Die neue Orientierungshilfe der EKD fördert die Desorientierung
Die „Orientierungshilfe“ des Rates der EKD „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit“ – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken will Familien als verlässliche Gemeinschaften stärken und setzt dazu verheißungsvoll im Schöpfungsbericht an: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“ Doch weit gefehlt, wer nun gemeint hätte, in dem 160 Seiten starken Dokument Orientierung aus Gottes Wort für die Gestaltung von Ehe und Familie zu erhalten. Das Gegenteil ist der Fall. Die Orientierungshilfe löst den biblischen Ehe- und Familienbegriff auf und ersetzt ihn durch eine diffuse „Vervielfältigung der Lebensformen“, deren konstitutives Merkmal „Verlässlichkeit und Verantwortung“ ist.
1. Vielfalt als hermeneutischer Schlüssel
Von der Einsamkeit des Mannes her kommend, fragt die „Orientierungshilfe“ nicht weiter, wie Gott das Alleinsein des Mannes denn eigentlich überwindet. Die Erschaffung der Frau – und nicht eines weiteren Mannes – als Hilfe und Gegenüber des ersten Menschen wird übergangen, wohl weil ein „normatives Verständnis der Ehe als göttliche Stiftung und eine Herleitung der traditionellen Geschlechterrollen aus der Schöpfungsordnung“ nicht der „Breite des biblischen Zeugnisses“ entspreche. In anderen Worten: Man will sich nicht lange mit der Erschaffung von Mann und Frau aufhalten, weil man damit ein überholtes Eheverständnis und überkommene Geschlechterrollen unnötig repetieren und möglicherweise zementieren würde. Das aber soll verhindert werden.
Stattdessen fragt die „Orientierungshilfe“ zunächst nach dem „Familienleben heute“ und stellt dabei aktuelle Trends fest: „die spätere Familiengründung und der Rückgang von Eheschließungen, die Vervielfältigung von Familienformen, das Auseinanderdriften der sozialen Lebenslagen und die steigende Kinderarmut, schließlich gibt es mehr Familien mit Migrationshintergrund.“ (S. 20) Die „Vielfalt des Familienlebens“ nimmt zu, weil angesichts der hohen Scheidungsraten „Familien auf Ehebasis zunehmend Patchwork-Konstellationen mit komplexeren Lebensführungen“ sind. (S. 26). Der Anteil der Alleinerziehenden und der nichtehelichen Partnerschaften sei gestiegen und auch die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften sind Teil dieser „Vervielfältigung der Lebensformen“ in unserer Gesellschaft (S. 27).
Diese „Vervielfältigung“ wird nun von den Verfassern der „Orientierungshilfe“ nicht als zu überwindende Orientierungslosigkeit wahrgenommen, sondern zum eigentlichen Ausgangspunkt ihres Ehe- und Familienverständnisses. Sie wird zudem zum hermeneutischen Schlüssel der biblischen Texte: „Dabei konnte leicht übersehen werden, dass die Bibel im Alten und Neuen Testament das familiale Zusammenleben in einer großen Vielfalt beschreibt.“ (S. 56) Der Begriff „Vielfalt“ wird auf 160 Seiten 21 Mal verwendet. Hinzu kommen die in verschiedenen Zusammenhängen gebrauchten Begriffe „Vervielfältigung“ und „vielfältig“. Im Schnelldurchgang finden die Verfasser dann in der Tat eine Vielfalt von Formen des Zusammenlebens in der Bibel, ob es nun die Patchworkfamilien der Patriarchen sind, das generationenübergreifende Zusammenleben im Buch Ruth, der Ehebruch Davids mit Bathseba oder der Eheverzicht Jesu. Diese Vielfalt der in der Bibel beschriebenen Lebenswirklichkeit wird nun zur Grundlage eines neu-evangelischen Ehe- und Familienbegriffes gemacht. Weil schon die Bibel eine Vielfalt von Lebensformen aufweise, müsse auch das evangelische Verständnis von Ehe und Familie diese Vielfalt widerspiegeln. Im Klartext heißt das: Alles ist möglich! Zu Ende gedacht wird dadurch jede Form des menschlichen Zusammenlebens, solange sie dem obersten Gebot der Vielfalt entspricht und mindestens von einem „verbindlichen und verantwortlichen Miteinander“ (S. 66) geprägt ist, als Ehe und Familie verstanden. Selbstredend gehören auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften in dieses neu-evangelische Verständnis von Ehe- und Familie hinein.
