir sollen, und dem Ziele, das uns aus diesem Wege heller und kenntlicher wird, sicherern Fu\u00dfes und entschlosseneren, geduldigeren Muthes nachzueilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem d\u00fcrfen wir nicht Gottes Werk und der Menschen Werk verwechseln oder vermengen. Gott hat sich in seinem heiligen Werke Menschen zu Werkzeugen erlesen und gibt ihnen die Ehre, sie seine, sich ihren Mitarbeiter zu nennen. Er thut auch alles, was Seelen zum Heile gedeihen soll, mit seinen gesegneten Mitarbeitern und nichts ohne sie, so da\u00df man ihn verwirft, wenn man sie verwirft. Aber so hohe und ehrenvolle Worte die heil. Schriften auch von der Arbeit der Knechte Gottes gebraucht und so v\u00f6llig wahr sie auch sind, so bleibt doch die Arbeit Gottes gro\u00df und die seiner Knechte klein und man kann von den Knechten das, was Gottes ist, eben so wenig verlangen, als man es ihnen zuschreiben darf. Der Landmann s\u00e4et und pflanzet, Gott gibt das Gedeihen. Ohne des Landmanns Arbeit kommt Gottes Gedeihen nicht, seine Arbeit ist nach Gottes Rath nothwendig und unentbehrlich, aber die Hauptsache ohne allen Vergleich bleibt eben doch das Gedeihen, das nicht in der Macht des Landmanns steht. Eben so ist es mit dem Werke Gottes unter den Heiden. Nicht ohne, sondern mit und durch Menschen thut es der Herr, aber wenn die Heiden unter der Bem\u00fchung der Menschen gl\u00e4ubig und selig werden; so geb\u00fchrt davon Ruhm und Dank dem Herrn, welcher allein Leben und Unsterblichkeit hat und gibt. Und umgekehrt, wenn irgendwo der treuen Arbeit frommer und weiser Knechte das Gedeihen mangelt, so ist um des willen ihr Dienst nicht gering zu sch\u00e4tzen, denn er ist ganz derselbe wie dann, wenn ihn Gott segnet und die Menschen nicht widerstreben. Es ist geschehen, was geschehen sollte, und man kann des Erfolges wegen v\u00f6llig ruhig sein, wenn Gottes Knechte Gehorsam geleistet und es an der n\u00f6thigen und m\u00f6glichen Weisheit nicht haben fehlen lassen. Befohlen ist nun in unserm Texte <em>predigen<\/em>; das ist\u2019s, was Menschen thun k\u00f6nnen, die Frucht der Predigt ist Gottes. Es ist dem h. Timotheus wohl <em>verhei\u00dfen<\/em>, da\u00df er seine Zuh\u00f6rer und sich selig machen werde, wenn er anhalten werde an der lautern Predigt des Evangeliums, und es ist ihm damit gro\u00dfe Ehre zugesprochen; aber <em>befohlen<\/em> ist es ihm nicht, befohlen ist ihm nur das Evangelium und er hat alles gethan, was er schuldig war, wenn er den Dienst eines Evangelisten erf\u00fcllt. Unser Text enth\u00e4lt nicht die ganze F\u00fclle des letzten Gebotes Christi in dem Ma\u00dfe, wie es jene hochber\u00fchmte Stelle Matth\u00e4i am letzten enth\u00e4lt. W\u00e4hrend Matth\u00e4us neben dem Lehren und Predigen des Evangeliums noch befiehlt, da\u00df die, welche J\u00fcnger des Herrn werden wollen, getauft und gelehrt werden, zu halten alles, was Christus seinen J\u00fcngern befohlen hat, redet unser Text allein vom Predigen. Marcus enth\u00e4lt allein Christi Befehl f\u00fcr die Gr\u00fcndung seiner Kirche, w\u00e4hrend Matth\u00e4us auch f\u00fcr den Bau und die Vollendung der Kirche Christi Befehl aufbewahrt hat. Halten wir aber gleich diesen Unterschied fest, so liegt es doch im Zusammenhang unsres Textes selber, zur Predigt die <em>Taufe<\/em> hinzuzunehmen. Es kommt ja unmittelbar auf unsern Textesspruch das Wort: \u00abWer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden\u00bb \u2013 und wie der Glaube als eine menschliche, so erscheint die Taufe als eine g\u00f6ttliche Besiegelung der Predigt. Durch Predigt und Taufe w\u00e4re demnach das eigentliche Werk des Heidenpredigers