{"id":10879,"date":"2014-05-21T17:03:45","date_gmt":"2014-05-21T15:03:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10879"},"modified":"2014-05-21T17:03:45","modified_gmt":"2014-05-21T15:03:45","slug":"ehe-und-familie-sind-ins-gerede-gekommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10879","title":{"rendered":"Ehe und Familie sind ins Gerede gekommen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&#8230;in Gesellschaft, Politik und Kirche. Christen fragen stets zuerst: Was sagt Jesus dazu?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Da traten Pharis\u00e4er zu ihm und versuchten ihn und sprachen: Ist&#8217;s erlaubt, dass sich ein Mann aus irgendeinem Grund von seiner Frau scheidet? Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach (1.Mose 2,24): \u00bbDarum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau h\u00e4ngen, und die zwei werden &#8222;ein&#8220; Fleisch sein\u00ab? So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern &#8222;ein&#8220; Fleisch. Was nun Gott zusammengef\u00fcgt hat, das soll der Mensch nicht scheiden! Da fragten sie: Warum hat dann Mose geboten, ihr einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden? Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, eures Herzens H\u00e4rte wegen; von Anfang an aber ist&#8217;s nicht so gewesen. Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe.&#8220; (Matth\u00e4us 19,3-9)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus zeigt uns durch seine Antwort:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Das geschriebene Wort Gottes als Ma\u00dfstab<\/strong><br \/>\nIn seiner Haltung zur Ehe bezieht sich Jesus ausdr\u00fccklich und ausschlie\u00dflich auf die Heilige Schrift, indem er seine Antwort auf das geschriebene Wort Gottes in 1. Mose 1 und 2 gr\u00fcndet. Jesus stellt fest: \u201eDie Schrift kann nicht gebrochen werden.\u201c (Joh 10,35). Die Bibel ist der bleibende, immer aktuelle und heilsame Ma\u00dfstab &#8211; auch in den Fragen von Ehe, Liebe, Sexualit\u00e4t und Familie (2. Tim 3,16.17). Deshalb fragt Jesus: \u201eHabt ihr nicht gelesen?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Die grundlegende Bedeutung von 1. Mose 1 und 2<\/strong><br \/>\nWas und wie in 1. Mose 1-3 gesprochen wird, macht deutlich, dass hier Aussagen von grundlegender Bedeutung stehen \u2013 gerade auch im Blick auf Ehe und Familie. Jesus best\u00e4tigt dies ausdr\u00fccklich. Er stellt klar: Was am Anfang der Bibel gesagt wird, ist wegweisend und verbindlich. Hier finden wir, was Gottes Wille von \u201eAnfang an\u201c ist und was von da aus durch die ganze Bibel hindurch gelehrt und bekr\u00e4ftigt wird. Die Bibel berichtet auch von vielen Menschen, die Gottes gute Ordnung missachtet oder vergessen haben. Wir lesen z.B. von Ehebruch, Prostitution, Missbrauch, Vergewaltigung, Vielehe, vorehelichen Geschlechtsverkehr usw. Damit werden die geschilderten Verfehlungen jedoch nicht gebilligt oder positiv gelehrt. Vielmehr schildert die Bibel damit realistisch die S\u00fcnde des Menschen und zeigt, wie viel Not und Leid der Mensch \u00fcber sich und andere bringt, wenn er von dem abweicht, was Gottes Wille \u201evon Anfang an\u201c ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Geschaffen als Mann und Frau<\/strong><br \/>\nJesus lehrt mit 1. Mose 1 und 2, dass Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat. Mann-Sein und Frau-Sein sind jeweils gute Gabe Gottes. Der Wunsch des Sch\u00f6pfers ist es, dass sich