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Die lebenzerstörende Wirkung der Antibabypille Teil II

Mittwoch 18. August 2010 von Dr. Rudolf Ehmann


Dr. Rudolf Ehmann

Dr. Rudolf Ehmann
Die lebenzerstörende Wirkung der Antibabypille Teil II

C) Die Folgen von VerhĂŒtungsmitteln fĂŒr Gesellschaft und Staat – das Gemeinwesen als drittes Opfer hormonaler Kontrazeption

1.  Ermöglichung der demographischen Katastrophe

Im Jahr 1954 hatten die klinischen Versuche mit Enovid, der ersten Pille, begonnen. Die Feministin und Sponsorin dieser Experimente, Katherine McCormick, schrieb in einem Brief an Margret Sanger, sie könne es »in Boston fĂŒr die Pille frierend« kaum erwarten, daß Gregory Pincus und John Rock es endlich schaffen wĂŒrden, den »alten Teufel, die weibliche Fruchtbarkeit« niederzuringen.(87) Diese makabre Hoffnung McCormicks auf einen endgĂŒltigen Sieg ĂŒber die natĂŒrliche Fruchtbarkeit der Frau hat sich in unerhörter Weise realisiert – mit der Folge, daß die Industrienationen aufgrund der Pille einen in Friedenszeiten nie dagewesenen GeburtenrĂŒckgang erlebten. Angesichts der sich seither immer mehr abzeichnenden ruinösen Folgen fĂŒr den Sozialstaat erscheint es als nicht minder makabre Euphorie, wenn z.B. der »Stern« diesen Kampf gegen den »Teufel« mit folgenden Worten bejubelte: »Der 1. Juni 1961 wird vielleicht einmal ein â€șhistorischer Tagâ€č genannt werden. … ein gewaltiger Schritt vorwĂ€rts … zur Lösung eines der brennendsten Probleme…: das Problem der Geburtenregelung… Ein großer Schritt vorwĂ€rts – zumindest was Deutschland angeht…«(88) Pharma-Unternehmen als unbestreitbare Hauptprofiteure betonen bis heute gerne ihren Beitrag zur sexuellen Revolution und zur Freiheit der Frau – namentlich zur »sorgenfreien VerhĂŒtung« und gegen »die verklemmten Jahre«. Hingegen ist irgendeine Form der Übernahme von Verantwortung fĂŒr die demographischen Folgen nicht erkennbar; denn auf derselben Internetseite wird der »Pillenknick« allen Ernstes als »Mythos« bezeichnet.(89) Die langfristigen Folgen des sog. Pillenknicks sind im wahrsten Sinne des Wortes fundamental, weil sie die Fundamente der sozialen Sicherungssysteme (z.B. eine menschenwĂŒrdige Versorgung von Alten, PflegebedĂŒrftigen und Kranken) und damit den Wohlfahrtsstaat insgesamt erschĂŒttern und gefĂ€hrden werden.(90)

2. Förderung der PromiskuitÀt (sexuelle Revolution)
Horst Witzel, spĂ€teres Vorstandsmitglied der Schering AG und dort 1961 als junger Wissenschaftler in der Steroidforschung tĂ€tig, berichtet ĂŒber ein GesprĂ€ch mit seiner Mutter am Mittagstisch. Sie sagte ihm: »Was du tust, wird die BĂŒchse der Pandora öffnen.« Witzel weist diesbezĂŒglich darauf hin: »Und wir dachten gewiß noch nicht an die unverheirateten Frauen. Meine Mutter aber tat es. Sie sagte: â€șDu gibst damit jungen MĂ€dchen die Gelegenheit, Sex nur zum Spaß zu machen, ohne an die Konsequenzen zu denken.â€č«(91) Diese zutreffende EinschĂ€tzung einer Mutter im Vorhinein findet sich in einem modernen Medizinlexikon im Nachhinein wie folgt bestĂ€tigt: »Abbau sexueller Tabus, in dessen Folge Partner hĂ€ufiger gewechselt und geschlechtliche AktivitĂ€ten in jĂŒngerem Alter begonnen werden.«(92) Es ist ĂŒblich, die VerhaltensĂ€nderung in der SexualitĂ€t nicht als Förderung der PromiskuitĂ€t, sondern als Zugewinn von Freiheit darzustellen. Dabei schließt diese fragwĂŒrdige Dehnung des Freiheitsbegriffs eben nicht nur die drastische Verminderung der Zahl der Kinder, sondern auch die nicht minder drastische Erhöhung der Zahl der Sexualpartner ein. Man scheint wirklich darauf bedacht zu sein, problematische Nebenwirkungen der Pille möglichst auf unvermeidliche ZugestĂ€ndnisse in medizinischer Hinsicht zu beschrĂ€nken. Viele gesellschaftlichen KrĂ€fte scheinen ein Interesse daran zu haben, die fast zur Freiheitsstatue der sexuellen Revolution erkorene Pille vor moralischen Flecken zu schĂŒtzen und die Augen vor einer Kehrseite zu verschließen. Zu dieser Kehrseite gehört ein ungewöhnlich hoher Preis, der in der Gefolgschaft der sexuellen Revolution zu entrichten ist und mit dem kaum einer gerechnet haben dĂŒrfte. Mit geradezu prophetischer Weitsicht hat kein geringerer als Max Horkheimer, Philosoph der Frankfurter Schule, auf diese Konsequenzen aufmerksam gemacht: »Die Pille mĂŒssen wir mit dem Tod der erotischen Liebe bezahlen. […] Die Pille macht Romeo und Julia zu einem MuseumsstĂŒck.«(93) Diese Beobachtung aus dem Jahr 1970 ist in den folgenden Jahrzehnten nur bestĂ€tigt worden: Die sexuelle Revolution hat die Menschen leerer und die Wartezimmer der Sexualtherapeuten voller gemacht, sie hat die SexualitĂ€t vielfach auf bloße Triebbefriedigung reduziert und die Liebe entromantisiert. Durch die Allgegenwart von SexualitĂ€t erleiden nicht zuletzt junge Menschen eine ÜbersĂ€ttigung, die sie innerlich Ă€rmer und unglĂŒcklicher macht als ihre Vorfahren.

3. Verbreitung von Geschlechtskrankheiten
Das Springer Lexikon Medizin nennt als doppelte Ursache fĂŒr den letzten »Inzidenzgipfel« der Geschlechtskrankheiten in den 1970er Jahren »â€șdie sexuelle Revolutionâ€č und de[n] Anstieg des Reiseverkehrs«. Das nachfolgende Diagramm lĂ€ĂŸt etwas konkreter erkennen, was dieser »Gipfel« beinhaltet:

Abb. 4: Zunahme von Geschlechtskrankheiten am Beispiel der Gonorrhoe (ugs. »Tripper«) als unmittelbare Folge der »sexuellen Revolution«.(94)

a)         Die Vervielfachung der Gonorrhoe (Tripper) bis zum Faktor 4 (USA);
b)         Einen RĂŒckschlag im Kampf gegen diese Geschlechtskrankheit  um 2 Jahrzehnte: Erst in den 1980er Jahren erreichten die Zahlen wieder das Niveau der 60er Jahre, in den USA gar erst Mitte der 90er Jahre;
c)         Das Lexikon benennt als Ursache fĂŒr die HĂ€ufigkeit der Geschlechtskrankheiten die »Orale Kontrazeption« [= Pille] und macht darauf aufmerksam: »ZusĂ€tzlich werden frĂŒher tabuisierte Praktiken eher vollzogen [orogenitale, anogenitale Kontakte].« Dem ist nur noch eines hinzuzufĂŒgen: Die durch die sexuelle Revolution bedingte massive Zunahme der Geschlechtskrankheiten erfolgte exakt im selben Zeitfenster wie der Zusammenbruch der Geburtenrate von 2,5 auf 1,5 – nĂ€mlich ebenfalls genau in den Jahren 1965 bis 1975.
Neben der bereits durch die demographische Entwicklung schwer geschĂ€digten Rentenkasse kommen daher in Gestalt zigtausender Patienten mit Geschlechtskrankheiten entsprechend weitere Kosten fĂŒr das ohnehin schon lĂ€dierte Gesundheitssystem hinzu.

D) Die Folgen von VerhĂŒtungsmitteln fĂŒr die Umwelt – die Umwelt als viertes Opfer kĂŒnstlicher VerhĂŒtung

Durch hormonale Kontrazeption, insbesondere den anhaltend hohen Pillenkonsum, erfolgt ein ganz erheblicher Schadstoffeintrag in die Wasserwelt. Das ganze Ausmaß der FolgeschĂ€den ist in den vergangenen Jahren zunehmend deutlich geworden. Als Hauptproblem sind dabei jedoch nicht die schĂ€tzungsweise 4–6 Tonnen Gestagene anzusehen, sondern der geringe Anteil der östrogenen Komponente in den KombinationsprĂ€paraten: das Ethinylestradiol (EE2); dessen Jahresproduktion macht in Deutschland nur ungefĂ€hr 60–100 kg aus. KlĂ€rschlammexperten haben jedoch aufgrund seiner außerordentlich hohen endokrinen WirkungsstĂ€rke bereits im Jahr 2002 ein Verbot von EE2 diskutiert: »Der Ansatz der Vermeidung scheint bei vielen dieser Stoffe unrealistisch, weil sie in vielfĂ€ltiger Form eingesetzt werden oder nicht zu erwarten ist, daß die Gesellschaft ein Verbot akzeptiert (EE2).«(95)
Aus der Sicht von Experten ergibt sich also:
a)         Aus rein ökologischen GrĂŒnden wĂ€re eigentlich ein Verbot von EE2 hinreichend begrĂŒndet.
b)         Ein solches Verbot wĂ€re aber aus rein gesellschaftspolitischen GrĂŒnden nicht durchsetzbar, obwohl Deutschland ansonsten ökologisch besonders hochgesteckte Ziele hat. Hierbei ist zu bedenken: EE2 findet sich ausschließlich in hormonalen VerhĂŒtungsmitteln. Eine andere Ursache fĂŒr die Kontamination von GewĂ€ssern mit EE2 muß daher kategorisch ausgeschlossen werden. Durch medizinisch-therapeutisch in keiner Weise indizierte Pillenanwendung erfolgt also eine unnötige Verseuchung mit EE2; sie ist ausschließlich durch Privathaushalte bedingt und nicht durch Landwirtschaft oder Industrie. Wie unten zu zeigen ist, ergibt sich daraus der hochproblematische Sachverhalt, daß der Bevölkerung westlicher Industriegesellschaften mancherorts bereits ĂŒber ihr Trinkwasser eine tĂ€gliche Zwangsdosis EE2 verabreicht wird!