geschehen, und wie hinter den gro\u00dfen Evangelisten der apostolischen Zeit, so kommen heute noch hinter unsern Heidenpredigern die <em>Hirten<\/em> und <em>Lehrer<\/em>, welcher Beruf es ist, das angefangene Werk fortzuf\u00fchren und die gewonnenen Seelen zur Heiligung und Vollendung zu leiten. So predigte der heilige Diaconus Philippus in Samaria das Evangelium und taufte, dann aber zog er weiter zum K\u00e4mmerer von Mohrenland, nach Asdod und in andere St\u00e4dte und \u00fcberlie\u00df die samaritische Gemeinde der Pflege aus ihrer Mitte erw\u00e4hlter \u00c4ltesten und Hirten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Arbeit des Heidenpredigers scheint sich damit allerdings auf Wenig zu beschr\u00e4nken. Dem\u00fcthig gegen Gott erkennt sich ein solcher nur als Gottes Werkzeug zu Predigt und Taufe, bescheiden gegen Menschen r\u00e4umt er dem nachfolgenden Hirten und Lehrer seinen Stuhl an den Orten ein, wo ihn der Herr gesegnet hat. Aber indem der Herr befiehlt, <em>aller Kreatur<\/em> zu predigen, also einen weiten, weiten Wirkungskreis f\u00fcr Heidenprediger er\u00f6ffnet, zerst\u00f6rt er uns den Wahn, als h\u00e4tte er ihnen eine kleine Arbeit anvertraut. Erkennen wir auch schon, da\u00df zwischen den ersten Aposteln und Evangelisten einerseits und unsern heutigen Missionaren der gro\u00dfe Unterschied ist, da\u00df die Apostel allgemeine Lehrer aller V\u00f6lker waren und in verschiedenen Landen wirkten, w\u00e4hrend sich unsre Missionare je nach ihrer F\u00e4higkeit und T\u00fcchtigkeit ein bestimmtes Land und eine bestimmte Gegend zum Ackerfeld erw\u00e4hlen, auf dem sie nicht blo\u00df predigen und taufen, sondern auch hernachmals selbst Hirten und Lehrer sein wollen; gestehen wir gleich gerne zu, da\u00df die Ausdehnung der Arbeit auf alle Kreaturen d. i. alle Heiden nicht unsre einzelnen Heidenprediger, sondern die ganze Kirche angeht; so ist doch auch in einem und demselben Volke gar mancherlei Kreatur des Herrn und es ist nicht so etwas Leichtes, den verschiedenen Menschen in einem Lande das Evangelium in der Weise zu predigen, die ihnen am segenbringendsten werden kann. Der Heidenprediger mu\u00df sich doch kraft unsers Textes als einen Schuldner aller und jeder Kreaturen erkennen, die er erreichen kann: er ist fremd und bleibt in gewissem Verstande immer fremd \u2013 und soll doch dem Kinde und dem Greise, dem Manne und dem Weibe, dem Gro\u00dfen und dem Geringen die Botschaft des ewigen Evangeliums s\u00fc\u00df und lieblich machen. Keine kleine Arbeit, keine leichte Arbeit! \u2013 Aber doch auch wiederum keine allzuschwere. Es ist ja doch immer ein und dasselbe Evangelium, das allen verschiedenen Menschenklassen gepredigt wird, und die heilige Einfalt, die es den Niedrigen verst\u00e4ndlich zu machen strebt, wird allen F\u00e4higkeiten gerecht. Auch ist ja das Evangelium, das Zeugnis von Christo, dem auferstandenen Erl\u00f6ser der Welt, eine Botschaft, die gleichsam mit eingeborener Majest\u00e4t alle Ohren, die nicht durch Gewohnheit stumpf geworden sind, anzieht und allen Geistern unausweichlich in den Weg tritt. Es ist ein Gotteswort, m\u00e4chtig von That nicht weniger als jenes erste Sch\u00f6pfungswort: \u00abEs werde\u00bb, eine Kraft Gottes, selig zu machen, eine Rede voll himmlischer Weisheit, welche die L\u00fcge vertreiben, die Seelen \u00fcberzeugen, zum Glauben bringen und ein Neues schaffen kann. Und nicht minder segensvoll und kr\u00e4ftig ist die Taufe, dies Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des h. Geistes, von welchem jedoch zu reden, unser Text keine Veranlassung gibt. Gewis, kein Schwert noch Feuer ist in den H\u00e4nden