{"id":1044,"date":"2007-06-03T00:51:58","date_gmt":"2007-06-02T22:51:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1044"},"modified":"2009-09-04T16:48:58","modified_gmt":"2009-09-04T14:48:58","slug":"das-christuskind-mit-dem-bade-ausschutten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=1044","title":{"rendered":"Das Christuskind mit dem Bade aussch\u00fctten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Christuskind mit dem Bade aussch\u00fctten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland stellt die &#8222;Bibel in gerechter Sprache&#8220; das Bekenntnis in Frage. Ein Blick in die Geschichte der &#8222;gerechten Sprache&#8220; verr\u00e4t, da\u00df diese M\u00e4ngel beabsichtigt sind. Und wie es m\u00f6glich war, eine \u00dcbersetzung zu finanzieren, die nie von einem kirchlichen Gremium autorisiert wurde.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man im Zusammenhang mit der Aufgabe einer \u00dcbersetzung von Gerechtigkeit sprechen will, dann in dem Sinne, da\u00df eine \u00dcbersetzung dem zu \u00fcbersetzenden Text gerecht werden mu\u00df. Doch die Herausgeber der Bibel in &#8222;gerechter Sprache&#8220; verst\u00fcnden das Gegenteil darunter, n\u00e4mlich &#8222;vorgefa\u00dfte Meinungen, die in den Text hineingetragen werden&#8220;. So lautet der Ratsbeschlu\u00df der EKD vom 31. M\u00e4rz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Zentrum dieser &#8222;vorgefa\u00dften Meinungen&#8220; steht die Grundannahme der feministischen Theologie: Das Christentum sei urspr\u00fcnglich frauenfreundlich gewesen, aber schon in der Bibel &#8222;patriarchal deformiert&#8220; worden. Und aus der feministischen Linguistik, die als &#8222;parteiliche Wissenschaft&#8220; der Frauenbewegung Sprache nicht nur analysieren, sondern normieren will, stammt die &#8222;gerechte Sprache&#8220;, mit der sich die patriarchale Deformation des Christentums einfach beim \u00dcbersetzen korrigieren l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ursprung dieser Idee liegt in Amerika. In den Vereinigten Staaten startete 1848 die erste Welle der Frauenbewegung mit der Verabschiedung der Frauenrechtskonvention von Seneca Falls, verfa\u00dft von Elisabeth Cady Stanton (1815-1902). Sie war nicht nur die erste Frauenaktivistin, sondern begr\u00fcndete 1895 mit der &#8222;Woman&#8217;s Bible&#8220; auch die feministische Theologie. Die zweite Welle nahm ihren Anfang in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, nachdem Pille und Geburtenplanung schlagartig die biologisch bedingte Abh\u00e4ngigkeit der Frauen beendet hatten und sie der Arbeitswelt uneingeschr\u00e4nkt zur Verf\u00fcgung stellten. War es vor hundert Jahren den Suffragetten noch um Grundfreiheiten wie Besitzrecht, Sorgerecht und Wahlrecht gegangen, forderten die Feministinnen nun die Beseitigung aller Diskriminierungen und Rollenklischees. Dazu wurden in der Politik Frauenquoten durchgesetzt und alle Bereiche der Gesellschaft durchleuchtet, um mit dem Vorurteil aufzur\u00e4umen, das Geschlecht bestimme die soziale Rolle, und andererseits das M\u00e4nnliche als gewaltt\u00e4tig zu entlarven, wo es nur geht. In Amerika kontrolliert inzwischen eine Art Sprachpolizei das Verlags- und Bildungswesen auf frauen- und minderheitengerechte