Der Wächterdienst in der Gemeinde Jesu Christi
Mittwoch 22. April 2026 von Pastor Adolf Essen

Die Gemeinde Jesu Christi ist von ihrem Herrn zu einem doppelten Dienst berufen: Zum Zeugendienst und zum Wächterdienst. Ihr vornehmster Beruf ist der Zeugendienst, dass sie durch die Verkündigung des Evangeliums den Menschen den Herrn Jesus Christus bezeugt und anpreist als unseren einzigen Trost im Leben und im Sterben und dass sie dieses Zeugnis des Wortes bekräftigt durch das Zeugnis ihres Wandels. Das ist die Dienstanweisung des Herrn an seine Gemeinde: „Ihr seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Tugenden dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht“ (1. Petrus 2,9). Dieser Zeugendienst ist der ganzen Gemeinde Jesu befohlen, aber auch jedem einzelnen Jünger an seinem Teil und insbesondere den vom Herrn berufenen Dienern des göttlichen Wortes.
Aber mit dem Zeugendienst muss verbunden sein der Wächterdienst der christlichen Gemeinde mit seinem Weck- und Bußruf, damit die Menschen, denen sie das Evangelium bezeugt, aufwachen aus dem geistlichen Schlaf, in dem wir von Natur aus alle befangen sind. Es muss gelten: Kein Zeugendienst ohne Wächterdienst, denn nur aufgewachte Menschen werden das Evangelium von Jesus Christus wirklich hören und seinem Gnadenruf folgen. Auch der Wächterdienst ist – wie der Zeugendienst – der ganzen Gemeinde und ebenso jedem Gläubigen befohlen und insonderheit den vom Herrn berufenen Dienern an seinem Wort. Um diesen Wächterdienst in der Gemeinde und durch die Gemeinde soll es in den folgenden Ausführungen gehen.
Worin besteht der Wächterdienst und was sind seine Aufgaben?
Der Wächterdienst in der christlichen Gemeinde besteht nicht darin, dass die zu Wächtern Berufenen darüber wachen, dass die übrige Gemeinde ruhig weiterschlafen kann, etwa in der Meinung: „Unsere Wächter werden uns schon zur rechten Zeit wecken und warnen, wenn eine Gefahr droht.“ Diese Meinung ist dort angebracht, wenn es sich um die Bewachung eines Ortes durch die von der weltlichen Obrigkeit bestellten Wächter handelt. Aber für den Wächterdienst in der Gemeinde Jesu Christi gilt das Gegenteil. Der Herr will, dass alle seine Jünger – und zwar allezeit – wachen sollen und dass die von ihm bestellten Wächter gerade darüber wachen, dass die anderen nicht schlafen, sondern ebenfalls wachen und wach bleiben, und wenn sie eingeschlafen sind, wieder aufgeweckt werden. Denn wir sind allezeit von Gefahren bedroht durch den Satan, die Welt und unser eigenes Fleisch. Nur als eine wachende Gemeinde werden wir diesen Gefahren begegnen. Nur als eine wachende Gemeinde werden wir die Aufträge erfüllen, die Jesus uns für unser Wirken und Handeln auf dieser Erde bis zu seiner Wiederkunft gegeben hat.
Der Warnungsdienst
Nach der Schrift können wir eine dreifache Aufgabe des Wächterdienstes unterscheiden.
