{"id":10126,"date":"2013-05-09T10:29:46","date_gmt":"2013-05-09T08:29:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10126"},"modified":"2023-05-09T11:58:04","modified_gmt":"2023-05-09T09:58:04","slug":"christliche-maertyrer-gestern-und-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=10126","title":{"rendered":"Christliche M\u00e4rtyrer gestern und heute"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Am 1. Mai 2023 hat es dem allm\u00e4chtigen Gott gefallen, unser langj\u00e4hriges Mitglied des Gemeindehilfsbundes Kirchenrat a. D. Dr. Rolf Sauerzapf in die ewige Heimat zu rufen. In dankbarer Erinnerung an diesen treuen Mitstreiter f\u00fcr die Sache des Reiches Gottes ver\u00f6ffentlichen wir an dieser Stelle den folgenden Beitrag, der in der anl\u00e4sslich zum 70. Geburtstag von Pastor Dr. Joachim Cochlovius erschienenen Festschrift \u201cUnter Gottes F\u00fchrung \u2013 Lehrer, Mahner, Seelsorger\u201d erschienen ist:\u00a0<\/em><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist hier von christlichen M\u00e4rtyrern die Rede. Sie sind \u201eHeilige\u201c, die ihr Zeugnis f\u00fcr Christus mit dem Tod besiegelten. Die klassische Zeit der christlichen M\u00e4rtyrer gab es in den ersten drei Jahrhunderten im heidnischen R\u00f6mer-, aber auch im Perserreich. Das Gegenteil sind islamistische Selbstmordattent\u00e4ter, die unschuldige Menschen in den Tod rei\u00dfen, wie fast jede Woche im Irak. Sie hoffen durch ihre Tat unmittelbar als \u201eM\u00e4rtyrer\u201c ins Paradies zu gelangen. Die folgenden Ausf\u00fchrungen werden gemacht im Sinne des Hamburger Kirchenhistorikers Kurt Dietrich Schmidt, der sagen konnte: \u201eAuf jeden Fall ist das 20. Jh. das an Verfolgungen blutigste der ganzen bisherigen christlichen Geschichte geworden.\u201c<a title=\"\" href=\"#_edn1\">1 <\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Erste Opfer: Die baltischen M\u00e4rtyrer 1905 und 1919<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anarchistische und kommunistische Revolution\u00e4re ermordeten 1905 zahl-reiche deutschbaltische evangelische Pastoren, unter ihnen war z. B. der Propst des Rigaer Landsprengels, Ludwig Zimmermann. Am bekanntesten ist wohl die Person des Dorpater Pastors und Professors Traugott Hahn geworden. Er wurde zusammen mit dem russisch-orthodoxen Bischof Platon und 32 weiteren Pastoren kurz vor der Eroberung von Dorpat durch estnische Truppen von bolschewistischen Revolution\u00e4ren hingerichtet.<a title=\"\" href=\"#_edn2\">2<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der erste V\u00f6lkermord an den Armeniern<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1915\/1916 kam es im mit dem Deutschen Reich verb\u00fcndeten Osmanischen Reich zum ersten Genozid der Neuzeit unter den christlichen Armeniern. Ihm d\u00fcrften 1,5 Millionen Armenier zum Opfer gefallen sein.<a title=\"\" href=\"#_edn3\">3<\/a> Der deutsche Pfarrer Johannes Lepsius, Gr\u00fcnder und Leiter christlicher Hilfs-werke unter Armeniern, hatte versucht durch eine Intervention das Ausw\u00e4rtige Amt zu informieren.<a title=\"\" href=\"#_edn4\">4<\/a> Parallel zu den Armeniern wurden die aram\u00e4isch sprechenden Christen im Tur Abdin in S\u00fcdostanatolien verfolgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Das Ende des Griechentums in Kleinasien<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1921\/1922 kam es nach der Intervention Griechenlands im westlichen Kleinasien zu schweren Pogromen unter der griechisch-orthodoxen Bev\u00f6lkerung, die seit 4.000 Jahren dort am Ufer des Schwarzen Meeres siedelte. Allein in Smyrna wurden am 9. September 1922 rund 120.000 Griechen ermordet, zwei Millionen vertrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>70 Jahre Christenverfolgung in Russland<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zahlenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfte Verfolgung erlitt die Christenheit von 1917 bis 1943 in Russland durch den Kommunismus. 