Lasst euch nicht einfangen durch Philosophie und leeren Trug!
Donnerstag 25. September 2025 von Johann Hesse

Seht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der Überlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus. (Kolosser 2,8)
Der Apostel Paulus kämpfte bereits vor zweitausend Jahren dafür (Kol 2,1), dass die Christen Kleinasiens sich mit ihrer ganzen Existenz auf Jesus Christus gründen, „in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit (sophia) und der Erkenntnis“ (2,3). Eindringlich warnte er sie vor den falschen Lehrern, die mit ihren „verführerischen Reden“ (2,4) versuchten, die Christen „durch Philosophie (philosophia) und leeren Trug“ einzufangen und so von Christus abzubringen. Dieser Kampf zieht sich seither durch die gesamte Kirchengeschichte: „Es ist ein Kampf auf Leben und Tod zwischen den geistlichen Mächten der Bosheit und denen, die den Namen Jesu geltend machen. Dieser Konflikt spielt sich auf der Gedankenebene ab, und zwar zwischen zwei fundamental entgegengesetzten Ansichten über die Wahrheit und die Realität. Es ist aber ebenso ein Konflikt auf der Ebene der Handlungen, der sich zwischen einer vollständigen moralischen Perversion, dem Chaos, und Gottes absoluten Maßstäben abspielt.“ (Francis Schaeffer, Die große Anpassung).
Dieser Kampf wird auch mitten in den bibel- und bekenntnistreuen Gemeinden und Werken geführt. Eine besondere Herausforderung ist heute der sogenannte Postevangelikalismus. Postevangelikale waren früher bibeltreu, hielten das Sühnopfer Jesu und die leibliche Auferstehung für die Mitte ihres Glaubens, sahen die Notwendigkeit der persönlichen Bekehrung und des aktiven Einsatzes für die Verbreitung des Evangeliums. Heute vertreten sie das zumindest in Teilen nicht mehr, darum werden sie postevangelikal genannt (post = nach). Die Gründe, warum ehemals bibeltreue Christen sich von zentralen biblischen Aussagen abkehren sind vielfältig. Eine Rolle spielt dabei eine u.a. auf den Philosophen Jacques Derrida (1930–2004) zurückgehende Denkrichtung: der Dekonstruktivismus. Liest man die Bibel „dekonstruktivistisch“, werden die Texte und ihre bisherigen Deutungen radikal hinterfragt und aufgelöst. In der Folge kann es zur „Dekonstruktion“ biblischer Lehren und Überzeugungen kommen: Die Irrtumslosigkeit der Bibel, die Schöpfungslehre, das Eheverständnis, das Sühneverständnis, die apostolische Sexualethik, die Lehre über Wiederkunft, Weltgericht, Himmel und Hölle – das alles wird radikal hinterfragt und oft genug aufgegeben. Der Glaube leidet Schiffbruch (1. Tim 1,19).
Im Gemeindehilfsbund wollen wir an den ewigen Wahrheiten des Wortes Gottes festhalten und von diesem festen Fundament aus die Philosophien und Denkvoraussetzungen unserer Zeit dekonstruieren und dafür kämpfen, dass wir uns als Christen mit unseren Gemeinden allein auf Christus gründen, „in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis“. Beten wir dafür, dass wir „in ihm verwurzelt und gegründet sind und fest im Glauben stehen“ (Kol 2,7) und dass die zurückfinden, deren Glaube durch postevangelikale Lehren Schiffbruch erlitten hat.
Johann Hesse, Rundbrief Nr. 181 an die Mitglieder und Freunde des Gemeindehilfsbundes (Seite 1)
Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 25. September 2025 um 9:59 und abgelegt unter Gemeinde, Kirche, Theologie.













