{"id":10302,"date":"2013-12-10T10:20:57","date_gmt":"2013-12-10T08:20:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10302"},"modified":"2013-12-10T10:20:57","modified_gmt":"2013-12-10T08:20:57","slug":"die-seligpreisungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10302","title":{"rendered":"Die Seligpreisungen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bergpredigt ist ein Kosmos f\u00fcr sich. Viele haben sie schon f\u00fcr ihre Zwecke auszunutzen versucht. Politiker erkl\u00e4rten, sie k\u00f6nnten nicht mit der Bergpredigt regieren. Revolution\u00e4re beriefen sich auf sie. Pazifisten sahen in ihr das Manifest gegen den Krieg. Kritische Geister f\u00fchlten sich in ihrem Spott \u00fcber Jesus best\u00e4tigt. Strenge M\u00f6nche fanden in ihr die kl\u00f6sterlichen Ideale Gehorsam, Keuschheit und Armut verk\u00f6rpert.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch was ist die Bergpredigt wirklich? Sie ist das Lebensprogramm f\u00fcr die Nachfolger Jesu. Sie f\u00fchrt zu einem Leben unter Gottes guter Herrschaft. Inmitten einer Welt, die nur sich selber kennt, ist die Christenheit zu einem Lebensstil berufen, der von Glaube und Liebe gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu wem spricht Jesus? Das steht deutlich am Anfang der Bergpredigt: \u201eAls er aber das Volk sah, ging er auf den Berg und setzte sich, und seine J\u00fcnger traten zu ihm. Und er tat seinen Mund auf und lehrte sie\u201c. Diese Predigt hat der Herr seinen J\u00fcngern gehalten, um sie in seine Nachfolge zu rufen und sie daf\u00fcr vorzubereiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann deshalb die Bergpredigt nur dann richtig verstehen, wenn man selber Nachfolger Jesu ist. Was Nachfolge ist, sagt der Herr in Matth. 4,17-19: Zu ihm umkehren und das Leben mit ihm teilen. Dann empf\u00e4ngt man den Heiligen Geist. Dann findet man Freude und Geschmack an diesem neuen Leben, das Gott die Ehre gibt und das Beste f\u00fcr den N\u00e4chsten sucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Volk steht am Rand. Es findet keinen Zugang zu dieser gewaltigen Rede. Matth\u00e4us berichtet, da\u00df es sich entsetzte und emp\u00f6rte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer nach dem Gesetz \u201eWie du mir, so ich dir\u201c lebt, der hat f\u00fcr die Aufforderung zur Feindesliebe nur ein m\u00fcdes L\u00e4cheln \u00fcbrig (Matth. 5,44). Wer seine innere Heimat noch in dieser Welt hat, dem erscheint es als eine unbegreifliche Zumutung, da\u00df er zuallererst nach Gottes Reich trachten soll (6,33). Wer gewohnt ist, sich zu nehmen, was er braucht, h\u00e4lt das andauernde und dringliche Gebet f\u00fcr vergebliche Liebesm\u00fche (7,7).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An der Bergpredigt entscheidet sich, wer wir sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ort der Bergpredigt ist \u201eder Berg\u201c. Matth\u00e4us meint einen bestimmten Berg, aber er nennt uns nicht den Namen. Heilige Orte braucht die Christenheit nicht, denn sie kennt den heiligen Namen Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Berg ist in der Bibel oft die St\u00e4tte einer besonderen Gottesoffenbarung. Wir brauchen nur an den Sinai, den Berg der Verkl\u00e4rung oder an den \u00d6lberg zu denken. Was Jesus auf \u201edem Berg\u201c predigte, ist also eine besondere g\u00f6ttliche Offenbarung. Hier geht es um nichts Geringeres als um die Leitlinien des neuen Lebens unter Gottes Herrschaft. Die feierliche Situation ist deutlich: Der Herr setzt sich. Die J\u00fcnger treten zu ihm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Selig sind, die da geistlich arm sind, denn ihrer ist das Himmelreich.