{"id":10911,"date":"2014-05-31T09:03:36","date_gmt":"2014-05-31T07:03:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10911"},"modified":"2014-05-31T09:04:42","modified_gmt":"2014-05-31T07:04:42","slug":"die-zukunft-israels-im-licht-der-johannesoffenbarung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10911","title":{"rendered":"Die Zukunft Israels im Licht der Johannesoffenbarung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>I\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Ann\u00e4herungen an das Buch der Offenbarung Jesu Christi<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Buch der Offenbarung Jesu Christi hat der Christenheit von Anfang an M\u00fche gemacht. Erst im 4. Jahrhundert setzte sich das Buch als kanonisch durch (367 wurde es in einem Rundschreiben des Kirchenvaters Athanasius in die Liste der neutestamentlichen B\u00fccher aufgenommen). Verschiedene Auslegungsans\u00e4tze stehen bis heute in Konkurrenz. Die zeitgeschichtliche Auslegung interpretiert das Buch aus den Verh\u00e4ltnissen der christlichen Gemeinde im ersten Jahrhundert. Die kirchengeschichtliche Auslegung sieht in den sieben Sendschreiben Epochen der Kirchengeschichte vorgeschattet. Die bundestheologische Auslegung (Dispensationalismus, von engl. dispensation = Zuteilung, Haushaltung, Zeitalter) erkennt in der Offenbarung eine Weissagung vom endgeschichtlichen Schicksal der Gemeinde und des Volkes Israel. Und f\u00fcr die endgeschichtliche Auslegung liegt das ganze Offenbarungsbuch oder zumindest ab Kap. 4 noch in der Zukunft. Alle vier Grundtypen werden oft in Mischformen vertreten, so dass wir eine F\u00fclle ganz unterschiedlicher Auslegungen vorfinden.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Beobachtungen am Text des Offenbarungsbuchs haben mich zu einer konsequent eschatologischen und israelbezogenen Auslegung gef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstens will die Offenbarung zu einer bestimmten Personengruppe, den \u201eKnechten Gottes\u201c sprechen (1,1). Sie werden in den sieben Sendschreiben zur Treue und Geduld aufgerufen. Ihnen werden bestimmte Verhei\u00dfungen gegeben, die alle mit dem Neuen Jerusalem zusammenh\u00e4ngen. Sie werden schlie\u00dflich am Thron des Lammes in Ewigkeit dienen und mit dem Lamm ewig regieren (22,3). Wer sind diese \u201eKnechte Gottes?\u201c Wir wissen aus dem A.T., dass Knecht bzw. Diener Gottes ein j\u00fcdischer Ehrentitel ist. Schon Mose soll dem Pharao sagen, dass Israel Gottes Erstgeborener ist und dass Gott will, dass dieses Volk ihm <em>diene<\/em> (2 Mose 4,22f). In Jes 41,8f steht es explizit: \u201eDu aber, Israel, mein Knecht,\u2026, ich erw\u00e4hle dich und verwerfe dich nicht\u201c. Auch Paulus als Jude kann sich \u201eKnecht Gottes\u201c nennen (Tit 1,1).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe mich gefragt, ob dieser Ehrentitel auch auf die Gemeinde angewendet wird, und ich habe festgestellt, dass unser Ehrentitel als Nachfolger Jesu aus den V\u00f6lkern \u201eKinder Gottes\u201c ist. Die geistliche Neugeburt versetzt Christen in den Status der Gotteskindschaft und macht sie zu Erben der himmlischen Herrlichkeit (R\u00f6m 8,17; 1 Petr 1,4). Wenn die Offenbarung zu \u201eKnechten Gottes\u201c redet, dann meint sie offensichtlich Angeh\u00f6rige des Volkes Israel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens bezeugt Johannes, dass er in den \u201eTag des Herrn\u201c versetzt wurde (1,10). Der \u201eTag des Herrn\u201c ist ein ebenfalls durch das A.T. festgelegter Begriff. Vor allem Jesaja, Joel, Amos, Zephania sprechen von diesem Tag &#8211; den man sich nicht als einen 24 Std.-Tag vorstellen darf &#8211; immer im Zusammenhang furchtbarer endgeschichtlicher Geschehnisse. Genau solche Ereignisse schaut Johannes im Hauptteil seines Buchs. Es geht also nicht um Zeitgeschichte oder Kirchengeschichte, sondern um Endgeschichte. Offb 1,7 richtet die Blicke auf das Himmel und Erde umspannende Gro\u00dfereignis der Wiederkunft Christi. \u201eSiehe, er kommt mit den Wolken\u201c. Auf dieses Ereignis warten alle Himmelsbewohner und die ganze belebte Kreatur, wie wir es in Offb 5 erleben. Auf dieses Ereignis warten aber auch wir als Gemeinde Jesu, denn wir wissen, dass der wiederkommende Herr uns verwandeln und in unsere himmlische Heimat und Staatsb\u00fcrgerschaft