1. Arzneistoffe in Umwelt und Trinkwasser als Grundsatzproblem
Etwa seit Ende der 1980er Jahre ist in der Wissenschaft zunehmend ein Problembewußtsein dafĂŒr entstanden, daß viele Arzneimittel – auch nach ordnungsgemĂ€ĂŸem Gebrauch – eine zweite und gleichzeitig ungewollte, weil fĂŒr die Umwelt problematische »Karriere« starten. Dies ist der Tatsache zuzuschreiben, daß die MolekĂŒle der Wirkstoffe so stabil gebaut sein mĂŒssen, daß sie nicht schon vor Erreichen ihres Wirkungsortes (z.B. durch Speichel, MagensĂ€ure, Gallensekrete etc.) vorzeitig zerstört werden. Der Nachteil ihrer hohen BestĂ€ndigkeit (Persistenz) ist natĂŒrlich, daß diese nach der Ausscheidung ja weiter bestehen bleibt; d.h., sie können sich einem Abbau in der natĂŒrlichen Umwelt Ă€hnlich hartnĂ€ckig widersetzen wie innerhalb des Körpers. Ökotoxikologen und KlĂ€rschlammexperten finden daher in unseren AbwĂ€ssern fast das gesamte Spektrum der Arzneimittel und natĂŒrlich auch die Wirkstoffe der millionenfach geschluckten Antibabypille. Was das Schadensrisiko dieser Stoffe anbelangt, weist das Lehrbuch »Ökotoxikologie« ausdrĂŒcklich darauf hin: »Allen voran ist das Ethinylestradiol (EE2) zu erwĂ€hnen…«(96) KlĂ€ranlagen haben mit einigen dieser Stoffe besondere Probleme, weil das Beseitigen – wenn ĂŒberhaupt – nur mit aufwendigen oder aggressiven Methoden möglich ist. Eine ÜberprĂŒfung unseres Trinkwassers auf Pharmazeutika ist fĂŒr die Versorgungsunternehmen – im Unterschied zur Kontrolle einiger Standardparameter – jedoch nicht vorgeschrieben. In vielen Gegenden nehmen die Menschen daher ĂŒber ihr Trinkwasser Arzneireste auf – zwar in sehr geringer Dosis, aber tĂ€glich.

2. »Endokrine Disruptoren« als besonderes Problem
Als sehr gravierend hat sich jene Gruppe von Stoffen entpuppt, welche in das sog. endokrine System, d.h. in die komplizierte biochemische Steuerung von (z.B. menschlichen) Organismen eingreifen. Man bezeichnet diese Stoffe seit einigen Jahren als »Endokrine Disruptoren«(97) (EDC). Als besonders schĂ€dliche Substanz war im 20. Jh. das als Insektizid verwendete DDT bekannt geworden, welches lĂ€ngst zum sog. »Dreckigen Dutzend« der gefĂ€hrlichsten organischen Schadstoffe gehört.(98) Das DDT hat bekanntlich einige Tier-, insbesondere Vogelarten massiv dezimiert.(99) Neben weiteren in der Landwirtschaft eingesetzten hochproblematischen Mitteln der SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung haben sich industriell verwendete Chemikalien als starke EDC erwiesen (z.B. Bisphenol A, ein sog. »Weichmacher« in Plastik, oder auch PCBs). Einige dieser Stoffe finden sich mittlerweile leider ĂŒberall auf der Welt, sogar in der Antarktis und in zuflusslosen (!) Gebirgsseen; wir können ihnen nirgends mehr ausweichen. Das betrifft auch die Pille.

3. Das Pillenhormon Ethinylestradiol (EE2) als das potenteste aller Steroide

Nachdem seit ĂŒber 70 Jahren die embryonenvernichtende Wirkung des EE2 bekannt ist,(100) wird seit den 1990er Jahren zusĂ€tzlich erkennbar, in welchem Ausmaß es auch unser Wasser kontaminiert. Inzwischen zeichnet sich ab, daß das EE2 zum GefĂ€hrlichsten gehört, was jemals in unsere GewĂ€sser gelangt ist. Dazu nur folgende Fakten:
(a) Das EE2 ist außerordentlich robust und langlebig. (b) EE2 ist hinsichtlich seiner die Fortpflanzung schĂ€digenden Wirkung – namentlich bei Fischen – die mit Abstand schĂ€dlichste Substanz. (c) Die WirkungsstĂ€rke von EE2 ĂŒbertrifft jene von DDT und anderen Stoffen aus der Gruppe des »Dreckigen Dutzends« um ein Vielfaches: K. Fent weist in seinem Lehrbuch Ökotoxikologie auf die generelle Gefahr durch Steroide hin: »Steroidhormone machen den grĂ¶ĂŸten Anteil der estrogenen AktivitĂ€t der KlĂ€ranlagenabwĂ€sser aus und sind damit Hauptverursacher«.(101) Aus seinen Vergleichstabellen geht hervor, daß EE2 alle anderen Steroide ĂŒbertrifft.(102)

4. Hormonpille und Hormonpflaster im Vergleich
In der Fachinformation der Firma Janssen-Cilag International findet sich eine klare Warnung zu möglichen Umweltgefahren in Gestalt einer unmittelbaren GrundwasserbeeintrĂ€chtigung durch ihr Produkt »EVRA-transdermales Pflaster« (hormonhaltiges VerhĂŒtungspflaster). Im Schlußabschnitt (»6.6«) erfolgt der eindeutige Hinweis auf die Notwendigkeit einer fachgerechten Entsorgung wegen UmweltschĂ€dlichkeit: »Das Pflaster beinhaltet nach Gebrauch noch immer betrĂ€chtliche Mengen an wirksamen Bestandteilen. Diese können schĂ€dliche Auswirkungen hervorrufen, wenn sie in das Grundwasser gelangen. … Alle benutzten oder unbenutzten Pflaster mĂŒssen gemĂ€ss den nationalen Anforderungen entsorgt oder in einer Apotheke abgegeben werden. Benutzte Pflaster dĂŒrfen nicht in der Toilette oder in Entsorgungssystemen fĂŒr FlĂŒssigkeiten entsorgt werden.«(103) Die Menge an EE2, welche in einem (wöchentlich neu anzubringenden) EVRA-Pflaster enthalten ist, betrĂ€gt lt. Hersteller 600 ”g. Von dieser Gesamtdosis werden tĂ€glich im Durchschnitt ca. 34 ”g aufgenommen;(104) das sind knapp 240 ”g, also etwas weniger als die HĂ€lfte. Somit ergibt sich aus der Warnung des Herstellers vor einer Grundwasserverseuchung durch das Hautpflaster die gewichtige Frage: Ist es berechtigt, zwar vor dessen 360 ”g-EE2-Restgehalt zu warnen, nicht jedoch vor dem allwöchentlichen 7 × 30 = 210 ”g-EE2-Verbrauchsgehalt der Hormonpille, welcher ĂŒber den Umweg des Körpers zwangslĂ€ufig in den Wasserkreislauf gelangt?

5. Die Schonung der Pille in Medienberichten und durch Experten
In den Medien wird die umweltschĂ€digende Wirkung der Pille immer wieder geleugnet oder bagatellisiert. Dazu nur ein Beispiel: In der Sendung »Puls« des Schweizer Fernsehens (SF1) wurde u.a. eine mögliche GefĂ€hrdung der mĂ€nnlichen Fruchtbarkeit durch Pillenhormone im Wasser mit der Formulierung abgetan, »das kann man, glaub’ ich, vergessen« und es sei »unmöglich […] daß da noch Reste von dieser Antibabypille in [ein] Glas Wasser gelangen.«(105) Das Gegenteil ist richtig, schließlich ist EE2 schon lĂ€ngst in Europas grĂ¶ĂŸtem Trinkwasserreservoir, im Genfer See, nachgewiesen. Diese Tatsache war bereits Thema im Schulfernsehen.106 In der Programmbeschreibung des Bayerischen Rundfunks heißt es sogar: »In der Sendung stellen Studenten des Schweizer Professors Walter Wildi spaßeshalber Mutmaßungen darĂŒber an, ob sich das Wasser des Genfer Sees schon als Anti-Baby-Mittel eignet.«(107)

