{"id":10380,"date":"2014-01-08T11:22:41","date_gmt":"2014-01-08T09:22:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10380"},"modified":"2014-01-08T23:18:56","modified_gmt":"2014-01-08T21:18:56","slug":"neujahrs-gedanken-ueber-des-heilands-namen-1733-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10380","title":{"rendered":"Neujahrs-Gedanken \u00fcber des Heilands Namen (1733)"},"content":{"rendered":"<p>Br\u00fcder,\u00a0lasst uns Ihn erheben,<br \/>\nDen ihr ohne <a title=\"Gedichte Namen\" href=\"http:\/\/gedichte.xbib.de\/_Namen_gedicht.htm\">Namen<\/a> kennt;<br \/>\nAber Er mu\u00df selber geben,<br \/>\nWie man Ihn am besten nennt.<\/p>\n<p>Name \u00fcber alle Namen!<br \/>\nUnsre <a title=\"Gedichte Knie\" href=\"http:\/\/gedichte.xbib.de\/_Knie_gedicht.htm\">Knie<\/a> beugen sich.<br \/>\nGib uns, wesentliches Amen,<br \/>\nDir zu knien w\u00fcrdiglich.<\/p>\n<p>Gott! Du unbeschriebnes Wesen,<br \/>\nBliebst verschwiegen fort und fort,<br \/>\nNiemand h\u00e4tte was gelesen<br \/>\nVon Dir ohne Gottes Wort.<!--more--><\/p>\n<p>Erstgeburt der Kreaturen!<br \/>\nFang in uns zu leben an.<br \/>\nSchaff, o <a title=\"Gedichte Anfang\" href=\"http:\/\/gedichte.xbib.de\/_Anfang_gedicht.htm\">Anfang<\/a> der Naturen,<br \/>\nUns zum Werk in Gott gethan.<img decoding=\"async\" title=\"Weiterlesen \u2026\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/wordpress\/img\/trans.gif\" \/><\/p>\n<p>Mensch, Du einger <a title=\"Gedichte Mensch\" href=\"http:\/\/gedichte.xbib.de\/_Mensch_gedicht.htm\">Mensch<\/a> in Gnaden,<br \/>\nMache uns zu Dir ein Herz:<br \/>\nArzt erstatte allen Schaden;<br \/>\nSalbe! zeitige den Schmerz.<\/p>\n<p>Bild des unsichtbaren Gottes,<br \/>\nMach uns Deinem Bilde gleich;<br \/>\nStirn voll frevelhaften Spottes,<br \/>\nMach uns hart, wir sind zu weich.<\/p>\n<p>Vater derer Ewigkeiten,<br \/>\nBaue uns ein bleibend Haus;<br \/>\nSch\u00f6pfer aller guten Zeiten,<br \/>\nKaufe uns die Stunden aus.<\/p>\n<p>Kind, in Deine Wiegen-Bande<br \/>\nWickle unsre Gro\u00dfheit ein,<br \/>\nUnd la\u00df sie zur ew&#8217;gen Schande<br \/>\nVor Dir aufgehenket seyn.<\/p>\n<p>Same, fall ins Herzens H\u00f6hlen,<br \/>\nWenn sie recht erw\u00e4rmet seyn,<br \/>\nZur <a title=\"Gedichte Empf\u00e4ngnis\" href=\"http:\/\/gedichte.xbib.de\/_Empf%E4ngnis_gedicht.htm\">Empf\u00e4ngnis<\/a> vieler \u00a0 Seelen,<br \/>\nFruchtbar und empfindlich ein.<\/p>\n<p>La\u00df Dich inniglich umfangen<br \/>\nTheure <a title=\"Gedichte Liebe\" href=\"http:\/\/gedichte.xbib.de\/_Liebe_gedicht.htm\">Liebe<\/a> \u00a0 tausendmal;<br \/>\nDein erbarmendes Verlangen<br \/>\nZieht die <a title=\"Gedichte Seelen\" href=\"http:\/\/gedichte.xbib.de\/_Seelen_gedicht.htm\">Seelen<\/a> ohne\u00a0Zahl.