versetzen wird, egal ob wir dann leben oder gestorben sind (Phil 3,20f). Und auf dieses Ereignis werden dann auch die \u201eKnechte Gottes\u201c warten, diejenigen von Israel, die berufen sind, am Thron des Lammes ewig zu dienen. Erst eine endgeschichtliche, eschatologische Auslegung der Offenbarung vermag die umfassende Bedeutung der Wiederkunft Jesu f\u00fcr Himmel und Erde, f\u00fcr die Gemeinde und f\u00fcr Israel herauszustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unverzichtbare \u201eAugen\u00f6ffner\u201c f\u00fcr die Auslegung der Offenbarung sind aus der Bibel vor allem das Buch Daniel und die Endzeitrede Jesu, vor allem in der Matth\u00e4usfassung Mt 24 und 25. An Literatur m\u00f6chte ich nennen Ethelbert Bullinger, Die Apokalypse oder der Tag des Herrn (deutsch erschienen 1904) sowie die Auslegungen von Heinrich Langenberg und August Fuhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>II\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die doppelte Berufung Israels zum Segensvolk f\u00fcr die Nationen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir die Aussage in R\u00f6m 11,29 ernst nehmen, dass Gottes Gaben und Berufung ihn nicht gereuen k\u00f6nnen, dann gilt es, \u00fcber Israels Berufung sorgf\u00e4ltig nachzudenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber vorher wollen wir eine grunds\u00e4tzliche Frage kl\u00e4ren. Warum und wozu beruft Gott \u00fcberhaupt Menschen, und warum beruft er dieses eine Volk Israel? Die Antwort: Weil Gott Liebe ist, will er segnen, und er sucht sich zu diesem Zweck Segenstr\u00e4ger. So handelt er in der Sch\u00f6pfung und in seinen gro\u00dfen Stiftungen, die er uns Menschen geschenkt hat, in der Ehe und in der Gemeinde. In der Natur ist keine Zelle, kein Teil, kein Organ f\u00fcr sich selbst erschaffen. Alles hat dienende und segnende Funktion f\u00fcr das Ganze. In der Ehe beruft Gott den Mann zum Hauptsein, also zu liebender F\u00fcrsorge f\u00fcr seine Frau und Familie, und er beruft die Frau zum Beistand und zur St\u00fctze (\u201eHilfe\u201c) ihres Mannes. In der Gemeinde beruft Gott Gemeindeglieder, die andere leiten, begleiten, st\u00e4rken, ermahnen und aufrichten. Genauso handelt Gott auch in seinen gro\u00dfen Heilspl\u00e4nen. Er segnet die V\u00f6lker durch ein dazu berufenes Segensvolk, durch Israel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der ersten Berufung Israels bestimmt Gott Abraham und das aus ihm hervorgehende Volk zum Segensvolk f\u00fcr die Menschheit. \u201eIn dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden\u201c (1 Mose 12,3). Ein kleines, unbedeutendes, halsstarriges Volk wird eingesetzt zum Heil f\u00fcr die ganze Menschheit. Eine hochinteressante Strategie Gottes, die viele Fragen weckt. Wie will Gott diesen Plan umsetzen? Wann wird er das tun? Ist Gott mit seinem Plan schon ans Ziel gekommen? Manche sagen, dass Christus aus dem Volk Israel kam und dass Israel insofern schon zum Segen f\u00fcr alle Welt geworden ist. Aber in der Abrahamverhei\u00dfung ist ausdr\u00fccklich vom Volk Israel die Rede, das zum Segenstr\u00e4ger werden soll. Und dieses Ziel hat Gott noch nicht erreicht. Aber er wird es erreichen, die Offenbarung bezeugt es. Deswegen ist die Offenbarung unverzichtbar wichtig f\u00fcr jeden, der die Vollendung der gro\u00dfen Pl\u00e4ne Gottes studieren will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann die zweite Berufung. Am Sinai erkl\u00e4rt Gott seinem Auserw\u00e4hlungsvolk feierlich: \u201eWerdet ihr meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen V\u00f6lkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein K\u00f6nigreich von Priestern und ein heiliges Volk sein\u201c (2 Mose 19,5f). Auch hier k\u00f6nnte man sagen, dass sich diese Verhei\u00dfung im N.T. erf\u00fcllt hat, denn Petrus hat ja die Christenheit in eben diese Funktion eingesetzt, eine \u201ek\u00f6nigliche Priesterschaft\u201c und ein \u201eheiliges Volk\u201c zu sein (1 Petr 2,9). Aber die Berufungsgeschichte in 2 Mose 19 erkl\u00e4rt ausdr\u00fccklich die \u201eKinder Israel\u201c zu den Empf\u00e4ngern der Verhei\u00dfung. Und <em>diese<\/em> Berufung hat sich noch nicht erf\u00fcllt. Wer wollte behaupten, dass das j\u00fcdische Volk heute aus heiligen Priestern besteht, die \u00fcber die V\u00f6lker