2. Die Dekonstruktion biblischen Eheverständnisses
Die „Orientierungshilfe“ betont die Wandelbarkeit und historische Bedingtheit von Ehe und Familie. Im 3. Kapitel „Familie und Wandel“ heißt es: „Eine breite Vielfalt von Familienformen ist, historisch betrachtet, der Normalfall. Die bürgerliche Familie als Ideal entwickelte sich erst im 18. Jahrhundert durch die Trennung von männlicher Erwerbswelt und weiblicher Familiensphäre mit Haushalt und Kindererziehung.“ (S. 31). „Der Begriff von Familie, der die verschiedenen Lebensformen umfasste, hat sich überhaupt erst im 18. Jahrhundert herausgebildet.“ (S. 32). Die „Ehe als Institution“ bildete sich erst nach Auffassung der Ad-hoc-Kommission (die sich übrigens aus 10 Frauen und 4 Männern zusammensetzt, erst im 19. Jahrhundert heraus. Diese Institutionalisierung habe Ungerechtigkeiten befördert und eine „Geschlechterordnung legitimiert, in der dem Mann als Haupt der Gemeinschaft alle Entscheidungsbefugnis, alle Verfügung über das eheliche Eigentum und die Pflicht zum Unterhalt oblag. Die Frau hingegen war zur Einhaltung der ehelichen Pflichten, zur Unterordnung und Gehorsam und gemäß einer traditionellen geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung zu persönlichen Dienstleistungen jeder Art in der Familie, wie auch im Betrieb des Mannes, verpflichtet“ (S. 34). Die vielfältigen Proteste und Rechtskämpfe der Frauenbewegung haben einen Wandel herbeigeführt, der sich auch im bürgerlichen Recht niedergeschlagen habe: „Weltweit hat die Frauenbewegung damit einen kulturellen Wandeln in den Geschlechterbeziehungen eingeleitet, der nicht ohne Einfluss auf das Familienrecht geblieben ist“ (S. 36). Es folgten Veränderungen des Eherechts, des Familienrechts und des Scheidungsrechts. In jüngster Zeit werde das Verhältnis von Eheinstitut und Eingetragener Lebenspartnerschaft diskutiert und einander rechtlich angeglichen (S. 45).
Indem die „Orientierungshilfe“ die Wandelbarkeit von Ehe- und Familie betont und mit der Beschreibung dieses Wandels erst im 18. Jahrhundert einsetzt – als ob es vorher Ehe- und Familie nicht gegeben hätte – suggeriert sie, dass das Verständnis von Ehe als Institution oder Stiftung nicht mehr als ein gesellschaftliches Konstrukt ist. Wurde die Ehe aber erst einmal als romantisches Konstrukt des Bürgertums dargestellt, fällt es nicht schwer, diese Konstruktion für überholt zu erklären, niederzureißen und zeitgemäß zu rekonstruieren.
3. Die Relativierung des Scheidungsverbotes
Zur Dekonstruktion des biblischen Eheverständnisses gehört die Auflösung des Scheidungsverbotes. Dieses wird in der Orientierungshilfe zwar noch erwähnt, sogleich aber als historisch bedingtes Schutzgebot für die Frau uminterpretiert und aufgeweicht. Jesus habe das Scheidungsverbot betont, weil er damit die Ehepartner in die Verantwortung füreinander rufe: „vor allem wohl die der Ehemänner für ihre Frauen, die auf männlichen Schutz angewiesen waren, da sie keine eigenen Rechte hatten. Eine solche ökonomische Abhängigkeit und Schutzlosigkeit erleben Frauen in den westlichen Gesellschaften nicht mehr; nur an der Situation von Kindern während einer Scheidung kann noch etwas davon spürbar werden…Das Scheidungsverbot Jesu erinnert die Paare und Eltern an ihre Verantwortlichkeit und macht Kirche und Gesellschaft deutlich, dass Verlässlichkeit für jede Gemeinschaft konstitutiv sind, weil sie den schwächeren schützen und damit erst den Spielraum für Freiheit und Entwicklung eröffnen.“ (S. 62) Das Scheidungsverbot wurde demnach eingerichtet, um die Frau in ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit zu schützen. Da dieser Grund heute entfalle, hat das Verbot aus Sicht der Verfasser nur noch Erinnerungscharakter. Es erinnert uns an unsere „Verantwortlichkeit“ und dass Gemeinschaft „verlässliche Beziehungen“ braucht.