der Menschen m\u00e4chtiger und wirksamer, als Evangelium und Taufe: wir d\u00fcrfen, werden sie nur so gut gebraucht, als es irrsame Menschen verm\u00f6gen, nicht zweifeln, da\u00df sie ihren Segen bringen, zu dem sie gegeben sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen uns auch in unserm Glauben an die Genugsamkeit und den reichen Segen der evangelischen Predigt und Taufe nicht dadurch irre machen lassen, da\u00df uns hie und da mit Fingern auf den Zustand der V\u00f6lker hingezeigt wird, welche die Einfl\u00fcsse der evangelischen Predigt erfahren und zum Theile die Taufe empfangen haben. Wir haben kein Recht, von Heiden und wilden V\u00f6lkern zu verlangen, da\u00df sie alsbald in europ\u00e4isch\u2013christlicher Weise leben sollen, so wie sie das Evangelium geh\u00f6rt und sich seinem Einflusse hingegeben haben. Ist es doch auch unter uns eine Ungerechtigkeit, schnell \u00fcber diejenigen abzuurtheilen, welche unter dem Scheine und Schatten des Evangeliums anscheinend langsam vorw\u00e4rtsschreiten. Es gibt Menschen, welche \u00e4u\u00dferlich keine gl\u00e4nzenden Beispiele von Belehrung genannt werden k\u00f6nnen, innerlich aber dennoch einen gewaltigen und nicht sieglosen Kampf k\u00e4mpfen und ein Werk des h. Geistes in sich verbergen, das vor Gott mehr leuchtet, als manch ber\u00fchmtes Beispiel eines tugendreichen Lebens. Auch kann ja eine und dieselbe Frucht des Geistes in verschiedenen Menschen ein gr\u00f6\u00dferes oder kleineres Zeugnis des h. Geistes sein. Dies l\u00e4\u00dft sich auf neubekehrte Heiden anwenden. Bei der unaussprechlichen Versunkenheit der heidnischen V\u00f6lker ist <em>irgend ein<\/em> Erfolg schon Beweis, da\u00df der Herr sich ihrer angenommen hat und ihnen Seine Pflege angedeihen l\u00e4\u00dft, und wir m\u00fcssen, um Gottes Thaten in der Wahrheit zu schauen, vor allen Dingen uns entw\u00f6hnen, \u00fcber erst getaufte Heiden strenger zu urtheilen, als \u00fcber l\u00e4ngst getaufte, l\u00e4ngst gelehrte, l\u00e4ngst mit Christi Leib und Blut gespeiste Christen, welche alsbald dem ewigen Verderben zugesprochen werden m\u00fc\u00dften, wenn nicht des Heilands Treue und Langmuth es verwehrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht umsonst, meine theuern Br\u00fcder, haben wir die n\u00e4chste Pflicht, welche wir den Heiden schuldig sind, gem\u00e4\u00df unserm Texte auf die Predigt zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Nicht umsonst wurde behauptet, da\u00df die einfache Predigt des Evangeliums unter den Heiden weder allzuschwer, noch unfruchtbar sei. Ich w\u00fcnschte noch zu sagen, wer die Pflicht der Heidenpredigt \u00fcben sollte, und dabei ist es gut, vorauszuwissen und festzuhalten, was man soll, \u00fcberzeugt zu sein, da\u00df der Herr in seinem letzten Befehle nichts verlangt hat, was den Seinigen unm\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer soll die erkannte Liebespflicht an den Heiden \u00fcben? Das ist meine letzte Frage und ich antworte unbedenklich: <em>Alle sollen sie \u00fcben.<\/em> Wir finden in der Apostelgeschichte, da\u00df die Apostel, da\u00df die \u00c4ltesten, da\u00df die Diakonen, da\u00df Evangelisten gepredigt haben, aber wir finden auch ausdr\u00fccklich bezeugt, da\u00df nach der Zerstreuung der Gemeine von Jerusalem, welche auf Stephani Tod folgte, alle zerstreuten Christen gepredigt haben. Und so, meine Freunde, sollte es sein. Den letzten Befehl des Herrn sollten alle erf\u00fcllen, welche das Amt der Vers\u00f6hnung haben, aber nicht blo\u00df sie, sondern alle, welche mit Heiden zusammentreffen. Die Diener des Herrn sollten dem Herrn die verlorenen Schafe suchen