regieren? Nein, so weit ist die Zeit noch nicht. Aber sie wird kommen, auch das bezeugt die Offenbarung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer diese beiden gro\u00dfen Berufungsgeschichten Israels f\u00fcr abgeschlossen und als in der Gemeinde erf\u00fcllt ansieht, nimmt ihren Wortlaut nicht ernst. Sie greifen weiter. Die gro\u00dfe Zeit Israels liegt nicht in der Vergangenheit und Gegenwart, sondern in der Zukunft. Die Offenbarung ist das einzige apostolische Buch, das \u00fcber die endgeschichtliche und endg\u00fcltige Zukunft Israels Aufschluss gibt, angefangen bei der gro\u00dfen Bedr\u00e4ngniszeit bis \u00fcber die Wiederkunft Jesu und seine Gerichtsakte hin zur Bestimmung Israels in der neuen Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>III\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das vor\u00fcbergehende \u201eBeiseitegesetztwerden\u201c und die schlie\u00dfliche Wiederannahme Israels<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allen, die sich eine eschatologische Neusch\u00f6pfung Israels zum Segenstr\u00e4ger und zu einer heiligen Priesterschaft nicht vorstellen k\u00f6nnen, kann man nur ein intensives Studium von R\u00f6m 9 bis 11 empfehlen. Dort entfaltet Paulus das vor\u00fcbergehende Verstockungshandeln Gottes an seinem Auserw\u00e4hlungsvolk und dessen schlie\u00dfliche Wiederannahme und Errettung. Da sie das Heil nicht \u00fcber das H\u00f6ren des Evangeliums und \u00fcber den Glauben an Jesus Christus suchen wollten, hat es Gott den V\u00f6lkern zugewendet und Israel auf diese Weise besch\u00e4mt. Aber daraus darf niemand den falschen Schluss ziehen, dass Israel nun von Gott verworfen w\u00e4re. Wer so denkt, dem antwortet R\u00f6m 11,20:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSei nicht \u00fcberheblich, sondern bedenke, dass du jederzeit wieder dein Heil verlieren kannst, wenn Du aus Gottes Gnade heraustrittst\u201c (R\u00f6m 11,20). Wenn Gott das Volk Israel eine Zeitlang beiseite setzt, dann kann er es auch jederzeit wieder in den \u00d6lbaum, d.h. in den Abrahamsegen einsetzen (R\u00f6m 11,23f). Wie er aus der geistlichen Verblendung Israels einen Segen f\u00fcr die V\u00f6lker gemacht hat, so kann er auch, wenn Israel zum Heil kommt, einen noch viel gr\u00f6\u00dferen Segen den Menschen zuteil werden lassen. \u201eWenn schon ihr Beiseitegesetztwerden (gr. <em>apobole<\/em>) der Welt die Vers\u00f6hnungsbotschaft gebracht hat, was wird dann ihre Wiederannahme (gr. <em>proslempsis<\/em>) anderes bewirken als die Auferstehung der Erl\u00f6sten zum ewigen Leben (w\u00f6rtlich: \u201eLeben aus Toten\u201c)?\u201c (R\u00f6m 11,15).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wann ist mit der Wiederannahme zu rechnen? Dar\u00fcber gibt Paulus eine klare Auskunft. Wenn Jesus wiederkommt zum Gericht. \u201eEs wird kommen aus Zion der Erl\u00f6ser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre S\u00fcnden wegnehmen werde\u201c (R\u00f6m 11,26f).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesen beiden Versen liegt zweifellos der H\u00f6hepunkt von R\u00f6m 9 bis 11. \u201eGanz Israel\u201c wird gerettet werden und Tilgung der Schuld empfangen, wenn Christus zum Zion kommt. Wie ist dieses \u201eganz Israel\u201c gemeint? Man muss hier die enge Entsprechung der Aussage \u00fcber die V\u00f6lker und \u00fcber Israel bedenken. Wenn die von Gott festgesetzte Zahl der Erl\u00f6sten aus den V\u00f6lkern erreicht ist, wird auch die von Gott festgesetzte Zahl aus dem Volk Israel das Heil empfangen. In beiderlei Hinsicht geht es nicht um eine Kompletterrettung, weder der V\u00f6lker noch Israels. \u201eGanz Israel\u201c meint die ganze von Gott gewollte Anzahl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Propheten des A.T., Jesus in seiner Endzeitrede Jesu und die Offenbarung geben uns n\u00e4heren Aufschluss \u00fcber dieses gewaltige Geschehen. Sach 13,8: nur ein dritter Teil des Volkes Israel wird die endgeschichtliche Bedr\u00e4ngniszeit \u00fcberleben. Dieser heilige \u00dcberrest wird dann den Namen des Herrn anrufen. Mt 24,15ff; Luk 21,20ff und Offb 12,14ff: dieser Rest, der dem Falschmessias widersteht, flieht an einen Bergungsort in der W\u00fcste, wo er von Gott versorgt wird, bis Christus kommt. Sach 12,10a: Wenn Christus erscheint, wird dieser bewahrte Rest \u201eden Geist der Gnade und des Gebets\u201c bekommen und Christus erkennen als den, den ihre V\u00e4ter dem Kreuzestod ausgeliefert haben. \u201eSie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben\u201c. Jes 53,3ff; Sach 12,10b; Offb 1,7: Dann werden sie \u00fcber ihre bisherige Blindheit klagen. \u201eEr war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn f\u00fcr nichts geachtet\u2026Wir hielten ihn f\u00fcr den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert w\u00e4re. