{"id":10784,"date":"2014-05-08T09:39:43","date_gmt":"2014-05-08T07:39:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10784"},"modified":"2014-05-08T09:43:50","modified_gmt":"2014-05-08T07:43:50","slug":"der-neue-tugend-terror","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10784","title":{"rendered":"Der neue Tugend-Terror"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><strong>Buchbesprechung<\/strong><\/p>\n<p>Mit seinem Buch \u201cDer neue Tugend-Terror\u201d ist Thilo Sarrazin wieder ein sehr informatives Buch gelungen. Die beste Werbung f\u00fcr sein neues Buch ist die Randale von linken Chaoten, die im Berliner Ensemble eine Vorlesung von Thilo Sarrazin, aus seinem neuen Buch, unm\u00f6glich machten. Neuer Tugend-Terror deshalb, weil es, im Zusammenhang mit der Franz\u00f6sischen Revolution, unter den Jakobinern, unter dem Motto \u201cFreiheit- Gleichheit-Br\u00fcderlichkeit\u201d, erstmals zu einem Tugend-Terror kam, der damals blutig entartete. Das Buch ist sachlich und ohne Polemik, fast schon so etwas wie ein Standardwerk der Psychologie, in dem intellektuell anspruchsvoll, scharfsinnig und gr\u00fcndlich, Methoden und Verhaltensmuster beschrieben und analysiert werden, die es schon immer gegeben hat.<!--more--><\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Aufgezeigt wird, wie unliebsame Ansichten und Meinungen unterdr\u00fcckt und die Adressaten im gew\u00fcnschten Sinn beeinflusst werden und zu welchen psychologischen Abl\u00e4ufen es bei den zu Beeinflussenden kommt, die dann zu den erwarteten Verhaltensweisen und Meinungen f\u00fchren, um in der \u00d6ffentlichkeit das gew\u00fcnschte \u201cMeinungsklima\u201d zu erzeugen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Das Buch umfasst 400 Seiten, weshalb ich mich auf das beschr\u00e4nke, was mir wichtig schien, wobei das Material des Buches ohne weiteres f\u00fcr weitere Impulse-Beitr\u00e4ge reicht.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Es geht um das \u201cpolitisch Korrekte\u201d, um die indirekt vorgeschriebene Meinung, die uns st\u00e4ndig \u00fcber die Medien vermittelt wird, wodurch es zu einer Spannung zwischen dem \u201cpolitisch-medialen Komplex\u201d und den B\u00fcrgern bzw. Medienkonsumenten kommt, die das oftmals anders sehen, aber die Neigung haben sich der wirklichen oder auch nur vermeintlichen Mehrheit anzupassen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Eine Haltung, wie sie zu allen Zeiten und vor allem unter Diktaturen zu beobachten war und ist. Man m\u00f6chte nicht auffallen, weil man Nachteile bef\u00fcrchtet, was wiederum die Meinungsmacher in ihren Auffassungen best\u00e4tigt. Kurzum man zeigt auch heute wieder genau die Haltung, wegen derer die im 3. Reich lebenden Deutschen, von den Nachgeborenen scharf kritisiert wurden, ohne dass diese selbst daraus etwas gelernt h\u00e4tten.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Medien und Politik beteiligen sich, laut Sarrazin, beide an dem Spiel, st\u00f6rende Tatsachen als blo\u00dfe Meinungen und umgekehrt erw\u00fcnschte Meinungen in angebliche Tatsachen \u2013 zum Teil als \u201calternativlos\u201d bezeichnet &#8211; umzuwandeln, wobei die Medienklasse glaubt, sie sei aufgekl\u00e4rter und politisch reifer als der normale B\u00fcrger, was im Grunde selbst die Politiker glaubten.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Dadurch sei es der Medienklasse m\u00f6glich, ihre Begriffe des politisch Korrekten mit den Grenzen des Anstands gleichzusetzen. Wer sich ihren Wertungen nicht f\u00fcgt, hat die Grenzen des Anstands verletzt und scheidet damit von vornherein als Gespr\u00e4chspartner aus.