Ausdr\u00fccke und Inhalte. Die New Yorker Professorin Diane Ravitch, einst Staatssekret\u00e4rin im Washingtoner Erziehungsministerium, hat in ihrem Buch (&#8222;The Language Police: How Pressure Groups Restrict What Students Learn&#8220;) eine Reihe absurder Beispiele dieser Zensur gesammelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch mehr davon bietet die deutsche &#8222;Bibel in gerechter Sprache&#8220;. Dort werden Leben und Glauben im alten Israel und der Urgemeinde den Idealen und Absichten der \u00dcbersetzerinnen unterworfen. Die Bedeutung von Frauen wird selbst in Texten sichtbar gemacht, in denen Frauen gar nicht vorkommen. So tauchen beim \u00dcbersetzen pl\u00f6tzlich J\u00fcngerinnen, Apostelinnen,\u00a0Pharis\u00e4erinnen, Z\u00f6llnerinnen oder Hirtinnen auf. Gottvater wird in eine &#8222;ER SIE&#8220; oder &#8222;SIE ER&#8220; verwandelt, der Sohn in &#8222;Gottes Kind&#8220;, der Geist in &#8222;die Geistkraft&#8220;. Als Anrede ist &#8222;Vater&#8220; nur mit dem Zusatz &#8222;und Mutter&#8220; erlaubt, und &#8222;Herr&#8220; soll ganz gemieden werden. Fast restlos verschwinden Hoheitstitel wie &#8222;Christus&#8220; oder &#8222;Menschensohn&#8220; in einem herrschaftsfreien Raum. Und im entmilitarisierten Himmel werden die Heerscharen zum &#8222;Chor&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dfer in Victor Golds Edition des Neuen Testaments und der Psalmen von 1995 findet sich nichts davon in den 16 amerikanischen Bibel\u00fcbersetzungen in &#8222;geschlechtsneutraler&#8220; oder &#8222;inklusiver&#8220; Sprache, die zwischen 1983 und 1996 erschienen sind. Da\u00df im Land der Reformation deutsche Sprachbereinigerinnen das extremste Beispiel noch \u00fcberbieten, das Christuskind mit dem Bade aussch\u00fctten und Gottvater einer Geschlechtsoperation unterziehen, h\u00e4ngt mit der Entstehungsgeschichte der &#8222;Bibel in gerechter Sprache&#8220; zusammen. Sie ist kein Kind des Konsenses, sondern des Kampfes. In ihr spiegeln sich 30 Jahre eines langen Marsches durch die Institution Kirche und das Weltbild einer wissenschaftlichen Parallelgesellschaft: der feministischen Theologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste theologische Frauenforschungsprojekt in Deutschland hatten 1974 Hans K\u00fcng und Elisabeth Moltmann-Wendel gegr\u00fcndet. Moltmann-Wendel geh\u00f6rt zu einer Generation, die (bis 1964 die Ordination von Frauen erm\u00f6glicht wurde) nur als Pfarrvikarinnen Dienst tun konnte. Au\u00dferdem mu\u00dften sie ledig sein und bleiben. Als die promovierte Theologin 1952 J\u00fcrgen Moltmann heiratete, verlor sie somit die Chance auf eine kirchliche Anstellung. Nicht anders erging es Luise Schottroff 1961 bei ihrer Eheschlie\u00dfung. Auch sie wechselte in die Forschung und wurde 1969 die erste Professorin f\u00fcr Neues Testament &#8211; und Liebling der revoltierenden Studenten in Mainz. Ein Jahr sp\u00e4ter schickte ein Unbekannter ein Arbeitspapier ihres Seminars &#8222;Gleichnisse Jesu&#8220; an drei Kirchenleitungen, um ihre Bewerbung auf den vakanten Lehrstuhl von Herbert Braun zu vereiteln. Studenten und Assistenten katapultierten sie daraufhin auf Platz eins, die Professoren machten vom Vetorecht Gebrauch, die Studenten besetzten das Dekanat, der Rheinische Pr\u00e4ses Joachim Beckmann nannte die Mainzer Theologie antichristlich, und Ministerpr\u00e4sident Helmut Kohl fragte im Landtag, ob die theologische Fakult\u00e4t eine rote Zelle sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die theologische Rebellin Schottroff bedeutete das 16 weitere Jahre als au\u00dferplanm\u00e4\u00dfige Professorin, die sie als faktisches Publikationsverbot, massive Diskriminierung und Marginalisierung erlebte. 