M\u00e4nner ihrer Identit\u00e4t als Mann bzw. Frauen ihrer Identit\u00e4t als Frau freuen, diese Identit\u00e4t positiv bejahen und bewusst ausleben. Zugleich d\u00fcrfen und sollen wir uns der Identit\u00e4t und der W\u00fcrde unseres andersgeschlechtlichen Gegen\u00fcbers freuen und diese achten und wertsch\u00e4tzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Mann und Frau \u2013 geschaffen f\u00fcreinander<\/strong><br \/>\nJesus lehrt mit 1. Mose 1 und 2, dass Gott Mann und Frau f\u00fcreinander geschaffen hat. In liebevoller Gemeinschaft d\u00fcrfen sie Erf\u00fcllung, Freude und Geborgenheit finden. Gerade in ihrer seelischen, geistigen und k\u00f6rperlichen Unterschiedlichkeit und Andersartigkeit d\u00fcrfen sie einander erg\u00e4nzen. Die Sch\u00f6nheit dieser Liebe zwischen Mann und Frau als Geschenk Gottes dr\u00fcckt besonders das Hohelied Salomos aus. Der Reichtum der gegenseitigen Erg\u00e4nzung wird in 1. Mose 2,18-23 und Eph 5,21-33 deutlich. Die negative Beurteilung praktizierter Homosexualit\u00e4t in der Bibel ergibt sich konsequent aus der guten Ordnung Gottes, dass von der Sch\u00f6pfung her Mann und Frau f\u00fcr einander geschaffen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Die Ehe \u2013 g\u00f6ttliche Gabe, Ordnung und Stiftung<\/strong><br \/>\nJesus lehrt mit 1. Mose 1 und 2, dass die geschilderte Gemeinschaft von Mann und Frau ihren festen, gottgewollten Platz in der Ehe hat. Sie ist f\u00fcr Jesus mit 1. Mose 1 und 2 gute Gabe, Ordnung und Stiftung Gottes (\u201eWas Gott zusammengef\u00fcgt hat\u2026\u201c), durch die die liebevolle Gemeinschaft von Mann und Frau getragen und gesch\u00fctzt wird (z.B. 1. Mose 24,67).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6. Mit der Sch\u00f6pfung gegeben<\/strong><br \/>\nJesus lehrt mit 1. Mose 1 und 2, dass die heterosexuelle Ehe (mit der daraus erwachsenden Elternschaft und Familie) mit der Sch\u00f6pfung gegeben ist. Darum spricht z.B. in den lutherischen Bekenntnisschriften die Apologie der Confessio Augustana mit Recht von der Ehe zwischen Mann und Frau nicht allein als einer g\u00f6ttlichen Stiftung sondern auch als einem von Gott gesetztem \u201eius naturalis\u201c (Naturrecht). In diesem Sinn nennt R\u00f6m 1,26 praktizierte Homosexualit\u00e4t \u201ewidernat\u00fcrlich\u201c und betont, dass die dort genannten \u201eHeiden\u201c es eigentlich von Natur aus besser wissen k\u00f6nnten (obwohl sie als \u201eHeiden\u201c ja die geschriebenen Gebote gar nicht kennen). Weil es um ein universales \u201eius naturalis\u201c geht, hat der Schutz von Ehe und Familie seinen festen Platz in der Menschenrechtserkl\u00e4rung der UNO von 1948 wie auch in unserem Grundgesetz. Ehe und Familie sind eben unerl\u00e4ssliche Ordnungen f\u00fcr die Zukunft einer intakten Gesellschaft (Jer 29,5-7).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7. \u00d6ffentlich und rechtsverbindlich<\/strong><br \/>\nDie Ehe hat \u00f6ffentlichen und rechtsverbindlichen Charakter; denn sonst w\u00fcrde sich in obigem Bibeltext ja gar nicht die Frage nach dem Scheidungsrecht stellen. Die Ehe ist der exklusive Treuebund zwischen einem Mann und \u201eseiner\u201c (nicht irgendeiner) Frau, der er fest anh\u00e4ngt (hebr\u00e4isch:\u201eanklebt\u201c), um eine neue, eigenst\u00e4ndige Familieneinheit zu gr\u00fcnden (\u201eVater und Mutter verlassen\u201c). M\u00f6gen sich Eheschlie\u00dfungsrituale \u00e4ndern, doch wo die Bibel von Ehe spricht, hat die Eheschlie\u00dfung \u00f6ffentlichen und rechtsverbindlichen Charakter (z.B. 1. Mose 29,21-23; Mt 1,18.20.24; Mt 25,1-10; Joh 2,1-11).