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bergpredigt beginnt mit den Seligpreisungen. Der Evangelist setzt sie als Leitwort bewu\u00dft an den Anfang. Wir d\u00fcrfen den Begriff \u201eSeligpreisungen\u201c nicht mi\u00dfverstehen. Diese Verhei\u00dfungen sollen keine \u201eseligen\u201c Gef\u00fchle vermitteln. Es handelt sich hier vielmehr um verbindliche Zusagen Gottes an Menschen, die ihre alten Lebensziele verlassen (\u201eumkehren\u201c) und bei Jesus Christus ihren neuen Lebenssinn suchen und finden (\u201enachfolgen\u201c).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wahrheit der Seligpreisungen erweist sich in unserem Leben in dem Ma\u00dfe, in dem wir im Glauben unsere konkreten Alltagsentscheidungen auf sie gr\u00fcnden. Wenn wir uns zur Nachfolge Jesu entschlie\u00dfen, gilt fortan in unserem Leben: Du darfst dich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, denn Gott ist dein K\u00f6nig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man die Seligpreisungen liest, z\u00e4hlt man acht oder neun Zusagen. Zwei Beobachtungen sprechen aber daf\u00fcr, eine Siebenzahl und die erste Seligpreisung als \u00dcberschrift anzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Siebenzahl als Zahl der g\u00f6ttlichen F\u00fclle ist angesichts der Absicht der Bergpredigt, ein komplettes Lebensprogramm f\u00fcr die Nachfolger Jesu zu sein, wahrscheinlicher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Verhei\u00dfungen der ersten und achten Seligpreisung (\u201e&#8230;ihnen gilt die K\u00f6nigsherrschaft Gottes\u201c) sind gleich. Diese Wiederholung erkl\u00e4rt sich am besten dadurch, da\u00df man die erste Seligpreisung als \u00dcberschrift versteht. Der Zuspruch der Gottesherrschaft ist seinem Inhalt nach die Zusammenfassung aller Einzelverhei\u00dfungen (vgl.Matth. 4,17).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir die erste Seligpreisung (Matth. 5,3) als \u00dcberschrift verstehen, wird ihr Inhalt noch gewichtiger. Jesus spricht seinen Nachfolgern Anteil an der K\u00f6nigsherrschaft Gottes zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Begriff \u201eHerrschaft\u201c ist belastet durch die jahrtausendealte Erfahrung menschlicher Willk\u00fcrherrschaft. Gottes Herrschaft ist ganz anders. Sein Wesen ist Liebe. Seine Arbeit ist F\u00fcrsorge. In seiner Herrschaft pr\u00e4gt sich seine g\u00f6ttliche Herrlichkeit ab. Wenn Gott die Regie \u00fcber unser Leben \u00fcbernimmt, dann wird er uns jederzeit das Beste geben. Nicht immer das, was wir wollen, aber immer das, was wir brauchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Voraussetzung daf\u00fcr, da\u00df Gott seine gute Herrschaft \u00fcber unser Leben \u00fcbernimmt, formuliert Jesus denkbar knapp. Wir m\u00fcssen \u201egeistlich arm\u201c sein. Selbstverst\u00e4ndlich ist das kein Lob mangelnder Klugheit. Hier geht es um nichts anderes als um die von Jesus grunds\u00e4tzlich geforderte Lebens\u00e4nderung: \u201eKehrt um!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weltmensch vertraut auf seinen Geist, auf seine Erfahrungen und Kenntnisse. Der Nachfolger Jesu ist mi\u00dftrauisch gegen\u00fcber seinem Geist, er vertraut auf den Heiligen Geist. Geistliche Armut im Sinne der Bergpredigt ist also nichts anderes als die Demut des Herzens vor Gott. Sie ist das andauernde Eingest\u00e4ndnis, nicht aus eigener Kraft und Klugheit vor Gott und den N\u00e4chsten richtig leben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getr\u00f6stet werden.