{"id":10181,"date":"2013-11-01T13:57:50","date_gmt":"2013-11-01T11:57:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10181"},"modified":"2013-11-01T14:02:00","modified_gmt":"2013-11-01T12:02:00","slug":"verkuendigung-ohne-vollmacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10181","title":{"rendered":"Verk\u00fcndigung ohne Vollmacht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Kann man dem modernen Menschen noch eine ungek\u00fcrzte biblische Verk\u00fcndigung zumuten? Ist es nicht kl\u00fcger, gewisse Dinge wegzulassen oder wenigstens zu entsch\u00e4rfen? Schlie\u00dflich sollen die Leute ja f\u00fcr Jesus Christus und den Glauben gewonnen werden. Da darf man sie doch nicht mit irgendwelchen harten Aussagen vor den Kopf sto\u00dfen. Aber Moment mal! Wer sagt denn, dass man das nicht darf? Hat nicht Jesus selbst so hart geredet, dass die meisten seiner J\u00fcnger ihn verlie\u00dfen? (Joh. 6,60). Hart meint ja nicht unbedingt verletzend. Vielmehr ist es die Wahrheit der Bibel, die der s\u00fcndige und unbu\u00dffertige Mensch als hart empfindet. Wahrheit kann eben auch weh tun. Und das wollen viele nicht. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb suchen sie sich Verk\u00fcndiger, die ihnen das predigen, wonach &#8222;ihnen die Ohren jucken&#8220; (2. Tim. 4,3f). Und solche Verk\u00fcndiger gibt es heutzutage zuhauf. Dabei verk\u00fcndigen diese Prediger nicht unbedingt grobe Irrlehren. Vielem, was sie sagen, kann man durchaus zustimmen. Aber bei genauerem Hinh\u00f6ren entdeckt man doch gewaltige Defizite. So macht man z. B. aus dem Hammer des Wortes Gottes, der Felsen zerschmei\u00dft (Jer. 23,29) ein Plastikh\u00e4mmerlein, von dem sich das S\u00fcnderherz \u00fcberhaupt nicht beeindrucken l\u00e4sst. Und dem zweischneidigen Schwert (Hbr. 4,12) wird sowohl die Spitze als auch die Sch\u00e4rfe genommen, so dass es keinem mehr weh tut. Was aber kommt bei einer derart aufgeweichten Verk\u00fcndigung am Ende heraus? Wohl kaum konsequente Christusnachfolger. Vielmehr werden die H\u00f6rer zu einem wohltemperierten, weltangepassten Christentum verf\u00fchrt. Wenn klare Aussagen der Bibel verschwiegen werden, ist das im Grunde ein Verbrechen an den Seelen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Defizit\u00e4re Verk\u00fcndigung entehrt Gott und betr\u00fcgt die Menschen. <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nehmen wir nur einmal eine moderne Evangelisationsveranstaltung. Schon das Vorprogramm kann da Fragen aufwerfen. Die Besucher, so hei\u00dft es, sollen sich wohlf\u00fchlen und ihren Spa\u00df haben. Folglich muss man sie unterhalten. Und am besten gelingt das mit einer peppigen Show. Entsprechend angepasst ist dann nat\u00fcrlich auch die Verk\u00fcndigung. Darum wird die Botschaft m\u00f6glichst schmackhaft zubereitet und in kleinen, leicht verdaulichen Appetith\u00e4ppchen serviert. Nur ja keine harten Brocken. Die k\u00f6nnten den Zuh\u00f6rern n\u00e4mlich unangenehm im Halse stecken bleiben und sie ver\u00e4rgern. Und das gilt es unter allen Umst\u00e4nden zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie aber gehen diese Prediger dann mit den tats\u00e4chlich harten Brocken in Gottes Wort um? Nun, mit ein bisschen Geschick lassen sich solche Klippen leicht umschiffen. So macht man z. B. aus dem heiligen, souver\u00e4nen Gott kurzerhand einen Kuschelgott, einen lieben Papi, der es mit den Fehlern seiner Kinderlein nicht so genau nimmt. Und Jesus wird zum Wohlt\u00e4ter degradiert, der daf\u00fcr zust\u00e4ndig ist, dass es uns auf m\u00f6glichst allen Lebensebenen gut geht. Er