Jesus verbietet die Scheidung von Ehepartnern in eindeutigen und klaren Worten: „Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden“ (Mt 19,6). Die Verfasser der „Orientierungshilfe“ kippen das Verbot des Herrn und deuten es um in eine antike Lebensweisheit, die uns an ein diffuses und wenig konkretes „verantwortliches Handeln“ erinnert. Wer nun fragt, wie dieses „verantwortliche Handeln“ aussieht, findet keine Antwort, denn alles ist ja erlaubt: „Aus diesem evangelischen Verständnis erwächst eine große Freiheit im Umgang mit gesellschaftlichen Veränderungen, die angesichts der Herausforderungen der eigenen Zeit immer wieder neu bedacht und oft auch erst errungen werden muss. Das zeigt sich im Umgang mit Scheidungen und Geschiedenen genauso wie mit Alleinerziehenden oder auch mit gleichgeschlechtlichen Paaren. Gesellschaftliche Emanzipationsprozesse haben die Ordnungen von Ehe und Familie ebenso verändert wie Geschlechterrollen, Beziehungen und Konventionen.“ (S. 64) Wie soll nun die Kirche auf diese Emanzipationsprozesse, Veränderungen und Umwertungen reagieren? Sie passt die Gebote und Verbote ihres Herrn und Gottes flugs den neuen gesellschaftlichen Realitäten an und fordert von ihren Mitgliedern „Familie neu zu denken und die neue Vielfalt von privaten Lebensformen unvoreingenommen anzuerkennen und zu unterstützen“ (S. 141). Die unvoreingenommene Anerkennung der Vielfalt von Lebensformen sei als „normative Orientierung“ zu verstehen. Will sagen: Gottes Gebot wird beseitigt und die EKD führt ein neues Gebot ein: Das Gebot der uneingeschränkten Anerkennung der Vielfalt.
4. Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare
Zu dieser uneingeschränkt anzuerkennenden Vielfalt rechnet die „Orientierungshilfe“ insbesondere auch die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften: „Durch das biblische Zeugnis hindurch klingt als ‚Grundton‘ allem der Ruf nach einem verlässlichen, liebevollen und verantwortlichen Miteinander, nach einer Treue, die der Treue Gottes entspricht. Liest man die Bibel von dieser Grundüberzeugung her, dann sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften, in denen sich Menschen zu einem verbindlichen und verantwortlichen Miteinander verpflichten, auch in theologischer Sicht als gleichwertig anzuerkennen. Nutzen homosexuelle Menschen heute die rechtliche Möglichkeit der eingetragenen Partnerschaft, dann erklären sie, wie heterosexuelle Menschen, bei der Eheschließung öffentlich ihren Willen, sich dauerhaft aneinander zu binden und füreinander Verantwortung zu tragen.“ (S. 66)
Kurz und im Vorübergehen nehmen die Verfasser Bezug auf solche Aussagen der Heiligen Schrift, die Homosexualität als Sünde kennzeichnen:
„Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.“ (3 Mose 18,22; 20,13)
„Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen.“ (Römer 1,26.27)
Da diese beiden Aussagen jedoch eine für die Verfasser unangenehme Disharmonie erzeugen, werden sie kurzerhand und ohne Begründung für zeitbedingt und überholt erklärt. Zudem wird ein Widerspruch innerhalb des biblischen Kanons postuliert, denn es gebe „allerdings auch biblische Texte, die von zärtlichen Beziehungen zwischen Männern sprechen.“ (S. 66) Genaue Textangaben fehlen an dieser Stelle und doch ahnt man, was gemeint sein könnte. Die Eisegese, also das Hineintragen der eigenen Weltanschauung in den biblischen Text, wird hier auf einen Höhepunkt getrieben: Das sexuell und homoerotisch aufgeladene Denken unserer Zeit wird in die Männerfreundschaft zwischen David und Jonathan oder die besondere Beziehung zwischen Jesus und Johannes den biblischen Text verfremdend und umdeutend hineingetragen. Mit biblischer Theologie oder gründlicher Exegese hat dies nichts mehr zu tun.
5. Der Umgang mit der Heiligen Schrift
Der Umgang der Verfasser der „Orientierungshilfe“ mit der Heiligen Schrift ist überhaupt beschämend und kann nicht mehr als evangelisch oder überhaupt christlich bezeichnet werden. Wir haben bereits gesehen, dass das Bibelwort aus dem Schöpfungsbericht nicht mehr ist als ein Feigenblatt. Eigentlicher Ausgangspunkt und hermeneutisches Grundprinzip ist die Vielfalt. Die Verfasser übersehen, dass die Bibel selbstverständlich die Vielfalt des Lebens und auch der Lebensformen abbildet, dies aber immer gewichtend und wertend. Die Bibel beschreibt eine Schöpfung und Menschheit, die von Gott abgefallen ist und deshalb von Sünde gekennzeichnet ist. Die Orientierungshilfe sieht die Vielfalt menschlicher Sünde nicht mehr. So