{"id":1083,"date":"2008-07-03T11:49:24","date_gmt":"2008-07-03T09:49:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1083"},"modified":"2009-07-27T11:52:48","modified_gmt":"2009-07-27T09:52:48","slug":"christen-unter-dem-schwert-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1083","title":{"rendered":"Christen unter dem Schwert"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>CSI Land-Info Irak<br \/>\nChristen unter dem Schwert<br \/>\n<\/strong><br \/>\nSeit biblischen Zeiten leben Christen im Irak; jetzt stehen sie auf der Abschu\u00dfliste von Islamisten. Wie schlimm ihre Lage wirklich ist, erfuhren CSI-Mitarbeiter in Bagdad und im Nordirak.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch im neuen Jahr gehen die Anschl\u00e4ge gegen die wenigen noch verbliebenen Kirchen im Irak weiter. Mit einer offensichtlich koordinierten Aktion wurden am 6. Januar 2008, einem Sonntag, gleich neun Kirchen und Kl\u00f6ster im Land gleichzeitig bombardiert: in Bagdad, Mosul und Kirkuk. Anfang November 2007 war CSI einer Einladung irakischer Christen nach Bagdad und in die n\u00f6rdliche Grenzregion zur T\u00fcrkei gefolgt. Dr. John Eibner und Gunnar Wiebalck erlebten auf ihrer Reise durch das geplagte Land selber viel Bewahrung. Sie h\u00f6rten vielfach ersch\u00fctternde Zeugnisse von Verfolgung und Martyrium. 100 der am schlimmsten betroffenen Familien in der Hauptstadt Bagdad erhielten von CSI ein Lebensmittelpaket.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christen im Irak stehen unter dem Generalverdacht, Verb\u00fcndete der US-Besatzer zu sein. Viele von ihnen sind wirtschaftlich besser gestellt, was bei Erpressungen eine gr\u00f6\u00dfere Beute verspricht. Schlie\u00dflich provoziert ihre Weigerung, sich dem Islam zu unterwerfen, bei Islamisten Forderungen wie zu den Anfangszeiten des Islams: Entweder zahlen sie das sog. \u201eSchutzgeld\u201d (Dschizya) oder sie werden get\u00f6tet. So sind seit dem Sturz von Saddam Hussein 40 Prozent aller irakischen Fl\u00fcchtlinge Christen, obwohl sie nur noch eine Minderheit von weniger als vier Prozent der Einwohner darstellen. In den letzten vier Jahren ist die H\u00e4lfte der damals eine Million Menschen z\u00e4hlenden irakischen Christenheit gefl\u00fcchtet. Laut Statistik tr\u00e4gt ein Christ im Irak ein 15-mal gr\u00f6\u00dferes Risiko als ein Muslim, durch Terror zur Flucht gezwungen zu werden. Selbst unter dem Diktator Saddam Hussein war ihre Lage nach \u00fcbereinstimmenden Aussagen besser als heute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschen, die sich von Berufs wegen zu Jesus bekennen, werden von den Angreifern dabei mit besonderer Grausamkeit verfolgt. In Bagdad trafen wir Pfarrer Bardelian Youssef. Maskierte hatten ihn am 12. Februar 2007 aus seinem Auto gezerrt und entf\u00fchrt. Gefesselt und mit einem \u00fcber den Kopf gezogenen Sack wartete der Gefangene auf seine Hinrichtung. \u201eSie schnitten ihren Opfern den Kopf ab, unter ihnen auch einer schiitischen Frau, die schwanger war. Ich h\u00f6rte ihr Flehen und ihre Schmerzensschreie. Ich betete, da\u00df es schnell gehen m\u00f6ge, wenn ich an die Reihe k\u00e4me.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">15 Tage lang mu\u00dfte der Pfarrer in dem Schlachthaus f\u00fcr Menschen ausharren. Doch dann geschah ein Wunder: \u201eEin neu hinzugekommener Anf\u00fchrer der Gruppe sagte den Folterknechten, er kenne mich, ich sei kein amerikanischer Spion. Sie luden mich in den Kofferraum eines Autos und lie\u00dfen mich im asiatischen Bezirk von Bagdad frei.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sprachen auch mit den Eltern des katholischen Pfarrers Ragheed Ghanni aus Mosul, der im Juni 2007 zusammen mit drei Diakonen erschossen wurde. Im Jahr zuvor hatten Islamisten ebenfalls in Mosul einen syrisch-orthodoxen Priester gek\u00f6pft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Christen im Irak sind zu Fremden im eigenen Land geworden. Besonders deutlich wurde dies im Nordirak an der Grenze zur T\u00fcrkei. Noch vor 50 Jahren war das gebirgige Land ausschlie\u00dflich von Christen bewohnt. Jetzt werden hier systematisch kurdische Fl\u00fcchtlinge aus der T\u00fcrkei, Syrien und dem Iran angesiedelt. Saudi-Arabien stellt den muslimischen Kurden sofort nach ihrer Ankunft Moscheen hin. Die US-Regierung stampft ganze St\u00e4dte f\u00fcr sie aus dem Boden \u2013 mit Schulen, Krankenh\u00e4usern, Stra\u00dfen, Wasser- und Stromversorgung. Auf eine \u00e4hnliche Hilfestellung warten die einheimischen Christen vergeblich. \u201eStattdessen werden unsere Leute von den Kurden massakriert\u201d, klagten Christen in der Stadt Dohuk. In einem der Bergd\u00f6rfer treffen wir Amir Khamis, die Witwe von Akiqar Giwargis, und ihre drei kleinen Kinder. Ihr Mann war am 8. August 2006 von einem Kurden aus dem Nachbardorf ermordet worden. Alle Versuche, ein Gerichtsverfahren in Gang zu bringen, blieben erfolglos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zusammen mit der irakischen Menschenrechtsorganisation \u201cHammorabi\u201d hat CSI in der ersten Dezemberwoche 2007 eine Hilfeleistung an vertriebene und im Untergrund lebende irakische Christen organisiert. Einhundert Familien erhielten ein Lebensmittelpaket mit je f\u00fcnf Kilogramm Reis und Zucker, zwei Kilo Mehl, Sonnenblumen\u00f6l, Nudeln, K\u00e4se, B\u00fcchsenfleisch und Tee. Weitere Hilfe soll dieses Jahr folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">CSI-newsletter 3.7.08<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CSI Land-Info Irak Christen unter dem Schwert Seit biblischen Zeiten leben Christen im Irak; jetzt stehen sie auf der Abschu\u00dfliste von Islamisten. 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