helfen, aber auch die ihm nicht im heiligen Amte dienen, sollten wie in den ersten Zeiten von Lieb und Sehnsucht nach dem Heile der Welt gedrungen werden, den Heiden das Evangelium zu sagen. So gut in den ersten Zeiten nach dem Zeugnis der alten Schriftsteller viele Christen ihre H\u00e4user und Habe verlie\u00dfen und den Heiden die einfache Predigt des himmlischen Reichs und die heiligen Evangelien brachten; so gut ihre br\u00fcnstige Liebe von dem Herrn mit str\u00f6mendem Segen f\u00fcr ihre Arbeit erwidert wurde; eben so gut k\u00f6nnten auch jetzt fromme J\u00fcnger Christi mit dem sch\u00f6nsten Gelingen f\u00fcr gleiche Aufopferung gesegnet werden. Das einfache Evangelium von den Thaten des gro\u00dfen Gottes in Christo Jesu, die heiligen Evangelien den Heiden zu bringen, dazu h\u00e4tten auch unter unserm Volke viele Erkenntnis und Bef\u00e4higung genug. Aber, m. Fr., hier liegt die gro\u00dfe S\u00fcnde der Christenheit. Alle Christen sollten, was sie hei\u00dfen, allewege, also auch auf Reisen sein, und wenn sie in der Heiden Landen anwesend sind und reisen, sollten sie es auch da sein und erkennen, da\u00df da, wo des Herrn Name nicht gepredigt ist, jeder Gl\u00e4ubige zum Prediger werden soll von Gottes wegen. Wir wollen nicht einmal sehr darauf dringen, da\u00df man reisen sollte, um die Heiden aufzusuchen und sie zu erleuchten: in unsrer Zeit ist ohnehin Reisen etwas viel leichteres, als ehedem und wenn nur alle diejenigen, welche aus andern Gr\u00fcnden, als aus Gehorsam gegen das Gebot des Herrn reisen, th\u00e4ten was sie sollen, wie ganz anders w\u00fcrde es stehen. Bald ist kein Land mehr, wohin der Europ\u00e4er, der Amerikaner nicht dr\u00e4nge, kein Volk mehr, welches nicht um des Handels willen aufgesucht w\u00fcrde. Ist\u2019s denn von Christi Gliedern zu viel verlangt, da\u00df der Herr, ihr Haupt, in allen Landen, unter allen V\u00f6lkern von ihnen gepriesen werden soll, Er, durch den sie andere V\u00f6lker so weit \u00fcberragen? Kann denn der Kaufmann, der Gelehrte, der Seefahrer und Schiffsmann, der Krieger, \u2013 k\u00f6nnen diejenigen, welche irdischen Berufes willen die Inseln des Oceans und die fernsten K\u00fcsten betreten, so gar ihres Berufes vergessen, <em>aller Kreatur<\/em> zu predigen? Sie kommen zu aller Kreatur auf Erden, sie sehen, was f\u00fcr ein Elend unter denen ist, die Christum nicht kennen, die besseren unter ihnen seufzen, da\u00df in den Landen, wo sie verweilen, keine Diener des Evangeliums sind und es f\u00e4llt ihnen gar nicht ein, da\u00df sie das Elend in der N\u00e4he schauen, um es nach Kr\u00e4ften selbst zu mildern. Ach, wenn alle die, welche unter den Heiden leben, th\u00e4ten, was sie k\u00f6nnten, um den Heiden das Evangelium bekannt zu machen, es w\u00fcrde bald anders werden und die gerechte Klage, da\u00df nicht genug zum Heile der Heiden geschehe, w\u00fcrde verstummen. Was wird der Herr, der zu allen Sein letztes Wort gesprochen hat, einst zu denen sagen, die eine Heidenseele, eine Kreatur ohne die Predigt des Evangeliums gelassen haben, da sie doch h\u00e4tten irgendwie predigen k\u00f6nnen! Wie wird der Herr dermaleins mit allen sprechen, welche nur Seine Segnungen, nicht aber seine Gebote f\u00fcr eine allgemeine Angelegenheit seiner Christenheit erkannten! Wie oft hebt man hervor, da\u00df das Priesterthum des neuen Testamentes ein allgemeines sei, wenn es gilt, damit ein Recht zu behaupten, und wenn es die Pflicht gilt, vergi\u00dft man es! La\u00dft uns, Br\u00fcder, an unsre Brust schlagen und unsre Schuld bekennen. Wollen wir den festen Entschlu\u00df fassen, wohin Gott uns in unserm Berufe f\u00fchrt, den Namen