1943 ging Stalin zur Duldung der russisch-orthodoxen Kirche \u00fcber, deren Hilfe er im \u201eGro\u00dfen Vater-l\u00e4ndischen Krieg gegen den Hitler-Faschismus\u201c brauchte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Revolutionszeit setzte die Verfolgung ein, die sich neben den Orthodoxen auch gegen Lutheraner, Evangeliumschristen \/ Baptisten und Katholiken richtete. 1922 erreichten die Volkskommissare die Verschleuderung des Kirchengutes, die Abschaffung des Moskauer Patriarchats und die Deportationen und Erschie\u00dfungen von Priestern, M\u00f6nchen und Nonnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab 1928 kam es zur Umfunktionierung der Kirchengeb\u00e4ude. Von den 460 orthodoxen Kirchen in Moskau vor der Revolution blieben 1933 noch ca. 100 Kirchen und Kapellen. Noch 1967 wurde die evangelisch-lutherische Petrikirche am Newski-Prospekt in ein Hallenbad verwandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die schwerste Verfolgung setzte 1937 ein. Bis 1943 d\u00fcrften ca. 12 Mil-lionen Menschen umgekommen sein.<a title=\"\" href=\"#_edn5\">5<\/a> Nach dem Sieg der Sowjetunion \u00fcber das nationalsozialistische Deutschland wurde die Verfolgung von Christen fortgesetzt. Die Gulaglager und psychiatrischen Einrichtungen ersetzten die direkten Exekutionen.<a title=\"\" href=\"#_edn6\">6<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kirchen in Russland haben 70 Jahre Verfolgung \u00fcberlebt. Wir erleben seit den 90er Jahren des 20. Jh. eine Renaissance des christlichen Glaubens. Dabei spielt die Russisch-Orthodoxe Kirche, nach deren Verst\u00e4ndnis jeder Russe ihr angeh\u00f6rt, eine entscheidende Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Christenverfolgung in Osteuropa und Asien<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Macht\u00fcbernahme in Osteuropa durch den Kommunismus wurde die Lage der Christen immer schwieriger. Dies zeigte sich zun\u00e4chst in den baltischen Staaten, wo tausende nach Sibirien deportiert wurden. In Polen konnte sich die katholische Kirche noch am besten halten. In der CSSR wurden nach Niederschlagung des \u201ePrager Fr\u00fchlings\u201c die Christen einer systematischen Verfolgung unterzogen. In Ungarn konnte sich nach Niederschlagung des Volksaufstandes 1956 der Erzbischof von Gran \/ Esztergom in die amerikanische Botschaft retten. Der lutherische Bischof Lajos Ordass wurde abgesetzt und kam in Gefangenschaft. Am extremsten stellte sich das kommunistische Regime in Albanien gegen die Kirchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Schicksal des lutherischen Pfarrers Richard Wurmbrand kann die Lage des Christentums in Rum\u00e4nien deutlich werden. Der Agnostiker aus Buka-rest wurde \u00fcber der Lekt\u00fcre des Neuen Testaments Christ. Zwischen 1941 und 1945 wurde der f\u00fcr eine judenchristliche Gemeinde arbeitende Wurm-brand mehrmals von dem Antonescu-Regime verhaftet. Dies setzte sich nach der Macht\u00fcbernahme durch die Kommunisten ab 1948 fort: Insgesamt 14 Jahre waren Wurmbrand (und zeitweise seine Frau) inhaftiert. Nor-wegische Christen kauften sie frei. Wurmbrand gr\u00fcndete in den westlichen L\u00e4ndern Hilfsorganisationen, in Deutschland die \u201eHilfsorganisation M\u00e4rtyrerkirche\u201c, zur Unterst\u00fctzung Verfolgter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die schlimmsten Verfolgungen erfuhren Christen, z. T. bis heute, in Rotchina, Nordkorea, Vietnam und Kambodscha. Dort sind 1,5 Millionen Kambodschaner, darunter viele Christen, der Mordorgie Pol Pots zum Opfer gefallen.<a title=\"\" href=\"#_edn7\">7<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der DDR kann von einer gezielten Christenverfolgung nicht die Rede sein, wohl aber von einer Benachteiligung und gezielten Bespitzelung durch Stasi-Mitarbeiter. Einen besonderen Fall stellte Pfarrer Oskar Br\u00fcsewitz in Rippicha bei Zeitz dar, der, nachdem seine Kirchenleitung ihn bei Auseinandersetzungen mit dem SED-Regime nicht unterst\u00fctzte, mit seiner Selbstverbrennung am 18. August 1976 ein Fanal setzen wollte.