<\/p>\n<p>Sch\u00f6nster, Deiner <a title=\"Gedichte Augen\" href=\"http:\/\/gedichte.xbib.de\/_Augen_gedicht.htm\">Augen<\/a> Blitzen<br \/>\nSchmelz die Unempfindlichkeit;<br \/>\nSeelen-Schatz, la\u00df Dich besitzen,<br \/>\nUnsre Armuth gehet weit.<\/p>\n<p>Guter <a title=\"Gedichte Freund\" href=\"http:\/\/gedichte.xbib.de\/_Freund_gedicht.htm\">Freund<\/a> g\u00f6nn&#8216;\u00a0unserm Klagen<br \/>\nImmerdar ein leises Ohr,<br \/>\nUnd bring alle unsre Plagen<br \/>\nDeinem Gott beweglich vor.<\/p>\n<p>F\u00fchrst Du gleich das Steuer-Ruder<br \/>\nDer gestirnten Monarchie,<br \/>\nBist Du dennoch unser Bruder,<br \/>\nFleisch und <a title=\"Gedichte Blut\" href=\"http:\/\/gedichte.xbib.de\/_Blut_gedicht.htm\">Blut<\/a> verkennt sich nie.<\/p>\n<p>W\u00e4rst Du nicht, du lieber Buhle,<br \/>\nWas Du bist, Du w\u00fcrdst es erst.<br \/>\nLiebe riss Dich noch vom Stuhle,<br \/>\nWeil Du unter uns geh\u00f6rst.<\/p>\n<p>Hat sich nicht Dein <a title=\"Gedichte Herz\" href=\"http:\/\/gedichte.xbib.de\/_Herz_gedicht.htm\">Herz<\/a> betr\u00fcbet,<br \/>\nAls es schien, Du k\u00e4mst ums Lamm,<br \/>\nDenn Du warst darein verliebet<br \/>\nTreuer als kein Br\u00e4utigam.<\/p>\n<p>Nun Du dann mit blutgen K\u00e4mpfen<br \/>\nUnsre Seel erstritten hast,<br \/>\nSoll den Lobes-Schall nichts d\u00e4mpfen,<br \/>\nKeine inn- noch \u00e4ussre Last.<\/p>\n<p>Aufgestiegnes Reis von Jesse,<br \/>\nWer versetzet uns in Dich?<br \/>\nTrauben, aus der Kelter-Presse,<br \/>\nUeberf\u00fcllt uns mildiglich.<\/p>\n<p>S\u00fcsser Weinstock, la\u00df die S\u00e4fte<br \/>\nDeiner Wurzel \u00fcbergehn,<br \/>\nUnd in uns als Reben Kr\u00e4fte<br \/>\nVon der k\u00fcnftgen Welt entstehn.<\/p>\n<p>Myrrhen-B\u00fcschel, bleibe hangen<br \/>\nIn der aufgethanen Brust,<br \/>\nUnd mach unserm Haupt und Wangen<br \/>\nDeine Bitterkeit zur Lust.<\/p>\n<p>Baum des Lebens, la\u00df uns schmekken<br \/>\nDeiner Aepfel S\u00fc\u00dfigkeit,<br \/>\nUnd uns den Geschmak erwekken<br \/>\nAus der Hingesunkenheit.<\/p>\n<p>Bild der Unverweslichkeiten,<br \/>\nUnumspannter Zeder-Stamm,<br \/>\nSey uns Kirchen-Zimmerleuten<br \/>\nGut f\u00fcr allen Wurm und Schwamm.<\/p>\n<p>Liege unsren Geists-Pall\u00e4sten<br \/>\nDa zum Diamanten-Grund;<br \/>\nSey der Eckstein ihrer Festen,<br \/>\nOhne den noch nichts bestund.<\/p>\n<p>W\u00e4rst Du nur auch selbst der Tempel,<br \/>\nDa man anzubeten k\u00e4m,<br \/>\nUnd des Gottesdiensts Exempel,<br \/>\nDer dem Vater angenehm.