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer S\u00fcnde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten\u201c (Jes 53,3-5). \u201eSiehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle St\u00e4mme des Landes\u201c (Offb 1,7).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Errettung \u201eganz Israels\u201c ist also n\u00e4her betrachtet ein umfassender Bu\u00dfakt derjenigen vom Volk Israel, die bis zur Wiederkunft Jesu an der Messiashoffnung festgehalten haben und nun den Geist der Gnade bekommen und eine innere Erneuerung erfahren. Die alten Verhei\u00dfungen, dass Gott einen neuen Bund mit Israel schlie\u00dfen wird (Jer 31,31ff; Hes 11,19 und 36,26), erf\u00fcllen sich. Aus dem steinernen Herzen wird ein fleischernes Herz. Israel wird nun ein heiliges Volk, das in Gottes Geboten wandelt. Und was Daniel geschaut hat, dass alle Macht \u00fcber die V\u00f6lker der Erde \u201edem Volk der Heiligen des H\u00f6chsten\u201c gegeben wird, kann nun eintreten (Dan 7,27). Das erneuerte Volk Israel ist nun ausgestattet f\u00fcr diese gro\u00dfartige Regierungsverantwortung in Gottes neuer Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>IV\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Ablehnung Israels durch die Welt und die \u201eGro\u00dfe Bedr\u00e4ngnis\u201c am Ende unserer Zeitrechnung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jede Auserw\u00e4hlung schafft Neid und Feindschaft. Es ist die S\u00fcnde im Menschen, die es nicht ertragen kann, dass andere anscheinend mehr Einfluss, K\u00f6nnen, Gl\u00fcck und Segen haben. Die Philister hassten Isaak, Saul hasste David, die Schriftgelehrten hassten Jesus, die Diaspora-Juden hassten Paulus. Immer richtet sich der Hass auf einen Auserw\u00e4hlten Gottes, der den Hassenden eigentlich Segen bringen sollte. Genauso ist das auch beim Volk Israel der Fall. Die Welt hasst Israel wegen seiner Auserw\u00e4hlung, weil sie nicht sieht, dass diese Auserw\u00e4hlung ihr zugute kommen soll. Seitdem Israel existiert, l\u00e4uft der Israelhass wie ein roter Faden durch die Weltgeschichte mit. Letztlich ist es Satan selbst, der die V\u00f6lker immer wieder gegen Israel aufwiegelt. Gott hat dieses Volk auserw\u00e4hlt, um die Menschheit zu segnen. Satan versucht, diesen Plan mit allen Mitteln zu hintertreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was uns in unserem Zusammenhang besonders interessiert, sind die biblischen Ank\u00fcndigungen, welche Formen der Israelhass in der Endgeschichte annimmt. Daniel, der Israelprophet schlechthin, spricht von einer \u201eZeit so gro\u00dfer Bedr\u00e4ngnis, wie sie noch nie gewesen ist\u201c (Dan 12,1). Es ist klar, dass er als Israelprophet ein israelspezifisches Geschehen meint. Jesus best\u00e4tigt in seiner Endzeitrede diese Zunahme des Judenhasses am Ende dieses \u00c4ons. Er weist darauf hin, dass die Bedr\u00e4ngnis eine doppelte Gestalt haben wird, Verfolgung und Verf\u00fchrung. \u201eSie werden Euch der Bedr\u00e4ngnis preisgeben und euch t\u00f6ten. Und ihr werdet meinetwegen gehasst werden von allen V\u00f6lkern\u201c (Mt 24,9). Das ist die Ank\u00fcndigung massiver Judenverfolgung. \u201eEs werden sich falsche Propheten erheben und werden viele verf\u00fchren\u201c (Mt 24,11), und \u201ees werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und gro\u00dfe Zeichen und Wunder tun\u201c (Mt 24,24). Das ist die Ank\u00fcndigung raffiniertester Verf\u00fchrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Offb 13 tauchen diese beiden Begriffe wieder auf in Gestalt des falschen Christus und des falschen Propheten. Beide Gestalten treten am Ende des jetzigen \u00c4ons mit Zeichen und Wundern auf. Die erste, der falsche Christus, das \u201eTier aus dem Meer\u201c, bezieht seine Macht unmittelbar vom Drachen, also von Satan. Er stirbt an einer