{"id":10675,"date":"2014-04-07T11:41:42","date_gmt":"2014-04-07T09:41:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10675"},"modified":"2014-04-07T13:27:02","modified_gmt":"2014-04-07T11:27:02","slug":"diskriminiert-und-schutzlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10675","title":{"rendered":"Diskriminiert und schutzlos"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Bis heute sind in Indien Gesetze in Kraft, die religi\u00f6se Minderheiten benachteiligen. Hinduextremisten nutzen die menschenrechtsverletzenden Gesetze, um gegen sie vorzugehen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indien ist die gr\u00f6\u00dfte Demokratie und wird bald das bev\u00f6lkerungsreichste Land der Welt sein. Zwar sind 80 % der Bev\u00f6lkerung Hindus. In Indien lebt aber auch die drittgr\u00f6\u00dfte Anzahl Muslime (nach Indonesien und Pakistan). Nur etwa 2 % der Bev\u00f6lkerung sind Christen &#8211; in absoluten Zahlen sind es dennoch 25 Millionen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Massaker an Christen und Muslimen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Muslime und Christen haben gemeinsam, dass sie im letzten Jahrzehnt Opfer beispielloser Massaker wurden: Muslime 2002 im Bundesstaat Gujarat, Christen 2008 im Bundesstaat Odisha (fr\u00fcher Orissa). Hinduextremisten w\u00fcteten in ihren Siedlungsgebieten, brandschatzten, mordeten, vergewaltigten. Die Schuld wurde jeweils den Opfern zugeschoben. Die Regierung lie\u00df die Hindumobs tagelang, teils sogar wochenlang, ungehindert w\u00fcten. Beide Verfolgungswellen wurden bis heute nicht restlos aufgekl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gesetze sch\u00fcren Klima des Hasses<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche Massaker geschehen nicht einfach aus heiterem Himmel. Sie sind nur in einem Klima des Hasses m\u00f6glich, das heute verbreiteter ist denn je und auch von ungerechten Gesetzen gesch\u00fcrt wird. Diese Gesetze tragen den irref\u00fchrenden Titel \u00abReligionsfreiheitsgesetze\u00bb, sind aber treffender als \u00abAntikonversionsgesetze\u00bb zu bezeichnen. In sechs Bundesstaaten \u2013 darunter auch in Gujarat und Odisha, den Schaupl\u00e4tzen der Massaker von 2002 und 2008 \u2013 sind Antikonversionsgesetze in Kraft. Anstatt die Religionsfreiheit zu sch\u00fctzen, schr\u00e4nken sie diese empfindlich ein, indem sie Hindus den Religionswechsel nur unter hohen Auflagen gestatten: Die Beh\u00f6rden m\u00fcssen zum Beispiel \u00fcber die Konversion informiert werden, was f\u00fcr den Konvertiten schwerwiegende Konsequenzen haben kann: Drohungen, Diskriminierung im Alltag, \u00dcberf\u00e4lle, bis hin zum Mord. Im September 2013 wurde Laxmi Sovi, eine Witwe aus Chhattisgarh, die zum Christentum konvertiert war, in ihrem Haus brutal zusammengeschlagen, weil sie sich weigerte, zum Hinduismus zur\u00fcckzukehren. Auch Pastoren werden Opfer von solchen Angriffen, da man ihnen vorwirft, mit unlauteren Mitteln zu missionieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorgebliches Ziel der Gesetze ist es zu verhindern, dass sich Menschen unter Zwang bekehren. Zu Verurteilungen wegen Zwangsbekehrungen kommt es jedoch praktisch nie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gesetze dienen gewaltbereiten Hinduextremisten aber immer wieder als Vorwand, um Bekehrungen zu verhindern und Angeh\u00f6rige von Minderheitenreligionen anzugreifen. Der Vorwurf der Zwangskonversion hat beim Massaker von 2008 im Bundesstaat Odisha eine Rolle gespielt und wird bis heute bei vielen Angriffen als Rechtfertigung bem\u00fcht. Wenn es in einer Region zu mehreren Konversionen kommt und die Kirchen wachsen, wird schnell der Verdacht laut, dass Zwangskonversionen durchgef\u00fchrt werden. Im Januar 2014 wurde Pastor Orucanti Sanjeevi in seinem Haus in Vikarabad, Bundesstaat Andhra Pradesh, derart brutal zusammengeschlagen, dass er wenige Tage sp\u00e4ter im Krankenhaus an seinen Verletzungen starb. Die Angreifer, Angeh\u00f6rige der hinduistischen Vahini-Gruppe, hatte ver\u00e4rgert, dass sich das Christentum in der Gegend ausbreitete. Solche Vorf\u00e4lle sind in den Bundesstaaten mit Antikonversionsgesetzen besonders h\u00e4ufig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>T\u00e4ter werden nicht bestraft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Staat tr\u00e4gt mit seinem z\u00f6gerlichen Vorgehen gegen die T\u00e4ter viel dazu bei, dass solche Attacken kein Ende nehmen. Nur ein Bruchteil der Angreifer, die 2008 in Odisha 50\u2009000 Christen aus ihrem Zuhause vertrieben und 100 Menschen t\u00f6teten, wurde wegen ihrer Taten verurteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kommt auch immer wieder vor, dass Hinduextremisten einen Pastor unter dem Vorwand der Zwangskonversion von Hindus \u00fcbel zurichten und dann auf einen Polizeiposten schleppen. Anstatt die Schl\u00e4ger zur Rechenschaft zu ziehen, wird das Opfer bedr\u00e4ngt. Im Oktober 2013 zum Beispiel wurde der 23-j\u00e4hrige Bibelsch\u00fcler Shyam Sunder in Milan Patra, Chhattisgarh, brutal zusammengeschlagen. Sein Pastor, Arun Toppo, wandte sich daraufhin an die Polizei, um Anzeige zu erstatten. Dort wurde ihm gedroht, er solle mit den Gottesdiensten aufh\u00f6ren, sonst werde man gegen ihn Anzeige erstatten. Die Polizei zwang den Pastor zu unterschreiben, dass er keine Anzeige gegen die Angreifer erstatten werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Straflosigkeit der T\u00e4ter ermutigt einerseits diese dazu, religi\u00f6se Minderheiten weiter zu attackieren. Andrerseits sch\u00fcchtert sie die religi\u00f6sen Minderheiten ein, weil diese sich den Hinduextremisten schutzlos ausgeliefert sehen. Die indische Regierung hat sich in ihrer Verfassung und v\u00f6lkerrechtlich dazu verpflichtet, Religionsfreiheit zu gew\u00e4hrleisten. Damit diese auch f\u00fcr religi\u00f6se Minderheiten gilt, m\u00fcssen die Antikonversionsgesetze abgeschafft und gewaltt\u00e4tige Hinduextremisten bestraft werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Autoren: Adrian Hartmann | Luise Fast<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Morning Star News<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.csi-de.de\/antikonversionsgesetze.php?nvd=568&amp;nvdp=10\">Bitte fordern Sie den indischen Pr\u00e4sidenten auf, die Antikonversionsgesetze zu bek\u00e4mpfen und gewaltt\u00e4tige Hinduextremisten zu bestrafen.\u00a0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis heute sind in Indien Gesetze in Kraft, die religi\u00f6se Minderheiten benachteiligen. Hinduextremisten nutzen die menschenrechtsverletzenden Gesetze, um gegen sie vorzugehen. Indien ist die gr\u00f6\u00dfte Demokratie und wird bald das bev\u00f6lkerungsreichste Land der Welt sein. Zwar sind 80 % der Bev\u00f6lkerung Hindus. 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