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Dass dem so ist, l\u00e4sst sich an jeder Nachrichtensendung, Talkschau, \u201cQuasselrunde\u201d und jedem Fernsehmagazin, daran erkennen, dass, vornehmlich der Nachrichtensprecherin verhaltene Emp\u00f6rung anzumerken ist, wenn sie etwas meldet, das politisch nicht korrekt ist und dass bei Talkshows und \u201cQuasselrunden\u201d ein ausgesuchter Personenkreis eingeladen ist, von dem anzunehmen ist, dass keine kritischen Fragen gestellt werden oder gar ernsthafte Widerspr\u00fcche kommen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Den Fernsehmagazinen ist anzumerken, dass sie auf \u201cLinie\u201d sind, weil z.B. Dinge wie Klimawandel, Energiewende, Genderismus und anderes was wichtig und deshalb von Interesse w\u00e4re, also alles das, was \u201cherrschende bzw. indirekt vorgeschriebene Meinung\u201d ist, nie kritisch hinterfragt wird.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Wenn kritische Beitr\u00e4ge, dann solche, die auf Linie liegen, wie diverse Benachteiligungen (\u201cDiskriminierungen\u201d) im sozialen Bereich oder aufgefundene Schadstofffunde im Mikrogrammbereich. Von den eigentlichen wichtigen Themen wird abgelenkt, in dem man sich mit Randgruppen oder mit m\u00f6glichen Gefahren und deren Abwendung befasst.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Wenn dann doch irgendwo eine abweichende Meinung oder eine \u201cunanst\u00e4ndige Verbindung\u201d mit \u201cpolitisch Unkorrekten\u201d \u00f6ffentlich wird, bekommt der Betreffende die volle H\u00e4rte selbstgerechter Tugendw\u00e4chter zu sp\u00fcren, die dann selbst vor Familienangeh\u00f6rigen nicht Halt macht.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Der Tugendterror beschr\u00e4nkt so die Meinungsfreiheit und die Freiheit von Forschung und Lehre, in dem zum einen bestimmte Fragen erst gar nicht gestellt werden d\u00fcrfen und zum anderen unerw\u00fcnschte Forschungsergebnisse entweder unterdr\u00fcckt oder emotionalisiert werden, um sie dann auf dieser Ebene platt und unm\u00f6glich zu machen, so wie es mit Sarrazins Buch \u201cDeutschland schafft sich ab\u201d, geschehen ist.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Interessant ist die Frage, wie die journalistische Meinung entsteht, die als \u201cwahr\u201d und \u201crichtig\u201d verkauft, damit geglaubt und zum Teil verinnerlicht wird und an die man sich anpasst.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Aufschlussreich ist hier die Verteilung der Sympathien innerhalb der Journalistenschaft, wo 35,5% mit den Gr\u00fcnen und 26,0 % mit der SPD sympathisieren. Der Rest entf\u00e4llt auf verschiedene kleinere Gruppen, davon 6% auf CDU-Sympatisanten. Die Zahlen sind zwar schon etwas \u00e4lter, sie stammen aus dem Jahr 2005, d\u00fcrften aber heute nicht viel anders sein.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Der Linkstrend innerhalb der Journalisten hat eine sehr lange Tradition, was daherr\u00fchrt, dass ein wirklich guter Zeitungsschreiber, schon immer ein kritischer Geist war, der sich gegen die bestehenden gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse auflehnte.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Und genau das tut er heute auch.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>W\u00fcnschenswert w\u00e4re, dass sich die Journalisten gegen den \u201cpolitisch korrekten Zeitgeist\u201d auflehnen. Das tun sie aber nicht. Stattdessen zielen sie auf das bisherige Welt- und Menschenbild und die Unterschiede sprich \u201cUngerechtigkeiten\u201d ab, die es nach wie vor, innerhalb der Menschheit gibt, und die es zu beseitigen gilt. Und das f\u00e4ngt dann bereits bei der Familie, mit der herk\u00f6mmlichen Rollenverteilung von Vater, Mutter und Kindern an.