des Herrn nicht zu verleugnen, sondern \u00fcberall ihn zu bekennen, wo es Segen bringen kann. Wollen wir unsre Kinder von ihren seligen Pflichten unterrichten, dermaleins \u00fcberall, wo es Noth thut, den Namen des Herrn anzurufen, und alles anwenden, was in unserer Macht steht, um dem Grundsatz die Geltung zu verschaffen, die ihm geb\u00fchrt, \u2013 dem Grundsatz nemlich, da\u00df alle zur Predigt des Evangeliums pflichtig seien, die an Orten leben, wo ihn niemand predigt. \u00abWo diese schwiegen, m\u00fc\u00dften die Steine schreien,\u00bb sagt der Herr: es sei unsre Sache, zu verh\u00fcten, da\u00df, so weit unsre Stimme reicht, der stummen Kreatur das laute Zeugnis nicht zugeschoben werde. Der Gott, welcher im ersten Kapitel der Apostelgeschichte nur den Aposteln verhei\u00dft, da\u00df sie den heiligen Geist empfangen sollen, \u2013 im 11. Cap. aber dem heil. Petrus zeigte, da\u00df auch Heiden wie Cornelius in die Verhei\u00dfung eingeschlossen seien, Er, der seine Segnungen \u00fcber alle verbreitet, zeige uns die unumst\u00f6\u00dfliche Wahrheit immer klarer, da\u00df auch sein letztes Gebot allen gegeben sei, die nur irgend in den Fall kommen k\u00f6nnen, es zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber allerdings, die meisten von uns gehen nicht zu den Heiden, k\u00f6nnen auch nicht gehen, weil ein von dem Herrn gegebener Beruf sie in den Grenzen der Heimat fest h\u00e4lt: wir k\u00f6nnen meistens die Liebe, die nicht ruhen kann, sondern f\u00fcr andere sorgt, nur an denen \u00fcben, die wir in der N\u00e4he haben, und das sind keine Heiden. Darum k\u00f6nnten wir uns f\u00fcr unberufen und ausgeschlossen halten vom letzten Befehle Christi. Zwar sind wir ein Leib mit denjenigen, welche zu den Heiden gehen, \u2013 und des Leibes Werke sind allen Gliedern zuzurechnen. Was wir daheim thun, thun wir auch im Sinne und Gehorsam derer, die abwesend sind, und was die Heidenprediger verrichten, ist zugleich in unserm Sinne gethan. Die verschiedenen zeitlichen Berufsarten, Gaben und Werke der Christen sind ein zusammenhaltendes Gotteslob, an dem jeder seinen Theil hat. Nichts desto weniger gibt es doch Werke, die allen befohlen sind, von welchen darum niemand losgesprochen oder ausgenommen ist, die nicht einzelnen Berufsarten gegeben sind und von besonderen Gaben abhangen \u2013 und gerade die Sorge f\u00fcr die Heiden ist ein solches Werk, das allen geboten ist, an welchem allen gleichviel gelegen sein mu\u00df, weil es sich von der Vollendung des Leibes, der Kirche Christi, um das Kommen Jesu Christi zur ewigen Hochzeit und den Beginn des ewigen Lebens handelt. K\u00f6nnen wir nicht alle gehen und predigen, so w\u00fcrde es uns doch sehr schmerzlich sein, zur Herbeibringung der Glieder Christi, die noch kommen sollen, nichts zu thun und keinen Theil haben zu k\u00f6nnen gerade an dem gr\u00f6\u00dften Werke der letzten Stunde. St. Jakobus spricht vom \u00abSeligsein des Christen in seiner That\u00bb \u2013 und es ist gewis eine besondere Seligkeit, die ein Christenherz inne wird, wenn es ein Werk vollbringen darf, welches zur Ehre Christi, zum Heil der Welt, zur Herbeif\u00fchrung des Endes so n\u00f6thig und vom Herrn gesegnet ist. St. Paul sagt, da\u00df er \u00abseinen Lauf vollende mit <em>Freuden,\u00bb<\/em> er sagt es im Bewu\u00dftsein eines t\u00e4glichen Sterbens und Aufgeopfertwerdens um Christi willen und um der Heiden willen: sollte denn unser Lauf so gar verschieden sein von dem Laufe Pauli, da\u00df wir auch nicht einen Tropfen jener Freude genie\u00dfen k\u00f6nnten, die in der Aufopferung zum Heile der Heiden liegt? Wir <em>k\u00f6nnen<\/em> doch nicht in