t\u00f6dlichen Wunde und kommt erneut auf die Erde, und zwar aus dem Abgrund (Offb 17,8). Er ist also die Verk\u00f6rperung einer d\u00e4monischen Gestalt, kein nat\u00fcrlicher Mensch. Er ist der von Jesus angek\u00fcndigte falsche Christus (Joh 5,43), der dreieinhalb Jahre das Volk Israel verfolgen und verf\u00fchren wird. Er wird gegen die Heiligen k\u00e4mpfen und sie \u00fcberwinden (Offb 13,7). Viele Juden, die sich nicht verf\u00fchren lassen, werden dann den M\u00e4rtyrertod sterben. Die andere Gestalt ist der falsche Prophet, das \u201eTier aus der Erde\u201c, der durch massive Wunderzeichen, Einsch\u00fcchterung und Wirtschaftsterror viele vom Volk Israel zum Abfall f\u00fchren wird. Ersch\u00fctternd ist Offb 14,9ff, wo w\u00e4hrend dieser Bedr\u00e4ngniszeit ein Engel mit gro\u00dfer Stimme die Juden warnt, dem falschen Christus zu folgen und ihn anzubeten. Schlimmste Strafen werden angedroht. In Offb 16,2 werden diese Strafen dann an den Abgefallenen ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201eGro\u00dfe Bedr\u00e4ngnis\u201c ist also zun\u00e4chst eine relativ kurze, wahrscheinlich dreieinhalbj\u00e4hrige israelbezogene Verfolgungs- und Verf\u00fchrungszeit. Allerdings beschreibt die Offenbarung das erste Tier mit sieben H\u00e4uptern und zehn H\u00f6rnern. Das deutet auf eine weltweite machtpolitische Vernetzung des falschen Christus hin. Offensichtlich findet er f\u00fcr seinen Kampf gegen das j\u00fcdische Volk gen\u00fcgend Vasallen in der Welt. Insofern bekommt die \u201eGro\u00dfe Bedr\u00e4ngnis\u201c eine globale Dimension. Nach Offb 16,12ff gelingt es dem Falschmessias, V\u00f6lkerheere im Land Israel zusammenzuziehen. Die weltgeschichtliche Perspektive von Ps 2 erf\u00fcllt sich. Die \u201eK\u00f6nige der Erde lehnen sich auf und die Herren halten Rat miteinander wider den Herrn und seinen Gesalbten\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das j\u00fcdische Volk wird sich in dieser Notzeit spalten. Die Offenbarung gebraucht f\u00fcr die beiden Volksteile die Begriffe \u201eFrau\u201c und \u201eHure\u201c. Die \u201eFrau\u201c sind diejenigen, die sich dem falschen Christus widersetzen. Wenn die Verfolgung und Verf\u00fchrung am schlimmsten ist, werden sie auf wunderbare Weise bewahrt und an einen Bergungssort gef\u00fchrt. Aus ihnen kommt eine besondere Widerstandsgruppe, die in der Offenbarung \u201eder M\u00e4nnliche\u201c genannt wird (Offb 12,5), j\u00fcdische M\u00e4nner, die f\u00fcr ihren Glauben an den wahren Messias ihr Leben lassen. Sie werden dann auf wunderbare Weise zu Gott entr\u00fcckt werden und zusammen mit Christus wieder auf die Erde kommen (Offb 7 und 19).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00fcbrigen Juden erliegen der Verf\u00fchrung durch den falschen Christus. Sie kooperieren mit ihm und verfolgen sogar ihre eigenen j\u00fcdischen Volksgenossen, so wie es Jesus vorhergesagt hat: \u201eViele werden abfallen und werden sich untereinander verraten und hassen\u201c (Mt 24,10). Die beiden Zeugen, wahrscheinlich Mose und Elia, die auf das bevorstehende Gericht hinweisen, finden kein Geh\u00f6r (Offb 11,3ff). Glaubensabfall wird biblisch als \u201eHurerei\u201c bezeichnet. Deswegen wird das Machtzentrum der Abgefallenen \u201eHure Babylon\u201c genannt. Sie geht am Ende der Bedr\u00e4ngniszeit auf dramatische Weise unter. Die im Heiligen Land versammelten V\u00f6lkerheere werden sie vernichten (Offb 17 und 18).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch diese V\u00f6lkerheere kommen um. Der wiederkommende Christus wird sie, genauso wie es Sacharja in Sach 14,12 geschaut hat, mit seinem Wort umbringen, das wie ein Schwert aus seinem Mund dringen wird (Offb 19,15.21). Die beiden \u201eTiere\u201c, der falsche Christus und der falsche Prophet, werden gefasst und in den Feuersee geworfen (Offb 19,17-20).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>V\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Knechte Gottes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sind die \u201eKnechte Gottes\u201c, an die Christus im Auftrag Gottes durch Vermittlung eines Engels und des Apostels Johannes die Offenbarung gerichtet hat? Eine fundamentale Frage, an der sich das Verst\u00e4ndnis dieses prophetischen Buchs entscheidet. Und was ist die Aufgabe und Berufung der Knechte Gottes in der letzten Zeit dieses \u00c4ons? Und ihre ewige Bestimmung?