1978 konnte sie mit &#8222;Jesus von Nazareth &#8211; Hoffnung der Armen&#8220; einen Bucherfolg landen. Damit gelang ihr auch, ihre Verkn\u00fcpfung von Befreiungstheologie mit der sogenannten materialistischen Bibellekt\u00fcre unter dem Schlagwort &#8222;sozialgeschichtlich&#8220; in die deutsche Exegese einzuf\u00fchren. Von dort zur feministischen Exegese ist nur ein kleiner Schritt, den sie vollzog, nachdem sie sich Elisabeth Moltmann-Wendels losem Netzwerk feministisch interessierter Theologinnen angeschlossen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem folgte 1986 die Gr\u00fcndung der &#8222;European Society of Women in Theological Research (ESWTR)&#8220;, des ersten rechtsf\u00f6rmlichen Zusammenschlusses feministischer Theologinnen. B\u00e4rbel von Wartenberg-Potter, die bis 1985 beim \u00d6kumenischen Rat der Kirchen die Abteilung &#8222;Frau in Kirche und Gesellschaft&#8220; geleitet hatte, lud dazu 25 Gr\u00fcndungsmitglieder ins schweizerische Magliaso ein. Mittlerweile geh\u00f6ren der Vereinigung \u00fcber 500 Theologinnen an. Aus diesem feministischen Forscherinnenpool stammen die meisten \u00dcbersetzerinnen der &#8222;Bibel in gerechter Sprache&#8220;. Sie wurden erg\u00e4nzt durch Luise Schottroffs m\u00e4nnliche Koautoren aus ihren &#8222;sozialgeschichtlichen&#8220; Publikationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unterhalb dieser akademischen H\u00f6hen drang die feministische Theologie in die traditionelle Frauenarbeit ein. Zun\u00e4chst \u00fcber die Zeitschrift &#8222;Anhaltspunkte&#8220; des Deutschen Evangelischen Frauenbundes, ab 1983 dann \u00fcber die &#8222;Schlangenbrut&#8220;, so etwas wie eine theologische &#8222;Emma&#8220;. 1979 erl\u00e4uterte die Berliner Pfarrerin Susanne Kahl (heute Leiterin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg) ihren Leserinnen in &#8222;Feministische Theologie &#8211; eine befreiende Entdeckung&#8220; erstmals, warum das Christentum &#8222;patriarchal deformiert&#8220; sei, und ein Jahr sp\u00e4ter lasen sie in der deutschen \u00dcbersetzung des Buchs der katholischen Professorin Mary Daly, &#8222;Jenseits von Gottvater, Sohn &amp; Co.&#8220;, da\u00df Frauen an keinen M\u00e4nnergott glauben k\u00f6nnen. Dalys Umkehrschlu\u00df &#8222;Wenn Gott m\u00e4nnlich ist, dann ist das M\u00e4nnliche Gott&#8220;, wurde zum meistzitierten Satz feministischer Theologie. 