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Offener Brief: Sexueller Missbrauch in der Diakonie? Das Schweigen muss gebrochen werden!

Donnerstag 15. April 2010 von Administrator


Herr
PrÀses Nikolaus Schneider
Vorsitzender des Rates der EKD

OFFENER BRIEF 24.03.2010

Sehr geehrter Herr PrÀses Nikolaus Schneider,

angesichts zunehmender Sexualisierung und Brutalisierung im Lande wundert sich niemand, wenn in SchmutzblĂ€ttern Prostitution geradezu heilig gesprochen wird. Wir evangelische Christen sind jedoch sprachlos, dies in der diakonischen Zeitschrift „Orientierung“ lesen zu mĂŒssen:

Prostitution- „heilige Handlung im Auftrag der Göttin“

Die „Orientierung“ ist Verbandsorgan des Bundesverbandes ev. Behindertenhilfe BeB. Was jĂŒngst (2/09) in dieser Zeitschrift erschien, die in tausenden BĂŒros der Diakonie ausliegt, ist beispiellos! Unter der Überschrift „Sexualassistenz fĂŒr Menschen mit einer BeeintrĂ€chtigung“ heißt es unter Hinweis auf frĂŒhere „matriarchale Hochkulturen, in denen die Göttin verehrt wurde“, die Prostitution sei eine „heilige Handlung, um Menschen mit dem Göttlichen in sich in Verbindung zu bringen“. Sie wird sogar gerĂŒhmt: „Der Beruf der sexuellen Dienstleisterin hat eine lange und ehrenwerte Tradition“ (S. 28).

Sexualassistenz: „Fortbildungen“ in diakonischen Einrichtungen

Statt solche Aussagen als unvereinbar mit ev. Sexualethik zurĂŒckzuweisen, hat der PrĂ€sident des Diakonischen Werks, Pfr. K.-D. Kottnik, sie als „sehr differenziert“ gelobt und erklĂ€rt, dass die ev. Behindertenhilfe zahlreiche „Fortbildungen zum Themenfeld SexualitĂ€t und SexualpĂ€dagogik“ anbietet, wobei auch „Sexualassistenz thematisiert“ wird. Sexualassistenz wird im Verbandsorgan des BeB definiert als „bezahlte sexuelle Dienstleistung“, die von „erotischer Massage bis zu Oral- und Geschlechtsverkehr“ reiche (S. 27). Die Kampagne des BeB hat mittlerweile eine so große Breitenwirkung bekommen, dass Mitarbeiter der Diakonie unter Druck gesetzt werden, ihren Betreuten den “Nutzen“ von Prostitution zu erklĂ€ren.

Prostitution wird „christlicher“ Beruf

Recherchen zeigen, dass seit 2003 eine sich bis heute steigernde Kampagne in der „Orientierung“ gefĂŒhrt wird, um sexuelle Dienstleistungen zum Teil des Berufsbildes betreuender Berufe in der Diakonie zu machen. Prostituierte und SexualpĂ€dagogen kommen zu Wort, die ĂŒber derartige Praktiken empfehlend berichten. Betreuern wird geraten, vor Behinderten sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen (Ziel: „Nachahmungshandeln“) oder „Hand anzulegen“, also Behinderte zu masturbieren (Nr. 2/03). Es wird berichtet ĂŒber sexuelle Handlungen an schwerstbehinderten Menschen, die wegen HirnschĂ€digung kein Sprachvermögen haben und diese weder fordern noch ablehnen können. Als Rechtfertigung dient die „Intuition“ der Prostituierten: „Er guckt und hört und scheint manchmal zu reagieren, manchmal auch nicht. Er kann nicht reden. Als ich die Decke wegnehmen will, tritt er nach mir. Ich frage ihn immer wieder, ob es in Ordnung ist und muss mich auf meine Intuition verlassen, weil er ja nichts sagen kann… Ich masturbiere ihn, bis er einen Samenerguss hat.“ (S. 29)

Die Strafbarkeit dieses Handelns (StGB 174 und 179) wird von den Autoren abgetan: „Die Juristen bestĂ€tigen uns, dass man mit sexueller Assistenz allenfalls gegen den Buchstaben, nicht aber gegen den Geist des Gesetzes verstĂ¶ĂŸt“. (S. 27)

Wir bitten Sie, PrĂ€ses Schneider, der Propagierung der Prostitution bei der Betreuung Behinderter Einhalt zu gebieten. In den Richtlinien des Diakonischen Werks heißt es: „Die dem Diak. Werk angeschlossenen Einrichtungen sind verpflichtet, das Evangelium Jesu Christi in Wort und Tat zu bezeugen. Der diak. Dienst ist Wesens- und LebensĂ€ußerung der ev. Kirche.“

Die Vermarktung der Schöpfergabe der SexualitĂ€t durch die Prostitution, ihre Loslösung aus der Ehe und ihre Reduzierung auf das Lustempfinden entwĂŒrdigt den Menschen. DemgegenĂŒber verleiht das Evangelium Jesu Christi jedem Menschen eine unverlierbare WĂŒrde, indem es ihm seine Berufung zum Ebenbild Gottes zuspricht. In der Kraft dieser Berufung kann der Mensch die SexualitĂ€t in der Ehe verantwortlich einsetzen und auch ohne Ehe und praktizierte SexualitĂ€t ein erfĂŒlltes Leben haben. Die evangelische Diakonie sollte ihm dabei helfen.

Wolfhard WĂŒster, Diakoniemitarbeiter, Germersheimer Pl. 9 B, 13583 Berlin und weitere Diakoniemitarbeiter

Die Veröffentlichung des Offenen Briefes wird unterstĂŒtzt von: Gemeindehilfsbund (www.gemeindehilfsbund.de); Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB); Quellenangaben unter www.ksbb-bayern.de . Spenden zur UnterstĂŒtzung der Veröffentlichung werden erbeten fĂŒr das Konto 5051909 des Gemeindehilfsbundes, Kreissparkasse Walsrode BLZ 25152375

Der offene Brief  erschien in der idea-spektrum am 24.03.2010 und kann hier heruntergeladen werden.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 15. April 2010 um 12:20 und abgelegt unter Kirche, Sexualethik.