Der Wächterdienst hat einmal die Aufgabe, ein Warnungsdienst zu sein vor dem Betrug der Sünde und vor falscher Sicherheit. Von dieser Aufgabe lesen wir in Hesekiel 3, 17 ff, wo Gott spricht: „Ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel. Du sollst aus meinem Munde das Wort hören und sie von meinetwegen warnen. Wenn ich dem Gottlosen sage: Du musst des Todes sterben, und du warnst ihn nicht und sagst es ihm nicht, damit sich der Gottlose vor seinem gottlosen Wesen hüte, damit er am Leben bleibe, so wird der Gottlose um seiner Sünde willen sterben, aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern.“ Aber der Prophet soll hier nicht nur den Gottlosen warnen, sondern auch den Frommen und den Gerechten. Vers 20: „Wenn sich ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit abwendet und Unrecht tut, so werde ich ihn zu Fall bringen und er muss sterben. Denn weil du ihn nicht gewarnt hast, wird er um seiner Sünde willen sterben, und seine Gerechtigkeit, die er getan hat, wird nicht angesehen werden; aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern.“ Wir sehen aus diesen Worten an Hesekiel, dass der Wächter- und Warnungsdienst nicht nur an den Gottlosen und offenbaren Sündern und Weltkindern geschehen muss, sondern auch an den Frommen und Gerechten, und zwar sowohl an den Frommen, die sich nur einbilden fromm zu sein, als auch an den wahrhaft Gerechten, die durch Gottes Gnade wirklich bekehrt und Gotteskinder geworden sind. Denn die Gefahr, wieder auf den Weg der Sünde und der Abkehr von Gott zu geraten, ist für uns alle groß.
Zu der Versuchung durch den Betrug der Sünde kommt die gefährliche Versuchung durch falsche Lehren hinzu, die die Grundlagen unseres Glaubens untergraben. Die Versuchungen, die uns bedrohen, sind nicht zu allen Zeiten gleich groß, aber gefährlich sind sie immer. Und dann gibt es auch besondere Zeiten in der Geschichte der christlichen Gemeinde und in dem Leben des Einzelnen, in denen die Versuchung und Verstrickung in die Sünde und in eine falsche verderbliche Lehre besonders groß und gefährlich sind. Wer will bestreiten, dass dies auch für die Zeit gilt, in der wir leben? Darum ist es so wichtig, dass in dieser unserer Zeit der Wächterdienst mit ganzem Ernst in der Gemeinde und durch die Gemeinde getan wird. Darum ist es ein großes Gnadengeschenk Gottes, dass in Verbindung mit einem Aufwachen weiter Kreise in unserer evangelischen Kirche [und der Gemeinde] auch der Wächterdienst wieder aufgewacht ist und dass die führenden Männer der Bekennenden Kirche mit klaren und mutigen Worten ihren Warnungsruf haben ergehen lassen gegen die unserem Volk und unserer Kirche drohende Gefahr einer neuen heidnischen Religion.
Die Stunden auf Gottes Weltenuhr anzeigen
Außer dem Warnungsdienst vor dem Selbstbetrug der Sünde und vor falscher Lehre hat der Wächterdienst noch eine zweite und damit verbunden eine dritte Aufgabe. Von dieser Aufgabe lesen wir in Jesaja 62, 6.7 (Übersetzung nach Menge): „Über deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht keinen Augenblick schweigen sollen. Ihr, die ihr den Herrn mahnen sollt, gönnt euch keine Ruhe und lasst auch ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wiederherstellt und es zum Lobpreis auf der Erde macht.“
Der Wächter in der Gemeinde hat die Aufgabe, die Stunden auf Gottes Weltenuhr anzuzeigen und die Botschaft auszurichten, dass der große Tag immer näher heranrückt, an dem unser Herr wiederkommen wird zum Gericht über die Welt und zur Aufrichtung der Gottesherrschaft in Kraft und Herrlichkeit. Der Herr will, dass seine Gemeinde auf die Zeichen der Zeit achten lernt und dass sie eine Gemeinde ist, die auf die Zukunft des Herrn wartet und ihr entgegeneilt. Das ist die zweite Aufgabe, zu der der Herr seine Wächter in seiner Gemeinde und auch für die übrige Welt bestellt hat. Denn auch die Welt geht diese Botschaft an. Auch sie soll nach dem Willen des Herrn wissen, dass sie dem Tag des Gerichtes entgegengeht, damit sie aufwacht aus ihrer falschen Sicherheit und damit noch viele dem Ruf zu Christus folgen, ehe es zu spät ist.