6. Die Hormonpille als Gesundheitsproblem fĂŒr Fische
Unsere Fische leiden durch verschiedenste StoffeintrĂ€ge ins Wasser. Diese stammen jedoch keineswegs nur aus Landwirtschaft oder Industrie, sondern hinsichtlich des Schadpotentials zu einem betrĂ€chtlichen Teil auch aus Privathaushalten. Durch einige Medikamente können z.B. SchĂ€digungen von Kiemen, Nieren, Leber, Nerven, Immunsystem oder Erbgut bedingt sein.(108) Die weitreichendsten negativen Auswirkungen auf ihre SexualitĂ€t und gesamte Arterhaltung ist dabei jedoch der östrogenen Potenz der EDC im allgemeinen zuzuschreiben und dem EE2 – und damit der Pille – im besonderen. Ihr Beitrag zur »Verweiblichung« von GewĂ€ssern und zum breiten Spektrum gravierender SchĂ€digungen sowohl einzelner Individuen als auch ganzer BestĂ€nde steht an erster Stelle:
a)         schwere Populationsstörungen, insbesondere die Verschiebung des GeschlechterverhĂ€ltnisses (mehr Weibchen als MĂ€nnchen): So wurden in Berlin unterhalb des KlĂ€rwerks Berlin-Ruhleben EE2-Konzentrationen bis 3 ng/l (Nanogramm pro Liter) gemessen; Folge: Von fast 8000 untersuchten Fischen verschiedener Arten waren bis zu 70 % Weibchen (bes. bei Zander und Barsch).(109) Und in Abwasserteichen der Berliner Karolinenhöhe verĂ€nderte sich das natĂŒrliche GeschlechterverhĂ€ltnis (50:50) wie folgt: 25 % mĂ€nnlich, 62,5 % weiblich, 12,5 % zwittrig. J. Oeder stellt fest: »Die [Langzeit-]Experimente brachten den Verursacher eindeutig zu Tage: synthetische Sexualhormone aus Antibaby-Pillen.«(110) b)   in psychischer Hinsicht: Verhaltensstörungen; MĂ€nnchen interessieren sich z.B. nicht mehr fĂŒr Weibchen.111 Bei Stichlingen unterbleibt z.B. der Nestbau. c) in physischer Hinsicht, insbesondere schwere Mißbildungen an Sexualorganen: So hatten Biozide z.B. bei Alligatoren im Lake Apopka (Florida) zwischen 1980–84 zu einer Abnahme der Population um 90 % gefĂŒhrt;(112) auch bei anderen Tierarten wurden verkĂŒmmerter Penis und ZeugungsunfĂ€higkeit beobachtet. Besonders drastische SchĂ€digungen zeigen sich jedoch an Fischen: Was eine EE2-Konzentration von 6–7 ng/l fĂŒr Fische bedeuten kann (das ist das 60–70fache des Wertes, ab dem bisher erste Gesundheitsprobleme beobachtet werden konnten), wurde vor Jahren auf drastische Weise vor Augen gefĂŒhrt: Denn dies war die Konzentration, mit der testweise in einem Freilandversuch im Jahr 2001 ein ganzer See in Kanada versehen worden war; in der Folge davon kollabierte bis zum Herbst 2002 fast die gesamte Population der Spezies Dickkopfelritzen. Dabei ist zu berĂŒcksichtigen, daß diese Testkonzentration dem entspricht, was sehr hĂ€ufig hinter KlĂ€ranlagenauslĂ€ufen gemessen werden kann.(113) Das typische Problem ist die Bildung des Eidotterproteins Vitellogenin (VTG) auch in MĂ€nnchen (natĂŒrlicherweise nur bei Weibchen vorkommend); das bedeutet »Streß pur fĂŒr die Leber«.(114) VTG-Bildung gilt derzeit sogar als Gradmesser fĂŒr die Verweiblichung. Es kommt mittlerweile vor, daß VTG, »das in MĂ€nnchen nichts zu suchen hat«,(115) dort schon in höheren Mengen vorzufinden ist als bei Weibchen. Derzeit ist neben EE2 kein Stoff bekannt, welcher in vergleichbar winzigen Mengen diese Vorstufe der Verweiblichung und Unfruchtbarkeit hervorrufen könnte: Dazu genĂŒgt bei Regenbogenforellen bereits eine Konzentration von 0,1 ng/l (Nanogramm pro Liter = Milliardstel Gramm pro Liter) an EE2, wie Zoologen immer wieder messen können.(116) U.a. zeigte eine Studie der Ruhr-Uni in Bochum, daß z.B. auch Barsch-MĂ€nnchen nicht nur VTG produzieren. Der Grad der Verweiblichung kann so weit gehen, daß in Fischhoden gar weibliche Eizellen heranreifen!(117)

7. Die Verantwortung des einzelnen
Wie hoch ist nun die Umweltbelastung durch die  Pille konkret einzuschÀtzen (a) angesichts der Tagesdosis von 30 ”g pro Frau und (b) angesichts von 6,6 Mio. Anwenderinnen allein in Deutschland?
a)         Eine einzige Tagesdosis einer einzigen Frau enthĂ€lt bereits 30 ”g – also das 300.000fache von 0,1 ng. Da durchschnittlich drei Viertel des gesamten EE2 schon innerhalb einer Woche wieder ausgeschieden wird (30–40 % ĂŒber den Stuhl, 30–50 % ĂŒber den Urin),(118) gelangt das kĂŒnstliche Sexualhormon in das Abwassersystem und wird von KlĂ€ranlagen nur unzureichend abgebaut.(119) Eine einzige Tagesdosis eines ganz normalen Ovulationshemmers reicht also aus, um 300.000 Liter (= 300 Kubikmeter) Wasser mit einer fĂŒr einige Fische bereits schĂ€dlichen Konzentration anzureichern. Diese Wassermenge entspricht 15 TanklastzĂŒgen (ĂĄ 20 Tonnen) oder einer 120-Quadratmeter-Wohnung, die bei einer Raumhöhe von 2,5 m bis zur Decke gefĂŒllt wird.
b)         Was bedeutet dies bei 6,6 Mio. Anwenderinnen in Deutschland? Wenn 300 m3 Wasser durch eine Frau tĂ€glich mit einer Konzentration von 0,1 ng/l versetzt werden, dann werden bei 6,6 Millionen Anwenderinnen tĂ€glich 2 Milliarden Kubikmeter (= 2 Kubikkilometer) Wasser mit dieser nachweisbar schĂ€dlichen Stoffkonzentration versetzt. (300 mÂł × 6,6 Mio. » 2 Mrd. mÂł). Dieses Ergebnis muß aber noch auf drei Viertel (= rd. 1,5 Kubikkilometer) reduziert werden, denn die 4. Woche eines Pillenzyklus (22.–28. Tag) ist jeweils ein hormonfreies Intervall. Es erfolgt also durch tĂ€glich 6,6millionenfache hormonale VerhĂŒtung in Deutschland eine betrĂ€chtliche Schadstoffemission in unsere GewĂ€sser. Sie erreicht ein Volumen, welches auf den Bodensee angewendet folgendes bedeuten wĂŒrde: In seinen 48 Kubikkilometern fĂ€nde sich jeweils nach 32 Tagen – also allmonatlich – eine EE2-Konzentration von 0,1 ng/l; das ist der Wert, ab dem bei einigen Fischarten (nicht bei allen) die Vorstufe der Verweiblichung beginnt (1,5 Kubikkilometer × 32 = 48 Kubikkilometer).
Es muß korrekterweise allerdings Folgendes hinzugefĂŒgt werden:
1)         Bei nahezu allen Schadstoffen, also auch bei EE2, darf man nicht von einer gleichmĂ€ĂŸigen Verteilung ausgehen.
2)         Der derzeitige Wissensstand lĂ€ĂŸt es noch nicht zu, Aussagen darĂŒber zu machen, wo (z.B. in bestimmten Wasserschichten) höhere oder niedrigere Konzentrationen zustande kommen.
3)         Realistischerweise muß angenommen werden, daß durch sog. Sorption (d.h. Anreicherung eines Stoffes in einem Bereich oder an der Grenze zweier Bereiche) sehr unterschiedliche Konzentrationen in ein und demselben GewĂ€sser zustande kommen können.
4)         Auch bei relativ hartnĂ€ckigen (persistenten) Schadstoffen ist dennoch von einer gewissen natĂŒrlichen Abbaurate auszugehen, die aber nicht nĂ€her angegeben werden kann. Diese Rate ist u.a. temperaturabhĂ€ngig und allein schon deshalb (jahreszeitlichen oder geographischen) Schwankungen unterworfen.
5)         Auch eine unbestreitbare Abbaurate durch KlĂ€ranlagen ist hier unberĂŒcksichtigt. Wie viele Beispiele zeigen (z.B. oben, Abschnitt D.6.a), ist sie aber insgesamt sehr unzureichend.
6)         Andererseits ist die erstaunliche Beobachtung gemacht worden, daß – vermutlich bedingt durch bestimmte Bakterien – Abbauprodukte zurĂŒckverwandelt werden können in ihre Ausgangsstoffe. D.h., die EE2-Konzentrationen können ungĂŒnstigenfalls am Ende einer KlĂ€rungsstufe sogar höher sein als am Anfang.

8. Mögliche Folgen von EE2 fĂŒr MĂ€nner
Nicht nur in KlĂ€ranlagenauslĂ€ufen finden sich noch toxikologisch relevante Konzentrationen an EE2. Sondern dies trifft auch zu auf 10–50 % der sog. OberflĂ€chengewĂ€sser, in denen die Konzentrationen im Mittel 0,1–5 ng/l betragen.(120) Doch damit nicht genug, in einigen bayerischen StĂ€dten wurden schon 2 ng/l im Trinkwasser (!) gemessen.(121) »Das Gift kehrt zurĂŒck.« – Dieser Titel eines Dokumentarfilms(122) ĂŒber kontaminierte Importwaren im Hamburger Hafen trifft in vergleichbarem Sinne auch auf EE2 zu. Denn was Nebenwirkungen dieses Pillenhormons anbelangt, so beschrĂ€nken sich diese eben keineswegs auf Wasserlebewesen oder auf hormonal verhĂŒtende Frauen (s. Abschnitt B).Vieles deutet darauf hin: Die Herren der Schöpfung gehen bei Nebenwirkungen durch EE2 nicht leer aus, sie sind »nur« spĂ€ter betroffen. Sicher ist: Das EE2 bleibt den modernen Zivilisationen in GewĂ€ssern als hochpotenter endokriner Disruptor noch lange erhalten; es kehrt nun ĂŒber das Trinkwasser auch zu seinen Erfindern zurĂŒck. Und wenn es in einigen Gegenden EE2-Gehalte aufweist, bei denen Forellen bereits Zwitter werden, muß man sich fragen: Wieviel Raum bleibt hier noch fĂŒr Spott ĂŒber einen möglichen ursĂ€chlichen Zusammenhang von EE2 eine Beziehung zum Anstieg genitaler Erkrankungen sollte nicht vorschnell von der Hand gewiesen werden. Hierbei ist insbesondere eine wichtige grundsĂ€tzliche Beobachtung der Ökotoxikologie anzufĂŒhren: In vielen FĂ€llen kann nĂ€mlich die Aufnahme sehr geringer Schadstoffmengen ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum ungleich problematischer sein als kurzzeitig hohe Belastungen.(124)

