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Die Risiken der Krippenbetreuung

Dienstag 10. September 2013 von Dr. Erika Butzmann


Dr. Erika Butzmann

Je stĂ€rker der Krippenausbau vorangetrieben wird, umso mehr steigt die Nachfrage der Eltern. Diese sich durch den Mainstream entwickelnde Eigendynamik fegt ĂŒber die Köpfe der Kleinsten hinweg und kaum jemand der Akteure sieht die Not der Kinder.  Aus der Krippenforschung geht hervor, wie sehr die Kinder in der Krippe unter Stress stehen. Warum das so ist, wird mit den nachstehenden AusfĂŒhrungen erklĂ€rt. Es wird gezeigt, was sich in den ersten zwei bis drei Jahren in der Entwicklung ereignet und warum die frĂŒhe Krippenbetreuung mit Risiken verbunden ist.

Zur psychischen, sozialen und kognitiven Entwicklung beim Baby und Kleinkind – Trennungs- und VerlassenheitsĂ€ngste

In den ersten 6 Monaten empfindet sich das Baby als eine Einheit mit der Mutter. In den Folgemonaten spĂŒrt es nach der Phase des Fremdelns zunehmend, dass dies so nicht stimmt; denn es bemerkt das Getrenntsein durch seine Fortbewegungen. In diesem Zeitraum hat es idealerweise eine Bindung an die Mutter (oder an eine andere dauerhaft verlĂ€ssliche Betreuungsperson) entwickelt, die die Basis fĂŒr seine Welterkundung ist. Zu dieser Sicherheitsbasis kehrt das Kind von seinen Erkundungen immer wieder zurĂŒck, wenn es die Trennung bemerkt.

Steht die Mutter dann zur VerfĂŒgung, stabilisiert sich die sichere Bindung des Kindes. Ist die Mutter nicht greifbar, erlebt das Baby und Kleinkind massive Trennungs- und VerlassenheitsĂ€ngste, die den grĂ¶ĂŸten Stress in seinem jungen Leben verursachen. Der Grund fĂŒr diese Ängste ist die Tatsache, dass das Kind noch kein VorstellungsgedĂ€chtnis hat. Es kann sich noch kein Bild von der Mutter in einem anderen Raum machen. Es fĂŒhlt sich völlig allein gelassen auf dieser Welt, und lĂ€sst sich von anderen kaum trösten.

Das VorstellungsgedĂ€chtnis bildet sich sehr langsam ĂŒber das WiedererkennungsgedĂ€chtnis aus. Im Laufe des ersten Lebensjahrs erkennen die Kinder das, was sie schon einmal gesehen haben wieder, in der Zwischenzeit ist es im Gehirn aber nicht gespeichert. Im zweiten Lebensjahr entwickelt sich daraus das VorstellungsgedĂ€chtnis so weit, dass das Kind zwischen 18 und 24 Monaten ein Bild von den Eltern im Kopf speichern kann. Dann sagt es ICH zu sich selbst und weiß, dass es ein von der Mutter getrenntes Wesen ist. Diese Erkenntnis fĂŒhrt bei vielen Kindern noch einmal zu deutlichen Trennungs- und VerlassenheitsĂ€ngsten, die sich durch Klammerverhalten und Schlafstörungen zeigen können. Die eher Ă€ngstlichen und sensiblen Kinder sind davon besonders betroffen.

Die erste Entdeckung der Welt im Schutz der Eltern

Das fehlende Ichbewusstsein im ersten und das schwache im zweiten Lebensjahr fĂŒhrt auch dazu, dass die Kinder sich selbst nicht steuern können, sondern von den Ă€ußeren Reizen angezogen werden und darauf reagieren. Sie haben auch ihre Impulse nicht unter Kontrolle. Bei einem gesicherten Gehaltenwerden durch die Eltern fĂŒhlt das Kind sich in dieser Zeit ausgesprochen wohl, wenn es gleichzeitig entsprechend seinen Impulsen die Dinge und die Umgebung erkunden kann. Dabei erwirbt es unbewusst ĂŒber die angeborenen Antriebe der Nachahmung, des Erkundens und des Manipulierens der GegenstĂ€nde die Grundlagen der Intelligenz, ohne dass es speziell gefördert werden muss.

Es strahlt bei neuen Entdeckungen meistens die Eltern an; strahlen sie zurĂŒck, fördern sie damit nachhaltig die angeborene Leistungsbereitschaft des Kindes. Zu diesem vom Kind ausgehenden selbstgesteuerten Lernen haben Kleinkinder weitere Antriebe, die den Wissenszuwachs ohne Förderung von außen sicherstellen. Dazu gehört das Deuten von Babys mit dem Finger auf GegenstĂ€nde, das spĂ€tere „Da!“ und das „Was ist das?“ der Zwei- und DreijĂ€hrigen. Diese aktive Wissensansammlung benötigt immer direkt eine Antwort, um das SelbstwirksamkeitsgefĂŒhl des Kindes zu stĂ€rken und seine entwicklungsfördernde Neugier zu stillen.