Christo leben, ohne f\u00fcr das g\u00f6ttliche Wachsthum seines Leibes und die Ausbreitung seines Reiches mitzusorgen! Wir k\u00f6nnen, so wahr wir Christen sind, nicht stumm, thatlos und tr\u00e4ge dem Eifer anderer zusehen und all unser Verlangen nach der Heiden Heil in unfruchtbare Seufzer aufl\u00f6sen lassen. Was Gott verbunden, kann kein Mensch scheiden und keiner darf es: in Christo leben und f\u00fcr seines Reiches Mehrung ein br\u00fcnstiges Verlangen, das hat Gott verbunden, wer das von einander scheidet, scheidet sich selber von der rechten Liebe Christi und ergibt sich in eine innere Abgeschiedenheit der Seele, in eine Selbstzufriedenheit, die den Samen eines schrecklichen Selbstbetrugs, ja eines geistlichen Todes in sich tr\u00e4gt. Denn ein Christ kann nicht allein sein, nicht an sich und seiner Seligkeit genug haben, weil er zur Gemeinschaft der Heiligen geboren ist. Was k\u00f6nnen wir also zur Erf\u00fcllung des letzten Befehles Christi thun, wir, die wir daheim sind?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dreierlei Opfer benennt uns die Heilige Schrift, welche uns \u00fcbrig geblieben sind, nachdem uns Christus durch sein ewiges Opfer vers\u00f6hnt hat. Zur Darbringung dieses dreifachen Opfers haben wir die priesterliche W\u00fcrde in unserer Taufe empfangen und wir geh\u00f6ren zum priesterlichen Geschlechte, weil wir diese Opfer dem Herrn darbringen d\u00fcrfen. Erstens geben wir unsre Leiber Gott zum Opfer in Reinigkeit und Keuschheit, in Arbeit und Leiden, \u2013 zweitens bringen wir ihm unsre Seelen im Gebete dar samt Danksagung und Lobgesang, \u2013 und endlich \u00fcbergeben wir ihm unsre G\u00fcter und unsre Habe. Diese drei Dinge nennt der Apostel Opfer, zu allen dreien werden wir vermahnt, da\u00df wir sie allewege darbringen f\u00fcrs Heil der Welt. Die Prediger, welche unter den Heiden arbeiten, bringen dem Herrn im Gesch\u00e4fte der Heidenbekehrung dies dreifache Opfer: ihren Leib, ihre betende Seele, ihr Hab und Gut, sie behalten nichts \u00fcbrig und werden arm um Christi willen, und das ist die Herrlichkeit ihres Lebens und der Rauch ihres Opfers ist angenehm vor Gott. Unsre Leiber k\u00f6nnen wir dem Herrn im Werke der Heidenbekehrung nicht aufopfern, da wir bereits auf den Alt\u00e4ren des uns gewordenen Berufes unsre Zeit und Kraft dem Herrn gewidmet haben; aber die Opfer des Gebets und unserer zeitlichen G\u00fcter k\u00f6nnen auch wir zur F\u00f6rderung des edelsten Liebeswerkes, das den Heiden zum Heile vollbracht wird, darbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da haben wir, geliebte Br\u00fcder, den uns vorgezeichneten Weg zur Erf\u00fcllung des letzten Befehles Christi. Betet, betet, und auf die Alt\u00e4re des angebeteten Gottes leget dar die Opfer eurer zeitlichen G\u00fcter und Gaben, je nach dem Verm\u00f6gen und guten Willen, welche der Herr darreicht. Eure Gebete h\u00f6ret und erh\u00f6ret Jesus Christus, der Hirte der Schafe, der je nach kundgewordener Sehnsucht des menschlichen Geschlechtes das Heil der Verlorenen mehrt. Betet also! Und die Opfer eurer zeitlichen G\u00fcter \u00fcbergebet dem Herrn. Gleichwie die Gaben, welche St. Paulus f\u00fcr die armen Christen in Jud\u00e4a sammelte, Gott ein Opfer und s\u00fc\u00dfer Geruch waren, so werden auch eure Gaben dem Herrn angenehm sein, wenn sie als wirkliche Opfer erl\u00f6ster Seelen gegeben werden, die reich geworden in Christo Jesu, ihre Freude dran finden, arm zu werden um Gottes willen und dem, von dem sie alles haben, auch alles wieder heim zu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betet, Br\u00fcder, \u2013 betet allerdings in euern Kammern