9. Fazit
a)         Es ist an der Zeit, zur Tat zu schreiten und – in Entsprechung zu JĂŒrgen Oeder im Anglermagazin ESOX(125) – sowohl »Alarm« zu schlagen als auch Konsequenzen fĂŒr sich selbst zu ziehen.
b)         Es ist fĂŒr Christen nicht erfreulich, wenn sie sich mittlerweile sogar von Ökotoxikologen auf ein (sexual-) ethisches Defizit ansprechen lassen mĂŒssen, weil sie sich auch diesbezĂŒglich nicht mehr von ihrer sĂ€kularen Umwelt unterscheiden. So sagte der frĂŒhere Direktor des einstigen Bundesgesundheitsamtes und jetzige Leiter des Fachgebietes Ökotoxikologie an der TU Berlin, Prof. Peter-Diedrich Hansen: »Die Pille im KlĂ€rschlamm ist ein schwieriges Problem, kein wissenschaftliches, sondern ein ethisches.«(126)

E) Weitere Aspekte der VerhĂŒtungsmentalitĂ€t

1. Lebensvernichtung im Schatten der kĂŒnstlichen Befruchtung (IVF, ICSI)
Daß ausgerechnet durch moderne Methoden, die eigentlich der Schaffung neuen Lebens dienen sollen, mehr Embryonen der Vernichtung als der Geburt zugefĂŒhrt werden, ist bereits in Abschnitt A.5.f kurz zur Sprache gekommen. Die starke Zunahme dieser Technik ist aber maßgeblich auch zurĂŒckzufĂŒhren auf eine antizyklische Familienplanung und damit gewisse Mißachtung der natĂŒrlichen Biologie der Frau: Denn nur zu oft ist der natĂŒrlich vorhandenen hohen FortpflanzungsfĂ€higkeit in den frĂŒheren Jahren sehr direkt mit kĂŒnstlichen Mitteln entgegengearbeitet worden; insbesondere ist millionenfach das Potential der Pille genutzt worden, um »unphysiologische VerhĂ€ltnisse« und »temporĂ€re SterilitĂ€t« herbeizufĂŒhren.(127) Wenn vom Lebenszyklus der Frau her – ganz natĂŒrlicherweise – die Fruchtbarkeit nachlĂ€sst, sind zwangslĂ€ufig wiederum kĂŒnstliche Techniken erforderlich, um erst in diesem spĂ€teren Lebensabschnitt ihr Fruchtbarkeitspotential zu nutzen; dieses ist dann aber nur noch in reduziertem Maße gegeben. Gleichzeitig jedoch haben die Faktoren fĂŒr Risikoschwangerschaften ganz erheblich zugenommen. Es handelt sich also in nennenswertem Umfang um eine naturwidrige Lebenseinstellung moderner Zivilisationen; sie möchten entgegen dem natĂŒrlichen Lebensablauf etwas medizinisch Machbares in Anspruch nehmen, um das vermeintliche Recht auf ein Kind zum persönlich gewĂŒnschten Zeitpunkt zu realisieren. Diese Einstellung geht auf Kosten der Gesundheit der Frau und auf Kosten des Lebens einer Vielzahl gezeugter Menschen.

2. Medizin und »Neusprech« – die pillenfreundliche und menschenverachtende Sprache
»Neusprech« (engl. »Newspeak«) ist ein Ausdruck in dem bekannten Roman »1984« des britischen Schriftstellers George Orwell (1903–1950). Darin geht es um einen totalitĂ€ren Staat, der zwecks Machterhalt seinen BĂŒrgern auch eine neue Sprache (eben »Neusprech«) aufnötigt, welche von der Alltagssprache bis zur Wissenschaftssprache reicht und »Altsprech« ablösen soll. Kennzeichen von »Neusprech« sind u.a. weitreichende Beschönigungen, Umdefinitionen und Neudefinitionen sowie die AbhĂ€ngigkeit der Begriffsbedeutung von Bezugspersonen. (So heißen z.B. die vom »Ministerium der Liebe« verantworteten Gefangenenlager nun »Lustlager« u.v.a.m.). Betrachtet man nun einige Kernbegriffe der Medizin, so ist es unĂŒbersehbar, wie teilweise gravierende Erweiterungen oder Umdefinitionen stattgefunden haben:
a)         Der allgemeine Oberbegriff, unter dem sich heute »Neusprech« vollzieht, ist Secular health care bzw. Gesundheitsvorsorge. Die mehr gynÀkologischen Oberbegriffe sind Reproductive Medicine (Reproduktionsmedizin), Reproductive Health (reproduktive Gesundheit) und Reproductive Rights (reproduktive Rechte).
b)         Dabei fĂ€llt bei der Reproduktionsmedizin eine wesentliche Begriffserweiterung auf, denn sie umfaßt eben nicht nur Maßnahmen zur Förderung einer geschwĂ€chten Fortpflanzung und Reproduktionsmöglichkeit, sondern auch die UnterdrĂŒckung und Vernichtung der Reproduktion. Folglich zĂ€hlt in diesem Sinne nicht nur Schwangerschaftserhalt, sondern auch Abtreibung zur »Reproduktionsmedizin«. Laut der US-Abtreibungsaktivistin Carol Joffre gilt: »Abtreibung (ist) Teil der reproduktiven Gesundheit.«
c)         Reproduktive Gesundheit zielt in umfassender Weise auf das Wohlbefinden im Bereich von Fortpflanzung und SexualitĂ€t, analog der Gesundheitsdefinition der WHO. Sie stellt alles reproduktionsmedizinisch Machbare (s.u., d) zur VerfĂŒgung, von der PubertĂ€t bis zur Menopause.
d)         Durch reproduktive Rechte schließlich soll ein Anrecht auf alle Aspekte des sexuellen Wohlbefindens sichergestellt werden. Deshalb zĂ€hlen namentlich nicht nur sĂ€mtliche fruchtbarkeitsfördernden Maßnahmen dazu – also inkl. sĂ€mtlicher Techniken wie IVF/ET (In-vitro-Fertilisation und Embryonentransfer), ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion), Insemination, SterilitĂ€tstherapie und auch HRT (Hormonersatztherapie). Vielmehr werden außerdem alle fruchtbarkeitsverneinenden Maßnahmen der Kontrazeption und Interzeption (Pille danach, Spirale danach) und sogar alle vorgeburtlich lebenvernichtenden Vorgehensweisen (also sĂ€mtliche Arten der Abtreibung) als »reproduktives Recht« angesehen.
e)         DarĂŒber hinaus gibt es auch eine Reihe von speziellen Begriffen, die zugunsten von Kontrazeption und Interzeption eine fragwĂŒrdige Bedeutungserweiterung erfahren haben, z.B.:
(1)        Zu den Therapeutika (Heilmitteln) werden auch immer wieder Kontrazeptiva wie selbstverstĂ€ndlich dazugezĂ€hlt, obwohl sie fĂŒr jedermann erkennbar nichts heilen. Entsprechend können Kontrazeptiva auch nicht unter die Begriffe Medikament oder Arznei[mittel] subsummiert werden.
(2)        Die Ă€rztliche Indikation (Heilanzeige) ist fĂŒr einige Ärzte so erweitert, daß sie sogar direkt sagen können: Der Kontrazeptionswunsch der Frau ist die Indikation. Damit wird das Arzt/Patient(innen)-VerhĂ€ltnis zum Lieferanten/Kunden-VerhĂ€ltnis degradiert. Der Arzt fĂŒhrt Bestellungen aus, wie man sie auch beim Friseur oder Kellner vorbringt; entsprechend wird die Bestellerin zur Patientin (also einer im Wortsinne Leidenden) erklĂ€rt, obwohl sie gesund ist.
(3)        Ein geplatztes Kondom wird bereits zum Ă€rztlichen »Notfall« und begrĂŒndet den gesamten Maßnahmenkatalog der Notfallkontrazeption (»emergency contraception«, fĂŒr die bereits die AbkĂŒrzung »EC« ĂŒblich geworden ist). Konsequenterweise rufen Menschen nach einem Geschlechtsverkehr mit VerhĂŒtungspanne auch den Ă€rztlichen Notdienst an. Überhaupt stellt der Begriff Notfallkontrazeption eine der schlimmsten Beschönigungen im Kontrazeptionszeitalter dar; er muß eigentlich als medizinsprachliche Entgleisung und Perversion gewertet werden: Denn bei einem echten Notfall geht es doch darum, das Todesrisiko eines Menschen so weit als möglich zu senken – ihn eben zu retten. DemgegenĂŒber zielt die »Notfallkontrazeption« exakt auf das Gegenteil, es geht darum, das Todesrisiko eines evtl. neu gezeugten Menschen so weit als möglich zu erhöhen – ihn eben mittels FrĂŒhabtreibung zu beseitigen.
(4)        Der Begriff Schwangerschaft ist aufgeweicht, indem ihr Beginn von der EmpfĂ€ngnis gleichsam in einem terminologischen WillkĂŒrakt getrennt wurde (vgl. dazu auch Abschnitt A.3). Einen besonders wichtigen Meilenstein stellt diesbezĂŒglich das Terminology-Bulletin der grĂ¶ĂŸten amerikanischen GynĂ€kologenvereinigung ACOG dar; darin wurde 1965 erstmals definiert: »Konzeption [EmpfĂ€ngnis] ist die Implantation [Nidation] eines befruchteten Eies.«(128) Es ist keine böswillige Unterstellung davon auszugehen, daß ein entscheidendes Motiv dieser Umdefinition darin bestand, ethische Bedenken gegenĂŒber der embryonenvernichtenden Nidationshemmung zu zerstreuen.(129)
(5)        Der Embryo gilt nicht als Mensch, sondern als »Schwangerschaftsgewebe« – oder gar im Jargon eines deutschen Professors fĂŒr Medizin als »Schwangerschaftsprodukt«. Diese extrem materialistische Wortwahl ist dem zum Unwort des 20. Jahrhunderts gewĂ€hlten bedenklich nahe; es lautet »Menschenmaterial«.(130) Im abtreibungsfreundlichen Umfeld fĂ€llt darĂŒber hinaus auf, daß relativ konsequent solche Worte vermieden werden, die irgendeinen Bezug zu Lebendigem oder gar zu Menschlichem erkennen lassen. Der Tötung des Ungeborenen geht gewissermaßen seine sprachliche Beseitigung voraus, er wird zuvor bereits begrifflich nicht existent. Die in den genannten Beispielen greifbare sprachliche Beseitigung des Kindes signalisiert einen erschreckenden Verlust an Menschlichkeit, der medizinisch in keiner Weise gerechtfertigt ist. Hier ist einfach wieder an das erfreulich klare deutsche Embryonenschutzgesetz (ESchG) zu erinnern, nach dem »bereits die befruchtete, entwicklungsfĂ€hige menschliche Eizelle vom Zeitpunkt der Kernverschmelzung an« ein Embryo ist (§ 8, Abs. 1).