Wenn das Kind sich mit ungefĂ€hr zwei Jahren selbst als Person unter den anderen erkennt und bemerkt, dass es nicht mehr in einer „ozeanischen Suppe“ schwimmt, in der alles zusammengehört, empfindet es ein seltsames Wegtreiben der GegenstĂ€nde und Personen. Das zeigt sich im Verhalten des Kindes daran, dass es stĂ€ndig ‚meins‘ sagt und alles Greifbare festhĂ€lt. Dieses Festhalten der GegenstĂ€nde (und bei vielen Kindern auch der Mutter) ist in dieser Zeit als psychische StĂŒtze notwendig, weil das Erkennen, nicht mehr mit allem verbunden zu sein, das Kind stark verunsichert. Das Üben des Abgebens von Dingen in dieser Zeit verstĂ€rkt die Unsicherheit und verlĂ€ngert die „meins“-Phase, die entwicklungsbedingt vier bis sechs Monate dauert.

Die unbewusste Ichbezogenheit

Als Ausgleich fĂŒr diese Verunsicherung hat das Kind ab jetzt einen ausgeprĂ€gten eigenen Willen, der von seinem ichbezogenen Standpunkt aus geht. Es hĂ€lt sich fĂŒr den Mittelpunkt der Welt und glaubt, alles zu können. Die Anforderungen von anderen werden nicht verstanden und fĂŒhren vermehrt zu WutanfĂ€llen, zumindest bei den Kindern mit einem außenorientierten Temperament. Wenn Kinder sich nach den Anforderungen anderer richten, tun sie das nicht aus Einsicht, sondern weil sie den Eltern gefallen wollen oder sich in fremden Situationen ohne die Eltern unsicher fĂŒhlen.

Diese hĂ€ufig gegenĂŒber der Mutter gezeigten WutanfĂ€lle haben auch die Funktion, die erkenntnismĂ€ĂŸige Ablösung von der Mutter voranzutreiben. Der Vater ist weniger betroffen, denn die Ablösung geschieht von der Mutter. Ein angemessener Umgang mit den WutanfĂ€llen fördert die IdentitĂ€tsentwicklung und das soziale Verstehen.

Wenn das Kind nach der senso-motorischen Entwicklungsphase mit zwei bis zweieinhalb Jahren dieses erste Gleichgewicht in der geistigen Entwicklung erreicht hat, benötigt es ein ganzes Jahr der weiteren aktiven Welterkundung, um diese Errungenschaften zu stabilisieren. In den ersten zwei bis drei Jahren ist also nicht das soziale Lernen das Hauptentwicklungsthema, sondern das Kind muss sich erst selbst erkennen und sich in seine Umwelt einordnen. Erst dann sind KapazitĂ€ten frei fĂŒr das soziale Lernen mit anderen.

Was bedeuten diese Entwicklungsmerkmale fĂŒr eine frĂŒhe vielstĂŒndige Krippenbetreuung?

Wenn die Kinder zwischen dem ersten und zweiten Geburtstag in die Krippe kommen, sind sie mit der BewĂ€ltigung der erkenntnismĂ€ĂŸigen Trennung von der Mutter beschĂ€ftigt. Gleichzeitig stabilisiert sich die sichere Bindung des Kindes an die Mutter. Das kann nicht gelingen, wenn die Mutter bei diesem Prozess nur wenig anwesend ist, denn das Kind muss diesen Prozess konkret erfahren und kann ihn nicht abstrakt im Kopf vollziehen. Das Krippenkind wird damit in seiner Ich-Entwicklung gleich zu Beginn eingeschrĂ€nkt.

Die wĂ€hrend des Ablöseprozesses auftretenden Trennungs- und VerlassenheitsĂ€ngste sind gerade in der Zeit zwischen 8 und 16 Monaten und 20 und 24 Monaten besonders stark und eine Ursache fĂŒr die in allen Untersuchungen festgestellte Stressbelastung der Krippenkinder. Über die Auswirkungen dieser unzeitigen Trennungserfahrungen gibt es umfangreiche Literatur.