<\/p>\n<p>Wenn wir uns zum Opfer stellen,<br \/>\nSo sey Du der Brand-Altar;<br \/>\nSey die Lampe auf den Schwellen,<br \/>\nUnd mach alles licht und klar.<\/p>\n<p>In die unersenkten Gr\u00fcnde<br \/>\nEingeworfnes Anker-Seil,<br \/>\nDu erklafterst alle Schl\u00fcnde;<br \/>\nWerde Deinem Schiff zum Heil.<\/p>\n<p>Sonne, leuchte Deinem d\u00fcstern<br \/>\nUnd verschlafnen armen Volk;<br \/>\nWerd ihm unter den Philistern,<br \/>\nNachts zum Feur und Tags zur Wolk.<\/p>\n<p>Hundertfach gekr\u00f6nter Streiter,<br \/>\nUnsre Siege zieren Dich,<br \/>\nDich, den Blut-bespritzten Reiter,<br \/>\nRitterlich, ja k\u00f6niglich.<\/p>\n<p>Wagenburg f\u00fcr unsre R\u00fcstung,<br \/>\nDrinnen unsre Seele hangt,<br \/>\nDu bist eine Wehr- und Br\u00fcstung,<br \/>\nDie mit tausend Schilden prangt.<\/p>\n<p>Schutz, umzingle unsre Mauern,<br \/>\nStein-Ritz mache uns ein Nest;<br \/>\nLeben, la\u00df uns ewig dauern;<br \/>\nSt\u00e4rke, mach uns Panzer-fest.<\/p>\n<p>Siegs-Schwert, haue alle Kr\u00e4fte<br \/>\nFinstrer Geisterschaft entzwey,<br \/>\nUnd brich durch zum Lichts-Gesch\u00e4fte,<br \/>\nBis des Kriegs ein Ende sey.<\/p>\n<p>Zeuch einher zum Dienst der Wahrheit,<br \/>\nAls ein ausgelernter Held,<br \/>\nDessen Weisheit, Kraft und Klarheit<br \/>\nStehen bleibt, wenn alles f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Rath uns, die wir irre gehen,<br \/>\nNiemals \u00fcbereilter Rath,<br \/>\nUnd damit wir wohl bestehen,<br \/>\nUnterst\u00fctz es mit der That.<\/p>\n<p>Wir mi\u00dfg\u00f6nnen auf der Reise<br \/>\nIsrael sein Manna nicht,<br \/>\nWenn nur uns die Geister-Speise,<br \/>\nBrodt vom Himmel! nicht gebricht.<\/p>\n<p>Schneller Hirsch, zu unsrer Wonne<br \/>\nSteig hernieder aus der H\u00f6h;<br \/>\nAdler, schwing uns hin zur Sonne<br \/>\nUeber die kristallne See.<\/p>\n<p>Aber, weil Du auch so niedrig,<br \/>\nAls Du hoch erhaben bist,<br \/>\nGing es Dir vor dem so widrig<br \/>\nAls es uns gegangen ist.<\/p>\n<p>Denn der Feinde M\u00f6rder-H\u00e4nde<br \/>\nHaben sich an Dich gemacht,<br \/>\nArme Hindin, und am Ende<br \/>\nDich gleich einem Lamm geschlacht&#8217;t.<\/p>\n<p>Ernste Glut der Tauben-Augen,<br \/>\nDring in unsre Augen ein,<br \/>\nDa\u00df sie nichts zu sehen taugen,<br \/>\nAls was Dir gerecht mag seyn.<\/p>\n<p>K\u00e4mpfender und nach der Ruhe<br \/>\nNun um so viel muntrer Leu,<br \/>\nLege dich daher und thue<br \/>\nWunder, und beweise Treu.<\/p>\n<p>Zieh an uns, sind wir doch Knaben,<br \/>\nUnd hilf unserm Unverstand;<br \/>\nWenn wir Unflat an uns haben,<br \/>\nWasch uns mit gesch\u00e4ftger Hand.