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„Christlicher“ Bestseller-Autor bestreitet das Böse und die Hölle

Freitag 19. Juni 2026 von Artesio


Artesio

Mit 23 Millionen verkauften Exemplaren seines Romans „Die Hütte“ ist William Paul Young (USA) einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Autoren mit christlichem Hintergrund. Youngs 2007 publizierter Bestseller wurde in 51 Sprachen übersetzt und in Hollywood verfilmt. Was ist das Geheimnis des Missionarssohns W.P. Young, sodass sein Buch über Gottes Reagieren auf ein schweres Verbrechen zu einem Riesenerfolg wurde? Und warum befasst sich dieser BLOG-Artikel so viele Jahre nach Erscheinen seines Buches noch mit Young?

Kritik nach 19 Jahren?

Natürlich findet sich auf den nachfolgenden Zeilen nicht die erste Kritik, die W.P. Young auf sich gezogen hat. Bibeltreue Theologen kritisierten bald einmal die Lehre, die Young mit seiner «Hütte» um die Welt sandte.

In deutscher Sprache erschien „Die Hütte“ 2009. Auch in unserem Sprachraum wurden Youngs Darstellung der Trinität und seine Allversöhnungslehre bald als unbiblisch verworfen. Doch die damaligen Aufrufe, die Verbreitung der «Hütte» zu unterbinden, blieben offensichtlich ungehört. Zu dynamisch waren scheinbar die Verkaufszahlen des Romans. Zu schnell verfestigte sich der Ruf Youngs als phänomenaler Erfolgsautor. Der unkritische Hang des Menschen zu bekannten Namen und grossen Zahlen ist weit verbreitet. Leider auch in christlichen Kreisen. So nahm Youngs Irrlehre ihren Lauf. Wie viele der 23 Millionen Leser in ihrem Glauben Schaden gelitten haben durch die Lektüre, weiss nur Gott allein.

Warum aber gibt Youngs Theologie auch heute noch Grund zu öffentlicher Kritik? Sollte man nicht einfach Gras wachsen lassen über die «Causa Young»?

Stillschweigen ist keine Option, da der Autor längst weitere Bücher publizierte. Zudem bereist Young nach wie vor den deutschsprachigen Raum Europas, um Vorträge zu halten und seine unbiblische Lehre zu verbreiten.

Spezielle Aufmerksamkeit hat ein Buch erzeugt, welches Young 2017, zehn Jahre nach seinem Grosserfolg, publiziert hat: «Lügen, die wir uns über Gott erzählen» (2019 auf Deutsch erschienen). Die Eckwerte von Youngs Theologie waren weitgehend dieselben. Doch nun schrieb der Autor als Theologe, der die Welt für seine Definition Gottes gewinnen will.

Auch in der kleinen Schweiz hatte W.P. Young vor Kurzem noch seine Auftritte. Im Juni 2025 war er in Winterthur; im September in Zürich:

  • Sogar der BLICK brachte ein Interview mit Young und machte im Vorfeld Werbung für sein Referat in Zürich.
  • Auch der postevangelikale Theologe Thorsten Dietz nutzte den liberalen Blog «Fokus Theologie» (Erwachsenenbildung der reformierten Kirchen Schweiz), um für Youngs Auftritte in Zürich und Bochum zu weibeln.
  • Organisiert wurde die Zürcher Tagung durch Regenbogenpfarrerin Priscilla Schwendimann von der Zürcher Mosaic-Church. Unterstützt wurde sie dabei von den postevangelikalen Organisationen «Fokus-Theologie» und «Zwischenraum Schweiz».

Im Nachhinein brachten die christlichen Internetportale «Livenet» und «kath.ch» unkritische Berichte über Youngs Referate. Jaqueline Straub wies auf «kath.ch» speziell darauf hin, dass Young und seine Unterstützer auch künftig in der Schweiz unterwegs sein werden.

