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„Homo-Ehe“ kein Menschenrecht!

Montag 6. Dezember 2010 von Medrum


Medrum

Alle Synodalen der EKD im Irrtum: „Homo-Ehe“ kein Menschenrecht!

Viele Mitglieder der EKD sind angesichts bisch├Âflicher und synodaler Eingebungen ├╝ber ein k├╝nftiges Recht von Homo-Partnern ihrer Geistlichen, in die Pfarrh├Ąuser der EKD einzuziehen, entsetzt. Die Kirchenparlamentarier wollen homosexuellen Pfarrerinnen und Pfarrern mit neu beschlossenem Kirchenrecht gro├čz├╝gig ein „Recht“ einr├Ąumen, das ihnen selbst nach der Rechtsprechung des Europ├Ąischen Gerichtshofes f├╝r Menschenrechte nicht zugesprochen werden m├╝sste, weil der Abschlu├č homosexueller Partnerschaften nicht zu den Menschenrechten geh├Ârt. Zeitgeist und biblischer Ethos stehen im Widerstreit.

Die j├╝ngsten Beschl├╝sse der Synode der EKD und der bayerischen Landessynode haben das Bed├╝rfnis von Pfarrerinnen und Pfarrern, ihre homosexuellen Neigungen „partnerschaftlich“ in Pfarrh├Ąusern ausleben zu wollen, in den Familienstand erhoben. Nach dem neu verabschiedeten Kirchenrecht sollen Geistliche der EKD k├╝nftig auch mit homosexuellen Partnern in Pfarrh├Ąuser einziehen und ihre homosexuelle Beziehungen mit dem Segen der Kirche in den Kirchengemeinden „vorbildhaft“ vorleben d├╝rfen. Wichtige Voraussetzungen daf├╝r sind: die Gemeinschaft mu├č aus „mindestens zwei“ Personen bestehen (es k├Ânnten also auch mehr sein) und deren Zusammenleben mu├č in irgendeiner Form rechtsverbindlich geordnet sein. Dann gelten sie als Familie, die ihr „famili├Ąres Zusammenleben“ im Pfarrhaus ausbreiten darf. Dies verlautbarte der Rat der EKD in seiner Vorlage des neuen Pfarrdienstgesetzes an die Synode der EKD (Vorlage der EKD: Kinder sind f├╝r Familie nicht mehr konstitutiv), die dieses Recht auf „Homo-Ehen“ in Pfarrh├Ąusern einstimmig auf ihrer Tagung in Hannover am 10. November verabschiedete (126 Synodale beschlie├čen einstimmig „epochales“ Pfarrdienstgesetz). Auch der Landeskirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayerns und deren Landessynode stimmten f├╝r ein Recht auf Homo-Partnerschaften von Geistlichen. Der Sprecher des Lesbisch-Schwulen Konvents, Wolfgang Sch├╝rger, meinte, es ginge darum, gegen├╝ber der Gemeinde die homosexuelle Lebensweise offen zu leben. Hans-Joachim Vieweger vom Arbeitskreis Bekennender Christen verwies hingegen auf die Zerrissenheit, denen viele Gl├Ąubige dadurch zwischen ihrer Treue zur EKD auf der einen Seite und zur Bibel auf der anderen Seite ausgesetzt werden. Die Situation in den Gliedkirchen spiegelt die ├ťbersicht „Bibeltreue in der EKD“ wider.

