Für den Glauben kämpfen!
Mittwoch 6. Mai 2026 von Pfr. Dr. Tobias Eißler

Für den Glauben kämpfen! Das bringt doch nichts!?
- Einstieg: John Lennox kämpft für den Glauben
John Lennox, Mathematikprofessor, wies in einem Interview Idea-Spektrum (25. Febr 2015) auf das Vorbild Daniels hin, der mitten in einer heidnischen Kultur an seinem Glauben festgehalten und sich nicht auf die babylonische Götterverehrung eingelassen hat. Das findet Lennox deshalb so relevant für heute, weil in Westeuropa das Glaubensthema immer mehr aus der Öffentlichkeit verdrängt wird, zumindest so weit es das Christentum betrifft. In Europa sei es nicht mehr politisch korrekt, in einer öffentl Rede Gott zu erwähnen, sagt er. Lennox sieht sich in der Spur Daniels, wenn er erklärt, dass er für den Glauben kämpft. An der Universität Oxford bezog er Stellung gegen den sog. Neuen Atheismus in öffentlichen Disputationen. In der englischen Tradition werden bei kontroversen Themen Pro und Kontra klar benannt, die Zuhörer können mitdiskutieren. Warum gibt es das bei uns nicht, auch nicht in der Kirche? Interessant war mir die Mitteilung von John Lennox, dass bei den Disputationen einzelne Zuhörer zum Glauben kamen. Man kann den Glauben nicht argumentativ herbeiführen. Offensichtlich gibt es aber mit guten Argumenten wichtige Glaubenshilfen für Kopfmenschen. John Lennox kämpfte auf seine Weise für den Glauben.
- Einwände
– „Für den Glauben kämpfen“ hört sich eher unmodern, unpopulär an. Einer sagt vielleicht: Das klingt schon so anstrengend! Glaube soll mir Ruhe, Entspannung, Geborgenheit bringen. Das Gegenteil vom Alltagskampf.
– „Kämpfen“ hält jemend vielleicht für unchristlich. Christen sollen doch Frieden stiften. Auseinandersetzung, das ist doch Unfrieden. Also: Wir sorgen für Friede, Harmonie, Toleranz nach allen Seiten, das gefällt Gott. Hier muss man sich an Jesu Wort in Lk 12,51 erinnern: „Meint ihr, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht/ Entzweiung.“ Warum das? Weil das Ringen um die Wahrheit sogar Familien spalten kann. Sicher, Christen sollen Friedensstifter sein, aber auch Wahrheitszeugen.
– Das setzt doch voraus, dass man für seine Wahrheit eintritt, der andere für seine: Haben nicht alle gleich recht? Die Postmoderne behauptet: es gibt immer viele Wahrheiten nebeneinander, alle sind gleich gültig, du kannst keine absolut setzen. Wenn das stimmt, ist jedes Ringen um Wahrheit sinnlos. Der Denkfehler ist aber folgender: die Grundthese von den vielen Wahrheiten ist eine reine Behauptung, die sich absolut setzt. Sie ist selbst nicht pluralistisch und tolerant. Und sie steht in Konkurrenz zu dem Satz Jesu „Ich bin der Weg, die Wahrheit, das Leben. „
„Für den Glauben kämpfen“: das klingt nach fanatischem Islam. Hat nicht der islamische Extremismus jeden Glaubenskampf unglaubwürdig gemacht? Das kann man sagen. Aber der islamische Glaubenskampf macht um so deutlicher, wie Jesus für den Glauben kämpft: ohne Gewalt, nur mit dem Wort, mit viel Liebe und Verständnis für die Menschen. Überzeugungsarbeit ist eben keine Unterwerfung, wie sie der Dschihad fordert.
- Der Apostel ruft zum Kampf für den Glauben auf (Phil 1,27-30)
27 Wandelt nur würdig des Evangeliums Christi, damit ich – ob ich komme und euch sehe oder abwesend bin – von euch erfahre, dass ihr in einem Geist steht und einmütig mit uns kämpft für den Glauben des Evangeliums 28 und euch in keinem Stück erschrecken lasst von den Widersachern, was ihnen ein Anzeichen der Verdammnis ist, euch aber der Seligkeit, und das von Gott. 29 Denn euch ist es gegeben um Christi willen, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden, 30 habt ihr doch denselben Kampf, den ihr an mir gesehen habt und nun von mir hört.