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Beantwortung gehe ich zun\u00e4chst in die sieben Sendschreiben, und zwar jeweils zu den Verhei\u00dfungen, die dort den \u00dcberwindern zugesprochen werden. Sie sollen erstens vom Baum des Lebens essen, d.h. sie werden wieder lebendig gemacht. Zweitens wird der zweite Tod ihnen nicht schaden, d.h. sie bekommen einen unzerst\u00f6rbaren Leib. Drittens empfangen sie eine himmlische Speise und einen neuen Namen. Viertens erhalten sie Gerichtshoheit \u00fcber die Nationen. F\u00fcnftens bekommen sie wei\u00dfe Priester und K\u00f6nigsgew\u00e4nder. Sechstens bekommen sie Wohn- und Bleiberecht im Neuen Jerusalem und siebentens d\u00fcrfen sie dort zusammen mit Christus die Menschheit auf der neuen Erde regieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle sieben Verhei\u00dfungen erf\u00fcllen sich im Buch der Offenbarung Jesu Christi. In Kap. 7 schaut Johannes eine gro\u00dfe Schar vor dem Thron Gottes stehen. Sie kommen aus dem Leid der gro\u00dfen Bedr\u00e4ngnis, und Gott wischt ihre Tr\u00e4nen ab, d.h. sie sind den M\u00e4rtyrertod gestorben und nun wieder lebendig gemacht (Offb 7,9-17). In Offb 20,4-6 erf\u00fcllt sich die Verhei\u00dfung des unzerst\u00f6rbaren Leibes. Die M\u00e4rtyrer werden gew\u00fcrdigt, als Priester 1000 Jahre am Gericht \u00fcber die Toten mitzuwirken. Die dritte Verhei\u00dfung (himmlisches Manna, neuer Name) erf\u00fcllt sich in Offb 7,16 und 19,12, wo die Heiligen gespeist werden und zusammen mit Christus, der einen neuen Namen tr\u00e4gt, auf die Erde kommen. Die verliehene Hoheit \u00fcber die Nationen \u00fcben die \u00dcberwinder aus, wenn sie zusammen mit Christus an den im Heiligen Land versammelten israel- und christusfeindlichen V\u00f6lkerheeren das Gericht vollziehen (Offb 19,14). Die wei\u00dfen Priestergew\u00e4nder werden ihnen im Himmel vor dem Thron Gottes gegeben (Offb 7,9.13; 19,14). Dann finden wir die \u00dcberwinder im Neuen Jerusalem wieder. Die gro\u00dfe Stimme vom Thron verk\u00fcndet ihnen, dass sie nun in Ewigkeit bei Christus wohnen d\u00fcrfen (Offb 21,3ff). Und schlie\u00dflich erf\u00fcllt sich die Verhei\u00dfung, dass sie mit Christus k\u00f6niglich regieren werden, in Offb 22,5.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Ergebnis halten wir fest: Die sieben Sendschreiben sind Ermahnungen und Ermutigungen f\u00fcr die bedr\u00e4ngten, auf Christus wartenden Juden in der Zeit der gro\u00dfen Bedr\u00e4ngnis, die wegen ihres Widerstands gegen den falschen Christus und falschen Propheten den M\u00e4rtyrertod erleiden. Sie werden damit zu \u00dcberwindern Satans. So sagt es die gro\u00dfe Stimme im Himmel nach dem Hinauswurf Satans \u201eSie haben ihn \u00fcberwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt, bis hin zum Tod\u201c (Offb 12,11). Diejenigen, die in diesem Sinn \u00fcberwinden, erhalten gro\u00dfartige Verhei\u00dfungen, deren Erf\u00fcllung Johannes im Laufe seiner Gesichte schaut. Die Knechte Gottes sind also j\u00fcdische M\u00e4rtyrer, das Buch der Offenbarung ist also ein M\u00e4rtyrerbuch. Nach Offb 7,1-8 sind es 144000 j\u00fcdische M\u00e4nner.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Woher kommen diese M\u00e4nner? Noch ein kurzer Blick auf Offb. 12. Hier steht in geheimnisvollen Andeutungen, woher diese M\u00e4rtyrer kommen. Sie werden unter Schmerzen von der \u201eFrau\u201c geboren, und der Drache, also Satan steht bereit, sie zu fressen. Die Frau ist der ganze auf Christus wartende Teil des Volkes Israel. Die M\u00e4rtyrerschar wird in Offb. 12 \u201eder M\u00e4nnliche\u201c genannt. Dieser merkw\u00fcrdige Ausdruck ist aus Jes 66,7 genommen. Dort schaut Jesaja, wie \u201eZion\u201c, also das fromme Israel, eine geheimnisvolle Sturzgeburt erlebt. \u201eEhe sie Wehen bekommt, hat sie geboren; ehe sie in Kindsn\u00f6te kommt, ist sie eines Knaben (=\u201cM\u00e4nnlichen\u201c) genesen\u201c. Im bedr\u00e4ngten Volk Israel wird es also in der letzten Zeit durch ein besonderes Eingreifen Gottes martyriumswillige M\u00e4nner geben. In Offb 14,4 wird erw\u00e4hnt, dass sie nicht verheiratet sind und dass in ihrem Mund keine L\u00fcge gefunden wird. Sie werden bereit sein, f\u00fcr ihre Hoffnung auf Christus zu