Ehemals bibeltreuer Manager ebnet den Weg für Postevangelikale und Allversöhner

Es fällt auf, dass Young speziell von Kreisen hofiert wird, die sich durch einen selektiven Umgang mit der Bibel hervortun. Wie der erste Text dieser Blog-Serie ausführte, haben diese «Postevangelikalen» nun ebenfalls den bibelkritischen Weg eingeschlagen, den liberale Theologen ihnen vorgezeichnet hatten. Hierbei wird die Bindung an die umfassende Gültigkeit der Bibel ersetzt durch freies Auswählen vermeintlich vernünftiger, zeitgeistkonformer Passagen. Was nicht passt, wird umgedeutet oder verworfen. Postevangelikale konzentrieren sich dabei vor allem auf das Canceln der biblischen Sexualmoral, um diese durch ein Regenbogen-„Evangelium“ zu ersetzen.

Überaus bedauerlich ist es, dass sich bei der Förderung der Irrlehre Youngs Personen hervortun, die früher als Verfechter des bibeltreuen Evangeliums galten. Jaqueline Straub schreibt auf kath.ch, wie es zu Youngs Auftritt in Zürich kam: «Dass William Paul Young in der Schweiz ist, ist Ben Jakob zu verdanken. In der Pause erzählt der langjährige CEO der internationalen Hilfsorganisation World Vision, dass er über 40 Kirchen – evangelische Landes- und Freikirchen – kontaktiert hat. «Die einzige Person, welche auf unsere Anfrage positiv reagiert hat, war die reformierte Landeskirchen-Pfarrerin Priscilla Schwendimann, welche in Zürich die Mosaic Church leitet», sagt er. Zusammen mit dem Zweig «Fokus Theologie» der Reformierten Erwachsenenbildung hat sie dann zwei Events mit dem Bestsellerautor in Zürich initiiert.»

Zum einen ist es erfreulich, dass offenbar die meisten angefragten Kirchenleiter kein Interesse an Youngs Lehre bekundeten. Auch dass trotz der grossen Werbung im ‘Blick’ nur etwas mehr als 20 Personen Youngs Tagung in Zürich besuchten, ist tröstlich.

Andererseits ist es klar, dass Young und seine Schweizer Unterstützter ihre Lehre auch weiterhin im Umfeld bibeltreuer Christen verbreiten. Ruedi Josuran schrieb im September 2025 auf Livenet mit spürbarer Anerkennung: «Im nächsten Jahr erscheint die langerwartete Fortsetzung von ‘Die Hütte’. Das Team um Ben und Barbara Jakob gibt zudem bekannt, dass eine Webseite in der Schweiz am Entstehen ist und Paul Young vom 18. bis 20. September 2026 ein Wochenende für Interessierte durchführen wird.»

Auch der ‘Blick’ informierte ein Massenpublikum darüber, dass Youngs Mission weitergeht: «Die Fortsetzung von ‘Die Hütte’ hat William Paul Young bereits geschrieben, 20 Jahre später, reifer und kompromissloser, wie er sagt… Das Buch soll 2026 erscheinen. Parallel dazu entsteht in Deutschland ein ‘Die Hütte’-Musical mit einem 2500-köpfigem Chor. Die Premiere findet voraussichtlich 2028 statt.»

Weitgehende apologetische Grabesruhe

Die Situation macht es nötig, Youngs Lehre erneut öffentlicher Widerlegung auszusetzen. Das Befolgen der biblischen Anweisungen ist ausschlaggebend für ein gelingendes, glückliches Leben, das Gott wohlgefällt. Um Gemeindeglieder zu schützen und zu stärken, müssten Hirten und Lehrer den irreführenden Theologien jederzeit mutig und öffentlich Paroli bieten. Dies erfolgt leider viel zu selten. Wir leben in einer harmonisierenden Zeit, die offenbar die meisten christlichen Leiter dazu verführt hat, biblische Schärfe (z.B. Mt. 10,34; Heb. 4,11-12) preiszugeben.

Darum werden auf den folgenden Zeilen Zitate aus Büchern Youngs wiedergegeben, die die schädlichsten Irrtümer seiner Theologie benennen. Nach jedem Themenbereich folgt eine kurze biblischen Gegenposition, welche Youngs Lehre als irreführend benennt. Natürlich benötigt es mehr, als nur einige Formulierungen, um Youngs Theologie als unbiblisch zu bezichtigen. Um den vorliegenden Text nicht zu umfassend ausfallen zu lassen, werden die ausführlichen biblischen Gegenpositionen somit in einem separaten PDF-Dokument ausgewiesen.

