{"id":10341,"date":"2013-12-26T12:34:14","date_gmt":"2013-12-26T10:34:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10341"},"modified":"2013-12-26T12:34:14","modified_gmt":"2013-12-26T10:34:14","slug":"alle-jahre-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10341","title":{"rendered":"Alle Jahre wieder?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe es satt, alle Jahre wieder zu Weihnachten so zu tun, als ob Jesus noch das kleine Wickelkind w\u00e4re. Ich fand es schon immer ekelhaft, wenn jemand die Jugendzeit eines ber\u00fchmten Mannes beschreibt, sagen wir mal des Herrn Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe, und so ganz treuherzig sagt: \u00abAls der kleine Wolfgang noch in die Schule ging &#8230;\u00bb Was heisst hier \u00abder kleine Wolfgang\u00bb? Diese Kumpelhaftigkeit finde ich echt bl\u00f6de. Und genauso geht es mir auf die Ketten, wenn zu Weihnachten vom \u00abJesulein\u00bb die Rede ist. Der ist doch kein S\u00e4ugling mehr, der im St\u00e4llchen, im Kuhst\u00e4llchen bei Ochs und Eselein in einem Krippelein liegt. Nein, er liegt nicht mehr in der Krippe. Er h\u00e4ngt nicht mehr am Kreuz. Er liegt nicht mehr im Grab. Sondern er ist auferstanden. Er steht vor dir und stellt dich vor die Entscheidung, ob du ihn als den Herrn deines Lebens annehmen willst. Ich habe es satt, alle Jahre wieder so zu tun, als ob dieser Mann und diese Geburtstagsfeier eine harmlose Angelegenheit w\u00e4re. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem alten Weihnachtslied heisst es:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abUnd wer dies Kind, mit Freuden umfangen, k\u00fcssen will, muss vorher mit ihm leiden gross Pein und Marter\u00a0 viel.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich f\u00fcrchte, das haben viele ganz vergessen. Die grosse Party, die wollen alle. Aber die grosse Pein? Vielen ist es ja schon peinlich, wenn rauskommt, dass sie \u00fcberhaupt etwas mit Kirchen zu tun haben und sie am Heiligabend in eine Kirche gehen. Du kannst doch nicht zur Geburtstagsparty von Jesus gehn und sonst so tun, als h\u00e4ttest du mit ihm nichts zu tun. Du kannst doch nicht den holden Knaben mit dem lockigen Haar anerkennen und den geschm\u00e4hten Mann mit der Dornenkrone ablehnen. Du kannst Jesus nicht zerteilen. Es gibt doch nicht zwei Jesusse \u2013 einen niedlichen und einen blutigen. Das ist doch jedes Mal derselbe. Und jedes Mal, wenn von ihm die Rede ist, an seinem Geburtstag oder an seinem Sterbetag, stehst du vor derselben Frage: Willst du ihn als Herrn annehmen? Es geht immer um eine Entscheidung. Eine Entscheidung f\u00fcr Jesus hat immer Konsequenzen. Und die sind nicht immer harmlos. Zum Beispiel kann es dir passieren, dass du dich in unserer Gesellschaft unm\u00f6glich machst, wenn du im Namen von Jesus f\u00fcr die Schw\u00e4chsten, also f\u00fcr die ungeborenen Kinder, eintrittst und mit Dietrich Bonhoeffer sagst: \u00abAbtreibung ist Mord.\u00bb Da wirst du sehen, dass in unserer angeblich toleranten Gesellschaft Schluss ist mit lustig. Weihnachten ist nicht nur ein Anlass, um R\u00e4ucherkerzen zu verbrennen. Es ist auch ein Anlass, sich den Mund zu verbrennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe es satt, alle Jahre wieder so zu tun, als ob alles in Butter w\u00e4re, als ob der Geburtstag von Jesus bloss noch dazu da w\u00e4re, dass wir unsere Butterstollen mampfen. Nat\u00fcrlich, zu Weihnachten futtern wir was Besseres als Bratkartoffeln mit S\u00fclze. Da trinken wir was Besseres als \u2019ne Cola mit Schuss. Na, das m\u00f6chte sein! Wir haben wahrhaftig allen Grund zum Feiern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn dass Jesus in unsere Welt gekommen ist, ist das erfreulichste Ereignis der Weltgeschichte. Wir d\u00fcrfen nur nicht vergessen, warum er gekommen ist: um die Welt zu retten. Und die war noch nie so kaputt wie heute, im Zeitalter von Fortschritt und Menschenrechten. 1948 haben die Vereinten Nationen die \u00abAllgemeine Erkl\u00e4rung der Menschenrechte\u00bb beschlossen. Aber bis zum heutigen Tag gibt es r\u00fccksichtslose Tyrannen, die um ihrer machtpolitischen Ziele willen die Rechte der Menschen mit F\u00fcssen treten wie der Kaiser Augustus. Bis zum heutigen Tag werden Millionen als Fl\u00fcchtlinge hin- und hergeschubst, obdachlos und unerw\u00fcnscht wie Maria und Josef. Bis zum heutigen Tag werden Millionen wegen ihrer Hautfarbe, ihres Glaubens, ihrer sozialen Stellung verachtet wie die Hirten von Bethlehem. Bis zum heutigen Tag wird in vielen Mitgliedstaaten der UNO die Folter angewendet, und Gott allein weiss, wie viele in Straflagern und Gef\u00e4ngnissen sitzen, weil sie vom Menschenrecht der freien Meinungs\u00e4usserung Gebrauch gemacht haben. Und unter denen, die Weihnachten hinter Gittern verbringen, sind vor allem viele Christen. Die wollen wir mal nicht vergessen. \u001f<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfr. Dr. Theo Lehmann<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.ethos.ch\">Ethos<\/a>, 12\/2013 (30. Jahrgang)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe es satt, alle Jahre wieder zu Weihnachten so zu tun, als ob Jesus noch das kleine Wickelkind w\u00e4re. 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