Fazit:

Der Religionsstifter Konfuzius ist einmal gefragt worden, was seine erste Maßnahme wĂ€re, wenn er Herrscher (im »Reich der Mitte«) wĂŒrde. Seine bis heute höchst bedenkenswerte Antwort darauf soll gewesen sein »…die Bezeichnungen und Überschriften prĂŒfen«.(131) Die Medizin tĂ€te gut daran, wieder zu einer ideologiefreien Terminologie zurĂŒckzufinden, welche die unantastbare WĂŒrde des Menschen nicht gefĂ€hrdet. Es liegt auf der Hand, daß dies besonders wichtig ist bei der Unterscheidung zwischen lebenverhindernder Kontrazeption und lebenvernichtender Interzeption.

Schlußfazit: »ZurĂŒck zur Natur«Die in diesem Beitrag zusammengestellten Fakten zeigen mit hinreichender Klarheit, dass es sich bei der Pille um eine das Leben vieler Kinder vernichtende, die Gesundheit zahlreicher Frauen gefĂ€hrdende und die Umwelt nachhaltig schĂ€digende Technik handelt. Diese Bilanz ist in ethischer Hinsicht niederschmetternd: Denn man muß kein praktizierender Christ oder gar Katholik sein, um einzusehen, dass ethisch verantwortbare EmpfĂ€ngnisregelung nie auf Kosten des menschlichen Lebens, der Gesundheit der Frau und der Bewahrung der Umwelt erfolgen darf. Nicht erst der christliche Glaube, sondern schon die Überzeugung von der UnverfĂŒgbarkeit des menschlichen Lebens und der Notwendigkeit eines nachhaltigen Umweltschutzes gebietet es, auf Techniken zu verzichten, die Leben und Gesundheit von Menschen und die Bewahrung der uns anvertrauten Umwelt gefĂ€hrden! Dies gilt umso mehr, weil es sich bei der Pille nicht um ein Heilmittel handelt, das primĂ€r eine Leben rettende und Gesundheit fördernde Wirkung hat. In diesem Fall könnte auch bei schĂ€digenden Nebenwirkungen die Anwendung dann gerechtfertigt sein, wenn (wie es bei Arzneimitteln ĂŒblich ist) eine Risiko/Nutzen-AbwĂ€gung erfolgt, schwerwiegendere Risiken selten sind und der Patient ĂŒber das Restrisiko aufgeklĂ€rt wird. DemgegenĂŒber ist die Pille aufgrund ihrer Wirkungsweise eine eindeutig gegen das menschliche Leben gerichtete Technik, die unbedingt die Entstehung von Leben verhindern soll und – falls dies nicht gelingt – bereits entstandene Kinder am Weiterleben hindert. Dieser lebensfeindliche Charakter der Pille, der sich schon in ihren medizinisch bedenklichen Nebenwirkungen, vor allem aber in ihrer nidationshemmenden Wirkung zeigt, hat mich 1987 als Chefarzt fĂŒr GynĂ€kologie veranlasst, aus medizinisch-ethischen GrĂŒnden keine Pille mehr zu verschreiben. Die dadurch entstandenen WiderstĂ€nde bis hin zur persönlichen Verunglimpfung konnten mich in der Richtigkeit dieser Entscheidung nicht beirren, zumal meine Haltung seither durch eine Vielzahl von weiteren Forschungsergebnissen bestĂ€tigt wurde.

Ich bin der Überzeugung, dass angesichts der geschilderten Fakten in Staat, Gesellschaft und Kirche ein konsequentes Umdenken erforderlich ist: Die heute herrschende »Kultur des Todes« zeigt sich nicht nur an der hohen Zahl der klinischen Abtreibungen oder im Ruf nach Euthanasie, sondern auch am gesellschaftlich nun schon seit Jahrzehnten als NormalitĂ€t akzeptierten und selbst unter Christen weit verbreiteten Pillengebrauch. Denn die massenhafte VerhĂŒtung durch die Pille hat – wie wir gesehen haben – nicht nur eine erschreckend große Zahl von ungeborenen Kindern durch FrĂŒhabtreibung vernichtet, sondern auch zu einer umfassenden MentalitĂ€tsverĂ€nderung beigetragen, die ganz im Dienste der Kultur des Todes steht: Durch die Pille wurde – erstmals in der Menschheitsgeschichte – der natĂŒrliche Zusammenhang von SexualitĂ€t und Fruchtbarkeit gelöst und dadurch die sog. »sexuelle Revolution« (d.h. die Loslösung der SexualitĂ€t von ethischer Verantwortung) ermöglicht. Dies wiederum hatte maßgeblich den historisch einmaligen Geburtenniedergang der letzten Jahrzehnte und damit die demographische Katastrophe zur Folge, die schon jetzt (noch mehr aber in der Zukunft) schwerwiegende negative Folgen fĂŒr den Sozialstaat hat. Es ist daher höchste Zeit fĂŒr ein radikales Umdenken, d.h. fĂŒr eine konsequente Abkehr von der Kultur des Todes und eine neue Hinwendung zu einer »Ehrfurcht vor dem Leben«, die endlich die Unantastbarkeit menschlichen Lebens von der EmpfĂ€ngnis bis zum natĂŒrlichen Tod bedingungslos respektiert. Daß ein solches Umdenken auch ein konsequentes Nein zur Pille einschließt, dĂŒrfte nach unseren AusfĂŒhrungen offenkundig sein.

Eine unzweideutige Ablehnung der Pille bedeutet keineswegs den Verzicht auf eine verantwortliche, von der Liebe geleitete EmpfĂ€ngnisregelung. Die heute zur VerfĂŒgung stehenden Methoden natĂŒrlicher EmpfĂ€ngnisregelung (d.h. v.a. die sog. sympto-thermale Methode und die sog. Ovulationsmethode)(132) sind nĂ€mlich Ă€hnlich zuverlĂ€ssig wie die Pille(133), ohne allerdings das Leben des Kindes, die Gesundheit der Frau oder die Umwelt zu gefĂ€hrden. Sie sind vielmehr durch und durch natĂŒrlich (weil sie in den natĂŒrlichen Ablauf des weiblichen Zyklus nicht korrigierend eingreifen und die Umwelt unangetastet lassen) und seit Jahrzehnten praxiserprobt. DarĂŒber hinaus sind sie völlig kostenlos und ausgesprochen partnerschaftlich, weil sie beide Partner einbeziehen und die einseitige Belastung der Frau mit der Verantwortung fĂŒr die Weitergabe neuen Lebens beenden. Angesichts dieser dem Menschen und der Schöpfung gerecht werdenden Alternative sollte es nicht schwer fallen, auf die Pille zu verzichten.