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>8. Legitimer Ort der sexuellen Vereinigung<\/strong><br \/>\nDie Ehe ist der legitime Rahmen, wo es zwischen Mann und Frau eine ganzheitliche Gemeinschaft nach Geist\/Seele und Leib gibt (\u201eein Fleisch\u201c). Die sexuelle Vereinigung ist demnach als besonders intensiver, \u201ekr\u00f6nender\u201c Ausdruck der ganzheitlichen Gemeinschaft von Mann und Frau fest in diese eingebunden. Wenn es z.B. im Hebr\u00e4ischen \u00fcber die sexuelle Vereinigung Adams mit Eva hei\u00dft \u201eAdam erkannte sein Weib\u201c (1. Mose 4,1), zeigt dies, wie es nicht nur um ein k\u00f6rperliches Geschehen sondern um eine Begegnung und Gemeinschaft nach Leib und Seele mit einem pers\u00f6nlichen Gegen\u00fcber geht. Diese gegenseitige Hingabe macht verletzlich und bedarf deshalb des Schutzes der Ehe. Die Treue schafft das n\u00f6tige Vertrauen, durch das vorbehaltlose Hingabe erst m\u00f6glich wird. Das Ausleben der sexuellen Vereinigung au\u00dferhalb des Schutzraumes der Ehe lehnt das Wort Gottes deshalb zum Schutz des Menschen als Unzucht ab (z.B. 1. Kor. 7,1-9). F\u00fcr den Liebenden im Hohenlied 4,12 ist die Braut vor der Hochzeit \u201eein verschlossener Garten\u201c. F\u00fcr Maria und Josef ist vorehelicher Geschlechtsverkehr gem\u00e4\u00df 5. Mose 22,15 undenkbar (Lk 1,34). Dieser Ma\u00dfstab spiegelt sich auch in 2. Kor 11,2 wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>9. Elternschaft und Familie<\/strong><br \/>\nNach 1. Mose 1,28 gibt Gott Mann und Frau die Gabe, durch ihre Vereinigung neues Leben zu schaffen. So entsteht aus der Ehe von Mann und Frau Elternschaft und damit Familie. Vater, Mutter und Kinder sind demnach kein \u201eBiedermeieridyll\u201c sonder bilden die Kernfamilie. Auch wenn sich Sippengeflechte und Gro\u00dffamilien um diesen Kern bilden, bleibt der Kern von der Sch\u00f6pfung her immer die Keimzelle und Konstante.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>10. Geborgenheit durch unverbr\u00fcchliche Treue<\/strong><br \/>\nUnter R\u00fcckgriff auf 1. Mose 1 und 2 und auf das Ehebruchsverbot aus den 10 Geboten betont Jesus die Unverbr\u00fcchlichkeit des Ehebundes gegen die \u201etolerantere\u201c Haltung seiner Zeitgenossen. Erst diese Treue schafft die Geborgenheit, die Mann und Frau und auch deren Kinder im Tiefsten ersehnen und ben\u00f6tigen. Dieser Treuebund will die Liebe in schweren Zeiten und Krisen tragen. Er soll und darf an vermeintlich \u201etoten Punkten\u201c Ausgangspunkt f\u00fcr ein Ringen um neues Miteinander, um die gegenseitige Liebe und Vers\u00f6hnung sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>11. Ehelosigkeit<\/strong><br \/>\nLesen wir in Mt 19 weiter, sto\u00dfen wir darauf, wie Jesus auch \u00fcber die Ehelosigkeit spricht. Er selber hat sie gelebt. Ebenso der Apostel Paulus. Sie ist verbunden mit sexueller Enthaltsamkeit und er\u00f6ffnet eine besondere Freiheit, mit ganzer Hingabe Gott zu dienen und darin Erf\u00fcllung zu finden. (1. Kor 7,1-9). Darin ist sie Vorbild unseres himmlischen Lebens, das wir auch in Ehelosigkeit ganz f\u00fcr den Herrn leben und darin volle Erf\u00fcllung finden werden (Mt 22,30).