wird sozusagen als Erf\u00fcllungshilfe unserer Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche angepriesen. Wo aber bleibt da noch Raum f\u00fcr die Botschaft von Gottes Zorn und Gericht? Ohne Gerichtsbotschaft aber verkommt die teuer erworbene Gnade zwangsl\u00e4ufig zu einer billigen Gnade ohne Ruf zur Bu\u00dfe und Umkehr. Doch wo steht in der Bibel geschrieben, dass Gott auch den unbu\u00dffertigen S\u00fcnder begnadigt? Dem Unbu\u00dffertigen werden vielmehr ewige H\u00f6llenstrafen angedroht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun wird es f\u00fcr solche Verk\u00fcndiger allerdings schwierig. Wer auf der einen Seite einen nur liebenden und barmherzigen Gott verk\u00fcndigt, der weder z\u00fcrnt noch straft, kann auf der anderen Seite unm\u00f6glich von einer ewigen Verdammnis sprechen. Damit aber fehlt der Verk\u00fcndigung ein ganz entscheidendes St\u00fcck. Und es stellt sich die Frage, was hinter einem solchen Predigtverhalten steckt. Ist es der Mangel an Erkenntnis der biblischen Wahrheiten? Dem k\u00f6nnte durch ein gr\u00fcndliches Schriftstudium abgeholfen werden. Oder ist es vielleicht sogar Kritik an der Bibel? Dann sollte man sich nicht Verk\u00fcndiger des Wortes Gottes nennen. Aber es k\u00f6nnte auch etwas ganz anderes dahinter stecken. Z.B. das Bed\u00fcrfnis des Predigers, bei den Leuten gut anzukommen. Das Haschen nach Zustimmung und Applaus? Wer macht sich schon gerne unbeliebt beim Publikum? Und gleich gar nicht will man als engstirnig oder gesetzlich gelten, als ob die Verk\u00fcndigung der ganzen biblischen Wahrheit etwas mit Gesetzlichkeit zu tun h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wie dem auch sei, was immer sich hinter der defizit\u00e4ren Verk\u00fcndigung verbergen mag, sie t\u00e4uscht und betr\u00fcgt die Zuh\u00f6rer. Wer die unbequemen Aussagen der Bibel verschweigt, um sich \u00c4rger zu ersparen, oder weil er gut dastehen will, hinterl\u00e4sst ein Heer betrogener und verf\u00fchrter Seelen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nur die ganze biblische Wahrheit ehrt Gott und dient den Menschen<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer die Wahrheit der Bibel oder Teile davon unterschl\u00e4gt, darf sich nicht Botschafter an Christi statt bzw. Prediger des Wortes Gottes nennen. Ein Botschafter hat das zu verk\u00fcndigen, was sein Herr ihm auftr\u00e4gt. Und was der Herr seinen Boten aufgetragen hat, das steht in der Bibel, dem unfehlbaren Gotteswort. Dieses Wort m\u00fcssen die Botschafter Christi ohne Abstriche verk\u00fcndigen, wenn sie nicht schuldig werden wollen. Der Apostel Paulus hat sich strikt an die Anweisungen seines Herrn gehalten (Apg. 20, 20.27). Ihm ging es nicht um den Beifall der Massen, sondern um die Ehre Gottes und um das Heil der Menschen. Deshalb scheute er um Jesu und des Wortes Gottes willen auch kein Leiden (vgl. 2. Kor. 6,3-10; 2. Kor 11, 23-28). Aber davon wollen die Wohlstandsprediger nichts wissen. Und ihre verf\u00fchrten Anh\u00e4nger auch nicht. Vielmehr behaupten manche sogar, Gott wolle nicht, dass seine Kinder leiden, und wer doch leide als Christ, der glaube nicht richtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel sagt etwas anderes. Das krasse Gegenteil. Christusnachfolge ist immer Kreuzes- und Leidensnachfolge. Wer sich Jesus unterwirft und den Weg des Glaubensgehorsams einschl\u00e4gt, dem bleiben Kreuz und Leiden nicht erspart. Da beginnt zum einen ein innerer Kampf, weil das Fleisch best\u00e4ndig gegen den Geist streitet und umgekehrt (Gal. 5,17). Und der Welt sind die echten Jesusleute ein Dorn im Auge, den man mit allen Mitteln zu beseitigen sucht. Die Welt hasst Jesus, und sie hasst seine Leute (Matth. 