Die Zitate W.P. Youngs sind folgenden Quellen entnommen:

  • Young William Paul. Die Hütte. Berlin 2009. (Hütte)
  • Young William Paul. Lügen, die wir uns über Gott erzählen. Berlin 2017. (Lügen)
  • Müller Michael. Interview mit W.P. Young. Christl. Medienmagazin pro. Wetzlar 2017 (Pro)
  • Straub Jacqueline Straub. Mit Bestsellerautor William Paul Young nach Gott suchen. kath.ch. Zürich 2025. (Straub)
  • Josuran Ruedi. Wenn Gott dich überrascht: William Paul Young in Zürich. Livenet. Bern 2025 (Josuran)

Die Irrlehre Youngs: Allversöhnung und Zerrbilder der Natur Gottes.

  1. Lehre W.P. Young: Der Mensch ist gut. Alle sind Kinder Gottes.
  • «Gott ist gut. Ich bin es nicht. Das ist eine riesige Lüge.» (Lügen, S. 21)
  • «Kann etwas, das nicht gut ist, von Gott herstammen? Nein, das ist unmöglich!» (Lügen, S. 24)
  • «Ich bin wesenhaft gut, weil ich in Christus als ein Ausdruck von Gott geschaffen bin, ein Ebenbild.» (Lügen, S. 26)
  • «Wenn Gottes Natur Liebe ist, dann ist es unsere auch, denn wir sind nach Seinem Bild geschaffen.» Lügen, S. 35
  • «Jeder Mensch, dem Sie begegnen… ist ein Kind Gottes.» (Lügen, S. 161)
  • «Traurigerweise müssen viele Religionen den Menschen erzählen, dass sie nicht gut sind, weil sie ihnen dann den Weg erklären können, wie sie wieder den rechten Pfad der Tugend erreichen können. Da hat sich auch das Christentum schuldig gemacht.» (Pro 2017)

Gegenposition der Bibel

Die Bibel berichtet davon, dass der Mensch im Garten Eden die Sünde wählte und aus Gottes heiliger Gegenwart verbannt wurde. Alle Bücher des AT und NT bis zur Offenbarung des Johannes erzählen von Sünde, von Selbstsucht, böser Rebellion, Mord und Krieg; von Vergebung, Errettung und Gericht. Etliche Bibelverse benennen die Bosheit des Menschen mit aller Klarheit. Youngs Humanismus, der auf die Beschaffenheit des Menschen vor dem Sündenfall aufbaut (sehr gut geschaffen nach Gottes Abbild), ist eine willkürliche Engführung, die grosse Teile der Bibel ausser Acht lässt.

Eine Liste mit Bibelstellen, die Youngs «Theologie» widerlegen, findet sich im Anhang.

  1. Lehre W.P. Young: Niemand ist getrennt von Gott. Niemand muss erlöst werden
  • «Lüge 13 = Du musst erlöst werden.» (Lügen, S. 91)
  • «Viele … glauben, die folgende Aussage stehe in der Bibel, aber dem ist nicht so «Du hast gesündigt, und Du bist von Gott getrennt… es ist eine Lüge, die verheerende Konsequenzen zeitigt.» (Lügen, S. 181-182)
  • «Es gibt nichts ausserhalb von Gott, sondern nur Gott, und alle Schöpfung geschieht in Gott.» (Lügen, S. 182)
  • «Wenn man kein Kind Gottes ist, existiert man nicht. Da ist die Bibel ganz klar. Zu sagen, es gibt ein Leben jenseits von Christus, heisst zu sagen, es gibt ein Leben jenseits der Schöpfung. Alles wird von Jesus zusammengehalten.» (Pro 2017)
  • «Wenn die Trennung eine Lüge ist, war also nie jemand von Gott getrennt? Genau … Es gibt keine Trennung.» (Lügen, S. 182f.)
  • «Die frohe Botschaft lautet nicht, dass Jesus die Möglichkeit zur Erlösung eröffnet hat und dass Sie aufgefordert wurden, Ihn in Ihrem Leben zu empfangen, sondern dass er Sie seit jeher in Sein Leben aufgenommen hat, in Seine Beziehung mit Gott dem Vater und in Seine Salbung im Heiligen Geist… Er wartet nicht auf meine Entscheidung und erlöst mich dann. Er hat ebenso entschlossen wie allumfassend gehandelt für die gesamte Menschheit…. Soll das heissen, dass jeder erlöst wird? Dass ich an das allumfassende Seelenheil glaube? Jawohl, genau das ist meine Überzeugung!» (Lügen, S. 93-94)