27 Pauslus schreibt aus der Gefangenschaft in Rom an die Gemeinde in Philippi. Er ermahnt die junge Gemeinde, dass ihre Lebensgestaltung der Guten Nachricht Ehre macht. Wenn man dieser Gruppe von Christen keine Veränderung ansehen kann, nichts Positives, was durch den Glauben ins Leben kommt, sind sie keine guten Werbeträger für die Gute Nachricht. Jeder Beobachter würde sagen: Na, diese Sektierer haben auch nichts Neues, Interessantes zu bringen. Die lebensverändernde Botschaft wäre auch gar nicht bei ihnen angekommen. Da muss etwas sichtbar werden im Christenleben, das auf Christus hinweist: Friede in der Ehe, Interesse der Eltern für ihre Kinder, Ehrlichkeit im Beruf, mehr Freundlichkeit im Umgang mit den Hausangstellten, Gaben für die armen Mitchristen, Sorge um den kranken Nachbarn. Das ist auch passiert, sonst hätte sich das Christentum nicht so rasant ausgebreitet! Wo ist bei uns die Veränderung sichtbar, die durch Jesus ins Leben kommt? Wo können die andern ablesen, was bei uns anders ist?
Damit die Gemeinde Ausstrahlung bekommt, ist auch die Einheit wichtig. Zu-sammenstehen, mahnt Paulus, nicht auseinanderlaufen, weil jeder sein eigenes Ding macht, weil Gemeinschaft schwierig ist, weil man sich über die Gute Nachricht nicht einig ist. Die Auflösungserscheinungen schwächen das heutige Gemeindeleben. Statt dem Zusammenstehen praktiziert man lieber das Auseinanderlaufen. Wie überwinden wir das Einzelgängertum? Was tragen wir dazu bei, damit unsere Gemeinde Streit überwindet und mehr Einheit lebt?
Diese Aspekte gehören zu der Aufforderung dazu: Kämpft für den Glauben und für die gute Nachricht! Weil die christliche Gemeinde einer heidnischen Kultur gegenübersteht, ist das Pflegen und Ausbreiten des Glaubens auf jeden Fall ein Kampf. Die andern Religionen leisten Widerstand, die Behörden schikanieren eine Gruppe, die ihnen nicht geheuer ist, die skeptischen Philosophen können mit einer Botschaft von einem Gekreuzigten nichts anfangen. Wenn Paulus zum Kampf auffordert, bedeutet das: die Kraft für die Behauptung des Christentums ist nicht unbedingt vorhanden. Die Gemeinde fühlt sich fast erdrückt. Es liegt nahe, sich zurückzuziehen, den Glauben zur Privatsache zuhause zu machen. Der Apostel muss die kämpferische Haltung wecken. Das hat nichts mit Fanatismus und Intoleranz zu tun. Es geht um ein selbstbewusstes Christentum, das etwas wagt für seinen Herrn, das auf die Menschen zugeht, die noch nicht gerettet sind. Es geht um eine Offensive für das Evangelium in der Spur von Jesus, der mit der Reich-Gottes-Predigt diese Offensive begonnen hat.
28 Paulus spricht die Gegner an, die die Christen beeindrucken könnten. Lasst euch nicht einschüchtern! Von den Priestern der römischen Götter, Rabbis, Philosophen, Beamten, Anhängern des Okkultismus. Christus ist diesen menschlichen Autoritäten unendlich überlegen. Sie spotten über den Glauben, sie halten die Anhänger des Gekreuzigten für dumm, abergläubisch, uneinsichtig, verstockt. Wer standhaft bleibt, zeigt ihnen, dass sie auf der falschen Spur sind, die in die Verlorenheit führt, in die Hölle. Wer standhaft bleibt, erweist sich als ein in Christus verwurzelter Christ, der dem Himmel entgegenlebt. Heute sind es andere Spötter, neue Atheisten, kirchenfeindliche Politiker, die uns genau so wenig einschüchtern dürfen. Bitte kein so schüchternes, passives Christentum, das bei jedem Windhauch erschreckt. Christus macht uns sturmfest im scharfen Gegenwind der Zeit. Lasst euch nicht einschüchtern!