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Betrachtet man das aus dieser Sicht, werden die politisch korrekten Begriffe und die Beschimpfungen, die den Unkorrekten zuteil werden, pl\u00f6tzlich erkl\u00e4rbar, was allerdings nichts an der, ihrem Wesen nach gemeingef\u00e4hrlichen politischen Korrektheit \u00e4ndert.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Der politisch korrekte Redakteur wird so ganz automatisch die Meldungen und Bilder die er bekommt, so zurechtr\u00fccken, zusammenschneiden, gewichten und \u201cSt\u00f6rendes\u201d weglassen, bis sie dem Bild entsprechen, das er von der Welt hat und deshalb als richtig ansieht.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Wenn wir ehrlich sind, ist das ein Verhalten, das uns allen zu eigen ist, weil wir das hervorheben was uns wichtig ist und dabei f\u00fcr uns Unwichtiges weglassen. Aber was ist wichtig und was unwichtig? Letztlich sind das relative Begriffe. Aber gerade deshalb d\u00fcrfen die Redaktionsstuben nicht \u00fcberwiegend von Leuten einer bestimmten ideologischen Richtung besetzt sein.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Was ist denn \u201cpolitisch korrekt\u201d bzw. die \u201cneue Tugend\u201d?<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Hier l\u00e4sst sich eine Steigerung verfolgen. Es fing an mit der \u201csozialen Gerechtigkeit\u201d. Dem folgte die Forderungen nach \u201cChancengleichheit\u201d, die sich bis zum heutigen Extrem der Gleichmacherei steigerte.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Realistisch ist die Verwirklichung von sozialer Gerechtigkeit, wie sie in der sozialen Marktwirtschaft oder zum Beispiel in der Durchl\u00e4ssigkeit von Bildungswegen vorhanden war.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die Forderung nach \u201cChancengleichheit\u201d hatte bereits ideologische Z\u00fcge, mit der Tendenz zur Bevormundung, weil sich die Menschen und die pers\u00f6nlichen Lebensverh\u00e4ltnisse, aufgrund derer naturgem\u00e4\u00df jeder andere Startbedingungen hat, auch durch Umverteilungen aller Art, nicht vereinheitlichen lassen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Ins Extreme gesteigert wird das jetzt durch den Versuch alles gleich machen, \u201cweil Ungleichheit immer ungerecht ist\u201d. Die extremste Form ist dabei der Genderismus, bei dem selbst der nat\u00fcrliche Unterschied zwischen m\u00e4nnlich und weiblich beseitigt werden soll.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Ein Ausfluss aus dieser Irrlehre ist der Versuch, althergebrachte und bew\u00e4hrte Menschen- und Familienbilder zugunsten unverbindlicher, oder besser: \u201cchaotischer\u201d Zust\u00e4nde, die mit \u201cBuntheit\u201d und Vielfalt\u201d verwechselt werden, zu beseitigen, wobei die Verirrung der Homosexualit\u00e4t eine besondere Aufwertung erfahren hat.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Aber auch in anderen Bereichen bringt die Gleichmacherei seltsame Bl\u00fcten hervor.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Zu denken ist hier an das gendergerechte Umschreiben von Kinder- und Jugendb\u00fcchern, wo den Romangestalten neue Namen, Funktionen und Verhaltensweisen angedichtet werden und gleichzeitig unkorrekte Begriffe, wie \u201cNeger\u201d, \u201cZigeuner\u201d usw. gel\u00f6scht oder durch andere Begriffe ersetzt werden.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Es ist ohnehin verp\u00f6nt bestimmte Begriffe zu verwenden. Der \u201cSarotti-Mohr\u201d (Schokoladenprodukt\u201d) wurde l\u00e4ngst wei\u00df gebleicht und k\u00fcrzlich wurde ein Eisverk\u00e4ufer, der auf dem Oktoberfest \u201cEismohrle\u201d verkaufte, \u201cger\u00fcgt\u201d. Er muss dem Schokoladeneis jetzt eine korrekte Bezeichnung verpassen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Mit \u201cMohrenkopf\u201d, \u201cNegerkuss\u201d usw. ist also nichts mehr. \u201cFrankfurter W\u00fcrstchen\u201d, \u201cHamburger\u201d, \u201cWiener Schnitzel\u201d usw. sind weiterhin tragbar. Beim \u201cZigeuner-Schnitzel\u201d w\u00fcrde ich \u2013 politisch korrekt &#8211; allerdings zu der Bezeichnung \u201cSchnitzel nach Art einer mobilen ethnischen Minderheit\u201d raten. Auch der \u201cZigeunerbaron\u201d sollte entsprechend umgeschrieben, wenn nicht ganz verboten, werden.