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Demografie – die Mutter aller Krisen. Interview des Magazins „Mit Menschen reden“ mit Prof. Dr. Herwig Birg

Ralf M. Ruthardt | Herr Professor Birg, Sie beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dem demografischen Wandel. Ihre Analysen gelten als unbequem, weil sie langfristige Entwicklungen sichtbar machen, die sich politisch kaum noch korrigieren lassen. Lassen Sie uns mit einem scheinbaren Paradoxon beginnen: Sie sagen, Wohlstand führe zu einer negativen demografischen Entwicklung. Wie ist das zu verstehen?

Herwig Birg | Historisch betrachtet war Bevölkerungswachstum stets eng mit wirtschaftlichem Fortschritt verbunden. So war es im 19. Jahrhundert etwa für eine Familie mit einem Bauernhof wichtig, dass möglichst kräftige Buben bei der Bewirtschaftung geholfen haben. Geerbt hat dann zumeist der Ältere. Diese Logik hat sich in den hochentwickelten Gesellschaften grundlegend umgekehrt. Heute kann man sagen: Je höher der materielle Wohlstand, je größer die individuelle Freiheit, je umfassender die soziale Absicherung, desto stärker sinken die Geburtenraten. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines tiefgreifenden kulturellen Wandels. Kinder sind in modernen Wohlstandsgesellschaften keine ökonomische Notwendigkeit mehr, sondern eine biografische Option – und diese Option wird zunehmend seltener gewählt.

Ralf M. Ruthardt | Das Paradoxon des Wohlstands.

Herwig Birg | Das Paradoxon wird in praktisch allen Ländern der Welt seit ein bis zwei Jahrhunderten beobachtet. Gesellschaften, die technologisch, medizinisch und wirtschaftlich am erfolgreichsten sind, reproduzieren sich biologisch am wenigsten. Deutschland ist dafür ein besonders prägnantes Beispiel. Seit vielen Jahrzehnten liegt die sogenannte Geburtenrate deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau von 2,1 Kindern pro Frau. Im Schnitt bewegen wir uns zwischen 1,3 und 1,6. Das führt zwangsläufig zu Alterung, Schrumpfung und struktureller Überlastung der sozialen Sicherungssysteme.

Ralf M. Ruthardt | Sie betonen immer wieder, dass Kultur und Moral entscheidende Einflussfaktoren für demografische Entwicklungen sind.

Herwig Birg | Absolut. Ökonomische Rahmenbedingungen spielen eine Rolle, aber sie erklären den Geburtenrückgang eigentlich nicht, denn sie werden selbst von ihm beeinflusst. Entscheidend ist die kulturelle Prägung. Gesellschaften, in denen Familie, Kinder und generationelle Verantwortung kulturell positiv besetzt sind, weisen stabilere Geburtenraten auf. Umgekehrt gilt: Je stärker sich eine Gesellschaft auf Konsum, Individualismus, Mobilität und Selbstverwirklichung fokussiert, desto ausgeprägter fällt der Geburtenrückgang aus.

Ralf M. Ruthardt | Was bedeutet das konkret?

Herwig Birg | Kinder bedeuten in unserer Kultur auf der einen Seite Bindung, langfristige Verantwortung, und auf der anderen Seite Einschränkungen von biografischer Flexibilität, sozialer Mobilität und Karriereoptionen. In hoch individualisierten Gesellschaften wird dies zunehmend als Belastung empfunden. Besonders gut ausgebildete Frauen und Männer erleben mit der Geburt eines Kindes häufig eine Einbuße ihres ökonomischen und biografischen Entfaltungsspielraums. Zeit, die in Kinder investiert wird, fließt nicht in Einkommen, Vermögensaufbau und berufliche Entwicklung. Wo Kultur dem nicht bewusst ein starkes, positives Gegengewicht entgegensetzt, ist der Geburtenrückgang unausweichlich.

