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Andacht: „Siehe, dein König kommt zu dir.“ (Mt 21,5)

Freitag 2. Dezember 2011 von Pfr. Wilhelm Busch (1897-1966)


Pfr. Wilhelm Busch (1897-1966)

„Siehe, dein König kommt zu dir.“ (MatthĂ€us 21,5)

„Siehe!“ Ja, da heißt es „die Augen aufgemacht!“ Denn es ist mit dem Einzug dieses Königs ein eigenes Ding. Wenn sonst ein Monarch Einzug halten will in einer Stadt, dann mĂŒsste ja einer blind oder taub sein, wenn er es nicht merken wollte. Da kommen große AnkĂŒndigungen in der Zeitung. Da ist die Stadt ein Flaggenmeer. Überall festliche Aufregung!

Ganz anders ist es mit Jesus. Als er in Jerusalem einzog, da wehte keine Fahne. Nirgendwo waren Behörden zum feierlichen Empfang angetreten. Keine Zeitung hatte die Sache angekĂŒndigt. Es war eine recht heimliche Sache.

Darum steht hier „Siehe!“ „Siehe, dein König kommt zu dir!“ „Siehe!“ So heißt es auch heute noch. Denn bis zu seiner Wiederkunft wird es Jesu Art sein, heimlich und verborgen zu kommen. Da muss man schon aufpassen!

Wieviel nimmt doch unseren Blick gefangen! Die bunten Farben der Welt fesseln unsern Blick. Und der laute LĂ€rm der Welt fesselt unsere Aufmerksamkeit. Und die Nöte der Welt und unseres Lebens wollen uns nicht loslassen. Da wird dies Wörtlein wohl verstĂ€ndlich, „Siehe!“ Und wir sind ja so blind! Blind am inwendigen Menschen. Um in Jesus den König zu sehen, sollte man offene Augen des Herzens haben. Und wir sind so blind fĂŒr göttliche Dinge.

„Siehe!“ Dies Wörtlein steht wahrhaftig nicht umsonst ĂŒber der Adventsgeschichte vom Einzug Jesu. Gott schenke uns allen offene Augen fĂŒr Jesu Gnade und Herrlichkeit! „Herr, gib Augen, die was taugen / rĂŒhre meine Augen an. / Denn das ist die grĂ¶ĂŸte Plage, wenn am Tage / man das Licht nicht sehen kann.“ Amen.

Ach, mache du mich Armen
zu dieser heil`gen Zeit
aus GĂŒte und Erbarmen,
Herr Jesu, selbst bereit!
Zeuch in mein Herz hinein
vom Stall und von der Krippen,
so werden Herz und Lippen
dir allzeit dankbar sein.

Quelle: Pfr. Wilhelm Busch, „Licht vom unerschöpften Lichte“, TĂ€gliche Andachten, Verlag Martin Warneck, Berlin 1939, S. 5.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 2. Dezember 2011 um 16:00 und abgelegt unter Predigten / Andachten.