sterben, und sie werden daf\u00fcr einen ganz besonderen himmlischen Lohn empfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>VI\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der k\u00fcnftige Segensdienst Israels an den Nationen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben gesehen, dass die 144000 Knechte Gottes, die M\u00e4rtyrerschar, eine besondere Gruppe aus dem Volk Israel darstellt. Ihr pl\u00f6tzliches Erscheinen ist r\u00e4tselhaft. Ihre Versiegelung, wie sie in Offb 7,1-8 geschildert wird, ist eine g\u00f6ttliche Aktion zur Wiederherstellung des 12-St\u00e4mme-Verbandes. Ihr Leben ist genauso vorbildlich wie ihr Mut, den Tod zu erleiden f\u00fcr den wahren Messias Jesus Christus. Und wir haben gesehen, dass die Offenbarung ihnen gro\u00dfartige Verhei\u00dfungen zuspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber was ist mit den anderen frommen Juden der endgeschichtlichen Zeit, die sich ebenfalls nicht beugen vor dem falschen Christus und falschen Propheten? Nach Offb 13,10 kommen etliche ins Gef\u00e4ngnis, nach 13,11ff m\u00fcssen sie wirtschaftliche Zwangsma\u00dfnahmen erleiden. Schon Jesus sprach in seiner Endzeitrede von Gerichtsverhandlungen (Lk 21,12ff) und Hungersn\u00f6ten (Mt 24,7). Diejenigen Juden, die sich dem Regime des falschen Christus widersetzen, werden Zielscheibe eines allgemeinen Hasses werden (Mt 24,9). Aber es wird auch Menschen aus den Nationen geben, die den verfolgten Juden beistehen. Das ist die Aussage des sehr unterschiedlich ausgelegten Abschnitts Mt 25,31-46. Jesus spricht dort von Menschen, die \u201eseinen geringsten Br\u00fcdern\u201c zu essen und zu trinken geben, sie bei sich zuhause aufnehmen, sie kleiden, sie versorgen, wenn sie krank sind und sie im Gef\u00e4ngnis aufsuchen. Und er f\u00fcgt hinzu \u201eWas ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Br\u00fcdern, das habt ihr mir getan\u201c (Mt 25,40). Solche Menschen, die sich w\u00e4hrend der Gro\u00dfen Bedr\u00e4ngnis um verfolgte Juden k\u00fcmmern, werden von Jesus \u201eGesegnete meines Vaters\u201c genannt. Gott wird sie in das ihnen vorbereitete Reich aufnehmen. Diejenigen aber, die sich an der allgemeinen Judenverfolgung beteiligen, werden dagegen zu ewiger Strafe verurteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am schlimmsten wird es denjenigen Juden gehen, die in Jerusalem und Jud\u00e4a wohnen, unmittelbar im Einflussbereich des falschen Messias. Jesus ermahnt sie in Mt 24,15ff dringend, in die Berge zu fliehen. Eine wunderbare g\u00f6ttliche Hilfe wird ihnen zuteil. Die Offenbarung spricht in ihrer Bildersprache davon, dass der \u201eFrau\u201c f\u00fcr dreieinhalb Jahre ein Bergungsort bereitet ist, wo sie vor dem Zugriff Satans sicher ist und auf Christus warten kann (Offb 12,6.13-16).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es f\u00e4llt auf, dass Jesus im Zusammenhang seiner Endzeitreden immer wieder zur Wachsamkeit aufruft. Er erinnert an die Tage Noahs vor der Flut, als niemand an eine m\u00f6gliche Flutkatastrophe dachte (Mt 24,37-39). Er fordert auf zum f\u00fcrsorglichen Umgang mit Untergebenen und zu einem klugen Umgang mit anvertrautem Geld (Mt 24,45-51 und 25,14-30). Die f\u00fcnf klugen Jungfrauen nehmen \u00d6l f\u00fcr ihre Lampen mit, d.h. sie passen auf, dass ihre Hoffnung auf den kommenden Br\u00e4utigam nicht erlischt. Die t\u00f6richten Jungfrauen haben ihre Hoffnung aufgegeben (Mt 25,1-13). Das sind alles Mahnungen an das Volk Israel in der letzten Zeit. Haltet durch, seid klug, gebt die Hoffnung nicht auf. Christus kommt bald. In Lk 21,28 hei\u00dft es \u201eErhebt eure H\u00e4upter!\u201c. Das ist ganz w\u00f6rtlich gemeint. Nicht von der Erde, sondern vom Himmel her kommt der wahre Messias. Dorthin sollen die Frommen aus Israel blicken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kommt der gro\u00dfe Augenblick des Erscheinens Christi. Die auf ihn wartenden Juden sehen ihren Messias. Die Josephsgeschichte erf\u00fcllt sich als prophetische Weissagung auf Christus. So wie Joseph sich seinen Br\u00fcdern zu erkennen gab, so gibt sich nun Christus seinem Volk zu erkennen. Aber es sind nicht alle dabei. Nach ist es nur ein Drittel, das f\u00fcr dieses gro\u00dfe Ereignis der Vereinigung Christi mit seinem Volk bewahrt werden wird (Sach 13,7-9), wenn auch durch Leid und L\u00e4uterung hindurch. Die anderen sind durch die Verf\u00fchrung abgefallen. \u201eDrau\u00dfen sind die Hunde und die Zauberer und die Unz\u00fcchtigen und die M\u00f6rder und die G\u00f6tzendiener und alle, die die L\u00fcge lieben und tun\u201c (Offb 22,15). Der neue Bund Gottes mit seinem geliebten und auserw\u00e4hlten Volk wird geschlossen. Christus spricht die Vergebung zu (R\u00f6m 11,27). Das Hochzeitsmahl wird gefeiert (Offb 19,9).