<a title=\"\" href=\"#_edn8\">8<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Christliche M\u00e4rtyrer im \u201eDritten Reich\u201c<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den gr\u00f6\u00dften Blutzoll hat die r\u00f6misch-katholische Kirche entrichtet. Hier soll auf einige exemplarische F\u00e4lle hingewiesen werden: Der polnische Priester Maximilian Kolbe, der f\u00fcr einen verheirateten Mith\u00e4ftling in die Bresche sprang, wurde am 14. August 1941 im KZ Auschwitz-Birkenau hingerichtet. In L\u00fcbeck wurden drei katholische Geistliche, Hermann Lange, Eduard M\u00fcller und Johannes Prassek, die die Briefe des M\u00fcnsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen verbreitet hatten, zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink im November 1943 exekutiert. Desgleichen wurde der Priester Max Joseph Metzger wegen \u201ekonspirativer Verbindungen\u201c mit dem schwedischen lutherischen Erzbischof Eidem am 17. April 1944 hingerichtet. Ebenso der Jesuitenpater Alfred Delp, der zum \u201eKreisauer Kreis\u201c des Grafen Moltke geh\u00f6rte; er starb am 2. Februar 1945. Im Widerstandskreis der \u201eWei\u00dfen Rose\u201c fanden sich in \u00f6kumenischer Gemeinsamkeit evangelische und katholische Christen, die im Februar 1943 durch das Fallbeil hingerichtet wurden.<a title=\"\" href=\"#_edn9\">9<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der evangelischen Kirche versuchte die nationalsozialistische Bewegung der \u201eDeutschen Christen\u201c die Macht zu \u00fcbernehmen, was ihnen auch bei den Kirchenwahlen 1933\/1934 gelang. Dies bedeutete, dass in der gr\u00f6\u00dften evangelischen Kirche der \u201eAltpreu\u00dfischen Union\u201c einzelne Bekenner, die meist der sich jetzt erst gebildet habenden Gruppe der \u201eBekennenden Kirche\u201c angeh\u00f6rten, weithin allein standen. Dies gilt f\u00fcr den rheinischen Pfarrer Paul Schneider, den \u201ePrediger von Buchenwald\u201c, der am 18. Juli 1939 durch \u00fcberdosierte Strophanthinspritzen den Tod fand. Nach dem gescheiterten Putsch vom 20. Juli 1944 fanden zahlreiche Angeh\u00f6rige des \u201eKreisauer Kreises\u201c, Helmuth James Graf von Moltke, Carl Friedrich G\u00f6rdeler, Peter Graf Yorck zu Wartenberg u. a. den Tod. Ebenfalls viele preu\u00dfische Adelige, die meist dem evangelischen Johanniterorden angeh\u00f6rten. Am bekanntesten ist wohl das Schicksal von Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der noch mit anderen am 9. April 1945 im KZ Flossenb\u00fcrg liquidiert wurde.<a title=\"\" href=\"#_edn10\">10<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Die gr\u00f6\u00dfte Christenverfolgung der Gegenwart durch den Islam<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die F\u00fchrungsmacht des Islam im 19. Jh. war das Osmanische Reich, das vom Balkan bis Nordafrika und von Bagdad bis Mekka und Medina reichte. Dieser \u201ekranke Mann am Bosporus\u201c war der Verb\u00fcndete des Deutschen Reichs im 1. Weltkrieg. Nach dem Zusammenbruch der Mittel-m\u00e4chte konnten die Araber, die die Mehrheit im Osmanischen Reich stellten, kein \u201eGro\u00dfarabisches Reich\u201c bilden. Gro\u00dfbritannien und Frank-reich bildeten in \u00c4gypten, im Irak, in Jordanien und Pal\u00e4stina sowie im Libanon und Syrien Mandatsstaaten, die erst nach dem 2. Weltkrieg ihre Unabh\u00e4ngigkeit erlangten. 