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Auch Begriffe wie \u201cHarz IV\u201d, \u201cAlleinerziehende\u201d, \u201cArmutsfl\u00fcchtling\u201d, \u201cAusl\u00e4nder\u201d, \u201cArbeitsloser\u201d, \u201cAsylant\u201d, \u201cBehinderter\u201d und \u00e4hnliche, k\u00f6nnen \u201cdiskriminieren\u201d und sind deshalb verd\u00e4chtig und m\u00f6glichst zu vermeiden.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>In \u00d6sterreich h\u00e4tte eine Tankstellenbetreiberin um ein Haar ein erhebliches Bu\u00dfgeld von einer Antidiskriminierungsstelle aufgebrummt bekommen, weil sie in einer Stellenanzeige einen Mitarbeiter mit guten Deutschkenntnissen gesucht hatte. Sie kam um die Strafe nur herum, weil sie darlegen konnte, dass f\u00fcr das Verstehen diverser Vorschriften f\u00fcr Tankstellen, gute Deutschkenntnisse notwendig sind.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>In der Schweiz wurde letztlich das Wort \u201cMutter\u201d als \u201csexistische Stereotype\u201d aus der amtlichen Sprache gestrichen und durch \u201cElter\u201d ersetzt, und in M\u00fcnchen machte sich ein gr\u00fcner Gutmensch dar\u00fcber Gedanken, ob das Wort \u201cSchwarzfahrer\u201d \u201crassistisch\u201d ist und abgeschafft werden m\u00fcsste.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>In der Universit\u00e4t Leipzig haben sich die m\u00e4nnlichen Professoren, aus Gr\u00fcnden der &#8222;Gleichberechtigung&#8220;, weibliche Bezeichnungen zugelegt und werden nun als &#8222;Professorin&#8220; bezeichnet. Man kann durchs Studieren scheinbar auch d\u00fcmmer werden.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Nat\u00fcrlich ist auch die Kritik am Islam \u201crassistisch\u201d.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die Begriffe \u201cRassist\u201d und \u201crassistisch\u201d sind, ohne R\u00fccksicht auf ihre urspr\u00fcngliche Bedeutung, zum universellen Feindbegriff f\u00fcr diejenigen geworden, die von der vorgeschriebenen Meinung abweichen. Zur Auswahl stehen dann noch Begriffe wie \u201cNazi\u201d, \u201cNeonazi\u201d, \u201cFaschist\u201d, \u201cRechtsradikaler\u201d und \u201cRechter\u201d.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Sehr \u201cbeliebt\u201d ist auch der Begriff \u201crechtspopulistisch\u201d mit dem \u201crein vorsorglich\u201d diffamiert wird, auch wenn das \u00fcberhaupt nicht begr\u00fcndet ist. Auch die Bundeskanzlerin meint, dass gegen eine \u201crechte Gesinnung\u201d \u2013 die an sich v\u00f6llig legal ist &#8211;\u00a0 vorgegangen werden muss, und in Baden-W\u00fcrttemberg gibt es die M\u00f6glichkeit, Verd\u00e4chtige anonym \u201czu melden\u201d.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Zu DDR-Zeiten waren Abweichler \u201cFriedensfeinde\u201d \u2013 zur Auswahl standen auch hier weitere Begriffe, wie z.B. \u201cKlassenfeind\u201d &#8211; und zu Zeiten des 3. Reichs wurde erwogen, f\u00fcr Abweichler generell den Zusatz \u201cJude\u201d, z.B \u201cKulturjude\u201d f\u00fcr \u201centartete K\u00fcnstler\u201d, zu verwenden, weil alles, was nicht der NS-Norm entsprach, nur \u201cj\u00fcdischen Ursprungs\u201d sein konnte. Daneben gab es dann dann noch \u201cVolkssch\u00e4dlinge\u201d, \u201cEhrlose\u201d, \u201cVaterlandsverr\u00e4ter\u201d, \u201cFeiglinge\u201d, \u201cDr\u00fcckeberger\u201d und \u00e4hnliches.