1999 verlor die exkommunizierte Katholikin am Boston College \u00fcbrigens ihre Lehrerlaubnis wegen Geschlechterdiskriminierung, nachdem sie sich jahrelang geweigert hatte, m\u00e4nnliche Studenten zu unterrichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland war das 1989 bereits Elga Sorge widerfahren, der Verfasserin des &#8222;Mutterunsere&#8220;, und wenig sp\u00e4ter auch Jutta Voss, die neben Jesu Blut das Blut der Frauen anbetete. Beim Amtsverlust der beiden H\u00e4retikerinnen wurde erstmals die Bekenntniswidrigkeit feministischer Theologie von evangelischen Bisch\u00f6fen festgestellt. Elga Sorge wollte daraufhin eine eigene &#8222;Kirche der Frauen&#8220; gr\u00fcnden, die sich in &#8222;Hexenkonventen&#8220; organisierte. Doch ihre prominenten Schwestern Dorothee S\u00f6lle, Elisabeth Moltmann-Wendel oder Luise Schottroff machten dabei nicht mit. Heute leitet Elga Sorge die Seniorenarbeit in der FDP in Niedersachsen, w\u00e4hrend Jutta Voss nahe T\u00fcbingen das &#8222;Haus Menucha&#8220; betreibt, ein &#8222;Ausbildungszentrum f\u00fcr weibliche Mythologie&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz ihrer Bekenntniswidrigkeit \u00fcberlebte die G\u00f6ttin-Spiritualit\u00e4t. Als ein &#8222;SIE ER&#8220;-Zwitterwesen-Kompromi\u00df wurde sie geduldet und sogar kanonisiert, in praktisch letzter Minute: Als in Berlin die Mauer fiel, beschlo\u00df die 7. Synode der EKD auf ihrer 6. Tagung in Bad Krozingen neben Quotenzielen, da\u00df Gott als ein Du anzureden sei, &#8222;das in weiblicher und m\u00e4nnlicher Form symbolhaft beschrieben werden kann&#8220;. In den achtziger Jahren bem\u00fchten sich feministische Theologinnen, das im Alten Testament angeblich &#8222;verborgene Matriarchat&#8220; freizulegen. Dem Judentum wurde die Zerst\u00f6rung heidnischer G\u00f6ttinnen-Kulte vorgeworfen und Jesus als Prototyp des &#8222;neuen Mannes&#8220; gesehen, der sich als Frauenfreund gegen seine patriarchalische j\u00fcdische Umwelt gestellt habe. Das provozierte den Widerspruch j\u00fcdischer Feministinnen &#8211; bis hin zum Antisemitismusvorwurf. Die Matriarchatstheologinnen \u00fcbten umgehend Selbstkritik. Seither ist die Beachtung des j\u00fcdisch-christlichen Dialogs ein integraler Bestandteil feministischer Theologie und &#8222;gerechter Sprache&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtigstes Experimentierfeld dieser Sprachregelungen wurde der Kirchentag. Von 1989 an wurden hier f\u00fcr alle Bibelarbeiten neue \u00dcbersetzungen in urtextgerechter, frauengerechter, j\u00fcdinnengerechter und gegenwartsgerechter Sprache parallel zum Luthertext angeboten. Zwischen 1997 und 2001 erschienen alternative Agenden und Lektionare mit allen Predigttexten beim G\u00fctersloher Verlag. Herausgeber der vierb\u00e4ndigen Reihe &#8222;Der Gottesdienst. Liturgische Texte in gerechter Sprache&#8220; waren Hanne K\u00f6hler von der Frankfurter Beratungsstelle f\u00fcr Gestaltung und ihr Pf\u00e4lzer Kollege Erhard Domay. Der &#8222;konsequente n\u00e4chste Schritt&#8220;, so K\u00f6hler, war die &#8222;gerechte&#8220; \u00dcbersetzung der kompletten Bibel. Hierf\u00fcr h\u00e4tte allerdings der Bertelsmann-Konzern tief in die Tasche greifen m\u00fcssen und sich damit der Gefahr ausgesetzt, einen teuren Ladenh\u00fcter zu produzieren; es sei denn, das unternehmerische Risiko lie\u00dfe sich auf Sponsoren abw\u00e4lzen, die das Marketing gleich mit \u00fcbern\u00e4hmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Coup gelang. Am 8. Mai 2001 beschlo\u00df die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die Projektstelle &#8222;Bibel f\u00fcr das neue Jahrtausend&#8220;. Sie sollte f\u00fcr die angeblich &#8222;genuin