Ralf M. Ruthardt | Sie sprechen in diesem Zusammenhang auch von der Vereinzelung der Gesellschaft.

Herwig Birg | Das hängt eng mit der sogenannten Lebenslauftheorie zusammen. Die Entscheidung für Kinder und die langfristige Bindung an einen Lebenspartner wirken sich als lebenslange Festlegungen im Lebenslauf nachteilig aus, weil sie die Anpassungsfähigkeit an die überwältigende Kraft der Arbeitsmarktdynamik reduzieren. Das macht Eltern immobil, begrenzt Karrieren, fixiert soziale Milieus und reduziert den biografischen Entwicklungsspielraum bzw. das sogenannte „biografische Universum“ des Individuums. Deshalb werden Geburten aufgeschoben und später oft nicht mehr realisiert. In Großstädten dominieren die Einpersonenhaushalte. Dies führt langfristig zu einer atomisierten Gesellschaft, in der Geschwisterbeziehungen, familiäre Netzwerke und generationenübergreifende Bindungen zunehmend verschwinden.

Ralf M. Ruthardt | Welche gesellschaftlichen Folgen hat das?

Herwig Birg | Vereinzelung erhöht die Abhängigkeit vom Staat, von professionellen Pflege- und Betreuungsstrukturen und von sozialen Transferleistungen. Gleichzeitig schwächt sie die informellen Solidaritätsnetze, die Gesellschaften traditionell stabilisiert haben. Das ist ein zentraler, oft unterschätzter Aspekt des demografischen Wandels.

Ralf M. Ruthardt | Sie haben früh den Begriff der Multiminoritäten-Gesellschaft geprägt. Was verstehen Sie darunter?

Herwig Birg | Klassische Einwanderungsgesellschaften zeichneten sich durch eine stabile kulturelle Mehrheit aus, in die sich Minderheiten integrieren. In Deutschland beobachten wir jedoch einen anderen Prozess: Die demografische Schrumpfung der angestammten Mehrheitsgesellschaft bei gleichzeitigem Wachstum unterschiedlicher zugewanderter Minderheiten. Langfristig entsteht eine Gesellschaft ohne klare Mehrheit, also eine Multiminoritäten-Gesellschaft.

Ralf M. Ruthardt | Meine Frage lautet: Warum ist das problematisch?

Herwig Birg | Weil soziale Kohäsion auf gemeinsamen kulturellen Referenzen beruht. Wenn diese zerfallen, entstehen Segmentierung, Parallelgesellschaften und Identitätskonflikte. Ohne ein verbindendes kulturelles Fundament wird Politik zunehmend zu einem permanenten Verteilungskampf zwischen Gruppen. Das ist hochgradig konfliktträchtig.

Ralf M. Ruthardt | Sie sprechen in diesem Zusammenhang auch von „demografischem Kolonialismus“. Das finde ich insofern interessant, als man in den Medien heutzutage eher mit Schlagworten wie „Dekolonialisierung“ konfrontiert wird.

Herwig Birg | Damit meine ich die strukturelle Abhängigkeit alternder Wohlstandsgesellschaften von den Geburten in ärmeren Ländern. In Deutschland ist seit 1972 die Zahl der Sterbefälle jedes Jahr um Hunderttausende größer als die der Geburten, letztes Jahr betrug das Geburtendefizit 300.000. Ohne Zuwanderungen wäre die Bevölkerungszahl jedes Jahr geschrumpft. Deutschlands Bevölkerungsentwicklung lässt sich nur noch durch wachsende Zuwanderungen stabilisieren. Wir werben gezielt um Fachkräfte – Informatiker aus Indien, Pflegekräfte aus Osteuropa oder Südamerika, medizinisches Personal aus Asien. Faktisch externalisieren wir damit unsere demografischen Defizite. Im historischen Kolonialismus ging es um die Ausbeutung von Rohstoffen, im Zeitalter des demografischen Kolonialismus um die viel wertvollere menschliche Substanz der ausgebeuteten Länder.