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Auf staatlicher Seite gibt es mittlerweile diverse Maulkorb- und Antidiskriminierungsgesetze, die allesamt sehr dehnbar sind. Und wie schnell kann es da zu einer \u201crassistischen Beleidigung\u201d kommen. Bis jetzt wird der Begriff \u201cRassismus\u201d hier allerdings noch im herk\u00f6mmlichen Sinne verstanden. Der r\u00f6mische Geschichtsschreiber Publius Cornelius Tacitus kam einst zu dem Schluss, dass es im verdorbensten Staat die meisten Gesetze gibt.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Und wir haben nicht nur den politisch-medialen Komplex der festlegt, was politisch-korrekt und als unkorrekt bek\u00e4mpfenswert ist. Wir haben zus\u00e4tzlich diverse \u201cantifaschistische\u201d Gruppierungen, die stets f\u00fcr \u201cGegendemonstrationen\u201d und sonstige \u201cAktionen\u201d gegen politisch Unkorrektes bereitstehen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Zur Verst\u00e4rkung gibt es die vermummten, autonomen Randalierern und Gewaltt\u00e4ter. Die verantwortlichen Politiker haben hierf\u00fcr viel Verst\u00e4ndnis. Hauptsache ist: \u201cnicht rechts\u201d. Und da flie\u00dfen dann auch reichlich Steuergelder.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die Ministerin Kristina Schr\u00f6der bekam erheblichen Widerstand, als sie als Voraussetzung f\u00fcr solcherart staatliche F\u00f6rderung, ein Bekenntnis zum Grundgesetz forderte. Eigentlich etwas Selbstverst\u00e4ndliches.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Welche Schlussfolgerungen k\u00f6nnen daraus gezogen werden?<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>An den gegenw\u00e4rtigen Verh\u00e4ltnissen\u00a0 k\u00f6nnen wir nichts \u00e4ndern. Wappnen k\u00f6nnen wir uns allerdings gegen Verdummung und Bevormundung und uns ein selbst\u00e4ndiges Denken bewahren, in dem wir die Strukturen der Verf\u00fchrung und Verdummung durchschauen. Dazu ist es notwendig, sich aus m\u00f6glichst vielen Quellen zu informieren.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Denn: Je \u00f6fters und je lauter eine L\u00fcge wiederholt wird, umso mehr wird ihr geglaubt. Selbst wenn der Einzelne die L\u00fcge durchschaut, ist er doch geneigt, diese zu verinnerlichen, wenn die Menschen seines Umfelds, der L\u00fcge glauben, und das erstaunlicherweise selbst dann, wenn er die L\u00fcge als solche erkennt.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Er glaubt der L\u00fcge dann wider besseres Wissen, wobei die Fehlprogrammierung selbst noch nach Jahren vorhanden ist, wobei die L\u00fcge verteidigt und als richtig hingestellt wird.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Abgesehen davon besteht die Neigung scheinbar logischen Schl\u00fcssen zu glauben. Dies deshalb, weil einfache L\u00f6sungen vorgezogen werden weil kritisches Nachdenken schwerf\u00e4llt.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Sarrazin bringt daf\u00fcr ein nachdenklich machendes Beispiel:<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>\u201c<em>Ein Schl\u00e4ger und ein Ball kosten 1,10 Dollar. Der Schl\u00e4ger kostet einen Dollar<\/em>\u00a0<em>mehr<\/em><em> als der Ball. Wie viel kostet der Ball?\u201d<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>10 Cent ist hier die spontane intuitive Antwort. Die richtige Antwort ist 5 Cent, Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich dahinter gekommen bin, dass 5 Cent richtig ist. Wenn der Ball 5 Cent kostet und der Schl\u00e4ger 1 Dollar mehr als der Ball, dann sind das 5 Cent plus 1 Dollar, also 1,05 Dollar f\u00fcr den Schl\u00e4ger, zusammen 1,10 Dollar.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Was kann uns das Wort Gottes dazu sagen?