Gegenposition der Bibel

Die Verlorenheit der Menschen, das Getrennt sein von der heilen, himmlischen Welt, ist Generalthema der Bibel. Ebenso Gottes klare Ansage, wie ER Sünde ans Licht bringt und bestraft. Die grossen Gerichte und die Todesstrafe des AT belegen den Zorn Gottes. Um Errettung aus dieser Verlorenheit zu ermöglichen, hat Gott Seinen Sohn in die Welt geschickt (Joh. 3,16). Da Jesus zur Sünde wurde, da ER den Tod und die Trennung vom himmlischen Vater auf sich nahm, kann ER den Menschen die Erlösung als Option anbieten.

Eine Liste mit Bibelstellen, die Youngs «Theologie» widerlegen, findet sich im Anhang.

  1. Lehre W.P. Young: Das Böse und die Hölle gibt es nicht. Alle kommen in den Himmel.
  • «Lüge 15 = Die Hölle ist Trennung von Gott.» (Lügen, S. 103)
  • „Sowohl das Böse wie auch die Dunkelheit kann man nur in Relation zum dem Licht und dem Guten begreifen. Sie besitzen keine wirkliche Existenz“ (Hütte, S. 155f.)
  • «Nur wenn wir davon ausgehen, unsere Existenz sei von Jesus abgespalten, können wir dem Glauben anhängen, die Hölle sei eine Art der Bestrafung, die uns im Zustand solcher Trennung widerfährt.» (Lügen, S. 107)
  • «Er liebt alle seine Söhne und Töchter so wie sie sind. Du glaubst, er würde einige von ihnen zu einem Leben in der Hölle und unter ewiger Folter verdammen, getrennt von seiner Gegenwart und Liebe? … Wen von Deinen Kindern würdest du in die Hölle schicken?» (Frau Papa, Hütte, S. 186.)
  • «Ich brauche die Menschen nicht für ihre Sünden zu bestrafen. Die Sünde trägt ihre eigene Strafe in sich… Es ist nicht meine Absicht, jene zu bestrafen, die sündigen. Vielmehr ist es meine Freude, die Sünde zu heilen.» (Frau Papa, Hütte, S. 136)
  • «Ihr selbst sorgt dafür, dass eure zwischenmenschlichen Beziehungen mit Angst, Schmerz, Machtgier, Rechten und Pflichten belastet sind. Aber eure Entscheidungen sind niemals stärker als meine Absichten, und ich werde jede Entscheidung, die ihr trefft, dazu nutzen, dem höchsten Guten Geltung zu verschaffen und die liebevollsten Resultate herbeizuführen.» (Hütte, S. 142-143) 

Gegenposition der Bibel

Der Satan, der Teufel, wird in der Bibel ab 1. Mose 3, im Buch Hiob, in der Versuchung Jesu (Mt. 4), beim Verrat von Judas bis zu Offenbarung Kp. 21 vielfach als personales Wesen beschrieben. Häufig sind auch die Geschichten in AT (z.B. König Saul) und vor allem im NT, in welchen Dämonen ihr böses Unwesen treiben. Vielfach treiben Jesus und seine Nachfolger Dämonen aus. Wenn Young also den Satan, die Dämonen, das Gericht Gottes, die Hölle und die Verdammnis leugnet, erklärt er Dutzende von Bibelstellen für ungültig. Diese Realitäten und der zweite Tod werden oft und mit aller Klarheit benannt. Youngs Irrlehre der Allversöhnung ist also rein willkürlich. Sie setzt einige wenige Verse absolut und übergeht alle widersprechenden Bibelverse.

Eine Liste mit Bibelstellen, die Youngs «Theologie» widerlegen, findet sich im Anhang.