Als eine bedeutsame Schriftstelle für diese Aufgabe des Wächterdienstes nennen wir Römer 13, 11.12: „Weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, dass die Stunde da ist, um aufzustehen vom Schlaf (weil unser Heil jetzt näher ist, als zu der Zeit, als wir gläubig wurden; die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen): So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes.“ Diese Schriftstelle zeigt uns, wie ernst es Paulus genommen hat mit seinem Wächterdienst im Blick auf das Kommen des Herrn. Sie zeigt uns weiter, wie das Warten und Eilen auf die Zukunft des Herrn für aufrichtige Christen ein starker Antrieb ist, um sich von aller Befleckung der Sünde zu lösen und – angetan mit der Waffenrüstung Christi – den guten Kampf des Glaubens gegen alle Mächte der Finsternis zu führen.
Der Beterdienst
In der zuerst angeführten Schriftstelle Jesaja 62,6.7 wird uns noch eine dritte Aufgabe des Wächterdienstes genannt. Die Wächter sollen nicht nur sich und der Gemeinde keine Ruhe lassen, sie sollen auch dem Herrn keine Ruhe lassen, sondern ihn immer wieder an die große Zukunfts-Verheißung erinnern, die er seiner Gemeinde gegeben hat. Sie sollen ihn immer wieder bitten, diese seine Verheißung einzulösen. So wird der Wächterdienst zugleich zum Beterdienst. So klingt es uns auch aus den Schriften des Neuen Bundes bis hin zu den letzten Worten der Offenbarung des Johannes entgegen, in der die Gemeinde Jesu sehnsüchtig bittet: „Komm, Herr Jesus!“ Und Jesus, der ihr die Verheißung seines Kommens gegeben hat, bezeugt es ausdrücklich: „Ja, ich komme bald!“
Es ist eine ernste Sache um den Wächterdienst in der Gemeinde und um die Verantwortung derjenigen, die der Herr zu Wächtern bestellt hat, aber ebenso derjenigen, an denen der Wächterdienst geschieht. Wir heben noch einmal hervor, was der Herr dem Propheten Hesekiel gesagt hat: „Wenn du den Gottlosen nicht warnst und er beharrt in seiner Sünde, dann wird er um seiner Sünde willen sterben, aber sein Blut will ich von dir fordern“, und wir fügen das andere ernste Wort aus Hebräer 13, 17 hinzu. Es ist ein Wort, das beiden gilt, den Gemeinden und ihren Lehrern: „Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf dass sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut.“
Berufung zum Wächterdienst
Wenn es eine so ernste und verantwortungsvolle Sache ist um den Wächterdienst, dann drängt sich umso mehr die Frage auf: Wer ist zu diesem Dienst berufen und wer ist tüchtig dazu? Wir sagten schon: Die ganze Gemeinde Jesu ist wie zum Zeugendienst so auch zum Wächterdienst berufen. Das ist gewiss: Eine aufgewachte, lebendige Gemeinde tut schon dadurch einen Wächterdienst, der nicht überhört werden kann. Jede lebendige Gemeinde ist ein starker Weckruf für ihre ganze Umgebung. Aber wie viele solcher lebendigen Gemeinden gibt es in unserer Kirche? Umso nötiger ist es, dass in den Gemeinden, die noch schlafen, sich die lebendigen Christen des Wächterdienstes annehmen. Das gilt besonders auch für die in den Gemeinden berufenen Prediger und Seelsorger. Aber darum ist es auch so nötig, dass wir uns aus Gottes Wort darüber klar werden, wie wir tüchtig werden zum Wächterdienst und wie wir ihn nach Gottes Willen ausüben sollen.