1948 konstituierte sich in einem Teil von Pal\u00e4stina der Staat Israel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Sturz des Schahs in Persien bildete sich dort eine \u201eislamische Republik\u201c der radikalen schiitischen Ayatollahs. Der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten fand seinen Niederschlag im Krieg des Irak gegen den Iran Anfang der Achtzigerjahre des 20. Jh. Nach dem 11. September 2001 versuchten die USA und ihre Verb\u00fcndeten das radikale System der Taliban in Afghanistan zu st\u00fcrzen. In der gesamten islamischen Welt erfolgte eine Radikalisierung des Islam als \u201eAl Quaida\u201c-Bewegung oder im Salafismus; die Moslembruderschaft in \u00c4gypten war von Pr\u00e4sident Mubarak unterdr\u00fcckt worden und strebte jetzt an die Macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Erl\u00f6schen des christlichen Glaubens in den altorientalischen Kirchen<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im 7. Jh. n. Chr. errichtet Muhammed in Mekka seine Theokratie. Die arabische Halbinsel, Pal\u00e4stina, Syrien und \u00c4gypten werden besetzt. Die einheimische Bev\u00f6lkerung, die \u00fcberwiegend monophysitischen alt-orientalischen Kirchen angeh\u00f6rt, wird k\u00fcnftig als \u201eDhimmis\u201c (Schutz-befohlene) betrachtet. Ihre Zahl und ihr Einfluss unter den Kopten in \u00c4gypten und unter der Syrisch-Orthodoxen Kirche gehen zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Verfolgung der Armenier im 1. Weltkrieg und der Unterdr\u00fcckung der Aram\u00e4er im Tur Abdin (s\u00fcd\u00f6stliche T\u00fcrkei) erreichte die Dezimierung dieser altorientalischen Kirchen einen neuen H\u00f6hepunkt.<a title=\"\" href=\"#_edn11\">11<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Einmarsch der Amerikaner 2003 in den Irak hat sich dort eine Trag\u00f6die gr\u00f6\u00dften Ausma\u00dfes abgespielt. Bis dahin lebten dort etwa eine Million Christen, meist Altorientale wie Chald\u00e4er, Nestorianer und syrisch-orthodoxe Christen. Sie lebten unter Saddam Hussein in einer Art Schutzzone, wo Mission nicht m\u00f6glich war, sie aber sonst unbehelligt blieben. Inzwischen sind rund 700.000 Christen in den Libanon, nach Jordanien und Syrien emigriert. Die verbliebenen 300.000 leben heute meist im kurdischen Norden des Landes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>In den gr\u00f6\u00dften islamischen L\u00e4ndern geht den Christen das Licht aus<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Saudi Arabien werden keine Christen geduldet. Im gr\u00f6\u00dften islamischen Land Asiens, in Indonesien, w\u00e4chst die Verfolgung von Christen. Des-gleichen in Pakistan und Indien, wo fanatische Muslime und Hindus gegen Christen vorgehen. Im Sudan werden im Norden Christen verfolgt, desgleichen im Jemen, wo es offiziell keine Christen mehr gibt. Seit Jahren ist ein immerw\u00e4hrender Krisenraum Nigeria. Dort ist der S\u00fcden christlich gepr\u00e4gt, der Norden muslimisch. Seit Jahren versuchen Islamisten ihren Einfluss nach S\u00fcden auszudehnen. Hunderte von Kirchen sind zerst\u00f6rt, die Zahl der ermordeten Christen geht in die Tausende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der \u201earabische Fr\u00fchling\u201c und die Demokratie<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das am meisten westlich gepr\u00e4gte Land Nordafrikas, Tunesien, hat in den ersten freien Wahlen in der Mehrzahl Islamisten gew\u00e4hlt. In Libyen ist nach dem Sturz Gaddafis die Zukunft der wenigen Christen ungewiss, ebenfalls in Algerien. Entscheidend wird sein, wie sich die Lage in \u00c4gypten entwickelt. Dort leben 8 \u2013 10 Millionen koptische Christen, die sich als die \u00e4ltesten \u00c4gypter verstehen. Die Wahlen erbrachten einen Sieg der Islamisten, meist Moslembr\u00fcder und Salafisten. Erste \u00dcbergriffe und Attentate auf Christen waren die Folge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesen Monaten entscheidet sich das Schicksal Syriens. Das von der Baath-Partei und der ethnischen Minderheit der Aleviten regierte Land hat seinen Christen immer Duldung bei beschr\u00e4nkten Wirkungsm\u00f6glichkeiten gew\u00e4hrt. Was bei einem m\u00f6glichen Sieg der Aufst\u00e4ndischen dort geschieht, ist ungewiss. Syrien wird m\u00f6glicherweise islamistisch.