Wie geht unser Gottesdienst weiter?
Freitag 15. Mai 2026 von Pfr. Burkard Hotz

Bei Gemeindefusionen oder der Bildung von Groß- oder Regionalgemeinden ist für eine fromme Gemeinde mit klarem christuszentriertem Profil die zentrale Frage: Wie geht unser Gottesdienst weiter? Denn sehr schnell sind besonders am Gottesdienst die Auswirkungen dieser Entrechtung und damit der Entmächtigung der Gemeinde schmerzhaft zu spüren:
Die Zahl der Gottesdienste wird systematisch reduziert manchmal zu Gunsten sog. Regio-Gottesdienste. Oft aber fallen Gottesdienste einfach aus. Ebenso wird die Uhrzeit wegen regionaler Gottesdienstpläne zufällig. Gottesdienste werden immer häufiger von einem großgemeindlichen Prediger-Team beschickt und damit verlieren diese Gottesdienste und erst recht die Predigten ihre klare biblisch-missionarische Prägung. Gottesdienstliche Verkündigung verkommt so in einem beliebigen „Pluralismus“, der nicht in der Lage – oft auch gar nicht willens – ist, Gemeinde zu bauen, zu sammeln und zu senden, im Gegenteil, all dies fördert den Gemeindeabbau.
Darum muss eine fromme Gemeinde not-wendig durch ihren Ältestenkreis (Kirchenvorstand) dieser Tendenz in herzlicher Konfliktbereitschaft und in ausdauernder Klarheit gegensteuern; verbunden in der gemeinsamen Glaubensgewissheit: ‚Wir haben die vom HERRN gegebene Verantwortung für den Gottesdienst unserer Gemeinde, die wir uns von niemand abnehmen lassen dürfen. So leben wir jetzt (gerade auch im landeskirchlichen Gemeindeabbau) erst recht einen Gemeindeaufbau, dessen Ursprung, Mitte und Ziel der Gottesdienst ist,‘ denn im Gottesdienst geschieht die exklusive Begründung und die Beauftragung der Gemeinde. Im Gottesdienst erfährt sie ihre geistliche und persönliche Identität, „in dem sie als versammelte Gemeinde auf die rechte Verkündigung und die Darreichung der Sakramente dem Dreieinen Gott antwortet in Danksagung, Bekenntnis und Gebet“ (siehe dazu: „Gemeindeaufbau der Bekennenden Kirche 1933 – 1945“, Christian Möller, Lehre vom Gemeindeaufbau I, Göttingen 1987 S. 195ff). Das heißt, der Kirchenvorstand stellt sicher: Es fallen keine Gottesdienste aus, aus welchen Gründen auch immer. Ein vom Kirchenvorstand beauftragtes gemeindliches Gottesdienst- und Predigtteam übernimmt in verantwortlicher Verlässlichkeit den eigenen Gemeinde-Gottesdienst und entzieht ihn bewusst der großgemeindlichen Prediger-Rotation und damit jeder Beliebigkeit für Inhalt, Zeit und Ort.
Am ausdauernden und mutigen Kampf für ihren verlässlichen Gottesdienst, für dessen biblisch-seelsorgliches Profil und dessen schriftgemäße Verkündigung des Evangeliums einschließlich der Feier der Sakramente, wird sich die Zukunft jeder frommen Gemeinde in der Landeskirche entscheiden. Eins allerdings ist gewiss: Auch eine fromme Gemeinde, die ihren Gottesdienst verliert, wird im Sog des allgemeinen landeskirchlichen Gemeindeabbau profil- und kraftlos untergehen!
Pfr. Burkard Hotz, Wiesloch
Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 15. Mai 2026 um 18:00 und abgelegt unter Gemeinde, Kirche.