29 Es ist eine Gnade, für Christus etwas tun zu dürfen: das Zeugnis weitersagen, Gemeindeaufbau betreiben, die Kinder christlich erziehen. Diese Arbeit fürs Reich Gottes führt ins Leiden. Paulus erfährt es ja eben am eigenen Leibe. Für seinen Glauben liegt er in Ketten. Paulus hält es für eine Gnade, für Christus nicht nur zu arbeiten, sondern auch zu leiden. Der Gedanke kommt uns seltsam und abschreckend vor. Doch eben das Leiden zeigt, dass wir an der richtigen Offensive des Glaubens beteiligt sind. Offensive löst immer Gegendruck aus. Die Kreuzesbotschaft ruft immer Widerstand hervor. An dem Widerstand können wir ablesen: ja, da kommt etwas an bei unsern Zeitgenossen. Sie fühlen sich in Frage gestellt. Sie spüren, dass ihnen etwas fehlt. Das kann zu heftigen Reaktionen führen, die uns wehtun. Aber dieses Dienst-Leiden gehört dazu. Jesus hat es genauso abbekommen, die Pharisäer hielten ihn für ein Großmaul und Verführer. Also: bitte nicht so wehleidig, wenn Journalisten, Lehrer, neue Atheisten das Christentum bekämpfen. Das Leiden für Christus ist eine Ehre, ein Zeichen dafür, dass wir uns richtig engagieren.
30 Es ist derselbe Kampf, sagt Pauslus, den ich an meinem Ort auch kämpfe. Paulus hat eine Anklage am Hals und muss die Unfreiheit ertragen. Die Philipper genießen Freiheit, aber auch sie kämpfen mit Anschuldigungen, Schikanen, Spott. Diesen Kampf kennt ihr doch, erinnert Paulus, als ich bei euch war, wurde ich doch mit Silas geschlagen und ins Gefängnis gesteckt. Paulus ist Vorbild als Kämpfer und Leidensmann für den Glauben, gewaltlos, friedlich, ohne Beleidigungen, ohne Rachegedanken. Ein Trost: So wie Gott das Gefängnis in Philippi durch das Erdbeben aufgesprengt hat, so kann Gott seine Leute immer wieder wunderbar befreien, auch rehabilitieren, sogar Frucht im Leiden schenken – der Gefängnisdirektor bekehrt sich.
Fazit: a) Es gibt eigentlich keine Wahl, ob man kämpfen will oder nicht. Die Teilhaber an der Offensive des Reiches Gottes sind immer in den Kampf gestellt. b) Trotzdem muss sich die Gemeinde an die Aufgabe erinnern lassen, den Kampf anzunehmen, d.h. das Evangelium in Wort und Tat auszubreiten. Sie muss ihre Trägheit überwinden, ihre Angst vor der Öffentlichkeit, ihr Vorurteil, das würde alles nichts bringen. c) Der gute, friedliche Kampf für die Rettung der Menschen und die Wahrheit führt ins Leiden. Das Leiden soll uns bestätigen und ermutigen, weil wir dann wirklich mit Jesus auf dem Weg sind. d) Gott steht denen, die für ihn etwas wagen, in Treue bei. Er kann aus Leiden retten. Er kann durch scheinbare Niederlagen den Glauben weiter ausbreiten.
- Sinn und Effekt des Glaubenskampfes
4.1 Glaubensfestigung. „Kämpft mit uns für den Glauben des Evangeliums.“ (Phil 1,27) Wenn ein Einzelner diese Aufforderung des Apostels hört, geht es zunächst um die Frage, ob er das als Auftrag und Gebot seines Herrn annimmt. Einübung von Gehorsam gegenüber den Befehlen des Herrn ist ein wesentlicher Teil des Christenlebens. So wird unser Glaube geprüft und gefestigt. So gewinnt der neue Mensch Raum in uns. Auch deswegen, weil wir uns intensiv mit Glaubensaussagen befassen müssen, um sie überzeugt vertreten zu können. Was bringt’s? Ein Stück Heiligung, mein Leben wird in Gottes Sinne neugeprägt.
4.2. Glaubensausbreitung. „Lasst euch von euren Gegnern in keiner Weise einschüchtern!“ (Phil 1,28) Eine Gemeinde, die sich nicht schüchtern und verschämt zurückzieht, fällt in der Öffentlichkeit auf. Ihre Haltung wird bekannt, ihr Glaube kommt ins Gespräch. Auch bei denen, die das Christentum ablehnen. Es besteht die Chance, dass der eine oder andere für Christus gewonnen wird durch das mutige Zeugnis, siehe Lennox!