Stille, „brave“ Kinder leiden am stĂ€rksten

Besonders die hoch sensiblen, eher Ă€ngstlichen Kinder, die starkes Klammerverhalten zeigen, vertragen die Fremdbetreuung vor dem 3. Geburtstag gar nicht. Leider sind es auch diejenigen, die am wenigsten protestieren. Sie suchen sich in der Krippe eine andere Bezugsperson, an die sie sich anklammern. Wenn das nicht gelingt, weil z.B. keine der Mutter Ă€hnliche Erzieherin da ist oder die Erzieherinnen zu wenig Zeit haben, verhalten sich diese Kinder still und ziehen sich zurĂŒck, um nicht noch mehr Stress zu haben. Sie sind mit der Aufrechterhaltung ihres inneren Gleichgewichts beschĂ€ftigt. Wenn Kinder keine Sicherheit haben, suchen sie nur die und brauchen ihre ganze Energie dafĂŒr. Bei solch stillen, distanzierten Kindern wurde bei Untersuchungen zur Krippenbetreuung der höchste Stresspegel festgestellt. Unter diesen Bedingungen ist Bildung nicht möglich!

Dass der Stress durch die Aktivierung des biologischen Bindungssystems beim Kind entsteht und dass Vertröstungen bis zum Mittag oder Abend nicht greifen, wird von den Stressforschern nicht erwĂ€hnt! Dabei fĂŒhrt die hĂ€ufige und anhaltende Aktivierung des Stress-Systems beim Kleinkind zu erhöhter KrankheitsanfĂ€lligkeit und durch VerĂ€nderungen im Neurotransmitter-System zu erhöhter StressanfĂ€lligkeit auch im spĂ€teren Alter!

Stress durch ReizĂŒberflutung in der Gruppe

Eine weitere Stressbelastung ist die ReizĂŒberflutung. Kinder sind in den ersten zwei Jahren entwicklungsbedingt nicht in der Lage, sich mehrere Stunden auf viele Spielpartner und Aktionen einzustellen. Die senso-motorische Entwicklung benötigt ruhigen Raum, der vom Kind selbstgesteuert erkundet werden muss, damit sich alle FĂ€higkeiten ungestört entwickeln können. Viele Gleichaltrige ĂŒber lange ZeitrĂ€ume beeintrĂ€chtigen durch die stĂ€ndige Überforderung die Entwicklung des Kleinstkindes. DarĂŒber hinaus kann die im zweiten Lebensjahr noch ungefilterte Reizoffenheit der Kinder zu einer SchwĂ€chung der Wahrnehmungskraft fĂŒhren, da sie aufgrund des noch nicht voll ausgebildeten Ichbewusstseins sich gegen die Reiz-Flut nicht wehren können. In der Folge besteht die Gefahr, Konzentrationsprobleme zu entwickeln.

Die oben geschilderten Entwicklungsmerkmale der Ichbezogenheit und der ‚Meins-Phase‘ der ungefĂ€hr ZweijĂ€hrigen machen den Kindern zusĂ€tzlichen Stress, da sie diese in der Krippensituation kaum ausleben. Denn aufgrund des latenten UnsicherheitsgefĂŒhls besonders des ruhigeren Krippenkindes hĂ€lt es sich hier, so gut es kann, zurĂŒck. Es versucht damit, sein inneres Gleichgewicht einigermaßen zu halten. Das fĂŒhrt zum inneren RĂŒckzug, der die Ichbezogenheit verfestigt.

In der Krippe zeigen die unter 2jĂ€hrigen eher ein vermeintlich soziales Verhalten, das zu diesem Zeitpunkt jedoch eine ‚Überlebensstrategie‘ ist: Sie bestehen nicht auf den Dingen, sondern trösten bei Traurigkeit eines Kindes dieses mit seinem Lieblingsspielzeug. Vor dem Icherkennen reagieren die meisten Kinder impulsmĂ€ĂŸig auf Traurigkeit und Weinen eines anderen, weil die GefĂŒhlsansteckung das Kind stark beeintrĂ€chtigt. Es versucht dann, das negative GefĂŒhl an der Quelle abzustellen. In so fern ist das kein bewusstes soziales Verhalten, aus dem das Kind fĂŒr spĂ€ter lernen kann.

Dass fast alle kleinen Kinder Probleme in der fremden Betreuungssituation haben, ist am typischen Verhalten der Mehrheit der unter ZweijĂ€hrigen in der Kinderkrippe zu erkennen: sie spielen kaum miteinander, sondern meistens allein oder sie scharen sich um eine Betreuerin. Die Experten nennen das Inselverhalten. Die Kinder lassen sich gut anleiten und gehorchen (sie machen alles, was gesagt wird, essen auch gesittet, was zu Hause nicht funktioniert). Auch das ist eine Maßnahme, das innere Gleichgewicht einigermaßen stabil zu halten. Es wird von Erwachsenen positiv gesehen und als Anpassung gedeutet; diese Anpassung strengt das Kleinstkind aber ĂŒbermĂ€ĂŸig an, was zur dauerhaften Überforderung mit verstĂ€rkter Unruhe fĂŒhren kann.