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt ist Israel an seiner Bestimmung angekommen, ein Segensvolk f\u00fcr die Menschheit zu sein. Nach den Gerichtsakten, die der wiederkommende Christus vollzieht, werden Himmel und Erde erneuert. Das Neue Jerusalem senkt sich herab. Die Menschheit wird dann befreit sein von Satans Verf\u00fchrungsk\u00fcnsten. Die dann lebenden V\u00f6lker werden kommen, \u201eden Herrn Zebaoth in Jerusalem zu suchen und den Herrn anzuflehen\u201c (Sach 8,22). \u201eDenn von Zion wird Weisung ausgehen, und des Herrn Wort von Jerusalem\u201c (Jes. 2,3). Das Volk Israel wird gro\u00dfartige Aufgaben und einen erf\u00fcllenden Dienst haben, und zwar in Ewigkeit (Jes 66,22).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>VII\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gott kommt mit Israel zum Ziel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pl\u00e4ne, die sich Gott mit seinem Auserw\u00e4hlungsvolk Israel vorgenommen hat, sind \u00fcber alle Ma\u00dfen erstaunlich. Kein Mensch k\u00f6nnte sich das ausdenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst erschafft sich Gott auf wunderbare Weise aus kleinsten Anf\u00e4ngen ein Volk, f\u00fchrt es mit vielen Wundern und Zeichen in ein ausgew\u00e4hltes Land und zeigt ihm durch Propheten und K\u00f6nige seinen Willen, aus ihm ein heiliges und priesterliches Volk zu machen, das die Nationen weise und gerecht regieren soll. Dann muss er feststellen, dass er auf halber Strecke steckenbleibt. Das Volk verweigert sich diesen Pl\u00e4nen. Immer wieder bem\u00fcht er sich um sie, bis er schlie\u00dflich selber in Gestalt des Erl\u00f6sers zu ihnen kommt. Doch auch ihn verkennen sie und t\u00f6ten ihn, zusammen mit der m\u00e4chtigsten Nation der damaligen heidnischen Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann nimmt er eine Zeitlang seine Pl\u00e4ne in die eigenen H\u00e4nde und l\u00e4sst durch das Evangelium der Menschheit das Heil verk\u00fcndigen. Israel setzt er beiseite, aber er l\u00e4sst es nicht fallen. Wenige nehmen Christus an, die meisten verbleiben in geistlicher Verstockung. Paulus sagt \u201eIsrael strauchelt, aber es f\u00e4llt nicht\u201c (R\u00f6m 11,11). Wenn die in Gottes Ratschluss vorgesetzte Anzahl der Heiden das Heil empfangen hat, wendet er sich erneut Israel zu. Wiederum ist es nur ein Rest, der in den Bedr\u00e4ngnissen der letzten Zeit an der Hoffnung auf den wahren Messias festh\u00e4lt. Eine bestimmte Anzahl von ihnen ist sogar bereit, f\u00fcr diese Hoffnung zu sterben. Die \u00fcbrigen werden von Gott auf wunderbare Weise durch die letzten N\u00f6te hindurch gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann aber, nach der Drangsalszeit, kommt Gott mit Israel endg\u00fcltig zum Ziel. Sie erkennen im wiederkommenden Christus ihren Erl\u00f6ser und bekommen ein neues Herz und k\u00f6nnen nun auf der neuen Erde das Segensvolk f\u00fcr die Menschheit werden, das sie schon immer sein sollten. Und diejenigen, die bereit waren, ihr Leben f\u00fcr Christus zu lassen, werden sogar gew\u00fcrdigt, in alle Ewigkeit Christus im Neuen Jerusalem zu dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man das auf sich wirken l\u00e4sst, wie Gott seine Pl\u00e4ne mit Israel letztendlich verwirklicht, dann kann man nur mit Paulus voller Staunen und Anbetung sprechen: \u201eO wie tief ist der Reichtum der Weisheit und der Einsicht Gottes. Wie unergr\u00fcndlich seine Urteile, wie unerforschlich seine Wege! Wer hat je die Gesinnung des Herrn erfasst? Ist je einer sein Ratgeber gewesen?\u201c (R\u00f6m 11,33 und 34)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Ann\u00e4herungen an das Buch der Offenbarung Jesu Christi Das Buch der Offenbarung Jesu Christi hat der Christenheit von Anfang an M\u00fche gemacht. Erst im 4. 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