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solange wir unter den Bedingungen unseres Leibes und dieser gefallenen Welt leben, bleiben uns Leid und Traurigkeit nicht erspart. Jesus verhei\u00dft uns nicht, da\u00df er die Ursachen von Leid und Traurigkeit von uns fernh\u00e4lt, sondern da\u00df Gott uns tr\u00f6sten wird. Christen werden nicht <i>vor<\/i> Schwierigkeiten und N\u00f6ten bewahrt, sondern <i>in<\/i> ihnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zeitform der Zusage ist die Zukunft. Das bedeutet aber nicht, da\u00df Gott uns seinen Trost erst in der Herrlichkeit bei ihm spendet. Er ist der \u201eGott des Trostes\u201c, hier und jetzt (2. Kor. 1,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser menschlicher Leib verursacht eine Menge an Leid und Traurigkeit. Seit dem S\u00fcndenfall wohnen im Leib egoistische Begierden und Leidenschaften, er wird regiert von einem Verstand, der unf\u00e4hig ist, das zu denken, was in Gottes Augen gut ist (R\u00f6m. 1,22-32), und er ist von Hinf\u00e4lligkeit, Krankheit und Tod gekennzeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachfolger Jesu leiden darunter, da\u00df die S\u00fcnde, die in ihrem Leib verwurzelt ist, sie immer wieder zu Tr\u00e4gkeit und Lieblosigkeit verf\u00fchrt. Sie k\u00e4mpfen, da\u00df ihr Leib sich nach dem Willen des Heiligen Geistes richtet (1. Kor. 9,27). Sie sehnen sich danach, mit einem himmlischen Herrlichkeitsleib \u00fcberkleidet zu werden (2. Kor. 5,2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso legt uns unser Leben in dieser gefallenen Welt viel Leid und Traurigkeit auf. Zusammen mit allen anderen Menschen sind auch die Christen den Begierden und Boshaftigkeiten anderer ausgesetzt. Dazu kommen noch Ablehnung und Feindschaft um des Glaubens willen, so wie es die letzte Seligpreisung in Aussicht stellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Botschaft der Bibel sind wir auf dieses zweifache Leiden vorbereitet. Die biblische Lehre vom Menschen zeigt uns, da\u00df er im Kern seines Wesens nicht gut, sondern b\u00f6se ist. Und was das Leiden um des Glaubens willen betrifft, so wissen wir von den Glaubensv\u00e4tern wie z.B. Joseph oder Daniel, da\u00df die Welt die Liebe Gottes mit Ha\u00df beantwortet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem vielfachen Leiden an unserem Leib und an der gefallenen Welt werden wir von Gott auf vielfache Weise durch den Heiligen Geist getr\u00f6stet, der f\u00fcr uns als Tr\u00f6ster eingesetzt ist. Wenn wir in S\u00fcnde gefallen sind, gehen wir zu ihm und bitten um Vergebung der Schuld. Wenn wir an der eigenen Schwachheit des Glaubens und der Liebe leiden, blicken wir auf Gottes Zusage, da\u00df seine Kraft gerade durch die Schwachen hindurch wirkt (2. Kor. 12,9). Wenn die Todesangst nach uns greift, werden wir uns unseres himmlischen Erbteils bewu\u00dft (R\u00f6m. 8,17). Wenn die Bosheit anderer uns Not macht, setzen wir Gutes dagegen (R\u00f6m. 12,21). Und wenn wir wegen unseres Glaubens bedr\u00e4ngt werden, lernen wir Geduld (R\u00f6m. 5,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Selig sind die Sanftm\u00fctigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Welt herrschen Macht und Gewalt. Wo der christliche Glaube an die Allmacht Gottes fehlt, dort spielt sich der in Wahrheit ohnm\u00e4chtige Mensch als m\u00e4chtiger Ersatzgott auf. Es ist mit den H\u00e4nden zu greifen, wie sich in unserer entchristlichten Zeit das Machtstreben in\u00a0 allen gesellschaftlichen Bereichen wie eine Epidemie ausbreitet. M\u00e4nner gegen Frauen, Frauen gegen M\u00e4nner. Eltern gegen Kinder, Kinder gegen Eltern. Lehrer gegen Sch\u00fcler, Sch\u00fcler gegen Lehrer. Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer, Arbeitnehmer gegen Arbeitgeber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Nachfolger Jesu sind wir berufen, nach seinem Motto zu leben: \u201eWer unter euch gro\u00df sein will, der sei euer Diener\u201c (Matth. 20,26).