<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><strong>Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verf\u00fchrung, so dass sie der L\u00fcge glauben, damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern hatten Lust an der Ungerechtigkeit.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>2. Thessalonicher 2, Verse 11 und 12<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>In diesem Abschnitt geht es darum, dass der B\u00f6se mit einer gro\u00dfen Verf\u00fchrungs macht auftritt, der alle diejenigen auf den Leim gehen werden, die die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Das ist Gerichtshandeln Gottes.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Was uns vor Irrlehren sch\u00fctzt ist die Liebe zur Wahrheit. Das Schild des Glaubens als Teil der Waffenr\u00fcstung Gottes. Das hei\u00dft, dass wir fest am Wort Gottes bleiben und dieses, ohne Abstriche, als verbindlich und vom Geist Gottes inspiriert ansehen und damit die transzendente Dimension der Heiligen Schrift wahrnehmen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Das Gegenst\u00fcck zur Transzendenz (\u00fcbernat\u00fcrlich) ist die Immanenz (innerweltlich). Wir haben heute in weitern Teilen ein immanentes und damit \u201creligi\u00f6ses-philosophisch-gutmenschliches Namens-Christentum\u201d, welche die Bibel nicht mehr als verbindliches<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Wort Gottes, sondern als zeitbedingte menschliche Niederschriften ansieht, wodurch es m\u00f6glich wird, den derzeit kursierenden Irrlehren einen christlichen Anstrich zugeben.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Auch wenn sich manches was aus dem innerweltlichen \u201cChristentum\u201d kommt, gut und \u201c\u00fcberzeugend\u201d anh\u00f6rt, kann hier bereits der erste Schritt in die falsche Richtung erfolgen, wenn wir uns unkritisch darauf einlassen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Deshalb gilt es fest und wachsam zu bleiben um nicht in Anfechtung und Versuchung zu fallen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><em>J\u00f6rgen Bauer<\/em><br \/>\n<em> Am Jagdschl\u00f6ssle 15<\/em><br \/>\n<em> 89520 Heidenheim<\/em><br \/>\n<em> Tel. 07321 \/ 739115<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Literaturhinweis: <em>Thilo Sarrazin \u201cDer neue Tugendterror \u2013 \u00fcber die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland\u201d \u2013 Deutsche Verlags Anstalt \u2013 ISBN 978-3-421-04617-8<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Unbenannt.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-10786\" alt=\"Unbenannt\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Unbenannt.png\" width=\"123\" height=\"185\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchbesprechung Mit seinem Buch \u201cDer neue Tugend-Terror\u201d ist Thilo Sarrazin wieder ein sehr informatives Buch gelungen. Die beste Werbung f\u00fcr sein neues Buch ist die Randale von linken Chaoten, die im Berliner Ensemble eine Vorlesung von Thilo Sarrazin, aus seinem neuen Buch, unm\u00f6glich machten. Neuer Tugend-Terror deshalb, weil es, im Zusammenhang mit der Franz\u00f6sischen Revolution, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":314,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15,10,20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10784"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/314"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10784"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10784\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10792,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10784\/revisions\/10792"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10784"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10784"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10784"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}