kirchliche&#8220; \u00dcbersetzungsaufgabe einen &#8222;kirchlichen Kontext&#8220; schaffen. Durch diesen &#8222;Kontext&#8220; bekam die Verlagsgruppe Random House, wie der Konzern jetzt hie\u00df, die fertige \u00dcbersetzung zum Nulltarif, subventioniert aus Kirchensteuern mit einem Stellenetat von etwa 200.000 Euro, dem Honorarverzicht der 52 \u00dcbersetzer im Gegenwert von weiteren 200.000 Euro und noch einmal 400.000 Euro Spenden. W\u00e4re es bei der kirchlichen Einbindung tats\u00e4chlich darum gegangen, die Christenheit zusammen- und deshalb die Theologie konsensf\u00e4hig zu halten, h\u00e4tte die Projektstelle bei der EKD eingerichtet werden m\u00fcssen. Doch w\u00e4re ein Vorhaben mit diesen \u00dcbersetzungskriterien dort nicht mehrheitsf\u00e4hig gewesen. In Hessen-Nassau war das ein Heimspiel. In der achtk\u00f6pfigen Kirchenleitung sa\u00dfen drei Frauen, die selbst bereits mit Hanne K\u00f6hler zusammen publiziert hatten: Erika G\u00f6rke 1996 ein alternatives &#8222;Glaubensbekenntnis f\u00fcr unsere Zeit&#8220;, Heidi Rosenstock 1991 das Buch &#8222;Du Gott, Freundin der Menschen&#8220;. Die Frankfurter Pr\u00f6pstin Helga Tr\u00f6sken, seit 1987 erste Frau in einem Amt mit Bischofsrang, war in Hanne K\u00f6hlers Liturgieausschu\u00df des 29. Deutschen Evangelischen Kirchentages, der 2001 in der Mainmetropole stattfand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch in derselben Woche kam es dort zum \u00f6kumenischen Eklat. Beim Feierabendmahl sollten nach Hanne K\u00f6hlers Lied &#8222;Komm, Geistin, Geist&#8220; die Einsetzungsworte in einer &#8222;unblutigen&#8220; \u00dcbersetzung gesprochen werden. Statt &#8222;dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das f\u00fcr euch vergossen wird&#8220;, sagt Jesus nun unversehens: &#8222;Schmeckt und seht, was st\u00e4rkt und zum Leben befreit.&#8220; Die Begr\u00fcndung lautete: &#8222;Wir lassen die Vorstellung, Fleisch zu essen und Blut zu trinken, endg\u00fcltig hinter uns.&#8220; Der Limburger Bischof Franz Kamphaus verbot daraufhin Katholiken die Teilnahme: &#8222;Ich bedaure sehr, da\u00df die Einladung zu einem derartigen ,Feierabendmahl&#8216; an uns ergangen ist. Wir m\u00fcssen sie ausschlagen.&#8220; Das f\u00fchrte zwar zur \u00c4nderung des Liturgieentwurfs, hielt aber die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau nicht davon ab, die Ausschu\u00dfvorsitzende Hanne K\u00f6hler ohne Ausschreibung mit der Verwaltung der Projektstelle &#8222;Bibel f\u00fcr das neue Jahrtausend&#8220; zu beauftragen &#8211; hinter der das Konzept der Bibel in &#8222;gerechter Sprache&#8220; steckte. Mit dieser personellen Entscheidung stand alles Weitere fest: die \u00dcbersetzungskriterien, die Kernmannschaft des \u00dcbersetzerteams und der Skandal nach dem Erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 03.06.2007, Nr. 22<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Christuskind mit dem Bade aussch\u00fctten F\u00fcr den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland stellt die &#8222;Bibel in gerechter Sprache&#8220; das Bekenntnis in Frage. Ein Blick in die Geschichte der &#8222;gerechten Sprache&#8220; verr\u00e4t, da\u00df diese M\u00e4ngel beabsichtigt sind. 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