und macht es zu einer stehenden Bitte, zu einer nie verl\u00f6schenden Flamme des Gebetes, den Herrn um seines Reiches Zukunft und um die Vollendung seiner h. Kirche zu bitten. Aber vergesset auch nicht, da\u00df es ein sch\u00f6neres und seligeres Gebet gibt, als das im K\u00e4mmerlein! Wenn uns der h. Apostel befiehlt, zu thun Bitte, Gebet, F\u00fcrbitte und Danksagung f\u00fcr alle Menschen, wenn er den M\u00e4nnern befiehlt, heilige H\u00e4nde aufzuheben ohne Zweifel, so befiehlt er das <em>gemeinschaftliche<\/em> Gebet der Gl\u00e4ubigen in den kirchlichen Versammlungen. Das ist eine unaussprechliche Seligkeit der Gemeinen Christi, sich in Seinen H\u00e4usern zum Gebete versammeln zu d\u00fcrfen, da eins zu werden um was sie bitten wollen, alle f\u00fcr einen, einer f\u00fcr alle zu ihrem gn\u00e4digen K\u00f6nig zu beten. Da empfindet man, was die Gemeinschaft der Gl\u00e4ubigen ist, da wird man einen Vorschmack jenes Lebens inne, wo alle Engel samt allen Geistern der vollendeten Gerechten in sicherster Zuversicht, in v\u00f6lligster Hingabe an den Herrn Herrn bitten, was Er selbst will. Wer wissen will, was die heilige Kirche, was Gemeinschaft der Heiligen sei, der achte auf das Gebet der Gemeine und nehme Theil daran, der lerne und erfahre, was es sei: damit ist er gewi\u00df in einer Schule der heiligsten, innigsten Liebe und seine Seele wird weit und gro\u00df werden, Bruderliebe und gemeine Liebe zu \u00fcben. Wenn wir zusammen beten, da sind wir ein priesterliches Volk, da sind wir gro\u00df, da beginnen wir wieder zu werden, was wir im Anfang waren, Herren aller Dinge zur Ehre Gottes des Vaters, zum Segen der Welt. Da bekommt der Geist wieder Macht \u00fcber alles Leibliche, da regieren wir mit Christo Jesu, da sind wir unsers Wandels und Anrechts an der himmlischen Stadt der erl\u00f6sten, starken Geister Gottes gewi\u00df. Sehet Act. 4., wie man zusammen beten mu\u00df, und wie sich der Erdboden unter der betenden Gemeine von Jerusalem bewegt! Denket daran, wenn ihr im Hause des Herrn zusammenkommet \u2013 und weil ihr nicht hinausgehen und den Heiden predigen k\u00f6nnet, so werdet eins und entschlie\u00dfet euch, dem Herrn in gemeinsamen Gebeten seine Verhei\u00dfungen f\u00fcr die Heiden vorzuhalten und prediget in kindlichem Flehen dem Herrn Herrn von seinem gn\u00e4digen Willen und der Offenbarung Seiner Hirtenliebe, auf die wir warten. Das, meine Freunde, sind die seligsten Missionsstunden, wenn man in den Kirchen zusammen f\u00fcr das Heil der Heiden betet, \u2013 und solche Stunden haben wir bereits, d\u00fcrfen sie nicht erst gewinnen. Wir kennen die Gebete, die in unsern Versammlungen gebetet werden. Wir wissen, wenn im \u00f6ffentlichen Gebete die Bitte kommt f\u00fcr die Diener und H\u00f6rer des Wortes, die Gott in Seine Ernte senden wolle und die er allbereits gesandt hat. Auf den Augenblick, wo diese Bitte erschallt, harre die Gemeine, die allen Heiden Heil und Frieden w\u00fcnscht, \u2013 und wenn sie nun erschallt, da wollen wir die Worte mit dem Feuer unsers Herzens durchstr\u00f6men, und das Opfer unsrer Lippen f\u00fcr der Heiden Heil dem Herrn mit hei\u00dfer Inbrunst darbringen \u2013 und der Herr wird die kurze, aber volle Bitte, die wir einm\u00fcthig und einhellig thun, aufnehmen in Gnaden, und wir selbst werden sp\u00fcren, da\u00df wir in kurzer Frist eine gro\u00dfe und heilige, eine m\u00e4chtige, heilsame That gethan haben. \u2013 Und wenn wir einmal gehindert sind, liebe Br\u00fcder, im Hause des Herrn zum gemeinen Gebete gegenw\u00e4rtig zu sein: wir kennen die Zeit, wo sich die Gemeine versammelt, und den Ton der Betglocke, welcher allen Abwesenden