<\/p>\n<p>Kommst Du dann, uns abzuschweiffen,<br \/>\nUnd das Wasser thut nicht gut;<br \/>\nWerde uns zur W\u00e4scher-Seifen,<br \/>\nJa, ists noth, zur Goldschmieds-Glut,<\/p>\n<p>Freund und Schmelzer, Du thust treulich,<br \/>\nUnd probierst das Gold zur Kron;<br \/>\nDenn sobald wir rein und heilig<br \/>\nWirst Du gerne unser Lohn.<\/p>\n<p>Menschen-Freund, Du bist so br\u00fcnstig,<br \/>\nLa\u00df uns wieder herzlich seyn;<br \/>\nSohn der Liebe, bleib uns g\u00fcnstig,<br \/>\nUnd nim uns ins Haus hinein.<\/p>\n<p>Haupt, regiere Deine H\u00fctte;<br \/>\nH\u00fcter, mache, da\u00df wir ruhn;<br \/>\nMeister, lehr uns grosse Schritte<br \/>\nLos auf die Vollendung thun.<\/p>\n<p>Lehrer, la\u00df es uns erreichen,<br \/>\nDa\u00df Dein Zeugnis Wahrheit ist,<br \/>\nUnd dem treuen Zeugen gleichen,<br \/>\nDer f\u00fcr andre sich vergi\u00dft.<\/p>\n<p>Werde unsrer Th\u00fcr zum Riegel,<br \/>\nGegen allen fremden Schwarm,<br \/>\nUnd ein unaufl\u00f6slich Siegel<br \/>\nAuf der Brust und auf dem Arm.<\/p>\n<p>Richte unser Herz in Zeiten,<br \/>\nEh Du unser Richter wirst,<br \/>\nUnd sey in den Ewigkeiten<br \/>\nUnser wohlgewogner F\u00fcrst.<\/p>\n<p>Hast Du k\u00f6nnen der Vers\u00fchner<br \/>\nDeiner argen Feinde seyn;<br \/>\nBleibst du wol ein treuer Diener<br \/>\nDeiner eigenen Gemein.<\/p>\n<p>Sey du Herr, wir Unterthanen;<br \/>\nDu der Priester, wir das Chor;<br \/>\nDu der Herzog, wir die Fahnen;<br \/>\nDu Prophet, und wir Dein Ohr.<\/p>\n<p>Gnaden-Stuhl, gib einen Regen;<br \/>\nKraft-Gesalbter, theile aus;<br \/>\nAn das Kreuz gehefft&#8217;ter Segen<br \/>\nUeberschatte unser Haus.<\/p>\n<p>Salomo, Dein Zepter-Stecken<br \/>\nWink uns gn\u00e4diglich herbey;<br \/>\nJosua, der Feinde Schrecken,<br \/>\nMach uns von der S\u00fcnde frey.<\/p>\n<p>Hochgeborner Weibes-Samen,<br \/>\nHeilger F\u00fcrst Melchisedech,<br \/>\nTrage alle unsre Namen<br \/>\nAuf dem Hohenpriester-Blech.<\/p>\n<p>Du von Millionen Wagen<br \/>\nIn die Luft Begleiteter,<br \/>\nUnd zu Deinem Stuhl getragen,<br \/>\nUnd zur Kraft Erh\u00f6heter!<\/p>\n<p>Hier blieb mir die Zunge kleben,<br \/>\nWeil sie noch nicht himmlisch war;<br \/>\nJesus, Gott mit uns, soll leben,<br \/>\nWelch ein Name! Er ists gar.<\/p>\n<p><em>Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1733)<br \/>\n<\/em><em>Aus der Sammlung &#8222;Teutsche Gedichte&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Br\u00fcder,\u00a0lasst uns Ihn erheben, Den ihr ohne Namen kennt; Aber Er mu\u00df selber geben, Wie man Ihn am besten nennt. Name \u00fcber alle Namen! Unsre Knie beugen sich. Gib uns, wesentliches Amen, Dir zu knien w\u00fcrdiglich. Gott! 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