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was Jesus von uns erwartet, hat er selber vorgelebt. Er hat die Herrlichkeit Gottes verlassen und auf die Allmacht Gottes verzichtet. Er hat in vollkommener Selbsterniedrigung gelebt. Und er hat sich an das Kreuz schlagen lassen, ohne die himmlischen Heerscharen zu Hilfe zu holen. Petrus schildert Jesu Sanftmut anschaulich: \u201eDer nicht widerschm\u00e4hte, als er geschm\u00e4ht wurde, nicht drohte, als er litt\u201c (1. Petr. 2,23). Weil Jesus so lebte,\u00a0 konnte er auch sagen: \u201eLernt von mir, denn ich bin sanftm\u00fctig und von Herzen dem\u00fctig\u201c (Matth. 11,29). Ebenso hei\u00dft es im Hebr\u00e4erbrief: \u201eGedenkt an den, der soviel Widerspruch gegen sich von den S\u00fcndern erduldet hat\u201c (Hebr. 12,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sanftmut im Sinne Jesu ist keine menschliche M\u00f6glichkeit. Wir m\u00fcssen sie von Gott empfangen. In der Nachfolge Jesu w\u00e4chst sie uns als Frucht des Heiligen Geistes zu (Gal. 5,23).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sanftm\u00fctige verzichtet darauf, sich auf Kosten anderer durchzusetzen. Er ist nicht \u00e4ngstlich um seinen Einflu\u00df besorgt. Weil er Gottes Allmacht kennt, hat er es nicht n\u00f6tig, mit menschlichen Machtmitteln zu k\u00e4mpfen. Statt dessen vertraut er auf die Wirksamkeit des Heiligen Geistes, gem\u00e4\u00df dem prophetischen Wort \u201eEs soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr\u201c (Sach. 4,6). Dieses Vertrauen schenkt ihm Frieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verhei\u00dfung dieser Seligpreisung ist au\u00dferordentlich. Sie stellt die Eigentumsverh\u00e4ltnisse auf der Erde auf den Kopf. Nicht den M\u00e4chtigen, Reichen und Brutalen geh\u00f6rt in Wahrheit die Erde, sondern den Nachfolgern Jesu. Weil Jesus Christus der wahre K\u00f6nig ist \u00fcber die sichtbare und unsichtbare Welt und wir im Glauben mit ihm verbunden sind, gibt er uns Anteil an seinem geistlichen K\u00f6nigtum. So d\u00fcrfen wir in Sanftmut und Liebe Salz und Licht sein f\u00fcr diese Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die erneuerte Erde wird den Sanftm\u00fctigen geh\u00f6ren. Wenn der Herr wiederkommt, wird er den Auserw\u00e4hlten aus seinem Volk Israel die Herrschaft \u00fcber die neue Erde \u00fcbertragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Selig sind, die da hungert und d\u00fcrstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier ist nicht die irdische, sondern die g\u00f6ttliche Gerechtigkeit gemeint. Die Gerechtigkeit dieser Welt gibt Lohn f\u00fcr Leistung. Die Gerechtigkeit Gottes schenkt durch den Glauben an Jesus Christus ein neues Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Religionen dieser Welt gehen, alle auf ihre Weise, den Weg der Leistung und suchen Lohn. Um aber Gottes Gerechtigkeit zu empfangen, mu\u00df der Mensch mit leeren H\u00e4nden kommen, und er mu\u00df Gottes Gnade suchen. Das f\u00e4llt ihm schwer, denn er m\u00f6chte vor Gott gern etwas vorweisen und nicht v\u00f6llig von Gottes Gnade abh\u00e4ngig sein. Aber ohne diese beiden Voraussetzungen wird er vergeblich suchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um mit leeren H\u00e4nden zu Gott zu kommen und nur um Gottes Gnade zu bitten, braucht der Mensch ein dem\u00fctiges Herz. Wenn er dem\u00fctig ist, wird er Gottes Gnade empfangen, denn \u201eden Dem\u00fctigen gibt Gott Gnade\u201c (1. Petr. 5,5).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Demut kann man bei den Menschen der Bibel lernen. Der Psalmist bekennt, da\u00df vor Gott keine Lebendiger gerecht ist (Ps. 143,2). Daniel liegt in seinem Gebet vor Gott und vertraut nicht auf seine eigene Gerechtigkeit, sondern sucht allein Gottes gro\u00dfe Barmherzigkeit (Dan. 9,18). Der Z\u00f6llner schl\u00e4gt sich an die Brust und spricht: \u201eGott, sei mir S\u00fcnder gn\u00e4dig\u201c (Luk. 18,13). Bartim\u00e4us ruft: \u201eJesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!