  1. Lehre W.P. Young: Jesus wurde am Kreuz nicht vom Vater getrennt
  • «Nur Jesus ist in die Täuschung der Einsamkeit hineingegangen, in die illusorische Trennung – und mitten in unserer Täuschung hat er sich entschieden, Gott zu vertrauen», sagt William Paul Young. In seiner Auferstehung habe er diese Täuschung zerstört, denn sie gehöre zum Tod.» (Straub)
  • «Nichts, nicht einmal die Erlösung der ganzen Welt, könnte je ein so abscheuliches Folterinstrument wie das Kreuz rechtfertigen.» (Lügen, S. 28)
  • «Wie würden wir einem religiösen Menschen dieses Opfer deuten? Wir würden erklären, dass Gott es war, der Jesus umbrachte, Ihn hinmetzelte zur notwendigen Befriedigung seines blutrünstigen Bedürfnisses nach Gerechtigkeit.» (Lügen, S. 117)
  • «Du missverstehst das Mysterium, um das es dabei geht. Ich habe ihn niemals verlassen.» (Frau Papa, Hütte, S. 109)

Gegenposition der Bibel

Schon in der Antike haben sich «christliche Theologen» heftig gegen den Gedanken gewehrt, Gott könne zur Sünde werden und eines natürlichen Todes am Kreuz sterben. Denker des «Doketismus» lehrten folglich, Jesus sei nur scheinbar gestorben am Kreuz. Vereinzelt haben islamische «Theologen» diesen Gedanken übernommen. Sie verbreiten die Lehre von Jesu Scheintod bis heute. Da Young die Trennung der Menschen von Gott leugnet, ist es gemäss seiner Lehre logisch, dass Jesus keine Trennung vom himmlischen Vater erdulden musste. Für was dann Jesus gekreuzigt wurde, erklärt Young nicht. Seine Aussage: «Nichts, nicht einmal die Erlösung der ganzen Welt, könnte je ein so abscheuliches Folterinstrument wie das Kreuz rechtfertigen» (Lügen, S. 28) bleibt rätselhaft. Er kann und will das zentrale Geschehen der Bibel, die Erlösung, weder verstehen noch benennen. Young ist somit auch kein christlicher Theologe.

Eine Liste mit Bibelstellen, die Youngs «Theologie» widerlegen, findet sich im Anhang.

  1. Lehre W.P. Young: Zerrbild des Wesens Gottes
  • «Papa trug ein langes, fliessendes afrikanisches Gewand und ein buntes Stirnband.» (Hütte, S. 134)
  • «Ich habe nichts übrig für Demütigungen, Schuldgefühle oder Verdammnis.» (Frau Papa, Hütte, S. 228)
  • «Bei Beziehungen geht es niemals um Macht.» (Sarayu, Hütte, S. 121)
  • «Was, wenn Gott grössere Achtung vor Ihnen, als vor Seinem Plan hätte? Was, wenn es einen solchen für Ihr und mein Leben gar nicht gäbe, sondern eher eine Beziehung, in der Gott uns unaufhörlich zur Mitgestaltung einlädt und sich den von uns getroffenen Entscheidungen respektvoll fügt?» (Lügen, S. 29)
  • «Lüge 8 = Gott will an erster Stelle stehen.» (Lügen, S. 59)
  • «Nicht die Herrschaft findet ihre Quelle in Gott, sondern die selbstlose, sich schenkende Liebe.» (Lügen, S. 29)
  • «Die Religion benutzt Gesetze, um sich selbst zu legitimieren und Macht über die Menschen zu erlangen, denn Kirchen können nur überleben, wenn sie Anhänger um sich scharen.» (Hütte, S. 237)
  • «Politische Autoritäten stammen nicht von Gott. Gott hat nichts zu tun mit Trennung und Teilung, mit Mauerbau und Ausgrenzung, mit Macht und Herrschaft. Sie alle entspringen unserer selbstgewählten Dunkelheit.» (Lügen, S. 81)
  • «Ich erschaffe keine Institutionen. Das ist eine Beschäftigung jener Menschen, die gerne Gott spielen. Das ist die von Menschen selbst erschaffene Dreifaltigkeit des Schreckens (Religion, Politik, Ökonomie).» (Jesus, Hütte, S. 206)
  • «Gott geht es um Beziehung, und daher hat jedes Glaubensverständnis einer Kirche oder Gemeinschaft, das auf Strukturen und Systemen, Programmen und Teilungen beruht, seinen Ursprung in Menschen, nicht in Gott.» (Lügen, S. 87
  • «Regeln und Gebote können Euch keine Freiheit geben. Sie haben nur die Macht, anzuklagen und zu verurteilen.» (Sarayu, Hütte, S. 235)
  • «Die Bibel lehrt Dich nicht, Regeln zu gehorchen.» (Frau Papa, Hütte, S. 228)
  • «Gott ist der Urgrund allen Seins, wohnt und wirkt in allen Dingen, durch sie und um sie herum – als die höchste Realität -, und alle äusseren Erscheinungsformen, die Masken dieser Realität sind, werden vergehen.» (Hütte, S. 127)
  • «Es gibt nichts ausserhalb von Gott, sondern nur Gott, und alle Schöpfung geschieht in Gott.» (Lügen, S. 182)