4.3 Glaubensschutz. Neben dem missionarischen Effekt gibt es auch einen gesellschaftspolitischen: auch die säkulare Gesellschaft muss wahrnehmen und ernst nehmen, dass die christliche Position in ihr ernsthaft vertreten und hochgehalten wird. Das kann dazu führen, dass man in Lehrplänen, in der Wissenschaft, in der Politik Rücksicht nimmt auf christliche Interessen, nicht alles im Sinne des Atheismus oder einer andern Religion gestaltet, also z.B. den Kommunismus oder die Scharia einführt. Das klare Bek der Christen wahrt den Freiraum für den Glauben: Meinungs- und Religionsfreiheit.
4.4 Glaubensorientierung. Auseinandersetzung um den Glauben kann im Innenraum von Gemeinde und Kirche zu viel Ärger und Streit führen, das ist wahr. Aber auch den positiven Effekt muss man sehen: Christen fangen neu an, die Bibel zu lesen, nach dem Katechismus, nach den Bekenntnisschriften, der guten Lehre der Reformation zu fragen. Wenn es einem Christen, vielleicht in führender Stellung, gelingt, den Glauben überzeugend zu verteidigen, kann er Vorbild und Leuchtturm sein für viele andere Christen, die das Problem vielleicht noch gar nicht gesehen haben. Das war zu Zeiten der Bekennenden Kirche so; das ist heute so, wenn Dr. Gerhard Maier und viele andere seit Jahrzehnten darauf hinweisen, dass die kritische Bibelauslegung eine unfaire Auslegung voller Vorurteile ist, und dass sie keineswegs vernünftig und wissenschaftlich ist. Das hat eine ganze Generation von jungen Theologen geprägt, die die biblische Theologie neu ausgebreitet haben.
4.5 Ehrung Gottes. Jedes mutige Eintreten für Gottes Wahrheit ist ein Schlag gegen das Reich des Teufels. Das Reich Gottes wird ein Stück weit ausgebreitet auf Kosten der Teufelsherrschaft. Gottes Name, Gottes Wort, Gottes Wahrheit wird geehrt. Es geschieht das, worum wir im Vaterunser beten: „Geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe.“ Es wird viel zu wenig beachtet, dass es beim Glaubenskampf nicht einfach um sichtbare Erfolge oder Misserfolge geht, sondern um die Ehre Gottes. Man denke an die 21 koptischen Christen, die im Februar 2015 in Libyen von der IS vor laufender Kamera geschlachtet wurden. Wenn sie sich zum Islam bekehrt hätten, hätten sie ihr Leben gerettet. So aber wurde Gott geehrt mit einem teuren, blutigen Bekenntnis. Das war Martyrium, Bekenntnis im ursprünglichen Sinne.
4.6 Glaubensbewährung. Mit dem Bekenntnis zu Jesus Christus wird für alle Welt deutlich, dass dieser Mensch ein treuer Nachfolger von Jesus ist. Auf diese Treue legt Jesus allergrößten Wert. Ein Christ, der sich vom Glauben wieder abwendet, verliert den Jesus-Segen. Ein Christ, der festbleibt, gewinnt die Ewigkeit. Das stellt Jesus mit seinem berühmten Bekenntnis-Wort fest in Mt 10,32f: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel.“
Was bringt der Glaubenskampf? Letztlich den Gewinn des ewigen Lebens.
- Beispiele für den Glaubenskampf
5.1 Antichristliche Stimmung. Der Jugendkreis unserer Kirchengemeinde veröffentlichte ein kurzes Musikvideo auf Instagram. Die jungen Leute verwendeten eine beliebte Rapmusik und versahen sie mit einem christlichen Text. „Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Antwort: Mach dir keine Sorgen, Mt 6. Ich bin nicht gut genug. Antwort: Du bist wertvoll, Jes 43. Ich bin crazy gestresst. Antwort: Du kannst alles durch Jesus, der mich stark macht, Phil 4,13.“ Das Video wurde 200.000 Mal angeklickt. Es bekam 7000 Likes, also Zustimmung, vermutlich von Christen. Aber das Video erntete viele Negativreaktionen, einen sog. shitstorm, 800 Kommentare. Die Reaktionen waren beleidigend und z.T. radikal antichristlich, z.B.: „Lieber in der Hölle herrschen als im Himmel dienen.“ Nichts davon wurde wegen Hass und übler Nachrede gelöscht, wie es oft geschieht. Im Internet äußert man sich ohne Höflichkeit und Hemmung. Es kommt eine antichristliche Stimmung zum Vorschein. Wir müssen bei der Gemeindearbeit damit rechnen, dass Leute von dieser Stimmung beeinflusst sind.