\u201c (Mk. 10,47).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sieht das aus, wenn ein Mensch satt wird durch Gottes Gerechtigkeit, oder anders gesagt, wenn er Gottes Heil empf\u00e4ngt? Er wird nun von zwei Bewegungen erfa\u00dft, die ihn vom Selbstbezug freimachen, vom Glauben und von der Liebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Glaube wird erweckt durch die Botschaft der Bibel. Nachfolger Jesu suchen immer wieder Gottes Wort, weil sie wissen, da\u00df sonst ihr Glaube verk\u00fcmmert. Der Glaube entwickelt eine eigene Dynamik. Er weckt in uns das Interesse an Gottes Wesen, an Gottes Willen und an Gottes Ehre. Die Priorit\u00e4ten des Lebens verschieben sich. Die Meinung Gottes wird uns wichtiger als die Meinung von Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Liebe hat eine Eigendynamik. Sie \u00f6ffnet uns den Blick f\u00fcr unsere N\u00e4chsten und zeigt uns, was sie wirklich brauchen. Sie gibt uns Phantasie daf\u00fcr, wie wir ihnen helfen k\u00f6nnten. Sie stattet uns mit Kraft aus f\u00fcr das Wollen und Vollbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei gibt sich die wahre Liebe niemals zufrieden mit vordergr\u00fcndiger Hilfe, so wichtig die praktische F\u00fcrsorge f\u00fcr Leib und Seele auch ist. Nein, die Liebe Gottes m\u00f6chte dem anderen dar\u00fcber hinaus das Allerbeste geben, und das ist die Geborgenheit bei Gott in Zeit und Ewigkeit durch den Glauben an Jesus Christus. So sch\u00fctteln wir die Gleichg\u00fcltigkeit ab und beginnen, Gott f\u00fcr unsere N\u00e4chsten zu bitten. Wir werden priesterliche Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gottes Barmherzigkeit ist ein unerme\u00dflicher Schatz. Nachdem das Volk Israel sein Herz von Gott abgewandt und dem G\u00f6tzenbild des goldenen Stiers zugewandt hatte und Mose mit Zittern und Zagen noch einmal vor Gott erschien, empfing er eine Gottesoffenbarung, die ihn zutiefst ersch\u00fctterte. Gott gab ihm Einblick in seine Barmherzigkeit. Mose konnte nur ausrufen: \u201eHerr, Herr, Gott, barmherzig und gn\u00e4dig und geduldig und von gro\u00dfer Gnade und Treue!&#8220; (2. Mose 34,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses barmherzige Wesen Gottes war in Jesus vollkommen verk\u00f6rpert. Aus reiner Barmherzigkeit ist der Herr seinen Weg in diese Welt und in den Tod gegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus erwartet von seinen Nachfolgern Barmherzigkeit. Das ist keine Aufforderung zu mehr Toleranz, noch viel weniger zur Billigung von S\u00fcnde. Hier geht es um unsere Vergebungsbereitschaft. Sie soll unendlich gro\u00df sein. Das macht Jesus seinem J\u00fcnger Petrus klar, als der ihn fragte, ob es gen\u00fcge, dem schuldigen Bruder siebenmal zu vergeben. Nein, war Jesu Antwort, sondern siebzig mal siebenmal (Matth. 18,21f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine solche Barmherzigkeit ist unserem Wesen fremd. Wenn uns aber durch den Heiligen Geist deutlich wird, wie barmherzig Gott mit uns ist, dann k\u00f6nnen auch wir barmherziger mit denen werden, die an uns schuldig geworden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Barmherzigkeit steht unter der Verhei\u00dfung der g\u00f6ttlichen Barmherzigkeit. Insofern entspricht diese Seligpreisung der 5. Bitte des Vaterunsers: \u201eVergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir brauchen Gottes Gnade von fr\u00fch bis sp\u00e4t. Es geh\u00f6rt zur geistlichen N\u00fcchternheit der Nachfolger Jesu, da\u00df sie sich dar\u00fcber im klaren sind, da\u00df sie t\u00e4glich s\u00fcndigen und immer wieder die Vergebung Gottes ben\u00f6tigen. Christen sind nicht besser als die Weltmenschen. Aber sie sind besser dran, denn sie wissen, wo sie Vergebung bekommen k\u00f6nnen. Wenn