andeutet, da\u00df die heilige Versammlung das Gebet des Hochgelobten betet, welche alle Abwesenden aufruft, in ihren Gesch\u00e4ften stille zu stehen und im Geiste sich mit der Versammlung zu vereinigen. Das Zeichen komme uns niemals unverstanden, jedesmal ersehnt, und wir wollen heute eins werden, wir seien in, wir seien au\u00dferhalb der Kirche, beim Schalle der Betglocke das heiligste Gebet auch als ein Opfer f\u00fcr die Heiden darzubringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thun wir das, meine Br\u00fcder, beten wir, lernen wir mit einander beten, lernen wir die selige Gemeinschaft des Gebetes kennen, \u00fcben und pflegen wir das kirchliche Gebet f\u00fcr die Heiden, dann bleiben die Gaben und irdischen G\u00fcter nicht aus, welche wir auf die Alt\u00e4re Gottes zum Heile der Heiden niederlegen sollen. Wenn das Herz voll Gebetes ist, bleibt die Hand nicht ohne Gabe und selbst der Arme wird zuweilen sein Scherflein finden, dessen Gabe Jesus sieht und lobt. Die da ernstlich beten, werden im Geringeren nicht minderen Ernst beweisen. Beten ist eine gr\u00f6\u00dfere That als Geben; es ist nicht m\u00f6glich, da\u00df einer beten k\u00f6nnte, ohne zu geben. Ein betend Herz kennt den wahren Reichthum und hat Freude daran, um Christi willen arm zu werden, welcher selbst arm geworden ist, um viele reich zu machen. Der, welcher Seinen heiligen Geist in unser Herz gibt, auf da\u00df er uns beten lehre, schenkt uns denselben Geist auch dazu, da\u00df wir frei werden von der Sclaverei des irdischen Besitzes und dem Herrn mit allem dienen, was wir haben und verm\u00f6gen. Wer beten kann, w\u00fcrde gerne all seine Habe an ein Glas Narden wenden f\u00fcr Jesu Haupt; wie sollt er sie nicht anwenden zum Opfer, das dem Herrn ein s\u00fc\u00dfer Geruch und im Trostbecher aller Heiden ein Tropfen werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wenn es werden w\u00fcrde: wenn alle Christen ihre Pflicht darin erkennen und ihre Lust darin finden w\u00fcrden, den letzten Befehl des Herrn zu vollbringen; wenn jeder entweder ein Evangelist oder ein opfernder Priester zum Heile der Heiden w\u00fcrde: dann w\u00fcrde gute Zeit werden auf Erden und der Segen Abrahams w\u00fcrde mit Macht \u00fcber die Heiden kommen. Ob es aber schon nicht allgemein so werden wird, so m\u00fcsse es doch also werden im Kreise der Heiligen des Herrn, und die Deinen, o Herr Jesu, la\u00df also thun. Ihr Leib, ihre Seele, ihr Hab und Gut sei Dein. Opfernd und im best\u00e4ndigen, heiligen Dienste la\u00df uns leben und sterben. An Deinen Alt\u00e4ren la\u00df uns wohnen und bleiben: da g\u00f6nne den irrenden Schwalben ihr Nest, bis wir von dannen fliegen und zu den Deinigen kommen und Dir ewiglich Opfer und Anbetung bringen mit allen erl\u00f6seten Heiden aus allen Landen und aus allen V\u00f6lkern. Wer das begehrt, der spreche: Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Predigt am Missionsfest zu N\u00fcrnberg am 17.6.1847, gehalten von W. L\u00f6he, Pfarrer zu Neuendettelsau. N\u00fcrnberg, in der Joh. Phil. Raw\u2019schen Buchhandlung 1847<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die urspr\u00fcngliche Rechtschreibung wurde weitgehend belassen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt das Evangelium aller Kreatur! (Mk 16,15) Ein kurzes Wort, aber ohne Zweifel eben so gro\u00df und majest\u00e4tisch als kurz; gro\u00df und majest\u00e4tisch nicht blo\u00df, weil es von dem gro\u00dfen K\u00f6nig unmittelbar vor seiner Auffahrt zu dem ewigen Throne gesprochen wurde, sondern auch weil es so voll gewaltigen Inhalts ist. 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