5.2 Agende für Segnungsgottesdienste. In die württembergischen Synode wurde letztes Jahr eingebracht, dass die Segnungsgottesdienste für Gleichgeschlechtliche jetzt doch auch in Württemberg als „Trauung“ bezeichnet werden sollten, weil sie doch der üblichen Trauung so ähnlich seien. Mit dem Versprechen, dass dieser Titel niemals verwendet werden soll und dass die Segnungsgottesdienste doch etwas ganz Eigenständiges seien, wurden sie 2019 eingebracht und durchgesetzt. Der Antrag brach das damalige Versprechen. Auch die Bedingung, dass neu verhandelt wird, wenn 25 Prozent der Gemeinden die Segnung einführen, war nicht erfüllt. Kirchengemeinderat Jörg Schietinger wandte sich mit einem öffentlichen Brief gegen diese Gesetzesinitiative, viele Räte im Land unterschrieben. Die LG-Fraktion verhinderte zum Glück die Änderung. Das ist ein Beispiel dafür, wie in der Kirche versucht wird, sie dem Zeitgeist anzupassen.
5.3 Gender-Schreibung. In den letzten Jahren taucht in dienstlichen Mails in der Kirche immer mehr Gender-Schreibung auf: Sternchen oder Doppelpunkte, die darauf hinweisen sollen, dass Männer, Frauen und andere, diverse Geschlechter angesprochen sind. Ich habe beim zuständigen Oberkirchenrat Einspruch erhoben. Es gibt keine Diskussion und keine Vereinbarung in der Kirche zu dem Thema. Der Oberkirchenrat verwies auf Empfehlungen der EKD, die sich die Kirchenleitung in einem internen Papier angeeignet habe. Deshalb sei das rechtmäßig. Einerseits stellt sich die Kirche als demokratisch dar, andererseits lässt sie eine offene Diskussion über bestimmte Themen gar nicht erst zu. Ich hoffe, dass noch viele andere kirchliche Mitarbeiter Einspruch erheben und wir am Ende nicht zur Gender-Schreibung verpflichtet werden. Wir haben es zu tun mit einer Zivilreligion, dem Wokismus oder Genderismus, der von oben nach unten durchgesetzt wird. Das neue Menschenbild ist mit unserm Glauben nicht vereinbar.
- Unsere Beteiligung am Glaubenskampf
Wie können wir uns beteiligen am guten Kampf des Glaubens, der der Gemeinde aufgetragen ist? Oder wie werden wir in ihn hineinverwickelt ohne unser Zutun?
– Durch das Trainieren des eigenen Glaubens beim Bibellesen und der Beschäftigung mit aktuellen Themen, die biblische Lehre betreffen (Artikel, Bücher, Videos, offen.bar).
– Durch das Fördern und Mithelfen bei Veranstaltungen, die Menschen Orientierung geben, z.B. evangelistische Abende, Glaubenskurse, Jüngerschaftskurse.
–  Dadurch, dass wir das Gespräch suchen in Familie, Gemeinde und unserem Umfeld mit Christen und Nichtchristen: Was beschäftigt sie? Was glauben sie? Wo finden Gespräche statt, die sich nicht nur um den VFB und Trump drehen?
–  Durch Wortmeldungen, wo der Glaube oder Gottes Gebote verdrängt, entstellt oder angegriffen werden: Feedback an Pfarrer, Leserbrief an Zeitung, Schreiben an Politiker und Kirchenleiter, Beiträge zu Diskussionsforen im Internet.
– Durch die Mitarbeit in Vereinen und Arbeitskreisen, die sich für die Verbreitung des Glaubens und die Bewahrung des Bekenntnisses einsetzen, z.B. im NBB.
– Â Durch das geduldige Ertragen von unfairen, emotionalen Reaktionen.
–  Durch das Gebet für die Bewahrung des Evangeliums und Gottes Schutz für seine Leute.
- Aufmunterung für kampfesmüde Christen
Hebr 12,1 „Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt. Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, 2 und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. 3 Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.“
7.3.2026
Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 6. Mai 2026 um 22:25 und abgelegt unter Christenverfolgung, Gemeinde, Gender, Gesellschaft / Politik, Kirche.