Gegenposition der Bibel

Youngs Aussage: «Was, wenn Gott grössere Achtung vor Ihnen, als vor Seinem Plan hätte?» zeigt, dass sein Blick arg getrübt ist. Er macht den Menschen gross und Gott klein. Das Gottes- und Menschenbild des Autors entspringt seinem Wunschdenken und nicht einem umfassenden Studium der biblischen Texte. Schon die «Hütte» war bestimmt durch dieses willkürliche Definieren. Youngs «Trinität» offenbarte einen pazifistischen, feminisierten, schwächlichen, alles harmonisierenden Gott. Obschon nie jemand den Vater gesehen hat (Joh. 6,46; 2. Mose 33,23), stellte Young IHN in der «Hütte» als dicke, schwarze Frau in einem langen, afrikanischen Kleid dar. Der Heilige Geist war eine ebenfalls mysteriöse Dame. Nur der freakige Jesus mimte den männlichen Part. Young verlegte sich also schon 2007 ganzheitlich auf Gender-Theologie. Auf Grund seiner gebrochenen Beziehung zu seinem Vater scheint er ein tief liegendes Problem mit Männlichkeit, Macht, Autorität, Herrschaft und Unterordnung zu haben. Dass Gott in sehr vielen Bibelstellen der «Höchste», der «Allerhöchste», der «Allmächtige», der «Erste», der «König aller Könige», der «HERR aller Herren» genannt wird, lässt Young aussen vor. Da er kein christlicher Theologe ist, muss er sich auch nicht an die Bibel halten. Young hält nichts von einem Gott, der selbst Herrschaft ausübt und Herrschaft an Menschen delegiert. Er verneint auch einen praktischen Gott, der Institutionen und Strukturen schafft. Speziell scheinen dem Erfolgsautor zudem die Demut und die Gebote der Bibel zu missfallen. Es scheint Young völlig egal zu sein, dass das Gesetz, die Gebote Gottes und die Ordnungen im Volk Israel und in der Gemeinde Jesu sehr viel Raum in AT und NT einnehmen. Young ist definitiv kein christlicher Theologe. Bilanziert man seine Aussagen, tendiert man stark dazu, W.P. Young als pantheistischen Phantasten und unpraktischen Anarchisten zu bezeichnen.

Eine Liste mit Bibelstellen, die Youngs «Theologie» widerlegen, findet sich im Anhang.

W.P. Young ist kein christlicher Theologe

Young darf glauben was er will. Das ist seine Freiheit. Er darf sich auch «Theologe» nennen. Nur sollte er die Bezeichnung «christlich» vermeiden. Christliche Theologie ist in erster Linie «Bibliologie». Davon will Young nichts wissen. Er stützt sein Gottes- und Menschenbild auf eine kleine Auswahl von Bibelstellen, die er seinen Lesern frei fabulierend und irreführend unterbreitet. Wer Youngs Lehre folgt, kommt dem heiligen und liebenden Gott nicht näher. Das exklusive Hervorheben der Liebe Gottes mag Menschen, die unter einem dominierenden und strafenden Gott gelitten haben, für eine Zeit befreien, trösten, ermutigen. Wenn sie sich in ihrem geistlichen Wachstum aber dem Gottesbild der Bibel zuwenden, um Gott in Wahrheit zu erkennen (Joh. 17,3), dann kommen sie um den Schrecken, der Teil einer wachsenden Gotteserkenntnis ist, nicht herum.