10,22). Das muss jedem klar sein, der sich ganz auf die Seite Christi und des Wortes Gottes stellt und nicht nur halbe Sache macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch an der Stelle brechen die kritischen Fragen auf. Werden die Leute mit einer solchen Botschaft nicht abgeschreckt? Ist es klug, heilsuchende Menschen mit Kreuz und Leiden zu konfrontieren? Gewinnt man sie wirklich f\u00fcr Jesus, wenn man sie zu einer radikalen Umkehr, Selbst- und Weltverleugnung auffordert? Ist es hilfreich, die S\u00fcnde schonungslos beim Namen zu nennen und auf ein ewiges Gericht hinzuweisen? Ja, so oder \u00e4hnlich wird gefragt. Doch was verbirgt sich hinter diesen Fragen? Ist es nicht eine ziemlich scharfe Gottes- und Bibelkritik? Wei\u00df Gott denn nicht besser, was die Menschen zu ihrem Heil brauchen als diese kritischen Frager in ihrer Kurzsichtigkeit?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum predige, wer sich bibeltreu nennt, den ganzen Heilsratschluss Gottes und nicht nur das Liebliche und Angenehme. Denn nicht das, was die Leute gerne h\u00f6ren wollen, rettet sie, sondern das, was sie h\u00f6ren m\u00fcssen. Und das sagt ihnen die Bibel. So muss ihnen z. B. der Spiegel des Gesetzes vorgehalten werden, damit sie sich in ihrer S\u00fcnde und Verlorenheit erkennen (R\u00f6m. 3,20). Und das Evangelium darf nicht verniedlicht werden. Was auf dem H\u00fcgel Golgatha geschah, darf nicht zu einem Wohlf\u00fchlevangelium verkommen. Dort ging es nicht um die L\u00f6sung unserer Problemchen, sondern um die Erl\u00f6sung aus dem Rachen der S\u00fcnde, des Todes und der H\u00f6lle. Am Kreuz sehen wir wie nirgends sonst Gottes heiligen Zorn \u00fcber die S\u00fcnde. Das Kreuz zeigt uns mit letzter Klarheit, dass mit der S\u00fcnde nicht zu spa\u00dfen ist. Die S\u00fcnde ist und bleibt unser Verderben (Spr. 14,34). Deshalb findet unter dem Kreuz auch nur Frieden, wer mit aller S\u00fcnde entschieden bricht und sich dem gekreuzigten und auferstandenen Christus v\u00f6llig unterwirft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kreuz und Auferstehung weisen weit \u00fcber ein paar Jahre Wohlergehen auf dieser Erde hinaus. Kreuz und Auferstehung sagen uns, dass Gott vor allem unser ewiges Heil im Blick hat. Diesem Ziel muss letztendlich alles dienen, was der himmlische Vater in seiner Liebe und Weisheit in unser Leben hinein verordnet. Eben auch die eine und andere nicht so leicht zu verdauende Aussage in seinem Wort. Doch wohl uns, wenn wir uns vor diesem Wort beugen und uns auf alles einlassen, was darin geschrieben steht. Und wohl uns, wenn wir uns nicht von Verk\u00fcndigen verf\u00fchren lassen, die glauben, besser als Gott zu wissen, was man dem modernen Menschen noch zumuten kann und was nicht mehr. Darum darf ernsthaft bezweifelt werden, ob auf einer bewusst defizit\u00e4ren Verk\u00fcndigung sein Segen ruht. Vollm\u00e4chtig jedenfalls kann sie nicht sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfarrer i. R. Hans-Otto Graser<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kann man dem modernen Menschen noch eine ungek\u00fcrzte biblische Verk\u00fcndigung zumuten? Ist es nicht kl\u00fcger, gewisse Dinge wegzulassen oder wenigstens zu entsch\u00e4rfen? Schlie\u00dflich sollen die Leute ja f\u00fcr Jesus Christus und den Glauben gewonnen werden. Da darf man sie doch nicht mit irgendwelchen harten Aussagen vor den Kopf sto\u00dfen. Aber Moment mal! 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