Ralf M. Ruthardt | Da habe ich direkt ein Bild vor Augen: Die gut ausgebildete Informatikerin einer renommierten Universität in Tunis ist sich sicher, dass sie in Paris arbeiten wird. Da sind schon viele junge Verwandte und man hat seine Community. Währenddessen die tunesische Gesellschaft sich mit den Transferzahlungen begnügt, wenn die junge Informatikerin ihre Familie an ihrem wirtschaftlichen Erfolg teilhaben lässt. Keine wirkliche Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes, wie hier Tunesien. Und noch ein zweites Bild, welches in den Kontext des einen oder anderen afrikanischen oder arabischen Landes passen könnte: Da wird Geld beim Onkel, bei den Nachbarn und sonst wo gesammelt, um eine der kräftigeren Minderjährigen auf den Weg nach Europa zu schicken. Dort angekommen, ist dieser junge Mensch mit der Sprachbarriere, einer völlig anderen Kultur und Gesellschaft – und mit nur wenig Chance auf eine schnelle, reguläre Beschäftigung konfrontiert. Wie soll dieser junge Mann den finanziellen Erwartungen seiner Familie im Heimatland gerecht werden? Wie schnell zeichnet sich der Weg in die Kriminalität ab; wo möglich aus dem besagten finanziellen Druck oder schlicht ob der Langeweile oder dem Bedürfnis, einer Gruppe anzugehören. Wäre es für diesen jungen Menschen nicht förderlicher, er dürfte in seinem sozialen Umfeld zu Hause erwachsen werden? Wie wäre es, wenn wir vor Ort Bildung fördern und beispielsweise Teile unserer öffentlichen Verwaltung im Sinne eines BPO (Business Process Outsourcing) organisierten? Beide Fälle scheinen mir in den Kontext der demografischen Kolonialisierung zu passen.

Herwig Birg | Ja, das sind gute Beispiele. Werfen wir an dieser Stelle einen Blick auf die Zahlen: Wie die Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes vom Dezember 2025 und die schon länger publizierten Ergebnisse der demografischen Forschung zeigen, würde die Bevölkerung Deutschlands ohne Zuwanderung bis 2070 unter 60 Millionen sinken – also um rund 25 Millionen Menschen abnehmen. Aber 2070 wäre die Schrumpfung nicht zu Ende, sie ginge weiter bis ins nächste Jahrhundert usf. Quantitativ könnte man die Folgen des schrumpfenden Arbeitskräftepotenzials durch die von Ihnen vorgeschlagene konsequente Digitalisierung abfedern. Aber die Qualifikationen der freigesetzten Arbeitskräfte müssen auch zu den offenen Stellen passen. Wenn dies durch Umschulungen möglich wäre, dann würde die Digitalisierung die Produktivität in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft deutlich steigern. Ihr Vorschlag, durch massive Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung personelle Ressourcen freizusetzen, ist also grundsätzlich plausibel. Aber dafür ist es jetzt vielleicht schon zu spät. Politische, institutionelle und kulturelle Kipppunkte sind schon lange überschritten.

Ralf M. Ruthardt | Zugleich betonen Sie, dass Migration das Problem langfristig nicht löst.

Herwig Birg | Migration kann keine Lösung sein, denn Migranten sind wie alle Menschen natürlich ebenfalls an Wohlstand interessiert. Sobald dieser erarbeitet ist, passen die meisten ihr Reproduktionsverhalten an die Wohlstandsbedingungen des Aufnahmelandes an. Mit wachsendem Einkommen sinken auch bei ihnen die Geburtenraten. Migration verschiebt das Problem also auf eine internationale Ebene, löst es aber nicht. Auch die demografische Alterung lässt sich durch die Immigration Jüngerer nur zeitlich hinausschieben, nicht stoppen oder gar aufheben. Die Population Division der Vereinten Nationen hat errechnet, dass Deutschland langfristig eine Nettozuwanderung von mehreren Millionen pro Jahr aufnehmen müsste, wenn das Verhältnis aus der wachsenden Zahl der Alten, die versorgt werden müssen, und der schrumpfenden Zahl der Jüngeren nicht steigen soll. So viele Menschen wären gesellschaftlich, infrastrukturell und kulturell nicht integrierbar.