wir diesen Realismus verlieren und uns selber einen Heiligenschein aufsetzen, fallen wir aus der Verhei\u00dfung der g\u00f6ttlichen Barmherzigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gottes Barmherzigkeit brauchen wir nicht nur f\u00fcr unser t\u00e4gliches Leben hier und heute, sondern vor allem auch im Blick auf Gottes Gericht und unsere Ewigkeit. Dann wird es ganz wichtig sein, ob wir unter der empfangenen Gnade Gottes selber barmherzig geworden sind, denn \u201ees wird ein unbarmherziges Gericht \u00fcber den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat\u201c (Jak. 2,23).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem ewigkeitlichen Horizont wird aber auch erst ganz klar, wie kostbar die Zusage der g\u00f6ttlichen Barmherzigkeit ist. Wer als begnadigter S\u00fcnder hier aus Gottes Gnade lebt und allen vergibt, die ihn um Vergebung bitten, der darf in der lebendigen Hoffnung sterben, da\u00df Gott ihm im Gericht gn\u00e4dig sein wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei keiner anderen Seligpreisung sp\u00fcren wir es so deutlich, da\u00df wir ihre Voraussetzung nicht erf\u00fcllen. Ein reines Herz zu bekommen, das liegt nicht in unserer Kraft. Wir k\u00f6nnen wohl unseren K\u00f6rper reinigen, nicht aber unser Herz. Aus dem Herzen kommt alles B\u00f6se, wie es Jesus einmal dem Volk erkl\u00e4rte (Matth. 15,19). Das Grund\u00fcbel des menschlichen Herzens ist sein Selbstbezug. Es ist verkr\u00fcmmt in sich, wie es Martin Luther ausdr\u00fcckte. Was ist damit gemeint?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das unreine Herz sucht nicht Gottes Ehre, sondern die eigene. Es sucht auch nicht das Beste f\u00fcr den anderen, sondern denkt im tiefsten nur an sich selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nachfolge Jesu wird dann ernsthaft, wenn uns der Wunsch nach einem reinen Herzen erf\u00fcllt. David hatte diesen Wunsch, als er betete: \u201eSchaffe in mir, Gott, ein reines Herz\u201c (Ps. 51,12).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nichts erh\u00f6rt Gott lieber als solche Gebete, denn er hat uns ja zu seinem Ebenbild erschaffen, und er will, da\u00df wir Anteil an seinem Wesen bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer um ein reines Herz betet, wird in irgendeiner Weise Gottes Reden h\u00f6ren. Er wird erfahren, da\u00df sein Glaube gest\u00e4rkt und neu auf Gottes Ehre hin ausgerichtet wird. Und die Liebe zu seinen N\u00e4chsten wird in ihm neu entz\u00fcndet werden. Glaube und Liebe brennen den Egoismus unseres Herzens immer wieder weg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der doppelten Bewegung des Glaubens, der uns zu Gott hinzieht, und der Liebe, die uns zum N\u00e4chsten hinzieht, erschlie\u00dft sich uns die Herrlichkeit des Dreieinigen Gottes. Wir wachsen im Verst\u00e4ndnis seines Wesens, seines Willens und seiner Pl\u00e4ne. Unsere Glaubens- und Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus wird gefestigt. Wir wollen ihn immer besser kennenlernen, und er gibt sich uns immer mehr zu erkennen. In diesem Aufblick zu ihm, dem Anf\u00e4nger und Vollender unseres Glaubens (Hebr. 12,2), erf\u00fcllt sich die Verhei\u00dfung dieser Seligpreisung an uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das Sch\u00f6nste: Durch den Anblick unseres Herrn werden wir \u201ever\u00e4ndert zu seinem Bild, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit\u201c (2. Kor. 3,18).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verhei\u00dfung, Gott zu schauen, hat noch gr\u00f6\u00dfere Dimensionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr uns, die Gemeinde Jesu aus den V\u00f6lkern, hat der Herr eine himmlische Wohnung bereitet, einen neuen Leib (Joh. 14,2). Wenn er wiederkommt, wird er seinen Nachfolgern diesen Herrlichkeitsleib geben (1. Thess. 