Wer die Beschlussfassung des Rates und des Kirchenparlamentes der EKD mit der Rechtsprechung des Europ├Ąischen Gerichtshofes f├╝r Menschenrechte vergleicht, kann verwundert feststellen, da├č die EKD homosexuelle Bed├╝rfnisse ihrer Geistlichen erf├╝llt, die einerseits mit dem biblischen Ethos unvereinbar sind und andrerseits nicht einmal nach der weltlichen Rechtsprechung des h├Âchsten europ├Ąischen Gerichtshofes – im Gegensatz zur Ehe – als Menschenrecht anzusehen sind. Wer glaubt oder suggeriert, es g├Ąbe ein mit dem biblischen Ethos vereinbares Menschenrecht auf „Homo-Partnerschaften“, das f├╝r Geistliche eingefordert werden k├Ânne und gew├Ąhrt werden m├╝sse, befindet sich im Irrtum. Denn der Europ├Ąische Gerichtshof best├Ątigte im Beschwerdefall „Schalk und Kopf gegen ├ľsterreich“ erneut, da├č es kein Menschenrecht gibt, eine „Homo-Partnerschaft“ abzuschlie├čen. Die Klage gegen ├ľsterreich, seinen B├╝rgern das Recht auf Abschlu├č einer Homo-Partnerschaft einzur├Ąumen, wurde damit endg├╝ltig und rechtskr├Ąftig abgewiesen (EGMR, 29.11.2010).

Der europ├Ąische Richterspruch macht klar, da├č es f├╝r Geistliche der Evangelischen Kirche kein einklagbares Menschen- oder B├╝rgerrecht gibt, mit dem die F├╝hrung von homosexuellen Lebensgemeinschaften im Pfarrdienst begr├╝ndet werden k├Ânnte. Die Entscheidung der Synode beugt sich also keinem weltlichen Diktat, sondern ist vielmehr eine Konzession an den Zeitgeist, der die Leitungsgremien der Evangelischen Kirche mit seinen krakenhaften Armen ergriffen und mit Macht zu herrschen begonnen hat. Seine Bundesgenossen propagieren verf├╝hrerisch, Pfarrdienst und homosexuelle Lebensformen miteinander zu verbinden, sei ein Gebot der Toleranz und Offenheit in der Evangelischen Kirche. Der evangelische Theologe und Pastor Ulrich R├╝├č weist dies ebenso wie andere evangelische Theologen, beispielsweise Reinhard Slenczka, Professor f├╝r Systematische Theologie zur├╝ck (Zum Beschluss ├╝ber gleichgeschlechtliche Partnerschaften in bayerischen Pfarrh├Ąusern). R├╝├č sieht in dieser Entwicklung keinen Fortschritt, sondern einen R├╝ckschritt in eine beliebige, vom allgemeinen Toleranzdiktat bestimmte Zeitgeistethik. „Wir Christen sind aufgefordert, auch als Minderheit uns f├╝r eine biblisch-bekenntnisorientierte Ehe-und Familienethik einzusetzen“, lautet sein Appell (MEDRUM berichtete R├╝ckschritt vom Toleranzdiktat in eine beliebige Zeitgeistethik).

Das Urteil des Europ├Ąischen Gerichtshofes und die Kritik evangelischer Theologen und Geistlicher an den synodalen Beschl├╝ssen zeigen, da├č es den Kirchenf├╝hrern und Kirchenparlamentariern der EKD – im Gegensatz zu Richtern auf h├Âchster europ├Ąischer Ebene – an der F├Ąhigkeit fehlt, irref├╝hrenden Zeitgeist zu erkennen und ihm mutig zu widerstehen. Wo ist da noch die vielger├╝hmte evangelische Freiheit zum biblischen Zeugnis geblieben? Sie hat sich der Unfreiheit des Zeitgeistes unterworfen. Nachdem die Mitglieder der bayerischen Landessynode Ende November bei ihrer Tagung in Neu-Ulm mit einer Mehrheit von ├╝ber 90 Prozent f├╝r den Einzug homosexueller Partnerschaften in die bayerischen Pfarrh├Ąuser stimmten, merkte Landesbischof Friedrich zu dieser Entwicklung an: „Vom Ergebnis her ist es das, was ich mir gew├╝nscht habe.“

Kurt J. Heinz, 01.12.2010, Medrum (www.medrum.de)

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 6. Dezember 2010 um 14:28 und abgelegt unter Kirche, Sexualethik.