Anmerkungen

1 Vgl. dazu B. Asbell, Die Pille und wie sie die Welt verĂ€nderte, MĂŒnchen 1996.
2 C. Djerassi, This Man’s Pill. Sex, die Kunst und Unsterblichkeit, Innsbruck 2001, S. 58.
3 Dez. 1959 bis 11. Mai 1960, siehe B. Asbell, aaO (Fn 1), S. 211–213.
4 B. Asbell, aaO (Fn 1), S. 400f.
5 Formulierung von G.K. Döring, EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung, 21967, S. 35).
6 Eine ausfĂŒhrlichere Darlegung findet sich in R. Ehmann, Ist die Pille wirklich nur ein VerhĂŒtungsmittel?, in: Medizin und Ideologie, ab Heft 4/2006 (downloadbar von der Internetseite der EuropĂ€ischen Ärzteaktion: www.eu-ae.com >Medizin & Ideologie >Heftarchiv); Hefte Nr. 4/2006, 1/2007, 2/2007, 4/2007 und 1/2008.
7 Mit hormonaler Kontrazeption sind hier alle kĂŒnstlichen VerhĂŒtungsmittel gemeint, die durch Hormoneinwirkung eine EmpfĂ€ngnis verhindern sollen: Dies betrifft hauptsĂ€chlich die sog. Antibabypille, aber auch Hormonspiralen, Hautimplantate, DepotprĂ€parate und Vaginalringe.
8 G. Greer, The Whole Woman, London: 1999, S. 92f., (Hervorhebung R.E.) Der mangelnde »Respekt« gegenĂŒber Frauen besteht auch darin, daß durch Verschweigen der Nidationshemmung gegen das fundamentale Ă€rztliche Prinzip des »informed consent« (der informierten Zustimmung) verstoßen wird.
9 Überscharf insofern, als der erste Satz des Zitates die ovulationshemmende Wirkung in Frage stellt, was unhaltbar ist.
10 Der Spiegel, www.spiegel.de/spiegel/print/d-60135133.html; (Heft 38/2008 vom 15.09.2008).
11 A. Teichmann, Kontrazeption. Ein Kompendium fĂŒr Klinik und Praxis, Stuttgart 1991.
12 Z.B. H. Kuhl/C. Jung-hoffmann, Kontrazeption, Stuttgart/New York, 21999, S. 10f., S. 95. Als eindrucksvolles Beispiel dafĂŒr, daß es selbst auf ein vermeintlich kleines Detail wie die Transportgeschwindkeit des Embryos ankommt, sei auf Abschnitt A.6.c dieses Beitrags verwiesen (Zitat bei Fn 56).
13 A. Teichmann, aaO (Fn 11), S. 41.
14 H.P.T. Ammon, Arzneimittelneben- und -wechselwirkungen. Ein Handbuch und Tabellenwerk fĂŒr Ärzte und Apotheker, Stuttgart 42001, S. 1170. Noch deutlicher bei Teichmann, aaO (Fn 11), S. 165. Hingegen sehen Taubert und Kuhl die »Frage weder aus biologischer noch aus moraltheologischer Sicht endgĂŒltig entschieden«, ob bei »Antinidation« auch »eindeutig menschliches Leben vernichtet« wird (H.-D. Taubert/H. Kuhl, aaO [Fn 19]. S. 3).
15 DarĂŒber hinaus ist von insgesamt mehr als 120 höchst unterschiedlichen Stoffwechselwirkungen auszugehen, welche durch die Pille als dem bisher am besten untersuchten PrĂ€parat der pharmazeutischen Industrie zugrunde liegen. Vgl. dazu die Tabelle bei Kuhl/Jung-Hoffmann, aaO (Fn 12), S. 50; (darin sind die zahlreichen sichtbaren Nebenwirkungen noch gar nicht enthalten.)
16 In der englischen MilitĂ€rsprache bezeichnet man mit »Interceptor« ĂŒbrigens einen AbfangjĂ€ger.
17 Beachte: Die dritte Hauptwirkung setzt an den Eileitern an und wird öfter auch gar nicht genannt. Oder sie wird zusammen mit der 4. Hauptwirkung auf das Endometrium als eine gemeinsame dritte Hauptwirkung dargestellt.
18 U. Schwabe/D. Paffrath (Hg.), Arzneiverordnungsreport 2009, S. 848.
19 Man beachte dazu die mehrfache Betonung dieses Sachverhalts bei H.D. Taubert/H. Kuhl, Kontrazeption mit Hormonen, Stuttgart 21995) sowie den Hinweis in Fn 12.
20 W. Rella, Die Wirkungsweise oraler Kontrazeptiva und die Bedeutung ihres nidationshemmenden Effekts, Wien 1994.
21 Zum Zeitpunkt der Ovulation betrĂ€gt die Östrogenkonzentration im Ei-Follikel das 3000fache gegenĂŒber dem Serum. (Taubert/Kuhl, aaO [Fn 19], S. 30).
22 Da unter Pilleneinnahme ein Zyklus immer konstant 28 Tage betrĂ€gt, ist von 13, nicht von 12 »Monatszyklen« im Jahr auszugehen (13 × 28 Tage = 364 Tage).
23 T. Rabe/B. Runnebaum, GynÀkologische Endokrinologie, Berlin/Heidelberg 1994, Bd. 1, S. 506.
24 50 ”g Ethinylestradiol + 250 ”g Levonorgestrel.
25 http://ec.princeton.edu/questions/dose.html.
26 Vgl. dazu die aussagekrĂ€ftigen SĂ€ulengrafiken bei Kuhl/Jung-Hoffmann, aaO (Fn 12), S. __; ebenso im Abschnitt »Individuelle Serumspiegel der kontrazeptiven Steroide«, bei H.-D. Taubert/H. Kuhl, aaO (Fn 19), S. 96–98; ebenso: A. Teichmann, aaO (Fn 11), S. 63; seine Grafik veranschaulicht die Konzentrationsschwankungen: Levonorgestrel 10fach (0,5–5 ng/l), Ethinylestradiol zwanzigfach (10–200 pg/l).
27 www.gesetze-im-internet.de/stgb/__218.html
28 Vgl. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, Berlin 2004, 260. Aufl., S. 1654: »Zustand der Frau von der Konzeption bis zum Eintritt der Geburt«.
29 www.gesetze-im-internet.de/eschg/index.html
30 G.K. Döring, EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung, Stuttgart 31967, S. 45.
31 Ebd, S. 31. Sowohl im Abschnitt »Die Pille am Morgen danach« als auch im Abschnitt »Intrauterinpessare« nimmt Döring zur damaligen Gesetzeslage Stellung. Der Satz hört sich dabei evtl. so an, als bestĂŒnde in der Auffassung von Maurach und Mezger-Blei eine Neuerung. FĂŒr die 60er Jahre muß aber klar gesagt werden, daß vielmehr jene Bestrebungen als etwas Neues anzusehen sind, nach denen die Begriffe »Leibesfrucht« und »Schwangerschaft« erst ab der Nidation gelten sollten.
32 H. Kirchhoff, Der Beginn des menschlichen Lebens aus biologischer Sicht, in: BeitrĂ€ge zur gerichtlichen Medizin, 27 (1970), 3–12, »Schlußwort«, S. 13 (Hervorhebung R.E.).
33 Die Verordnungszahlen der Pille waren von 140.000 im Jahr 1961 auf 16,7 Mio. im Jahr 1969 förmlich explodiert. Die Zahlen entstammen G. Dotzauer, Panoramawechsel illegaler SchwangerschaftsabbrĂŒche, in: BeitrĂ€ge zur gerichtlichen Medizin, 27/1970, S. 45–60, 47. Dotzauer bezieht sich seinerseits auf Angaben von Firma Schering.
34 Mutschler, Arzneimittelwirkungen, 1. Auflage 1970.
35 Tel. Mitteilung von Dr. med. Alfred HĂ€ußler am 28.11.2007; vgl. dazu: A. HĂ€ussler, Die Pille. Das drohende Unheil (11972). Es war ein dreitĂ€giger Kongreß der Bayerischen Ärztekammer in der Meistersingerhalle in NĂŒrnberg gewesen zum Themenbereich um Fruchtbarkeit und EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung.
36 H. Kirchhoff/J. Haller, Klinische Erfahrungen mit einer ovulationsunterdrĂŒckenden Östrogen-Gestagen-Kombination (ANOVLAR), in: Med. Klin. 59 (1964), S. 681.
37 M. Grabe, Was ist dran an der »frĂŒhabtreibenden Wirkung« der Pille? (hg. v. »Pro Vita«, 1986); neu erschienen in ĂŒberarbeiteter Form 2004 und zuletzt 2006 (in: T. Schirrmacher; vgl. Fn 42). In seinen Neufassungen hat Grabe seinen ursprĂŒnglichen Wert auf 1/20 von Bayle reduziert, weil er dies fĂŒr theoretisch erreichbar hĂ€lt.
38 P. Pioch, Statistische Berechnungen zum nidationshemmenden Effekt von Ovulationshemmern, in: Medizin und Ideologie, Dez. 1992, S. 28ff.; geringfĂŒgig ĂŒberarbeitete Fassung in: R. SĂŒĂŸmuth, EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung, Holzgerlingen 2000, S. 339–348.
39 W. Rella, aaO (Fn 20). Vgl. die NachtrĂ€ge zu seiner Arbeit in: Imago Hominis, Bd. 10, H. 4, S. 251–254 sowie: www.imabe.org/infos/pdf/info_2004_01.pdf.
40 B. Bayle, L‘activitĂ© antinidatoire des contraceptifs oraux, in: Contracep. Fertil. Sex., 22 (1994), Nr. 6, 391–395.
41 Pioch geht zunĂ€chst auch von dieser GrĂ¶ĂŸenordnung aus, legt dann aber (aufgrund betont vorsichtiger Vorgehensweise zugunsten der Pille) einen Sicherheitsfaktor von 5 zugrunde. Auf dieser Basis kommt er zum Schluß, daß »mit etwa 60.000 FrĂŒhabtreibungen pro Jahr fĂŒr die BRD« zu rechnen sei. (Pioch in SĂŒĂŸmuth 2000, aaO [Fn 38], S. 351). Völlig zurecht verweist Pioch auch darauf, daß die Rate bei einem nicht primĂ€r ovulationshemmenden PrĂ€parat wie z.B. der Minipille um ein Vielfaches höher liegen muß.
42 R. Ehmann, Ist die »Pille« wirklich nur ein VerhĂŒtungsmittel?, in: T. Schirrmacher, Familienplanung – eine Option fĂŒr Christen? (zugleich idea-Dokumentation 8/2006), Wetzlar/Bonn/NĂŒrnberg 2006, 67–80. (Vgl. auch Fn 6.)
43 Vgl. dazu den Beitrag ĂŒber Sterbehilfe von Thomas Hoffmann in dieser Dokumentation.
44 M. Stauber/T. Weyerstahl, GynĂ€kologie und Geburtshilfe, Stuttgart 32007. Gleich zu Beginn im Kapitel »Medizinethische Gesichtspunkte in der Frauenheilkunde« findet sich im Abschnitt »A-1.2 Zentrale Aussagen der Verpflichtungsformel fĂŒr deutsche Ärzte« das Zitat, es sei »dem Menschenleben von der EmpfĂ€ngnis an Ehrfurcht entgegenzubringen« (S. 2). Vgl. http://homepage.univie. ac.at/juergen.wallner/doc/hcer/verpflichtdt.pdf