4,13-18), und sie werden den lebendigen Gott in seiner Sch\u00f6nheit schauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Israel, Gottes auserw\u00e4hltes Volk, hat der Herr auf der neuen Erde die gro\u00dfartige Aufgabe vorgesehen, Priester und K\u00f6nige f\u00fcr die dann lebenden Menschen zu sein. Er selbst, Jesus Christus, wird dann im Heiligtum des Neuen Jerusalem auf dem Thron sitzen. Die ihm dienen, werden ihn dort schauen (Offenb. 22,3f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Gottes Kinder hei\u00dfen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unz\u00e4hlige Kriegsgegner haben mit dieser Seligpreisung ihre Haltung begr\u00fcndet. Doch wie schon beim Begriff der Gerechtigkeit geht es auch hier nicht um den Weltfrieden, sondern um Gottes Frieden. Das zugrunde liegende hebr\u00e4ische Wort \u201eSchalom\u201c meint das umfassende Heil Gottes f\u00fcr die V\u00f6lker, f\u00fcr alle Kreatur und die ganze Natur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Zeugnis der Bibel ist der nat\u00fcrliche Mensch unf\u00e4hig zum Frieden (R\u00f6m. 3,17). Nur Gott selbst, der \u201eGott des Friedens\u201c (1. Thess. 5,23), vermag wahren Frieden zu stiften (Jes. 45,7; Joh. 14,27).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn nur Gott in Wahrheit Frieden bringen kann, wie sollen dann Jesu Nachfolger ihn stiften? Aus sich heraus k\u00f6nnen sie es nicht. Aber sie kennen Christus, der in Person der Friede ist (Eph. 2,14), so wie es die himmlischen Heerscharen bei seiner Geburt angek\u00fcndigt hatten (Luk.2,14).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der wahre Friede beginnt damit, da\u00df ein Mensch bei Jesus Christus die Vergebung seiner Schuld empf\u00e4ngt. Als mit Gott vers\u00f6hnter Mensch kann er nun in der Wirklichkeit des g\u00f6ttlichen Friedens leben. Inmitten einer Welt voller Mi\u00dfgunst und Streit, ja selbst in pers\u00f6nlichen N\u00f6ten und schlimmen Anfeindungen hat er Frieden. So kann er mit David sprechen: \u201eIch liege und schlafe ganz mit Frieden\u201c (Ps. 4,9).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gro\u00dfe Aufgabe, in die der Herr mit dieser Seligpreisung seine Nachfolger stellt, Frieden zu stiften in einer friedlosen Welt, kann also nur mit ihm selber gelingen. Es gen\u00fcgt nicht, in Streitf\u00e4llen an die menschliche Friedfertigkeit zu appellieren oder mit Zwang nachzuhelfen. Ohne eine wirkliche Bereinigung der vorliegenden Schuld durch Beichte und Vergebung bleibt die Grundlage des Miteinanders morsch. Und ohne die bleibende Gegenwart Jesu fehlt die Kraft zu einem dauerhaften Zusammenstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frieden stiften bedeutet also, Menschen den Wert der Beichte und der Vergebung zu bezeugen und sie mit Gottes Hilfe zum Glauben an Jesus Christus zu f\u00fchren. Nachfolger Jesu sind Missionare.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verhei\u00dfung, die auf der Arbeit f\u00fcr Gottes Frieden liegt, ist ein neuer Name. Der Herr nennt seine Nachfolger Kinder Gottes. Dieser Name ist nicht \u201eSchall und Rauch\u201c, sondern eine au\u00dferordentliche Vollmacht (Joh. 1,12).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie stellt uns unter seinen Schutz, so da\u00df wir von allen Seiten geborgen sind (Ps. 139,5). Sie nimmt uns hinein in die ewige und weltweite Gemeinschaft der Gemeinde Jesu (1. Kor. 12,13). Sie gibt uns das Anrecht und die Gewi\u00dfheit, da\u00df der Heilige Geist uns f\u00fchrt und regiert (R\u00f6m. 8,14). Sie \u00f6ffnet uns den Zugang zu allen Verhei\u00dfungen Gottes (1. Kor. 1,20). Und sie gibt uns Anteil am himmlischen Erbe, dem neuen Herrlichkeitsleib, wenn Christus wiederkommt (R\u00f6m. 8,17).