Ralf M. Ruthardt | Warum tut sich die Politik so schwer, diese Entwicklungen offen zu adressieren?

Herwig Birg | Politik denkt in Legislaturperioden. Demografische Prozesse wirken über Jahrzehnte. Wo keine kurzfristig durchsetzbare Lösung existiert, darf politisch oft auch kein Problem existieren. Hinzu kommt die Angst vor Wählerverlusten. Unbequeme Wahrheiten werden verdrängt, beschönigt oder ideologisch überformt. Das ist ein strukturelles Politikversagen.

Ralf M. Ruthardt | Sie sprechen in diesem Zusammenhang auch von der Feigheit der Politik vor dem Wähler.

Herwig Birg | Ja, weil notwendige Reformen regelmäßig aus Angst vor Unbeliebtheit unterlassen werden. Das gilt für die Rentenpolitik ebenso wie für Familien-, Bildungs- und Migrationspolitik. Zögerliche Entscheidungen, endlose Verfahren, fehlende persönliche Verantwortung – all das führt dazu, dass strukturelle Probleme verschleppt werden, bis sie kaum noch lösbar sind.

Ralf M. Ruthardt | Sie bezeichnen die demografische Krise als „Mutter aller Krisen“.

Herwig Birg | Das ist keine rhetorische Übertreibung. Die demografische Entwicklung beeinflusst alle zentralen Systeme: Wirtschaft, Bevölkerung, Gesellschaft und Umwelt. Sie erzeugt Verteilungskonflikte zwischen Jung und Alt – etwa bei Rente, Gesundheitswesen und Pflege. Aber sie verschärft auch inner-halb jeder alten oder jungen Generation Konflikte, denn kinderlose Haushalte, deren Anteil von Generation zu Generation wächst, verfügen im Schnitt über wesentlich größere finanzielle Spielräume als Familien mit Kindern. Zudem erwerben sie noch durch ihre überdurchschnittlichen Beitragszahlungen höhere Versorgungsleistungen in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Das widerspricht nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2001 unserem Grundgesetz, denn kinderlose Menschen erbringen nur die finanziellen Beiträge in das soziale Sicherungssystem. Sie leisten jedoch nicht die unabdingbaren „generativen“ Beiträge in der Form der Erziehung von Kindern als den Beitragszahlern der Zukunft, ohne die unser System (Umlageverfahren) nicht funktioniert. Seit Jahren wird das Defizit der Rentenversicherung aus Steuermitteln aus-geglichen. Dabei geht es um Beträge von weit über 100 Milliarden Euro pro Jahr.

Ralf M. Ruthardt | Hinzu kommen regionale Spannungen.

Herwig Birg | Die regionale Bevölkerungsverteilung wird entscheidend dadurch bestimmt, dass jedes Jahr drei- bis fünfmal so viele Menschen ihren Wohnsitz zwischen den Stadt- und Landkreisen wechseln wie geboren werden bzw. sterben. Diese sogenannte Binnenwanderung entvölkert ländliche Räume und überlastet Metropolen. Infrastruktur, medizinische Versorgung, öffentlicher Nahverkehr – all das gerät aus den Fugen. Das im Grundgesetz verankerte Gebot zur Schaffung „gleichwertiger“ (nicht gleichartiger) Lebensbedingungen ist mittlerweile nicht mehr erfüllbar. Die Zuwanderung verschärft in Ballungsräumen die sozialen Spannungen, aber auch in bestimmten Entleerungsgebieten. Die viel diskutierte „Stadtbild-Debatte“ ist kein ideologisches Konstrukt, sondern Ausdruck realer Alltagserfahrungen. Diese Erfahrungen werden politisch entweder ignoriert, geleugnet oder instrumentalisiert – selten aber konstruktiv gelöst.