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>12. Jesus und die alttestamentlichen Gebote<\/strong><br \/>\nVordergr\u00fcndig berufen sich auch die Pharis\u00e4er auf die Schrift, indem sie die Regelung des Mose zur Ehescheidung anf\u00fchren (5. Mose 24). Jesus stellt klar, dass diese Regelung \u2013 obwohl Teil der Schrift &#8211; nur eine \u201eNotordnung\u201c auf Zeit war. Demgegen\u00fcber betont er durch R\u00fcckgriff auf das Ehescheidungsverbot, mit dem Gott seine urspr\u00fcngliche Ordnung aus 1. Mose 1 und 2 sch\u00fctzt, die zeitlose G\u00fcltigkeit der 10 Gebote. Mit den Geboten \u201eDu sollst Vater und Mutter ehren\u2026\u201c und \u201eDu sollst nicht Ehebrechen\u2026\u201c best\u00e4tigt und sch\u00fctzt Gott die treue Gemeinschaft der heterosexuellen Ehe und die daraus erwachsende Elternschaft bzw. Familie. Die 10 Gebote mit ihren zahlreichen biblischen Erl\u00e4uterungen und Entfaltungen sind Konkretionen des Doppelgebotes der Liebe (Mt 22, 36-40; R\u00f6m 13,8-10). Liebe zu Gott und zum N\u00e4chsten verwirklicht sich also im Ausleben der Gebote und Ordnungen Gottes und nicht darin, dass wir eine menschliche Vorstellung von Liebe \u00fcber Gottes Ordnungen stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus f\u00fchrt hinter die \u201eNotordnung\u201c des Mose zum urspr\u00fcnglichen Willen Gottes von der Unverbr\u00fcchlichkeit der Ehe zur\u00fcck, weil mit Jesus die erneuernde Kraft des Heiligen Geistes kommt, der zu Liebe, Treue, Miteinander, Vergebung und Neuanfang in Ehe und Familie bef\u00e4higen kann und will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>13. Vergebung und Neuanfang<\/strong><br \/>\nAm Beispiel des Umgangs Jesu Christi mit der Ehebrecherin in Joh 8,1-11 wird grundlegend deutlich, was sich auch durch das ganze Verhalten Jesu hindurch zieht und Ma\u00dfstab f\u00fcr das Verhalten seiner Gemeinde sein soll:Jesus liebt den S\u00fcnder, nimmt ihn in gro\u00dfer Liebe an und schenkt Vergebung. Zugleich nennt Jesus Christus S\u00fcnde beim Namen und besch\u00f6nigt oder rechtfertigt das Verkehrte nie. Seine bedingungslose Annahme und Vergebung zielen aber auf Ver\u00e4nderung des Menschen. Dieses gilt in gleicher Weise f\u00fcr jede Art von S\u00fcnde. Es betrifft z.B. den Geiz und die Unvers\u00f6hnlichkeit genauso wie die praktizierte Homosexualit\u00e4t (I Kor. 6,9-11). Denn S\u00fcnde ist letztlich immer Gefangenschaft, die den Menschen zerst\u00f6rt und von Gott trennt. Gerade weil Jesus also den S\u00fcnder liebt, m\u00f6chte er ihn konsequent von dem Verderben der S\u00fcnde frei machen. Dies geschieht, indem Jesus Vergebung schenkt und Gesinnung und Lebenswandel des Menschen nach dem Willen Gottes zum Guten ver\u00e4ndert. Im konkreten Beispiel von Joh. 8 schenkt Jesus der Ehebrecherin seine Vergebung und zugleich einen Neuanfang mit den deutlichen Worten: &#8222;S\u00fcndige hinfort nicht mehr&#8230;&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So fragt Jesus auch uns in unserer Zeit: \u201eHabt ihr nicht gelesen?\u201c (Mt 19,4)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfr. Matthias K\u00f6hler, Hohenhausen, April 2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Beisitzer im Vorstand des <a href=\"http:\/\/www.lipp-gemeinschaftsbund.de\/de\/index.html\">Lippischen Gemeinschaftsbundes e.V.<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;in Gesellschaft, Politik und Kirche. Christen fragen stets zuerst: Was sagt Jesus dazu? &#8222;Da traten Pharis\u00e4er zu ihm und versuchten ihn und sprachen: Ist&#8217;s erlaubt, dass sich ein Mann aus irgendeinem Grund von seiner Frau scheidet? 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