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Himmelreich.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Seligpreisung spricht allen Christen, die um ihres Glaubens willen bedr\u00e4ngt und verfolgt werden, Gottes besondere F\u00fcrsorge zu. Da\u00df sie mit Nachdruck am Ende steht und durch Matth. 5,11f. verst\u00e4rkt wird, zeigt deutlich, da\u00df die Bedr\u00e4ngnis und Verfolgung der Nachfolger Jesu nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches ist, sondern elementar zum entschiedenen Christsein dazugeh\u00f6rt (vgl. 1. Petr. 4,12-14). Die Welt in ihrer Selbstverliebtheit sp\u00fcrt genau, da\u00df sie durch die Botschaft der uneigenn\u00fctzigen Liebe Gottes in Frage gestellt wird. Deswegen sollten wir uns auf die Ablehnung des Evangeliums einstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gemeinde Jesu steht in unserer nachchristlichen Gesellschaft in der besonderen Gefahr, den Ansto\u00df des Evangeliums durch eine falsche Anpassung an die Welt aufzuheben. Wo sie dieser Gefahr erliegt, verliert sie ihre Salzkraft und letztlich auch ihre Existenzberechtigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Hilfe zur \u00dcberwindung ihrer Leidensscheu spricht Jesus seinen Nachfolgern in Matth. 5,12 ausdr\u00fccklich Freude und Trost in der Bedr\u00e4ngnis zu und erinnert sie an das Schicksal der Propheten des alten Bundes. Dar\u00fcber hinaus finden wir an seinem eigenen Leidensweg das bleibende Beispiel f\u00fcr das bewu\u00dfte Annehmen der Verkennung und Verfolgung um des Evangeliums willen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer besonderen Weise gilt die letzte Seligpreisung dem verfolgten Israel in der k\u00fcnftigen gro\u00dfen Bedr\u00e4ngnis, die Gott nach den prophetischen Schriften noch \u00fcber sein Volk verh\u00e4ngen wird (Dan. 12,1). Jesus hat in seinen Endzeitreden diese Ank\u00fcndigungen wiederholt und ebenso wie in der Bergpredigt diejenigen gl\u00fccklich gepriesen, die in der Bedr\u00e4ngnis \u00fcberwinden (Matth. 24,9-13). Die Johannesoffenbarung gibt den Blick auf die zuk\u00fcnftige Erf\u00fcllung dieser Seligpreisung frei. Die \u00dcberwinder aus Israel werden gew\u00fcrdigt, auf der neuen Erde mit Christus regieren zu d\u00fcrfen (Offenb. 20,4; 22,5). Sie werden ihm in seinem Heiligtum im neuen Jerusalem dienen und das Heil Gottes den V\u00f6lkern vermitteln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verhei\u00dfung dieser Seligpreisung \u201e&#8230;ihrer ist das Himmelreich\u201c bedeutet, da\u00df Jesus Christus alle, die um seines Namens willen leiden, in seine K\u00f6nigsherrschaft aufnimmt. Das gilt sowohl f\u00fcr uns, seine Gemeinde aus den V\u00f6lkern, als auch f\u00fcr die \u00dcberwinder aus Israel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zusage der guten Herrschaft des Sohnes Gottes \u00fcber uns Menschen enth\u00e4lt allen Segen f\u00fcr Leib, Seele und Geist, den es \u00fcberhaupt gibt. Dies wurde schon bei der \u00dcberschrift Matth. 5,3 deutlich. Da\u00df diese umfassendste und sch\u00f6nste Verhei\u00dfung\u00a0 nun noch einmal ausdr\u00fccklich allen zugesprochen wird, die um des Glaubens willen benachteiligt, geschm\u00e4ht und verfolgt werden, unterstreicht die besondere Liebe des Herrn zu ihnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Dr. Joachim Cochlovius<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Die Bergpredigt ist ein Kosmos f\u00fcr sich. Viele haben sie schon f\u00fcr ihre Zwecke auszunutzen versucht. Politiker erkl\u00e4rten, sie k\u00f6nnten nicht mit der Bergpredigt regieren. Revolution\u00e4re beriefen sich auf sie. Pazifisten sahen in ihr das Manifest gegen den Krieg. Kritische Geister f\u00fchlten sich in ihrem Spott \u00fcber Jesus best\u00e4tigt. 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