<a title=\"\" href=\"#_edn12\">12<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Die Zukunft der Christen<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach neuesten Sch\u00e4tzungen m\u00fcssen wir davon ausgehen, dass 100 Millionen Christen auf der Welt sch\u00e4rfsten Verfolgungen ausgesetzt sind; weitere 100 Millionen sind bedr\u00e4ngt. Was k\u00f6nnen wir in Europa angesichts dieser massiven Verfolgung tun? Unsere Geschwister bitten immer zuerst um F\u00fcrbitte f\u00fcr sie und ihre Verfolger. Erst danach hat eine materielle Unterst\u00fctzung, auch zum Wiederaufbau der Kirchen, ihren Platz.<a title=\"\" href=\"#_edn13\">13<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen aber davon ausgehen, dass der christliche Glaube in Afrika und Asien w\u00e4chst. Der Kirchenvater Tertullian hat Recht, wenn er sagt: \u201eDas Blut der M\u00e4rtyrer ist der Same der Kirche.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<i>Rolf Sauerzapf im August 2013<br \/>\n<\/i><\/p>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref1\">1<\/a> Kurt Dietrich Schmidt: Tabellen zur Kirchengeschichte, G\u00f6ttingen 1963, S. 84<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref2\">2<\/a> Seine Witwe, Anny Hahn, hat ihm eine Biographie gewidmet: Traugott Hahn. Ein M\u00e4rtyrer des 20. Jh., neu aufgelegt Moers 1988.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref3\">3<\/a> Peter Lanne: Armenien. Der erste V\u00f6lkermord des 20. Jh., M\u00fcnchen 1977.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref4\">4<\/a> Johannes Lepsius: Bericht \u00fcber die Lage des armenischen Volkes in der T\u00fcrkei, unver\u00e4nderte Neuauflage v. 1916, Bad Schussenried 2011.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref5\">5<\/a> St\u00e9phane Courteois: Schwarzbuch Kommunismus, M\u00fcnchen 1988.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref6\">6<\/a> Alexander Solschenizyn: Der Archipel Gulag, Bern 1974.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref7\">7<\/a> John Barron \/ Anthony Paul: Das Massaker, Uhldingen 1979.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref8\">8<\/a> So der Titel des Bandes: Das Fanal. Das Opfer des Pfarrers Br\u00fcsewitz und die Evangelische Kirche, Berlin 1993.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref9\">9<\/a> Pr\u00e4lat Helmut Moll hat dies in seinem Standardwerk: Zeugen f\u00fcr Christus. Das deutsche M\u00e4rtyrologeum des 20. Jh. dargestellt.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref10\">10<\/a> Siehe dazu Hans Joachim Ramm: \u201e&#8230; stets einem H\u00f6heren verantwortlich\u201c, Neuhausen 1996.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref11\">11<\/a> Siehe Rolf Sauerzapf: Das Erl\u00f6schen des christlichen Glaubens in den alt-orientalischen Kirchen. In: Kuno Kallnbach\/Helmut Matthies: \u201eBedr\u00e4ngt, verfolgt, get\u00f6tet\u201c, Gie\u00dfen 2012.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref12\">12<\/a> Kristin Hellberg: Brennpunkt Syrien, Freiburg 2012.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ednref13\">13<\/a> Volker Kauder (Hrsg.): Verfolgte Christen, Holzgerlingen 2012.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/festschrift.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-10031\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/festschrift.jpg\" alt=\"festschrift\" width=\"77\" height=\"112\" srcset=\"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/festschrift.jpg 224w, https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/festschrift-206x300.jpg 206w\" sizes=\"(max-width: 77px) 100vw, 77px\" \/><\/a><em>Dieser Beitrag ist in der Festschrift <strong>\u201cUnter Gottes F\u00fchrung \u2013 Lehrer, Mahner, Seelsorger\u201d<\/strong> erschienen. <a href=\"http:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\/medienangebote\/literatur\/buecher.html\">Sie kann in der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes f\u00fcr 5,00 Euro bestellt werden<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. 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