Dutzende von Geschichten sind uns in AT und NT überliefert, die berichten von Menschen, die bei Begegnungen mit himmlischen Realitäten (Jesus im AT; Engel; Visionen Jesajas, Hesekiels, Daniels, Johannes’), in masslose Furcht, in Zittern und völlige Kraftlosigkeit geraten sind. Wenn Gott Seine Heiligkeit und Seine Herrlichkeit nicht bedeckt, verfallen Menschen im Nu dem Tod (Gerichte im Volk Israel, Nadab und Abihu, Usa, Hananias und Saphira etc.). Zudem ist JHWH Zebaoth ein Gott des Krieges, der das Volk Israel immer wieder in siegreiche Kämpfe geschickt hat.

W.P Young täte gut daran, sich darauf vorzubereiten, dass sein «freakiger Jesus» eines Tages in deutlich unterschiedlicher Form erscheinen wird: «Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit. Und seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen; und er trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst. Und er war angetan mit einem Gewand, das in Blut getaucht war, und sein Name ist: Das Wort Gottes. Und ihm folgten die Heere im Himmel auf weißen Pferden, angetan mit weißer, reiner Seide. Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen, und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren.» (Off. 19,11-16)

Ein zerbrochener Mann wird verkauft als Fachmann für «Innere Heilung»

Christliche Leiter, die sich bemühen, den Bestseller-Autor dem Schweizer Publikum als Fachmann für heilende Gottesbilder zu servieren, sollten es nach eigehendem Studium der Aussagen Youngs besser wissen: Young ist nicht nur ein Theologe von Pantheismus und Allversöhnung, sondern auch ein noch immer tief verwunderter, gebrochener Mann. Darüber geben aktuelle Interviews und sein Buch «Lügen» Auskunft:

  • «Ich hatte eine sehr belastete Beziehung zu meinem Vater… Mein Vater war ein gebrochener, aber auch ein religiöser Mann. Durch die Taten meines Vaters spiegelten sich Gottes Taten. Ich fühlte mich so klein und wertlos. Mein Vater war ein missbrauchender, disziplinärer und wütender junger Mann.» (Pro 2017)
  • «An der Seite meines Vaters aufzuwachsen, war vielfach erschreckend.» (Lügen, S. 22)
  • «Sobald er den Schalter umlegte und von völliger Abwesenheit zu zornentbrannter Anwesenheit überging, hatte ich das Gefühl, förmlich zerrissen und in alle Winde zerstreut zu werden.» (Lügen, S. 23)
  • «Oft waren sie (Christliche Missionen) ein zweischneidiges Schwert, das nirgends tiefer einschnitt als in das Leben der Missionarskinder, die geopfert auf dem Altar zur Verbreitung der frohen Botschaft des Evangeliums. Der löbliche Zweck der Erlösung rechtfertigte die Mittel, wobei die Gegenwart der Kinder meist als hinderlich für die Mission angesehen wurde»; ihre Verluste waren der notwendige Preis für das grössere Wohl.» (Lügen, S. 130)
  • «Wenn wir unsere Kinder auf den Altären der Religion … opfern, sollte es nicht überraschen, dass wir unser Handeln zu rechtfertigen versuchen, indem wir es in Gottes ureigenem Wesen wiederkennen.» (Lügen, S. 132)

Es ist W.P. Young zu wünschen, dass er den Gott der Bibel kennenlernt, dass er sich mit IHM versöhnt, dass er sich Gottes Wahrheiten unterstellt und dass er endlich heil werden kann. Da Young die Erzählkunst beherrscht, könnte er im Anschluss allenfalls einen Roman schreiben, der die Wahrheit über Gott lehrt. Allerdings ist es zweifelhaft, dass erneut 23 Millionen Leser/-innen ein solches Buch kaufen würden. Die Wahrheit ist kein speziell beliebtes Thema:

«Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihrem eigenen Begehren werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren.» (Paulus in 2. Tim. 4,3-4

«Die Welt kann euch nicht hassen. Mich aber hasst sie, denn ich bezeuge von ihr, dass ihre Werke böse sind.» (Jesus in Joh. 7,7)

Dr. Daniel Regli, Artesio C-Medien, Zürich (13.5.2026)

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 19. Juni 2026 um 9:36 und abgelegt unter Christentum weltweit, Theologie.