kommt der Begriff „Sünde“ an sich nur einmal vor, dort aber nur im Sinne von „Sünde“, die heute nicht mehr als Sünde zu verstehen sei (S. 66). Die Verfasser sind blind geworden für die Todesmacht der Sünde. Im Gegensatz dazu beschreibt die Bibel die Auswirkungen einer von Gott abgefallenen sündigen Welt für Ehe und Familie, doch offenbart sie mitten in dieser dämonisierten Vielfalt das gute Gebot Gottes und den Weg des Evangeliums. Gottes Gebot hat die Funktion, Sünde aufzudecken, falsche Lebenswege und Lebensformen als Irrwege zu enttarnen und den Menschen auf den schmalen Weg des Evangeliums und des (ewigen) Lebens zu führen. Da die Verfasser der „Orientierungshilfe“ keine Sünde mehr kennen, können sie in der modernen Vielfalt eigenkonstruierter Lebensformen nur anerkennenswerte Wege sehen. Wo Gottes Gebote sich gegen die unvoreingenommene Akzeptanz aller Lebensformen stellen, stören sie die Harmonie der Vielfalt. Werden Gebote in der „Orientierungshilfe“ erwähnt, werden sie darum meist für zeitlich und kulturell bedingt und überholt erklärt. Die Gebote und Ordnungen Gottes müssen dem Gebot der Vielfalt weichen. Dies sieht dann z. B. so aus: „Über der inneren Zustimmung zu dieser Erfahrung kann in den Hintergrund treten, was uns heute in diesen Texten fremd ist, etwas dass das Schöpfungsgeschehen vom Mann her gedacht ist, die Frau als Gefährtin des Mannes verstanden wird, als Hilfe, die ihm gleich sei – oder dass das Paar einander, vor allem aber die Frauen ihren Ehemännern „untertan sein sollen“, weil „der Mann des Weibes Haupt“ sei (Eph 5). (S. 55/56) Was fremd ist und stört, möge bitte in den Hintergrund treten, die Vielfalt der Lebensformen soll in den Vordergrund treten, auch dann, wenn sie Gottes Wort und Ordnung widersprechen.
6. Fazit
Die EKD-Orientierungshilfe ist eine Hilfe zur Desorientierung. Sie geht von der orientierungslosen Vielfalt unserer Zeit aus und macht sie zum Leitprinzip ihres Schriftverständnisses und ihres Bildes von Ehe und Familie. Der Mensch erhält bleibende Orientierung aber nur im Hören auf Gottes Wort (Lk 11,28). Ein modernes Verständnis von Ehe und Familie kann nur auf der Grundlage des Willens Gottes entwickelt werden und muss sich an die Leitlinien der Heiligen Schrift orientieren:
Die Ehe ist ein von Gott eingesetzter und bis zum Tod eines Ehepartners andauernder Bund zwischen einem Mann und einer Frau (1 Mose 1,27).
Der Ehebund soll nicht gebrochen werden (2 Mose 20,14). Er steht bis heute unter dem göttlichen Scheidungsverbot: „Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden“ (Mt 19,6).
Gott segnet Mann und Frau mit dem Adel der Fruchtbarkeit. Es sollen Kinder geboren werden und Familie entstehen (1 Mose 1,28; Ps 127,3).
Gott möchte nicht, dass die Gabe der Sexualität außerhalb des Ehebundes ausgelebt wird. Dies wird in der Heiligen Schrift als Sünde der Unzucht gewertet: „Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht“ (1 Thess 4,4.5; 1 Kor 7,2).
Gleichgeschlechtliche Partnerschaften können nicht mit der Ehe gleichgesetzt werden und stehen nicht im Einklang mit Gottes Willen (3 Mose 18,22; 20,13; Römer 1,26.27). Die „Orientierungshilfe“ nennt Sünde nicht mehr beim Namen und verheimlicht den Betroffenen, dass es Auswege, Alternativen und Veränderung auch für homosexuell empfindende Menschen gibt (1 Kor 6,9-11; Römer 12,2). Entsprechende seelsorgerliche Angebote macht die Orientierungshilfe nicht.
Orientierung ist da, wo die biblischen Leitlinien zeitgemäß erklärt und angewandt werden. Die EKD-Orientierungshilfe leistet dies nicht. Anstatt Orientierung zu geben, fördert der Rat der EKD die Desorientierung der Menschen. Gottes gute Ehe- und Familienordnung wird nicht aufgerichtet, sondern zerstört. Damit machen die Verfasser sich an den Menschen schuldig, denen sie keine Hilfe zu einem gelingenden Leben unter Gottes Segen vermittelt und teilweise deren Irrwege bestätigt. Jesus wies die Schriftgelehrten seiner Zeit mit scharfen Worten zu Recht: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein, und die hinein wollen lasst ihr nicht hineingehen“ (Mt 23,13). Die Verantwortlichen der EKD sollten ihre „Orientierungshilfe“ schnellstens zurücknehmen, um nicht von diesem Herrenwort getroffen zu werden.
Johann Hesse, Geschäftsführer des Gemeindehilfsbundes
Der Gemeindehilfsbund bereitet ein Faltblatt zur EKD-Orientierungshilfe vor, das im September erscheint. Es wird nicht den obenstehenden, sondern einen neuen Text enthalten. Es kann bei der Geschäftsstelle vorbestellt werden.