Die erste Voraussetzung ist, dass wir, die wir in der Gemeinde Wächter sein sollen, selbst wach sind, denn wie könnten wir andere wecken, wenn wir selbst schlafen. Über das Wachwerden und Wachbleiben des Predigtamtes hat Luther ein bedeutsames Wort gesagt, dass wir in der dritten Weihnachtspredigt in seiner Hauspostille finden:
„Denn wir müssen bekennen, dass wir auch im Papsttum die Taufe, die Sakramente, den Text des Evangeliums, das Vaterunser, den Glauben, die zehn Gebote gehabt haben, und noch heutigen Tages haben es die Papisten wie wir, ausgenommen, dass sie das heilige Abendmahl des Herrn geändert und sein Sakrament verschoben haben; aber solches schläft bei ihnen, sie haben und wissen nicht, was sie haben. Woran fehlt es denn? Daran, dass der Predigtstuhl gefallen ist, der die Leute aufwecken soll, muss selbst nicht schlafen, sondern wacker und munter sein, sonst kann ein schläfriger Prediger einen lustigen Zuhörer mit sich schläfrig machen. Darum ist es höchst notwendig, Gott von Herzen zu bitten, dass er wackere Prediger geben wolle, die solche Worte erläutern und erklären, dass wir sie nicht allein hören und lesen, sondern sie auch verstehen. Denn wo solche Prediger nicht sind, da geht es nicht anders zu, denn bei den Papisten, denen das Wort, die Taufe und das Sakrament eben wie ein Schatz ist, den einer im Hause hat, und dieser ihm doch verborgen ist, dass er durch ihn weder erfreut noch gebessert werden kann.“
Wir wollen diese Worte Luthers beherzigen und wollen den Herrn bitten, dass er uns tüchtig mache zu dem Wächterdienst, zu dem er uns bestellt hat. Gottes Wort sagt uns, welche besonderen Stücke wir für unseren Wächterdienst haben müssen.
- Wir müssen haben und erbitten das geweckte, hörende Ohr, dass wir sein Wort, das besondere Gottes-wort, das er uns für unseren Wächterdienst geben will, hören und weitergeben, denn nur Gottes Wort, nicht unser Menschenwort kann Schlafende aufwecken und geistliche Tote lebendig machen (Hebräer 4, 12). Darum muss unsere Bitte sein vor jedem Wächterdienst, den wir in der Predigt oder Seelsorge tun: „Herr, wecke mein Ohr, dass ich höre, was du durch mich den Menschen sagen willst, und mache dein Wort wirksam durch deinen Geist.“
- Wir müssen haben und erbitten das sehende Auge, dass wir sehen, wie der geistliche Zustand in unseren Gemeinden und Gemeinschaften in Wirklichkeit ist, dass wir sehen die besonderen Nöte und Gefahren und Sünden der Menschen, denen wir dienen, und auch, dass wir sehen und verstehen die Zeichen der Zeit und die Stunde, die auf Gottes Weltenuhr geschlagen hat.