45 Die Zahlen entstammen: www.salzburgeraerzteforum. com/2-3_abtreibungweltweit.php. FĂŒr jede hier ĂŒbernommene Zahl ist dort eine Quelle genannt.
46 Beachtenswert hinsichtlich des Zustandekommens ungewĂŒnschter Schwangerschaften ist eine öffentliche Aussage des bekannten Abtreibungsmediziners Friedrich A. Stapf: Bei einem PodiumsgesprĂ€ch wies er am 13.11.1990 an der UniversitĂ€t Augsburg in einem Thesenpapier darauf hin: »Trotz grĂ¶ĂŸtem BemĂŒhen der betroffenen Frauen kommt es mindestens zu 51.500 ungewollten Schwangerschaften bei optimaler VerhĂŒtung.« Hinzu kĂ€men »mindestens 35.000« weitere durch andere VerhĂŒtungsmittel. (Zit. n. H. Berktold, aaO [Fn 58], S. 29.) Dies bedeutet, daß der absoluten Mehrheit der Abtreibungen Kontrazeptionsversager vorausgehen. Und dies zerstört auch die Illusion, mehr VerhĂŒtung könne zu weniger Abtreibungen beitragen!
47 Chemischer Krieg gegen Kinder, ideaDokumentation 14/1990.
48 B. Bayle, aaO (Fn 40).
49 Die genauen Zahlenangaben schwanken je nach nationaler Statistik und angewandtem Verfahren. Die von M. Spieker genannte Erfolgsquote von ca. »rund 15 bis 17 Prozent« (KĂŒnstliche Befruchtung und MenschenwĂŒrde, 101, in: Zeitschrift fĂŒr Lebensrecht [4/2008] 98–105) dĂŒrfte insgesamt realistisch sein, auch wenn dieser Mittelwert im Einzelfall etwas ĂŒberschritten werden kann (vgl. die etwas höheren Prozente in: Deutsches IVF-Register, Jb. 2008, Bad Segeberg, 12f.).
50 E. Mutschler/G. Geisslinger/H. Kroemer/P. Ruth/M. SchÀfer-Korting, Mutschler Arzneimittelwirkungen kompakt. Basiswissen Pharmakologie und Toxikologie, Stuttgart 2005; siehe dort Abschnitt »2.8.8 Hormonale Kontrazeptiva«, S. 219f.
51 E. Mutschler/G. Geisslinger/H.K Kroemer/M. SchÀfer-Korting, Mutschler Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie, Stuttgart 92008; (Hervorhebungen im Original).
52 Bsp.: T. Karow, Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Vorlesungsorientierte Darstellung und klinischer Leitfaden, Pulheim 182010, S. 1130; (oder: H.P.T. Ammon, aaO [Fn 14], S. 1168; oder: U. Schwabe/D. Paffrath, aaO [Fn 18], S. 848.)
53 T  Sadler, Medizinische Embryologie, Stuttgart 2003, S. 34.
54 A. Teichmann/A. Corbin, Levonorgestrel, Stuttgart/New York 1999, S. 7 und S. 29. Zum VerstĂ€ndnis: Levonorgestrel ist eines der stĂ€rksten und bis heute das fĂŒhrende Gestagen. Kein anderer Hauptwirkstoff findet sich in so vielen (fast 30) verschiedenen Pillen! L. ist auch das einzige mit einem so großen Anwendungsspektrum: Es befindet sich auch in Implantaten, Vaginalring, Hormonspirale und Postkoitalpille (Pille danach); letztere besteht in der neuesten, dritten Generation nur noch aus L. in hoher Dosis (750 ”g).
55 A.S. Parkes/E.C. Dodds/R.L. Noble, Interruption of Early Pregnancy by Means of Orally Active Oestrogens, in: BMJ (British Medical Journal), 10.9.1938, S. 557–559. Online verfĂŒgbar unter: www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2210500/
56 H.-D. Taubert/H. Kuhl, aaO, (Fn 19) S. 36. Auf den Seiten 36–39 wird mindestens einmal je Seite betont, wie unverzichtbar eine genaue Koordination des jeweils beschriebenen Vorgangs ist, damit es der ganz junge Embryo ĂŒberhaupt schafft, heil am Zielort anzukommen. Weitere Hinweise: S. 41; 132; u.ö.
57 F.K. Beller, Ohne die Pille wĂ€re die Selbstverwirklichung der Frau nicht möglich gewesen, in: Ärztliche Allgemeine, Ein Themenheft der Ärzte Zeitung (1990) 1, 18. (Anderes Beispiel: F. Husmann, Hormonale Kontrazeptiva. Wirkungsmechanismen, Indikationen, Nebenwirkungen und Kontraindikationen, in: Deutsches Ärzteblatt, 1975 [10], 647–654, S. 647.)
58 H. Berktold, Die Enzyklika »Humanae vitae« unter dem besonderen Aspekt der Gefahr der frĂŒhabtreibenden Wirkung zahlreicher hormonaler Kontrazeptiva, Zulassungsarbeit an der Kath.-Theol. FakultĂ€t der UniversitĂ€t Augsburg, 1992.
59 Wiedergegeben ist hier der Kasten auf S. 33 in der 72seitigen BroschĂŒre »LiebesLeben« (Dunkle Hervorhebungen und Ellipse: R.E.); sie ist nicht nur als kostenloses Druckexemplar bestellbar, sondern steht auch per Download zur VerfĂŒgung: www.pille.com >Service >BroschĂŒren >PDF. Die Aussage findet sich nochmals unter www.pille.com >Rund um die Pille >Wie die Pille wirkt.
60 Abiturwissen Biologie, hg. v. Werner Buselmaier, Augsburg 21996, S. 294. Wenngleich auch nicht fĂŒr SchĂŒler, so geht jedoch fĂŒr einen Mediziner der Sachverhalt der Nidationshemmung aus der Beschreibung hervor: Die HormonprĂ€parate seien »so abgestimmt, daß … [auch] VerĂ€nderungen der GebĂ€rmutterschleimhaut … und des Eitransportes im Eileiter erzielt werden«.
61 Eindrucksvoll wird dies erkennbar an der stimmigen Beschreibung in der Internet-EnzyklopĂ€die »Wikipedia« (http://de.wikipedia.org/wiki/Medikament), die sich in Übereinstimmung zu den EinfĂŒhrungskapiteln pharmakologischer LehrbĂŒcher befindet. Insbesondere fĂ€llt auf, daß die Vokabel »VerhĂŒtung« sich namentlich z.B. gegen Krankheiten richtet und keinesfalls gegen einen gesunden Organismus. Kontrazeptiva sind erstrangig Life-Style-Produkte – zwar auch Medizinprodukte, aber nicht im engeren Sinne Arznei- bzw. Heilmittel. Eine Zugehörigkeit zu dieser Kategorie wĂŒrde voraussetzen, daß ein Mittel der »Erkennung, VerhĂŒtung oder Behandlung von Krankheiten …« dient (so bspw. Art. 4 des HMG [Heilmittelgesetzes] der Schweiz). Nicht einmal Carl Djerassi sieht die Pille als »Heilmittel« (Djerassi, aaO [Fn 2], S. 74).
62 Teichmann, aaO (Fn 11), S. 71.
63 Taubert/Kuhl, aaO (Fn 19). Auf vielen Seiten machen die Autoren deutlich, was alles durch die »kontrazeptiven Angriffspunkte« (S. 58) ausdrĂŒcklich »gestört« wird (z.B. S. 128; 129; 131; 132; 134).
64 GemĂ€ĂŸ international ĂŒblicher Klassifikation (ICD-10 DiagnoseschlĂŒssel) stellt SterilitĂ€t/Unfruchtbarkeit eine Krankheit und somit eine Ă€rztliche Indikation dar – was man vom Gegenteil, einer natĂŒrlichen und funktionierenden Fruchtbarkeit vernĂŒnftigerweise nicht sagen kann. (ICD-10, N.97 = »SterilitĂ€t der Frau«; ICD-10, N.46 = »SterilitĂ€t beim Mann« [vgl. www.icdcode.de/icd/code/N97.-.html bzw. www.icdcode. de/icd/code/N46.html]).
65 T. Rabe/B. Runnebaum, Pille und Krebs, in: Therapeutische Umschau (1986) 43, S. 372.
66 Vgl. dazu Fn 15.
67 Teichmann, aaO (Fn 11), S. 94. Zu den pillenverursachten ĂŒber 120 StoffwechselverĂ€nderungen gehören auch die Mangelerscheinungen bei den Vitaminen B1, B2, B6, B12, C, E und FolsĂ€ure.
68 E. Grant, The bitter pill, 1985, S. 118; 122.
69 Mit Libido (= lat. Lust) bezeichnet man den Sexualtrieb, das Verlangen nach IntimitÀt mit dem Partner.
70 SHBG = Sex Hormone Binding Globulin. An diesen Stoff ist der Großteil (70–80 %) der Sexualhormone, inkl. des die Libido kennzeichnenden Testosterons gebunden. Durch SHBG-Zunahme entsteht daher eine Abnahme des frei verfĂŒgbaren Testosterons.
71 www.focus.de/gesundheit/ratgeber/sexualitaet/news/weibliche-sexualstoerung-die-pille-stoert-die-lust-auf-sex_aid_504578.html; vgl. dazu auch: Zerstört die Pille weibliche Libido auf Dauer? http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,3582 22,00.html.
72 Vgl. dazu auch die Bewertung einzelner PrÀparate bei www.sanego.de/Medikamente.
73 www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=47702.
74 Ebd.
75 U. Schwabe/D. Paffrath, aaO (Fn 18), S. 850.
76 Ebd. Vgl. dazu www.who.int/entity/reproductivehealth/topics/ageing/cocs_hrt_statement.pdf sowie http://www.who.int/mediacentre/news/notes/note02/en/index.html
77 a) WHO Collaborative Study 1995; b) H. Jick/S.S. Jick/V. Gurewich/M.W. Myers/C. Vasilakis, Risk of idiopathic cardiovascular death and nonfatal venous thromboembolism in women using oral contraceptives with differing progestagen components, in: Lancet. 1995, Dec 16; 346 (8990), S. 589–93; (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7500750); c) W.O. Spitzer/M.A. Lewis/L.A.J. Heinemann/M. Thorogood/K.D. Macrae, Third generation oral contraceptives and risk of venous thromboembolic disorders: an international casecontrol study, in: BMJ 1996; 312, S. 83–88.
78 U. Schwabe/D. Paffrath, aaO (Fn 18), S. 850.