Das Verhalten weist aber auf ein grundsĂ€tzliches Problem der frĂŒhen Fremdbetreuung hin: Es dĂŒrfte klar sein: wenn sich die unter ZweijĂ€hrigen noch nicht als eigenstĂ€ndige Person wahrnehmen, also noch keinen festen Standpunkt haben, nichts einordnen und einschĂ€tzen können, noch kein Bewusstsein vom eigenen Willen haben, keine Kontrolle ĂŒber Situationen und ihre GefĂŒhle, dann mĂŒssen sie sich bei Unsicherheitsempfinden am nĂ€chst greifbaren Erwachsenen orientieren, um nicht als Irrlichter durch den Raum zu schwirren.

Große Gefahr der Bindungsstörung bei Ganztagsbetreuung

Bei Ganztagsbetreuung und bei Betreuung im ersten Lebensjahr besteht zusĂ€tzlich die Gefahr der Bindungsstörung, die das weitere Leben des Kindes erheblich beeintrĂ€chtigt. Die Bindungsentwicklung ist, wie oben ausgefĂŒhrt, neben dem liebevollen Umgang mit dem Kind auf die weitgehende Anwesenheit besonders der Mutter in den ersten zwei Jahren angewiesen, – und zwar wegen des fehlenden VorstellungsgedĂ€chtnisses im ersten Jahr und dem wenig stabilen im zweiten Jahr. Das in dieser Zeit von vielen Kindern gezeigte Klammerverhalten ist Bindungsverhalten. Kann es nicht befriedigt werden, entwickeln sich Bindungsstörungen.

Bildung ohne Bindung ist kaum möglich

Die von den KrippenbefĂŒrwortern behauptete frĂŒhe Bildung ist aus all diesen GrĂŒnden kaum möglich. Obige AusfĂŒhrungen zur Entwicklung des Kindes haben gezeigt, dass die Bildung des Kindes in den ersten zwei bis drei Jahren nur im Schutz und der sicheren Bindung an die Eltern optimal verlaufen kann. Am Beispiel des kindlichen Fragens nach den Dingen ist zu sehen, dass auch dafĂŒr das direkte Antworten der Bezugsperson von hoher Bedeutung fĂŒr den Wissenserwerb des Kindes ist, der in dieser Zeit fast vollstĂ€ndig ĂŒber das selbstgesteuerte Lernen stattfindet.

Schlussbemerkungen

Es ist unstrittig, dass fĂŒr manche Kinder aus sozial schwachen Familien eine Krippenbetreuung besser ist als sie der emotionale Verwahrlosung oder Misshandlung durch die Eltern auszusetzen. FĂŒr die meisten Kinder ist die frĂŒhe Krippenbetreuung jedoch mit Entwicklungsrisiken verbunden.

Der wachsende wirtschaftliche, soziale und politische Druck auf die jungen Eltern, ihre Babys immer frĂŒher in die Fremdbetreuung zu geben, hat fĂŒr viele dieser Kinder langfristig erhebliche negative Folgen fĂŒr Gesundheit und Sozialverhalten. Dieser Druck blendet erfolgreich alle Erkenntnisse der neueren Entwicklungspsychologie und frĂŒhkindlichen Verhaltensforschung aus und blockiert einen rationalen gesellschaftlichen Diskurs ĂŒber die optimale Balance von guten Entwicklungsbedingungen fĂŒr die Kleinsten und den angemessenen Voraussetzungen fĂŒr die Selbstverwirklichung ihrer Eltern.

Dr. Erika Butzmann

erika.butzmann@ewetel.net

Dr. Erika Butzmann, verh., 2 Kinder, 4 Enkelkinder, Studium der Erziehungswissenschaften und der Psychologie, Promotion zur sozial-kognitiven Entwicklung im Kindesalter  im Jahr 2000. Seit 25 Jahren tĂ€tig in der Elternbildung und -beratung und in der Weiterbildung fĂŒr Erzieherinnen. Von 2002 bis 2008 LehrauftrĂ€ge an der UniversitĂ€t Bremen. Letzte Veröffentlichung: „Elternkompetenzen stĂ€rken. Bausteine fĂŒr Elternkurse“, Reinhardt-Verlag MĂŒnchen, 2011.

Dieser Beitrag ist die Kurfassung eines Vortragsmanuskripts. Der vollstĂ€ndige Text mit genauerer Beschreibung einzelner Aspekte, den Forschungsergebnissen zur frĂŒhen Krippenbetreuung, Empfehlungen fĂŒr Eltern bei notwendiger Krippenbetreuung sowie den Quellenangaben kann bei der Autorin angefordert werden.

Quelle: www.fuerkinder.org

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 10. September 2013 um 9:02 und abgelegt unter Ehe u. Familie, Gesellschaft / Politik.