- Wir müssen haben und erbitten den redenden Mund, dass wir nicht schweigen aus Menschenfurcht oder Menschengefälligkeit oder Trägheit, sondern unerschrocken und mit ganzer Treue die Wahrheit verkündigen. Hier sind zwei Worte aus Jesaja zu beherzigen, das ernste Gerichtswort (Jesaja 56, 10): „Alle ihre Wächter sind blind, sie wissen alle nichts: stumme Hunde sind sie, die nicht strafen können“, und das mutmachende Wort (Jesaja 58, 10): „Rufe getrost, schone nicht, erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk ihr Übertreten und dem Hause Jakob ihre Sünden.“
- Wir müssen haben und erbitten ein gereinigtes Herz und einen lauteren Wandel. Wehe uns, wenn wir einen Sünder zur Buße rufen und selbst in der Sünde verharren wollen. Dann trifft uns das Wort aus Psalm 50, 16.17: „Aber zum Gottlosen spricht Gott: Was verkündigst du meine Rechte und nimmst meinen Bund in deinen Mund, so du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich?“ Aber auch wenn wir aufrichtig in der Kraft des Geistes gegen die Sünde kämpfen, ist bei jedem Warnungsdienst des Wächters äußerste Wachsamkeit nötig. Denn das ist gewiss: Dass der Teufel, unser Widersacher, darauf aus ist, jeden, der Wächterdienst tut und zur Buße ruft, zu sichten und zu verführen, dass er in Sünde und Schande falle. Wir haben der Beispiele nur zu viele, dass Prediger und Seelsorger, die mit besonderem Eifer die Sünder gewarnt haben, in dieselbe Sünde gefallen sind, weil sie die Mahnung Jesu nicht befolgt haben: „Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallet, denn der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ Darum sollten wir vor jeder Ausrichtung unseres Wächterdienstes ernstlich bitten: „Herr, bewahre mich vor der Überlistung Satans und erhalte mich in der Wachsamkeit und unter der Deckung des Blutes Christi, dass ich nicht anderen predige und selbst verwerflich werde.“
- Zuletzt, und das ist besonders wichtig, das Wichtigste: Wir müssen haben und erbitten ein priesterliches Herz, ein Herz nach Gottes Herzen und nach dem Herzen unseres Hohenpriesters Jesus Christus, dass wir in unserem Wächterdienst nicht nur den Ernst Gottes und sein Gericht über die Sünde den Menschen vorhalten, sondern immer zugleich und als das Ziel all unseres Mahnens die Güte und das Erbarmen Gottes, der nicht will, dass der Sünder sterbe, sondern dass er sich bekehre und lebe. Wir dürfen nie vergessen, dass wir nicht zu Richtern über unsere Mitmenschen gesetzt sind. Wie dürfen wir einen anderen richten um seiner Sünde willen, wo wir doch selbst ganz und gar von Gottes Gnade und Vergebung leben? Gott will, dass wir bei unserem Wächterdienst ein priesterliches Herz haben, das sich mit unter die Schuld des anderen beugt und für ihn und mit ihm ringt, um ihn für Gott und für Christus zu gewinnen, der für uns alle gestorben ist und dessen Blut rein macht von allen Sünden. Darum: Ehe wir zu dem anderen gehen, um ihn zu warnen und zur Buße zu rufen, wollen wir immer zuerst zu Gott gehen und ihn bitten: „Herr, schenke mir deine heilige Liebe ins Herz, dass ich den anderen liebe wie du ihn liebst. Gib mir die Weisheit von oben, dass ich ihm so begegne und so zu ihm rede, dass er nicht durch meine Art gehindert wird, zu dir zu kommen, sondern an mir etwas merkt von deiner großen göttlichen Liebe und Mut bekommt, auf deine Stimme zu hören.“
Der Wächterdienst ist ein sehr ernster Dienst, dessen Last sich immer wieder auf unsere Seele legt und legen muss. Aber wenn wir ihn tun mit ganzem Ernst und im getrosten, beharrlichen Glauben an Gottes Kraft und Gnade, dann wird der Herr es schenken, dass es auch bei uns in unseren Gemeinden und in unseren Gemeinschaften wieder zu Erweckungen kommt. Wenn wir auch vielleicht nach Gottes Willen noch lange darauf warten müssen, wird er sie doch letztlich schenken, wenn seine Stunde gekommen ist. Dann werden wir ihm von Herzen danken und uns freuen, dass er auch uns, seine schwachen und unwerten Diener, dazu gebraucht und gesegnet hat.
Pastor Adolf Essen, Direktor der Evangelischen Gesellschaft, (aus den „Mitteilungen der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland“, 1935, S. 84 – 89)
Foto von noor Younis auf Unsplash
Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 22. April 2026 um 9:11 und abgelegt unter Gemeinde, Kirche.