79 Antrag der Abgeordneten Monika Knoche und der Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, RĂŒcknahme der Mikro-Antibabypillen der dritten Generation vom Markt; Deutscher Bundestag, 13. Wahlperiode; Drucksache 13/4274, vom 01.04.1996.
80 Der erschĂŒtternde 8minĂŒtige Videobericht war bisher, auch ein Jahr nach Erstausstrahlung, immer noch im Internet abrufbar: http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2009/05/28/schweiz/schwerstbehindert_nach_antibaby_pille
81 E. Grant, The bitter Pill, London 1985.
82 B. Asbell, aaO (Fn 1), S. 351–364.
83 B. Asbell, aaO (Fn 1), S. 352.
84 H.D. Taubert/H. Kuhl, aaO (Fn 19) S. 21_.
85 C. Lauritzen, Tödliche Nebenwirkungen der ‚Pille, in: tĂ€gl. praxis Band 41 (2000), Seite 181, Tab. 4.
86 8. August 2006. Vor fĂŒnf Jahren: Bayer nimmt Lipobay vom Markt. Tod durch Nierenversagen (www.wdr.de/themen/kultur/stichtag/2006/08/08.jhtml)
87 B. Asbell, aaO (Fn 1), S. 175f.
88 Stern, Juni 1961, anlĂ€ĂŸlich der MarkteinfĂŒhrung von Anovlar in Europa; (zit. n. G. Staupe/L. Vieth, EinfĂŒhrung, in: Dies., Die Pille. Von der Lust und von der Liebe, Berlin 1996, S. 13).
89 www.pille.com/scripts/pages/de/rund_um_die_pille/die_geschichte_der_pille/index.php.
90 Vgl. dazu H. Birg, Die demographische Zeitenwende. Der BevölkerungsrĂŒckgang in Deutschland und Europa, MĂŒnchen 2001, S. 170–193.
91 H. Witzel, zit. n. B. Asbell, aaO (Fn 1), S. 219f.
92 Springer Lexikon Medizin, Berlin/Heidelberg/New York 2004, S. 784.
93 M. Horkheimer, Die Sehnsucht nach dem ganz Anderen. Ein Interview mit Kommentar v. Helmut Gumnior, Hamburg 1970, S. 74.
94 Springer Lexikon Medizin, aaO (Fn 92).
95 W. Hegemann/K. Busch/P. Spengler/J.W. Metzger, Auswertung der Ergebnisse von stufenweise auf endokrin wirksame Stoffe beprobte KlĂ€ranlagen, in: B. Bilitewski/D.Weltin/P. Werner (Hg.), Endokrin wirksame Substanzen in Abwasser und KlĂ€rschlamm – Neueste Ergebnisse aus Wissenschaft und Technik, Pirna 2002, S. 96–106, 106. (Hervorhebung R.E.)
96 Karl Fent, Ökotoxikologie, Stuttgart 32007, S. 314 (Hervorhebung im Original).
97 Lat. disrumpere = stören; daneben gibt es auch noch Bezeichnungen wie Umwelthormone oder Xenohormone. Im Englischen werden sie auch Endocrine Disrupting Chemicals, bzw. EDC genannt.
98 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Dreckiges_Dutzend; s.a. www.unido.org/index.php?id=o29428
99 Das zum Klassiker gewordene Buch der amerikanischen Biologin Rachel Carson, »Der stumme FrĂŒhling« (MĂŒnchen 1962) lĂ€utete das Ende des DDT ein. (Und dabei war fĂŒr DDT erst 24 Jahre zuvor noch der Nobelpreis fĂŒr Medizin verliehen worden!)
100 S.o., Fn 55.
101 Fent, aaO (Fn 96), S. 311.
102 Fent, aaO (Fn 96), S. 266f., Tab. 9.7 und 9.9. Es gibt eine einzige Substanz, DES (Diethylstilbestrol), die noch einmal etwa um Faktor 2–4 stĂ€rker ist.
103 www.pharmazie.com/graphic/A/23/0-90623.pdf
104 Lt. Abschnitt 2 der Fachinformation (s. Fn 103).
105 »Puls« vom 2.2.2009, derzeit (Juni 2010) noch im Internet abrufbar: www.sf.tv/sendungen/puls/sendung. php?docid=20090202
106 »Der Genfer See – Das GedĂ€chtnis der Alpen«; mehrfach ausgestrahlt, z.B. im Schulfunk von SF1 (vgl. www.sf.tv/sendungen/myschool/detailinfo.php? docid=3474), des WDR (Westdeutscher Rundfunk), des BR (Bayerischer Rundfunk) und auf BR-Alpha (Bildungskanal des Bayerischen Runkfunks, dort zuletzt im Febr. 2010). Der Beitrag ist gedacht fĂŒr das Fach Erdkunde in der 8. Klasse.
107 www.bronline.de/bildung/databrd/wasl1.htm/wasl1e3.htm.
108 www.br-online.de/bayern2/iq-wissenschaft-undforschung/iq-feature-abwasser-ID1234285151990.xml sowie Aussage von Prof. Peter-Diedrich Hansen, zit. n. J. Oeder. (aaO, Fn 109).
109 JĂŒrgen Oeder, Alarm: Sterben unsere Fische aus?, in: [Anglermagazin] ESOX (12/2000), S. 56–58; (zit. n. www.ag-abwasser.de/Abwasser/PDF/Alarm.pdf). Sehr zum Download und zur LektĂŒre zu empfehlen!
110 J. Oeder, aaO (Fn 109).
111 Prof. Thomas Braunbeck bei seinem Referat »Effekte abwassergebundener neuer Umweltschadstoffe in aquatischen Ökosystemen« auf dem 4. Dresdner Symposium »Endokrin aktive Stoffe in Abwasser, KlĂ€rschlamm und AbfĂ€llen«, (ENDO 4), Dresden, 25.3.2009.
112 C.D. Moyes/P.M. Schulte, Tierphysiologie, 2008, S. 144. Vgl. dazu Jeannette GrĂŒnler, Östrogene im Grundwasser – Degeneration vorprogrammiert www.geo.tu-freiburg. de/~schipek/S_Grundwasserschutz/8_Gruenler.pdf
113 Vgl. dazu den Abschnitt »Kollaps von Fischpopulationen durch Antibabypillenhormon« im Lehrbuch Ökotoxikologie von K. Fent, aaO (Fn 96), S. 300f. Hinter KlĂ€ranlagen sind auch schon EE2-Konzentrationen von 28 und gar 62 ng/l festgestellt worden. (J. GrĂŒnler, aaO [Fn 112])
114 T. Braunbeck, aaO (Fn 111).
115 P.-D. Hansen, zit. n. JĂŒrgen Langenbach, »Wie die Antibabypille Umweltproblem wird. Hormone im Berliner KlĂ€rschlamm«, in: DER STANDARD, Mittwoch, 22. September 1999, S. 31 (Wissenschaft).
116 Fent, aaO (Fn 96), S. 251.
117 Vgl. Fent, aaO (Fn 96), Foto mit »Ovotestis« (Eierstockshoden) S. 274.
118 J.C. Huber, Fragen der Kontrazeption, Stuttgart 1988, S. 43.
119 Der Abbauerfolg hÀngt von mehreren Parametern ab. Neben Alter und Zustand der KlÀranlage spielen u.a. die angewandten Verfahren (welche auch unterschiedlich kostenintensiv sind) eine wichtige Rolle.
120 Fent, aaO (Fn 96), S. 266, Tab. 9.8.
121 W. Kalbfus, Exposition und Wirkung endokriner Substanzen im aquatischen System, in: Wiener Mitteilungen (1998), 153, S. 33–44.
122 Inge Altemeier, »Das Gift kehrt zurĂŒck«, aus der Reihe »Die Story«, WDR 2009 (vgl. dazu www.wdr.de/tv/diestory/sendungsbeitraege/2009/0928/index.jsp).
123 Vgl. dazu C.D. Moyes/P.M. Schulte, Tierphysiologie, 2008, S. 144: »Chemikalien, die das endokrine System beeintrĂ€chtigen, wurden mit dem RĂŒckgang der Spermienzahlen sowie mit der gestiegenen HĂ€ufigkeit von Brust- und Prostatakrebs in Verbindung gebracht, aber eindeutig bewiesen sind solche ZusammenhĂ€nge bisher nicht.« Was hingegen als erwiesen gelten darf, ist die (bisher nur zoologische) Tatsache: »Wasser aus der Kanalisationsleitung feminisierte die Fische und machte sie unfruchtbar.« wobei darin »Östrogen[e], die von Frauen nach der Einnahme von VerhĂŒtungsmitteln oder Hormonersatztherapien ausgeschieden wurden« enthalten waren. (Ebd.)
124 K. Fent, aaO (Fn 96).
125 J. Oeder, aaO (Fn 109).
126 P.-D. Hansen, aaO (Fn 115).
127 S.o. bei Fn 62 und Fn 63.
128 »CONCEPTION is the implantation of the fertilized ovum.« – ACOG TERMINOLOGY BULLETIN, »Terms Used in Reference to the Fetus«, Chicago, American College of Obstetrics and Gynecology, No. 1, September 1965; (zit. n. www.all.org/newsroom_judieblog.php?id=2219).
129 Dies wird z.B. deutlich an der Bemerkung von Christopher Tietze 1964, man wolle »… solche Leute nicht beunruhigen, fĂŒr welche diese Frage [erg.: nach einer möglichen frĂŒhabtreibenden Wirkung von Mitteln der Geburtenregelung] eine grĂ¶ĂŸere Bedeutung habe«. (»… not to disturb those people for whom this is a question of major importance.« – zit. n. www.all.org/article.php?id=10678).
130 http://de.wikipedia.org/wiki/Unwort
131 Dieses Beispiel bringt J.C. Bally bezeichnenderweise im Vorwort zum Roche Lexikon Medizin, MĂŒnchen/Wien/Baltimore 41998.
132 Eine EinfĂŒhrung in die von J. Rötzer entwickelte sympto-thermale Methode gibt: J. Rötzer, NatĂŒrliche EmpfĂ€ngnisregelung. Die sympto-thermale Merhode – Der partnerschaftliche Weg, Freiburg/Basel/Wien 121996. In die Ovulationsmethode fĂŒhrt ein: A. Cappella, Die natĂŒrliche Methode. Die Billings-Methode, Turin o.J.
133 Vgl. dazu u.a.: Spiegel-Online, Wissenschaft, 21.02.2007, »NatĂŒrliche Familienplanung Ă€hnlich sicher wie Pille«, (www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,467527,00.html).

Dieser Beitrag wurde auf der vom Gemeindehilfsbund und Gemeindenetzwerk veranstalteten Konferenz „VerfĂŒgungsmasse Mensch?“ in Zavelstein / Schwarzwald am 6. MĂ€rz 2010 als Referat vorgetragen. In erweiterter Fassung erschien er in einer Idea-Dokumentation unter dem gleichen Titel „VerfĂŒgungsmasse Mensch?“ Hier wird er zum ersten Mal online gestellt. Eine weitere Veröffentlichung ist nur mit Genehmigung des Gemeindenetzwerks möglich.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 18. August 2010 um 21:50 und abgelegt unter Demographie, Gesellschaft / Politik, Lebensrecht, Medizinische Ethik, Sexualethik.