Ralf M. Ruthardt | Sie führen als Beispiel für die Demografie als versteckte Ursache hinter vielen Krisenerscheinungen häufig die griechische Finanzkrise an.

Herwig Birg | Die Ursachen der griechischen Finanzkrise waren vielfältig – aber ein zentraler Faktor war die demografische Entwicklung. Niedrige Geburtenraten führten zu einer strukturellen Überlastung und zu wachsenden Defiziten der sozialen Sicherungssysteme. Internationale Banken berücksichtigten dies bei ihrer Risikobewertung der benötigten Kredite. Wer sollte die Tilgung bei einer schrumpfenden Erwerbstätigenzahl leisten? Jede schrumpfende und alternde Gesellschaft verliert langfristig an wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und fiskalischer Stabilität. Das war ein wesentlicher Grund, warum die Staatsfinanzierung von internationalen Banken zunehmend verweigert wurde.

Ralf M. Ruthardt | Lassen Sie uns auf die globale demografische Entwicklung blicken.

Herwig Birg | Die Weltbevölkerung besteht aus rund 180 Ländern. Die Geburtenrate der Weltbevölkerung befindet sich seit über hundert Jahren im Sinkflug: 1960 entfielen pro Frau im Durchschnitt der Weltbevölkerung fünf Geburten, heute sind es noch knapp über zwei, Tendenz fallend. Der Abwärtstrend begann in Deutschland als einem der ersten Länder. Der um 1905 geborene Frauenjahrgang war der letzte, dessen Geburtenrate ausreichte, um die Generation in ihren Kindern fortzupflanzen. Die anderen Länder der Welt folgten dem Rückgang der Geburtenrate in Deutschland mit zeitlicher Verzögerung wie die Schiffe in einem Geleitzug. Auch China hat jetzt den Punkt überschritten, ab dem seine Bevölkerungszahl (ohne Zuwanderung) ständig schrumpft und altert. Indien wurde das bevölkerungsreichste Land, aber auch dort sinkt die Geburtenrate. Mit zeitlicher Verzögerung folgen auch die afrikanischen Länder. Nach meinen 1995 veröffentlichten Vorausberechnungen wächst die Weltbevölkerungszahl noch bis 2070 auf 9,5 Milliarden, danach beginnt die Phase der Schrump-fung. Die Vorausberechnungen sind bisher ziemlich genau eingetroffen. Die Entwicklung ist historisch beispiellos. Wir steuern global auf eine Phase demografischer Kontraktion zu, mit bislang kaum abschätzbaren geopolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen.

Ralf M. Ruthardt | Gibt es dennoch Anlass zu Hoffnung?

Herwig Birg | Hoffnung ja. Illusionen nein. Wir können den demografischen Wandel gestalten, aber nicht aufhalten. Voraussetzung ist eine ehrliche, faktenbasierte Debatte ohne ideologische Scheuklappen. Gesellschaften, die bereit sind, unbequeme Wahrheiten anzuerkennen, haben zumindest die Chance, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Alle anderen werden von der Demografie überrollt, so wie Deutschland.

Ralf M. Ruthardt | Lieber Herr Professor Birg, ich danke Ihnen für dieses intensive Gespräch.

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Prof. Dr. Herwig Birg ist einer der renommiertesten deutschen Demografen. Er war Direktor des Instituts für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik der Universität Bielefeld, beriet Politik, Wirtschaft und Institutionen wie das Forschungsinstitut der Population Division der Vereinten Nationen in New York und veröffentlichte zahlreiche Standardwerke zu Demografie, Migration, Sozialstaat und Familienpolitik.

Quelle: 

mitmenschenreden. Das Magazin für den Perspektivenwechsel 2/2026